F: Woher wissen wir, dass die Genesis in der Bibel stehen sollte?
A: Unter anderem deshalb, weil Jesus und so viele andere in der Bibel das Alte Testament als authentisch bestätigten und sich auf die Genesis als Heilige Schrift bezogen. Siehe Matthäus 19,4 und Markus 10,4–9 für zwei Beispiele, in denen Jesus aus dem Buch Genesis als Heilige Schrift zitiert.
F: Wer hat in der Genesis als Erster Fragen zur Genesis beantwortet?
A: Soweit mir bekannt ist, war Philo, ein hellenistischer Jude aus Alexandria, der von etwa 20 v. Chr. bis 50 n. Chr. lebte, der Erste, der Antworten auf Fragen zur Genesis verfasste. Heute liegt uns eine armenische Übersetzung seines Werks vor. Er verfasste ein dreiteiliges Werk mit dem Titel „Fragen und Antworten zur Genesis“. Seine Antworten auf 244 Fragen aus Genesis 1 bis 17 sind erhalten geblieben; sie entsprechen dem Standpunkt eines frommen Juden, der stark von der griechischen platonischen Philosophie beeinflusst war. Sie finden dies in „The Works of Philo: Complete and Unabridged“ – neue, aktualisierte Fassung, übersetzt von C.D. Yonge, Hendrickson Publishers 1993, vierte Auflage 1997.
F: Da in Gen 1 einige Dinge wahr sein müssen, wie etwa 1 = 1 und 1 + 1 = 2, hat Gott dann die Mathematik und die Zahlen erschaffen? Wie hätte Er sie sonst erschaffen können?
A: Gott hat alles erschaffen; eine Tautologie jedoch – also etwas, das per Definition wahr ist, so wie rote Dinge rot sind – ist kein „Ding“. Wir können vermuten, dass Gott jedes „Ding“ in der Mathematik erschaffen hat, das keine Tautologie ist.
F: Da Gott in Genesis 1 alles erschaffen hat, hat Er dann auch die Dunkelheit, das Böse und Löcher im Boden erschaffen? Wenn Er das Böse erschaffen hat, klingt Er nicht wie ein vollkommen gütiger Gott. Wenn nicht, dann klingt derjenige, der es getan hat, ebenfalls wie ein Schöpfer.
A: Gott hat alles geschaffen. Die Dunkelheit ist kein Ding, sondern eine Abwesenheit oder Verringerung von Licht. Das Böse ist kein Ding, sondern eine Abwesenheit oder Verzerrung des Guten. Löcher, Dunkelheit und das Böse wurden nicht direkt von Gott erschaffen, sondern entstanden als Tautologien oder „existenzielle Nebenprodukte“ von Materie, Licht und dem Guten. Ebenso ist ein Schatten kein eigenständiges Ding, das Materie, Energie oder Geist besitzt. Dennoch können Pflanzen im Schatten sterben. Somit haben Schatten eine „parasitäre Existenz“, existieren aber dennoch wirklich.
F: Da Gott in 1. Mose 1 alles gut geschaffen hat, warum gibt es dann Tornados, Seuchen und andere Katastrophen?
A: Ursprünglich war alles gut. Römer 8,20–22 offenbart jedoch, dass die Erde seit dem Sündenfall ebenfalls „der Vergänglichkeit unterworfen“ wurde. Die ganze Welt steht unter der Herrschaft des Bösen (1. Johannes 5,19), und der Fürst dieser Welt ist gemäß Johannes 12,31; 14,30 Satan.
F: Was ist das kosmologische Argument in 1. Mose 1?
A: Zunächst einmal lässt sich dies auf einfache, wenn auch logisch nicht ganz stringente Weise formulieren.
Aus dem Nichts kann nichts entstehen. Jedes geschaffene Ding musste geschaffen werden. Selbst das erste geschaffene Ding (oder die ersten geschaffenen Dinge) musste(en) von etwas oder jemandem geschaffen werden, der bereits da war. Daher musste etwas oder jemand ungeschaffen und ewig sein.
Hier ist eine strengere Formulierung; die Definitionen stammen von mir.
Wir gehen davon aus, dass jeder über ausreichende Kenntnisse verfügt, um eine geeignete Definition von Logik, Widerspruch und Nicht-Widerspruch, Ereignis, Prozess, „in“, Objekt, Menge, Zeit, Abfolge, Materie, Energie, Geist, Ursache, „beeinflusst werden von“ und „beeinflussen“ zu haben.
Tatsächliche Existenz wird hier definiert als das Vorhandensein in diesem Universum, die Fähigkeit, von etwas in diesem Universum beeinflusst zu werden, oder die Fähigkeit, etwas in diesem Universum zu beeinflussen. Dies wäre eine zu enge Definition von „Existenz“, da sie Ideen, Muster und andere Dinge außer Acht lässt. Nennen wir dies also „tatsächliche Existenz“ und beschränken wir unsere Diskussion hier auf die tatsächliche Existenz.
Ein reales Ding wird hier definiert als ein Objekt oder eine Ansammlung von Materie, Energie, Geist oder einer Kombination davon, die tatsächlich existiert. Logische Wahrheiten, logische Widersprüche und mathematische Beweise gelten hier nicht als Dinge.
Nebenbei bemerkt wird parasitäre Existenz als die tatsächliche Existenz von Dingen definiert, die keine realen Dinge sind. Löcher, Dunkelheit, Mangel, Unrichtigkeit und das Böse sind weder Materie, noch Energie, noch Geist; doch so wie ein Schatten Pflanzen töten kann, die Sonne benötigen, oder wie ein Mangel an Nahrung einen Menschen töten kann, haben Schatten und Nahrungsmangel eine tatsächliche Existenz, ohne reale Dinge zu sein.
Das Universum wird hier als eine Gesamtheit realer Dinge definiert, die tatsächlich existieren. Beachten Sie, dass das Universum in dieser speziellen Definition in sich geschlossen ist und dass Gott (vorausgesetzt, Gott existiert, ist Geist und kann auf Dinge einwirken) sich im Universum befindet.
Nichts wird hier als etwas definiert, das niemals tatsächlich existiert oder zu einem bestimmten Zeitpunkt keine tatsächliche Existenz besitzt. Mit anderen Worten: Bevor es erschaffen wird [oder nachdem es zerstört wurde], befindet sich ein reales Ding nicht im Universum, wirkt nicht auf das Universum ein und wird nicht vom Universum beeinflusst.
Eine Ursache wird als tatsächlich existierend definiert, da sie andere Dinge im Universum beeinflusst, die tatsächlich existieren. Eine Ursache ist per Definition ein reales Ding, wenn sie Materie, Energie, Geist oder eine Kombination aus diesen Elementen aufweisen kann.
Schöpfung wird hier als das Ereignis oder der Vorgang der Erschaffung eines neuen realen Objekts definiert. Die Schöpfung unterscheidet sich von der „Veränderung“, die nicht zwangsläufig eine Ursache außerhalb des Objekts selbst erfordert. Die Schöpfung eines neuen realen Objekts kann die Veränderung oder Zerstörung eines bereits existierenden realen Objekts beinhalten, muss dies jedoch nicht. Beachten Sie jedoch den nächsten Punkt.
Etwas kann nicht aus dem Nichts entstehen. Jedes geschaffene reale Ding benötigt eine Ursache für seine Schöpfung. Mit anderen Worten: Nichts kann geschaffen werden, es sei denn, es wurde von einem oder mehreren Dingen oder Wesen geschaffen. Etwas kann nicht ohne jegliche Ursache geschaffen werden.
Etwas kann sich nicht selbst erschaffen. Nichts kann sich selbst erschaffen. Zwar können reale Dinge sich manchmal selbst verändern oder zerstören, doch nichts kann seine eigene Ursache der Erschaffung sein.
Eine erste Ursache. Auch wenn geschaffene reale Dinge andere geschaffene reale Dinge erschaffen können, musste es letztendlich eine erste Ursache geben. Mit anderen Worten: In einer Kette von Ursachen musste mindestens eine Ursache vor allen anderen Ursachen stehen, die selbst eine Ursache erfordern.
Ungeschaffen. Da mindestens eine Ursache keine vorhergehende Ursache haben darf und jede Schöpfung eine Ursache erfordert, ist mindestens ein Ding oder Wesen, das tatsächlich existiert, ungeschaffen und existierte seit Ewigkeit, da es keine Schöpfung erfahren hat.
Zusammenfassung: Jedes reale Ding, das existiert, hatte entweder einen Zeitpunkt oder einen Zeitraum, zu dem es zum ersten Mal existierte, oder aber es hatte keinen. Wenn es keinen hatte, ist es ewig und ungeschaffen. Wenn es einen hatte, dann war ein reales Ding die Ursache für seine Existenz.
Einschränkungen: Dieses Argument beweist nicht, dass die erste Ursache ein lebendiges Wesen ist, oder dass es nur eine ungeschaffene Ursache gibt, oder ob überhaupt noch ungeschaffene Ursachen existieren. Es beweist lediglich, dass es mindestens ein tatsächlich existierendes Ding (persönlich oder unpersönlich) gab, das ewig existierte, ohne geschaffen worden zu sein.
Einer der ersten Autoren, der das kosmologische Argument klar erkannte und von Gott als der ersten Ursache sprach, war Philo der Jude, der von 15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr. in Alexandria, Ägypten, lebte. R. C. Sproul und Norm Geisler verfügen über zahlreiche gute Materialien zum kosmologischen Argument.
F: Das Argument, dass „die Komplexität der Welt darauf hindeutet, dass es einen Schöpfer geben muss“, klingt gut, bis man es zu seinem logischen Schluss führt. Wie steht es mit Gottes Komplexität? Wenn ein komplexes Wesen einen Schöpfer erfordert, dann muss Gott einen noch größeren Schöpfer erfordern, und so weiter die Skala hinauf. Wo hört das auf? Das Argument mündet in eine „unendliche Regression“, und darauf gibt es keine Antwort. Oder doch?
A: Bevor ich auf dieses Argument eingehe, möchte ich zunächst „das Problem“ näher erläutern. Abgesehen von der Komplexität handelt es sich hierbei auch um ein Problem einer fehlerhaften Form des kosmologischen Arguments. Wenn alles eine Ursache hat, dann muss auch Gott eine Ursache haben. Aber natürlich benötigt Gott keine Ursache für Seine Schöpfung, wenn Er ewig und ungeschaffen ist.
Da etwas entweder ein Ende haben muss oder kein Ende haben darf, gibt es nur zwei mögliche Antworten:
a) Die Rückwärtsregression hat kein Ende
b) die Rückwärtsregression hat ein Ende, nämlich eine ursachenlose erste Ursache.
Im Fall a), wenn die Rückwärtsregression kein Ende hätte, hätte nicht alles eine Ursache, da die Regression selbst letztendlich keine Ursache hätte. Daher gibt es in jedem Fall jemanden oder etwas, das keine Ursache hat.
Im Fall von b), wenn es ein Ende der Rückwärtsregression gibt, dann muss es eine erste Ursache geben, deren Komplexität nicht näher spezifiziert ist. Das bedeutet natürlich, dass Gott kein verursachtes Wesen ist, kein Produkt irgendeiner Schöpfung.
Ich frage mich jedoch, ob Gott diese gesamte Argumentation vielleicht als zu vereinfachend empfinden könnte, da wir Ursachen in zeitlicher Abfolge betrachten. Wenn Gott sowohl außerhalb der Zeit als auch in ihr existiert und wenn auch die Zeit eine Schöpfung Gottes ist, dann ist es ein Widerspruch in sich, darüber zu sprechen, wie es in der Zeit vor Gottes Existenz war.
F: Hätte Gott in Gen 1 andere Wesen und Welten erschaffen können?
A: Er hat sicherlich andere Wesen erschaffen: Engel und Dämonen. Was die Erschaffung anderer Welten mit Wesen darauf betrifft, so sagt uns die Bibel nicht alles, was wir gerne wissen möchten, sondern nur das, was wir wissen müssen – und wir müssen sicherstellen, dass wir zumindest das lesen. Gott hätte andere Universen erschaffen können, und vielleicht sind Himmel und Hölle genau das.
F: Warum schuf Gott in 1. Mose 1 Adam und Eva, da Er doch im Voraus wusste, dass sie Ihm ungehorsam sein würden?
A: Obwohl Gott im Voraus wusste, dass sie sündigen würden, teilt er uns eine Reihe von Gründen mit, warum er die Menschen erschaffen hat.
Zu Seiner Ehre: Gott schuf Seine Kinder zu Seiner Ehre. Jesaja 43,7; 61,3.
Menschen, die er lieben kann: Gott liebt uns sehr. Psalm 145,9.17; 1. Johannes 3,1.
Damit sie Seine Kinder seien: 1. Johannes 3,1–2; Galater 3,28; Römer 8,15–17
Damit Er in uns wohne: 1. Johannes 4,12–16; Römer 8,9–11
Gott möchte, dass niemand zugrunde geht. Hesekiel 18,23.32; 33,11; 2. Petrus 3,9. Dennoch bereut Gott es nicht, jene geschaffen zu haben, die sich – wenn sie die Gelegenheit dazu haben – frei dafür entscheiden, Ihn abzulehnen. Gott wusste im Voraus, dass sie sündigen würden, und entschied sich dennoch, nicht in ihre Entscheidung einzugreifen oder sie „ungeschehen zu machen“.
Vielleicht ähnelt der Grund, aus dem Gott sich entschied, Wesen nach Seinem Ebenbild zu erschaffen, dem Grund, aus dem Eltern sich dafür entscheiden, Kinder zu bekommen. Ja, die Kinder werden viel kosten – Windeln und Essen –, und ja, die Kinder werden durch ihre Krankheiten, Verletzungen und ihren Ungehorsam Kummer bereiten, doch trotz alledem macht die Liebe es lohnenswert.
F: Hat Gott in Gen 1,1 geschaffen, weil Er schaffen musste?
A: Die Bibel liefert keine Grundlage für diese Spekulation. Gott hat keine Bedürfnisse in dem Sinne, dass Er Schaden nehmen oder aufhören würde zu existieren, wenn Er nichts erschaffen würde. Andererseits war es Gottes Wunsch zu erschaffen, und Gott erfüllte Seinen Wunsch in großem, wunderbaren Ausmaß.
F: Gab es in Gen 1,1 nach der Schöpfung weitere Schöpfungen?
A: Die Heilige Schrift äußert sich dazu nicht, und es steht Gott frei, zu tun, was Er will. Wenn Gott andere Geschöpfe erschaffen hat, könnten diese wie die Engel sein, wie Adam und Eva vor dem Sündenfall, wie wir, wie Dämonen, wie Tiere oder etwas völlig anderes.
F: Wenn in Gen 1,2 der Geist Gottes über den Wassern schwebte, bedeutet dies dann, dass der Heilige Geist kein intelligentes, lebendiges Wesen ist, sondern vielmehr eine aktive Kraft, wie es die Zeugen Jehovas behaupten?
A: Nein. Die Tatsache, dass der Heilige Geist keinen physischen Körper hat und über den Wassern schweben kann, steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die Heilige Schrift den Heiligen Geist als ein lebendiges Wesen mit einer Persönlichkeit darstellt.
Das Folgende ist eine Wiederholung der Erörterung zu 1. Johannes 5,6–8.
Ein Zeuge kann sowohl ein lebendiges Wesen als auch ein lebloses Objekt sein. Ein Irrtum der Zeugen Jehovas besteht darin, dass sie argumentieren: Da der Heilige Geist viele Eigenschaften besitzt, die ein Mensch nicht hat, könne der Heilige Geist (nach einer gewagten logischen Schlussfolgerung) keine Persönlichkeit besitzen. 1. Johannes 5,6–8 zeigt, dass es drei Zeugen dafür gibt, dass Jesus einen physischen Körper hatte. Das Blut bezieht sich auf Seine Kreuzigung, und der Geist ist ein inneres Zeugnis für Christen. Das Wasser bezieht sich entweder auf die Taufe Jesu durch Johannes oder möglicherweise auf das Wasser, das ein Baby bei der Geburt umgibt.
Im Folgenden finden Sie verschiedene Fakten, die uns die Bibel über die Persönlichkeit des Heiligen Geistes lehrt.
Parakletos (der Tröster, derjenige, der an unserer Seite ist). Johannes 14,16.26; Johannes 15,26
Er kennt die innersten Gedanken Gottes – 1. Korinther 2,10–11
Er spricht zu uns. Apostelgeschichte 13,2; Hebräer 3,7
Er erinnert uns. Johannes 14,26
Wie ein Elternteil, damit wir keine Waisen sind (griechisch: „orphanos“). Johannes 14,18
Leitet uns. Johannes 16,13
Lehrt uns. Johannes 14,26; 1. Korinther 2,13
Lebt in uns. 1. Korinther 3,16; 2. Timotheus 1,14; Römer 8,9.11; Epheser 2,22
In unseren Herzen. 2. Korinther 1,22; Galater 4,6
Er tritt für uns ein (unbelebte Gegenstände beten nicht und treten nicht für uns ein). Römer 8,26–27
Kann beleidigt werden. Hebräer 10,29
Er gibt Zeugnis von Christus. Johannes 15,26
Hat einen Verstand. Römer 8,27
Kann betrübt werden. Jesaja 63,10; Epheser 4,30
Trifft Entscheidungen. 1. Korinther 12,11
Besitzt Liebe. Römer 15,30
Kann Dinge für gut befinden – Apostelgeschichte 15,28
Er erforscht die tiefen Dinge Gottes – 1. Korinther 2,9–10
Seufzt (und sorgt sich somit) um uns – Römer 8,26
F: Wie konnte Gott in 1. Mose 1,10 die Erde erschaffen, da die Erde doch bereits in 1. Mose 1,1 erschaffen worden war?
A: Das hebräische Wort (eres) ist in beiden Fällen dasselbe. Wie im Deutschen kann (eres) sowohl die Welt unter dem Himmel als auch den Boden oder das trockene Land bedeuten. Somit schuf Gott in Genesis 1,1 den Planeten und in Genesis 1,10 das trockene Land. Siehe „Encyclopedia of Bible Difficulties“, S. 65–66.
F: Warum scheint es in 1. Mose 1 und 1. Mose 2 zwei Schöpfungsberichte zu geben?
A: Betrachten Sie, was in den jeweiligen Berichten erschaffen wird. Genesis 1 handelt von der Erschaffung der Himmel und der Erde, während Genesis 2 von der Erschaffung des Menschen im Garten Eden handelt.
F: Warum wird Gott in 1. Mose 1 und an anderen Stellen „Elohim“ genannt, während er an anderen Stellen, wie beispielsweise in 2. Mose, „Jahwe“ genannt wird?
A: Gott hat in der Bibel eine Vielzahl von Namen und Titeln. Es scheint, dass der Name Jahwe die persönliche Beziehung Gottes zu uns in den Vordergrund stellt, im Gegensatz zum Namen Elohim, der seine unparteiischen, transzendenten Aspekte betont. In Genesis 1 werden weder Adam noch Eva noch irgendwelche Tiere namentlich genannt, während dies in Genesis 2 der Fall ist. Dieser Kontrast ist so deutlich, dass er bewusst gewählt worden sein muss.
In alten Kulturen war es üblich, dass ein und derselbe Gott mehr als einen Namen hatte. Hier einige Beispiele:
Osiris – Wennefer, Khent-amentius, Neb-abdu
Bel – Enlil, Nunamnir
Sin – Nanna
El – Latpan
Baal – Larpan
F: Könnte Gott in Genesis 1 die Erde in sechs buchstäblichen 24-Stunden-Tagen erschaffen haben?
A: Unabhängig davon, ob sie die Erde für alt oder jung halten, sollten alle Christen diese Frage mit „Ja“ beantworten.
Anstelle von sechs Tagen hätte der Allmächtige sie in sechs Sekunden erschaffen können, wenn Er es gewollt hätte. Die Frage ist nicht, wie Gott erschaffen musste, sondern wie die Heilige Schrift und die Natur offenbaren, wie Er sich entschieden hat, zu erschaffen.
Nebenbei bemerkt: Die Heilige Schrift sagt in Genesis 1 nicht, wie lang ein Tag bei Gott ist. Deuteronomium 9,1 zeigt, dass ein „Tag“ einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden bezeichnen kann, wie es in Mose „Tag“ verstanden wurde. Psalm 90,4 und 2. Petrus 3,8 deuten darauf hin, dass Gottes Tage sehr lang sein können.
F: Beweisen die Ähnlichkeiten zwischen dem Schöpfungsbericht in Genesis 1 und den babylonischen Schöpfungsberichten, dass diese einen gemeinsamen, menschlichen Ursprung haben?
A: Die babylonischen Berichte weisen in vielen physischen Details Ähnlichkeiten auf, sind jedoch hinsichtlich der Ursache fast diametral entgegengesetzt. Im Gegensatz zu Marduk, der gegen das Chaos der Drachenfrau Tiamat kämpft, bestimmt Gott, was geschieht. Sollte in nichtbiblischen Kulturen ein Funken Wahrheit liegen, dürfte dies keine Überraschung sein. Darüber hinaus scheint der Stil von Genesis 1 einen bewussten Kontrast zu heidnischen Vorstellungen zu bilden.
F: Warum wird in Gen 1,26 und 3,22 das Wort „uns“ für den einen wahren Gott verwendet?
A: Es gibt zwei mögliche Antworten.
1. Das „uns“ bezieht sich auf den einen wahren Gott, doch der Plural ist im eigentlichen Sinne für einen Dialog innerhalb der Dreifaltigkeit vorgesehen.
2. Das „königliche Wir“ wurde bei Königen und Göttern für eine einzige Person verwendet. Als Beispiel hierfür in der nahöstlichen Religion des Islam verwendet der muslimische Koran „uns“ und „wir“, wenn Allah von sich selbst spricht. Muslime und Nichtmuslime sind sich einig, dass die Verwendung des „königlichen Wir“ im Koran nicht darauf hindeutet, dass Mohammed gelehrt habe, Allah bestehe aus mehreren Göttern.
Der jüdische Philosoph Philo (15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr.) interpretierte dies jedoch nicht als königliches „Wir“, sondern ging davon aus, dass Gott Helfer einsetzte, wie in „Über die Schöpfung“, Kapitel 24, Nr. 75, S. 11, dargelegt.
F: Bedeutet Gen 1,26, dass wir erzogen werden sollten, um göttliche Vollkommenheiten zu erlangen und zum Mittelpunkt göttlicher Segnungen zu werden, wie es die Bahá’í in „Some Answered Questions“, S. 8–9, lehren?
A: Nein, denn in Genesis 1,27 heißt es, dass Gott tat, was Er in Genesis 1,26 gesagt hatte. Als Adam und Eva erschaffen wurden, waren sie vor dem Sündenfall vollkommen sündlos und benötigten keine Erziehung. Auch wenn wir nach wie vor nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, bezieht sich Genesis 1,26–28 auf das, was Gott bereits vollbracht hat.
F: Bedeutet 1. Mose 1,26, dass Menschen selbst „kleine Götter“ sind, wie Kenneth Hagin und einige Lehrer der Wort-Glaubens-Bewegung behaupten?
A: Nein. Das Wort in Genesis lautet „wie“ und nicht „ist“. Selbst Vertreter der „Word-Faith“-Bewegung würden zustimmen, dass Geschöpfe wie wir niemals angebetet werden sollten. Den Körpern von Adam und Eva wurde eine Unsterblichkeit verliehen, die man verlieren konnte, eine Gerechtigkeit, die man zunichte machen konnte, und eine vollkommene Liebe zu Gott, die man wie ein altes Stück Obst wegwerfen konnte.
F: Handelte es sich in Gen 1,26–27 um ein Gespräch zwischen den Mitgliedern der Dreifaltigkeit oder um geschaffene Wesen wie Engel?
A: Auch wenn Engel diese Worte möglicherweise mitgehört haben mögen, handelte es sich hierbei um ein Gespräch innerhalb der Dreifaltigkeit. Unsere Schöpfung war nicht das Werk von Engeln, sondern von Gott in der Dreifaltigkeit. Der erste christliche Schriftsteller, von dem bekannt ist, dass er feststellte, es könne sich nicht um Engel handeln, war Justin der Märtyrer (schrieb ca. 138–165 n. Chr.) in seinem „Dialog mit Trypho, dem Juden“, Kapitel 62, S. 228.
F: Da Gott in Gen 1,26–27 die Menschen höher gestellt hat als die Engel, könnte Gott später Wesen erschaffen, die höher stehen als die Menschen?
A: Die Heilige Schrift äußert sich dazu nicht eindeutig, und Gott steht es frei, zu tun, was Er wünscht. Die Heilige Schrift sagt jedoch, dass Gläubige „Söhne Gottes“ sind und dass wir „mit Christus herrschen“ und „mit Christus thronen“ werden (Epheser 2,6). Für ein endliches Geschöpf ist es schwer, weit darüber hinauszugehen.
F: War Adam in 1. Mose 1,26 ein „Übermensch“ mit Fähigkeiten, die eine Million Mal größer waren als die unseren, wie Watchman Nee in *Die verborgene Kraft der Seele* (1933, S. 15) lehrte?
A: Die Heilige Schrift hat diese seltsame Spekulation niemals gelehrt. Sie hat auch niemals gelehrt, dass Adam in seiner äußeren Erscheinung bereits wie Gott war, wie Watchman Nee im selben Buch auf Seite 18 lehrte. Leider versuchen Menschen oft, dem, was Gott tatsächlich gesagt hat, ihre eigenen Lehren hinzuzufügen.
F: Wenn wir in 1. Mose 1,26 nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden, beweist das dann nicht, dass Gott (oder zumindest der Vater) einen menschlichen Körper besitzt? (Die Mormonen erwähnen dies.)
A: Die meisten würden zustimmen, dass der Heilige Geist keinen physischen Körper hat und dass auch Jesus zu jener Zeit keinen physischen Körper hatte. Wenn sich „uns“ auf eine Diskussion mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist bezieht, dann kann sich das „Ebenbild“ nicht auf einen bloßen physischen Körper beziehen. Übrigens zeigt 1. Mose 9,6, dass wir seit dem Sündenfall immer noch Gottes Ebenbild sind.
F: Sind die Menschen in 1. Mose 1,27 auch seit dem Sündenfall noch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen?
A: Ja. Genesis 9,6 zeigt, dass wir, auch wenn wir durch die Sünde befleckt sind, nach der Sintflut immer noch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind.
F: Da der Mensch in 1. Mose 1,28 die Erde bevölkern und sich ihre Herrschaft unterwerfen sollte – gab dies dem Menschen die Erlaubnis, die Umwelt zu zerstören?
A: Keineswegs! Wir haben noch nie von einem Christen oder Juden gehört, der die Bibel so ausgelegt hätte. Diese neue Auslegung, die erstmals 1967 vorgebracht wurde [siehe Kaisers Verweis am Ende], scheint nur dann Sinn zu ergeben, wenn man einen Teil von Genesis 1 liest und „unterwerfen“ als „zerstören“ definiert, anstatt als „weise herrschen“. Tatsächlich sagt die Bibel sechs wichtige Dinge über den Umgang mit dem Land und den Tieren.
1. Sie waren „Pächter“ auf einem Land, das eigentlich Gott gehörte
1a. Daher durfte das Land nicht dauerhaft verkauft werden (3. Mose 25,23)
1b. Alle Dinge gehören Gott (Psalm 24,1)
2. Gott wird diejenigen richten, die das Land im Allgemeinen verunreinigen
2a. In Jesaja 24,5 heißt es, dass die Erde von ihrem Volk entweiht wurde.
2b. Sacharja beklagte die Zerstörung mächtiger Wälder und fruchtbarer Weiden. Mehr noch beklagte er das geistliche Unheil, für das diese Naturkatastrophen als Allegorien stehen (Sacharja 11,1–3)
3. Gott verurteilt die physische Verunreinigung des Landes
3a. Gott wird jene vernichten, die die Erde zerstören. (Offenbarung 11,18).
3b. Gott wird die „Schafe“ richten, die nicht nur das fressen, was sie brauchen, sondern auch den Rest der Weide zertrampeln. Sie trinken nicht nur klares Wasser, sondern trüben den Rest des Wassers mit ihren Füßen (Hesekiel 34,17–22).
3c. In 4. Mose 5,3 ist im Zusammenhang mit ansteckenden Krankheiten davon die Rede, das Lager nicht zu verunreinigen.
3d. Selbst im Krieg dürfen die Obstbäume, die das Land fruchtbar machen, nicht gefällt werden (5. Mose 20,19–20). Ein Olivenbaum kann über 1.000 Jahre alt werden.
4. Gott verurteilt die Verunreinigung des Landes durch das Böse
4a. 4. Mose 35,33–34 gebietet uns: „Verunreinigt das Land nicht“, und zwar im Zusammenhang mit der Tötung von Menschen.
4b. Verunreinigen Sie das Land nicht durch Götzendienst (Jeremia 16,18).
4c. In Jeremia 32,34 wird erwähnt, dass Menschen das Tal von Tophet durch Kinderopfer verunreinigten.
4d. In Hesekiel 7,22 werden die Gottlosen Gottes geliebten Ort verunreinigen.
5. Gottes Gesetz umfasst einen weisen Umgang mit Ressourcen
5a. Adam wurde „in den Garten Eden gesetzt, um ihn zu bebauen und zu bewahren“ (1. Mose 2,15).
5b. Es dürfen nicht zwei verschiedene Getreidesorten zusammen angebaut werden (5. Mose 22,9). Stattdessen verringert der Wechsel der Anbaukulturen den Schädlingsbefall.
5c. Das Land soll jedes siebte Jahr und während des Jubeljahres ruhen (3. Mose 25,3–7.11–12.18).
5d. Gott würde Israel dafür richten, wenn es diese Regel missachtete (3. Mose 26,34–35).
6. Tiere: Sie gehören Gott, sind für unseren Gebrauch geschaffen, doch wir müssen sie gütig behandeln
6a. Die Tiere gehören Gott (Psalm 50,10) und Er sorgt für sie (Psalm 36,6; 104,11.14; 147,8–9).
6b. Der Verzehr von Fleisch ist zulässig und in manchen Fällen sogar geboten (1. Mose 9,2–5; Apostelgeschichte 10,13).
6c. Jesus war ohne Sünde (Hebräer 4,15; 7,26; 1. Petrus 2,22; 1. Johannes 3,5). Er aß Fisch (Lukas 24,42–43) und aß als frommer Jude Fleisch, wie es während des Passahfestes geboten war (2. Mose 12,8–10).
6d. Das Tragen von Leder ist in Ordnung, da Johannes der Täufer in Markus 1,6 einen Ledergürtel trug.
6e. Jagen ist in Ordnung (3. Mose 17,13).
6f. Das Töten von Tieren für Opferzwecke war sogar vorgeschrieben (2. Mose – 5. Mose).
6g. Wir sollen freundlich zu Tieren sein (Sprüche 12,10).
F: Lehrt das Christentum in 1. Mose 1,28 implizit, dass wir die Umwelt zerstören dürfen, auch wenn die Bibel nicht ausdrücklich sagt, dass wir Gottes Geschenk, unsere Umwelt, verschwenden sollen?
A: Nein. Man kann die durch Gier und Überbevölkerung verursachten ökologischen Probleme nicht dem Christentum anlasten, genauso wenig wie man die Probleme den Animisten in Afrika, den Hindus in Indien, den Atheisten in China und den Muslimen in Indonesien und im Nahen Osten anlasten kann. Es gibt auf jedem Kontinent ökologische Probleme, genauso wie es auf jedem Kontinent Menschen gibt, die die Umwelt für persönlichen Gewinn opfern würden. Eine Erörterung dessen, was die Bibel tatsächlich über die Umwelt sagt, finden Sie in der vorherigen Antwort.
F: Wurden Adam und Eva in Gen 1,29 alle samenhaltigen Pflanzen gegeben, oder durften sie nicht von den Früchten des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse essen, wie es in Gen 2,17 heißt?
A: Wir wissen zwar nicht, ob der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse Samen hatte oder nicht, doch das ist hier nicht relevant. Unabhängig davon lautete die Aussage, dass sie von jeder samenhaltigen Pflanze essen durften, mit Ausnahme des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse.
F: Wenn in Gen 1,29 alle Pflanzen von Menschen gegessen werden durften, inwiefern ist die Bibel dann logisch und vernünftig, da es doch giftige Pflanzen und Samen gibt, die wir nicht essen können? (Ein Muslim hat dies angesprochen.)
A: Im Koran heißt es in Sure 5,46–48, dass Jesus die Thora und die Evangelien bestätigt habe. Es ist ein sehr schwerwiegender Vorwurf, den ein Muslim erhebt, wenn er behauptet, Jesus habe etwas bestätigt, das falsch und nicht von Gott stammte. Um jedoch auf diesen Einwand einzugehen: Unabhängig davon, ob dies als jede einzelne Pflanze oder als jedes Kraut und jedes Getreide verstanden wurde, teilte Gott dies Adam vor dem Sündenfall mit, bevor die Erde verflucht wurde. Die Natur veränderte sich radikal, als Adam und Eva sündigten. Vor dem Sündenfall übertrug Gott Adam und Eva die Herrschaft über die Erde, doch als sie sündigten, indem sie dem Vorschlag der Schlange folgten, wurde Satan zum Fürsten (wenn auch nicht zum König) dieser Welt. Der Sündenfall wirft jedoch eine interessante Frage auf: Wenn Muslime heute behaupten, dass die Propheten sündlos sind, und wenn Adam und Eva sündigten und durch ihre Sünde den Fluch über uns alle brachten, warum behaupten Muslime dann, Adam sei ein Prophet gewesen?
F: Warum ruhte Gott in Gen 2,2–3 am siebten Tag von Seinem Werk?
A: „Ruhe“ bedeutet hier, mit dem Schöpfungswerk aufzuhören. Gott wird nicht müde (Jesaja 40,28). Die Heilige Schrift sagt niemals, dass Gott Ruhe brauchte, sondern dass Er sich dafür entschied.
F: Stammt das Konzept des Sabbats in Gen 2,2 ursprünglich aus Babylon und wurde erst später in die jüdische Tradition aufgenommen?
A: Zwei Antworten, eine für Christen und eine für Nichtchristen.
1. (für Christen): Wenn man davon ausgeht, dass Jesus von Gott stammte – was durch seine Auferstehung bewiesen ist –, da Jesus die ursprüngliche Genauigkeit und die bewahrte Zuverlässigkeit des Alten Testaments anerkannte und sich nachweisen lässt, dass die Verweise auf den Sabbat in der Genesis und bei Jeremia vor Jesus verfasst wurden, handelte es sich nicht um eine babylonische Erfindung, und es gibt nichts weiter dazu zu sagen.
2. (für Nichtchristen): Die Babylonier nannten den 15. Tag des Monats „sappatu“. Das ist natürlich nur ein Tag im Monat, nicht vier. Auf S. 19 hat Asimov scharfsinnig bemerkt, dass der Sabbat für die Israeliten in der Zeit vor dem Exil von geringer Bedeutung zu sein schien, in der Zeit nach dem Exil jedoch von großer Wichtigkeit war. Die Annahme jedoch, dass die babylonischen und die nach dem Exil lebenden Juden pauschal „getäuscht“ wurden, sodass sie a) glaubten, ihr Exil sei auf die Nichtbefolgung eines Gebots zurückzuführen, das nicht in ihren Schriften stand, und b) dass dieses an 59 Stellen (davon 35 in der Tora) hinzugefügt wurde, ohne dass jemand das neue Konzept bemerkte, ist nicht glaubwürdig. Übrigens gingen nicht alle Juden nach Babylonien. Jeremia berichtet, dass einige stattdessen nach Ägypten gingen. Es waren die Nachkommen dieser Juden, die das Alte Testament ins Griechische übersetzten, und auch die griechische Septuaginta-Übersetzung enthält die Sabbatverse.
