< Bibelfrage zu Micha

F: Was ist der Kernpunkt des Buches Micha?

A: Wie viele andere kleinere prophetische Bücher richtet sich auch das Buch Micha in erster Linie an die Rebellischen, in der Hoffnung, dass sie sich ändern und Buße tun. Es befasst sich mit zwei Fragen: Wo stehen wir derzeit, und wie kann es von hier aus weitergehen?

F: Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen dem Buch Micha und dem Buch Jesaja?

A: Micha und Jesaja lebten zur gleichen Zeit, und es ist gut möglich, dass sie sich kannten und einander zuhörten. Zwar gibt es keine wörtlichen Zitate, doch weisen Ausdrucksweisen und Gedankengänge eine Reihe von Ähnlichkeiten auf.

MichaJesaja
Micha 1,8 entblößt und nacktJesaja 20,2-4; 47,3 nackt
Micha 3,4: Gott erhört ihr Flehen nichtJesaja 1,15: Gott wird die vielen Gebete der Menschen, deren Hände voller Blut sind, nicht erhören
Micha 4,1: die letzten TageJesaja 2,2-4, 24-27
Micha 4,1-2: Viele werden zum Berg Zion kommenJesaja 51,11: Die Erlösten werden mit Gesang nach Zion zurückkehren
Micha 4,3: Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern umschmieden; sie werden nicht mehr das Kriegshandwerk erlernenJesaja 2,4: Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern machen; niemand wird mehr für den Krieg ausbilden
Micha 4,5: Sie werden für immer im Namen Gottes wandelnJesaja 59,21; 26,4; 40,8; 60,21; 65,18: Vertraut, lebt und freut euch für immer
Micha 5,2: Von Ewigkeit her.Jesaja 9,6: Der Messias wird „Ewiger Vater“ oder „Vater der Ewigkeit“ genannt
Micha 5,1: Der Richter Israels wird mit einer Rute auf die Wange geschlagenJesaja 53,3.4-7: Der leidende Knecht wurde verwundet
Micha 4,12: Sie kennen die Gedanken des Herrn nicht und verstehen seinen Ratschluss nichtJesaja 40,13: Sie verstehen den Sinn des Herrn nicht. Jesaja 55,8-12: Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken
Micha 4,10: Die Tochter Zion liegt in den WehenJesaja 54,1-3: Die unfruchtbare Frau wird ein Kind gebären
Micha 5,5: Hirten, die gegen Assyrien aufstehenJesaja 10,24; 36-37: [gegenwärtiges] Gericht über die Assyrer
Micha 4,10: das künftige Exil nach BabylonJesaja 39: Zukünftiges Exil nach Babylon
Micha 5,13: Gott wird die Götzenbilder beseitigenJesaja 2,18-20: Das Volk wird seine Götzenbilder beseitigen
Micha 6,1-2: Ansprache an die BergeJesaja 41,49: An die Inseln gerichtet
Micha 7,1: Micha sagt: „Wehe mir!“, wegen der Sünden des VolkesJesaja 6,5 Jesaja sagt: „Wehe mir!“, wegen seiner eigenen Sünden und der Sünden des Volkes
Micha 7,20: unsere Väter, darunter AbrahamJesaja 51,2: „Abraham, dein Vater“

Das Buch Micha umfasst 105 Verse, das entspricht einer Parallele pro 7 Verse. Im Vergleich dazu weist das Buch der Offenbarung eine Parallele zum Rest der Bibel pro 5 Verse auf.

Im Gegensatz dazu finden Sie hier eine kürzere Liste von Parallelen zu Jeremia.

MichaJeremia
Micha 1,1: Moraschet lag 25 Meilen südwestlich von JerusalemJeremia 1,1: Anatot lag 3 Meilen nordöstlich von Jerusalem
Micha 3,4 Gott erhört ihr Flehen nichtJeremia
Micha 3,11 Propheten, die für Geld arbeiten Jeremia 6,13; 8,10 - Alle sind auf Gewinn aus. Propheten wie Priester, alle betreiben Betrug
Micha 3,7 Die Menschen werden sich schämenJeremia 3,25 Wir werden in unserer Schande liegen
Micha 4,10: Das künftige Exil nach BabylonJeremia 20,4 usw.
Micha 7,1: Micha ruft: „Wehe mir!“, wegen der Sünden des VolkesJeremia 4,19; 9,1-2: Jeremia wird als der weinende Prophet bezeichnet
Micha 7,5: Die Frau, die neben Ihnen liegtJeremia 9,4: Vertrauen Sie nicht Ihrer engsten Familie
Micha 6,1-2: Zu den Bergen sprechenJeremia 9,10: Weinen und Klagen um die Berge und Weiden
In Jeremia 26,18 wird Micha als Micaiah erwähnt.

F: Wann wurde das Buch Micha (Kapitel 1) verfasst?

A: Da Micha die Stadt Samaria erwähnt und diese Stadt etwa ab 900 v. Chr. existierte, muss das Buch Micha nach dieser Zeit verfasst worden sein. Da Samaria 722 v. Chr. zerstört wurde, wurde zumindest ein Teil des Buches Micha vor dieser Zeit geschrieben. Micha lebte etwa zur gleichen Zeit wie Jesaja. Micha 3,12 wurde ein Jahrhundert später, zu Jeremias Zeiten, in Jeremia 26,18 zitiert. Micha sagt, es sei zur Zeit dreier Könige verfasst worden, was den Zeitraum zwischen 750/740 und 687/686 v. Chr. ansetzt.

F: Könnte es sich bei dem Micha in Mi 1,1 um denselben Michaiah handeln, der in 1 Kön 22,8 zu Ahab prophezeite?

A: Nein. Zwar ist Micha eine Kurzform von Michaia, doch Michaia prophezeite um 854 v. Chr., während der hier erwähnte Micha über hundert Jahre später lebte.

F: Wo lag Moraschet in Mi 1,1?

A: Michas Heimatort lag etwa 40 Kilometer bzw. 25 Meilen südwestlich von Jerusalem. Wir wissen nicht genau, wo sich dieses kleine Dorf befand, doch aufgrund der Lage dürfte es in der Nähe der philistinischen Stadt Gat gelegen haben.

F: Warum wird in Mi 1,1 die Stadt Samaria erwähnt, da es die Samariter erst ein Jahrhundert später, nach dem Exil, gab?

A: Obwohl die Samariter erst nach dem Exil entstanden, gab es die Stadt Samaria bereits vor ihnen. Die Stadt Samaria war seit der Zeit Jerobeams vor 900 v. Chr. die Hauptstadt des nördlichen Königreichs Israel.

F: In Mi 1,2: Inwiefern ist Gott ein Zeuge gegen bestimmte Menschen?

A: Gott sieht alles und weiß alles. Als Richter der Menschheit ist Gott Zeuge dessen, was die Menschen Böses sagen und tun. Dieser Vers betont jedoch, dass Gott Zeuge gegen sie ist. Menschen, die Böses tun, würden es vorziehen, wenn Gott nicht wüsste, was sie tun. Während die Septuaginta mit „Zeuge unter“ oder „Zeuge gegen“ übersetzt werden könnte, geht es im Kontext darum, dass Gott Zeuge gegen die Sünde ist.

Eine Frage lautet: Gegen wen ist Gott Zeuge? Die folgenden Verse sprechen ausschließlich von Judäa und Samaria. Wenn Gott nicht die gesamten Völker anklagt, dann klagt Gott Judäa und Samaria an, und alle Völker sollen zuhören und darauf achten.

F: Wann werden in Mi 1,4 die Berge schmelzen und sich spalten?

A: Dies und Micha 4 werden in den letzten Tagen geschehen. Sacharja 14 beschreibt ausführlicher, wie der Ölberg in zwei Teile gespalten wird.

F: Warum bezeichnet Micha in Mi 1,5 ihre Sünde als „Jakobs Übertretung“?

A: Wie wir in Micha 1,10-15 sehen, wählt Micha seine Begriffe und Formulierungen sehr bewusst. Micha verwendet den Namen „Jakob“, um sie an ihre Abstammung und daran zu erinnern, wer sie sind. Oft ist es gut, jemanden, den man wegen seiner Sünde zurechtweist, daran zu erinnern, wer er ist und woher er kommt. Zurechtweisung kann laut und hart sein; sie kann aber auch leise und nachdenklich erfolgen.

F: In Micha 1,6: Inwiefern sollte Samaria wie ein Haufen auf einem Feld und wie die Pflanzungen eines Weinbergs werden?

A: Diese Metaphern sind sichtbare Erinnerungen an zuvor beseitigten Abfall und unbrauchbares Material. Als Christen erinnern uns 2. Timotheus 2,20-21 und 2. Petrus 1,8 daran, dass wir darauf achten müssen, dass unser Ungehorsam uns nicht unbrauchbar macht.

F: Würde Gott in Mi 1,7 jemals Opfergaben anerkennen, die ihm aus Geld dargebracht werden, das auf unrechtmäßige Weise erworben wurde?

A: Es steht Gott frei, mit Geld, das auf unrechtmäßige Weise erworben wurde, zu verfahren, wie Er es wünscht. Wir sollten Gott jedoch niemals unsere unrechtmäßig erworbenen Gewinne darbringen; andererseits sollten wir gar keine unrechtmäßig erworbenen Gewinne erst einmal haben. Gott möchte, dass wir Ihm von unserer ehrlichen, rechtschaffenen Arbeit geben. Selbst David wollte in 2. Samuel 24,24 dem HERRN kein Opfer darbringen, das ihn nichts gekostet hätte. David bestand darauf, Arauna für das zu bezahlen, was er opfern wollte. In Markus 12,41-44 lobte Jesus die Großzügigkeit der Witwe, die aufopferungsvoll gab. Geld, das auf unmoralische oder illegale Weise oder durch die Ausbeutung anderer erworben wurde, ist als etwas, das Gott gefällt, wertlos.

F: Welche Bedeutung hat in Micha 1,8-9 das gemeinsame Vorkommen von Schakal und Eule? In welchem Zusammenhang steht dies mit Micha?

A: Beide sind Tiere, die sich nachts bewegen (und Geräusche machen). Ihre Laute mögen beängstigend sein, doch man sieht sie nicht. Vielleicht wird Micha in ähnlicher Weise um sie trauern, unabhängig davon, ob sie ihn sehen oder nicht. Ebenso warnt Gott sie vor ihrer Sünde, und sie müssen zuhören, auch wenn sie ihn - oder die Folgen ihrer Sünde - noch nicht sehen.

F: In Mi 1,9; 2,10 und Jer 30,12.15: Wann sind die geistlichen Wunden der Menschen für Gott unheilbar?

A: Für manche Menschen scheinen manche Sünden leichter zu bereuen zu sein als andere. Obwohl Gott allmächtig ist, gibt es bestimmte Dinge, die er bewusst nicht tut. Wenn jemand nicht möchte, dass Gott ihn von seinem Übel heilt, und Gott ablehnt, ist Gott nicht verpflichtet, ihm etwas aufzuzwingen, was er nicht will. In diesem Fall ist die Wunde unheilbar, wie in Hosea 5,13 beschrieben.