Jede Spekulation über Fehler in der Bibel mag jemandem völlig glaubwürdig erscheinen, der es für sehr wichtig hielt, zu zeigen, dass es Fehler in der Bibel gibt und man sich nicht daran halten muss. Doch selbst Isaac Asimov erkannte zumindest die Schwäche dieser Theorie an, indem er sie lediglich als Versuchung bezeichnete.
F: In Gen 2,4; 5,1; 6,9; 10,1; 11,10; 11,27; 25,12; 25,19; 36,1; 36,9 und 37,2 sowie Num 3,1; Ruth 4,18: Leitet das hebräische Wort (Toledot) einen Abschnitt ein oder schließt es einen Abschnitt ab?
A: Entweder bezieht es sich immer auf den Anfang, immer auf das Ende oder manchmal auf beides.
Mehrdeutig: Hier sind einige „tole dots“, die in beide Richtungen interpretiert werden könnten: Genesis 2,4; 5,1; 36,9; 37,2.
Anfang: Hier sind einige „toledots“, bei denen der Kontext verlangt, dass sie am Anfang stehen: Genesis 6,9; 10,1; 11,10; 11,27; 25,12; 25,19; 36,1; Numeri 3,1. Philo der Jude (15/20 v. Chr.–50 n. Chr.) erwähnt Genesis 2,4 in „Über die Schöpfung“ 44,129, S. 18, als „Zusammenfassung seines [Moses’] Berichts über die Erschaffung der Welt“.
Abschließend: Es gibt kein einziges „toledot“, das nachweislich am Ende eines Abschnitts steht. Daher handelt es sich bei den mehrdeutigen Abschnitten wahrscheinlich um „toledots“ am Anfang.
Der schlüssigste Beweis dafür, dass sich der „tole-Punkt“ am Anfang eines Abschnitts befindet, ist Genesis 25,19, wo es heißt, dass es sich um den Bericht über Isaak handelt. Der unmittelbar folgende Abschnitt handelt von Isaaks Kindern. Der unmittelbar vorangehende Abschnitt handelt von Ismael und hat überhaupt nichts mit Isaak zu tun.
F: Hat Gott in Gen 2,5–7 die Pflanzen nach dem Menschen erschaffen oder vor dem Menschen, wie es in Gen 1,12.26 heißt? (Diese Frage stellte ein Atheist namens Capella.)
A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
1. Zuerst die Pflanzen: Genesis 1 besagt eindeutig, dass die Pflanzen vor dem Menschen auf der Erde geschaffen wurden. Dazu gehören natürlich auch die Vorfahren aller heutigen Pflanzen.
2. Welt vs. Garten: Genesis 1 ist der Schöpfungsbericht über Himmel und Erde, während Genesis 2 den Schöpfungsbericht über den Garten Eden darstellt.
3. Feldfrüchte nach dem Menschen: Genesis 2 zeigt, dass die Sträucher des Feldes erst nach dem Menschen entstanden sind, zumindest im Garten Eden. In beiden Fällen wird das hebräische Wort für „Feld“, saday, verwendet, anstatt lediglich von Pflanzen zu sprechen.
Nebenbei sei angemerkt, dass im „Wycliffe Dictionary of Biblical Archaeology“ auf Seite 23 berichtet wird, dass man in Beerscheba verkohlte Körner von Weizen, Gerste, Linsen und Trauben aus dem Jahr 4000 v. Chr. gefunden hat.
F: Welche Getreidesorten, die wir heute verwenden, sowie welche, die in der Vergangenheit verwendet wurden, sind in Gen 2,5–7 gemeint?
A: Oftmals werden unter Getreide nur die drei wichtigsten Nahrungspflanzen verstanden: Weizen, Reis und Mais; tatsächlich könnte man jedoch eine Woche lang drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen und bei jeder Mahlzeit eine andere Getreidesorte essen.
Mais: Archäologen berichten, dass Mais in der Neuen Welt etwa 5000 v. Chr. domestiziert wurde. Vor Kolumbus gab es in Europa, im Nahen Osten, in Afrika oder in Asien keinen Mais. Mais stammt von einer Getreideart namens Teosinte ab. Teosinte hatte etwa 50 locker aneinanderliegende Körner, und der Kolben war weniger als einen Zoll lang. Im Gegensatz dazu weist der heutige Mais 500 bis 1.000 fest aneinanderliegende Körner an jedem Kolben auf. Da die Körner fest aneinanderliegen, kann der heutige Mais ohne menschliche Hilfe nicht in freier Natur wachsen.
Weizen: Archäologische Funde haben im Nahen Osten, im Irak, Vorfahren des Weizens aus der Zeit um 7.000 v. Chr. nachgewiesen. Er wird „Emmer“ genannt und verliert seine Samen, wenn der Wind weht. Heute gibt es Tausende von Weizensorten. Kamut (= Khorasan, = „Weizen von König Tut“) ist wahrscheinlich eine Art Hartweizen. Nebenbei bemerkt: Manche sehen in dem 2.000-jährigen Zeitunterschied zwischen dem Beginn des Anbaus von Weizen und Mais einen der beiden Gründe (der andere Grund sind Pferde), warum die indianische Kultur bei der Ankunft der Spanier in Amerika der europäischen Kultur um 1.000 bis 2.000 Jahre hinterherhinkte.
Reis war der Neuling unter den drei Hauptgetreidesorten. Er wurde etwa 3.500 v. Chr. domestiziert.
Emmer (= Emmerweizen, = Faro) wurde bereits in prähistorischen Fundstätten im Nahen Osten aus der Zeit zwischen 9.800 und 8.800 v. Chr. gefunden. Domestizierter Emmer unterscheidet sich vom wilden Emmer, stammt jedoch von diesem ab. Später verbreitete sich Emmer nach Europa und Indien.
Dinkel hat einen etwas rätselhaften Ursprung. Er wurde bereits vor dem Anbau von Weizen im Römischen Reich, in Großbritannien und in Asien angebaut. Er könnte eine Kreuzung zwischen Emmer und Weizen oder zwischen Emmer und wildem Ziegengras (Aegilops tauschii) sein, oder er könnte zwei Ursprünge gehabt haben. Einige vermuten, dass Dinkel etwa 6.000 v. Chr. seinen Ursprung hatte.
Sorghum stammt von einer Grasart aus Afrika ab. Es ähnelt in seinem Aussehen ein wenig Mais. Sorghum gehört zu den acht wichtigsten Getreidearten, die heute angebaut werden; es wird heute als Tierfutter verwendet, ist aber wahrscheinlich auch die fünftgrößte Kulturpflanze für den menschlichen Verzehr.
Gerste wurde vermutlich erstmals um 8.000 v. Chr. im Gebiet zwischen Israel und Jordanien angebaut. Sie verbreitete sich nach Osten bis zum Himalaya.
Man nimmt an, dass Roggen kurz nach der Domestizierung des Weizens in der Region um den Berg Ararat und den Vansee in der Osttürkei ihren Ursprung hatte. Er wächst an Standorten, an denen Weizen und Gerste nicht gedeihen.
Hafer ist eine Getreideart, über die wir nur wenig wissen, abgesehen davon, dass einige Exemplare in einem ägyptischen Grab aus dem Jahr 2.000 v. Chr. gefunden wurden und dass sein Anbau wahrscheinlich in Kleinasien begann.
Buchweizen (Fagopyrum esculentum) wurde erstmals um 1000 n. Chr. in den chinesischen Provinzen Yunnan und Sichuan angebaut. Er liefert zwar keine hohen Erträge, reift jedoch schnell und eignet sich gut für trockene und kühle Klimazonen. Es gibt mindestens 14 Sorten.
Palmergras (= Nipa-Gras, = Distichlis palmeri) wurde ausschließlich in der Sonora-Wüste im Westen Mexikos und im Westen der Vereinigten Staaten angebaut. Es war die Hauptnahrungsquelle des Cocopah-Stammes. Es ähnelt in gewisser Weise Weizen, mit dem Unterschied, dass es unter trockenen Bedingungen wachsen kann und in der Lage ist, Meerwasser aufzunehmen und das Salz wieder auszuscheiden.
Hirse umfasst eine Gruppe von mindestens 13 kleinfrüchtigen, essbaren Gräsern, die sich gut für den Anbau unter trockenen Bedingungen eignen. Hirsearten wie die Besenmais-Hirse waren in frühester Zeit auch das wichtigste Getreide in China und Korea. Zu den Hirsearten zählen Hühnerhirse, Besenmais, Braunkopfhirse, Fingerhirse, Fonio, Fuchsschwanzhirse, Japanische Hirse, Hiobstränen, Kodo-Hirse, Kleine Hirse, Perlhirse, Proso-Hirse und Teff. Weitere Informationen finden Sie unter http://en.wikipedia.org/wiki/Millet.
Kartoffeln sind zwar kein Getreide, gehören heute jedoch zu den vier wichtigsten Nahrungspflanzen. Man geht davon aus, dass ihr Anbau etwa 6.000 v. Chr. in Peru und Bolivien in der Region des Titicaca-Sees begann.
Weitere Nicht-Getreidekulturen sind Bohnen, Hülsenfrüchte, Sojabohnen, Erdnüsse, Maniok, Süßkartoffeln, Erbsen, Brotfrucht, Kokosnüsse, Bananen, Kochbananen und Taro. Kesari-Samen wurden in Indien angebaut, haben jedoch langfristig lähmende Wirkungen.
F: Hat Gott in Gen 2,7 die Materie erschaffen, oder hat Er sie lediglich „organisiert“, wie viele Mormonen lehren, oder war die Materie ungeschaffen, weil Materie kein reales Ding ist, wie die Christliche Wissenschaft und einige östliche Religionsgemeinschaften lehren?
A: Nein. Dass Gott allmächtig ist, bedeutet, dass Gott alles tun kann, und dass Gott der Schöpfer ist, bedeutet, dass Gott alles erschaffen hat. Gott erschuf das Universum „ex nihilo“, das heißt aus dem Nichts. Um genau zu sein, hat Gott also nicht nur die „Dinge aus Materie und Energie“ erschaffen, sondern Gott hat Materie und Energie selbst erschaffen.
F: Hat Gott in Gen 2,7.19 den Menschen vor den Tieren erschaffen oder nach den Tieren, wie es in Gen 1,24.27 heißt? (Diese Frage wurde von einem Atheisten (Capella) gestellt.)
A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
Auf der Erde schuf Gott den Menschen nach den Tieren, wie es in Genesis 1,24.27 heißt.
Im Garten Eden musste Gott den Menschen geschaffen haben, bevor er ihm die Tiere zeigte.
Selbst im Garten könnten die Tiere bereits vor dem Menschen dort gewesen sein. Genesis 2,19 bezieht sich auf die Tiere, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits erschaffen worden waren. Das bedeutet nicht, dass die Tiere erst zu diesem Zeitpunkt erschaffen wurden.
F: Beweist 1. Mose 2,7, dass Menschen keine unsterbliche Seele haben, wie es die Zeugen Jehovas behaupten?
A: Nein. Das hebräische Wort „nephesh“ bedeutet an manchen Stellen „Seele“ und an anderen Stellen, wie beispielsweise hier, „Leben“. Wie könnten die Gläubigen unter dem Altar in Offenbarung 6,9–10 unter dem Altar sein, wenn sie nach dem Tod nicht weiterbestehen würden?
F: Wo befinden sich in Gen 2,10–14 die Flüsse, die aus dem Garten Eden flossen?
A: Zunächst einmal existiert der Garten Eden heute nicht mehr auf der Erde. Wir wissen nicht, wo sich der Fluss Pishon befand, und der Tigris sowie der Euphrat verlaufen durch die Türkei, Syrien und den Irak. Der Gihon wird gemeinhin als der Nil angesehen, der aus der Region Kusch südlich von Ägypten floss. Es könnte sich jedoch auch um einen kleineren Fluss gehandelt haben, der in „Kusch“ (Kashshu) im westlichen Elam entsprang, das ganz in der Nähe des Tigris und des Euphrat liegt. Die Kassiten (griechisch: Kossäer) stammten von dort.
F: Warum sagte Gott in Gen 2,15: „Du (Singular) darfst von allen Früchten des Gartens essen, nur von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse dürft ihr (Plural) nicht essen“?
A: Jeder von ihnen konnte sich einen beliebigen Baum aussuchen; sie mussten nicht dasselbe essen. Allerdings durfte keiner von beiden von diesem einen Baum essen. Die Pluralform dient der Betonung; dieses Gebot galt nicht nur Adam, sondern allen Menschen.
Philo der Jude (15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr.) beantwortete diese Frage erstmals in „Fragen und Antworten zur Genesis“, Band I, S. 794.
F: Warum schuf Gott in Gen 2,16 Adam, obwohl Er wusste, dass dieser sündigen würde?
A: Gott kann alles tun, aber eine logische Unmöglichkeit ist kein Ding. Gott kann kein Wesen erschaffen, das sich für den liebevollen Gehorsam gegenüber Gott entscheidet, wenn dieses Wesen nicht in der Lage ist, sich dafür zu entscheiden, Gott zu gehorchen. Sich dafür entscheiden zu können, Gott zu gehorchen, bedeutet, sich auch dafür entscheiden zu können, Gott nicht zu gehorchen.
F: Da in Gen 2,17 steht: „An dem Tag, an dem du davon isst, wirst du sicherlich sterben“, wie starben Adam und Eva dann „an jenem Tag“?
A: Geistlich und rechtlich. Bei der Antwort sind drei Punkte zu berücksichtigen.
An jenem Tag trat der geistliche Tod ein.
Rechtlich gesehen wurden an jenem Tag sowohl das Urteil des ewigen als auch des körperlichen Todes gegen sie verkündet. In „Hard Sayings of the Bible“, S. 91–92, zeigt Walter Kaiser Jr., dass die hebräische Redewendung die Gewissheit ihres Todes bedeutet, nicht die Unmittelbarkeit des Todes.
Ein weiteres Beispiel für die Verwendung dieser Redewendung finden Sie in 1. Könige 2,37, wo Salomo an dem Tag, an dem er Jerusalem verließ, eine ähnliche Warnung an Schimi richtete.
Die erste Person, von der wir wissen, dass sie eine Antwort auf diese Frage gab, war Philo der Jude (15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr.) in „Fragen und Antworten zur Genesis“, I, S. 794, und „Allegorische Auslegung“, I, 33 (105), S. 46–47, wo er den Tod der Seele erwähnt.
Ein zweiter antiker Autor, der eine andere Antwort gab, ist Irenäus in „Gegen die Häresien“, Buch 5, Kap. 23 (182–188 n. Chr.), S. 551–552. Da Irenäus feststellt, dass ein Tag beim Herrn 1.000 Jahre dauert, interpretiert er dies als einen Tag Gottes, und er hält es für bedeutsam, dass in Genesis 5,5 steht, dass Adam im Alter von 930 Jahren starb, was weniger als 1.000 Jahre sind.
F: Warum heißt es in Gen 2,18, der Mensch sei allein gewesen, wo er doch sowohl mit Gott als auch mit den Tieren zusammen war?
A: Adam hatte zwar die Herrschaft über die Tiere, und Adam betete Gott an, aber Adam hatte niemanden, der ihm glich. Er war allein insofern, als er niemanden hatte, zu dem er auf Augenhöhe eine Beziehung aufbauen konnte.
F: Zeigt Gen 2,18–22, dass die Frau erst nachträglich geschaffen wurde, wie es „Born Again Skeptic“ auf Seite 164 behauptet?
A: Nein, es zeigt genau das Gegenteil. Gott nahm sich viel Zeit – Adam musste ja die Tiere benennen und so weiter –, um Adam seine Notwendigkeit einer Gefährtin deutlich zu machen. Die meisten Dinge in Genesis 1 und 2 wurden einfach ohne große Erklärung erschaffen. Doch bevor Gott Eva erschuf, „bereitete er die Bühne“ und erläuterte ihre Bestimmung als Adams Mitstreiterin.
F: Zeigt 1. Mose 2,18, dass Frauen den Männern unterlegen sind, da Eva anders als Adam geschaffen wurde?
A: Nein, das tut es nicht. Sechs Punkte, die bei der Beantwortung zu berücksichtigen sind.
1. „Anders“ ist kein Beweis für „ungleich“. Verschiedene Menschen sprechen verschiedene Sprachen, doch das bedeutet nicht, dass jede Sprache einer anderen unterlegen oder überlegen ist. Wie ein Christ einmal sagte: Eva wurde weder aus Adams Fuß geschaffen, um ihm untergeordnet zu sein, noch aus seinem Kopf, um über ihm zu stehen, sondern aus seiner Seite, um mit ihm zusammen zu sein.
2. „Helferin“ bedeutet nicht „minderwertig“. Manche mögen denken, Eva sei Adam unterlegen gewesen, weil sie in Genesis 2,18 eine „Helferin“ war. Doch Gott ist in Psalm 70,5 unser Helfer (dasselbe hebräische Wort), und das bedeutet nicht, dass Gott uns unterlegen ist! Daher ist die Übersetzung des hebräischen Begriffs als „Gehilfin“ eher ungenau. Eine bessere Übersetzung lautet: „Ich werde eine Kraft [oder Stärke] schaffen, die dem Mann entspricht“, wie aus Walter Kaisers detaillierter Untersuchung des Hebräischen in „Hard Sayings of the Bible“, S. 92–94, hervorgeht. Die Frau soll also eine „vollwertige Partnerin“ sein und nicht nur eine Assistentin.
3. Genesis 1,27 zeigt, dass beide nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind. Nicht nur Adam ist nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, sondern sowohl Mann als auch Frau sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Übrigens bedeutet das „Ebenbild Gottes“ keineswegs, dass Gott darauf beschränkt wäre, zwei Füße, zwei Hände, einen Bauch usw. zu haben. Vielmehr weisen – so wie ein zweidimensionales Bild eine unvollkommene Umrissdarstellung eines realen, dreidimensionalen Objekts ist – der Charakter des unendlichen Gottes und unser endliches Wesen gewisse Ähnlichkeiten auf.
4. Gleich in Bezug auf Wesen, Wert, Bedeutung usw. In der Bibel heißt es in Galater 3,28: „Da ist weder Jude noch Grieche, weder Sklave noch Freier, weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.“ (BSB)
5. Dennoch unterscheiden sie sich in ihrer Rolle: Epheser 5,22–24 zeigt, dass sich die Frauen ihren Männern unterordnen sollen, denn die Männer sind das Haupt der Frau. Die Männer sollen ihre Frauen lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat (Epheser 5,25–26). Paulus sagte in 1. Timotheus 2,12, dass Frauen Männer nicht lehren oder Autorität über Männer ausüben sollten.
6. Wie lässt sich dies in der Praxis umsetzen?
6.1 Debora war eine gottesfürchtige Richterin Israels (Richter 4–5). Auf dieser Grundlage besteht kein Problem darin, eine Frau zur Präsidentin oder Ministerpräsidentin zu wählen.
6.2 Sie konnten Erbschaften antreten, darunter auch Land (4. Mose 36,8 und Hiob 42,15).
6.3 Eine ausführlichere Beschreibung darüber, wie eine Ehefrau eine vollwertige Partnerin ihres Mannes sein soll, finden Sie in Sprüche 31,10–31. Dort heißt es unter anderem:
Sie arbeitet mit ihren Händen (Sprüche 31,13.22) und zieht daraus Nutzen (Sprüche 31,24.31).
Sie kauft Lebensmittel ein (Spr 31,14) und kocht. Spr 31,15
Sie leitet andere an. Spr 31,15
Sie entscheidet selbst, Immobilien zu erwerben (Spr 31,16).
Sie pflanzt einen Weinberg an. Spr 31,16 (Beachten Sie, dass eine Familie keinen ganzen Weinberg nur für den Eigenbedarf besitzt; er war eine Einnahmequelle.)
Sie ist körperlich stark. Spr 31,17
Sie betreibt auch Handel, nicht nur aus Notwendigkeit, sondern um Gewinn zu erzielen. Spr 31,18
Sie selbst gibt den Armen Almosen. (Dazu musste sie die Kontrolle über das Geld haben.) Spr 31,20
Sie führt den Haushalt. Spr 31,21
Sie ist weise und lehrt Weisheit. Spr 31,26
Zusammenfassend lässt sich sagen: Frauen sind Männern weder von Natur aus noch in ihrem Wert oder ihrer Bedeutung unterlegen. Sie haben jedoch eine andere Rolle als Männer, wie jede werdende Mutter bestätigen kann.
Siehe auch „Today’s Handbook for Solving Bible Difficulties“, S. 191–193, für weitere Informationen darüber, wie die Frau „dem Mann ähnlich“ und ihm gleichgestellt geschaffen wurde.
F: Warum musste Adam in Gen 2,19 alle Tiere vor sich sehen?
A: Gott gab Adam in 1. Mose 1,26 die Herrschaft über alle Tiere, und Gott wollte sehen, wie Adam die Tiere in 1. Mose 2,19 benennen würde.
Darüber hinaus könnte es noch einen subtileren Grund gegeben haben. Bevor Gott Eva schuf, erkannte er, wie wichtig es war, das zu ergänzen, was Adam fehlte – Adam selbst jedoch nicht. So konnte Adam drei Dinge über die Tiere lernen, die für seine aktuelle Situation relevant waren.
Familie:
a) Indem Gott Adam zeigte, dass alle höheren Tiere ein Männchen und ein Weibchen hatten, verdeutlichte er, wie er sie vollständig und zur Fortpflanzung ihrer Art fähig geschaffen hatte.
b) Adam konnte alle Geschöpfe betrachten und erkennen, dass es keines gab, das ihm glich.
c) Adam erkannte, dass auch er eine andere Person brauchte, um vollständig zu sein.
Übrigens ist es ein guter Ansatz, Kindern zu vermitteln, wie sich Pflanzen und Tiere fortpflanzen, um ihnen zu verdeutlichen, wie Gott die Entstehung von Kindern vorgesehen hat.
Gemeinschaft:
a) Selbst Hunde und Rehe leben in Gemeinschaften.
b) Adam erkannte, dass es in seiner Gemeinschaft niemanden gab, der ihm glich und mit dem er sein Leben teilen konnte, und dass Menschen andere Menschen um sich herum brauchen.
Führung:
a) Da Gott Adam die Herrschaft über die Erde gegeben hatte, musste Adam die Tiere kennenlernen, die auf der Erde lebten.
b) Da Adam die Herrschaft innehatte, ehrte Gott ihn, indem er ihn die Tiere benennen ließ. Der Jude Philo erwähnte dies in den „Werken des Philo“ auf Seite 882.
Frage: Welche Belege gibt es in Gen 2,19–3,19 aus frühen mormonischen Schriften dafür, dass die Mormonen an die abwegige Lehre glaubten, Adam sei Gott?
A: Hier sind die Zitate aus dem mormonischen „Journal of Discourses“, gefolgt von zwölf weiteren Schriften als Belege.
a. „Journal of Discourses“, Band 1, S. 50. (Predigt von Brigham Young) „Nun hört, ihr Bewohner der Erde, Juden und Heiden, Heilige und Sünder! Als unser Vater Adam in den Garten Eden kam, betrat er ihn mit einem himmlischen Körper und brachte Eva, eine seiner Frauen, mit sich. Er half dabei, diese Welt zu erschaffen und zu ordnen. Er ist Michael, der Erzengel, der Alte der Tage! Über den heilige Männer geschrieben und gesprochen haben Er ist unser Vater und unser Gott und der einzige Gott, mit dem wir zu tun haben. Jeder Mensch auf Erden, ob bekennender Christ oder nicht, muss dies hören und wird es früher oder später erkennen.“ (Kursivschrift und Kapitälchen entsprechen dem Original)
b. Journal of Discourses, Band 1, S. 51. (dieselbe Predigt) „Jesus, unser älterer Bruder, wurde im Fleisch von demselben Wesen gezeugt, das im Garten Eden war und der unser Vater im Himmel ist.“
Beachten Sie, dass Mormonen oft entgegnen, dies sei ein Druckfehler. Es ist interessant festzustellen, dass die Bände des großen christlichen Predigers Charles H. Spurgeon etwa zur gleichen Zeit veröffentlicht wurden und dass es in Spurgeons Werken keine Druckfehler gab, die besagten, ein geschaffenes Wesen sei Gott. Im Folgenden finden Sie bestätigende Beweise dafür, dass der mormonische Prophet dies tatsächlich gesagt hat.
1. Wilford Woodruffs Tagebuch vom 19. Februar 1854. (Zu finden in der Bibliothek der BYU)
2. Deseret Evening News vom 14. Juni 1873
3. Deseret Evening News vom 18. Juni 1873
4. Tagebuch von Hosea Stout: „On the Frontier“, Band 2, S. 438.
5. „The Millennial Star“, Band 16, S. 543.
6. „The Millennial Star“, Band 15, S. 769–770. Eineinhalb Jahre später.
7. Tagebuch von John Nuttall, Band 1, S. 18–21.
8. Tagebuch von Abraham H. Cannon, Band 11, S. 39 (unterrichtete 50 Jahre lang)
9. „Sacred Hymns and Spiritual Songs for the Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints“, 1856, S. 375
10. „Women of Mormondom“, S. 179
11. „Journal of Discourses“, Band 4, S. 1 (Präsident Heber C. Kimball spricht am 29.06.1856)
„… und ich weiß auch, dass wir, wenn wir nicht eins sind mit Bruder Brigham, unserem Führer, auch nicht eins sind mit Christus. Ja, das weiß ich, und meine Gefühle gelten seit jeher Bruder Brigham. Ich habe aus Erfahrung gelernt, dass es nur einen Gott gibt, der diesem Volk gehört, und Er ist der Gott, der dieser Erde gehört , der erste Mensch. Dieser erste Mensch sandte seinen eigenen Sohn, um die Welt zu erlösen, um seine Brüder zu erlösen.“
12. Schließlich ein wesentlich späteres Werk:
Die Stellung Adams in den Schriften und der Theologie der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage: „Die Gleichsetzung Adams mit Gott dem Vater durch Präsident Brigham Young ist eine unbestreitbare Tatsache.“ S. 58
Frage: Wie hätte Adam in Gen 2,20 alle Tiere benennen können, es sei denn, die verbotene Frucht wäre ein Apple-Macintosh-Computer gewesen?
A: Jemand witzelte einmal, dass es kein Wunder sei, dass wir die verbotene Frucht mit einem Apple verwechseln – Festplatten und allem – wenn Adam am sechsten Tag innerhalb von 24 Stunden alle Tierarten (einschließlich 1,5 Millionen Käfer und Insekten) benennen musste!
Andererseits hat Paul S. Taylor zu Recht angemerkt, dass der Ausdruck „gab allen Tieren, den Vögeln der Luft und allen Tieren des Feldes Namen“ in Genesis 2,20 nicht unbedingt bedeutet, dass jede Art auf der Erde benannt wurde. Es könnte sich einfach um die Benennung der Gattungen und Familien von Tieren in Adams unmittelbarer Umgebung handeln.
Für diejenigen, die sich für Wissenswertes interessieren: Es gibt etwa 26.000 lebende Arten von Wirbeltieren an Land und Vögeln sowie 9.500 bekannte fossile Arten auf der Erde. (Von den fossilen Arten waren fast die Hälfte Reptilien und 1.000 Vögel).
Es gibt etwa 5.600 lebende Gattungen von Landtieren, darunter 1.900 Vogelgattungen. Es gibt etwa 6.500 Gattungen bekannter fossiler Landtiere, darunter fast 1.000 Vogelgattungen und 1.500 Reptilgattungen.
F: War Adam in Gen 2,21–23 vor der Erschaffung Evas sowohl männlich als auch weiblich?
A: Nichts in der Heiligen Schrift deutet darauf hin. In Genesis 3,16 heißt es, dass der Mann das Haupt der Frau sein wird. Da dies nach dem Sündenfall geschah, hat die Frage, inwieweit Adam vor Eva „männlich“ war, keinerlei Bedeutung. Was jedoch die kirchliche Autorität im Allgemeinen betrifft, so misst Paulus in 1. Timotheus 2,13 der Tatsache, dass Adam vor Eva geschaffen wurde, Bedeutung bei. Paulus’ Argumentation wäre irreführend, wenn Adam sowohl männlich als auch weiblich gewesen wäre.
F: Stammt die Erzählung in 1. Mose 2,21–23, wonach Eva aus einer Rippe geschaffen wurde, aus dem sumerischen Dilmun-Gedicht?
A: Nein. Zunächst einige Hintergrundinformationen, dann die Antwort und schließlich zwei Erkenntnisse, die wir aus der Antwort darüber gewinnen können, wie Gott die Bibel inspiriert hat.
B1. Samuel Noah Kramer erwähnt in seinem Werk *The Sumerians* (University of Chicago 1963), dass das sumerische Wort für „Rippe“, *ti*, auch „zum Leben erwecken“ bedeutet, und dass im Dilmun-Gedicht Nin-ti sowohl die „Herrin der Rippe“ als auch die „Herrin, die zum Leben erweckt“ war, die die kranke Rippe des Gottes Enki heilte.
B2. Dies ist im Sumerischen ein Wortspiel, im Hebräischen jedoch nicht, was diese Ähnlichkeit umso auffälliger macht.
B3. Abgesehen von der „Dame, die die Rippe heilte“ im Vergleich zu „Eva, die aus Adams Rippe geschaffen wurde“ in der Genesis gibt es keine weiteren Ähnlichkeiten zwischen den beiden Erzählungen. Siehe „The Sumerians“, S. 148–149, oder „Hard Sayings of the Bible“, S. 94–95, für die sumerische Erzählung.
B4. Die Tontafeln des Dilmun-Gedichts stammen aus dem Jahr 2400 v. Chr. oder später. Unabhängig davon sind sie dennoch älter als Abraham, der Ur vor 2050 v. Chr. verließ.
B5. Diese Geschichte könnte in der Antike weit verbreitet gewesen sein.
Die Antwort umfasst vier Punkte.
A1. Dies ist nur eines von zahlreichen Beispielen für ähnliche Schilderungen von Ereignissen, die in der Genesis erwähnt werden. Ein weiteres Beispiel sind die mehr als 200 Weltuntergangsgeschichten verschiedener Völker rund um den Globus.
A2. Das Wortspiel bezüglich der Rippe könnte darauf hindeuten, dass andere frühe Kulturen zumindest unvollständiges Wissen über die Erschaffung der Menschheit bewahrt hatten.
A3. Mehr noch: Andere Teile von Genesis 1 scheinen fast bewusst so verfasst worden zu sein, um einen Kontrast zu sumerischen, akkadischen und anderen Überlieferungen zu bilden. In den anderen Überlieferungen streiten sich Götter; in der Genesis erschafft der eine Gott in aller Ruhe. In anderen Überlieferungen kämpft der Held gegen das Chaos. In der Genesis bewegt sich Gott über den „Abgrund/die Wasser“ und erteilt Befehle und Anordnungen.
A4. Einige Ähnlichkeiten in den Details zwischen Genesis einerseits und dem Dilmun-Gedicht sowie anderen antiken Werken andererseits könnten auf ein gemeinsames Wissen über bestimmte Ereignisse hindeuten. Es ist jedoch unhaltbar zu behaupten, dass das eine vom anderen kopiert wurde – nicht nur, weil es nur wenige gemeinsame Details gibt, sondern auch, weil es fast keine Ähnlichkeiten in der Bedeutung hinter diesen Details gibt.
Lehren, die aus der Antwort zu ziehen sind:
L1. Die Genesis entstand nicht in einem Vakuum. Gott offenbart uns nicht nur die Wahrheit, sondern zeitlose Wahrheit – und zwar auf praktische Weise, die für die jeweilige Zeit und Kultur relevant ist. Ein Grund (wenn auch nicht der Hauptgrund), warum die Genesis von Gott gegeben worden sein könnte, bestand darin, die falschen Vorstellungen der Menschen über den Ursprung des Menschen zu korrigieren und gleichzeitig einige der richtigen Erkenntnisse anzuerkennen, die erhalten geblieben waren.
L2. Gott bedient sich der Kultur. Gott nutzt sogar die bösen Taten der Menschen zu Seiner Ehre (1. Mose 50,20). Wie könnten wir es überhaupt wagen, Gott zu verbieten, sich ebenfalls der Kultur zu bedienen, so wie Er es wünscht? Mose war ein gebildeter Mann, und vielleicht hatte er diese Geschichte gelesen, und Gott nutzte Mose’ Lektüre, um ihm zu zeigen, was wahr war und was nicht.
L3. Vor allem sollten Sie den Ausdruck „die Heilige Schrift ist unfehlbar“ nicht so verstehen, als müsse die Bibel mechanisch diktiert worden sein. In 2. Petrus 1,21 heißt es, dass Prophezeiungen von Menschen verkündet wurden, die vom Heiligen Geist bewegt waren. Wenn also verschiedene Teile der Bibel offensichtlich unterschiedliche menschliche Schreibstile widerspiegeln, schließt dies eine göttliche Urheberschaft nicht aus. Es zeigt lediglich, dass Gott die Schreibstile verschiedener Menschen so nutzte, wie Er es für richtig hielt.
F: Wer ist Lilith zu dieser Zeit in Gen 2,22?
A: Der Name Lilith wird in der Bibel kein einziges Mal erwähnt. Im Mittelalter gab es eine Fabel über eine Frau namens Lilith, die Adams erste Frau gewesen sein soll. Sie weigerte sich, sich Adam unterzuordnen, woraufhin Gott Eva schuf. Lilith wurde dem Mythos zufolge in einen Dämon verwandelt, der Neugeborene tötet.
In der sumerischen Mythologie war Lilith laut „The Sumerians“, S. 198, 258, zudem ein Vampir. In „Civilizations of the Ancient Near East“, S. 1890, wird erwähnt, dass Unverheiratete, die starben, zu einer besonderen Klasse von Dämonen wurden, die Lilu (männlich) und Lilitu (weiblich) genannt wurden. Sie baten die Lebenden, sie zu heiraten, und versprachen ihnen Reichtum; wenn der Lebende jedoch zustimmte, starb er vorzeitig.
In keinem der biblischen Manuskripte – seien sie jüdischen oder christlichen Ursprungs – findet sich auch nur der geringste Hinweis auf Lilith, genauso wenig wie auf Donald Duck.
F: Wie konnte Gott in Gen 2,22 Eva aus einer Rippe erschaffen?
A: So, wie es der allmächtige Gott wollte. Wenn Gott eine Rippe verwenden musste und wenn Sie der Meinung sind, dass Gott die gesamte Rippe entfernen musste, dann könnten Sie wohl zu dem Schluss kommen, dass Eva jeden Morgen alle Rippen Adams zählen würde!
Im Ernst: Gott hat vielleicht gar nicht die gesamte Rippe verwendet; eine Zelle hätte ausreichen können.
In „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 23, wird hinzugefügt, dass man, hätte Gott sie aus Lehm geschaffen, argumentieren könnte, Frauen seien von Natur aus anders (und vielleicht den Männern unterlegen). Da Eva jedoch aus einer Rippe geschaffen wurde, hatte sie die gleiche Identität wie der Mann.