F: Warum verwendet dieser Prophet in Micha 1,10-14 in dieser ernsten Situation Wortspiele?

A: Diese Wortspiele sind kein Humor, sondern ein literarisches Stilmittel in der althebräischen Dichtung. Es war sinnvoll, die Prophezeiungen auf eine Weise zu übermitteln, die leicht im Gedächtnis haften blieb, da sich die Menschen an die Worte erinnern würden, wenn sich die Prophezeiung erfüllte. Micha war kein Einzelfall, denn als Gott Jeremia zum ersten Mal eine Vision gab, tat Er dies in Form eines Wortspiels.

Zwar können dies, Gleichnisse und wiederholte Sprüche als Gedächtnisstütze dienen, doch zu sagen, dies sei lediglich eine Gedächtnisstütze, wäre eine Untertreibung. Wann immer die Menschen die Namen dieser ihnen vertrauten Städte hörten, erinnerten sie sich an dieses Gedicht und an das kommende Gericht. Zudem würde das Gericht nicht nur über das Land im Allgemeinen kommen, sondern diese konkreten Städte (ebenso wie die anderen) wären davon betroffen.

F: In Mi 1,10-15a handelt es sich nicht um reine Wortspiele, doch sie sind bedeutungsnah und subtiler. Kommentatoren sagen, dass es schwierig ist, diese Wirkung im Englischen wiederzugeben, aber ich habe es versucht. Bitte füllen Sie die Lücken mit Orten in Amerika aus.

A: Sprechen Sie es nicht in Spokane aus.

Wälzen, wälzen, ganz und gar nicht.

Wälzen Sie sich in Destin im Staub.

Geht in hässlicher Schande, ihr, die ihr in Butte wohnt.

Die Partnerstädte sind außer sich vor Trauer. Sie werden ihre Hippies vermissen.

In Maine wird es Leid geben.*

Sie, die Sie in Motown leben, Ihre Sünde wird zunichte gemacht werden.

Ihr, die ihr den Zündschlüssel für die Sünde des Volkes Gottes dreht

Sie werden in der Windy City nur verlieren und in Las Vegas niemals gewinnen.

In De Soto wird es Täuschung geben.

Es wird eine verlorene Stadt sein, in der Patrioten verehrt werden.

Sie haben nicht den Hauch einer Chance, nicht einmal in Casper.

Verbrennen Sie Flaggen in Trauer um das Land, an dem Sie so viel Freude haben.

Nehmen Sie Ihre Hüte ab, während Amerikas Ehre ins Exil geht.

Wäre dies eine Prophezeiung und würden Sie in den Vereinigten Staaten leben, hätten Sie möglicherweise gemischte Gefühle. Einerseits könnten Sie denken: „Gut so, das haben sie verdient.“ Andererseits sind dies Städte, in denen Ihre Freunde und Ihre Familie leben. Sie möchten nicht, dass so über sie gesprochen wird, und Sie möchten ganz sicher nicht, dass ihnen solche Dinge widerfahren.

F: Was war in Mi 1,10-15a der Sinn dieses Gedichts?

A: Zwar können solche Texte, Gleichnisse und wiederholte Sprüche als Gedächtnisstütze dienen, doch zu sagen, dies sei lediglich eine Gedächtnisstütze, wäre eine Untertreibung. Wann immer die Menschen den Namen dieser ihnen vertrauten Städte hörten, erinnerten sie sich an dieses Gedicht und an das kommende Gericht. Zudem würde das Gericht nicht nur über das Land im Allgemeinen kommen, sondern auch diese konkreten Städte (ebenso wie die anderen) wären davon betroffen.

F: In Mi 1,10a und 1,15b: Inwiefern bilden diese Verse einen Rahmen, und worin liegt ihre Bedeutung?

A: Micha 1,10a stammt nicht ursprünglich aus dem Buch Micha. Er zitiert hier 2. Samuel 1,20, als Saul und Jonathan von den Philistern getötet wurden. In Micha 1,15b geht es um die Höhle von Adullam, in der sich David in 1. Samuel 22,1 vor Saul versteckte. Diese Stellen stehen in umgekehrter chronologischer Reihenfolge.

F: In Micha 1,13: Inwiefern gleicht manche Sünde dem „Anspannen eines Pferdegespanns an einen Streitwagen“?

A: Manche Sünden sind, sobald man sie begangen hat, im Grunde genommen vollendet. Andere Sünden machen eher süchtig und breiten sich aus wie Krebs. Wieder andere Sünden können als „Einstiegssünden“ bezeichnet werden. So wie Marihuana eine Einstiegsdroge zu härteren Drogen sein kann, reißen manche Sünden Barrieren ein oder versetzen den Menschen in die Lage, weitere Sünden zu begehen. Zum Beispiel kann Diebstahl und der daraus gewonnene Geldgewinn den Menschen dazu befähigen, sich zu betrinken, eine Prostituierte zu bezahlen, Drogen zu nehmen oder andere Dinge zu tun. Manche Sünden sind genau wie das „Anspannen eines Gespanns an den Streitwagen“.

Lachisch war eine große Stadt in der weiten Ebene von Megiddo und bekannt für ihren Pferdestall. In Deuteronomium 17,16-17 heißt es, dass der König keine große Anzahl von Pferden oder Frauen ansammeln darf. Doch beginnend mit Salomo besaßen die Könige von Israel und Juda große Herden. Allerdings sind Pferde in der Offensivkriegsführung wichtiger und bei der Verteidigung einer Stadt weniger wichtig. Sanherib war so stolz auf die Eroberung Jerusalems, dass er ein Relief davon an seinem Palast in Ninive anbringen ließ. Von Jerusalem gab es jedoch nie ein solches Bild.

F: In Mi 1,10a und 1,15b - inwiefern bilden diese Verse einen Rahmen, und worin liegt ihre Bedeutung?

A: Micha 1,10a stammt nicht ursprünglich aus dem Buch Micha. Er zitiert dort 2. Samuel 1,20, als Saul und Jonathan von den Philistern getötet wurden. In Micha 1,15b geht es um die Höhle von Adullam, in der sich David in 1. Samuel 22,1 vor Saul versteckte. Diese Stellen stehen in umgekehrter chronologischer Reihenfolge.

F: Warum sollten sie sich in Micha 1,16 aus Trauer den Kopf rasieren?

A: Sie trauerten nicht um den Verlust ihrer Häuser oder ihres Reichtums, sondern um ihre eigenen Kinder, die entweder gestorben waren oder in die Sklaverei verschleppt worden waren und nie wieder gesehen wurden.

F: Da es in Micha 1,16 heißt, es werde „Kahlheit wie die des Adlers“ geben - gab es in Palästina Weißkopfseeadler?

A: In Palästina gab es keine Vögel der Art, die wir als „Weißkopfseeadler“ bezeichnen, wie sie in Amerika vorkommen. In Micha 1,6 heißt es: „kahl wie der Adler/Geier“.

Schwarze Geier, auch Ospreys genannt, waren an Kopf und Hals kahl, wie viele andere Vögel, die sich von Aas ernähren.

Gieradler, auch ägyptische Geier genannt, haben ebenfalls einen kahlen Kopf mit gelben Halsfedern.

Gänsegeier, die auch einfach als Adler bezeichnet werden, haben einen kahlen Hals oder sind dort nur sehr dünn mit weißem Flaum bedeckt.

Zwei echte Adler in Palästina, der Kaiseradler und der Steinadler, haben weder einen kahlen Kopf noch einen kahlen Hals.

Die Kahlheit verhindert, dass die Federn aufgrund von Blutgerinnseln verklumpen, wenn der Vogel kopfüber in die Innereien des toten Tieres eintaucht.

F: Was ist in Mi 2,1 so bedeutsam daran, dass sie auf ihren Betten Böses planen?

A: Die Menschen taten nicht nur Böses, wenn sie in einer Situation in Versuchung gerieten, und sie begingen nicht nur vorsätzlich Böses, sondern sie lagen sogar nachts wach in ihren Betten und schmiedeten Pläne, wie sie Böses tun könnten. Vielleicht ist dies ein Grund, warum Psalm 4,4 die Menschen anweist: „Wenn ihr auf euren Betten liegt, prüft eure Herzen und schweigt.“ (NIV)

F: In Mi 2,1-2: Inwiefern können Menschen heute finanzielles Unrecht planen?

A: Micha 2,2.9 spricht konkret davon, Felder an sich zu reißen, Männer und Frauen um ihre Häuser zu betrügen und Felder an Verräter zu vergeben. Heutzutage kann dies auch beinhalten, Menschen ihre Investitionen, Ersparnisse und Altersvorsorge zu entziehen - sei es durch illegale Mittel oder durch legale, aber skrupellose Mittel.

Hier ist ein vereinfachtes Beispiel. Stellen Sie sich eine skrupellose Investmentfirma vor, die über acht Fonds verfügt, von denen jeder das gesamte Geld in Anlagen investiert, die so riskant sind wie Las Vegas. Die Wahrscheinlichkeit, eine Rendite von 48 % zu erzielen, lag bei 50 %, und die Wahrscheinlichkeit, alles zu verlieren, ebenfalls bei 50 %. Im Durchschnitt verlor die Hälfte der Fonds alles und verschwand still und leise. Die andere Hälfte der Fonds erzielte 40 % (die restlichen 8 % behielten sie als Verwaltungsgebühren und Boni ein). Wiederholen Sie dies nun zwei Jahre lang. Im Durchschnitt würde ein Fonds drei Jahre in Folge eine jährliche Rendite von 40 % erzielen, was wie eine äußerst beeindruckende Erfolgsbilanz aussieht. Von den anderen Fonds, die fast dieselbe Strategie verfolgten und verschwanden, hört man nie etwas.

Ein realistischeres Beispiel ist ein Anlage-Newsletter-Dienst, den ich einige Monate lang verfolgt habe. Wenn dort vorhergesagt wurde, dass eine Aktie steigen würde, stieg sie in der Regel auch - etwa in einem Drittel der Fälle. In etwa einem Drittel der Fälle fiel sie. Und in etwa einem Drittel der Fälle blieb der Kurs unverändert. In Wirklichkeit glich das Befolgen ihrer Ratschläge also einem Würfelspiel. Sie konnten jedoch mit ihren richtigen Prognosen werben und die anderen zwei Drittel verschweigen.

F: Wie kann jemand in Mi 2,2b einen anderen um sein Erbe betrügen?

A: In alttestamentlicher Zeit wurde das Land innerhalb des Clans vererbt. Selbst wenn das Land verkauft wurde, sollte es nach spätestens sieben Jahren an den ursprünglichen Eigentümer zurückfallen. Zu dieser Zeit verhielten sich Israel und Juda jedoch wie die umliegenden Völker und hielten sich nicht daran. Sie missachteten das Gesetz und behielten Land für immer, das sie eigentlich nicht hätten behalten dürfen. Auch heute noch können Menschen durch das Gerichtssystem skrupellos an Dinge gelangen, wenn sie kostspielige Klagen einreichen oder falsche Zeugen vorbringen.

F: Was ist in Mi 2,3 falsch daran, „hochmütig zu gehen“ oder „aufrecht zu gehen“?

A: Stolz zu sein kann darauf hindeuten, dass Sie sich mehr auf sich selbst als auf Gott verlassen. Es kann dazu führen, dass Sie sich anderen überlegen fühlen. Jemand hat einmal gesagt, dass im Englischen der mittlere Buchstabe sowohl in „sin“ (Sünde) als auch in „pride“ (Stolz) ein „I“ ist. Wenn jemand sich selbst oder seine eigene Wichtigkeit höher schätzt als seine Liebe zu Gott und zu anderen, verstößt er gegen die beiden größten Gebote, die Jesus gegeben hat.

F: Was ist in Mi 2,3 mit den Menschen, die behaupten, der Herr werde nicht zornig und kenne keinen Zorn?

A: Ihnen entgeht ein wesentlicher Aspekt des Charakters Gottes. Haben sie noch nie die Offenbarung gelesen? Haben sie noch nie die Bücher des Alten Testaments gelesen, abgesehen vom Hohelied Salomos, dem Buch Ruth und dem Buch Ester? Jedes Buch des Alten Testaments mit Ausnahme dieser drei erwähnt Gottes Zorn und seinen Grimm. Im Übrigen erwähnt jedes Buch des Neuen Testaments Gottes Zorn und seinen Grimm, mit Ausnahme der folgenden: Philipperbrief, 1. und 2. Timotheusbrief, Titusbrief, Philemonbrief, 1. Petrusbrief sowie 1., 2. und 3. Johannesbrief. Hier finden Sie eine unvollständige Liste von Verweisen.

Gott ist ein eifersüchtiger Gott. 2. Mose 20,5; 34,14; 5. Mose 4,24; 5,9; 6,15; Josua 24,19; Nahum 1,2; Sacharja 8,1; 1. Korinther 10,22

Gott bestraft. 1. Mose 3,14-19; 4,13; 15,14; 2. Mose 32,34; 3. Mose 18,25; 26,18,28; 5. Mose 22,18; 1. Samuel 15,2; 2. Samuel 7,14; Hiob 21,19; 37,13; Psalm 59,5; 89,32; 94,10; Jesaja 10,12; 13,11; 24,21; 26,21; 27,1; Jeremia 5,9; 29; 6,15; 9,9.25; 11,22; 14,10; 21,14; 23,34; 27,8; Hesekiel 5,8-10; Sacharja 10,3; (impliziert) Zephanja 3,15; Matthäus 25,36; Apostelgeschichte 7,7; 2. Korinther 10,6; 1. Thessalonicher 4,6; 2. Thessalonicher 1,8-9; Hebräer 2,2; 4,18; 10,29; 12,6; Judas 7; Offenbarung 17,1; Bestrafung Babylons - Jeremia 25,12

Gott lässt sich nicht verspotten. Galater 6,7

Gott übt Rache. 5. Mose 32,35.43; 1. Samuel 24,12; 2. Könige 9,7; Jesaja 1,24; Jesaja 65,6; 66,6; Jeremia 5,9.29; 9,9; 15,15; 51,6b.36; Römer 12,19; 2. Thessalonicher 1,6; Hebräer 10,30; Offenbarung 6,10; impliziert in Psalm 79,12; 94,2; Klagelieder 3,64

Gott ist zornig. 2. Mose 15,7; 22,24; 32,10-12; 3. Mose 10,6; 4. Mose 11,33; 16,46; 5. Mose 9,7-8,22; 11,17; 29,23,28; 1. Samuel 28,18; 2. Könige 22,13.17; 23,26; 1. Chronik 27,24; 2. Chronik 12,7.12 (Zorn abgewendet), 19,2.10; 24,18; 28,11.13; 29:8,10; 30:8; 32:25-26; 34:21,25; 36:16; Esra 5:12; 8:22; 10:14; Nehemia 13:18; Hiob 14:13; 21:20,30; 32,2; Psalm 2,5.12; 21,9; 59,13; 78,31.38.49; 79,6; 89,46; 90,7.11; 95,11; 102,10; 106,23.40; 110:5; 124:3; Sprüche 11:4; Jesaja 9:19; 10:6; 13:13; 14:6; 60:10; Jeremia 7:29; 10:10; 18:20 (den Zorn abwenden); 21:5; 32:37; 50,13; Klagelieder 3,1; Hesekiel 7,12,14,19; 21,31; 38,19; Hosea 5,10; 13,11; Amos 1,11; Nahum 1,2; Habakuk 3,2,8; Zephanja 1,15,18; Sacharja 7,12; 8,14; Matthäus 3,7; Lukas 3,7; 21,23; Johannes 3,36; Römer 1,18; 2,5; 9,22; Epheser 2,3 (Kinder des Zorns); 5,6; Kolosser 3,6; 1. Thessalonicher 1,10; Hebräer 3,11; 4,3; Offenbarung 6,16-17; 11,18; 12,12; 14,8,10,19; 15,1,7; 1,1,19; 18,3; 19,15

Gott wird zornig. 2. Mose 4,14; 11,10; 12,9; 22,22; 25,3-4; 32,10; 5. Mose 4,25; 6,15; 7,4; 9,18-19; 13,17; 29:20,23-24,27-28; 31:17,29; 32:16,21-22; Josua 7:1,26; 23:16; Richter 2:12,14,20; 3:8; 10:7; 2. Samuel 6:7; 24:1; 1. Könige 11,9; 14,9,15; 15,30; 16,2,7,13,26,33; 21,22; 22,53; 2. Könige 13,3; 17,11,17-18; 21,6,15; 22,17,19,26; 24,20; 1. Chronik 13,10; 2. Chronik 25,15; 33,6; 34,25; Esra 9,14; Nehemia 4,5; 9,5,13; Psalm 2,12; 6,1; 7,6.11; 21,9; 27,9; 38,3; 56,7; 69,24; 74,1; 76,7; 78,21.49.50; 79,5; 80,4; 85,3-5; 90,7.11; Prediger 5,6; Jesaja 1,4; 5,25; 9,12,17,21; 10,4-5,25; 12,1; 13,3,9,13; 42,25; 48,9 (Gott hält seinen Zorn zurück); 63,3,6; 65,3; 66,15; Jeremia 3,12; 4,8.26; 12,3; 15,14; 17,4; 18,23; 21,5; 23,20; 25,37-38; 30,23; 32,37; 33,5; 36,7; 42:18; 44:3,6; 49:37; 51:45; 52:3; Klagelieder 1:12; 2:1,3,6,21-22; 4:11,16; Hesekiel 5:13,15; 7:3,8; 13:13; 20:8,21; 22:20; 25:14; 43:8; Daniel 9:16; Hosea 8:5; 11:9; Jona 3:9; Micha 2:3; 5:15; Nahum 1:6; Zephanja 2:2-3; Sacharja 10:3

Langsam zum Zorn (aber er zürnt dennoch). Joel 2,13b; Jona 4,2; Nahum 1,3

Er zürnt nicht für immer. Micha 7,18

Gott vernichtet [im Zorn] 1. Mose 6,13 (die Sintflut); 19,12-13 (Sodom und Gomorra); Amos 6,11; 9,8; Obadja 8,15; Habakuk 1,5-11; Haggai 2,22; Maleachi 1,3; 2,16; Markus 12,9; 1. Korinther 3,17; 10,8; Jakobus 4,12; 2. Petrus 2,4-9,12

Gottes Zorn. Daniel 9,16

Gottes Entrüstung. Maleachi 1,3

Gott kann zum Zorn gereizt werden. Psalm 78,58; 106,29; Jeremia 7,18-20; 8,19; 11,17; 25,6-7; 32,29-32; Hesekiel 8,17; 16,26

Gott kann zur Eifersucht gereizt werden. 1. Korinther 10,22

Gott ist das liebevollste Wesen im Universum, doch Er ist auch der Zornigste.

F: Wie kann jemand in Micha 2,9 einem Kind für immer Gottes Herrlichkeit nehmen?

A: In unserem Willen und sogar darin, zu welchen Menschen wir heranwachsen, bestehen gewisse Wechselbeziehungen zu unseren Mitmenschen.

F: Warum ist es in Mi 2,11 angemessen, dass falsche Propheten diesem Volk Wein prophezeien?

A: Ein solcher Prophet würde sowohl das prophezeien, was das Volk hören wollte, als auch das, was es tatsächlich erhalten würde. Für eine Prophezeiung, die das Volk nur allzu gerne selbst erfüllen würde, war keine übernatürliche Gabe erforderlich. In 2. Timotheus 4,3 ist von Menschen die Rede, die „juckende Ohren“ haben und nur Predigern zuhören, die ihnen das sagen, was sie hören wollen.

F: Warum neigen Menschen in Mi 2,11 dazu, Dinge zu glauben, die ihnen angenehm sind?

A: Dies ist ein typisches Merkmal der gefallenen menschlichen Natur; die Menschen haben eine verzerrte Vorstellung von Hoffnung. Wir möchten Dinge glauben, von denen wir hoffen, dass sie wahr sind, und können uns dabei selbst täuschen. Die Menschen neigen dazu, unangenehme Dinge, die fast sicher eintreten werden, als völlig ungewiss zu bezeichnen, und angenehme Dinge, die sehr ungewiss sind, als sicher. Würden Sie zählen, wie oft in den Nachrichten jemand etwas als Tatsache darstellte, obwohl es gar keine Tatsache war, kämen Sie auf eine sehr hohe Zahl.

F: In Mi 2,12-13 wird absolut kein Grund für diese Verheißungen in Micha 1-2,10 genannt. Warum, glauben Sie, verspricht Gott dies?

A: Es hat an sich nichts mit dem Volk zu tun. Es hat zum Teil mit Gott selbst zu tun und zum Teil mit Gottes Beziehung zum Volk. Gott gab Abraham, David und anderen Verheißungen, und Gott wird Sein Versprechen auf jeden Fall einhalten. Aber Gott liebt auch die Nachkommen Abrahams, und Er wird dies aus Liebe zu ihnen tun. Nichts deutet jedoch darauf hin, dass sie dies verdienen.

F: Wo liegt Bozra in Mi 2,12 und Jes 34,6?

A: Laut Amos 1,12 lag es in Edom. Die Hauptstadt von Edom ist das heutige Buseirah, das 25 bis 30 Meilen südlich des Toten Meeres liegt.

F: Warum hassen manche Führer in Mi 3,1-2 das Gute und lieben das Böse?

A: Das Böse kann das sein, was Kriminelle tun, aber das Böse kann auch politischer, rechtlicher und religiöser Natur sein. Manche Führer können „Symbionten“ sein, die erkennen, dass ihre Macht nur daraus resultiert, dass sie einige ungerechtfertigterweise gegenüber anderen bevorzugen.