F: Sollten Männer gemäß Gen 2,22–23 eine Rippe weniger haben als Frauen?
A: Nein. Wenn einem Mann ein Arm abgetrennt wird, kommen seine nachfolgenden Kinder und Enkelkinder nicht alle ohne einen Arm zur Welt. Ebenso haben sowohl die Eltern als auch ihre Kinder weiterhin die gleiche Anzahl an Rippen, wenn man einer Person einige Zellen aus einer Rippe entnimmt.
Tertullian, der zwischen 198 und 220 n. Chr. schrieb, interpretiert dies in seinem Werk „Über die Ermahnung zur Keuschheit“, Kapitel 5, S. 53, so, dass Gott sich „eine Rippe ausgeliehen“ habe. Er fügt hinzu, dass Gott sich für weitere Ehefrauen auch mehr Rippen hätte ausleihen können, dies jedoch nicht tat – als Beispiel dafür, dass die Monogamie die Norm und nicht die Polygamie war.
F: Wurden Mann und Frau in Gen 2,25 ursprünglich nackt erschaffen, und sollten sie Kleidung tragen?
A: Ja, sie wurden nackt erschaffen und empfanden keine Scham. Nach dem Sündenfall kleidete Gott sie jedoch ein, und seitdem sind wir bekleidet.
F: Da Gott in Gen 3,1–24 die Menschen letztendlich so geschaffen hat, dass sie den Engeln überlegen waren – könnte dies ein Faktor gewesen sein, der Satan dazu veranlasste, zu fallen?
A: Die Heilige Schrift gibt dazu keinen eindeutigen Hinweis, doch es ist sicherlich eine Möglichkeit.
F: Hatten Adam und Eva in Gen 3,1–24 weiße, schwarze, braune, gelbe oder rote Haut?
A: Die Bibel schweigt sich darüber völlig aus. Da Adam und Eva die Vorfahren von uns allen waren, spielt dies keine Rolle. Wir alle sind gleichermaßen Nachkommen von Adam und Eva. Vielleicht wollte Gott dies bewusst nicht erwähnen, damit niemand behaupten könnte, Gott habe eine bestimmte Rasse als näher oder weiter entfernt von Adam und Eva dargestellt.
F: Warum ließ Gott in 1. Mose 3 zu, dass Adam und Eva in Versuchung gerieten?
A: Die Bibel gibt dazu keine Auskunft. Wir können jedoch vermuten, dass Gott nicht nur Menschen wollte, die Ihn liebten, sondern Menschen, denen eine Alternative offenstand und die sich dennoch dafür entschieden, Gott zu lieben.
F: Wenn Eva in 1. Mose 3 die Erbsünde eingeführt hat, wie kommt es dann, dass Satan die Sünde des Stolzes gegen Gott begangen hat? Habe ich hier etwas übersehen?
A: Satan sündigte und fiel noch vor Adam und Eva. Doch die Sünde von Eva und Adam führte eine sündige Natur in die Menschheit ein.
F: Zu Genesis 3 habe ich eine Frage, auf die ich bisher keine Antwort gefunden habe. In der Bibel steht geschrieben, dass Gott den Menschen erschafft. Gott sagt dem Menschen, er solle nicht von der verbotenen Frucht essen – der Frucht vom Baum der Erkenntnis –, denn diese Frucht werde ihm die Augen öffnen, damit er sich des Richtigen und Falschen, des Guten und Bösen bewusst werde. Der Mensch isst von der verbotenen Frucht und verändert sich. Der Mensch erkennt nun, dass es falsch ist, nackt zu sein. Wie kann es eine Sünde sein, dass der Mensch Gott ungehorsam ist, wenn er zum Zeitpunkt des Verzehrs der verbotenen Frucht noch keine Kenntnis von Recht und Unrecht hatte?
A: Ich beantworte Ihre Frage gerne. Erlauben Sie mir, die Antwort auf Ihre Frage mit einer Gegenfrage zu beginnen: Wie weiß ein Mensch seit dem Sündenfall, was richtig und was falsch ist? Wir wissen es unmittelbar durch alles, was Gott uns über Recht und Unrecht offenbart hat, und jeder hat eine ungefähre Vorstellung davon durch sein Gewissen. (Natürlich kann ein Mensch sein Gewissen jedoch abstumpfen.)
Nach dem Sündenfall hatten sowohl Adam als auch Eva ein Gewissen, ein Schuldgefühl darüber, dass sie durch ihren Ungehorsam Unrecht begangen hatten, und sie sowie ihre Nachkommen hatten eine sündige Natur. Die Auswirkungen des Sündenfalls waren tiefgreifend.
Vor dem Sündenfall hatten sie nichts davon und keine Kenntnis von Recht und Unrecht. Ihre Natur war gut, und was auch immer sie taten, war richtig – fast. Sie hatten keine Gebote, bei deren Übertretung sie sich Sorgen machen mussten, außer einem: Esst nicht von dem verbotenen Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Ihre Entscheidung, ob sie essen sollten oder nicht, war keine Entscheidung zwischen Recht und Unrecht, denn sie wussten nicht, was das war. Vielmehr ging es bei ihrer Entscheidung ganz einfach darum, ob sie Gott gehorchen wollten oder nicht.
Manchmal haben Menschen heutzutage seltsame Vorstellungen von Recht und Unrecht, wie zum Beispiel muslimische Väter, die es für richtig halten, ihre Töchter zu töten, weil sie glauben, diese hätten Schande über die Familie gebracht – unter anderem, indem sie jemanden geheiratet haben, den ihr Vater nicht gutgeheißen hat. Selbst Christen können sich manchmal zu sehr auf die Frage „Erlaubt die Bibel dies?“ versteifen. Wichtiger als die Frage „Ist das richtig oder falsch?“ ist die Frage „Will Gott, dass ich das tue?“ oder „Ist das Gott wohlgefällig?“. Die Antwort wird zwar dieselbe sein wie bei der Frage „Ist das richtig oder falsch?“, doch es sollte nicht darum gehen, Dinge nur zu tun, um unser Gewissen zu beruhigen oder einer Reihe von Regeln zu folgen, sondern um Gott zu gefallen.
Die kurze Antwort auf Ihre Frage lautet also: Adam und Eva haben nicht gesündigt, indem sie das Böse dem Guten vorzogen, denn sie wussten nicht, was Böses und Gutes war. Sie sündigten, indem sie Gottes einfachen Befehl an sie kannten und sich dennoch dafür entschieden, Gott ungehorsam zu sein.
F: War dies in Gen 3 eine unfaire Prüfung, da Adam und Eva noch keine Erkenntnis von Gut und Böse hatten, wie ein Atheist (Capella) behauptet?
A: Nein. Ist es eine unfaire Prüfung, jemandem zu sagen, er solle keine illegalen Drogen wie Kokain konsumieren, bevor er nicht zuvor die Gelegenheit hatte, sie zu probieren? Natürlich nicht. Ebenso war es nicht unfair, dass sie das Verbot erhielten, ohne das Böse und Schuldgefühle erlebt zu haben. Man könnte zwar argumentieren, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht alles über Gut und Böse wussten, doch sie wussten, dass ihr Schöpfer ihnen geboten hatte, nicht von diesem Baum zu essen, und dieses Wissen allein reichte aus, um dies zu einer fairen Prüfung zu machen.
Heute kennen wir nicht jeden einzelnen Grund, warum Gott uns etwas verbietet, aber wenn Gott uns geboten hat, es nicht zu tun, wissen wir alles, was wir wissen müssen, um Gott zu gehorchen.
F: Was genau war in Gen 3 falsch daran, von dem Baum zu essen?
A: Es lag nicht daran, dass eine bestimmte Frucht böse war; vielleicht hätten sie später von dem Baum essen können. Wie Theophilus, Bischof von Antiochia (168–181/188 n. Chr.), in seinem Brief „Theophilus an Autolycus“, Buch 2, Kap. 25, S. 104, schrieb: „Denn es war nicht der Baum, wie manche meinen, sondern der Ungehorsam, der den Tod in sich barg.“ „Ante-Nicene Fathers“, Band 2, S. 104. Manche sehen in dem Satz „wie Gott, der Gut und Böse erkennt“ auch den Wunsch, sich Gottes Vorrecht, Gut und Böse zu definieren, anzueignen.
Frage: War diese Prüfung in Gen 3 in etwa so, als würden Eltern eine 40.000-Volt-Batterie im Wohnzimmer aufstellen und ihrem Baby sagen, es solle sie nicht anfassen?
A: Nein, die Gefahr lag in ihrem Ungehorsam, nicht im Baum. Vier Punkte sind bei der Antwort zu berücksichtigen.
1. Anders als bei einer gefährlichen Batterie war nicht der Baum tödlich. Es war der Ungehorsam gegenüber Gott, der tödlich war und dazu führte, dass sie an jenem Tag geistlich und später auch körperlich starben.
2. Adam und Eva waren keine Kleinkinder. Sie waren imstande, wie Erwachsene zu urteilen; sie waren sich voll und ganz bewusst, was sie taten und welche Folgen Gott dafür angekündigt hatte.
3. Alle Bedürfnisse von Adam und Eva waren erfüllt, und sie hatten keine andere Möglichkeit, Gott ungehorsam zu sein, als von dem Baum zu essen. Ob es uns gefällt oder nicht: Gott lässt den Menschen die Wahl, ob sie Ihm dienen wollen oder nicht. Manche mögen denken: „Gott hätte das nicht tun sollen; Gott hätte uns alle zu Robotern machen sollen, die unfähig sind, ungehorsam zu sein.“ Unabhängig davon, wie die Menschen darüber denken, kann Gott tun, was Er will, und Gott hat sich dafür entschieden, jedem den freien Willen zu geben, Ihm ungehorsam zu sein und mit den Folgen seines Gehorsams oder Ungehorsams zu leben.
4. Die Frucht wäre möglicherweise irgendwann ohnehin gegessen worden. Theophilus, Bischof von Antiochia (168–181/188 n. Chr.), lehrte, dass Adam und Eva, hätten sie nicht gesündigt, gereift wären, Vollkommenheit erlangt hätten und im Besitz der Unsterblichkeit in den Himmel aufgestiegen wären. Die Menschheit besaß eine mittlere Natur, weder gänzlich sterblich noch gänzlich unsterblich, oder das Paradies lag zwischen Erde und Himmel. Theophilus an Autolycus, Buch 2, Kap. 22, S. 24, S. 104
Frage: Sollten wir, wie Laura Schlesinger sagt, stolz darauf sein, dass Eva in Genesis 3 den Apfel gegessen hat?
A: Nein. Dr. Laura hat in vielen Dingen Recht, aber in diesem Punkt irrt sie sich. Hier ist, was sie in der Zeitschrift „Modern Maturity“, Ausgabe September–Oktober 1999, S. 67, gesagt hat.
„Ich bin sehr stolz darauf, dass sie die Frucht vom Baum der Erkenntnis gegessen hat. Denn hätte sie es nicht getan, wären wir immer noch Tiere im Garten. Gott hat diesen Baum nicht nur als Schattenspender dort gepflanzt. Mit diesem Schritt wurden wir zu Menschen.“
Zunächst einmal war der Baum nicht einfach nur der Baum der Erkenntnis, sondern der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Schlesinger hat Recht damit, dass die Menschen nicht mehr dieselben waren. All die Morde, Kriege, Unterdrückungen und moralische Verantwortungslosigkeit, die die Menschen begangen haben, geschahen erst danach. Dennoch sind die Menschen im Himmel weiterhin Menschen, wenn sie dort nicht mehr sündigen werden. Es ist nicht unmöglich, vollkommen menschlich und sündenfrei zu sein, so wie es Adam und Eva vor dem Verzehr waren und wie es Jesus Christus ist.
Später im Interview, als Dr. Laura sagte, Adam habe Unrecht gehabt, Eva die Schuld geben zu wollen, hatte Schlesinger Recht, denn in Genesis 3,6 heißt es, dass Adam bei Eva war, als sie aß.
F: War die Frucht des Baumes in Genesis 3 eine Metapher für eine unrechtmäßige geistige sexuelle Vereinigung zwischen Eva und Satan, wie Rev. Moon von der Vereinigungskirche (Moonies) im „Göttlichen Prinzip“ (5. Auflage, 1977, S. 75–79) lehrt?
A: Es gab keine sexuelle Metapher in Bezug auf den Baum, die Frucht oder Satan. Wenn Reverend Moon Recht hätte, dann:
Was waren dann all die anderen Bäume, die erlaubt waren?
Eva ignorierte Satan, als sie von der Frucht des Baumes aß
In Genesis 3,13 versuchte Eva, die gesamte Schuld auf die Schlange abzuwälzen, und sagte lediglich, die Schlange habe sie getäuscht. Sie sagte niemals, dass die Schlange ihr etwas angetan habe.
Siehe auch die vorherige Frage.
F: Gibt es in anderen Kulturen eine ähnliche Geschichte wie in Genesis 3 über die ersten Menschen, die in einem Garten lebten und von einer verbotenen Frucht aßen?
A: Ja. Hier sind mindestens drei Beispiele.
Das Volk der S’gaw-Karen im Osten Burmas: Der allmächtige, allwissende Gott namens Y’wa schuf alles. Er schuf zwei Menschen, einen Mann namens Thanai und eine Frau namens Eeu, und setzte sie in einen Garten mit sieben Arten von Obstbäumen. Eine Sorte durften sie jedoch nicht essen. Der böse Mu-kaw-lee täuschte die beiden Menschen und versprach ihnen, sie würden wundersame Kräfte erlangen und in den Himmel aufsteigen. Mu-kaw-lee überredete sie, die Frucht vom Baum der Versuchung zu essen. Sie aßen davon und wurden fortan von Krankheit, Alter und Tod heimgesucht.
Don Richardson untersucht die Möglichkeit, dass dies möglicherweise auf nestorianischen oder römisch-katholischen Einfluss zurückzuführen sein könnte, kommt jedoch zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall ist, da Richardson kein Konzept der Inkarnation oder eines Erlösers fand, der für die Menschen stirbt und von den Toten aufersteht.
Die Santal im Nordosten Indiens: Sie glaubten an „Thakur Jiu“ (Thakur = wahrhaftig, Jiu = Gott), der das erste Paar erschuf – einen Mann namens Haram und eine Frau namens Ayo – und sie nach Hihiri Pipiri brachte, das westlich von Indien lag. Der böse Lita verleitete sie dazu, Reisbier zu brauen und einen Teil davon als Opfergabe an Satan auf den Boden zu gießen. Sie taten dies und berauschten sich mit dem restlichen Bier. Als sie erwachten, erkannten sie, dass sie nackt waren, und schämten sich. Später hatten sie sieben Söhne und sieben Töchter. Ihre Nachkommen verfielen der Sünde, weshalb Thakur Jiu ein „heiliges Paar“ auf dem Berg Harata (= Ararat?) versteckte und den Rest durch eine Flut vernichtete. Schließlich wanderten ihre Vorfahren (nach Osten) von Wald zu Wald, bis sie zu hohen Bergen gelangten, die ihnen den Weg versperrten. Schließlich gelang es ihnen, diese zu überwinden (möglicherweise am Khyber-Pass), und sie erreichten ihre Heimat in der Nähe von Kalkutta.
Sumerer: Die Sumerer glaubten, sie stammten aus einem Paradies, das sie Dilmun nannten. Es gibt jedoch nicht viele weitere Parallelen zum Garten Eden. Dilmun war ein Ort, an dem sich alle Götter befanden, ebenso wie Ziusudra, ein Mensch, der Unsterblichkeit erlangt hatte. Das Dilmun-Epos stammt aus der Zeit um 2400 v. Chr.
F: Da Adam und Eva in Gen 3 vollkommen waren – wie können vollkommene Wesen dann unvollkommene Dinge tun, wie zum Beispiel sündigen?
A: Unabhängig davon, wie man „vollkommen“ definiert, sagt die Bibel niemals, dass Adam und Eva vollkommen waren. Sie sagt auch niemals, dass sie unfähig waren zu sündigen. Vielmehr zeigt die Bibel lediglich, dass sie sehr gut waren und insofern „sündlos“ waren, als sie noch nicht gesündigt hatten. Sie waren dennoch in der Lage, ihren freien Willen auszuüben und eine Entscheidung bezüglich der Sünde zu treffen.
Clemens von Alexandria war in seinem Werk „Die Stromata“ (193–202 n. Chr.), Buch 6, Kapitel 12, S. 502, einer der Ersten, der diese Frage beantwortete. Er sagte unter anderem, dass der Mensch „bei seiner Erschaffung nicht vollkommen war, sondern für die Aufnahme der Tugend geeignet war. … Nun ist eine Veranlagung eine Bewegung hin zur Tugend, nicht die Tugend selbst. Alle sind also, wie ich sagte, von Natur aus für den Erwerb der Tugend geschaffen.“
F: Da ein vollkommener Gott in Gen 3 nur vollkommene Wesen erschafft, wie konnten Adam und Eva dann sündigen?
A: Bei der Beantwortung sind fünf Punkte zu berücksichtigen.
Tertullian beantwortete diese Frage bereits im Jahr 207/208 n. Chr. in „Fünf Bücher gegen Marcion“, Buch 2, Kapitel 5–9. Tertullians ausführliche Antwort lässt sich mit seinen eigenen Worten wie folgt zusammenfassen: „Daher war es angemessen, dass [der Mensch], das Ebenbild und die Ähnlichkeit Gottes, mit freiem Willen und Selbstbeherrschung geschaffen wurde; damit gerade dies – nämlich die Willensfreiheit und die Selbstbeherrschung – als das Ebenbild und die Ähnlichkeit Gottes in ihm angesehen werden könne.“ Mit anderen Worten: Es war angemessen für einen vollkommenen Gott, Geschöpfe nach seinem Ebenbild zu erschaffen, die über einen freien Willen verfügen.
Theophilus, Bischof von Antiochia (168–181/188 n. Chr.), beantwortete eine damit zusammenhängende Frage – ob Adam und Eva sterblich oder unsterblich waren –, indem er aufzeigte, dass sie sich in einem Entwicklungsprozess befanden und beide Wege einschlagen konnten. (Theophilus an Autolycus, Buch 2, Kap. 27, S. 105)
Keine Roboter: Würden Sie erwarten, dass ein vollkommener Gott darauf beschränkt wäre, Roboter zu erschaffen, und unfähig wäre, Menschen mit freiem Willen zu erschaffen? Gott erschafft keine logischen Unmöglichkeiten, und damit Gott Menschen erschaffen konnte, die sich frei dafür entscheiden, Ihn zu lieben und Ihm zu gehorchen, schuf Er sie auch so, dass sie fähig sind, Ihn nicht zu lieben und Ihm nicht zu gehorchen. Die Bibel sagt niemals, dass Adam und Eva in dem Sinne „vollkommen“ waren, dass sie niemals sündigen konnten. Vielmehr sagt die Bibel, dass sie „sehr gut“ und „sündlos“ waren, insofern, als sie noch nicht gesündigt hatten.
Gottes Vollkommenheit: Im Hinblick auf die Menschheit und die Dämonen macht die Bibel überaus deutlich, dass Gottes Vollkommenheit Ihn nicht daran hindert, Wesen zu erschaffen, die die Fähigkeit besitzen, Ihm nicht zu gehorchen.
Wessen Definition? Wenn jemand unter einem vollkommenen Gott einen versteht, der nicht in der Lage ist, Menschen mit moralischer Entscheidungsfreiheit zu erschaffen, dann liegt die Beweislast bei dieser Person, mindestens einen Vers zu finden, der diese Ansicht untermauert. Andernfalls passt diese Definition nicht zum Gott der Bibel. Die Kernfrage lautet hier:
a) Sollten Sie versuchen, dem Gott der Bibel Ihre Definition von „Gottes Vollkommenheit“ aufzuzwingen, oder
b) sollte man Gott in der Bibel selbst darüber sprechen lassen, wie Er vollkommen ist und wie Er sich entschied zu erschaffen?
Was die Frage betrifft, warum Gott sich die „Mühe“ gemacht hat, Adam und Eva zu erschaffen, obwohl er wusste, dass sie sündigen würden, siehe die Erörterung zu Genesis 1.
F: Warum wurden Adam und Eva in 1. Mose 3,1 und 2. Korinther 11,3 von Satan in Gestalt einer Schlange in Versuchung geführt und nicht in Gestalt von etwas anderem, wie beispielsweise einem Löwen oder einem Kaninchen?
A: Die Heilige Schrift gibt darauf keine Antwort, doch wir können Vermutungen anstellen. Große Tiere könnten einschüchternd wirken und die Menschen in Alarmbereitschaft versetzen. Winzige Tiere würden möglicherweise als unbedeutend ignoriert werden. Eine Schlange könnte andeuten, dass „List“ in Ordnung ist. Damit viele Menschen in der Gesellschaft massenhaft sündigen, müssen sie zunächst davon überzeugt werden, dass eine Sünde nichts Falsches ist.
Manche Menschen betrachten die Schlange als Symbol für Intelligenz ohne Gewissen. Die Schlange beeindruckt dadurch, wie sie listig auf ihre Beute wartet und sich an sie heranschleicht. In Matthäus 10,16 heißt es, wir sollen klug wie die Schlangen und unschuldig wie die Tauben sein.
F: Wie konnte in Gen 3,1 ein unintelligentes, stummes Tier wie eine Schlange Adam und Eva in Versuchung führen?
A: Dies war keine gewöhnliche Schlange. Satan nahm die Gestalt einer Schlange an, und Satan konnte sprechen und ist äußerst intelligent. Satan wird auch in Offenbarung 12,9.14.15 und Offenbarung 20,2 als die Schlange bezeichnet. Es gibt zwei mögliche Erklärungen dafür, wie Satan eine Schlange gewesen sein könnte, und die einfachste Auslegung legt nahe, dass beide zutreffen.
Körperliche Verwandlung: Entweder verwandelte sich Satan selbst oder er wurde in die physische Gestalt einer Schlange verwandelt, die sprechen konnte.
Besessenheit: Es ist möglich, dass Satan in ein bereits vorhandenes Tier eingedrungen ist und durch dieses sprach.
Unabhängig davon, ob die Schlange, die Eva sah, Satan selbst oder nur eine gewöhnliche Schlange war, „sprach“ Satan „hinter“ dieser Gestalt, um die listige, heimtückische Vorgehensweise einer Schlange anzudeuten.
F: Was können wir in Gen 3,1–16 anhand dieses Beispiels allgemein über die Sünde lernen?
A: Wir können vieles lernen, doch hier sind nur einige Beispiele.
1. Die Sünde bringt den Tod mit sich. Adam und Eva wären niemals gestorben, doch an dem Tag, an dem sie sündigten, waren sie auf dem Weg in den Tod.
2. Die Sünde hat auch nach der Vergebung Konsequenzen. Gott vergab ihnen, doch sie würden dennoch sterben, und sie erhielten die Gabe des Baumes des Lebens nicht zurück (zumindest nicht bis Offenbarung 2,7; 22,2.14).
3. Die Heilige Schrift erwähnt nicht, ob sie den Tod überhaupt gesehen haben, bevor Gott einige Tiere tötete, um sie mit Fellen zu bekleiden. Die Sünde konnte nicht durch ein Bündel Blätter verdeckt werden, die im nächsten Jahr wieder nachwachsen würden. Sie konnte nur durch Blut verdeckt werden – durch das Blut eines Tieres, das gestorben war.
4. Sie durften von fast jedem Baum im Garten essen, doch sie hielten Gott für geizig, weil er ihnen diesen einen Baum vorenthielt. Nach dem Sündenfall erwies Gott ihnen Barmherzigkeit, indem er ihnen vergab und sie mit Tierfellen bekleidete, doch sie würden Schwierigkeiten haben, denn der Boden würde ihnen nun nur noch spärliche Erträge bringen.
5. Selbst die Folgen ihrer Sünde waren eine Gnade Gottes. Haddon Robinson erwähnt, dass Schmerz die Fahne der Realität in der Festung des rebellischen Herzens hisst.
6. Selbst nach der Sünde hat Gott noch immer einen Erlösungsplan. Selbst wenn wir schwer versagen, gilt die Verheißung aus Römer 8,28 weiterhin. Selbst in diesem dunklen Kapitel gab Gott bereits in Genesis 3,15 eine Verheißung.
F: Bedeutet die Tatsache, dass die Schlange in 1. Mose 3,1.14 dazu verflucht wurde, auf dem Bauch zu kriechen, dass Schlangen früher Beine hatten?
A: Nein. Zwar haben einige Amphibien (Sirenen) Vorderbeine, aber keine Hinterbeine, doch ist das hier nicht gemeint. Auch wenn die Heilige Schrift dies nicht ausdrücklich sagt, wurde Satan mit einer eingeschränkten und erniedrigenden Fortbewegungsart verflucht. Satan nahm die Gestalt einer niederen Schlange an, und Gott bestrafte Satan mit einem Fluch, dass ein Teil der Eigenschaften der Schlange bei Satan verbleiben sollte.
Wenn Menschen sündigen, ist das Bedürfnis nach Vergebung für die äußere Tat nur ein Teil des Problems. Die Natur der Sünde ist oft derart, dass ein Teil der Sünde innerlich an unseren Herzen haftet, und wir benötigen sowohl Reinigung als auch Vergebung.
F: Hatte die Schlange in Gen 3,1.14–15 vor dem Fluch Beine oder nicht?
A: Es gibt zwei Hauptansichten.
Ja: Möglicherweise ähnelte diese bestimmte „Schlange“ im Garten einer Warane, die ihren Bauch vom Boden abhebt, und Gott veränderte dieses Geschöpf so, dass es jegliche Spuren von Beinen verlor. Sie kann nicht einfach von einer „waranartigen“ Haltung zu einem krokodilartigen Kriechen auf dem Bauch übergegangen sein, da die Verwendung des gebräuchlichen Begriffs „Schlange“ implizieren würde, dass keine Beine vorhanden sind. In der Nelson Study Bible, S. 10, heißt es: „Der Text … deutet darauf hin, dass die Schlange zuvor eine andere Körperform hatte.“
Nein: Der „New International Bible Commentary“ (S. 117) vertritt die Ansicht: „Die Bestrafung der Schlange (V. 14) darf nicht so verstanden werden, dass sie einst Beine gehabt habe. Vielmehr sollte das, was einst natürlich und schön erschienen war, nun eine ständige Erinnerung an das sein, was sie einst getan hatte.“ Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 1, S. 55, heißt es: „Dieser Fluch deutet nicht zwangsläufig darauf hin, dass die Schlange zuvor wie die anderen Landtiere auf Füßen und Beinen gelaufen sei. Der springende Punkt ist vielmehr, dass die Schlange für den Rest ihres Lebens infolge des Fluchs, wenn sie – wie es Schlangen tun – auf dem Bauch kriecht, ‚Staub fressen‘ wird. Die Betonung liegt auf dem ‚Staub fressen‘ der Schlange, einem Ausdruck, der an anderer Stelle die Bedeutung von ‚vollständiger Niederlage‘ trägt (vgl. Jes 65,25; Mi 7,17).“
Unabhängig davon geht es jedoch darum, dass die Schlange, die so listig war („arum“ in 1. Mose 3,1), nun verflucht ist („arur“ in 1. Mose 3,14). Das Wort „verflucht“ wird auf die Schlange und den Boden angewendet, nicht jedoch auf den Mann oder die Frau.
F: Warum wurden Adam und Eva in Gen 3,3–24 strenger bestraft als viele Menschen heute?
A: Gott bestrafte sie nicht einfach wegen ihrer Handlung des Pflückens; schließlich hätten sie auch die Früchte anderer Bäume pflücken können. Gott bestrafte sie dafür, dass sie keine gefallene Natur hatten und Gott dennoch ungehorsam waren.
Die Schwere ihrer Strafe erscheint angemessen, wenn man bedenkt, dass Gott auf der Grundlage dessen bestraft, was die Menschen wissen und wozu sie fähig waren. Im Gegensatz zu den Menschen heute befanden sie sich in der unmittelbaren Gegenwart Gottes und vertrauten dennoch nicht darauf, dass Gott wusste, was für sie am besten war. Im Gegensatz zu den Menschen heute hatten sie keine sündige Natur, die sie ständig zur Sünde verleiten würde.
F: Haben Adam und Eva in Gen 3,3–6 einen Apfel gegessen?
A: Die Heilige Schrift sagt nirgends, dass sie einen Apfel gegessen haben. Es handelte sich um eine verbotene Frucht, die Frucht der Erkenntnis von Gut und Böse, die heute vermutlich nicht mehr auf der Erde zu finden ist.
Manche glauben, die Verwechslung der verbotenen Frucht mit dem Apfel im Mittelalter sei darauf zurückzuführen, dass das lateinische Wort für „böse“ „malum“ und das lateinische Wort für „Apfelbaum“ „malus“ lautet. Wie auch immer diese Vorstellung entstanden sein mag – es gibt keine biblische Grundlage für den Kern dieser Idee, wie man es auch dreht und wendet. ;-)
F: Symbolisiert Adam in Gen 3,5–22 den himmlischen Geist, Eva die irdische Seele und die Schlange die Bindung an die menschliche Welt, wie es die Bahá’í in „Some Answered Questions“ auf Seite 123 lehren?
A: Nein. Seit Jahrhunderten versuchen Menschen, spirituelle Bedeutungen zu finden, die im Widerspruch zum wörtlichen Sinn der Genesis stehen. Adam ist eindeutig ein männlicher Mensch und Eva eine weibliche Person; diese ungerechtfertigte Interpretation würde Männer zu höheren „himmlischen Geistern“ und Frauen zu „irdischen Seelen“ machen. Die Wahrheit ist vielmehr, dass Männer und Frauen in den Augen Gottes gleichwertig und gleichberechtigt sind (Galater 3,28).
F: Wenn Adam und Eva in 1. Mose 3,5.22 „wie Götter“ wären, wenn sie von der Frucht aßen, gibt es dann mehr als einen Gott, wie es die Mormonen lehren?
A: Erst danach hätten sie die Erkenntnis von Gut und Böse erlangt. In Genesis 3,5 heißt es „wie Gott“. „Götter“ mit einem „s“ kommt nur in der King-James-Bibel vor; im Hebräischen lautet der Begriff „Elohim“, ein Name für Gott. Somit beweist Genesis 3,5 keine tatsächliche Pluralität.
F: Könnten die Menschen in 1. Mose 3,5.22 alles wissen, so wie Gott?
A: Nein. Satan hat nicht einmal angedeutet, dass sie in jeder Hinsicht wie Gott sein würden (Anbetung, Allmacht, Dreifaltigkeit usw.). Vielmehr versprach Satan, dass sie insofern wie Gott sein würden, als sie sowohl das Gute als auch das Böse erkennen würden. Bevor sie von der Frucht aßen, kannten sie natürlich nur das Gute. Nachdem sie von der Frucht gegessen hatten, wussten sie sowohl um das Gute als auch um das Böse. In einer Weise, die Adam und Eva zutiefst bereuen sollten, hatte die Schlange also Recht. Eine ähnliche Antwort finden Sie in „Hard Sayings of the Bible“, S. 95–96.
Es gibt fünf weitere Stellen, in denen die Erkenntnis von Gut und Böse erwähnt wird: 5. Mose 1,39; 2. Samuel 14,17; 19,35; 1. Könige 3,9 und Jesaja 7,15. Diese zeigen, dass Gott derjenige ist, der bestimmt, was gut und was böse ist, und vielleicht versprach Satan ihnen eine „Unabhängigkeitserklärung“, in der sie selbst entscheiden würden, was Gut und Böse sind. Diese „Unabhängigkeitserklärung“ führte jedoch tatsächlich dazu, dass sie in der Verdammnis gefangen waren. Weitere Informationen zu dieser Sichtweise finden Sie in „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 24–25.
Satan macht auch heute noch ein ähnliches Versprechen. In vielen Formen des Hinduismus besteht das Ziel nicht darin, eine Beziehung zu Gott zu haben oder „gut“ zu sein. Vielmehr ist das Ziel, „erfahren“ zu sein und sowohl das Gute als auch das Böse zu erfahren. Manchmal sind Menschen überrascht, wenn sie einen hinduistischen Guru antreffen, der unehrlich ist und jemanden betrügt. Es kann sein, dass der Guru damit gar nicht im Widerspruch zu seiner Religion steht. Für manche besteht das Ziel darin, sowohl das Gute als auch das Böse zu meistern.
F: Warum wurde Eva in Gen 3,6 dafür bestraft, dass sie durch den Verzehr der Frucht nach Weisheit strebte, da das Erlangen von Weisheit doch allgemein als etwas Gutes angesehen wird?
A: Das Streben nach Weisheit ist an sich nicht gut. Das Streben nach Weisheit von Gott ist gut, aber Weisheit durch Ungehorsam ist nicht gut. Christen haben im Allgemeinen nicht alle verschiedenen Formen des Bösen kennengelernt und erlebt, noch wollen sie dies tun.
Wie Theophilus, Bischof von Antiochia (168–181/188 n. Chr.), in seinem Brief an Autolycus, Buch 2, Kapitel 25, Seite 104, schrieb: „Denn es war nicht der Baum, wie manche meinen, sondern der Ungehorsam, der den Tod in sich barg. Denn in der Frucht lag nichts anderes als nur Erkenntnis; Erkenntnis ist jedoch gut, wenn man sie besonnen einsetzt. Adam aber, der noch ein Kind war, war aus diesem Grund noch nicht in der Lage, Erkenntnis würdig zu empfangen.“ Ante-Nicene Fathers 2, S. 104.
Frage: Inwiefern ähneln die Versuchungen Satans gegenüber Eva in Gen 3,6 den Versuchungen Satans gegenüber Jesus in Mt 4,1–11 und Lk 4,1–13?
A: Auch wenn sie nicht identisch sind, wendet Satan oft immer wieder ähnliche Taktiken an, und das liegt wahrscheinlich daran, dass sie nach wie vor wirken.
Eva sah, dass die verbotene Frucht
1. gut zur Speise [körperlicher Appetit],
2. eine Augenweide [Schönheit, Begierde der Augen],
3. begehrenswert, um Weisheit zu erlangen [die Augen würden geöffnet werden, und man würde wie Gott Gut und Böse erkennen] [gottgleiche Macht, nachdem man Satans Befehl befolgt hatte].
Jesus, der fastete, wurde versucht mit
1. Steine, die zu Brot wurden [körperlicher Appetit],
2. sich vom Dach des Tempels hinabzustürzen [sich zur Schau zu stellen],
3. die Herrschaft über alle Reiche der Erde [gottgleiche Macht unter Satans Befehl].
In 1. Johannes 2,16 werden drei Arten von Sünden in der Welt genannt: die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens.
Frage: Da Gott in Gen 3,8 überall ist (Ps 139), wie konnte Adam dann von Gottes Gegenwart entfernt sein?
A: Die Tatsache, dass Gottes Gegenwart überall ist, hindert Gott nicht daran, eine direkte, ortsgebundene Gegenwart zu haben, um mit uns in Beziehung zu treten. Wie in „When Critics Ask“, S. 36, erwähnt wird, gibt es viele weitere Beispiele dafür, dass Gott sich an bestimmten Orten durch verschiedene Dinge offenbart. Dazu gehören die drei Besucher bei Abram (Genesis 18,1–33), den brennenden Busch (2. Mose 3,2–22), eine dichte Wolke (2. Mose 19,9), den Berg Sinai (2. Mose 19,11–12), die Bundeslade (1. Könige 8,11–13), das Verlassen des Tempels (Hesekiel 10,3–18) sowie das Kommen Jesu auf die Erde.
F: Da Gott in Genesis 3,8 überall ist, wie konnten Adam und Eva dann hören, wie Gott im Garten wandelte?
A: Gott ist überall, und Er kann alles tun; dazu gehört auch, an einem bestimmten Ort gegenwärtig zu sein. Dies könnte sich auf Gott in der Dreifaltigkeit beziehen, doch frühe Christen wie Theophilus von Antiochia (168–181/188 n. Chr.) schreiben in seinem „Brief an Autolycus“, Buch 2, Kapitel 22, Seite 103, dass es sich dabei um Jesus Christus handelte. Theologen bezeichnen Erscheinungen Christi vor Seiner jungfräulichen Geburt als Christophanien.
F: Da Gott doch alles weiß, warum musste Er in Gen 3,9.11 fragen, wo Adam war und was er getan hatte?
A: Gott weiß tatsächlich alles. Wie ein Elternteil im Umgang mit seinen Kindern stellt Gott manchmal Fragen, deren Antworten Er bereits kennt, um den Menschen die Gelegenheit zu geben, sich Ihm gegenüber zu bekennen.
Damals stellte Gott ihnen vier Fragen:
1. Wo seid ihr?
2. Wer hat es euch gesagt (wo habt ihr das erfahren)?
3. Habt ihr gegessen (ungehorsam gehandelt)?
4. Was habt ihr da getan?
Gottes Fragen führten sie sanft zur Umkehr. Gott vergab ihnen zwar von Herzen, doch sie mussten dennoch die Konsequenzen tragen und erhielten die Gabe des Baumes des Lebens nicht zurück.
Auch heute stellt Gott den Menschen dieselben vier Fragen!
1. Wo sind Sie? Menschen, die in Sünde leben, wissen oft nicht, wo sie stehen, obwohl sowohl Gott als auch die Menschen um sie herum sehen können, wie elend sie ihr eigenes Leben gestalten. „Denn auch wir waren einst töricht, ungehorsam, irregeführt und Sklaven aller möglichen Begierden und Vergnügungen – wir lebten in Bosheit und Neid, wurden gehasst und hassten einander. Als aber die Güte Gottes, unseres Erlösers, und seine Liebe zu den Menschen offenbar wurden,“ (Titus 3,3–4a BSB).
2. Wer hat Ihnen das gesagt (wo haben Sie das gelernt)? Die Menschen glauben heutzutage oft zu vielen Lügen statt der Wahrheit Gottes. „Ich fürchte jedoch, dass, so wie Eva durch die List der Schlange getäuscht wurde, auch Ihre Gedanken von Ihrer einfachen und reinen Hingabe an Christus abgebracht werden könnten. Denn wenn jemand kommt und einen anderen Jesus verkündet als den, den wir verkündet haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt als den, den ihr empfangen habt, oder ein anderes Evangelium als das, das ihr angenommen habt, lasst ihr euch das sehr leicht gefallen.“ (2. Korinther 11,3–4 BSB)
3. Haben Sie davon gegessen (sind Sie ungehorsam gewesen)? Ob es sich nun um eine Quelle verbotenen (und oft lügnerischen) Wissens handelt, um verbotene Erfahrungen oder um ein Herz, das auf geringere Dinge ausgerichtet ist – der Heilige Geist fragt: „Sind Sie ungehorsam?“
4. Was haben Sie getan? Selbstverschuldete Tragödien (sowohl moralischer als auch körperlicher Art) geschehen in der Regel nicht plötzlich wie das Platzen eines Ballons, sondern beruhen auf einer im Laufe der Zeit aufgebauten Grundlage der Sünde, wie bei einem Ballon, aus dem langsam Luft entweicht. In Jakobus 1,15 heißt es, dass die Begierde, nachdem sie empfangen hat, die Sünde gebiert; und die Sünde, wenn sie voll ausgereift ist, gebiert den Tod. Auch wenn ein Schuldiger keine Entschuldigung hat, sollten Sie dennoch zurückblicken und erkennen, welche Entscheidungen und welche Herzenshaltungen zu dieser Katastrophe geführt haben.
Auch die frühchristlichen Schriftsteller sahen in Gottes Fragen eine Offenbarung ihrer eigenen Situation und einen Aufruf zur Umkehr.
Theophilus (Bischof von Antiochia 168–181/188 n. Chr.) war in seinem „Brief an Autolycus“, Buch 2, Kapitel 26, Seite 105, der Erste, der sich mit dieser Frage befasste. Er sagte: „Was Gottes Ruf betrifft, als Er sprach: ‚Wo bist du, Adam?‘, so tat Gott dies nicht, als wüsste Er nichts davon; sondern in Seiner Langmut gab Er ihm eine Gelegenheit zur Umkehr und zum Bekenntnis.“
Tertullian beantwortet diese Frage in seinem Werk „Fünf Bücher gegen Marcion“ (207/208 n. Chr.) wie folgt: „… Gott war sich weder über die Begehung der Sünde im Unklaren, noch wusste er nichts von Adams Aufenthaltsort. Es war sicherlich angebracht, den Sünder, der sich vor dem Bewusstsein seiner Sünde verbarg, herbeizurufen und ihn in die Gegenwart seines Herrn zu führen – nicht bloß, indem man seinen Namen rief, sondern mit einem gezielten Schlag gegen die Sünde, die er in jenem Augenblick begangen hatte. Denn die Frage sollte nicht in einem bloß fragenden Ton gelesen werden: ‚Wo bist du, Adam?‘, sondern mit eindringlicher und ernster Stimme und mit einem Anklang der Schuldzuweisung. „Oh, Adam, wo bist du?“ – was so viel bedeutet wie: Du bist nicht mehr hier, du bist verloren – sodass die Stimme der Ausdruck einesjenigen ist, der zugleich tadelt und trauert.“ (Fünf Bücher gegen Marcion, Buch 2, Kap. 26, S. 317). Tertullian beantwortet diese Frage (kurzer) auch in „Gegen Praxeas“ (um 213 n. Chr.), Kap. 16, S. 612.
Adamantius (um 300 n. Chr.) sagt, dass Gott Adam nicht fragte, „weil er sich erkundigen wollte, sondern vielmehr, um ihm [Adam] etwas in Erinnerung zu rufen.“ „Dialog über den wahren Glauben“, erster Teil, Strophe 17, S. 61.
Auch Athanasius (331 n. Chr.) antwortete, dass Gott die Frage in voller Kenntnis der Antwort stellte. Er fügt hinzu, dass jeder, der glaubt, Gott kenne die Antwort nicht, wenn er die Frage stellt, bereits zu den Manichäern gehört. „Vier Reden gegen die Arianer“, Rede 3, Kap. 28.50, S. 421
Frage: In Gen 3,14–15 verfluchte Gott, der Herr, die Schlange mit den Worten: „Staub sollst du essen alle Tage deines Lebens.“ Mir fällt es schwer, dies mit den zoologischen Erkenntnissen in Einklang zu bringen, wonach Schlangen Fleischfresser sind und Frösche, Vögel usw. fressen. Ich möchte damit nicht sagen, dass Gott Unrecht hat; ich glaube, dass Er unfehlbar ist, aber könnten Sie bitte erläutern, was dieser Vers tatsächlich bedeutet? Handelt es sich hier um eine Metapher?
A: Betrachten wir zunächst die Schlangen und anschließend die Metapher. Im Gegensatz zu Würmern sind Schlangen Fleischfresser und beziehen ihre Nahrung nicht aus dem Verzehr von Staub. Die meisten Schlangen kriechen jedoch auf dem Boden; ihre Nahrung besteht ausschließlich aus dem, was in den Staub fällt, und sie können nicht vermeiden, zusammen mit ihrer Nahrung auch etwas Schmutz zu verschlucken. Nicht nur ihre Nahrung, sondern das gesamte Leben der Schlange ist niedrig, umgeben von dem Schmutzigen und Unbedeutenden. Das hebräische Substantiv „nacash“ ist hier ein gebräuchlicher Begriff für Schlange und leitet sich von einem Verb ab, das „zischen“ oder „flüstern“ bedeutet. Es hat Konnotationen von flüsternder Magie. Somit betont das Wort das Flüstern der Schlange, und die Genesis betont den Staub; daher lautet das Bild hier: „Einmal ein Staubflüsterer, alle Ihre Tage ein Staubflüsterer.“
In der „New Geneva Study Bible“ (S. 13) heißt es, dass Staub „tiefste Erniedrigung“ bedeuten kann. Die „NIV Study Bible“ (S. 10) führt aus, dass Staub auch ein Symbol für den Tod sein könnte.
Nun war die Schlange, die Adam und Eva in Versuchung führte, keine gewöhnliche Schlange; es war Satan selbst. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder erschien Satan als Schlange, oder er nutzte den Körper einer bereits existierenden Schlange. Während sich Genesis 3,14–15 auf alle Schlangen oder auf ein einzelnes Reptil – Amphibie, Eidechse oder Schlange – und all dessen Nachkommen beziehen könnte, könnte es sich auch darauf beziehen, dass Satan gewissermaßen an diese physische Erscheinungsform gebunden ist, da er sie damals nutzte.
Der wichtigste Schwerpunkt in Genesis 3,14–15 ist das Urteil gegen Satan. So wie die Schlange auf niedrige, unehrenhafte Weise kriecht und nur das isst, was schmutzig ist, wird auch Satan, der sich dafür entschieden hat, die Gestalt einer Schlange anzunehmen, niemals davonkommen, vom Staub aus seiner ehemals hohen Position im Himmel zu kriechen.
Menschen, die die Schlange kriechen und Staub fressen sehen, könnten als Erinnerung an den Sündenfall dienen.
Während des Millenniums in Jesaja 65,25 werden der Wolf, das Lamm und andere Tiere verwandelt und gesegnet sein, doch die Schlange wird weiterhin „Staub fressen“. Während niemandem Schaden zugefügt wird und es auf Gottes heiligem Berg keine Fleischfresser geben wird, wird die Schlange dennoch „Staub fressen“. In Offenbarung 20,1–10 wird uns berichtet, dass die Gläubigen 1.000 Jahre lang mit Christus auf der Erde herrschen werden; doch am Ende dieser 1.000 Jahre wird Satan weiterhin hinausgehen und „flüstern“, um die Völker gegen Gott aufzuhetzen.
F: Bedeutet Gen 3,15, dass die Jungfrau Maria sündlos sein würde, wie manche Katholiken behaupten?
A: Nein, und zwar aus zwei Gründen.
Hier wird Eva angesprochen, nicht Maria. Natürlich war Eva nicht sündlos, doch das stellt kein Problem dar, da dieser Vers niemals behauptet, sie sei sündlos gewesen.
Der Same, also Jesus, steht im Mittelpunkt dieses Verses. Weder hier noch an irgendeiner anderen Stelle in der Bibel heißt es, dass die Mutter Jesu sündlos sein würde. Darüber hinaus gibt es in den fast 4.200 Seiten erhaltener christlicher Schriften aus der vor-nikänischen Zeit keinen einzigen Hinweis darauf, dass Maria sündlos gewesen sei.
F: Wer genau sind in Gen 3,15 die Nachkommen Satans?
A: In Johannes 8,41.44 weist Jesus darauf hin, dass es diejenigen sind, die Jesus ablehnen.
F: Was ist in Gen 3,15.23–24 das Ironische an den hier verwendeten Worten?
A: Es handelt sich um ein Wortspiel. Adam wurde in den Garten gesetzt, um Gott anzubeten (le’obdah) und ihm zu gehorchen (lesomrah), doch nach dem Sündenfall würde er arbeiten (la’abod) und vom Weg zum Baum des Lebens ferngehalten werden (lismor).
Manchmal können dieselben Umstände für uns ein Segen oder ein Fluch sein, je nachdem, ob wir Gott gehorchen oder nicht.
F: Sollte Gen 3,16 mit „Eine Falle hat deinen Kummer und dein Seufzen vermehrt“ oder mit der traditionellen Übersetzung „Ich werde es stark vermehren“ übersetzt werden?
A: Die hebräischen Konsonanten sind in beiden Fällen fast identisch. Die Vokale unterscheiden sich stark, doch die Vokalzeichen wurden erst viele Jahre nach Christus hinzugefügt. Der einzige Unterschied bei den Konsonanten besteht darin, dass in der traditionellen Übersetzung zwei Konsonanten fehlen. Entweder handelte es sich bei den fehlenden Konsonanten um einen Druckfehler, oder aber die andere Übersetzung ist korrekt.
Sollte die andere Übersetzung („Falle“) zutreffen, wäre Satan die Falle. Unabhängig davon ist das Kinderkriegen nichts Böses, sondern war ursprünglich Teil von Gottes Willen für sie (Genesis 1,28), und der Sündenfall hat daran nichts geändert.
F: Sollte Gen 3,16 so ausgelegt werden, dass die Frau mit einem überwältigenden [sexuellen] Verlangen nach ihrem Mann verflucht wurde? Oder sollte das Wort „Wenden/Beherrschen“ anstelle von „Verlangen“ lauten?
A: Zwar kann das Wort an sich beides bedeuten, doch deutet der Kontext auf „lenken“, „beherrschen“ oder „bezwingen“ hin. Von den insgesamt 120 Stellen im Alten Testament, an denen die englischen Begriffe „desire“, „desiring“ oder „desirous“ verwendet werden, kommt dieses spezielle hebräische Wort für Verlangen, teshuqah (Strong-Nr. 8669), nur dreimal vor: 1. Mose 3,16; 1. Mose 4,7 und Hohelied 7,10. In Hohelied Salomos 7,10 geht es um das Verlangen eines Menschen nach seiner Geliebten, und in Genesis 4,7 warnt Gott Kain, dass die Sünde danach strebt, ihn zu ergreifen.
Laut Walter Kaiser haben die Schriftsteller der frühen Kirche – Clemens von Rom (96–98 n. Chr.), Irenäus (182–188 n. Chr.), Tertullian (198–220 n. Chr.), Origenes (225–254 n. Chr.), Epiphanius, Hieronymus sowie Philo der Jude diese Stelle mit „sich abwenden“ übersetzten, und ihnen war die Auslegung als „Begierde“ fremd. Somit bedeutet die Passage, dass Frauen sich vom Vertrauen auf Gott abwenden und stattdessen ihren Ehemännern vertrauen würden. Kaiser erwähnt, dass Katherine C. Bushnell herausfand, dass der Begriff „Begierde“ in dieser Passage erstmals von einem italienischen Dominikanermönch namens Pagnino verwendet wurde. Obwohl die Wycliffe-Bibel bereits zuvor übersetzt worden war, übersetzten leider alle anderen englischen Bibeln – von der Coverdale-Ausgabe bis hin zur King-James-Bibel – diesen Begriff fortan als „Begierde“.
Fünf Gründe sprechen dafür, dass es sich um „sich zuwenden“, „beherrschen“ oder „meistern“ handelt und nicht um sexuelles Verlangen:
1. Die Symmetrie zwischen „Verlangen nach deinem Mann“ und „er wird über dich herrschen“.
2. Die große Nähe zur gleichen Bedeutung in Genesis 4,7
3. Wenn es sexuelles Verlangen bedeutete, warum wird dann das Verlangen der Männer gegenüber den Frauen nicht ebenfalls erwähnt?
4. Neues Testament: Ehefrauen sollen sich ihren Ehemännern unterordnen, und Ehemänner sollen ihre Ehefrauen lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat (Epheser 5,22–33). In 1. Timotheus 2,11–14 ist sogar davon die Rede, dass Frauen nicht lehren oder Autorität über Männer ausüben sollen, da Eva diejenige war, die verführt wurde.
5. Übel in der Geschichte: Auch Männer haben oft auf ausbeuterische und ungebührliche Weise über Frauen geherrscht. Wenn ein sumerischer oder chinesischer Kaiser starb, wurden seine Frauen manchmal mit ihm getötet. Bevor die Briten kamen, wurde die Frau eines verstorbenen Hindu bei seiner Beerdigung gewöhnlich lebendig verbrannt (sogenanntes Suttee). Die Griechen schätzten Frauen nicht wesentlich höher ein als die Araber und Muslime: Wenn einem eine Frau, ein Diener oder Vieh gegeben wird, soll man dessen Stirn ergreifen und zu Allah beten. Ibn-i-Majah, Band 3, Nr. 1918, S. 157. Nach der muslimischen Scharia (Gesetz) entspricht die Aussage einer Frau der Hälfte der eines Mannes, „wegen der Unzulänglichkeit des Verstandes der Frau“. (Bukhari, Band 3, Buch 48, Kapitel 12, Nr. 826, S. 502)
F: Würde die Frau gemäß Gen 3,16 große Schmerzen bei der Geburt haben, oder war das Kinderkriegen ein Segen, wie es in Gen 1,28 heißt?
A: Beides trifft zu. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
Vor dem Sündenfall Adams und Evas wäre das Gebären von Kindern ein Segen gewesen, ohne körperliche oder seelische Schmerzen.
Nach dem Sündenfall heißt es in Genesis 3,16, dass körperliche Schmerzen auftreten würden. Hinzu kämen die Schmerzen, die die Kinder aufgrund ihrer Sünde mit sich bringen würden. In „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 25, heißt es, dass es am wahrscheinlichsten ist, dass sich die Schmerzen auf den gesamten Prozess der Erziehung der Kinder bis zum Erwachsenenalter beziehen. Die Schmerzen, die Eva bei der Geburt von Kain und Abel empfand, müssen gering gewesen sein im Vergleich zu dem Schmerz, als sie erfuhr, dass Kain Abel ermordet hatte.
Nebenbei sei angemerkt, dass Tiere bei der Geburt im Allgemeinen nicht so große Schmerzen haben, was auf das Verhältnis zwischen der Größe des Kopfes des Jungtieres und dem Becken der Mutter zurückzuführen ist.
Der Segen ist jedoch nicht vollständig zunichte gemacht worden. Kinder sind nach wie vor ein Segen des Herrn (Psalm 127,3–5).
F: Warum wurde in 1. Mose 3,16 die gesamte Schuld Eva zugeschrieben? (Ein Muslim hat dies behauptet.)
A: Nicht alles wurde Eva angelastet. Zwar aß Eva als Erste, und Eva wurde bestraft, doch auch Adam wurde bestraft. Er musste hart arbeiten, um dem Boden das zu entlocken, was zuvor mühelos zu gewinnen war.
In der biblischen Theologie gibt es keinen Hinweis darauf, dass Eva „dümmer“ gemacht worden sei. Da der Muslim dies jedoch angesprochen hat: Der frühe muslimische Theologe und Historiker al-Tabari sagte, dass Eva ursprünglich intelligent gewesen sei, Allah sie jedoch (im Gegensatz zu Adam) nach dem Sündenfall von Adam und Eva dumm gemacht habe. al-Tabari, Band 1, S. 280, 281. Zudem sagte Mohammed in den Hadithen, dass der Urin eines männlichen Säuglings reiner sei als der eines weiblichen. Ibn-i-Majah, Band 1, Nr. 522, 525, 526, S. 284, 285, 286. Der Grund dafür ist: „Er (der Prophet) sagte: ‚Wahrlich, Allah, der Erhabene, schuf Adam, und Eva (Hawwa’) wurde aus seiner kleinen Rippe erschaffen. So entstand der Urin eines Jungen aus Wasser und Lehm, und der Urin eines Mädchens aus Fleisch und Blut.‘“ Beachten Sie, dass dies nicht auf den Sündenfall zurückzuführen ist, sondern auf die Schöpfung Evas selbst.
F: Wie können in Gen 3,20, bei aller Verschiedenheit der Menschen, alle Rassen von Adam und Eva abstammen?
A: In Genesis 3,20 heißt es, dass Eva die Mutter aller Lebenden sein würde. Körpergröße, Haar- und Hautfarbe sind geringfügige Unterschiede, die nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Hunden, Katzen und Pferden auftreten. Genetisch gesehen sind sich alle Menschen sehr ähnlich. Eine genetische Studie über 67 Hunderassen in der Juni-Ausgabe 1997 der Fachzeitschrift „Science“ zeigt, dass auch Hunde einen gemeinsamen Ursprung haben.
Weitere Bibelstellen, die bestätigen, dass alle von Adam und Eva abstammen, sind Matthäus 19,4–5; Römer 5,12–19 und 1. Timotheus 2,13–14.
F: Hätten Adam und Eva in 1. Mose 3,20 auch dann Kinder bekommen, wenn sie nicht gesündigt hätten? (Diese Frage stellte meine Frau.)
A: Ja. Wir kennen das tatsächliche Alter von Adam und Eva zum Zeitpunkt ihrer Sünde nicht; sie hätten Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sein können. Die Tatsache, dass es vor dem Sündenfall keine Kinder gab, bedeutet nicht, dass Gott sie so geschaffen hätte, dass sie keine Kinder bekommen könnten, sofern sie nicht gesündigt hätten.
Zwei verschiedene Bibelstellen belegen, dass sie unabhängig vom Sündenfall Kinder hätten bekommen können.
In Genesis 1,28, vor dem Sündenfall, gebot Gott ihnen, fruchtbar zu sein und sich zu vermehren. Sofern Gott sich nicht auf Mathematik bezog, gebot Er ihnen, Kinder zu bekommen.
In Genesis 3,16 wurde Eva mit verstärkten Schmerzen bei der Geburt verflucht. Sie wurde mit verstärkten Schmerzen oder Leiden bei der Geburt verflucht, nicht mit der Geburt selbst.
F: Warum kleidete Gott Adam und Eva in Genesis 3,21 in Tierfelle?
A: Die Heilige Schrift sagt es nicht ausdrücklich, doch wir können dieses erste Tieropfer als Symbol dafür sehen, dass Gott das Opfer eines Lebewesens als Sühne für unsere Sünde verwenden würde.
F: Warum „benötigte“ Gott in 1. Mose 3,21 den Staub vom Erdboden, um Adam zu erschaffen, und eine Rippe, um Eva zu erschaffen?
A: Die Bibel sagt, dass Gott sich dafür entschieden hat, diese zu verwenden, aber sie sagt niemals, dass Gott verpflichtet war, Staub und Zellen aus einer Rippe zu verwenden. Gott kann verwenden, was immer Er wünscht.
F: Warum hat Gott in Gen 3,22 Adam und Eva daran gehindert, weiterhin vom Baum des Lebens zu essen?
A: Dies hat drei Aspekte.
Züchtigung: Dies sollte Adam und Eva – und uns – die Schwere des Ungehorsams gegenüber Gott vor Augen führen.
Gerichtliche Strafe: Gott hatte ihnen versprochen, dass sie an dem Tag sterben würden, an dem sie von der verbotenen Frucht aßen. An jenem Tag starben sie geistlich, und der Zugang zum Baum des Lebens wurde ihnen entzogen, damit sie auch körperlich sterben würden.
Barmherzigkeit und Segen: Hätten sie weiterhin vom Baum des Lebens essen dürfen, hätten sie die Schuld und den Fluch ihrer Sünde für immer mit sich herumgetragen. Daher war es eine Gnade, dass ihnen der Tod gewährt wurde und sie von vorne beginnen konnten – was schließlich darin gipfelte, dass Christus kam und allen das Heil brachte. Novatian erkannte dies in seiner „Abhandlung über die Dreifaltigkeit“, Kap. 1, S. 612.
F: Warum lehnte Gott in Gen 4,3–6 Kains Opfer ab?
A: Auch wenn Abel vielleicht das Beste darbrachte und Kain nicht, gibt es dafür in der Genesis keinen Hinweis.
In Hebräer 11,4 heißt es, dass Abel im Glauben opferte. Abgesehen davon, dass Kain eine schlechte Einstellung hatte (wie seine nachfolgenden Handlungen zeigten), könnte es auch sein, dass Gott Blutopfer und keine pflanzlichen Opfer wollte – als Vorwegnahme des Todes Christi.
Dies könnte einen Kontrast zwischen Abels aufrichtiger Anbetung und Kains formalistischer Anbetung darstellen. Abels Opfergaben der „besten Teile“ der „Erstlinge“ waren die erlesensten Stücke der Erstlinge. Kain brachte lediglich „etwas“ Gemüse dar, nicht die Erstlingsfrüchte.
F: Sollte das Pronomen in Gen 4,7 mit „es“ übersetzt werden, was sich auf die Versuchung zur Sünde bezieht, oder mit „ihn“, was sich auf Abel bezieht?
A: Ich glaube, es sollte „es“ sein. Das hebräische Wort steht in der dritten Person Singular, was für sich genommen „er“, „sie“ oder „es“ bedeuten kann. Ob es „er“ oder „es“ bedeutet, muss man am Kontext erkennen.
Wenn es „er“ (d. h. Abel) bedeuten würde, wäre dies die einzige Stelle, an der vom älteren Bruder gesagt würde, er habe möglicherweise „Herrschaft“ über den jüngeren Bruder. In alttestamentlicher Zeit erhielt der Älteste in der Regel einen doppelten Anteil, doch das ist keine Herrschaft. Wenn es „er“ bedeuten würde, könnte man sogar argumentieren, dass entweder Gott Kain befahl, seinen Bruder zu töten (Herrschaft über ihn auszuüben?), oder dass Kain, indem er das Gegenteil von dem tat, was Gott ihm geraten hatte, Herrschaft über Abel ausübte.
Wenn es „es“ bedeutete, dann spricht Gott zu Kain darüber, dem zu widerstehen, was (wie ein Tier) an der Tür lauert, d. h. der Versuchung zur Sünde. Ich habe nur diese Auslegung gehört, niemals die andere.
Ich war neugierig, was die Kirchenväter der vor-nicänischen Zeit zu diesem Vers lehrten. Der einzige vor-nicänische Autor, der sich damit befasste, war Irenäus (182–188 n. Chr.) in seinem Werk „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 23.4, S. 456, und Buch 4, Kap. 18.3, S. 485. Irenäus, ein griechischer Autor, stützte sich offenbar auf die Septuaginta. Obwohl er Genesis 4,7 erörterte, ohne den Vers wörtlich zu zitieren, geht aus seiner Darstellung hervor, dass er ihn offensichtlich als „er“ interpretierte. Irenäus vertritt die Ansicht, dass Kain die Dinge nicht gerecht mit seinem Bruder aufteilen wollte, sondern über ihn herrschen wollte.
Meiner Ansicht nach handelt es sich um „es“, da Gott Kain sagt, dass Kain die Herrschaft über „es/ihn“ haben soll. Irenäus hat den Kern des Verses hier völlig verwechselt. Kain soll die Herrschaft über die Versuchung zur Sünde haben, nicht über Abel.
F: Wie konnte in Gen 4,10 Abels Blut schreien?
A: Dies ist eine Metapher für die Ungerechtigkeit gegenüber Abel und Kains Schuld. Die Bibel wörtlich zu nehmen bedeutet, sie so zu lesen, wie es die Verfasser beabsichtigten. Das Nicht-Erkennen von Metaphern und Allegorien in der Bibel wird als übertrieben wörtliche Auslegung bezeichnet. Weitere Ausführungen zum Gegensatz zwischen übertrieben wörtlicher Auslegung und der Auslegung der Bibel, wie sie beabsichtigt war und wie Jesus sie verstand, finden Sie in der Einleitung.
F: Warum wurde Kain in Gen 4,12 nicht wegen Mordes hingerichtet? (Diese Frage stellte mir meine Frau.)
A: Die Todesstrafe war im Alten Testament vorgeschrieben, nicht nur in den Zehn Geboten, sondern auch unmittelbar nach der Sintflut in Genesis 9,5–6 sowie in Deuteronomium 13,10–11. All diese Stellen stammen jedoch aus der Zeit nach Kain und Abel. Abgesehen davon kennt Gott alle Umstände, und Gott selbst ist nicht an die Gesetze gebunden, die Er für uns festgelegt hat.
Zu jener Zeit war Kain kein Gesetz bekannt, das die Hinrichtung wegen Mordes vorschrieb, und Gott ging mit ihm so um, dass er ihn von der Erde vertrieb.
F: Hat sich die Prophezeiung in 1. Mose 4,12 als unerfüllt erwiesen, da Kain in 1. Mose 4,17 eine Stadt erbaute?
A: Nein, dies ist aus zwei Gründen keine nachweislich unerfüllte Prophezeiung.
Faktisch: In Genesis 4,12 heißt es lediglich, dass Kain ein ruheloser Wanderer sein würde; es wird nicht gesagt, wann er wandern würde, wie lange er ein Wanderer sein würde oder ob er immer ein Wanderer bleiben würde. Über Kains weiteres Leben wissen wir nur wenig. In Genesis 4,17 heißt es, dass Kain eine Stadt baute und sie nach seinem Sohn Henoch benannte. Vielleicht versuchte Kain, eine Stadt zu errichten, um sich Gottes Prophezeiung zu widersetzen, und wurde danach vertrieben und wanderte umher.
Geistlich: Kain galt als der „verfluchte“ Nachkomme, und es gibt keine Hinweise darauf, dass er jemals wieder zu Gott zurückkehrte. Diese Prophezeiung könnte sich also sowohl auf Kains geistlichen als auch auf seinen körperlichen Zustand bezogen haben.
F: Warum glaubte Kain in Gen 4,13, dass jeder, der ihn fände, ihn töten wolle?
A: Es ist sehr interessant, dass die Bibel nirgends erwähnt, dass Gott oder jemand anderes Kain dies gesagt hätte. Bei vielen moralischen Verfehlungen, einschließlich Mord, haben Menschen ein Gewissen, das ihnen sagt, dass dies falsch ist. Kain argumentierte vielleicht, dass es gerecht wäre, wenn er getötet würde, nachdem er einen Mitmenschen getötet hatte, der nach dem Ebenbild Gottes geschaffen war. In Genesis 4,15 schien Gott diese Argumentation zu bestätigen, und deshalb traf Gott besondere Vorkehrungen und versah Kain mit einem Mal, damit andere wüssten, dass sie so etwas nicht tun sollten.
Frage: Welches Zeichen hat Gott in 1. Mose 4,13–16 an Kain angebracht?
A: Die Heilige Schrift sagt dazu nichts, außer dass es etwas war, das andere erkennen würden. Es war jedoch kein Teil des Fluchs, der auf Kain lastete. Vielmehr war es Gottes Gnade, Kain ein Zeichen zu geben, damit andere wüssten, dass sie ihn nicht töten durften.
F: Gab es in 1. Mose 4,13 außer Adam und Eva sowie Kain noch andere Menschen auf der Erde?
A: Dies bezieht sich nicht nur auf mögliche Töchter, von denen Kain seine Frau erhielt, sondern auch auf Menschen, die nach dem Mord geboren wurden. Zwar stammen alle Menschen von Adam und Eva ab (1. Mose 3,20; Apostelgeschichte 17,26; Römer 5,14–15), doch hatten Adam und Eva gemäß 1. Mose 5,4 weitere Söhne und Töchter.
F: Woher nahmen die Söhne Adams und Evas in Gen 4,16–22 ihre Ehefrauen? Ist Inzest nicht verboten?
A: In Genesis 5,4 heißt es, dass Adam und Eva weitere Söhne und Töchter hatten. Inzest war damals nicht verboten: Wären unsere Gene frei von genetischen Defekten, würde Inzest keine der über 2.000 menschlichen Erbkrankheiten hervorrufen, die heute auftreten.
Als historische Anmerkung sei erwähnt, dass Augustinus von Hippo diese Frage im Werk „De civitate Dei“ (Der Gottesstaat), Buch 15, Kapitel 16, S. 297 (413–426 n. Chr.), im Wesentlichen auf dieselbe Weise beantwortete.
F: Wie kam Kain in Gen 4,16–17 zu seiner Frau aus dem Land Nod?
A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.
1. Selbst wenn man annimmt, dass Kain seine Frau tatsächlich aus dem Land Nod holte, wäre sie dennoch eine Nachkommin von Adam und Eva, da alle Menschen von Adam abstammen (Apostelgeschichte 17,26) und Eva die Mutter aller Lebenden war (Genesis 3,20).
2. Die Bibel sagt nirgends, dass Kain seine Frau in Nod kennengelernt habe. Kain könnte sehr wohl bereits verheiratet gewesen sein, und seine Frau könnte mit ihm nach Nod gereist sein.
F: Handelt es sich bei Gen 4,17–24 um das Geschlechtsregister Adams, oder ist Gen 4,25–5,32 das Geschlechtsregister Adams? (Ein Liberaler hat dies als Doppelung angeführt, um die Mehrfachautorschaft der Genesis zu belegen.)
A: Genesis 4,17–24 ist die Genealogie Kains, in der Seth nicht erwähnt wird. Unmittelbar darauf folgt in Genesis 4,25–5,32 die Genealogie Seths, in der Kain nicht erwähnt wird. Hier gibt es keine Überschneidung oder Doppelung.
Sollte dies nicht klar sein, sehen Sie sich bitte ein zweites Beispiel an. 1. Chronik 5,1–10 enthält die Genealogie Rubens, eines der Söhne Jakobs. Unmittelbar darauf folgt in 1. Chronik 5,11–22 die Genealogie Gads, eines weiteren Sohnes Jakobs.
F: Wie konnten in Gen 4,22 Metalle schon so früh verwendet werden?
A: Bronze wurde gefunden in: Thailand – 4500 v. Chr., im ehemaligen Jugoslawien – 4000 v. Chr., in Griechenland – 3000 v. Chr. und in Anatolien – vor 3000 v. Chr. Die Ägypter verwendeten bereits vor 3000 v. Chr. Eisen aus Meteoriten für Schmuckstücke und Dolche. Auch in der Stadt Eshnunna in der Nähe von Babylon fanden Archäologen eine Eisenklinge aus dem Jahr 2700 v. Chr.
F: Steht der Name „Tubal-Kain“ in Gen 4,22 in Zusammenhang mit der Region „Tubal“ in der heutigen Türkei, wie es in Asimovs „Guide to the Bible“ auf Seite 33 heißt?
A: Auch wenn sich dies weder bestätigen noch widerlegen lässt, besteht wahrscheinlich kein Zusammenhang. Tubal war zudem der Name eines Sohnes von Jafet, und das Volk der Tubaliter stand vermutlich in Verbindung mit ihm. Das Volk der „Tubaliter“ wurde in assyrischen Aufzeichnungen zur Zeit von Salmanassar III. (859–824 v. Chr.) und Sargon um 732 v. Chr. erwähnt.
F: Warum hat der Mann in Gen 4,23–24 Lamech verwundet?
A: Es gibt drei Vermutungen bezüglich dieses Mannes:
Ein Selbstjustizler glaubte, das Richtige zu tun, indem er versuchte, Kains Nachkommen zu töten. Gott hatte jedoch in Genesis 4,15 ausdrücklich festgelegt, dass niemand Rache an Kain nehmen dürfe; daraus lässt sich ableiten, dass auch an seinen Söhnen keine Rache genommen werden sollte.
Eine Ausrede für einen Räuber, der versuchte, Lamechs Hab und Gut zu rauben, war, dass Lamech ein Nachkomme Kains war.
Es spielte keine Rolle, wessen Nachkomme Lamech war; der Mann versuchte lediglich, Lamech auszurauben und/oder zu töten.
Die Heilige Schrift misst es jedoch nicht bei, warum gerade dieser Mann versuchte, Lamech zu verletzen. Der Kern von Genesis 4,23–24 bestand darin, aufzuzeigen, dass Kain und seine Nachkommen nach dem ersten Mord in Feindseligkeit gegenüber anderen lebten.