Manche Menschen üben das Böse aus keinem anderen Grund aus als aus eigenem Gewinn oder zur Sicherung ihrer eigenen Position. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sie das Böse lieben. Andere wiederum wollen „gerissen kluge“ Menschen als Verbündete haben, von denen sie wissen, dass diese die Regeln umgehen werden, wenn es zu ihrem Vorteil ist. Wieder andere empfinden ein persönliches Vergnügen daran, die Rechtschaffenen zu Fall zu bringen oder zu sehen, wie sie leiden.

F: Ist in Mi 3,2-4 von tatsächlichem Kannibalismus die Rede?

A: Nein. Es geht darum, die Seelen der Menschen um des Geldes willen zu verschlingen. Micha verwendet eine derart harte, bildhafte Sprache, um die Tiefe und Hartnäckigkeit des Bösen bei den politischen, rechtlichen und religiösen Führern zu verdeutlichen.

F: Hält Gott in Mi 3,4 den Segen jemals den Menschen vor, die darum bitten?

A: Oftmals tut Er das. Man muss sich fragen, warum die Menschen um Gottes Segen bitten. Wenn Menschen den Segen einer engen Beziehung zu Gott wünschen, dabei aber eine enge Beziehung im Gehorsam gegenüber Gott vermeiden, erhalten sie nicht immer, was sie wollen. Jakobus 4,3 spricht von Menschen, die Gott bitten und nichts erhalten, weil sie darum bitten, um es für ihre eigenen Wünsche zu nutzen.

F: Warum gibt Gott in Mi 3,5-7.11 den Menschen, die sagen, sie wollten ihn hören, manchmal nur Schweigen?

A: Menschen können „andere beißen“, während sie von Frieden sprechen. Das hebräische Wort für „beißen“, nasak, kann sowohl den Biss mit den Zähnen, den Biss einer Schlange als auch Zinsen auf ein Darlehen bedeuten.

F: Was ist in Mi 3,9 der Unterschied zwischen „sich nicht um Gerechtigkeit kümmern“ und „Gerechtigkeit verachten“?

A: Zunächst einige Hintergrundinformationen, dann die Antwort. Das hebräische Wort für „verachten“, „ta’ab“, ist ein sehr starkes Wort, das „verabscheuen“ bedeutet. Ab 701 v. Chr. war die Führung in Jerusalem sehr schwach. Der Tempel wurde zerstört und der König etwas mehr als hundert Jahre später, im Jahr 597 v. Chr., ins Exil verschleppt.

Manche Führer legen Wert auf Gerechtigkeit für alle, selbst für diejenigen, die sie nicht unterstützt haben. Anderen ist es eigentlich egal, ob Gerechtigkeit walten kann oder nicht, solange sie bekommen, was sie brauchen. Vielleicht möchten sie lieber nicht über Ungerechtigkeit nachdenken. Wieder andere glauben, dass „der Zweck die Mittel heiligt“, und dass jedes Mittel - ob gerecht oder nicht - gerechtfertigt ist, um das zu erreichen, was sie wollen. Manche streben ein bestimmtes Ziel an, wie zum Beispiel den Wahlsieg. Andere wollen alles, was sie bekommen können - für sich selbst und ihre treuen Anhänger -, und der Versuch, diese Bedürfnisse zu befriedigen, reicht ihnen nie so weit aus, dass sie denken: „Jetzt kann ich aufhören.“

Selbst in einer Kirche können Menschen Christus lediglich als Mittel betrachten, um ungerechtfertigten Gewinn zu erlangen. Der römisch-katholische Papst Leo X. sagte: „Wie gut wissen wir doch, welch gewinnbringender Aberglaube diese Fabel von Christus für uns und unsere Vorgänger gewesen ist.“ Die Äußerung des Papstes ist in den Tagebüchern und Aufzeichnungen sowohl von Kardinal Pietro Bembo (Briefe und Kommentare zu Papst Leo X., Nachdruck von 1842) als auch von Kardinal Paolo Giovio (De Vita Leonis Decimi, op. cit.) festgehalten, zwei Vertrauten, die Zeugen dieser Äußerung waren. Dies ist an zahlreichen Stellen zu finden, unter anderem unter. (12. August 2016).

F: Welche Beispiele aus der Geschichte gibt es in Mi 3,9 für Führer, die die Gerechtigkeit verachten?

A: Der Weinberg des Nabot

Die falschen Dekretalen

Die falschen Dekretalen sind 100 Briefe, die die Autorität der Päpste begründen. Darin erklärt Petrus, ihm sei die Autorität übertragen worden, die Kirche Christi auf Erden zu leiten. Petrus gab diese Autorität an den nächsten Papst weiter usw.

Bei den meisten falschen Dekretalen handelt es sich um „pseudo-isidorische“ Dekretale, benannt nach einem Mann, der sich selbst als „Isidor Mercator“ bezeichnete und sie offenbar zwischen 847 und 859 n. Chr. in Frankreich verfasste und nach Metz in Deutschland brachte. Sie geben vor, Briefe von Päpsten und Kirchenkonzilen aus den Jahren 78 bis 731 n. Chr. zu sein. Es gibt viele plagiierte Zitate, doch insgesamt weist der Stil die Handschrift einer einzigen Person auf.

Offenbar bestand das Hauptmotiv hinter den Dekretalen darin, den örtlichen Bischöfen mehr Unabhängigkeit zu verschaffen, indem behauptet wurde, sie seien nicht den Metropoliten, Synoden oder dem Staat gegenüber verantwortlich, sondern ausschließlich dem Papst. Die falschen Dekretalen hatten die tiefgreifende Wirkung, die Päpste in eine Position zu erheben, die über der aller anderen Menschen auf dieser Erde stand.

Die Dekretalen wurden auf den Synoden von Worms (868), Köln (887), Metz (893) und Tribur (895) herangezogen. Die orthodoxe Kirche hat sie nie anerkannt, und im Westen wurden sie um das Jahr 1100 n. Chr. als Fälschungen zurückgewiesen. Zwei unüberwindbare Probleme bestehen darin, dass vor dem Jahr 850 n. Chr. niemand jemals von ihnen gehört hatte und dass sie zahlreiche historische Anachronismen aufweisen, z. B.: „Wie kommt es, dass Päpste Personen zitierten, die erst nach ihrem Tod geboren wurden?“. Dennoch stützte sich das katholische „Corpus Juris“ noch im Jahr 1580 auf die falschen Dekretalen, um die Richtigkeit des Katholizismus zu belegen. Im Jahr 1628 war es für den Protestanten David Blondel immer noch notwendig, die Fälschungen zu widerlegen.

Charakter einiger Päpste:

Sollten wir uns Papst Julius II. (dem „kriegerischen Papst“, 1504-1513) in seiner Armee anschließen, um italienische Städte zu erobern, dort zu morden und zu plündern, um „Gottes Reich“, d. h. den Kirchenstaat, zu vergrößern?

Wie schlimm waren manche Päpste? Laut Austins „Topical History of Christianity“, S. 148,

„Dann [nach 904] begann die sogenannte ‚Pornokratie‘, in deren Verlauf Theodora und ihre beiden Töchter, Theodora die Jüngere und Marozia, Rom und die Kirche selbst praktisch beherrschten. Als verführerische Dirnen hatten diese Frauen ihre Körper für Ämter, Titel und Ländereien verkauft, was ihnen weitreichende Macht verschaffte. Marozia unterhielt eine unerlaubte Affäre mit Papst Serius III., aus der ein Sohn hervorging, der später Papst Johannes XI. wurde. Als Marozia sich zur Kaiserin krönen lassen wollte, entführte ihr jüngerer Sohn Alberich seine Mutter und sperrte sie ein, inhaftierte seinen Halbbruder, den Papst, und wurde selbst Kaiser. Er regierte von 932 bis 954 und übte absolute Kontrolle über das Papsttum aus. Nach Alberichs Tod wurde sein Sohn Octavian zum Papst Johannes XII. gewählt und erwies sich als das verabscheuungswürdigste Mitglied dieser verdorbenen Familie.

b. Die Ottonische Herrschaft. Im Jahr 962 krönte der ruchlose Johannes XII. den deutschen König Otto I. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. In der Annahme, einen Verbündeten in der Verderbtheit gefunden zu haben, musste Johannes bald feststellen, dass der neue Kaiser ein Mann von Charakter war, der sich der Wiederherstellung von Anstand und Ehre im Papsttum verschrieben hatte. Als Otto eine Synode einberief, um die Absetzung von Johannes zu erörtern, drohte der Papst allen mit der Exkommunikation, doch sie setzten ihn dennoch ab. Drei Monate später berief Johannes eine weitere Synode ein, die die Beschlüsse von Ottos Synode aufhob. Daher beschloss Otto, das Papsttum mit Gewalt von seinem bösen Herrscher zu befreien.

… Die folgenden zweiundvierzig Jahre [nach 1004] der päpstlichen Geschichte waren geprägt von intensiver Rivalität, opportunistischer Mittelmäßigkeit, geistlicher Ohnmacht, Laster und Korruption. Der Tiefpunkt schien mit der Wahl eines verkommenen zwölfjährigen Jungen, Papst Benedikt IX. (1032-1045), erreicht zu sein, der nach schändlicher Ausschweifung und chaotischer Amtsführung die heilige Tiara (d. h. das Amt des Papstes) an den Meistbietenden verkaufte. Er war bekannt als Gregor VI. (1045-1046)....

F: Warum vertrauen in Mi 3,11-12 manche, die Gott ignorieren, dennoch darauf, dass Gott sie beschützt?

A: Anstatt sich auf den Herrn zu stützen, versuchen manche, Gott nach ihrem eigenen Bild neu zu gestalten.

Die Menschen täuschen sich selbst, wenn sie das Christentum lediglich als eine Art Feuerversicherung betrachten. Oft sehen sie Gott als machtlos an, messen ihrem Gehorsam jedoch keine Bedeutung bei. Ein amerikanisches Lied lautet „God bless America“, doch auf einer Plakatwand wurde die Frage gestellt: „Segnet Amerika Gott?“

F: Warum glauben Sie, dass Mi 4,1-3 fast identisch mit Jes 2,2-4 ist?

A: Dies deutet darauf hin, dass es sich um dasselbe Ereignis handelt. Es wird nicht nur Frieden geben, sondern auch keine Kriegsgefahr; es wird keinen Bedarf an ummauerten Anlagen und Städten geben. Unabhängig davon, wie viel Wohlstand herrscht, wird es genug für alle geben.

F: Wer ist in Mi 4,9-13 die Frau in Not?

A: Dies ist eine Allegorie auf das Volk von Juda und Israel. Sie weint wegen ihres Verlustes. Es gleicht auch einer Frau in den Wehen, denn nach dem Exil haben die Rückkehrer ihre Nation neu geboren.

F: Zeigt dieser Verweis auf Babylon in Mi 4,10, dass - falls es sich hierbei nicht um eine göttlich inspirierte prophetische Vision der Zukunft handelte - das Buch Micha erst später verfasst wurde?