F: Wie lautete in Gen 4,23–24 die Abstammung des Mannes, der Lamech verwundete, und wann wurde Seth geboren?
A: Die Heilige Schrift gibt dazu keinen Aufschluss, daher gibt es drei gleichermaßen wahrscheinliche Möglichkeiten.
Abel hatte Kinder, bevor er ermordet wurde.
Seth war sein Vorfahr. Nichts deutet darauf hin, dass die Ereignisse in Genesis 4,23–24 chronologisch vor denen in Genesis 4,25–26 stattfanden.
Kain war der Vorfahr des jungen Mannes.
F: Könnten die Jahre in Gen 5,1–32 in Wirklichkeit Monate sein?
A: Nein. Wenn dies der Fall wäre, wäre Henoch erst 65 Monate alt (etwa 5½ Jahre) gewesen, als er der Vater von Methusalah wurde! Siehe „1001 Bible Questions Answered“, S. 323, für im Wesentlichen dieselbe Antwort.
F: Geht das Buch Genesis in Gen 5,1–32 davon aus, dass vor Abraham alle Menschen Hebräisch sprachen?
A: Nein, ganz im Gegenteil. In Genesis 11 heißt es in der Erzählung vom Turmbau zu Babel, dass die Menschen nach der Sintflut Sprachen sprachen, die untereinander unverständlich waren. Vor dem Turmbau zu Babel gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Menschen Hebräisch sprachen. Abraham selbst sprach wahrscheinlich kein Hebräisch. Er stammte aus Ur, einer sumerischen Stadt. Das Hebräische enthält einige sumerische Lehnwörter, die über das Akkadische in die Sprache gelangten.
Weltliche Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass die meisten westlichen Sprachen, einschließlich des Sanskrit in Indien, einen gemeinsamen Ursprung um 4000 v. Chr. hatten.
F: Was bedeuten all diese Namen in Genesis 5,3–29 auf Hebräisch?
A: Hier sind die Bedeutungen, basierend auf der Etymologie (Wortursprung) aus der Strong’schen Konkordanz und in einigen Fällen auf der Bedeutung, die Genesis angibt.
Adam – Mensch. Laut der Strong’schen Konkordanz bedeutet es „rötlich“ oder „Mensch“. Genesis 2,23 deutet darauf hin, dass Adam „Mensch“ bedeutet.
Seth – gesetzt/gestellt/ernannt/ersetzt. In Genesis 4,25 heißt es, Eva habe ihn Seth genannt, weil Gott einen anderen anstelle von Abel eingesetzt habe.
Enosch – Sterblicher. Die NIV-Studienbibel, S. 13, erklärt, dass der Name, ebenso wie „Adam“, „Mensch“ bedeutet.
Kainan/Kenan – fest (wie ein Nest oder eine Behausung)
Mahalaleel – Lob Gottes, Lobet Gott.
Jared – ein Nachkomme
Henoch – Eingeweiht, geweiht, erzogen
Methusalah – Mann des Pfeils
Lamech – von einer unbenutzten Wortwurzel mit ungewisser Bedeutung
Noah – entweder Ruhe oder Trost
Irad – der Flüchtige
Ham – heiß
Sem – Name?
Japheth – Ausdehnung. Nach Ansicht der vorchristlichen Griechen war Japetos ihr Stammvater.
Eine Erkenntnis, die wir von Japetos gewinnen können, ist, dass die Etymologie oder Bedeutung hinter jedem Namen nicht unbedingt von Bedeutung ist.
Ein zweiter Punkt, den wir von Seth und Noah lernen können, ist, dass die Bedeutung hinter manchen Namen durchaus von Bedeutung ist.
F: Gibt es in Gen 5,21–27 einen Grund dafür, dass Methusalah der älteste Mensch in der Bibel war?
A: Vielleicht. Die Sintflut ereignete sich in dem Jahr, in dem Methusalah starb. Vielleicht war dies ein Zeichen der Barmherzigkeit Gottes, der die Sintflut hinauszögerte, indem er ihm ein langes Leben schenkte.
F: Warum nahm Gott in Gen 5,24 Henoch, einen gottesfürchtigen Mann, zu sich?
A: Vielleicht aus demselben Grund, aus dem wir schöne Blumen in unser Zuhause holen. Henoch ist nicht unbedingt gestorben; Gott hat Henoch einfach zu sich in den Himmel genommen, ähnlich wie Elia in 2. Könige 2,11–12. Eine andere Darstellung lautet: Wie gute Freunde gingen Henoch und Gott spazieren; es wurde spät, und Gott sagte: „Da du näher an meinem Haus bist als an deinem eigenen, warum kommst du nicht einfach jetzt zu mir nach Hause?“ Allerdings lässt Gott die meisten seiner Diener sterben, damit sie in den Himmel kommen. Dies ist keine gefühllose Gleichgültigkeit, sondern in Psalm 116,15 heißt es: „Kostbar ist in den Augen Jehovas der Tod seiner Heiligen.“ (Green’s Literal Translation)
F: Warum gibt es in 1. Mose 6 Ähnlichkeiten zwischen der Sintflut und anderen Berichten?
A: Sie sollten ähnlich sein, wenn sie ein gemeinsames Ereignis wiedergeben. Der babylonische Bericht ähnelt in den Details, unterscheidet sich jedoch stark in den angegebenen Gründen. Diesem Bericht zufolge vernichteten die Götter die Menschen, weil diese zu viel Lärm machten, doch später bereuten sie dies und versammelten sich hungrig um die Opfergaben „Noahs“.
Eine bemerkenswerte Ähnlichkeit besteht darin, dass die Bibel besagt, Noahs drei Söhne seien Ham, Sem und Jafet gewesen. Die „Aryan Institutes of Manu“ berichten, dass Satyavrata die Sintflut mit drei Söhnen überlebte: Jyapeta, Sharma und C’harma. Der griechische Schriftsteller Aristophanes überliefert die griechische Überlieferung, wonach Japetos (Iapetus, der Titan) der Stammvater der Griechen war. All dies sind Belege, die ein gemeinsames Ereignis untermauern.
F: Bedeutet Gen 6,3, dass Gottes Geist jemanden verlassen und niemals zurückkehren könnte?
A: Nein. Genesis 6,3 besagt, dass der von Gott gegebene Geist den physischen Körper eines Menschen nach 120 Jahren verlassen wird.
F: Bedeutet Gen 6,3, dass die Lebensspanne des Menschen fortan nur noch 120 Jahre betragen würde, oder dass es vor der Sintflut eine Gnadenfrist von 120 Jahren geben würde?
A: Beides wäre möglich, da es keine Beweise gegen eine der beiden Ansichten gibt. Laut der „NIV Study Bible“ (S. 14) und dem „New International Bible Commentary“ (S. 120) könnte jede der beiden Interpretationen zutreffen. Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 77, neigt dazu, dies als die Lebensdauer des Menschen zu betrachten. Dort heißt es, dass die Ansicht, es handele sich um die Zeit bis zur Sintflut, von Luther, Calvin und der „Scofield-Bibel“ vertreten wurde. Die „New Geneva Study Bible“ (S. 18) erwähnt beide Ansichten, tendiert jedoch zu den Jahren bis zur Sintflut.
F: Hat Gott in Gen 6,3 unsere Lebensspanne auf 120 Jahre festgelegt oder nur auf 70 bis 80 Jahre, wie es in Ps 90,10 heißt?
A: Manche Dinge sind schwer zu verstehen, bis man erkennt, dass es Gott freisteht, zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Regeln festzulegen. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen hat sich verändert. Gott legte die durchschnittliche Lebenserwartung kurz vor der Sintflut auf 120 Jahre fest. Viel später zeigt Psalm 90,10, dass sie verkürzt wurde. Dort heißt es, dass ein Mensch 70 Jahre alt wird, 80, wenn er die Kraft dazu hat. Eine grafische Darstellung der in der Genesis angegebenen Lebenserwartungen zeigt einen exponentiellen Rückgang.
Wissenschaftler sind sich über alle Mechanismen des Alterns nicht im Klaren: Mikroben altern nicht. Während die Demethylierung der DNA ein Mechanismus sein könnte, scheint der vorherrschende Mechanismus die Verkürzung der DNA-Stränge zu sein. Jedes Mal, wenn sich die DNA in einer Zelle eines Tieres teilt, werden einige der Enden verkürzt. Nun befindet sich an den Enden Fremdmaterial, und Mikroben verfügen über ein Enzym, die Telomerase, das die Enden wiederherstellt. Bei Tieren scheint die Telomerase die Enden der DNA jedoch nicht wiederherzustellen.
F: Wie lässt sich Genesis 6,3 mit der Aussage von Paläontologen in Einklang bringen, wonach Menschen in der Antike eine kürzere Lebensdauer hatten?
A: Diese spezielle Behauptung des Szientismus, der sich als Wissenschaft ausgibt, weist einige Mängel auf.
1. Beachten Sie, dass sie niemals die Grundlage nennen, auf der sie behaupten, die Menschen hätten eine kürzere Lebenserwartung gehabt.
2. Sie legen keine Beweise dafür vor, dass sie über eine statistisch valide und unverzerrte Stichprobe verfügen. So könnte beispielsweise ein hypothetischer Paläontologe in ferner Zukunft den Abfall aus einigen Abtreibungskliniken ausgraben und „beweisen“, dass unsere durchschnittliche Lebenserwartung weniger als ein Jahr betrug. Auch dieser „Beweis“ wäre statistisch verzerrt.
3. Bei Schätzungen der Lebenserwartung sollte angegeben werden, ob die Säuglingssterblichkeit einbezogen oder ausgeschlossen wird. In den 1970er Jahren betrug die Lebenserwartung in vielen zentralafrikanischen Ländern beispielsweise weniger als 30 Jahre. Würde man jedoch in diese Länder reisen, würde man dennoch viele ältere Menschen antreffen. Gäbe es ein hypothetisches Land, in dem jedes Kleinkind 60 Jahre alt würde, aber zwei Drittel aller Babys sterben würden, läge die durchschnittliche Lebenserwartung bei nur 20 Jahren.
F: Da Gott niemals Mensch werden konnte – wie konnte Jesus dann gemäß Gen 6,3 auf die Erde kommen? (Diese Frage wurde von einem Atheisten gestellt.)
A: In Genesis 6,3 steht nichts dergleichen. Dort heißt es lediglich, dass die Menschen tatsächlich aus Fleisch sind. Nun ist es zwar wahr, dass Gott Geist ist und dass Jesus sich selbst entäußerte, um im Fleisch auf die Erde zu kommen, doch Genesis 6,3 selbst bestätigt oder verneint nichts darüber, dass Gott im Fleisch gekommen sei.
F: Wer waren in Gen 6,2.4–5 die Nephilim oder „Söhne Gottes“?
A: Die Nephilim, was „die Gefallenen“ bedeutet, wurden auch „Söhne Gottes“ genannt, und hier sind einige Theorien, warum man sie so bezeichnete.
Die gottesfürchtige Linie Seths oder Gläubige, die sündigten, indem sie Ungläubige aus dem Geschlecht Kains heirateten. Diese Ansicht reicht bis zu Julius Africanus zurück, der zwischen 232 und 245 n. Chr. schrieb, in „Ante-Nicene Fathers“, Band 6, Fragment 2, S. 131.
„Mächtige Könige“ ist die Interpretation des aramäischen Targums.
Eine andere Rasse wie die Neandertaler, Denisovaner oder möglicherweise der Homo erectus.
Technologisch fortgeschritten: Ein Skeptiker vermutet, dass die Israeliten sie wegen ihrer hohen Mauern und ihrer technologisch fortschrittlichen Waffen als Riesen bezeichneten.
Kinder von Frauen und von dämonisch besessenen Männern.
Dass sich manche dämonische Wesen kreuzen konnten, war der Glaube der Juden Philo, Josephus (<100 n. Chr.) und des Verfassers von 1. Henoch (Kapitel 6). Zu den Christen, die dies lehrten, gehörten die „Zweite Apologie des Justinus des Märtyrers“, Kap. 5, S. 190, Tertullian in „Über die Verschleierung der Jungfrauen“, Kap. 7, S. 32 (198–220 n. Chr.), die „Lehren des Commodianus“ (um 240 n. Chr.), Kapitel 3, S. 203, sowie Ambrosius von Mailand (um 378 n. Chr.). Augustinus von Hippo räumt in „De civitate Dei“ (413–426 n. Chr.), Buch 15, Kap. 23, S. 303–304 ein, dass frühere Christen diese Ansicht vertraten, weist jedoch darauf hin, dass Genesis 6,3 dieser Ansicht widerspricht, da Gott sagt, dass Sein Geist nicht ewig mit den Menschen streiten werde, was keinen Sinn ergäbe, wenn es sich bei den Tätern lediglich um Dämonen handelte.
Vielleicht war dies ein Versuch Satans, unseren Genpool zu verändern. Doch wenn sich Dämonen kreuzen könnten, wie hätte Jesus dann für Wesen, die halb Mensch, halb Dämon waren, eine teilweise Sühne leisten können?
F: Wie bereut Gott in 1. Mose 6,6?
A: Das Wort kann auch mit „betrübt“ übersetzt werden. Gott drückt Seine Gefühle im Laufe der Zeit aus, während die Ereignisse geschehen. Jeremia 18,8 geht näher darauf ein. Weitere Informationen finden Sie auch in der Erörterung zu Genesis 20,3.6.
F: In Gen 6,9: Inwiefern war Noah in seiner Generation vollkommen?
A: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass „vollkommen“ hier „sündlose Vollkommenheit“ bedeutet. Vielmehr bedeutet das hebräische Wort „Übereinstimmung mit dem Maßstab“, und die ursprüngliche Bedeutung könnte durchaus „gerade sein“ gewesen sein. Dasselbe Wort wird mit unterschiedlicher Vokalzeichenung in 3. Mose 19,15 verwendet, um „Ihren Nächsten gerecht zu richten“.
F: Da in 1. Mose 6,12 alle ihre Wege verdorben hatten, wie konnte Noah dann in 1. Mose 6,9 und 1. Mose 7,1 untadelig sein?
A: Der Kontext zeigt deutlich, dass mit „alle“ alle außer Noah und seiner Familie gemeint sind. Beachten Sie, dass auch Noahs Vater Lamech im Jahr der Sintflut starb.
F: Wie konnte Noah in 1. Mose 6,13 und 7,1 wissen, dass Gott zu ihm sprach, da er Gott doch nie gesehen hatte?
A: Oftmals wissen Menschen, die seit vielen Jahren eine Beziehung zu Gott pflegen, wann Gott zu ihnen spricht. Ein weiteres Beispiel finden Sie in 1. Könige 19,11–13.
Die einzige Warnung, die die Menschen vor einer Sintflut hatten, war Noah, der Mann, der in einer Wüste ein Schiff baute. Aus Noahs Sicht wäre er entweder der größte Held oder der größte Narr, den seine Generation je gesehen hatte. Es gäbe für ihn nichts dazwischen. Das ist das Wesen eines großen Glaubens an Gott. (Predigt von Bill Counts vom 5.11.2005)
F: Wie konnte Noah in 1. Mose 6,14 eine so große Arche bauen?
A: Er hatte 100 Jahre Zeit, um sie gemeinsam mit seinen drei Söhnen und möglicherweise einigen angeheuerten Helfern zu bauen. Die Arche war etwa 450 Fuß lang, 75 Fuß breit und 45 Fuß hoch. Das entspricht einem Volumen von 1.518.750 Kubikfuß, wenn es sich um einen exakten rechteckigen Kasten handelte. In 100 Jahren konnten sie 45/100 = weniger als einen halben Fuß Höhe pro Jahr bauen. Ein Stall mit den Maßen 10 Fuß × 15 Fuß × 6 2/3 Fuß hat ein Volumen von 1.000 Kubikfuß. Das Schiff „Queen Elizabeth 2“ ist 963 Fuß (294 m) lang, 105,3 Fuß (32,09 m) breit und 171,3 Fuß (52,5 m) hoch. Die Arche war also kleiner als die „Queen Elizabeth 2“, abgesehen davon, dass die Arche keinen tiefen Kiel hatte.
F: Wie lang waren in Gen 6,14 einige andere antike Boote?
A: In der Antike wurde in Großbritannien ein römisches Boot mit einer Länge von 100 Fuß gefunden, und auch spätere Wikingerschiffe waren lang; das längste bekannte war das Roskilde-Schiff mit 115 Fuß. Im Zeitalter der Entdeckungen konnten Linienschiffe bis zu 200 Fuß lang sein, und spätere Klipper waren typischerweise 150 bis 250 Fuß lang. Das längste Klipperschiff, die „Great Republic“, war 302 Fuß lang. Zwar gab es in Europa einige wenige Klipperschiffe aus Metall, doch die meisten Klipperschiffe bestanden aus Holz mit Metallverstärkungen am Spant und am Innenkiel.
Natürlich standen ihnen keine 100 Jahre zur Verfügung, um diese Schiffe zu bauen. Auch wenn die meisten Schiffe aus Eiche gebaut werden, da dieses Holz robust ist, sind andere Holzarten wie Teak, Ebenholz, brasilianisches Blackheart und Cocobolo (in Südamerika) wesentlich widerstandsfähiger. Die Arche wurde nicht aus Eiche, sondern aus Gopherholz gebaut. Wir wissen nicht genau, was Gopherholz ist; es gibt zwei Theorien. Die eine besagt, dass es sich um ein sehr hartes Holz handelte (das vielleicht heute noch unter einem anderen Namen existiert oder mittlerweile ausgestorben ist). Eine zweite Theorie besagt, dass „Gopherholz“ ein mechanisches Verfahren war, bei dem das Holz gepresst wurde, um es zu härten, damit es widerstandsfähiger wurde. Schließlich bedeutet die Tatsache, dass sie aus Gopherholz gebaut wurde, nicht, dass sie keine weiteren Bauteile enthielt, wie beispielsweise Metallnägel, Verstrebungen usw. Genesis 4,22 zeigt, dass es bereits lange vor Noah Werkzeuge aus Bronze und Eisen (wahrscheinlich aus Meteoriten) gab.
F: Woher wissen wir in Gen 6,14, dass eine Elle 17,5 Zoll beträgt?
A: Als König Hiskia um 700 v. Chr. den Siloam-Tunnel errichten ließ, meißelten seine Arbeiter eine Inschrift ein, aus der hervorgeht, dass dieser 1.200 Ellen lang war. Teilt man die Länge in Zoll durch 1.200 Ellen, ergibt sich ein Wert von etwa 17,5 Zoll pro Elle. Natürlich könnte eine Elle zur Zeit Moses’ etwas größer oder kleiner gewesen sein. Das würde bedeuten, dass die Arche etwas größer oder kleiner gewesen wäre.
F: Wie konnte die Arche in Gen 6,14 die Sintflut überdauern?
A: Dafür gibt es mindestens drei Gründe.
Gopherholz war möglicherweise eine besonders feste Holzart, könnte aber auch speziell behandeltes Holz gewesen sein. Schweres Holz ist eine gute Wahl, da es über eine gewisse Flexibilität verfügt. Genesis 4,22 zeigt, dass es bereits vor Noah Bronze und Eisen gab.
Die Form war ideal für unruhige Gewässer (1 × 1,67 × 10).
Gott hätte die Arche natürlich bei Bedarf auch auf übernatürliche Weise schützen können.
F: Sollte Noah gemäß 1. Mose 6,19 von jedem Lebewesen zwei mitnehmen oder sieben Paare von jedem reinen Tier, wie es in 1. Mose 7,2 heißt? Sind aber gemäß 1. Mose 7,8–9 nur jeweils ein Paar von jeder Art an Bord gegangen?
A: Alle Aussagen sind zutreffend; Genesis 6,19 erwähnt die reinen Tiere nicht ausdrücklich. Noah sollte von jeder Art zwei mitnehmen, und zusätzlich sollte er von den reinen Tieren sieben mitnehmen. In Genesis 6,19 heißt es „zwei“; es heißt nicht „nicht mehr als zwei“. Die zusätzlichen Tiere dienten als Nahrung und als Opfergaben gemäß Genesis 8,20. Dies ist weniger eine Ungenauigkeit seitens der Bibel als vielmehr ein Beispiel dafür, wie Gott uns lehrt. Gott stellt sicher, dass wir das allgemeine Konzept „zwei zur Erneuerung“ verstehen, und fügt dann ein zweites Konzept hinzu: „sieben zusätzliche zum Opfern“. Es ist vergleichbar mit Schülern, die Arithmetik lernen. Sie lernen zunächst, wie man eine kleinere Zahl von einer größeren Zahl subtrahiert. Erst später lernen sie etwas über negative Zahlen und dass man eine größere Zahl von einer kleineren subtrahieren kann.
In Genesis 7,8–9 ist nicht von genau einem Paar jeder Tierart die Rede. Dort heißt es „zwei und zwei“, was sowohl das eine Paar der unreinen Tiere als auch alle Paare der reinen Tiere einschließen würde.
F: Stammt Gen 6,19–20 aus einer „priesterlichen“ Quelle um 450 v. Chr. und Gen 7,2–3 aus einer „jahwistischen“ Quelle um 850 v. Chr.?
A: Es gibt keine Belege dafür, dass es sich jemals um zwei getrennte Erzählungen handelte, abgesehen von der wiederholten Erwähnung. Allerdings ist die Wiederholung ein literarisches Mittel, um einen Punkt zu unterstreichen. Damals kannten sie vielleicht noch nicht das moderne Sprichwort: „Sagen Sie ihnen, was Sie ihnen sagen werden, sagen Sie es ihnen, und sagen Sie ihnen dann, was Sie ihnen gesagt haben“, aber sie waren sich der Wirksamkeit der Wiederholung durchaus bewusst, wie schon ein kurzer Blick in die Psalmen oder die Sprüche zeigt.
Für Liberale ist es schwierig zu behaupten, die Geschichte von Noahs Sintflut stamme entweder aus dem Jahr 850 v. Chr. oder aus dem Jahr 450 v. Chr., da das sumerische Gilgamesch-Epos einige der gleichen Details über eine weltweite Flut enthält und bereits vor 2500 v. Chr. verfasst wurde. (Eine babylonische Abschrift der Tafel 11 des aus zwölf Tafeln bestehenden Epos befand sich im Palast von Ashurbanipal in Ninive.)
Fairerweise muss jedoch angemerkt werden, dass die liberale JEPD-Theorie, wonach die Sintflut auf zwei Quellen zurückgeht, aus dem 19. Jahrhundert stammt, also aus einer Zeit, bevor das Gilgamesch-Epos der modernen Welt bekannt war. Der einzige Grund, warum diese Frage in der vorliegenden Arbeit behandelt wird, ist, dass es nach wie vor eine Reihe liberaler „Christen“ gibt, die an die JEPD-Theorie glauben.
Frage: Wirft Gen 7,1–24 einen schlechten Licht auf den Charakter Gottes und Sein Konzept von Gerechtigkeit? Gott vernichtete die gesamte Menschheit, weil er es „bereute“, sie erschaffen zu haben. Im Wesentlichen gab Gott zu, einen Fehler begangen zu haben, und um diesen Fehler zu korrigieren, fungiert er als Richter, Geschworener und Henker und vernichtet die gesamte Menschheit à la „Robo-Cop“ ohne Gerichtsverfahren, wodurch er Völkermord begeht. Ich habe keinen Zweifel daran, dass es das Böse gab, aber wie böse ist ein einjähriges Kind oder ein ungeborener Fötus?
A: Keineswegs, auch wenn dies die „sanften“ Vorstellungen manche Menschen von Gott zunichte machen mag. Jeder, der jemals gelebt hat – sofern er sich nicht gerade auf der Erde befindet –, ist gestorben (mit nur zwei Ausnahmen). Die Frage ist nicht, dass sie gestorben sind, sondern wann sie gestorben sind und ob ihnen Nachkommen gewährt wurden. Gott empfand Trauer, als er sah, wie die Welt zu Noahs Zeiten aussah. Ob es Ihnen gefällt oder nicht: Gott ist ein Richter. Er ist auch eine Jury und, ja, ein Henker. Gott hat das Recht – und er macht von diesem Recht Gebrauch –, zu bestimmen, wann und wie Menschen sterben.
F: Hatten die anderen Menschen in Gen 7,1 „keine Chance“, Buße zu tun, wie Atheisten behaupten?
A: Nein, ein Jahrhundert ist reichlich Zeit für die Umkehr. Als sie sahen, wie die Arche gebaut wurde, konnten sie auf Noah hören, einen „Prediger der Gerechtigkeit“ (2. Petrus 2,5). Der Bau der Arche dauerte 100 Jahre, und über hundert Jahre sind reichlich Zeit, um die Chance zu haben, sich Gott zuzuwenden. Vielleicht ist dies ein Grund, warum in 1. Petrus 3,20 steht, dass Gott geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde.
F: Wie konnte Noah in 1. Mose 7,2 wissen, wie er die reinen Tiere mitnehmen sollte, da es noch kein alttestamentliches Gesetz gab?
A: Noah verfügte nicht über die alttestamentlichen Schriften; vielmehr sprach Gott selbst zu ihm. Wir wissen zwar nicht genau, inwieweit Gott Noah über den späteren Inhalt des mosaischen Gesetzes unterrichtete, doch Gott kannte sich selbst zweifellos und war in der Lage, Noah mitzuteilen, von welchen Tieren er jeweils sieben mitnehmen sollte.
In diesem persönlichen Gespräch mit Noah wissen wir nicht, ob Gott dieselbe Definition von „rein“ verwendete, wie sie im mosaischen Gesetz zu finden ist. Unabhängig davon wurde Noah mitgeteilt, welche Tiere er mitnehmen sollte.
Aus dieser Frage lässt sich eine Lehre für uns ziehen. Wann immer Gott uns aufträgt, etwas zu tun, kennen wir in der Regel nicht jedes einzelne Detail. Wir können zögern oder einfach dem gehorchen, was wir wissen, und darauf vertrauen, dass Gott uns bei Bedarf korrigiert, während wir gehorchen. Wenn wir erst warten, bis wir jedes einzelne Detail kennen, werden wir wahrscheinlich niemals gehorchen.
F: Sollte Noah gemäß Gen 7,2 sieben Paare reiner Tiere mitnehmen oder nur zwei Paare reiner Tiere, wie der Bibelkritiker Bart Ehrman (Jesus, Interrupted, S. 10) behauptet, dass Gen 7,9–10 darauf hindeute?
A: Ehrman hat hier möglicherweise seine Notizen durcheinandergebracht. In Genesis 7,2 ist von sieben Paaren der reinen Tiere und einem Paar der unreinen Tiere die Rede. In Genesis 7,8–10 heißt es: „Und sie gingen zu Noah in die Arche, Männchen und Weibchen von reinen Tieren und von unreinen Tieren, von Vögeln und von allem, was auf der Erde kriecht, (9) zwei und zwei, wie Gott es Noah geboten hatte. (10) Und nach Ablauf der sieben Tage kamen die Wasser der Sintflut über die Erde.“ (Green’s Literal Translation)
In Genesis 7,9–10 wird nichts darüber gesagt, wie viele Tiere es waren. In Genesis 7,8–9 heißt es, dass die Tiere (Plural) „zwei und zwei“ kamen, das heißt in Paaren (Plural). Es gab mehrere Paare, jeweils eines pro Art der unreinen Tiere. Es gab auch mehrere Paare der reinen Tiere. In Genesis 7,8 gab es keinen Grund, hier genauer auf die Anzahl der Paare einzugehen, da uns sechs Verse zuvor bereits mitgeteilt worden war, wie viele Paare es waren.
F: Was ist an der literarischen Struktur in Gen 7,4–8,12 ungewöhnlich?
A: Man spricht hier von einem Chiasmus, einer in der althebräischen Literatur verbreiteten Form, bei der jede Aussage (mit Ausnahme der manchmal in der Mitte stehenden) eine symmetrische, spiegelbildliche Entsprechung hat. Hier ist die Struktur:
7,4 – 7 Tage, um auf die Sintflut zu warten
7,10 – – 7 Tage bis zur Sintflut
7,17a – – – 40 Tage der Sintflut
7:24 – – – – 150 Tage, in denen das Wasser ansteigt
8:3 – – – – 150 Tage, in denen das Wasser zurückgeht
8:6 – – – 40 Tage des Wartens
8:10 – – 7 Tage des Wartens
8:12 – 7 Tage des Wartens
Darüber hinaus bildet Genesis 7,21–23a einen Chiasmus innerhalb dieses Chiasmus.
– Alles Lebendige starb
– – Vögel
- - - Haustiere und Wildtiere
- - - - Krabbeltiere
- - - - - Menschen
- - - - - - alles auf dem Festland
- - - - - - alle Lebewesen auf der Erdoberfläche
- - - - - Menschen
- - - - Tiere
- - - Kriechtiere
- - Vögel der Luft,
- sie wurden ausgelöscht.
F: Dauerte die Sintflut in Gen 7,12.24 40 Tage oder 150 Tage?
A: In Genesis 7,12 heißt es, dass es 40 Tage lang vom Himmel regnete, doch die Fluten bedeckten die Erde insgesamt 150 Tage lang. Siehe „When Critics Ask“, S. 42, und „Chronological and Background Charts of the Old Testament“, S. 36.
F: Warum scheint die Bibel in Gen 8 zu lehren, dass die Menschheit nur etwa 6.000 Jahre zurückreicht?
A: Nach radioaktiven Datierungsmethoden tauchten anatomisch moderne Menschen, die viele als Cro-Magnon-Menschen bezeichnen, erstmals vor 350.000 bis 300.000 Jahren auf.
Unabhängig davon, wann Gott den Menschen erschuf, lassen die Genealogien in Genesis jedoch unbestimmte Lücken zu, da das Wort „Sohn“ auch „Nachkomme“ bedeutet und das Wort „Vater“ auch „Vorfahr“. In Jesaja 51,2 heißt es, Abraham sei der Vater der Juden, und die Juden sagten zu Jesus in Johannes 8,39, Abraham sei ihr Vater.
Nebenbei bemerkt können wir mit Sicherheit sagen, dass die Welt in sechs Tagen erschaffen wurde, doch wie lang ist ein Tag Gottes? In 2. Petrus 3,8 heißt es, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind. In Psalm 90,4 heißt es, dass tausend Jahre in Gottes Augen wie ein Tag oder eine Wache in der Nacht sind. Irenäus interpretiert in „Gegen die Häresien“, Buch 5, Kap. 23.2 (182–188 n. Chr.), S. 551–552, einen der Tage des Herrn in der Genesis als 1.000 Jahre.
F: Wie konnte Gott in Gen 8,1 und Ex 6,5 sich „erinnern“, wenn Er nicht zuvor vergessen hatte?
A: Gott ist allwissend. Auch wenn Noah sich vielleicht vergessen gefühlt haben mag, ist dies lediglich ein Ausdruck dafür, dass Gott Noah nicht vergessen hat. Wenn wir uns an jemandes Jahrestag oder Geburtstag an ihn erinnern, bedeutet das nicht, dass wir ihn den Rest des Jahres vergessen. Eine ähnliche Antwort finden Sie in „When Critics Ask“, S. 43.
F: Was ist in Gen 8,11 das Besondere an dem Olivenzweig?
A: Das Blatt spross vermutlich nach der Sintflut, und Olivenbäume wachsen nicht in großen Höhen. Der Olivenbaum ist oft ein Symbol für das Volk Gottes.
F: Stammen in Gen 8,15 alle Völker von Noah ab?
A: Väterlicherseits ja, mütterlicherseits jedoch nein. Auch Noahs Frau, seine drei Söhne und deren Frauen befanden sich auf der Arche. Die Unterschiede sind nicht allzu groß, wenn man bedenkt, dass in Mischehen zwei Brüder eine sehr helle und eine sehr dunkle Hautfarbe haben können.
F: Welche Parallelen gibt es in Gen 8,15–21 zu Gen 12,1–7?
A: Es gibt mindestens sieben Parallelen zwischen der Berufung Noahs durch Gott und der Berufung Abrams durch Gott.
Gott sagt zu [ihm] Gen 8,15 Gen 12,1
„Tritt aus der Arche/aus dem Land heraus“ Gen 8,16 Gen 12,1
Da verließ [er] Gen 8,18 Gen 12,4
Dann errichtete [er] einen Altar Gen 8,20 Gen 12,7
Gott segnete [ihn] (Gen 9,1; Gen 12,2)
Vermehrt euch und werdet zu einem großen Volk (Gen 9,1; Gen 12,2)
Einen Bund schließen / Gott gibt ihnen das Land (Gen 9,9; Gen 12,7)
F: Wird das Wasser in Gen 8,21–22 erneut die ganze Erde bedecken?
A: Nein, denn Jesaja 54,9 erinnert uns daran, dass dies nicht geschehen wird. Dies ist ein weiteres Argument gegen die These einer lokalen Flut, denn Gott sagte, es werde nie wieder eine Flut geben, die die Erde bedeckt. Wäre die Sintflut lediglich eine lokale Flut gewesen, hätte es auch andere schreckliche lokale Fluten gegeben.
F: Wird Gott in Gen 8,21 erneut alles Leben vernichten, oder wird alles in 2 Petr 3,7.10 vernichtet werden?
A: In Genesis 8,21 heißt es, dass Gott versprochen hat, nicht alles Leben zu vernichten „… wie ich es getan habe“, und Genesis 8,22 fügt hinzu: „… solange die Erde besteht.“ Gott wird die Erde durch Feuer vernichten und dabei die Gläubigen verschonen.
F: Warum gibt es in Gen 8,22 immer noch Hungersnöte?
A: In Genesis 8,22 heißt es, dass Ernte und Aussaat nicht aufhören werden. Zwar gab es viele Hungersnöte, doch gab es keine weltweite, dauerhafte Hungersnot.
F: Wie konnten in Gen 9 alle Tiere an denselben Ort zurückkehren, von dem sie gekommen waren?
A: Unter Christen herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Sintflut zwischen 2600 und 3000 v. Chr., etwa 7000 v. Chr., etwa 14.000 v. Chr. oder vor fast einer Million Jahren stattfand. Diejenigen, die glauben, dass die Sintflut zwischen 2600 und 3000 v. Chr. stattfand, sind der Ansicht, dass archäologische und radioaktive Datierungsmethoden durcheinandergebracht wurden, sodass es keine Daten gäbe, die belegen, ob die Tiere an denselben Ort zurückkehrten, von dem sie gekommen waren, oder nicht.
Fand die Sintflut jedoch vor etwa 14.000 Jahren statt, blieben nicht alle Tiere am selben Ort. Eine Landbrücke verband Amerika mit Asien. Danach starben Mammuts und Pferde in Amerika aus.
Unabhängig davon, wann die Sintflut stattfand, sind sich jedoch alle Christen einig, dass Gott die Macht hat, die Tiere so zu lenken, dass sie dorthin gehen, wohin Er es will.
F: Dürfen Menschen gemäß Gen 9,3 Fleisch essen oder nur Gemüse?
A: In Genesis 1,29 heißt es, dass Adam Obst und Gemüse essen durfte. Nach der Sintflut heißt es in Genesis 9,3, dass wir nun Fleisch essen dürfen. Weitere Informationen finden Sie in der Erörterung zu Genesis 1,28.
F: Ist das Essen von Blut heute gemäß Gen 9,4 und Apg 15,28–29 verboten?