A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

1. Babylon wurde erst fast ein Jahrhundert nach der Zerstörung Samarias zur dominierenden Weltmacht.

2. Auch wenn es sich hierbei um eine göttlich inspirierte Prophezeiung handelt, spielt hier auch die Vergangenheit eine Rolle. Unmittelbar nachdem die Assyrer vor den Toren Jerusalems aufgehalten worden waren, sandte König Merodach-Baladan von Babylon Gesandte nach Juda, um ein Bündnis zu schließen. König Hiskia zeigte ihnen alles, wie in 2. Könige 20,12-15 und 2. Chronik 32,31 beschrieben. Gott benutzte Jesaja, um Hiskia mitzuteilen, dass das Volk nach Babylon ins Exil geführt werden würde (2. Könige 20,16-20).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Besuch der Babylonier in Verbindung mit Jesajas öffentlicher Prophezeiung zu dieser Zeit des judäischen Exils Micha nicht anachronistisch erscheinen lässt.

F: Warum stellt Micha 4,11-13 eine poetische Gerechtigkeit für die Völker dar, die sich gegen Jerusalem versammelt haben?

A: Sie versammelten sich, um zu verschlingen und die Kriegsbeute zu erbeuten. Doch Gott hatte andere Pläne. Am Ende versammeln sie sich, um verschlungen zu werden und selbst zur Kriegsbeute zu werden.

F: Warum erwähnt Micha in Mi 5,2 gerade „Ephrata“?

A: Es gab zwei Betlehems, eines im Norden und eines in Juda; Betlehem-Ephrata war das Betlehem in Juda. Wie Walter Kaiser in „Hard Sayings of the Bible“, S. 335-336, schreibt: „Ephrata ist der ältere Name für Betlehem. Er leitet sich vom Wort ‚fruchtbar sein‘ ab, und dieser Name ist für den Geburtsort dessen, der der Erde das Heil bringen würde, äußerst passend.“ Bethlehem wird in Genesis 35,19 und 48,7 als Ephrath bezeichnet.

Zudem hieß eine der Frauen Kalebs Ephrath. Hur war ihr Sohn, Salma war dessen Sohn, und Salma wird in 1. Chronik 2,19.50-51 als Vater Bethlehems bezeichnet.

F: Was ist in Mi 5,2 an Bethlehem überraschend?

A: Obwohl Bethlehem nur 5 oder 6 Meilen süd-südwestlich von Jerusalem lag, war es in Bezug auf seine Bedeutung weit davon entfernt. Es ist so klein und unbedeutend, dass es in der Aufzählung der Städte in Josua 15 und Nehemia 11 nicht einmal erwähnt wurde. Da David in Bethlehem geboren worden war, wurde es die Stadt Davids genannt. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte man es ganz gleich wie genannt, denn sonst geschah dort nichts.

F: Wie weit reichen in Micha 5,2b die Ursprünge des Herrschers Israels in die Vergangenheit zurück?

A: Der hebräische Ausdruck bedeutet hier wörtlich „Tage unermesslicher Zeit“. Jesus existierte schon seit Urzeiten (Johannes 1,1; 17,5; Hebräer 7,3). Schon vor der allerersten Sekunde der Zeit war Jesus von Gott dem Vater gezeugt worden.

F: Da in Micha 5,2 im masoretischen Text und in der Septuaginta von „Tausenden“ die Rede ist, warum heißt es dann in Matthäus 2,6 „Fürsten/Herrscher“?

A: Unabhängig davon, was in Micha 5,2 steht, wird hier berichtet, was die Priester und Lehrer zu Herodes gesagt haben. Betrachten wir vier Punkte, die erklären könnten, warum sie dies sagten.

1) In Micha 5,2 heißt es: „Du, Bethlehem-Efrata, die du die Kleinste unter den Tausenden Judas bist - aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher in Israel sein soll …“ (Green’s Literal Translation). Der Kernpunkt ist, dass Bethlehem zwar von der Größe her klein war, aber an Bedeutung zunehmen wird.

2) Das hebräische Wort für „Tausende“ (Plural) in Micha 5,2 lautet „alapim“. Das griechische Äquivalent ist „chiliasin“. Das hebräische Wort für Statthalter/Herrscher (Plural) lautet „allupe“. Das griechische Äquivalent lautet „hegemosin“. Während die griechischen Wörter völlig unterschiedlich sind, sind die hebräischen Wörter - abgesehen von den Vokalen - sehr ähnlich. Das Alte Testament wurde ursprünglich ohne Vokale verfasst; diese wurden erst um 700 n. Chr. hinzugefügt. Dies deutet darauf hin, dass sie nicht aus der griechischen Septuaginta lasen, sondern entweder aus dem Hebräischen, Aramäischen oder möglicherweise einer anderen griechischen Übersetzung.

3) Diese Aussage stammt von den Priestern und Gesetzeslehrern. Sie könnten sich geirrt haben, oder sie könnten Herodes eine griechische Übersetzung zitiert haben, die nicht die Septuaginta war. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie während des Gesprächs mündlich vom Hebräischen ins Aramäische oder Griechische übersetzt haben.

4) Tatsächlich haben die Priester und Gesetzeslehrer jedoch keinen Fehler bei der Vermittlung der Bedeutung gemacht: Das kleine Bethlehem ist für den Herrscher, der von dort kommen wird, NICHT von geringster Bedeutung.

F: In Mi 5,3 wird prophezeit, dass Israel verlassen sein wird, bis der Messias kommt. Warum, glauben Sie, hat Gott das getan?

A: Die Heilige Schrift sagt es zwar nicht ausdrücklich, aber es könnte vergleichbar sein mit einem Dramatiker, der das Tempo der Geschichte bestimmt und vor der großen Szene eine Pause einlegt.

F: Glauben Sie, dass es sich bei Mi 5,4-5a um eine Verheißung handelt, auf die wir heute Anspruch erheben können, oder gilt sie erst für uns, wenn wir in den Himmel kommen?

A: Da von „Erde“ die Rede ist, erfüllt sich diese Verheißung auf der Erde. Auch wenn sie sich letztendlich im Tausendjährigen Reich und im neuen Himmel und auf der neuen Erde erfüllen wird, ist es eine Verheißung, auf die wir bereits jetzt in gewissem Maße Anspruch erheben können. Heute versorgt Gott uns mit Seiner Kraft. In Micha 5,5a heißt es, dass dies unser Friede sein wird, und dieser Eine ist Jesus. Heute sollen wir in Gott bleiben und Seinen Namen bis an die Enden der Erde verherrlichen.

F: Warum ist in Micha 5,5 von sieben Hirten und acht Fürsten die Rede?

A: Herrscher im Nahen Osten wurden oft als Hirten bezeichnet. Diese literarische Technik der Zahlenpaarung findet sich auch in Amos 1,3.6.9.11.13; 2,1.4.6 und in den Sprüchen 30,15.18.21.29. Das bedeutet, dass die genaue Zahl nicht wichtig ist, sondern die Größenordnung der Zahl. Im Gegensatz zum Mangel an gottesfürchtigen Führern - oder gar an Führern überhaupt - zu Michas Zeiten wird es also genügend Führer geben, um das Volk zu leiten.

F: In Mi 5,7: Inwiefern gleicht Gottes Volk dem Tau vom HERRN?

A: Tau fällt nicht besonders auf, aber er bewässert alles. In Palästina war Tau während der Trockenzeit die wichtigste Quelle für die Feuchtigkeitsversorgung der Feldfrüchte. Tau konzentriert sich nicht selektiv auf wenige Orte; er verteilt sich überall. Da wir Zeugen für die Welt sind, fallen wir vielleicht nicht besonders auf, doch Christen sollten überall präsent sein. Wir sind wie ein Brief Christi (2. Korinther 3,3) - und für manche Menschen der einzige Brief Christi, den sie zu Gesicht bekommen.

F: Warum betreiben die Menschen in Mi 5,12 Zauberei und Beschwörungen, und in welchem Zusammenhang steht Mi 5,12 mit Mi 5,11 und 5,13?

A: Manche tun dies, weil sie glauben, dass es wirken könnte; andere sind sich vielleicht nicht sicher, tun es aber für alle Fälle und weil sie meinen, es könne nicht schaden. Manche wollen die Natur, geistige Kräfte usw. manipulieren, um sie nach ihrem Willen zu lenken. Ein weiterer Grund ist das Gefühl, Kontrolle über übernatürliche Kräfte zu haben. Manche Menschen bitten andere um Hilfe, um bestimmte Dinge zu erlangen, wie zum Beispiel einen Liebespartner, oder um andere zu verfluchen. Manchmal wollen Menschen, die Götzen opfern oder sich mit Okkultismus beschäftigen, gar nichts anderes, als von Dämonen in Ruhe gelassen zu werden. Sie haben Angst vor bösartigen Mächten.

Noch schlimmer sind jedoch jene Menschen, die dies nur tun, um Geld zu verdienen, und andere dazu ermutigen, es ihnen gleichzutun.

F: Warum, glauben Sie, ist Gott in Mi 5,12 so sehr gegen Zauberei und Wahrsager?

A: Im Grunde bedeutet dies, dass man zugibt, an das Übernatürliche zu glauben, dass man Hilfe benötigt und sich an jemand anderen statt an Gott wendet. Stellen Sie sich die Wochen vor dem Abschlussball vor, und ein Junge bittet ein Mädchen, mit ihm hinzugehen. Was glauben Sie, wie er sich fühlen würde, wenn sie sagen würde: „Ich möchte wirklich gerne zum Abschlussball gehen, und ich habe niemanden, mit dem ich hingehen könnte, und ich würde lieber mit so ziemlich jedem anderen als mit Ihnen hingehen.“ Das könnte ein wenig so sein, wie das, was Menschen Gott sagen, wenn sie Seine Hilfe und Seinen Schutz ablehnen und sich stattdessen den bösen Dämonen zuwenden wollen.

F: Warum sprach Micha in Mi 6,1-2 zu den Hügeln und Bergen?

A: Dies ist eine poetische Anwendung eines literarischen Mittels, das als Personifizierung bezeichnet wird. Gott rief die Hügel und Berge als Zeugen seiner Treue gegenüber den Israeliten und deren Untreue ihm gegenüber an. Nebenbei sei angemerkt, dass Jesaja, der zur gleichen Zeit lebte, ähnliche literarische Mittel verwendete.

F: In Mi 6,3 heißt es, dass manche der Religion überdrüssig sind und dass manche Gottes überdrüssig sind. Worin besteht der Unterschied?

A: Manche glauben, sie seien von Gott müde, erkennen jedoch nicht, dass sie der Religion überdrüssig sind. Sie sind es leid, immer wieder dieselben Dinge zu tun, die für sie sinnlos sind, und sehen keine Ergebnisse. Doch Gott sagt, dass wir nichts erhalten werden, selbst wenn wir Ihn um etwas bitten, aber dabei Zweifel statt Glauben haben (Jakobus 1,6-7). Manche sind tatsächlich von Gott müde, weil sie den Gehorsam gegenüber Gott als Hindernis betrachten, das sie davon abhält, die Freuden zu genießen, die sie sich wirklich wünschen. Sie erkennen nicht, dass Gottes Gebote nicht nur zu Seiner Ehre dienen, sondern auch zu unserem Schutz und zu unserem Wohl.