A: Manche sagen nein, da Christus das Gesetz außer Kraft gesetzt habe und in Apostelgeschichte 10,11–16 alle „Speisen“ als rein bezeichnet wurden.
Andere sagen ja, da dies bereits vor dem mosaischen Gesetz in Genesis 9,4 festgelegt wurde. In Apostelgeschichte 15,20,28–29 glaubte und lehrte die frühe, apostolische Kirche, dass Christen sich des Blutes enthalten sollten. Natürlich sind winzige Mengen Blut in Ordnung, da es den Juden gemäß Levitikus 17,13 gestattet war, Wild zu essen, das sie gejagt und auf dem Feld [schnell] ausgeblutet hatten.
F: Bedeutet das Verbot des Verzehrs von Blut in 1. Mose 9,4; 3. Mose 7,26–27; 3. Mose 17,11–12 und 5. Mose 12,16,23–25, dass Menschen niemals Bluttransfusionen erhalten dürfen, wie es die Zeugen Jehovas lehren?
A: Nein. Wir sollten keine Kannibalen sein, doch Organtransplantationen sind zulässig. Ebenso wurde den Menschen geboten, kein Blut zu essen, und Bluttransfusionen sind zulässig.
Wie in „Jehovas Zeugen – Vers für Vers beantwortet“, S. 22–23, dargelegt wird, verbot selbst die Wachtturm-Organisation der Zeugen Jehovas Bluttransfusionen erst im Jahr 1944. Im Jahr 1967 verbot sie zudem Organtransplantationen (Zeitschrift „Der Wachtturm“ vom 15.12.1967, S. 702–704). Anschließend änderten sie ihre Meinung und erlaubten diese im Jahr 1980 (Zeitschrift „Der Wachtturm“ vom 15. März 1980, S. 31). Außerdem waren Impfungen von 1931 bis 1952 nicht erlaubt.
F: Verbietet 1. Mose 9,6 heute die Hinrichtung von Straftätern?
A: Keineswegs. Genesis 9,6 verbietet einerseits Mord und gebietet andererseits die Hinrichtung als Strafe für Mörder. Bedenken Sie, dass die Genesis eines der Bücher Mose ist und dass in Exodus bis Deuteronomium eine Reihe von Verbrechen mit der Todesstrafe geahndet wurden. Siehe auch die nächste Frage.
F: Spricht Gen 9,6 von der Todesstrafe?
A: Es ist definitiv von der Todesstrafe die Rede. Damit ist die Hinrichtung gemeint und nicht der bloße physische Tod, der Nichtmörder und Mörder gleichermaßen ereilt.
F: Zeigt der Regenbogen als Zeichen des Bundes Gottes in 1. Mose 9,12–13, dass es vor der Sintflut keine Regenbogen gab?
A: Dies wird angedeutet, aber nicht bewiesen. Wie es in „Today’s Handbook for Solving Bible Difficulties“, S. 220–221, heißt, beweist die Verwendung eines Zeichens durch Gott nicht automatisch, dass es dieses zuvor nicht gab. So wurde beispielsweise der Ritus der Beschneidung bereits vor Abraham von anderen Völkern praktiziert, darunter die Ägypter und Äthiopier (Herodot in seiner „Geschichte“, Buch 2, Kap. 104, S. 69). Die Ägypter praktizierten ihn laut dem „Brief des Barnabas“ (ca. 70–130 n. Chr.), Kapitel 9, S. 142: „Ja, auch die Ägypter praktizieren die Beschneidung.“
F: Wie konnte ein gottesfürchtiger Mann wie Noah in Gen 9,20–21 betrunken werden?
A: Erstens verschweigt die Bibel nicht, dass auch das Volk Gottes sündigt. Zweitens ist es aufgrund des geringeren Luftdrucks in der Nähe eines Berggipfels nach der Sintflut leichter, sich zu betrinken.
F: Warum steht diese traurige Geschichte, in der Noah sich betrinkt, in der Bibel (Gen 9,20–21)?
A: Die Bibel zeigt uns nicht nur, warum es wichtig ist, das Richtige zu tun, sondern liefert auch konkrete Beispiele für die Folgen von Fehlverhalten. Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.) beantwortet dies sehr deutlich: „Noahs Trunkenheit wurde schriftlich festgehalten, damit wir – angesichts der klaren und schriftlichen Beschreibung seiner Übertretung – uns mit aller Kraft vor Trunkenheit hüten.“ Das Lehrbuch, Band 2, Kapitel 2, S. 246.
F: War die Genesis in Gen 9,21–25 eine verkürzte Version einer ursprünglichen Geschichte, in der Ham Noah kastrierte, um ihn daran zu hindern, weitere Söhne zu zeugen – ähnlich dem griechischen Mythos, in dem Kronos seinen Vater Uranos kastrierte, wie es ein Atheist (Capella) vermutete?
A: Nein, hier gibt es keinen Hinweis auf eine Kastration. Was die griechische Kultur betrifft, so ist zu bedenken, dass die einzige griechische Kultur zur Zeit Moses’ die der frühen mykenischen Griechen war. Vieles von dem, was wir über die griechische Mythologie wissen, entstand erst nach dieser Zeit. Zum Vergleich: Der Trojanische Krieg bei Homer fand um 1200 v. Chr. statt, etwa 250 Jahre nach dem Exodus.
Daher fand hier wahrscheinlich keine Entlehnung statt. Sollte man dennoch darauf bestehen, dass eine Entlehnung vorlag, müsste die spätere Kultur von der früheren entlehnt haben, und die griechische Erzählung in diesem Zusammenhang entstand wahrscheinlich nach Moses.
F: Was war in Gen 9,22 falsch daran, dass Ham seinen Vater nackt sah?
A: Söhne sollten die Unzulänglichkeiten ihrer Eltern nicht öffentlich zur Schau stellen, und Hams Haltung in Genesis 9,22 war respektlos. Ham erfuhr, dass sein eigener Sohn ihm zum Vorwurf gereichen würde. Hams Haltung war spöttisch, wie Methodius (270–311/312 n. Chr.) in „Das Festmahl der zehn Jungfrauen“, Rede 10, Kap. 2, S. 348, und Justin (ca. 138–165 n. Chr.) in „Dialog mit Trypho“, Kap. 139, S. 269, darlegen.
F: Was tun Sie in Gen 9,22–23, wenn Ihnen Ihre Eltern peinlich sind?
A: Verstehen Sie zunächst, warum es Ihnen peinlich ist. Tun Ihre Eltern tatsächlich etwas moralisch Falsches, handelt es sich um einen Punkt, bei dem Sie einfach nur wählerisch sind, oder um etwas dazwischen? Sie müssen Ihre Eltern ehren (2. Mose 20,12; Epheser 6,2), aber dennoch dürfen Sie Sünde nicht dulden. Sie sollten Ihren Eltern im Herrn gehorchen (Epheser 6,1). Das bedeutet, ihnen zu gehorchen; wenn sie jedoch etwas befehlen, das im Widerspruch zu Gott steht, müssen Sie Gott den Vorrang geben.
F: Was tun Sie gemäß 1. Mose 9,22–23, wenn Ihre Kinder sich für Sie schämen?
A: Es gibt mindestens vier Möglichkeiten, wie sie sich schämen könnten:
1) wegen einer moralischen Haltung, die Sie einnehmen und die richtig ist,
2) wegen einer Frage des Stils, persönlicher Vorlieben oder eines anderen moralisch neutralen Themas, das angemessen ist,
3) wegen etwas, das Sie falsch gemacht haben,
4) wegen etwas, das an sich nicht falsch war, aber rücksichtslos ist oder die Gefühle Ihrer Kinder nicht respektiert.
Was den ersten Grund betrifft, können Sie einfach erklären, warum Sie diesen Standpunkt vertreten. Was den zweiten Grund betrifft, sollten Sie nicht zulassen, dass das Gute als Böses bezeichnet wird (Römer 14,16), aber aus Liebe könnten Sie ihnen entgegenkommen (Römer 14,14–15).
F: Warum ehren Kinder in Gen 9,22–23 ihre Eltern manchmal nicht?
A: Es gibt eine alte chinesische Geschichte von einem Reisenden, der einen Mann sah, der seinen betagten Vater in einer Schubkarre trug, während sein kleiner Sohn hinter ihm herlief. Der Reisende fragte den Mann, was er da tue, und dieser antwortete, da sein Vater sich nicht mehr selbst versorgen könne und eine Last für die Familie sei, wolle er ihn in den Fluss werfen, um ihn ertränken zu lassen. Der Reisende war darüber bestürzt und wusste nicht, was er sagen sollte, um den Mann von dieser bösen Tat abzubringen. Schließlich sagte er einfach: „Vergessen Sie nicht, die Schubkarre zurückzubringen!“ Mit anderen Worten: So wie er es seinem Vater antut, lehrt er seinen eigenen Sohn, es ihm gegenüber zu tun.
Wenn Kinder ihre Eltern nicht ehren, kann dies auf mindestens fünf Gründe zurückzuführen sein.
a) Sie sehen keine Notwendigkeit, Gott zu gehorchen, der uns gebietet, unsere Eltern zu ehren (2. Mose 20,12; Epheser 6,2).
b) Als Kinder wollen sie ihren Eltern nicht im Herrn gehorchen, wie es ihnen in Epheser 6,1 geboten wird.
c) Möglicherweise haben sie ihre Eltern früher geehrt, weil sie dachten, diese könnten ihnen helfen. Da sie ihre Eltern nun nicht mehr als fähig ansehen, ihnen materiell zu helfen, fragen sie sich, warum sie sie noch ehren sollten. Dies kann bei Kindern der Fall sein, wenn sie zum Studium wegziehen, oder bei Erwachsenen, die keine Aussicht auf finanziellen Wohlstand durch ihre Eltern sehen.
d) Sie sind undankbar für die Opfer, die ihre Eltern während ihrer Kindheit und Jugend für sie gebracht haben.
e) Möglicherweise entscheiden sie sich dafür, Autorität generell zu missachten.
Die Schubkarre wird immer da sein. Wenn entweder Ihre Kinder oder andere entscheiden, wie sie ihre Beziehung zu Ihnen gestalten wollen, werden sie sich daran erinnern, was Sie mit der Schubkarre getan haben – und an Beziehungen, in denen Sie möglicherweise nicht mehr der Hauptnutznießer sind.
F: Wie sollten wir gemäß Gen 9,22–23 auf die Sünde anderer reagieren?
A: In jedem Fall sollten wir nicht den Anschein erwecken, die Sünde zu billigen, aber wir können den Sünder dennoch lieben. Wir sollten uns nicht in eine Situation begeben, in der wir selbst in Versuchung geraten. Abgesehen davon macht es einen Unterschied, ob es sich bei dem Sünder um Ihr Kind, Ihre Eltern, eine ältere Person, einen Christen oder einen Ungläubigen handelt.
Wenn unser Bruder gegen uns sündigt, sollten wir gemäß Matthäus 18,15–17 zunächst versuchen, unter vier Augen mit ihm zu sprechen; wenn dies Erfolg hat, ist die Angelegenheit damit erledigt. Wenn er jedoch nicht auf uns hören will, sollten wir erneut zu ihm gehen und ein oder zwei weitere Personen mitnehmen. Wenn dies keinen Erfolg hat, sollten wir die Angelegenheit vor die Gemeinde bringen. Wenn auch dies keinen Erfolg hat, sollte er aus der Gemeinde ausgeschlossen werden.
Nehmen Sie keine Anschuldigungen gegen Älteste zur Kenntnis, es sei denn, sie werden von zwei oder drei Zeugen vorgebracht (1. Timotheus 5,19).
Körperliche Züchtigung (Schläge) darf bei Ihren eigenen Kindern angewendet werden, nicht jedoch bei anderen Menschen (Sprüche 22,15; Hebräer 12,7–11).
Weisen Sie einen älteren Mann nicht schroff zurecht (1. Timotheus 5,1).
Frage: Warum wurde in 1. Mose 9,25 Kanaan und nicht Ham verflucht?
A: Ham erfuhr, dass seine Nachkommen ein Beispiel für die Folgen der Sünde sein würden. Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 97, heißt es, dass die hebräische Form des Verbs im Imperfekt und nicht im Jussiv steht, „sodass die Bedeutung eher die einer Vorhersage („Er wird sein“) als die eines Fluchs („Möge er sein“) ist. Somit nehmen Noahs Worte ein zentrales Thema der folgenden Erzählungen vorweg – die Trennung des auserwählten Samens vom Samen der Kanaaniter.“ In „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 32, wird dasselbe dargelegt.
Weitere Ausführungen finden Sie in Justin dem Märtyrer [ca. 138–165 n. Chr.], „Dialog mit Trypho“, Kapitel 139, S. 268–269.
F: Was war in Gen 9,25–26 der Fluch Kanaans?
A: In Genesis heißt es lediglich: „Ein Knecht der Knechte soll er seinen Brüdern sein.“ Beachten Sie, dass der Fluch nicht Ham, sondern Kanaan betrifft. In keiner griechischen oder hebräischen Handschrift steht, dass es Ham war; nur eine arabische Übersetzung gibt dies an. (Laut „The Origin of the Bible“, S. 307, wurde die erste arabische Fassung des Pentateuchs von Saadya Gaon übersetzt, der von 892 bis 942 n. Chr. lebte.)
So wie Ham seinen Vater Noah beschämte, so würden Kanaan und seine Nachkommen Ham, seinen Vater, beschämen. Eine ausführlichere Antwort finden Sie in „Hard Sayings of the Bible“, S. 116–118.
F: Wer sind diese 68 Völker und 16 Städte in Gen 10?
A: Laut „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 32, handelt es sich hierbei um das älteste ethnografische Dokument, das uns erhalten geblieben ist. Wissenschaftler glauben, 51 der 68 Völker identifizieren zu können, und Archäologen haben 11 der 16 Städte gefunden. Sodom und Gomorra wurden so vollständig zerstört, dass sie nie gefunden wurden. Die Ebla-Tafeln, die zwischen 2400 und 2250 v. Chr. verfasst wurden, erwähnen jedoch die Städte Si-da-mu (Sodom) und I-ma-ar (Gomorra). Außerdem heißt es im „Wycliffe Dictionary of Biblical Archaeology“ auf Seite 124, dass südlich des Toten Meeres ein Heiligtum namens Bab edh-Dhra gefunden wurde. Es wurde auf die Zeit zwischen 2800 und 1800 v. Chr. datiert.
Hier sind die bekannten oder vermuteten Völker aufgeführt.
Japhet – Die Griechen gaben an, ihr Vorfahr sei Japetos gewesen
|->Gomer – Gimirra/assyrisch-kimmerisch/griechisch
| |->Aschkenas – As-gu-za-a/assyrisch = Skythen
| |->Riphath – ? lebte in Russland?
| |->Togarma – Entweder die Stadt Tegarama in
| Kleinasien, die Vorfahren der Armenier,
| oder beides.
|->Magog – Skythen? laut Josephus
|->Madai – Meder
|->Javan – Ionische Griechen
| |->Elischa – Äolier? Nach Josephus
| |->Tarsis – Stadt in Kleinasien oder andernfalls Spanien
| |->Kittim – Zypern
| |->Dodanim/Rodanim – Insel Rhodos
|->Tubal – das Volk der Tabali in Kappadokien
|->Meschech – Mushki/Assyrer, ursprünglich zwischen
| Kilikien und dem Kaspischen Meer
|->Tiras – möglicherweise die Thrusa (=Tw-r’w-s3), die 1250 v. Chr. in Ägypten einfielen
Ham – kein Stamm, sondern nur Nachkommen
|->Kusch – Sudanesen (Kusch in der Antike)
| |->Seba – Nordäthiopien. Der Name des
| | Ortes stammt wahrscheinlich von sabäischen Kolonisten
| | , die später hinzukamen.
| |->Havila – Entweder in der Nähe des Indus in
| | Pakistan oder aber in der Nähe von Saba und Hadramaut
| |->Sabtah – ? lebte vermutlich nördlich von Saba
| |->Raamah – Wahrscheinlich die Rhammaniten im Südwesten
| | | Arabiens (Strabo 16.4.24)
| | |->Saba – Saba in der südwestlichen Ecke der
| | | arabischen Halbinsel
| | |->Dedan – nordwestlich des Persischen Golfs.
| | Von den Chaldäern und Assyrern erwähnt
| |->Sabteca – ? ansonsten nicht bekannt
|->Mizraim – Ägypten
| |->Luditen – ? sonst nicht bekannt
| |->Anamiter – ? nur in 1 Chr 1,11 erwähnt
| |->Lehabiter – Die Rbw/Libu waren ein feindlicher
| | Stamm westlich von Ägypten
| |->Naftuhiter – ? sonst nicht bekannt
| |->Pathrusiter – Pathros lag im Süden Ägyptens
| |->Kasluhiter – Die Philister stammten von ihnen ab
| |->Kaphtoriter – Kreta / Ägäische Inseln
| | (Akkadisch/Mari/Ugarit/Ägypten)
|->Put – Libyen gemäß babylonischen und persischen Aufzeichnungen.
|->Kanaan – Kanaaniter
| |->Sidon – phönizische Stadt
| |->Hethiter – lebten unmittelbar nördlich von Jerusalem
| |->Jebusiter – lebten in Jerusalem
| |->Amoriter – lebten in Kanaan. Amurru in
| | akkadisch bedeutet „Westler“
| |->Girgaschiter – lebten in Kanaan, wahrscheinlich die
| | Qirkisiten/Assyrer
| |->Hiviter – lebten in der Nähe von Tyrus, Sidon und Sichem. Salomo setzte sie beim Bau des Tempels ein
| |->Arkiter – Hafen von „Arqah“ in Nordsyrien
| |->Siniter – der nordkananäische Hafen Siannu
| |->Arvaditer – nordphönizische Stadt Arvad
| |->Zemariter – Kanaanitische Stadt Simura, 6
| | Meilen südlich von Arvad
| |->Hamathiter – eine der ältesten syrischen Städte
Sem – vermutlich Sumer
|->Elam – Elamiter, Hauptstadt war Susa
|->Asshur – Erste assyrische Hauptstadt
|->Arphaxad – ? Ptolemäus erwähnte die Region Arrapachitis zwischen den Seen Van und Urmia
| |->Sela – Kein Stamm bekannt, nur Nachkommen
| | |->Eber – Kein Stamm bekannt, nur Nachkommen
| | |->Peleg – Kein Stamm bekannt, nur Nachkommen
| | |->Joktan – zahlreiche arabische Stämme oder andernfalls die
| | | südarabische Stamm der Qahtan (al-Tabari
| | | Band 6, S. xxii; Band 20, S. xv)
| | | |->Almodad – möglicherweise? ein südarabischer Stamm
| | | |->Sheleph – ein jemenitischer südarabischer Stamm
| | | |->Hazarmaveth – Hadramaut in Arabien
| | | |->Jerah – vermutlich ein arabischer Stamm?
| | | |->Hadoram – ? Sonst nicht bekannt
| | | |->Uzal – ? Sonst nicht bekannt.
| | | | Allerdings war Uzal/Auzal ein antiker
| | | | Name von Sa’na im Jemen.
| | | |->Diklah – bedeutet „Palmenhain“. Sie
| | | | könnten sich vielleicht im Wadi Sirhan niedergelassen haben,
| | | | ca. 250 Meilen südöstlich des Toten Meeres.
| | | |->Obal – außerhalb von 1 Chr 1,22 unbekannt
| | | |->Abimael – ? ansonsten nicht bekannt
| | | |->Saba – Sabäer in Südarabien
| | | |->Ophir – möglicherweise Somalia oder Südwest-
| | | | Arabien. Josephus und Hieronymus waren der Ansicht,
| | | | es handele sich um Indien.
| | | |->Havila – Wahrscheinlich Zentralarabien
| | | |->Jobab – ? Sonst nicht bekannt
|->Lud – Entweder die Lydier oder das Land
| Lubdi zwischen dem Oberlauf des Tigris und des Euphrat
|->Aram – Aramäer aus Syrien
|->Uz – Der Stamm der Ausitai? Lebte westlich des Euphrats
|->Hul – ? Sonst nicht bekannt
|->Gether – ? Sonst nicht bekannt
|->Mash/Meschech – ? Entweder die den Assyrern bekannte syro-arabische Wüste von Mash, der libanesische Berg Masius oder Meschech war eine Vermischung zweier Abstammungslinien
F: Warum werden in Gen 10 die Inder und Chinesen in der Tabelle der Völker nicht erwähnt?
A: Zunächst, was nicht die Antwort ist, und dann die Antwort.
Nicht die Antwort: Zwar werden die Siniter erwähnt, doch handelt es sich dabei wahrscheinlich nicht um Chinesen, sondern um Bewohner des kanaanitischen Hafens Siannu in Nordsyrien. Josephus und Hieronymus gingen davon aus, dass Ophir Indien sei, doch handelt es sich eher um Afrika.
Die Antwort: Alle stammten von Adam ab, da alle mit Adams Natur verflucht waren. Die Genesis erhebt keinen Anspruch darauf, jedes Volk aufzulisten, und von den Hunderten von Völkern erwähnt die Genesis nur jene Nationen, die einige Israeliten möglicherweise kannten.
F: Werden in Gen 10 die Sumerer aus Mesopotamien erwähnt?
A: Ja, wahrscheinlich werden sie als „Sem“ erwähnt. Der Name des Landes Sumer wurde oft ohne das „r“ ausgesprochen, und aus „Sum“ konnte leicht „Sem“ werden. Eine wissenschaftliche Untermauerung hierfür finden Sie in „The Sumerians“ von Samuel Noah Kramer, S. 297–298. Kramer zitiert dort auch das „American Journal of Semitic Languages“, Band 58 [1941], S. 20–26.
F: Wer war das Volk der Gomer in Gen 10,2?
A: Es handelte sich um das Volk, das von den Assyrern „Gimirra“ und von den Griechen „Kimmerer“ genannt wurde. Gomer lebte in der Ukraine und in Südrussland.
F: Warum werden in Gen 10,2 die Meder (Madai) erwähnt, da dieses Volk bis zum Text von Salmanassar III. aus dem Jahr 836 v. Chr. nirgendwo sonst erwähnt wurde?
A: Der Text von Salmanassar III. stammt aus der Zeit nach Moses (1407 v. Chr.), doch das Fehlen von Erwähnungen in den erhaltenen frühen Schriften beweist nicht, dass dieses Volk nicht existierte. Die Assyrer vermerkten dies erst, als sie gegen die Meder kämpften und mit ihnen Handel mit Pferden trieben. Laut „Persien und die Bibel“, S. 35, „glaubt I. M. Diakonoff, dass die Ankunft der indo-iranischen Stämme auf der iranischen Hochebene in der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr. [2000–1500 v. Chr.] stattfand. Die frühesten archäologischen Belege für Neuankömmlinge scheinen jedoch in den frühen Teil der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr. [1500–1300 v. Chr.] zu fallen.“
Im Gegensatz dazu wird das mächtige Volk der Minni in Jeremia 51,27 erwähnt. Die Minni lassen sich jedoch erst bis ins Jahr 1200 v. Chr. zurückverfolgen, und sie werden in der Genesis nicht erwähnt, da diese bereits früher verfasst wurde.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Archäologie die Existenz der Meder zu Moses’ Zeiten belegt.
F: Wer war das Volk der Javan in 1. Mose 10,2?
A: Es handelt sich um die ionischen Griechen, die auf den Inseln und in Kleinasien lebten. Im Hebräischen lautete der Begriff „yawan“, was mit dem griechischen „iaones“ oder „iawones“ in Homers „Ilias“ 8,685 sowie mit „yamanu“ in Inschriften von Sargon II. und Darius I. gleichgesetzt wird. Ionier werden in Ägypten seit der Zeit von Ramses II. (ca. 1300 v. Chr.) erwähnt. Jesaja 66,19 und Hesekiel erwähnen sie, und die Septuaginta-Übersetzung gibt dies mit „Hellas“ wieder.
F: Wer war das Volk der Tubal in Gen 10,2?
A: Sie wurden von den Assyrern „Tabal“ (oder „Tabali“) genannt und lebten in der heutigen Türkei in der Region Kappadokien. Der griechische Historiker Herodot kannte sie als „Tibarenoi“. Sie werden in Hesekiel 27,13; 38,2–3; 39,1 sowie in Jesaja 66,19 erwähnt.
Der assyrische König Salmanassar III. (859–824 v. Chr.) erhielt Tribut von den vierundzwanzig Königen von Tubal. Die Assyrer entthronten den König von Tubal im Jahr 732 v. Chr. Sargon erwähnt, dass Gefäße aus Edelmetall aus Tubal stammten. Sargon schlug zudem einen Aufstand von Tubal, den Muschi (Meschech) und Ararat nieder.
F: Wer war das Volk der Meschech in Gen 10,2?
A: Die Assyrer erwähnten sie erstmals als „Mus-ka-a-ia“ mit einer Armee von 20.000 Mann zur Zeit von Tiglat-Pileser I. (um 1100 v. Chr.). Sie werden auch unter Salmanassar III. (859–824 v. Chr.) erwähnt. Ursprünglich lebten sie zwischen Kilikien und dem Kaspischen Meer, doch zur Zeit von Sargon II. (722–705 v. Chr.) lebten sie in der Region Phrygien in der heutigen Türkei. Herodot 3,94 führt sie als „Moschoi“ auf, die eine der 19 Satrapien des Darius bildeten. Sie werden zudem mit den Phrygern gleichgesetzt.
F: Wer waren das Volk der Tiras in Gen 10,2?
A: Über die Tiras ist nicht viel bekannt. Während Josephus behauptet, die Thraker stammten von ihnen ab, geht man heute davon aus, dass es sich um die Tursenich/Tyrsenier handelte, die als Piraten bekannt waren. Die Ägypter erwähnen ein Volk namens „Thrusa“ (Tw-rw-s3), das um 1250 v. Chr. in Ägypten einfiel. Das apokryphe Buch der Jubiläen besagt, dass die Tiras auf vier Inseln lebten.
F: Wo lag Togarma gemäß Gen 10,3?
A: Togarma lag etwa 70 Meilen (113 km) westlich der Stadt Malatya in Kleinasien. Die Hethiter nannten es Tegarama. Die Assyrer nannten es Tilgarimanu und eroberten es im Jahr 695 v. Chr. Die Griechen nannten es Gauraena. Die Armenier behaupten, sie stammten von Haik ab, einem Sohn Torgoms; daher könnten sie Nachkommen von Togarma sein.
F: Da es in Gen 10,5.20.31 verschiedene Sprachen gab, warum sprach dann in Gen 11,1 die ganze Erde eine Sprache?
A: Genesis 10 ist eine Übersicht, und Genesis 11 berichtet von einem Ereignis innerhalb von Genesis 10. In Genesis 10,5 heißt es: „Von diesen …“, in 10,18: „Später …“. Dies deutet darauf hin, dass Genesis 10 beschreibt, wie sich die Nachkommen später ausbreiteten. Genesis 11,1 berichtet von dem Ereignis des Turms zu Babel, das vor der Ausbreitung der Menschen stattfand.
Ein interessantes Tontafel-Fragment aus Babylon berichtet von einem Tempel, der die Götter verärgerte. Sie zerstörten ihn in einer einzigen Nacht und zerstreuten die Menschen mit fremden Sprachen.
F: Warum wird Ägypten in Gen 10,6.13 und 1 Chr 1,8.11 nicht unter diesen Völkern erwähnt? (Ein Christ, der sich darüber den Kopf zerbricht)
A: Es wird erwähnt; das hebräische Wort für Ägypten lautet Mizraim.
F: Waren die Taten Nimrods in Gen 10,8–12 eine Zusammenfassung der Heldentaten von Lugal-Zaggasi, Sargon von Agade, Hammurabi und Salmanassar I., wie es in Asimovs „Guide to the Bible“ (S. 52) heißt?
A: Nein. Zwar wissen wir über diese alten sumerischen Könige nicht viel, abgesehen von den Zehntausenden erhaltenen sumerischen Tontafeln, doch sind die Ähnlichkeiten zwischen diesen Eroberern und Nimrod sehr gering. Die Bibel erwähnt lediglich, dass Nimrod ein mächtiger Jäger vor dem Herrn war, dass Nimrods Wirken in vier Städten in Schinar (Sumer) begann und er später nach Assyrien zog, wo er vier eng beieinander liegende Städte errichtete, die später großen Einfluss erlangten. Die Bibel sagt nichts Weiteres über Nimrod aus, daher ist es schwierig, einen Vergleich anzustellen. Nimrod kann nicht Hammurabi gewesen sein, da Hammurabi (1803/1793–1760/1750 v. Chr.) lange nach Abraham lebte. Nimrod könnte tatsächlich eine biblische Anspielung auf Sargon sein, doch wir wissen sowohl über Sargon als auch über Nimrod zu wenig, um dies mit Sicherheit sagen zu können.
F: War Nimrod in Gen 10,9 ein guter Jäger „vor dem Herrn“ oder ein gottloser Raubtierjäger „im Trotz gegen den Herrn“?
A: Die wahrscheinlich beste Übersetzung des hebräischen Wortes „paniym“ an dieser Stelle ist „vor“. Ähnlich wie das englische Wort „before“ wird „paniym“ in vielen Zusammenhängen verwendet. So könnte beispielsweise ein Anführer in Josua 20,6.9 vor der Gemeinde stehen, Israel wurde in 1. Samuel 4,2 vor den Philistern besiegt, und Israel floh in 1. Samuel 4,17 vor den Philistern.
In diesem Fall bedeutet „paniym“ wahrscheinlich eine gottlose Beschreibung, im Sinne von „vor … kämpfen“. Der Name Nimrod steht in Zusammenhang mit dem hebräischen Wort „marad“, das „rebellieren“ oder „wir werden rebellieren“ bedeutet. Nach dem Turmbau zu Babel errichtete Nimrod die Stadt Babylon im Trotz gegen den Herrn.
Dass Nimrod ein „mächtiger Jäger vor dem Herrn“ war, hat für Nimrod eine negative, gottlose Konnotation.
F: Zu welcher ethnischen Gruppe gehörte Nimrod/Nimrud genau in 1. Mose 10,9?
A: Es gibt drei Möglichkeiten.
Assyrien wird in Micha 5,6 als das Land Nimrud bezeichnet, die Stadt Kalah wird ebenfalls Nimrud genannt, und die babylonische Stadt Borsippa wird auch Birs Nimrud genannt.
Nachkomme der Kassiten von Kisch, die in Mesopotamien lebten und um 3200 v. Chr. über Babylon herrschten; in Genesis 10,8 heißt es, dass Kusch der Vater Nimrods war. Nin-Maradda ist laut Ungers Bibelwörterbuch, S. 794, ein nicht-semitischer Name einer Stadt südwestlich von Kisch. Diese Ansicht ist auch mit der ersten Ansicht vereinbar.
Die Ubaidier waren sehr frühe (ca. 3800–3500 v. Chr.) nicht-semitische Bewohner von Sumer und Mesopotamien, die bereits vor den aus dem Süden kommenden Sumerern dort lebten. Genesis 10,8–10 deutet darauf hin, dass Nimrod zunächst in Babylonien war und dann nach Norden nach Assyrien zog. Wir wissen sehr wenig über die Ubaidier, doch aufgrund ihrer Verbindung zu Ham könnten sie mit dem dunkelhäutigeren Harappa-Volk in Indien verwandt gewesen sein. Weitere Informationen zu dieser Sichtweise finden Sie im „Wycliffe Bible Dictionary“, S. 1207–1208.
F: Wo hat der Begriff „Palästina“ in Gen 10,14 seinen Ursprung?
A: Wir wissen es nicht mit Sicherheit, doch es scheint wahrscheinlich, dass er aus dem Land Philistäa stammt.
Herodot, der griechische Historiker (ca. 484–ca. 425 v. Chr.): Die Phönizier und die Syrer Palästinas selbst geben zu, dass sie diesen Brauch von den Ägyptern übernommen haben; und die Syrer … sagen, dass sie ihn erst kürzlich von den Kolchiern übernommen haben. Nun sind dies die einzigen Völker, die die Beschneidung praktizieren, und es ist offensichtlich, dass sie alle in dieser Hinsicht den Ägyptern nacheifern. Die Geschichte, Buch 2 (Euterpe), Kap. 104, S. 69
Aristoteles, der griechische Philosoph (384–322 v. Chr.) Sollte es, wie man erzählt, tatsächlich einen See in Palästina geben, in dem ein Mensch oder ein Tier, wenn man es fesselt und hineinwirft, schwimmt und nicht untergeht, würde dies unsere Aussage bestätigen. Man sagt, dieser See sei so bitter und salzig, dass darin keine Fische leben und dass Kleidung, wenn man sie darin einweicht und ausschüttelt, dadurch gereinigt wird. Meteorologie II.3
Philo von Alexandria (20 v. Chr. bis 50 n. Chr.) schreibt: „Zudem mangelt es auch in Palästina und Syrien nicht an vorbildlicher Weisheit und Tugend.“ *Jeder gute Mensch ist frei*, Kap. XII (75), S. 689
Der römische Geograf Strabo (23 n. Chr.) erörtert den Auszug der Juden aus Ägypten nach Palästina, von dem er von Juden in Alexandria gehört hatte.
Josephus (um 100 n. Chr.): „Was das Schicksal der Juden betrifft, sowohl in Ägypten als auch in Syrien und in Palästina, und was wir unter den Assyrern und Babyloniern erlitten haben, …“ *Antiquitates Judaicae*, Buch 20, Kap. 11, S. 426
Zudem beziehen sich zehn christliche Schriftsteller aus der vor-nikänischen Zeit (alle nach 135 n. Chr.) auf Palästina. Es handelt sich um Justin den Märtyrer, Theophilus von Caesarea (im Titel des Briefes), Clemens von Alexandria, Tertullian, Hippolyt, Origenes, Julius Africanus, Dionysius von Alexandria, Gregor Thaumaturgos und Pamphilus.
Als der römische Kaiser Hadrian den zweiten Bar-Kochba-Aufstand von 132–135 n. Chr. niederschlug, vertrieb er die Juden aus dem Land und benannte das Gebiet in „Syrien-Palästina“ um (Chris J. Seeman, „Judea“, Dictionary of NT Background [Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 2000], 624).
F: Wurde Aram in Gen 10,22 und Gen 22,21 angeblich zweimal geboren, wie es in dem skeptischen Werk „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 88 heißt?
A: Nein, aber es gibt zwei mögliche Antworten:
Mehrere Personen: In der Bibel gab es nicht nur zwei, sondern drei Personen namens Aram.
1. In Genesis 10,22 heißt es, dass Aram-Syrien ein Nachkomme Sems war. (Das hebräische Wort ist für „Sohn“ und „Nachkomme“ dasselbe, genauso wie es für „Vater“ und „Vorfahr“ dasselbe ist.)
2. In Genesis 22,21 wird Aram erwähnt, der ein Nachkomme von Kemuel (dem Neffen Abrahams) war, der wiederum von Nahor abstammte, der von Terach abstammte, der wiederum ein Nachkomme von Sem war.
3. Viel später, in 1. Chronik 7,34, wird ein Aram, Sohn des Schamer aus dem Stamm Asser, erwähnt.
Auch im „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 122) und im „New International Dictionary of the Bible“ (S. 74) werden drei Personen erwähnt.