F: Was ist laut Mi 6,4-5 das Heilmittel, wenn wir es leid sind, Gott zu dienen?

A: Nähern Sie sich Gott in der Zeit des Gebets.

Erinnern Sie sich daran, was Gott in der Vergangenheit für andere getan hat; lesen Sie Sein Wort.

Erinnern Sie sich daran, was Gott für Sie getan hat.

Planen Sie, wie Sie von nun an wieder besser Gott dienen können.

F: Was sagt Micha 6,6-8 über Opfer im Alten Testament aus?

A: Hier gibt es keinen Befehl, die Opfer einzustellen. Fünf Punkte, die bei der Antwort zu berücksichtigen sind.

1. Der Sprecher in dieser poetischen Passage ist Micha und nicht Gott.

2. Auch Micha sagt zu keinem Zeitpunkt, dass er seine Opfer einstellen werde. Er wird sich weiterhin vor Gott verneigen und Brandopfer darbringen.

3. Micha fragt selbst, ob es dem Herrn gefallen würde, wenn er übermäßige Opfer darbrächte, um die Gott nicht gebeten hat, wie beispielsweise 1.000 Widder, 10.000 Ströme Öl oder das Menschenopfer seines Erstgeborenen. Die implizite Antwort lautet natürlich: Nein.

4. Manchen mag entgehen, dass Micha hier von Prioritäten spricht. Die extravagantesten freiwilligen Opfergaben, die man sich vorstellen kann, sind vor Gott nicht so wertvoll wie Gerechtigkeit zu üben, Barmherzigkeit zu lieben und demütig mit Ihm zu wandeln.

5. Der unmittelbare historische Kontext ist hier wahrscheinlich das gewaltige Opfer, das Hiskia in 2. Chronik 30,24 darbrachte, das 1.000 Stiere und 7.000 Schafe umfasste (2. Chronik 30,24). Micha dämpfte diese Situation ein wenig ab. So beeindruckend dieses Opfer auch erscheinen mochte, Gott wäre mehr davon beeindruckt, wenn das Volk gehorsam mit Ihm wandelte, als von dieser äußerlichen Zurschaustellung.

F: Warum ist in Mi 6,6-8 das „Wandeln“ wichtiger als Opfer?

A: Opfer ohne Gehorsam sind nutzlos und für Gott lästig, wie es in Jesaja 1,14 heißt. Wenn Sie Gott gehorsam gefallen, werden Sie die Opfer darbringen wollen, die Gott wünscht. Gott liegt sowohl Ihr Herz als auch Ihre Taten am Herzen. Jesus zeigte in Matthäus 5,23-24, dass Sie, wenn Ihr Bruder etwas gegen Sie hat, Ihr Opfer aufschieben sollen, bis Sie die Angelegenheit zuerst mit Ihrem Bruder geklärt haben.

F: Wie sollte das Volk in Micha 6,6-8 hier das Heil erlangen?

A: Zwar erlangen die Menschen das Heil dadurch, dass Gott es ihnen schenkt, doch in Micha 6,6-8 ist nicht vom Heil die Rede. Vielmehr fragt Micha jemanden, der bereits gläubig ist:

1) Was er Gott darbringen soll

2) Woran Gott Gefallen findet

3) Und was Gott als gut erwiesen hat und was der Herr verlangt.

Es ist interessant, dass die ersten beiden Fragen durch die folgenden Fragen beantwortet werden.

1) Um zu erfahren, was Sie Gott darbringen sollen, sollten Sie fragen, was Gott gefallen würde.

2) Anstatt sich auszudenken, woran Gott Gefallen haben könnte, fragen Sie, was Gott als gut erwiesen hat und was Gott verlangt.

3) Gott hat gezeigt, dass wir Gerechtigkeit üben, Barmherzigkeit lieben und demütig mit Gott wandeln sollen.

F: Was ist in Mi 6,8 das Besondere am Objekt des Satzes?

A: Das hebräische Wort „adam“ bedeutet hier „Mensch“. Somit richtet sich dies definitiv nicht nur an Israel, sondern an alle Menschen.

F: Warum haben manche Menschen in Mi 6,6-8 falsche Vorstellungen davon, wie man Gott gefallen kann?

A: Wenn Ihnen etwas auf den ersten Blick einleuchtet, neigen Sie eher dazu, es zu glauben - selbst wenn es nicht richtig ist.

Von anderen falsch unterrichtet: Entweder haben sie nur Falsches gehört, oder sie haben sowohl Richtiges als auch Falsches gehört und sich dafür entschieden, dem Falschen Glauben zu schenken.

Einfacher zu definieren: Zu sagen, dass Gott lediglich möchte, dass man Gesetze befolgt, ergibt gewissermaßen Sinn. Schließlich hat Gott viele Gesetze gegeben. Außerdem ist Gott ein Richter, und diese Gesetze sind SMART: spezifisch, messbar, umsetzbar, realistisch (oder relevant) und zeitgebunden. Das ist klarer und eindeutiger als eine Beziehung zu Gott.

Fast unmöglich zu scheitern: Zu sagen, man müsse lediglich liebevolle Gefühle gegenüber Gott hegen, klingt attraktiver. Es gibt keinen Kampf, keine Verantwortung - das klingt schön. Wenn jemand religiöse Menschen betrachtet, denen es nur darum geht, Regeln zu befolgen, kann er manchmal ins andere Extrem verfallen und denken, Gottes Gebote seien nichts weiter als Vorschläge.

Ein besseres Gefühl durch das Erreichen von Zielen: In Matthäus 7,21-23 werden viele versuchen, Christus zu erzählen, was sie erreicht haben, doch Christus wird sagen, dass er diese Übeltäter nie zu sich gerufen habe. Manche konzentrieren sich ausschließlich auf die Evangelisation oder auf Evangelisation und Jüngerschaft, und wenn sie nur hart genug arbeiten, spielt es keine Rolle, dass sie Gott nicht gehorchen. Robin Hood soll die Vorgehensweise gehabt haben, den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben. Mit anderen Worten: Wenn Sie den Armen etwas Geld geben, entschuldigt das, dass Sie die Reichen berauben. Im Mittelalter und später wurde die Buße zu einem Mittel, bei dem die Zahlung eines Betrags an die Kirche oder der Verzicht auf etwas Ihre Sünde entschuldigt.

Es gab eine Kindertagesstätte, die ein Problem damit hatte, dass Eltern ihre Kinder zu spät abholten. Die Mitarbeiter konnten nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause gehen. Also begannen sie, den Eltern bei verspäteter Abholung eine Gebühr in Rechnung zu stellen. Das Problem verschlimmerte sich jedoch, anstatt sich zu bessern, da die Eltern kein schlechtes Gewissen mehr hatten, ihre Kinder zu spät abzuholen - schließlich würde die Zahlung des Geldes alles wieder in Ordnung bringen.

Schließlich liegt ein Grund darin, dass es ihnen letztlich nicht darum geht, Gott zu gefallen, sondern dass sie ein anderes Hauptziel verfolgen.

F: Wie betrügen Menschen in Mi 6,10-12 andere, indem sie ihnen zu wenig geben?

A: Damals wogen Händler Getreide, Metalle oder andere Waren mit Gewichten ab, wobei sie einen Gewichtsstab mit bekanntem Gewicht verwendeten. Wenn sie jedoch absichtlich einige Gewichtsstäbe leichter oder schwerer machten, betrogen sie andere. Das wäre in etwa so, als würde eine Zapfsäule jedes Mal, wenn sie anzeigt, dass Sie eine Gallone getankt haben, tatsächlich nur 0,95 Gallonen abgeben. Es wäre vergleichbar mit dem Verkauf eines Hauses oder eines Autos, bei dem Sie wussten, dass ein Problem vorlag, dies dem Käufer jedoch nicht offenlegten.

F: Was ist in Mi 6,11 ein „betrügerisches Gewicht“?

A: Dabei handelt es sich um ein Gewicht, das ein Händler in betrügerischer Absicht entweder als ein bestimmtes Gewicht oder als einem anderen Gewicht gleichwertig ausgibt, wie Deuteronomium 25,13 zeigt. Ein betrügerischer Händler verwendet beispielsweise beim Abwiegen von Waren zum Verkauf ein Gewicht mit der Aufschrift „1 Kilogramm“, das in Wirklichkeit 0,95 Kilogramm wiegt. Wenn er etwas zum Kauf abwiegt, verwendet er ein Gewicht mit der Aufschrift „1 Kilogramm“, das in Wirklichkeit 1,05 Kilogramm wiegt.

F: Wie wird Gott in Micha 6,13-15 ihren Wohlstand und ihr Glück schmälern?

A: Sie werden „essen, aber nicht satt werden“. Seltsamerweise wird Gott ihnen dennoch Nahrung und Reichtum geben. Allerdings werden sie ihre Nahrung und ihren Reichtum nicht gut bewahren oder nutzen können. Wenn sie glauben, der Schlüssel zum höchsten Glück liege in viel Nahrung und Reichtum, wird Gott ihnen dies vor Augen führen, indem er ihnen diese Dinge zwar gewährt, sie aber dennoch nicht zufriedenstellt.

Es gibt eine Ähnlichkeit zwischen jemandem, der Güter hortet, und jemandem, der noch einen Schritt weiter geht und unehrlich handelt, um Reichtum anzuhäufen. Sie verwenden keine unehrlichen Gewichte, rauben nicht und verschaffen sich keine unrechtmäßig erworbenen Schätze, weil sie hungern. Wahrscheinlich sind sie bereits wohlhabend, wollen aber noch mehr anhäufen.

F: Warum zeigt Gott in Mi 7 zunächst keine Barmherzigkeit und dann doch Barmherzigkeit?

A: Drei Punkte, die man hinsichtlich der Barmherzigkeit Gottes bedenken sollte.

1. Gnade ist unverdient. Genauer gesagt bedeutet Gnade, dass man die schlimmen Dinge, die man verdient hätte, nicht erleidet.

2. Gott ist niemandem gegenüber verpflichtet, Barmherzigkeit zu erweisen. Dennoch ist Gott sehr barmherzig, und es ist ihm eine Freude, Barmherzigkeit zu erweisen.

3. Gott ist nicht verpflichtet, jedem das gleiche Maß an Barmherzigkeit zu gewähren. Wie Römer 9 zeigt, war Gott sowohl gegenüber Esau als auch gegenüber Jakob gerecht, doch erwies Gott Jakob eine besondere Barmherzigkeit, die Er Esau nicht zuteilwerden ließ.

F: Was ist in Mi 7,1 das Schlimme daran, Sommerobst zu essen?

A: Es ist noch nicht Erntezeit. Die Früchte können klein, bitter und noch grün sein. Dennoch bedeutet schon ein kleiner Verzehr jetzt, dass zur Erntezeit deutlich weniger übrig bleibt. Dennoch könnten Menschen dies tun und damit ihre Zukunft aufs Spiel setzen, wenn sie gerade jetzt verzweifelt nach Nahrung suchen.

F: Wie essen die Menschen heute, wie in Mi 7,1 beschrieben, die Sommerfrüchte?

A: Die Menschen verpfänden ihre Zukunft auf vielfältige Weise.

Im Extremfall schaden sie ihrem Körper durch Drogen-, Alkohol- und Tabaksucht.

Auf subtilere Weise können sie ihre zukünftige Gesundheit durch chronischen Schlafmangel, Bewegungsmangel und schlechte Ernährung bereits jetzt gefährden. Gelegentlich gefährden Menschen ihre zukünftige Gesundheit auch durch übermäßigen Sport oder gefährlich aufregende Aktivitäten.

Finanziell gesehen kann man eine „umgekehrte Hypothek“ abschließen, bei der die Bank einem über einen bestimmten Zeitraum hinweg jeden Monat Geld zahlt und am Ende dieser Zeit das gesamte Haus in den Besitz der Bank übergeht. Manchmal erhält man jedoch nur 50 % dessen zurück, was man eingezahlt hat, was dies zu einer schrecklichen Investition machen würde - es sei denn, die Person ist verzweifelt.

In Bezug auf Beziehungen kann man eine langjährige Freundschaft verraten oder zerstören, um heute einen unmittelbaren Vorteil zu erlangen.

Auf spiritueller Ebene können sie sich mit Okkultismus oder anderen Dingen beschäftigen, die dazu führen können, dass Dämonen für den Rest ihres Lebens „Einfluss“ auf sie ausüben.

Was den Charakter betrifft, können sie sich auf Pornografie, einen ausschweifenden Lebensstil oder andere Dinge einlassen, die ebenfalls dazu führen können, dass Dämonen für den Rest ihres Lebens „Einfluss“ auf sie ausüben. Deshalb ist es so wichtig, Ihre Kinder gut im Herrn zu erziehen.

F: Was bedeutet es in Mi 7,3, „mit beiden Händen Böses zu tun“?

A: Es reichte ihnen nicht, nur etwas Böses zu tun, um materiellen Gewinn zu erzielen. Sie wollten durch noch größeres Unrecht noch größeren Gewinn erzielen.

F: In Mi 7,3 lautet der letzte Satz wörtlich: „alles miteinander verweben“. Wie verweben manche Unterdrücker in Machtpositionen heute ihr Netz?

A: Die Unterdrückten werden von mehreren Seiten getroffen: durch ungerechte Gesetze, durch die für sie unerschwinglichen Kosten eines Gerichtsverfahrens und durch Menschen, die Ungerechtigkeit mit Hilfe von Gesetzen durchsetzen. Menschen verletzen sie gewaltsam, berauben sie oder unterdrücken sie unrechtmäßig, und sie haben keine Möglichkeit, sich zu wehren.

F: In Mi 7,4: Inwiefern sind manche Menschen wie Dornen oder Disteln?

A: Manche sind wie schöne Rosen, doch wenn man ihnen zu nahe kommt, wird man von den Dornen gestochen. Andere sehen hässlich aus und haben ebenfalls Dornen. Tiere verletzen sich am Maul, wenn sie daran weiden.

F: Auf wen bezieht sich die Frau in Mi 7,5?

A: Bei dieser Frau handelt es sich um die Ehefrau des Zuhörers. Die Wortwahl ist hier ungewöhnlich und deutet auf eine Distanz oder Trennung hin. Sie impliziert nicht nur einen Mangel an Kommunikation, sondern besagt auch, dass es berechtigte Gründe gibt, Informationen vor ihr zurückzuhalten und ihr nicht zu vertrauen. Dies ist ein trauriges Bild einer Ehe, wenn diese Situation tatsächlich zutrifft. Ehen würden in diesen Zeiten des Ungehorsams so aussehen.

F: Warum kommt es in Micha 7,5-6 häufig zu Streit innerhalb einer Familie?

A: Familienmitglieder erwarten oft unerschütterliche, bedingungslose Loyalität. Es kann für Familienmitglieder ein Schock sein, wenn jemand ein Erbe oder Geld höher schätzt als die Menschen, mit denen er aufgewachsen ist. Auch Suchtprobleme können eine Quelle von Streit sein.

F: Wie warten einige Gläubige in Micha 7,7-8 in der Finsternis auf Gott, auf das Licht ihrer Erlösung und Rechtfertigung?

A: Möglicherweise werden sie von anderen unter Druck gesetzt. Oder sie haben gesundheitliche oder finanzielle Schwierigkeiten. Oder sie sind entmutigt und fragen sich, ob ihre Arbeit und ihr Dienst überhaupt von Bedeutung sind, wenn ein falscher Prophet Lügen verbreitet.

F: Warum ist in Mi 7,14 der Hirtenstab wichtig, und inwiefern besitzt Gott im übertragenen Sinne einen Stab?

A: Ein Hirtenstab hat eine Krümmung, damit der Hirte ein Schaf aus einer Engstelle befreien kann. Er kann auch als Keule gegen Raubtiere eingesetzt werden.

F: Was ist in Mi 7,16 ein Schamgefühl, und warum haben Menschen es manchmal, während es ihnen zu anderen Zeiten fehlt?

A: Menschen haben gezeigt, dass ihnen das, was sie tun, getan haben oder sogar wer sie sind, peinlich ist. In der chinesischen Kultur bedeutet Scham „rot werden“. Manche Menschen haben jedoch ein derart abgestumpftes Gewissen, dass sie keinerlei Schamgefühl mehr empfinden.

F: Welche der frühesten Handschriften aus dem Buch Micha sind heute noch erhalten?

A: Die Schriftrollen vom Toten Meer (300-200 v. Chr.): Unter den Schriftrollen vom Toten Meer befinden sich zwei Abschriften des Buches Micha, die als 4Q81 (= 4QXIIf) und 4Q82 (4QXIIg) bezeichnet werden. Außerdem gibt es einen Kommentar zum Buch Micha mit der Bezeichnung 1Q14 (= 1QpMic).

4Q81 enthält Micha 5,1-2

4Q82 enthält Micha 1,7.12-15; 2,3-4; 3,12; 4,1-2; 5,6-7; 7,2-3.20

Nahal Hever ist eine Höhle in der Nähe von En-Gedi, in der ein Fragment der zwölf kleinen Propheten in griechischer Sprache (8 Hev XIIgr) gefunden wurde. Es wird angenommen, dass es zwischen 50 v. Chr. und 50 n. Chr. verfasst wurde. Es wurde während des Bar-Kochba-Aufstands gegen Rom versteckt. Es handelt sich um eine in Judäa angefertigte Überarbeitung der Septuaginta, die nahezu identisch mit dem masoretischen Text ist. Sie enthält Micha 1,1-8; 2,7-8; 3,5-6; 4,3-10; 5,1-6 [LXX 2-7]

Die Wadi-Murabb’at-Rolle (MurXII) stammt aus der Zeit um 132 n. Chr. Sie enthält Micha 1,1-16; 2,1-13; 3,1-12; 4,1-14; 6,1-7,11-16; 7,1-20.

Insgesamt sind in den Schriftrollen vom Toten Meer, aus Nahal Hever und aus dem Wadi Murabb’at folgende Verse aus Micha erhalten: 1:2-5,6,7,8,9,12-15; 2:2-3,6,10-11; 3:12; 4:1-2,13; 5:1-2, 6-7,14-16; 7:2-3,11,20.

Christliche Bibelhandschriften aus der Zeit um 350 n. Chr. enthalten das Alte Testament, einschließlich Micha. Das Buch Micha ist sowohl im Vaticanus (325-250 n. Chr.) als auch im Alexandrinus (um 450 n. Chr.) vollständig enthalten, wobei die Bücher der zwölf kleinen Propheten vor Jesaja angeordnet waren.

Hosea, Amos und Micha waren im Sinaiticus (340-350 n. Chr.) nie enthalten.

Das Neue Testament zitiert zweimal aus Micha: Matthäus 2,6; 10,35-36.

F: Welche frühen Autoren bezogen sich auf Micha?

A: Zu den vor-nikänischen Autoren, die auf Verse aus Micha verwiesen oder darauf anspielten, gehören:

Justin der Märtyrer (ca. 138-165 n. Chr.) erwähnt Micha als einen der zwölf [kleinen Propheten]. „Dialog mit Trypho, dem Juden“, Kap. 108, S. 253

Melito/Meleto von Sardes (170-177/180 n. Chr.)

Melito von Sardes (170-177/180 n. Chr.) (impliziert) erwähnt das „Alte Testament“ und listet die Bücher auf. Er nennt die zwölf kleinen Propheten nicht einzeln, sondern bezeichnet sie als „die Zwölf“. Fragment 4 aus dem „Buch der Auszüge“, Band 8, S. 759

Irenäus von Lyon (182-188 n. Chr.) zitierte aus Micha

Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 20.4, S. 451, zitierte fälschlicherweise Micha 7,9 als ein Zitat von Amos.

Der Muratorische Kanon (190-217 n. Chr.), S. 603 (Auszug), erwähnt „die Schriften des Alten Testaments“

Clemens von Alexandria (193-202 n. Chr.): „Das sind jene, von denen der Prophet Micha sagt: ‚Hört das Wort des Herrn, ihr Völker, die ihr in Qualen lebt.‘“ *Stromata*, Buch 4, Kap. 26, S. 440

Tertullian (198-220 n. Chr.): „Da also die Söhne Israels behaupten, wir würden uns irren, wenn wir den Christus annehmen, der bereits gekommen ist, wollen wir ihnen anhand der Schriften selbst widersprechen und darlegen, dass der Christus, von dem die Prophezeiung handelte, gekommen ist; obwohl wir anhand der Zeiten der Prophezeiung Daniels bereits bewiesen haben, dass der Christus, von dem die Ankündigung handelte, bereits gekommen ist. Nun musste Er in Bethlehem in Juda geboren werden. Denn so steht es beim Propheten geschrieben: ‚Und du, Bethlehem, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der mein Volk Israel weiden wird.‘“ [Micha 5,2] Eine Antwort an die Juden, Kap. 12, S. 169

Tertullian (207/208 n. Chr.): „Was die Vergebung der Sünden betrifft, so sagt auch Micha“, und zitiert Micha 7,18-19. Fünf Bücher gegen Marcion, Buch 4, Kap. 10, S. 358

Hippolyt (222-235/236 n. Chr.): „Durch das das unerschütterliche Wort Gottes Leiden erfuhr, wie mir auch die Propheten bezeugen. Denn so spricht der selige Micha:“ und zitiert Micha 2,7-8. Gegen die Häresie des Noetus, Kap. 13-14, S. 228

Hippolyt (222-235/236 n. Chr.): „Denn so spricht der selige Micha: ‚Das Haus Jakob hat den Geist des Herrn zum Zorn gereizt. Das sind ihre Bestrebungen. Sind Seine Worte ihnen nicht wohlgefällig, und wandeln sie recht? Und sie haben sich in Feindschaft gegen Sein Antlitz des Friedens erhoben und Ihm Seine Herrlichkeit entrissen. ‘“ Gegen die Häresie des Noetus, Kap. 15, S. 229