Eine Person: Beachten Sie, dass die beiden Aram in Genesis 10,22 und 22,21 beide Nachkommen Sems sind. Es könnte sich also tatsächlich um ein und dieselbe Person handeln, wobei die Völkertafel Sem als Vorfahren Arams nennt.
F: Hatten die Menschen in Gen 11 eine so „niedrige“ Vorstellung vom Himmel, dass sie versuchen konnten, den Turm zu Babel bis dorthin zu errichten?
A: Dies war nicht die Ansicht von Mose, sondern die der Menschen, die den Turm bauten. Genesis 11 berichtet – ohne dies zu billigen – von einigen törichten Vorstellungen der Menschen. Natürlich könnte das, was für die Massen eine törichte Vorstellung ist, für die Priester ein kluger Schachzug sein, um sicherzustellen, dass das Volk ihnen Ehrfurcht entgegenbringt.
Die NIV-Studienbibel, S. 23, listet weitere Pyramiden/Zikkurats auf, die Archäologen mit ähnlich hochgestochenen Bezeichnungen gefunden haben.
Larsa: Haus der Verbindung zwischen Himmel und Erde
Borsippa: Haus der sieben Führer von Himmel und Erde
Asshur: Haus des Berges des Universums
Babylon: Haus der Fundamentplattform von Himmel und Erde
Im babylonischen „Enuma Elish“, VI, Zeilen 55–64, heißt es, Babylon sei von den Göttern im Himmel als himmlische Stadt erbaut worden. „Babili“ bedeutet „das Tor Gottes“.
Frage: Was war in Gen 11 an dem Bau des Turms zu Babel sündhaft?
A: Es war nicht der Bau eines Gebäudes, sondern die arrogante Motivation, (törichterweise) zu glauben, man könne aus eigener Kraft in den Himmel aufsteigen. Im Kern vieler Formen des Götzendienstes steht der Glaube, dass Menschen so religiös sein sollten, wie sie es wünschen – auf „ihre eigene Weise“ –, anstatt den einen wahren Gott zu suchen. Gottes Reaktion scheint nicht in einer Bestrafung zu bestehen, sondern vielmehr darin, die Menschen vor weiterem Unheil zu bewahren. Weise Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder das Gesetz und ihre eigenen Gebote völlig missachten, und Gott will auch nicht, dass die Menschen, die Er geschaffen hat, dies tun.
F: Was wissen wir in Gen 11 über die sumerische Sprache?
A: Sumerisch wurde in Keilschrift geschrieben und ist keine indoeuropäische Sprache. Es weist einige Ähnlichkeiten mit dem Türkischen, dem Ungarischen und einigen Sprachen des Kaukasus auf. Wissenschaftler können Sumerisch heute lesen und wissen, wie die Wörter ausgesprochen wurden. Im Sumerischen gab es keine Laute wie f, i, j, th, weiches ch, v, w oder Umlaute. Es gab einen „ng“-Laut (wie im Kantonesischen und Vietnamesischen), und es gab keine Flexionen am Wortende wie in den meisten indoeuropäischen Sprachen. Außerdem gab es eine Reihe sumerischer Dialekte. Genauso wie es alte Varianten des Englischen und Chinesischen gab, lassen sich vier Epochen des Sumerischen unterscheiden: archaisch, klassisch, neu und postsumerisch. Abraham lebte zu einer Zeit, als man „Neusumerisch“ sprach.
Das Hebräische enthält einige sumerische Lehnwörter, die über das Akkadische übernommen wurden. Wie das Sumerische kannte auch das Hebräische keinen „j“-Laut.
F: War 1. Mose 11 chronologisch falsch eingeordnet?
A: Nein, nichts deutet darauf hin, dass es nicht in der richtigen Reihenfolge stand. Denken Sie einmal darüber nach: Wenn die gesamte Menschheit bis auf acht Menschen ausgelöscht worden wäre, die durch Blutsverwandtschaft oder Heirat miteinander verbunden waren, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie alle dieselbe Sprache sprachen. Irgendwann jedoch würden die Menschen anfangen, verschiedene Sprachen zu sprechen, und dies würde etwa zu dem Zeitpunkt geschehen, an dem sie geografisch voneinander isoliert wurden. Als interessante Randbemerkung sei angemerkt, dass nicht-religiöse Sprachwissenschaftler der Ansicht sind, sie könnten alle indoeuropäischen Sprachen (von keltischen Sprachen über Deutsch und Griechisch bis hin zu Sanskrit) auf einen gemeinsamen Ursprung zurückführen, der ihrer Meinung nach um 4.000 v. Chr. in der Ukraine gesprochen wurde.
F: Warum gab es in Gen 11,1–9 vor Babel nur eine Sprache, da in Gen 10,5, 20 und 31 steht, dass es nach der Sintflut viele Sprachen gab?
A: Beides trifft zu, denn Genesis 10 berichtet, wie sich die Stämme sowohl vor als auch nach Babel ausbreiteten. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
In Genesis 10,5 heißt es, dass dort beschrieben wird, wie sich die Seevölker „in ihre Gebiete aufteilten“. Diese Ausbreitung erfolgte nach dem Turmbau zu Babel.
In Genesis 10,20 heißt es ebenfalls, dass es sich auf die Gebiete der Söhne Hams bezieht, und die Zuwanderung der Hamiten in ihre Gebiete erfolgte nach dem Turmbau zu Babel.
Genesis 10,31 ist fast identisch mit Genesis 10,20, außer dass es sich hier auf die Söhne Sems bezieht.
F: Da Gott doch überall ist – wie konnte es dann in Gen 11,5 und Gen 18,21 heißen: „Der HERR stieg herab, um die Stadt zu sehen …“?
A: Dies ist eine Redewendung, um auszudrücken, dass Gott der Stadt besondere Aufmerksamkeit schenkte.
F: Waren, soweit wir wissen, die frühen Glaubensvorstellungen in Gen 11,7 stets polytheistisch, wobei sich der Monotheismus erst später entwickelte, wie es in dem skeptischen Werk „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 18 heißt?
A: Nein. Soweit wir aus der Geschichte wissen, war die frühe chinesische Religion monotheistisch, ebenso wie einige andere südostasiatische Kulturen. Der frühe chinesische Name für diesen monotheistischen Gott war Shang-di, der heute in chinesischen Bibeln für Gott verwendet wird.
F: Wurde in Gen 11,7–9 die Sprachverwirrung am Turm zu Babel aus der griechischen Geschichte der Aloadae übernommen?
A: Origenes (230–254 n. Chr.) untersuchte dies in seinem Werk „Origenes gegen Celsus“, Buch 4, Kapitel 21, S. 505, und kam zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall sein könne, da:
a) Ihm (oder uns) war kein Grieche bekannt, der vor Homer davon gehört hatte.
b) Homer lebte Jahrhunderte nach Mose.
Übrigens gibt es widersprüchliche Angaben darüber, wann Homer lebte. Der antike griechische Historiker Aristarchos gibt das Jahr 1044 v. Chr. an, Autoritäten bei Philostratos nennen 1159 v. Chr., und der Pseudo-Herodot datiert in „Das Leben des Homer“ den Zeitpunkt auf 1102 v. Chr. Im Gegensatz dazu behauptete der Historiker Theopompos, Homer habe erst 685 v. Chr. gelebt. Herodot gibt an, es sei nicht früher als etwa 730 v. Chr. gewesen. Der Auszug aus Ägypten fand etwa 1447 v. Chr. statt.
Theophilus an Autolycus (168–181/188 n. Chr.), Buch 3, Kap. 20, S. 117, weist ebenfalls darauf hin, dass „Moses und seine Anhänger nachweislich 900 oder sogar 1000 Jahre vor dem Trojanischen Krieg lebten“. Der Trojanische Krieg fand jedoch tatsächlich erst etwa 250 Jahre später statt, nicht 900 bis 1000 Jahre später.
Fazit: Entweder haben die Griechen die Geschichte von den früheren Hebräern übernommen, oder die Griechen haben die Geschichte von einer anderen Quelle außerhalb Griechenlands übernommen, oder die griechischen und biblischen Berichte basieren auf demselben Ereignis.
F: War in Gen 11,9 die Ableitung des Namens „Babel“ vom hebräischen Wort „balal“ – das „gemischt, verwirrt oder durcheinandergebracht“ bedeutet – falsch, da im Babylonischen „Bab-ilu“ „Tor Gottes“ bedeutet, wie es in dem skeptischen Werk „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 55 heißt?
A: Nein. Asimov geht davon aus, dass Babel an der Stelle der Stadt Babylon liegt. Die Bibel sagt nicht, dass die Babylonier oder Sumerer dies so nannten, weil die Sprachen vermischt, verwirrt oder durcheinandergebracht waren. Vielmehr besagt Genesis, dass, wo auch immer Babel lag, die Menschen danach (einschließlich der Hebräer, die Genesis lasen) den Ort Babel nennen konnten, weil die Sprachen dort verwirrt waren.
F: Wie alt war Sem in Gen 11,10, als die Sintflut kam?
A: Folgendes lässt sich aus den Schriften ableiten, und daraus ergibt sich die Schlussfolgerung:
In Genesis 11,10 heißt es, dass Sem zwei Jahre nach der Sintflut 100 Jahre alt war.
In Genesis 5,32 heißt es, dass Ham, Sem und Jafet geboren wurden, als Noah 500 Jahre alt war.
In Genesis 7,6 heißt es, dass Noah 600 Jahre alt war, als die Sintflut über die Erde kam.
Nirgendwo in der Heiligen Schrift gibt es einen Hinweis darauf, dass Ham, Sem und Jafet Drillinge waren. Genesis 5,32 war eine runde Zahl; die drei wurden – wahrscheinlich nacheinander – geboren, als Noah etwa 500–600 Jahre alt war.
F: Gibt es in 1. Mose 11,18–24 außerbiblische Überlieferungen über Reu, Serug und Nahor?
A: Niemand kann erwarten, dass wir für jede einzelne Person eine unabhängige Überlieferung haben. In diesem Fall verfügen wir jedoch wahrscheinlich über eine solche. Die assyrischen Chroniken verzeichnen Dörfer im heutigen Syrien mit den Namen Paligg, Reu, Sarugi und Nakhur. Auch in den Mari-Aufzeichnungen wird Nakhur erwähnt.
F: Wo liegt in Gen 11,27 und Gen 17,5 der Ursprung der Namen „Abram“ und „Abraham“?
A: Die Herkunft des Namens ist ungewiss. Es handelt sich um einen westsemitischen Namen, der wahrscheinlich „der Vater ist erhaben“ oder „erhabener Vater“ bedeutet. Auf erhaltenen Tontafeln aus der Stadt Mari (2800–1760 v. Chr.) finden sich die Namen Noah, Abram, Laban und Jakob. Der Name „Abraham“ bedeutet „Vater der Vielen“ oder „Vater einer Vielzahl“.
F: Wie beeinflussen Namen, Spitznamen und Titel in Gen 11,27 und 17,5 die Menschen auf subtile Weise?
A: Diese können mindestens acht Dinge bewirken:
Sie informieren einen Fremden über die Tätigkeit oder die Bedeutung einer Person und vermitteln ihm einen ersten Eindruck. In einem Unternehmen, in dem ich tätig war, trug die Mehrheit der Mitarbeiter – und alle, die über beträchtliche Erfahrung verfügten – den Titel „Vizepräsident“.
Sie überzeugen andere davon, dass man die Aufgabe bewältigen kann. Warum sollte man jemanden mit einem Master-Abschluss für eine Stelle einstellen, wenn man auch einen Doktor der Philosophie haben könnte? Von allen Eroberern der Geschichte ist es interessant, dass „Wilhelm der Eroberer“ einer der wenigen war, denen dieser Beiname verliehen wurde. Obwohl er England, Schottland und später Irland eroberte, gab es so viele Momente, in denen es auf Messers Schneide stand, ob seine Armee siegen oder vernichtet werden würde.
Erinnern wir uns selbst und andere daran, wer wir genau sind.
Machen wir anderen, die uns bereits kennen, klar, worin unsere primäre Identität besteht.
Anderen gegenüber verschleiern, was wir genau tun. Denken Sie an einen „Berater“ bei Planned Parenthood oder an die erblichen Gesundheitsgerichte und das Ehegesundheitsgesetz der Nazis.
Andere herabsetzen, indem man ihren Namen falsch ausspricht oder ihnen einen herabwürdigenden Spitznamen gibt. „Bloody Mary“ oder Maria I. (1516–1558) war die Tochter Heinrichs VIII. und katholische Königin von England. Nachdem einige Protestanten versucht hatten, sie zu ermorden, ließ sie 280 Protestanten auf dem Scheiterhaufen verbrennen und versuchte, weitere zu töten oder ins Exil zu schicken. Nachdem sie an einer Krankheit gestorben war, wurden die meisten Katholiken in England ins Exil geschickt oder getötet.
Seien Sie eine Witzfigur wie Robin Hoods Freund „Little John“ oder der Footballspieler der Chicago Bears „Refrigerator Perry“ (ihn zu tackeln war, als würde man einen Kühlschrank tackeln). Der Country-Sänger Johnny Cash hatte eine interessante Ballade mit dem Titel „A Boy Named Sue“.
Stärken Sie andere in ihren eigenen Augen oder in den Augen anderer. Denken Sie an Alexander den Großen, Alfred den Großen, Otto den Großen, Süleyman den Prächtigen oder Iwan den Großen (von seinen Feinden Iwan der Schreckliche genannt). Andererseits könnte man auch ihre Grausamkeit hervorheben. Die Rumänen versuchten, Muslime davon abzuhalten, in Rumänien einzufallen, da ihr König Vlad der Pfähler hieß. Es gab auch den türkischen Herrscher Selim den Grimmigen, der viele Alawiten massakrierte.
Gelegentlich gibt eine chinesische Mutter ihrem jüngsten Kind den Spitznamen „duo duo“, was „mehr“ bedeutet. Dies könnte einen zusätzlichen Segen bedeuten oder aber eine unbeabsichtigte, unerwünschte zusätzliche Belastung.
F: Lehrt 1. Mose 11,27, dass Abram, Nahor und Haran in einer bestimmten Reihenfolge geboren wurden?
A: Auch wenn manche Menschen fälschlicherweise annehmen, dass eine Auflistung in der Bibel immer angibt, wer als Erster geboren wurde, trifft dies nicht zu. In 1. Chronik 3,15 beispielsweise wird Zedekia als Josias dritter Sohn aufgeführt, während Schallum/Joahas als vierter genannt wird. Als jedoch Jehoahaz im Jahr 609 v. Chr. König wurde, war er 23 Jahre alt, während Zedekia erst zehn Jahre alt war. Ein weiteres Beispiel: Ham wird vor Jafet erwähnt, doch aus Genesis 9,24 geht hervor, dass Ham jünger war. Wenn die Bibel also eine Aufzählung liefert, ohne anzugeben, dass es sich um eine Rangfolge handelt, sollten wir nicht versuchen, der Bibel etwas zu unterstellen, was dort nicht steht.
In diesem speziellen Fall war Abram 75 Jahre alt, als er Haran nach dem Tod Terachs verließ (Genesis 12,4), und Terach starb im Alter von 205 Jahren (Genesis 11,32); daher war Abram nicht der Sohn, der geboren wurde, als Terach 70 Jahre alt war. Abram wurde erst geboren, als Terach mindestens 130 Jahre alt war.
F: Stammte Abram in 1. Mose 11,28 aus der Stadt Ur oder aus der Stadt Haran, wie in 1. Mose 24,4 angegeben?
A: Abram stammte ursprünglich aus Ur der Chaldäer im südlichen Mesopotamien, doch bevor er nach Kanaan kam, ließen sich Abram und seine Verwandten zunächst in der Stadt Haran im heutigen Syrien nieder.
F: Warum wird in Gen 11,28 Ur der Chaldäer erwähnt, da Ur doch eine sumerische Stadt war?
A: Dies gibt uns einen Hinweis darauf, wann dieser Text verfasst wurde. Die Chaldäer und Sumerer im Irak waren zu Moses’ Zeiten bereits assimiliert, und Moses erwähnte das Gebiet des heutigen Irak so, wie es zu seiner Zeit bekannt war. Zudem wird in den Ebla-Dokumenten eine Stadt namens Uru erwähnt, die in Padan-Aram (dem heutigen Syrien) lag. Um jeglichen Zweifel auszuräumen, hieß es daher nicht einfach „Ur“, sondern „Ur der Chaldäer“.
F: Könnte Abraham in Gen 11,28 von einer anderen Stadt namens Ur aufgebrochen sein?
A: Nein. Es gab eine Stadt in der Nähe von Haran namens Ur/Urfa (das heutige Edessa), eine hethitische Stadt namens Ura im Nordosten Anatoliens/Armeniens und einen hethitischen Seehafen, der ebenfalls Ura hieß und in der Nähe von Tarsus lag. Diese Städte werden jedoch erst 500 Jahre nach Abraham erstmals erwähnt.
F: Was wissen wir in Gen 11,28 über die mesopotamische Stadt Ur, abgesehen von den Angaben in der Bibel?
A: Dank umfangreicher Ausgrabungen wissen wir viel über Ur. Die Stadt war zu jener Zeit wahrscheinlich die größte der Welt, mit einer Einwohnerzahl, die auf 180.000, 200.000 oder 300.000 geschätzt wird. Sie hatte eine ovale Form, und der Stadtwall war 3.000 Fuß lang und 800 Fuß breit. Sie verfügte über eine dreistufige Zikkurat, die sich 70 Fuß über die Ebene erhob. Die Stadtmauern waren dreißig Fuß hoch. Es handelte sich um eine wohlhabende Stadt mit spektakulären Kunstwerken. Die Bewohner von Ur waren relativ hoch entwickelt; ein mathematischer Text belegt die Kenntnis von Kubikwurzeln.
Geografie: Ur lag auf der einen Seite am Euphrat und auf den anderen Seiten an Kanälen. Der Boden war etwas alkalisch, eignete sich aber dank Bewässerung hervorragend für den Anbau von Weizen und Gerste. Im Tigris und im Euphrat gab es etwa 50 Fischarten. Da es in der Umgebung keine Bäume gab, importierten sie Holz aus einer Entfernung von 400 Meilen.
Zivilisation: Etwa 40 % des gesamten Getreides wurden zur Bierherstellung verwendet. Es wurde ein Brettspiel gefunden. Die Bewohner bewohnten ein- und zweistöckige Lehmziegelhäuser, und die Straßen waren unbefestigt. Oft befand sich unter dem Haus ein Familiengrab.
Literatur: Die ersten sumerischen Schriftzeugnisse stammen aus der Zeit um 3.200 v. Chr., 1.200 Jahre vor Abraham. Aus Ur, Umma, Lagasch, Puzrish-Dagan und Nippur wurden 100.000 Tontafeln geborgen.
Wissenschaft: Es wurde eine mathematische Tafel mit Kubikwurzeln gefunden. Sie kannten kein Dezimalsystem, sondern verwendeten stattdessen die Zahlen 1, 10, 60, 600, 3.600, 36.000 usw. Ein Überbleibsel davon ist, dass wir Kreise in 360 Grad unterteilen. Ihr Kalender umfasste 360 Tage, und sie betrieben Astrologie. Die Hauptziggurat war sehr solide gebaut.
Tempel: Die Hauptziggurat war dem Mondgott (nicht der Mondgöttin) gewidmet, der auf Sumerisch Nanna/Nannar und auf Akkadisch/Semitisch Sin hieß. Die Hauptziggurat bestand aus drei Ebenen. Die unterste, mit den Maßen 210 mal 140 mal 20 Fuß, wurde von Ur-Nammu und Dungi erbaut. Ur-Nammu lebte etwa zur Zeit Abrahams. Nabonidus (um 560 v. Chr.) errichtete die zweite Stufe, und ein kleines Gebäude bildete die dritte Stufe. Es gab Tempel für E-num-mah, Nirgal/Ningal (Nannas Gattin) sowie den Schrein von Nannar.
Geschichte: Die erste Dynastie von Ur (2600–2500 v. Chr.) hatte Könige namens Mesanepada und Aanepada. Die Gutier eroberten Ur und herrschten dort von 2150 bis 2070 v. Chr., bis Ur-Nammu sie vertrieb und die dritte Dynastie von Ur begründete. Die Bewohner von Ur plünderten etwa 50 Jahre später Susa, die elamitische Hauptstadt. Abraham verließ Ur vor 2000 v. Chr., als Ur wohl noch als einer der sichersten Orte zum Leben galt. Im Jahr 2004 v. Chr. (manche sagen 1950 v. Chr.) plünderten die Elamiter Ur, und die Stadt Ur erlangte ihre frühere Bedeutung nie wieder zurück. Hätte Abraham also Gott ungehorsam gewesen und wäre in Ur geblieben, wären entweder er selbst oder seine Nachkommen wahrscheinlich versklavt oder getötet worden.
Frage: Ist Abram in Gen 11,31 von Ur aus nach Kanaan aufgebrochen oder von Haran aus, wie es in Gen 12,5 heißt?
A: In Genesis 12 heißt es nicht, dass Abram in Haran war, als Gott ihn berief. Es wird nicht erwähnt, dass Genesis 11,31 chronologisch vor Genesis 12 steht. Viele moderne Biografien sind streng chronologisch aufgebaut, doch es besteht keine Verpflichtung dazu, und oft war die Darstellung im Alten Testament und in den Evangelien nicht streng chronologisch. Wir können nur dann sicher sein, dass eine chronologische Reihenfolge beabsichtigt war, wenn der Verfasser ausdrücklich angibt, dass es sich um eine chronologische Reihenfolge handelt. In Genesis 24,4 heißt es im Hebräischen nicht „Land meiner Geburt“, sondern „mein Land“, womit der Ort gemeint ist, an dem Abram eine Zeit lang gelebt hatte und an dem seine nächsten Verwandten noch immer lebten.
F: Warum hat Gott in Gen 12,1; 28,10–15; 32,22–32 die Juden ausgewählt und nicht die Chinesen oder ein anderes Volk?
A: Zunächst einmal hat Gott das Recht, zu wählen, wen Er will. Hier wählte Gott kein Volk, sondern einen einzigen Mann: Abraham. Später wurden der Bund und die Nachkommenschaft in Genesis 17,21 und 21,12 auf Isaak bezogen. Später wurde Jakob in Genesis 28,10–15 erwählt. Abraham war bereit, seine Kultur und seine Stadt (Ur) zu verlassen, die zu jener Zeit wahrscheinlich die größte (100.000 bis 180.000 Einwohner) und zivilisierteste Stadt der Erde war. Viele Menschen hegen den Wunsch, das Richtige zu tun, doch nur wenige wohlhabende Männer wären bereit, ihre Bindungen an ihre Kultur und Religion zu opfern, um vor allem Gott zu folgen – selbst an einen Ort, den er nicht kannte (Hebräer 11,8).
Heute lehren Römer 10,12 und Galater 3,28, dass es für Gott keinen Unterschied zwischen gläubigen Juden und Nichtjuden gibt.
F: Gibt es in 1. Mose 12,1 außerhalb der Bibel irgendwelche Belege dafür, dass sich der wahre Gott zu Abrahams Zeiten oder davor jemand anderem offenbart hat?
A: Ja. Zunächst zwei Hintergrundinformationen aus der Bibel, dann die Antwort.
B1. In Genesis 14,18–20 war Melchisedek König von Salem und Priester des höchsten Gottes, den er El Elyon nannte. Wir werden Melchisedek jedoch nicht mitzählen, da er nur in der Bibel erwähnt wird und Melchisedek eine vorinkarnierte Erscheinungsform Christi gewesen sein könnte.
B2. In Genesis 24,50 glaubten Abrams Verwandte in Syrien (unter den Aramäern) an den Herrn.
Die Antwort:
A1. Auch ugaritische Texte (aus der Kultur, die im heutigen Syrien und Libanon existierte) erwähnen einen persönlichen Gott namens „El“ und verwendeten den Ausdruck „El Elyon“ für den Allerhöchsten, so wie es Melchisedek tat. Leider war in der ugaritischen Kultur Synkretismus am Werk, sodass sie „El“ schließlich nur noch als einen Gott unter vielen verehrten.
A2. In China wurden vor dem Aufkommen des Buddhismus kurz nach Christus sowie vor dem Konfuzianismus und dem Taoismus einige hundert Jahre vor Christus zahlreiche Götzen verehrt. Davor jedoch verehrten die Menschen dort einen einzigen höchsten Gott, den sie Shang-di nannten. Die frühesten schriftlichen Erwähnungen von Shang-di in China stammen aus dem Jahr 2600 v. Chr., also etwa 400–500 Jahre vor Abraham! Leider beschloss man während der Zhou-Dynastie, etwa 1000 v. Chr., dass niemand außer dem Kaiser würdig sei, Shang-di zu verehren, und so starb die Verehrung von Shang-di unter dem Volk aus. Vor einigen Jahrhunderten gab es unter den Christen in China erhebliche Meinungsverschiedenheiten darüber, ob in der chinesischen Bibel stets der allgemeine Begriff für Gottheit „Shen“ verwendet werden sollte oder ob auch das alte Wort „Shang-di“ zum Einsatz kommen sollte. Die letztere Seite setzte sich durch, und chinesische Bibeln verwenden sowohl „Shang-di“ als auch „Shen“.
Der chinesische Kaiser verehrte Shang-di, indem er während des „Grenzopfers“ einen Stier auf einem Altar aus weißem Marmor opferte; dies wurde von Konfuzius im „Shu Jing“ (Buch der Geschichte) festgehalten, wo er berichtete, dass Kaiser Shun (2256–2205 v. Chr.) diesen Ritus praktizierte. Diese Tradition endete im Jahr 1911 n. Chr. Hier ist ein Auszug aus den Worten, die während des Opfers gesprochen wurden:
„In alter Zeit, am Anfang, herrschte das große Chaos, formlos und dunkel. Die fünf Elemente [Planeten] hatten noch nicht begonnen, sich zu drehen, noch hatten Sonne und Mond begonnen zu leuchten. Du, o geistiger Herrscher, hast als Erster die gröberen Teile von den reineren getrennt. Du hast den Himmel geschaffen. Du hast die Erde geschaffen. Du hast den Menschen geschaffen. Alle Dinge mit ihrer Fortpflanzungskraft erhielten ihr Dasein.“ Weitere Informationen zu Shang-di finden Sie in einem Artikel von Ethel Nelson in „Creation ex Nihilo“, Band 20, Nr. 3, Juni–August 1998, S. 50–53.
Die Koreaner haben eine ähnliche alte Überlieferung über einen Shang-di, den sie Hananim nennen. Eine alte koreanische Tan-gun-Überlieferung besagt, dass Hananim einen Sohn hatte, der unter den Menschen leben wollte. Mehr über Shang-di, Hananim und andere frühe Offenbarungen, die offenbar vom wahren Gott stammten, können Sie in dem Buch „Eternity in Their Hearts“ nachlesen.
F: Wie hat Gott in Gen 12,1–3.7 seine Verheißungen an Abraham gehalten?
A: Gott hielt sie bedingungslos ein, unabhängig davon, was Abraham tat.
Gott machte Abraham zu einem großen Volk. Tatsächlich war Abraham der Stammvater sowohl der Israeliten als auch vieler Araber. (Genesis 12,2)
Gott wollte Abraham segnen. Abraham lebte und starb als sehr wohlhabender Mann und hatte zudem zahlreiche Nachkommen. (Genesis 12,2)
Gott machte Abrahams Namen groß. Sein Name genießt überall hohes Ansehen, wo Christen, Juden und Muslime zu finden sind. (Genesis 12,2)
Gott wird diejenigen segnen, die Abraham segnen, und diejenigen verfluchen, die Abraham verfluchen. Länder, die Juden aufgenommen haben, haben großen Segen erfahren, und jene, die sie verflucht haben – wie beispielsweise Nazideutschland –, haben schwer gelitten. (1. Mose 12,3)
Abrahams Nachkommen haben das Land Palästina besessen. (Genesis 12,7)
F: Spricht Gott in Gen 12,1–5 hier zu Abram, oder handelt es sich hierbei um eine Wiederholung dessen, was Gott in Gen 12,4b–9 zu Abram sagte?
A: Dies ist keine Wiederholung. In Genesis 12,1–4a befahl Gott Abram, etwas zu tun, ohne zu erwähnen, ob Abram dies tat oder nicht. Genesis 12,4b–9 berichtet uns, dass Abram tat, was Gott gesagt hatte, mit der Ausnahme, dass Abram auch Lot mitnahm.
F: Könnte Abraham in Gen 12 das verfasst haben, was die Mormonen als Heilige Schrift betrachten, nämlich das sogenannte „Buch Abraham“?
A: Nein. Zunächst einige Hintergrundinformationen zum mormonischen „Buch Abraham“ und zur Bedeutung der Fälschung, gefolgt vom Nachweis, dass es sich um eine Fälschung handelt. Dieser Text stammt aus zuvor verfassten Ausführungen zum Mormonismus.
Hintergrund:
Das mormonische „Buch Abraham“ ist Teil der mormonischen Heilige Schrift „Die Perle von großem Wert“. Es bildet die Grundlage für die mormonische Anti-Schwarz-Doktrin, die Schwarze davon abhielt, jemals das mormonische Priestertum zu erlangen. Die Anti-Schwarz-Doktrin wurde 1978 (vom mormonischen Gott?) geändert.
Das mormonische „Buch Abraham“ wurde anhand altägyptischer Schriftrollen verfasst, die Joseph Smith im Juli 1835 erhalten hatte und von denen er behauptete, sie enthielten die Schriften von Abraham und Joseph. Er beherrschte die altägyptische Sprache nicht, die zu jener Zeit nur wenige lesen konnten. Er verkündete, Gott habe ihn göttlich inspiriert, einige dieser Schriftrollen ins Englische zu übersetzen, und so entstand das mormonische „Buch Abraham“.
Diese ägyptischen Schriftrollen galten einst als verloren und zerstört, doch elf davon wurden im Metropolitan Museum in New York gefunden und 1967 der mormonischen Kirche übergeben.
Bedeutung des Betrugs:
Das Buch Mormon soll aus derselben Sprache übersetzt worden sein wie das Buch Abraham. Wenn Joseph Smith das eine nicht übersetzen konnte, dann hat er auch das andere nicht übersetzt, und keiner seiner Schriften kann man vertrauen. Darüber hinaus wäre Joseph Smith, falls es sich bei der Schriftrolle um eine heidnische Schrift für einen Götzengott handelt, ein Prophet, Seher und Offenbarer seines Führers, des Götzen der Schriftrolle.
Joseph Smith äußerte sich wie folgt zur Übersetzung: „Eine Übersetzung einiger alter Aufzeichnungen, die aus den Katakomben Ägyptens in unsere Hände gelangt sind. – Die Schriften Abrahams, von ihm eigenhändig auf Papyrus verfasst.“ „Die kostbare Perle“, S. 29.
Beweis für den Betrug:
Es gibt drei Anhaltspunkte, anhand derer wir wissen, dass es sich hierbei um jene ägyptischen Schriftrollen handelt, die Joseph Smith zu übersetzen versuchte.
1. Drei der vier handschriftlichen Originalmanuskripte des Buches Abraham wiesen ägyptische Hieroglyphen am Rand auf. Von den rund achtzig ägyptischen Hieroglyphen auf der Schriftrolle waren 20, 13 bzw. 10 Hieroglyphen in den Manuskripten Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3 verzeichnet. An den Stellen, an denen die Schriftrolle Lücken aufwies, wurden in den drei Manuskripten 7, 6 bzw. 6 rekonstruierte Hieroglyphen hinzugefügt. Daraus können wir mit Sicherheit schließen, dass es sich bei dieser ägyptischen Schriftrolle um jene handelte, die Joseph verwendet hat.
2. Joseph erfand eine Grammatik der ägyptischen Sprache. Das gebundene, vierunddreißigseitige Buch mit dem Titel „Egyptian Alphabet and Grammar“ befindet sich noch immer im Besitz der Kirche. Dieses Sprachbuch veranschaulicht viele der ägyptischen Hieroglyphen der Schriftrolle. Eine sehr ähnliche englische „Übersetzung“ findet sich im „Egyptian Alphabet and Grammar“ wie auch im Buch Abraham. Manche betrachten dies als einen der schwerwiegendsten Beweise gegen die Inspiration, die Joseph für sich beanspruchte.
3. Die Abbildungen am Anfang sowohl der ägyptischen Schriftrolle als auch von Smiths „Buch Abraham“ sind identisch. Der einzige Unterschied besteht in einer mit Bleistift eingezeichneten Stelle auf der ägyptischen Abbildung, die auf der mormonischen Abbildung ausgefüllt wurde. Nicht nur die Abbildungen wurden identisch kopiert, sondern auch die Bildunterschriften in den Abbildungen Nr. 2 und Nr. 3, die sich auf die ägyptischen Götzenbilder beziehen, wurden in die mormonische Schrift übernommen.
Die tatsächliche Übersetzung:
Smith glaubte, er würde diese Hieroglyphen übersetzen. Lesen Sie die tatsächliche Übersetzung von Dr. Klaus Baer auf der nächsten Seite. (Dialogue: A Journal of Mormon Thought: Herbst 1968, S. 119–120.)
„Osiris soll in den Großen Teich von Khons überführt werden – ebenso wie Osiris Hor, der Gerechte, geboren von Tikhebyt, der Gerechte –, nachdem seine Arme auf sein Herz gelegt wurden und die Atemgenehmigung (die [Isis] angefertigt hat und die innen und außen beschriftet ist) in königliches Leinen gewickelt und unter seinem linken Arm nahe seinem Herzen platziert wurde; die übrigen Bandagen seiner Mumie sollen darüber gewickelt werden. Der Mann, für den dieses Buch abgeschrieben wurde, wird für immer atmen, wie es die Bas der Götter tun.“ (Bas sind Seelen.) Auf S. 111 erklärte Dr. Baer: „Joseph Smith glaubte, dass sein Papyrus das Buch Abraham enthielt.“
Smith übersetzte Tausende englischer Wörter aus diesen Hieroglyphen. Joseph sagte, dies sei die Schrift Abrahams und das Wort seines Gottes. Tatsächlich handelte es sich um eine Variante des Totenbuchs – ein heidnisches ägyptisches Zauberbuch voller heidnischer Götter und Göttinnen, das oft mit Mumien begraben wurde.
Dr. Richard Parker von der Brown University schrieb in einem persönlichen Brief an Marvin Cowen vom 9. Januar 1968: „5. Ich habe Joseph Smiths ‚Ägyptisches Alphabet und Grammatik‘ gesehen. Die Deutung der Zeichen, die angeblich ägyptisch sind, weist keinerlei Ähnlichkeit mit der Bedeutung auf, die Ägyptologen ihnen zuschreiben.“
Vor fünfzig Jahren sagte Dr. A. B. Mercer: „Keiner meiner Schüler, der eine derart absolute Unkenntnis der ägyptischen Sprache an den Tag legen würde wie Smith, könnte bei einer Prüfung in Ägyptologie auch nur erwarten, mehr als eine Null zu erzielen.“ (Improvement Era, Band 16, S. 615.) Dies gilt auch heute noch.
Dr. John A. Wilson erklärte: „… was mich betrifft, so sehe ich Fragmente von zwei oder möglicherweise drei verschiedenen Papyri, und jedes einzelne davon sieht aus wie ein traditionelles Totenbuch.“ (Brief vom 5. Januar 1968.)
Details zu den Abbildungen
Betrachten wir als Nächstes die drei Abbildungen im Buch Abraham sowie die dazugehörigen Bildunterschriften aus einer der Schriftrollen und aus „Times and Seasons“, Band 3.