Origenes (240 n. Chr.) zitiert Micha 2,9 mit den Worten: „Das ist es, was die göttliche Schrift zum Ausdruck bringt.“ Predigten über Jeremia, Predigt 28, Kap. 5, S. 264 (übersetzt von Hieronymus)

Origenes (240 n. Chr.) zitiert Micha 2,9 mit den Worten: „Das ist es, was die göttliche Schrift zum Ausdruck bringt.“ Predigten über Jeremia, Predigt 28, Kap. 5, S. 264 (übersetzt von Hieronymus)

Origenes (240-254 n. Chr.) (Griechisch): „Nachdem ich mich nun kurz zum Thema der göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift geäußert habe, ist es notwendig, zur (Betrachtung der) Art und Weise überzugehen, in der sie gelesen und verstanden werden sollen, …“ Anschließend verweist er auf Sacharja 9,10; Jesaja 7,15; Jesaja 11,6-7; Jeremia 15,14; 2. Mose 20,5. Er zitiert 1. Samuel 15,11; Jesaja 45,7; Amos 3,6; Micha 1,12 sowie Teile von 1. Samuel 16,14 und 18,10. Dann sagt Origenes: „und unzählige andere Stellen wie diese - sie haben es nicht gewagt, diese als die Schriften Gottes anzuzweifeln;“ Origenes, „Gegen Celsus“, Buch 6, Kap. 47, S. 595

Origenes (225-254 n. Chr.): „Der Prophet Micha wird dies beweisen, wenn er sagt“, und zitiert Micha 6,8. „De Principiis“ [Griechisch], Buch 3, Kap. 1.6, S. 305

In der „Abhandlung gegen Novatian“ (ca. 248-258 n. Chr.), Kapitel 12, S. 661, zitiert er Micha 7,8-10 als vom Heiligen Geist inspiriert.

Cyprian von Karthago (ca. 246-258 n. Chr.) zitiert in der Abhandlung 12, im dritten Kapitel, 20, S. 541, aus Micha 6,6-9; 7,14-18 als von „Micha“ stammend.

Victorinus von Petau (als Märtyrer gestorben 304 n. Chr.) bezeichnet Micha als Heilige Schrift.

Methodius von Olympus und Patara (270-311/312 n. Chr.) zitiert Micha 4,4 als von Micha stammend. „Das Festmahl der zehn Jungfrauen“, Abhandlung 10, S. 350

Athanasius (um 318 n. Chr.) zitiert die Hälfte des Buches Micha

Laktanz (ca. 303-ca. 325 n. Chr.): „Denn Micha verkündete, dass Er ein neues Gesetz geben würde, und zwar mit folgenden Worten: ‚Das Gesetz wird von Zion ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem. Und Er wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen.‘“ Die Göttlichen Institutionen, Buch 4, Kap. 17, S. 118

Nach dem Konzil von Nicäa (325 n. Chr.):

Athanasius von Alexandria (367 n. Chr.) (impliziert, da er die zwölf Propheten erwähnt) „Es gibt also im Alten Testament insgesamt zweiundzwanzig Bücher; … dann die Propheten, wobei die zwölf als ein Buch gezählt werden …“ Athanasius, Osterbrief 39, Kap. 4, S. 552.

„Synopsis Scripturae Sacrae“ (350-370 n. Chr.)

Ephraim Syrus (350-378 n. Chr.)

Basilius von Kappadokien (357-378/379 n. Chr.) zitiert die Hälfte von Micha 2,7. Über den Heiligen Geist, Kap. 50, S. 31

Cyrill von Jerusalem (ca. 349-386 n. Chr.) erwähnt die Bücher der Propheten, sowohl die der Zwölf als auch die der anderen. Micha 3,8 wie in Micha, Joel 2,28 wie in Joel, Haggai 2,4 wie in Haggai, Sacharja 1,6 wie in Sacharja. Katechesevorträge, Vortrag 16.29, S. 122

Ambrosius von Mailand (370-390 n. Chr.)

Gregor von Nyssa (330-391 n. Chr.)

Didymus der Blinde (398 n. Chr.) zitiert Micha 7,1-3 als vom Propheten Micha stammend. Kommentar zu Sacharja 12, S. 294

Epiphanius von Salamis (360-403 n. Chr.)

Rufinus (373-406 n. Chr.)

Johannes Chrysostomos (-407 n. Chr.) bezieht sich auf Micha 6,1 als von Micha stammend; Kommentar zum Römerbrief, Predigt 5, S. 366

Hieronymus (373-420 n. Chr.) erörtert die Bücher des Alten Testaments. Er erörtert insbesondere Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium, den Pentateuch, Hiob, Jesus, Sohn des Nave [Josua], Richter, Ruth, Samuel, Könige (2 Bücher), die zwölf Propheten, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja, Maleachi, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Ester, Esra, Nehemia, Brief 53, Kap. 7-8, S. 99-101.

Konzil von Karthago (393-419 n. Chr.) (impliziert)

Augustinus von Hippo (338-430 n. Chr.) erwähnt Micha in „De civitate Dei“, Buch 17, Kap. 30, S. 376

Unter den häretischen und unechten Schriften

Tatian (gest. 172 n. Chr.) zitiert aus Micha.

Theodor von Mopsuestia (392-423/429 n. Chr.) verfasste einen vollständigen Kommentar zu Micha, der uns bis heute erhalten geblieben ist.

Nach dem Konzil von Nicäa gab es auch noch weitere Autoren.

F: Welche Übersetzungsunterschiede gibt es in Micha zwischen dem hebräischen Original und der griechischen Septuaginta?

A: Hier sind einige der Übersetzungsunterschiede aus Micha 1,1-10; die erste Angabe stammt aus dem Hebräischen, die zweite aus der griechischen Septuaginta-Übersetzung, sofern nicht anders vermerkt.

Mi 1,1 „aus Moreschet“ (masoretisch) vs. „Sohn von Moreschet“ (Septuaginta)

Mi 1,2 „Lasst die Völker hier“ (masoretische Fassung) vs. „Hört [diese] Worte, ihr Völker“ (Septuaginta)

Mi 1,2 „als Zeugen gegen euch“ (masoretische Fassung) vs. „unter euch als Zeugnis“ (Septuaginta)

Mi 1,4 „Die Berge werden schmelzen“ (masoretische Fassung) vs. „Die Berge werden erschüttert werden“ (Septuaginta)

Mi 1,4 „Die Täler werden sich spalten“ (masoretische Fassung) vs. „Die Täler werden schmelzen“ (Septuaginta)

Mi 1,6 „Trümmer des Feldes“ (masoretische Fassung) vs. „Speicherhaus der Früchte des Feldes“ (Septuaginta)

Mi 1,7 „Die geschnitzten Bilder werden zerschlagen“ (masoretische Fassung) vs. „Sie werden alle geschnitzten Bilder in Stücke hauen“ (Septuaginta)

Mi 1,7 „Alle ihre Gaben [oder ihre Hurerei] werden mit Feuer verbrannt werden.“ (Masoretische Fassung) vs. „Alles, was sie sich erkauft hat, werden sie mit Feuer verbrennen“ (Septuaginta)

Mi 1,7: „Sie werden zum Lohn einer Hure zurückkehren.“ (Masoretische Fassung) vs. „Sie hat [Reichtum] aus den Entgelten der Unzucht angehäuft“ (Septuaginta)

Mi 1,8: „Ich werde klagen und heulen; ich werde entblößt und nackt umhergehen; ich werde ein Heulen wie das der Schakale ausstoßen“ (masoretische Fassung) im Gegensatz zu: „Sie wird klagen und heulen, sie wird barfuß gehen, und nackt wird sie eine Klage wie die der Schlangen ausstoßen“ (Septuaginta)

Mi 1,8 „Töchter der Strauße“ (masoretische Fassung) vs. „Töchter der Sirenen“ (Septuaginta)

Mi 1,9 „Ihre Wunden sind unheilbar“ (masoretische Fassung) vs. „Ihre Plage ist schwer geworden“ (Septuaginta, Syrisch, Vulgata)

Mi 1,10 „Verkündet es nicht in Gath; weint nicht bitterlich im Haus Leaphrah, wälzt euch nicht im Staub. (masoretisch) vs. „Ihr (Plural), die ihr in Gath seid, erhebt euch nicht, und ihr Enakim, baut nicht aus [den Trümmern] des Hauses zum Spott wieder auf: Streut Staub [anstelle] eures Gelächters.“ (Septuaginta)

Mi 2,6 „Sie werden keine Beleidigung mit einer Beleidigung vergelten“ (masoretisch) (masoretisch) vs. „Er wird die Schmähungen nicht beseitigen“ (Septuaginta) (masoretisch) vs. „Er wird keine Schande auf sich nehmen“ (Vulgata)

Mi 3,2 „Zerschlagt sie wie einen Kessel“ (masoretisch) vs. „Zerschlagt sie wie Fleisch in einem Kessel“ (Septuaginta)

Mi 4,10 „und ich werde“ (masoretisch) vs. „und [ihr] werdet“ (Septuaginta, Syrisch, Targum)

Mi 5,5 „Die Assyrer … treten in unsere Paläste“ (masoretische Fassung) im Vergleich zu „Die Assyrer … treten auf unseren Boden“ (Septuaginta)

Mi 5,13 „Ich habe krank gemacht“ (masoretisch) (masoretisch) vs. „Ich habe begonnen“ (Septuaginta, Theodotion, Syrisch, Vulgata). (Technisch gesehen handelt es sich hierbei nicht um eine Handschriftenvariante, da die Konsonanten identisch sind und Vokale ursprünglich nicht geschrieben wurden)

Mi 6,13 „habe krank gemacht“ (masoretisch) (masoretisch) vs. „habe begonnen“ (Septuaginta, Syrisch, Vulgata)

Mi 6,14 „Hunger wird unter euch herrschen“ (masoretisch) (masoretisch) vs. „Ihr werdet ergreifen“ (Targum, Vulgata) vs. „Es wird Finsternis über euch kommen“ (Septuaginta)

Mi 16,16a „Die Satzungen/Gesetze Omris werden befolgt“ (masoretisch) vs. „Ihr habt die Satzungen/Gesetze Omris befolgt“ (Septuaginta, Syrisch, Vulgata, Targum)

Mi 6,16b „Schande/Spott meines Volkes“ (masoretisch, Targum, Vulgata) vs. „Schande/Spott der Völker“ (Septuaginta)

Mi 7,19 „alle ihre Sünden wegwerfen“ (masoretische Fassung) vs. „alle unsere Sünden wegwerfen“ (Septuaginta, Syrisch, Vulgata, Targum)

Literaturverzeichnis zu dieser Frage: Die hebräische Übersetzung stammt aus Jay P. Greens „Literal Translation“, und die Wiedergabe der Septuaginta stammt aus Sir Lancelot C.L. Brentons Übersetzung von „The Septuagint: Greek and English“. Außerdem wurden der „Expositor’s Bible Commentary“ sowie die Fußnoten in den Bibelausgaben NASB, NIV, NKJV und NRSV herangezogen.