Die Schrift und die Abbildungen zeigen typische ägyptische Begräbnisszenen mit ägyptischen Götzenbildern. Joseph lehrte, dass diese Darstellungen Abraham und den wahren Gott repräsentierten.
Faksimile Nr. 1:
Hor, der Gerechte, Sohn des Trägers derselben Titel.
Faksimile Nr. 2
Gewähre, dass die Seele von Osiris Sheshonk leben möge
Ich (Min) bin ein unvergleichlicher, sich paarender Stier.
Möge dieses Grab niemals entweiht werden.
Faksimile Nr. 3
O Götter von …, Götter der Höhlen, Götter des Südens, des Nordens, des Westens und des Ostens, gewährt Osiris Hor, dem Gerechten, Wohlergehen
Fazit:
Smiths Gott hat ihn getäuscht. Joseph Smiths Übersetzung ist wertlos. Wenn Sie den Herrn suchen, lieber Mormone, so bitte ich Sie inständig, die Mormonenkirche zu verlassen, Josephs Schwindel zurückzuweisen und Ihr Leben dem Allerhöchsten Gott durch Jesus Christus, Seinen Sohn, zu übergeben.
Frage: Wie konnte Abram in Gen 12,4 75 Jahre alt sein, als er nach dem Tod Terachs die Stadt Haran verließ? Da Terach in Gen 11,26 70 Jahre alt war, als er seine drei Söhne bekam, und in Apg 7,4 steht, dass Abram Haran nach Terachs Tod verließ, und Terach im Alter von 205 Jahren starb (Gen 11,32), wären seine drei Söhne 135 Jahre alt.
A: Sofern Abram, Nahor und Haran keine Drillinge waren (was unwahrscheinlich ist), bezieht sich Genesis 11,26 darauf, dass Terach 70 Jahre alt war, als er begann, Kinder zu zeugen. Abram wurde erst geboren, als Terach mindestens 130 Jahre alt war.
F: Haben Archäologen in Gen 12,8 die Stadt Ai ausgegraben?
A: Nein. Sie haben keine Überreste einer kleinen Stadt gefunden, von der behauptet wird, sie sei vollständig zerstört worden.
F: Gibt es in 1. Mose 12,10–19 außerbiblische Belege dafür, dass Menschen aus Kanaan oder anderen Teilen des Nahen Ostens nach Ägypten kamen?
A: Ja, die gibt es. Eine Grabmalerei in Beni Hasan in Ägypten zeigt „Asiaten“. Grab 3, das von Khnumhotep, zeigt 37 Semiten, die zum Handel nach Ägypten kamen. Sie hatten schwarzes Haar, spitze Bärte, lange Umhänge, Bögen und Wurfstöcke. Das „Wycliffe Dictionary of Biblical Archaeology“ (S. 139) gibt als Datierung 1892 v. Chr. an.
Das Alphabet wurde erstmals 1800 v. Chr. oder noch früher nördlich von Luxor von Semiten in Ägypten verwendet. (Siehe BAR Jan./Feb. 2000, S. 12)
Kamele auf Wandmalereien im Tempel der Hatschepsut in der Nähe von Theben lassen sich ebenfalls auf die Zeit Abrahams zurückführen.
F: Hat Abraham in Gen 12,10–19 in Ägypten gesagt, seine Frau sei seine Schwester, oder tat dies Isaak in Gerar in Gen 26,2–11? (Ein liberaler Christ führte dies als Doppelung an, um zu zeigen, dass mehrere Autoren an der Genesis mitgewirkt hätten.)
A: Dies ist keine Wiederholung; es handelt sich um zwei getrennte Ereignisse. Isaak hat diese schlechte Idee wahrscheinlich vom Beispiel seines Vaters übernommen.
F: Hat Gott in Gen 12,10–20 und Gen 20,1–18 Abrams Lüge geduldet?
A: Nein. Die Bibel berichtet ehrlich darüber, hat Abrams Lügen jedoch niemals gutgeheißen, da ihm der Glaube an Gottes Schutz fehlte. Selbst große Männer Gottes sündigen, und daher sollten wir den Mut nicht verlieren, wenn wir sündigen.
Gott segnete Abraham wegen seines Glaubens, nicht weil er sündlos war, sondern trotz seiner Sünde.
Nur Gott ist vollkommen. Unser Ziel ist es, nach Vollkommenheit zu streben, die wir erst im Himmel erreichen werden. Siehe die Erörterung zu Genesis 19,30–36.
F: Welche weiteren Belege gibt es in Gen 12,16 für die Existenz von Kamelen im Nahen Osten außerhalb Ägyptens während dieser Zeit?
A: Wir verfügen über mindestens vier Belege:
1. Ein sumerischer Text lautet: „O Dummuzi, versorge mich mit Kamelmilch – die Milch des Kamels ist süß, der Rahm des Kamels ist süß“ (Oppenheim, A. (1960) Chicago Assyrian Dictionary, Band 7)
2. Eine Plakette aus Tell Asmar im Irak, datiert auf 2500–2000 v. Chr., zeigt einen Reiter auf einem Dromedar (Dostal, W. (1959) „The Development of Bedouin Life in Arabia Seen from Archaeological Material.“ In: A. Abdalla et al., Studies in the History of Arabia, Band 1, S. 16, 13)
3. Ein Siegel aus Syrien aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. zeigt zwei Personen, die auf einem baktrischen Kamel reiten (Porada, E. (1977) „A cylinder Seal with a Camel in the Walters Art Gallery.“ Journal of the Walters Art Gallery 36).
4. Eine syrische Liste aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. erwähnt „ein [Maß] als Futter für das Kamel“ (Wiseman, D. (1950) „Ration Lists from Alalakh VII.“ Journal of Cuneiform Studies 13).
Siehe Stephen Caesar: „Wissenschaft, Forschung und Heilige Schrift – Domestizierte Kamele in der Genesis“ in Christian News vom 6. August 2001, S. 17.
F: Hat Lot in Gen 13,1–18 entschieden, wo Abraham leben sollte, oder hat Gott Abraham das Gelobte Land zum Leben gegeben?
A: Beides. „Concurrency“ ist die Lehre, dass Gott Ereignisse und Menschen – selbst fehlgeleitete und böse Menschen – nutzt, um Seinen Willen zu vollbringen und Seine Verheißungen zu erfüllen. Abram (Abraham) gestattete Lot, sich entweder für die östliche oder die westliche Seite des Jordans zu entscheiden, und Lot entschied sich für die östliche Seite. Während Gott Abram dazu veranlasste, in dieses Gebiet zu ziehen, hatte Gott zugleich konkret vorgesehen, dass Abram die westliche Seite des Jordans erhalten sollte. Gott nutzte Lots Entscheidung, um Seinen Willen zu vollbringen.
F: Was tun Sie in Gen 13,1–18, wenn es zwischen zwei Menschen oder zwei Parteien zu einer Meinungsverschiedenheit kommt und Sie keine Hoffnung auf eine Lösung dieser Meinungsverschiedenheit sehen?
A: Es ist gut, zunächst gemeinsam daran zu arbeiten, die Meinungsverschiedenheit zu lösen. Hilfreich ist es, zu versuchen, die Situation aus der Perspektive der anderen Person zu betrachten. Versuchen Sie dann, ihr zu helfen, die Situation aus Ihrer Perspektive zu betrachten. Zeigen Sie ihr, was Ihre beste Alternative ist, falls Sie keine Einigung erzielen. Fragen Sie sie, was sie an Ihrer Stelle tun würden. Manchmal gibt es – ähnlich wie beim „Fädeln einer Nadel“ – einen Mittelweg, auf dem jede Seite das meiste von dem bekommt, was sie sich wünscht.
Manchmal ist kein Kompromiss und keine Lösung möglich. Manchmal ist eine Trennung das Beste, und es gilt lediglich, sich als Freunde zu trennen. Wenn Sie sich trennen, tun Sie dies unter den bestmöglichen Bedingungen und, falls nötig, mit Vergebung. Obwohl zwischen Abraham und Lot keine Meinungsverschiedenheiten bestanden, gab es in einem Gebiet nicht genug Weideland für ihre beiden Herden zusammen. Daher mussten sie sich trennen; es gab keinen anderen Ausweg.
Natürlich ist Versöhnung besser als Trennung. Doch damit eine Versöhnung gelingen kann, müssen beide Parteien – nicht nur eine – bereit sein, sich zu versöhnen.
F: In Gen 13,8 und 29,15 – inwiefern waren diese Männer Brüder?
A: In Genesis 13,8 bezeichnet Abram Lot als seinen Bruder, während in Genesis 29,15 Laban Jakob als seinen Bruder bezeichnet. Die Bibel hält fest, dass Abram und Laban sowohl ihre enge Verbundenheit als auch ihre Blutsverwandtschaft zum Ausdruck brachten, doch waren sie tatsächlich keine Brüder.
Der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 819–820) sieht darin kein Problem, fügt jedoch hinzu, dass in diesen Fällen in der Regel genügend genealogisches Material angegeben wird, sodass wir die genaue Verwandtschaftsbeziehung kennen. Bei den Brüdern Jesu ist dies nicht der Fall, daher handelte es sich bei ihnen wahrscheinlich um leibliche Halbbrüder.
F: Hat Lot in Gen 13,12 sein Zelt in der Nähe von Sodom aufgeschlagen, oder lebte Lot in Gen 14,12 in Sodom?
A: Beides trifft höchstwahrscheinlich zu, allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Ein Nomadenleben bedeutete, dass man sich leicht fortbewegen konnte. Lot hatte sein Zelt sicherlich weit entfernt von Sodom aufgeschlagen, bevor er sich von Abrams Gruppe trennte. Später hatte er es sicherlich in der Nähe von Sodom und in der von Sodom kontrollierten Umgebung (Großraum Sodom). Dann lebte er in Sodom (entweder in einem Zelt oder in einem Haus). Später, in Genesis 19,3, besaß Lot ein Haus in Sodom.
F: Wer sind diese Könige in 1. Mose 14,1–2?
A: Dies geschah um 2000 v. Chr., daher ist es nicht verwunderlich, dass wir einige dieser Herrscher nicht ausmachen können. Elam war jedoch eine Großmacht, die um 2004 v. Chr. Abrams Stadt Ur erobert hatte. „Schinar“ ist der Begriff, den sowohl das Alte Testament als auch die Ägypter für Babylonien verwendeten. „Chederlaomer“ klingt ähnlich wie „kudur“ (elamitisch für „Diener“) und „Lagamar“ (eine elamitische Göttin). „Cheder“ (= „Kudur“) war der erste Teil des Namens vieler elamitischer Könige. „Tidal“ scheint mit dem hethitischen Namen „Tudhaliya“ verwandt zu sein, und es gab mindestens fünf spätere hethitische Könige namens „Tudhaliya“. Die Städte Si-da-mu (Sodom) und I-ma-ar (Gomorra) werden in den Ebla-Tafeln erwähnt, die zwischen 2400 und 2250 v. Chr. verfasst wurden. Wir verfügen über keine Aufzeichnungen zu Arioch von Ellasar, doch gibt es unabhängige historische Belege für einen König Ariochu von Larsa, einer bedeutenden sumerischen Stadt. Außerdem heißt es in „History of Israel“, S. 61, dass Arriyuk(ki) oder Arriwuk(ki) sowohl in Mari als auch in Nuzi als hurritischer Name bekannt ist.
Laut John Warwick Montgomery in „Evidence for Faith“, S. 157, wurde Amraphel früher mit Hammurabi gleichgesetzt, was jedoch falsch ist. Er führt außerdem an, dass „Arioch“ gegenüber „Ariochu“ bevorzugt wird, da „Arioch“ ein zu jener Zeit gebräuchlicher Name war. Es handelte sich um einen hurritischen Namen, der auch ein König von Mari (um 1750 v. Chr.) trug und in den Tontafeln der Stadt Nuzi (1500 v. Chr.) vorkommt. Da es sich um einen gebräuchlichen Namen handelte, hätten ihn zahlreiche Könige aus einer Vielzahl kleinerer, der heutigen Welt unbekannter Provinzen tragen können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese seltsamen Namen nur während dieses engen Zeitraums verwendet wurden. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass jemand diese Namen niedergeschrieben hätte, es sei denn, er hätte genaue Kenntnisse der Geschichte dieser Zeit besessen.
F: Wie konnten in Gen 14,1–2 „Bündnisse“ von Königen gegeneinander kämpfen?
A: Vor dem Untergang des mächtigen Stadtstaates Ur im Jahr 2004 v. Chr. gab es nur sehr wenige Bündnisse von Königen. Auch nach dem Aufstieg Hammurabis von Alt-Babylon um 1700 v. Chr. gab es nur sehr wenige Bündnisse. Montgomery merkt jedoch an, dass Bündnisse zwischen der Zeit, als die Elamiter Ur im Jahr 2004 v. Chr. zerstörten, und dem Überfall der Elamiter auf Babylon im Jahr 1725 v. Chr. weit verbreitet waren.
Zu Moses’ Zeiten hätte niemand versucht, eine glaubwürdig klingende Geschichte über Königsbündnisse zu erfinden, da monolithische Reiche vorherrschten. Dass jemand solche Bündnisse erwähnt, zeigt, dass er über genaue Kenntnisse dieser Epoche verfügte. Laut „Evidence for Faith“, S. 157–164, wird in einem in Mari gefundenen Brief von Bündnissen aus zehn, fünfzehn und zwanzig Königen berichtet. Darüber hinaus sind mindestens fünf weitere Bündnisse bekannt.
F: Gibt es in Gen 14,1–17 außerbiblische Belege für Sodom, Gomorra und die anderen Städte?
A: Ja. Früher gab es keine, bis Archäologen die Ebla-Tafeln fanden. Darin werden si-dam-mu (Sodom) und sa-ba-i-im (Zeboiim) erwähnt. (Julius Africanus [200–245 n. Chr.] nennt diesen Ort Seboim.) I-ma-er ist wahrscheinlich Gomorra.
F: Was bedeutet „Aschteroth-Karnaim“ in Gen 14,5?
A: Es gibt zwei Möglichkeiten.
1. Es könnte möglicherweise „Ashtarte der zwei Hörner“ bedeuten, da diese Göttin in Gezer und Beth-Shan mit zwei Hörnern dargestellt wurde.
2. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich um die Stadt Aschtarot in der Nähe von Karnaim handelt, um sie von anderen Städten zu unterscheiden, die nach der Göttin benannt sind.
F: Wer sind die Horiter in Gen 14,5–6, 36,20 und Dtn 2,12.22?
A: Die Horiter stammten aus dem heutigen Armenien. Sie wurden erstmals zur Zeit Sargons von Akkad im 24. Jahrhundert v. Chr. erwähnt.
F: Wie konnten Abram und seine Verbündeten in Gen 14,14 mit nur 318 Mann eine einfallende Armee eines Bündnisses aus vier großen Königen besiegen?
A: Genesis 14,15 deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine offene Feldschlacht handelte. Es war wahrscheinlich ein nächtlicher Überraschungsangriff durch berittene Truppen auf eine unvorbereitete Armee. In der Wüste gab es nur wenige Pferde, und östlich von Ägypten besaßen nur wenige Menschen Kamele – mit Ausnahme von Abraham. Ein Blitzangriff durch berittene Truppen aus der Wüste wäre daher völlig unerwartet gewesen. Zweitens war Abraham mit drei weiteren Häuptlingen verbündet, und ihre Beteiligung an der Beute zeigte, dass auch sie an dem Überfall beteiligt waren. Natürlich könnte Gott ebenfalls geholfen haben.
F: In wiefern lässt sich Abrams Überfall in Gen 14,14 mit anderen Überraschungsangriffen in der Geschichte vergleichen?
A: Die Armee zog sich offenbar von Dan nach Damaskus zurück, das etwa 40 Meilen (64 km) entfernt liegt; somit gewann Abrams Armee „das Schlachtfeld“. Betrachten wir nun Überraschungsangriffe, Angriffe auf größere Armeen und schließlich die Perspektive der Feinde. Einige dieser Zahlen stammen aus der Encyclopedia Britannica.
Zunächst betrachten wir Überraschungsangriffe.
In der Schlacht von San Jacinto im Jahr 1836 führten Sam Houston und 743 unerfahrene Soldaten tagsüber einen Überfall auf 1.800 mexikanische Soldaten durch und gewannen.
In der Schlacht von Trenton überquerte Washington nachts den Delaware, überraschte die hessischen Söldner und nahm 1.000 von ihnen gefangen.
Im Teutoburger Wald tötete der Germane Arminius in einer Überraschungsschlacht 14.000 kampferprobte römische Soldaten.
Betrachten wir nun Siege gegen alle Widrigkeiten.
In der Schlacht von Marathon im Jahr 490 v. Chr. besiegten 10.000 Griechen 20.000 Perser.
Bei Cannae im Jahr 216 v. Chr. besiegten 56.000 Karthager (mit effektiv eingesetzter Kavallerie) 86.000 Römer.
Bei al-Qadissiyat im Jahr 636/637 n. Chr. besiegten 30.000 Muslime 120.000 Perser.
Bei Pharsalos im Jahr 48 v. Chr. besiegten Julius Cäsar und 20.000 Soldaten Pompeius und 45.000 Soldaten.
Bei Dorylaeum im Jahr 1097 besiegten 70.000 Kreuzritter 250.000 Muslime und töteten etwa 30.000 von ihnen. (Die Kreuzritter trugen Rüstungen, aber andererseits könnten auch Abrams Soldaten Rüstungen getragen haben, während die einfallende Armee ihre abgelegt hatte.)
Alexander der Große gegen die Perser, Julius Cäsar gegen die Gallier und die Helvetier, Belisar, Napoleon und andere besiegten ebenfalls weit überlegene Streitkräfte, wenn auch in größerem Maßstab. Wir verfügen nicht über die Zahlen dieser Armeen, außer dass Julius Cäsar nur 10.000 Mann hatte, als er in Britannien einfiel.
Die Perspektive der Feinde: Stellen Sie sich vor, Sie seien ein elamitischer Soldat, der ausgewählt wurde, Teil einer Elitetruppe zu sein, die auf eine weit entfernte Mission geschickt wird, um Sodom zu bestrafen. Sie wissen, dass sich direkt vor Ihrem Zelt eine große Anzahl von Feinden befindet, doch es handelt sich um Gefangene; unbewaffnet und gut bewacht. Mitten in der Nacht werden Sie von berittenen Truppen eines neuen, unbekannten Feindes geweckt, die heranstürmen und Ihre Kameraden töten. Nicht nur das: Wenn sie Ihre Tiere vertreiben oder die Gefangenen befreien und bewaffnen, sind Sie dem Untergang geweiht. Sie handeln vernünftig und fliehen in die entgegengesetzte Richtung des Angriffs, um sich später wieder mit Ihren Kameraden zu vereinen.
Natürlich hat Gott, abgesehen von all diesen Faktoren, Abrams Truppen wahrscheinlich dabei unterstützt, Panik zu verbreiten und den Feind in die Flucht zu schlagen. Ein noch eindrucksvolleres Beispiel dafür, wie Gott einen erfolgreichen Überraschungsangriff unterstützt hat, finden Sie in der Schlacht zwischen Gideon und den Midianitern in Richter 7,6–25.
F: Was ist an der Struktur in 1. Mose 14,17–20 interessant?
A: Genesis 14,17–20 schildert die Versuchung des Sieges und eine Begegnung mit zwei Königen. Dies wird als Chiasmus dargestellt, ein gängiges hebräisches poetisches Stilmittel.
Der König von Sodom 14,17
– Der König von Salem begegnete Abraham 14,18
– – Der König von Salem segnete Abraham (14,19–20)
Der König von Sodom bot Abraham die Beute an (14,21)
Nach dem Segen durch Melchisedek wäre es für Abraham vielleicht leichter gewesen, das Angebot des Königs von Sodom abzulehnen.
Frage: Wie konnte Melchisedek, der vermutlich ein verfluchter Kanaaniter war, in Genesis 14,18–19 in der Lage sein, Abraham zu segnen?
A: Melchisedek ist eine geheimnisvolle Gestalt in der Bibel. Einige sind der Ansicht, Melchisedek sei eine vorinkarnierte Erscheinungsform Christi gewesen. Andere sagen, Melchisedek sei ein gottesfürchtiger Mann (vielleicht ein Kanaaniter, vielleicht auch nicht) gewesen, der lediglich ein Vorbild für Christus darstellte. Selbst wenn Melchisedek ein Kanaaniter gewesen wäre, hindert dies Gott nicht daran, Menschen jeder Nationalität zu lehren und zu heiligen.
Nebenbei sei angemerkt, dass die jüdische Sekte von Qumran Melchisedek als himmlischen Erlöser, der Gottes Erlösung verkünden wird, große Bedeutung beimaß.
F: Wie alt ist die Stadt Jerusalem gemäß Gen 14,18?
A: Wir gehen davon aus, dass sie um 3000 v. Chr. gegründet wurde. Frühe ägyptische Chroniken bezeichnen die Stadt als „Urusalim“, was darauf hindeutet, dass der Teil „salem“ von Jerusalem mindestens ebenso weit zurückreicht wie der Teil „Jebus“.
F: Lehrt Gen 14,18 ein „Melchisedek-Priestertum“ von Menschen, wie es die Mormonen lehren?
A: Nein. In Genesis 14 wird nur eine einzige Person namens Melchisedek erwähnt. In Hebräer 7,23–24 heißt es, dass dieser Melchisedek ein Vorbild für Jesus war. Nichts in der Bibel deutet darauf hin, dass wir heute neben Jesus noch weitere Priester benötigen.
F: Was genau ist in Gen 15 ein Bund, und inwiefern war der Bund zwischen Gott und Abraham ungewöhnlich?
A: Ein Bund ist eine gegenseitige Vereinbarung zwischen Parteien; die Parteien können gleichberechtigt sein, wie beispielsweise bei einem Handelsabkommen, oder es kann sich um eine Vereinbarung zwischen einem hohen König und einem untergeordneten Vasallen handeln. Abgesehen davon, dass es sich um einen Bund zwischen Mensch und Gott handelte, war dieser Bund insofern ungewöhnlich, als er ein einseitiges Versprechen Gottes war; Abraham musste nichts tun.
F: Hat Gott in Gen 15 hier einen Bund mit Abram geschlossen oder erst in Gen 17, nachdem Ismael geboren wurde? (Ein liberaler Christ führte dies als Beweis dafür an, dass die Genesis von mehreren Autoren verfasst wurde.)
A: Sowohl der ursprüngliche Bund in Genesis 15 als auch die spätere Bestätigung in Genesis 17 sind wahr. Möglicherweise schloss Gott Jahrzehnte später, in Genesis 15, einen formellen Bund mit Abram, der mit einem Opfer einherging, und versprach ihm ein Kind. In Genesis 17,2, nachdem Ismael geboren worden war, bestätigte Gott Seinen Bund mit Abram, und ein Zeichen dafür war der Ritus der Beschneidung. Die Bestätigung des Bundes war hier von entscheidender Bedeutung, da Gott Abrams Denkweise korrigieren musste. Abram glaubte fälschlicherweise, dass sich die Verheißungen des Bundes durch Ismael erfüllen würden.
Ein zweites Beispiel für die Bestätigung eines Bundes findet sich, nachdem Gott zugelassen hatte, dass die Israeliten bei Ai besiegt wurden: Sie bestätigten den Bund, den sie am Berg Ebal geschlossen hatten (Josua 8,30–35).
Manchmal sollte auch ein Christ, der bereits einen Bund mit Gott geschlossen hat, eine Zeit der Bekräftigung seines Bundes einlegen.
Es ist interessant zu vergleichen, dass Gott einen Bund mit Abraham schloss und diesen unmittelbar vor der Geburt Isaaks bestätigte. Später gab Gott die Verheißung, den Messias zu senden, und bestätigte diese durch Johannes den Täufer unmittelbar vor Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu.
F: Was ist in 1. Mose 15,2 das Ungewöhnliche am Namen Elieser?
A: Vielleicht nichts, doch im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 131–132, heißt es, es „könne kaum ein Zufall sein“, dass der Wert der Buchstaben von Eliezers Namen im Hebräischen 318 beträgt – genau die gleiche Zahl an Kriegern, die Abraham in Genesis 14,14 hatte.
F: War es in Gen 15,2 üblich, einen Erben zu benennen, der nicht aus der eigenen Blutlinie stammte?
A: Wir wissen nicht, wie verbreitet dies war, doch die Nuzi-Tafeln besagen, dass ein Ehepaar in Ur einen Sohn adoptieren konnte, der ihnen im Alter beistehen sollte, und dass der Sohn im Gegenzug zum Erben werden würde.
F: War es in Gen 15,10 falsch von Abraham, die Vögel nicht in zwei Hälften zu schneiden, wie es der falsche christliche Lehrer Rev. Moon in „Das Göttliche Prinzip“, 5. Auflage, 1977, S. 269, 507, lehrt?
A: Nein. Nach 3. Mose 1,17 und 5,9 durften Priester Vögel niemals in zwei Hälften schneiden.
F: Waren die Israeliten in Gen 15,13 430 Jahre lang in Ägypten oder wurden sie 400 Jahre lang unterdrückt?
A: Beides trifft zu. Siehe die Erläuterung zu Apostelgeschichte 7,6, wie die Israeliten 30 Jahre lang in Ägypten lebten, bevor sie 400 Jahre lang versklavt wurden.
F: Wie konnten die Israeliten in 1. Mose 15,16 nur vier Generationen lang versklavt sein, da sie doch laut 1. Mose 15,13 400 Jahre lang versklavt waren?
A: In Genesis 15,13.16 wurde Abraham, der eine Generation wahrscheinlich als 100 Jahre verstanden hätte, gesagt: 400 Jahre, 4 Generationen. Mose beispielsweise wurde 120 Jahre alt.
F: Fand der Auszug aus Ägypten in Gen 15,16 in der vierten Generation statt oder in der sechsten, wie 1 Chr 2,1–9 und Mt 1,3–4 andeuten?
A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.
1. Es hängt ganz davon ab, wie lange man eine Generation ansetzt. Abraham und Sara bekamen Isaak, als sie 100 bzw. 90 Jahre alt waren. Gott sprach hier zu Abraham.
2. Hypothetisch gesehen gäbe es keinen Fehler, selbst wenn die Bibel eine beliebige Zahl genannt hätte, solange dieselbe Stelle eine Generation angemessen definiert hätte. Tatsächlich werden die „vier Generationen“ in Genesis 15,16 in Genesis 15,13 als genau „400 Jahre“ der Versklavung definiert.
F: Warum behauptet die Bibel in Gen 15,17 und Gen 19,23, dass die Sonne „untergeht“ und „aufgeht“?
A: Das werde ich Ihnen nach Sonnenuntergang erklären. Im Ernst: Genauso wie wir gängige Redewendungen und Umgangssprache verwenden, um uns auszudrücken, bedient sich auch die Bibel hebräischer und griechischer Redewendungen.
F: Was ist in Gen 15,18 der Fluss Ägyptens?
A: Dabei handelt es sich wahrscheinlich nicht um den Nil, sondern um einen kleinen Bach namens Wadi el-Arish, der im östlichen Teil der Sinai-Halbinsel liegt. Es könnte sich entweder um das Wadi el-Arish oder um den östlichen Arm des Nils handeln.
F: Da Gott in Gen 15,18 den Nachkommen Abrams das gesamte Land bis zum Euphrat versprochen hatte, warum erhielten sie dieses Land dann nicht?
A: Die Königreiche Davids und Salomos erstreckten sich tatsächlich bis zum Euphrat. Außerdem könnten sie dieses Land im kommenden Millennium erhalten.
F: Da Abraham und Sarai in Gen 16,1 keine Kinder hatten – wie konnte Abraham nach Isaak noch weitere Kinder bekommen? (Diese Frage wurde von einem Muslim gestellt.)
A: Genesis 16,1 zeigt, dass Sarai unfruchtbar war, nicht Abraham. Abraham hatte weitere Kinder (mit seiner Frau Ketura), Sarai jedoch nicht.
F: Hat Abraham in Gen 16,1–4 Ehebruch mit Hagar begangen? (Diese Frage wurde von einem Muslim aufgeworfen.)
A: Nein, Ismael war nicht das Ergebnis eines Ehebruchs; er war kein uneheliches Kind. Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.
Konkubinen waren rechtmäßig: Polygamie war im Alten Testament erlaubt, und Sara gab Hagar Abraham als Konkubine. Was Abraham also tat, war sowohl nach dem, was Gott ihm offenbart hatte, als auch nach dem späteren mosaischen Gesetz sowie nach dem damaligen mesopotamischen Recht „rechtmäßig“.
Ähnliche Beispiele: Darüber hinaus ist dies nicht so ungewöhnlich, wie es manchen modernen Lesern erscheinen mag. Ähnliche Beispiele dafür, dass eine Magd anstelle einer unfruchtbaren Ehefrau einsprang, finden sich in den Gesetzen des Codex Hammurabi, den Nuzi-Tafeln, den Alalakh-Tafeln und den Mari-Tafeln. Wenn jedoch etwas sowohl gängige Praxis als auch „legal“ ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es Gott gefällt. Genesis 16,4–5 zeigt, dass Sara ihre Handlung bald bereute.
Hagar war stolz auf ihren Status: Hagar hatte keinerlei Einwände dagegen, Abrams Frau zu werden. Tatsächlich verspottete Hagar später Sarai (Genesis 16,4–5). Im Alten Testament war die Heirat mit einer Gefangenen zwar zulässig, doch wurde Sex außerhalb der Ehe nirgendwo als etwas anderes als als sündhafte Unmoral gerechtfertigt.
Im Gegensatz dazu ist es Muslimen gestattet, ihre Gefangenen zum Geschlechtsverkehr zu zwingen, auch wenn sie nicht mit ihnen verheiratet sind. Siehe Buchari, Band 3, Buch 46, Kapitel 13, Nr. 717, 718, S. 431–432, S. 432; Band 9, Buch 93, Kapitel 18, Nr. 506, S. 372; Sahih Muslim 2:3371–3374; Abu Dawud, Band 2, Nr. 2150, 2167 für weitere Informationen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Gott ist heilig, Abraham war kein Ehebrecher, und Christen haben einen höheren Maßstab an Heiligkeit als Mohammed ihn für seine Gefährten in den Hadithen hatte.
F: Welche Beispiele aus Gen 16,1–4 oder aus der Geschichte kennen Sie, in denen Gläubige Kompromisse eingegangen sind?
A: Als Konstantin Kaiser wurde, schien es, als hätte das goldene Zeitalter des Christentums auf Erden begonnen.
Abraham, der Sara zweimal als seine Schwester bezeichnete (Genesis 12,11–20; 20,1–2)
Achans wunderschönes babylonisches Gewand, 200 Schekel Silber und ein Goldbarren (Josua 7,20–23)
Christus zu Petrus: „Weiche von mir, Satan!“ (Matthäus 16,23)
Judas für 30 Silberstücke. Vielleicht, um auch Jesus zum Handeln zu zwingen. (Matthäus 26,14–16)
Ananias und Saphira verkauften den Acker und gaben vor, den gesamten Erlös zu spenden. (Apostelgeschichte 5,1–11)
Demas, weil er diese Welt liebte (2. Timotheus 4,10)
Martin Luther und die Juden
Die „Normalität“ der Sklaverei in Amerika. Ein Drittel der Südstaatler waren Sklaven. Die Emanzipationserklärung befreite etwa 3 Millionen Sklaven.
Ein Teil der Kirche in Deutschland und auf dem chinesischen Festland ging aus Angst Kompromisse ein
C5-Missionare: Dreifaltigkeit
In 1. Mose 25,1 heiratete er Ketura. Ihre Kinder, die Midianiter, waren den Israeliten später ein Dorn im Auge. Als Abraham starb, begruben Isaak und Ismael ihn, doch die anderen Söhne erschienen nicht einmal.
Auf nationaler Ebene
Im Allgemeinen scheinen die Menschen besser darin zu sein, Befehle zu befolgen, als zu hinterfragen, ob diese Befehle befolgt werden sollten.
Ureinwohner Amerikas: Der Bruch von Verträgen mit den Sioux, als 1874 in den Black Hills Gold entdeckt wurde, sowie mit den Nez Perce und anderen.
Die Nez Perce verstießen gegen den Vertrag von Walla Walla aus dem Jahr 1855, der dem Stamm 7,5 Millionen Acres auf seinem angestammten Land sowie das Recht auf Jagd und Fischfang in den an die Regierung abgetretenen Gebieten gewährte. Später wurde jedoch Gold gefunden, und weiße Siedler gründeten illegal die Stadt Lewiston auf dem Land der Nez Perce. Nez-Perce-Krieg Juni–Oktober 1877
Das Versäumnis, etwas gegen die 1,5 Millionen Opfer des Völkermords an den Armeniern zu unternehmen, der am 5. Juni 1915 begann. Im Jahr 1939 nutzte Hitler diesen Vorwand, um mit der Vernichtung der Juden zu beginnen.
Abtreibung: Wie viele Abtreibungen gab es seit 1970 in den USA? Die richtige Antwort lautet: Wir wissen es nicht, da einige Bundesstaaten keine Zahlen gemeldet haben. Von 1970 bis 2012 waren es jedoch mehr als 44 Millionen. Das entspricht etwa einem Fünftel bis einem Viertel aller Schwangerschaften. In Kanada waren es von 2007 bis 2014 720.000. In Europa sind es etwa ein Drittel der Schwangerschaften. Auch in Asien ist die Zahl hoch.
F: Welche Lehren können wir aus Gen 16,1–4 ziehen, wenn es darum geht, warum andere Christen Kompromisse eingegangen sind?
A: Kompromisse entstehen oft aufgrund bestimmter motivierender Faktoren. Das können Sicherheitsbedürfnisse, Geldgier oder andere schlechte Motive sein. Wir können aber auch aus guten Motiven Kompromisse eingehen und Gott damit missfallen, beispielsweise aus dem Wunsch heraus, mehr Menschen für unsere Botschaft zu gewinnen.
F: Wie sieht in Gen 16,1–4 ein sündhafter Kompromiss im Leben eines Christen aus?
A: Kompromisse können sowohl verhängnisvoll als auch subtil sein. Während ein Frosch, der in einen Topf mit kochendem Wasser geworfen wird, genug Verstand hat, um sofort herauszuspringen, bleibt ein Frosch, der in warmes Wasser geworfen wird, das allmählich zum Kochen gebracht wird, dort, bis er zu Tode gekocht wird.
Versuchungen zum Kompromiss sind wie Schmutz oder Sand, der in Ihr Leben gelangt, und sie sind unvermeidbar. Doch was tun Sie mit diesem Sand? Lassen Sie zu, dass er Sie befleckt, oder lassen Sie ihn zu einer Perle werden und Teil eines ewigen Schatzes? Wenn Sie der Versuchung zum Kompromiss ausgesetzt sind, freuen Sie sich! Ihr Sieg darüber ist eine Gelegenheit, dem Herrn zu gefallen und Belohnungen im Himmel zu erlangen.
F: In Gen 16,1–4 ist „Kompromiss“ an sich kein schlechtes Wort; manchmal ist ein Kompromiss in Ordnung. Was ist der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Kompromiss?
A: Nicht alle einfacheren Wege sind schlecht. Ein Kompromiss bedeutet oft, Dingen zuzustimmen oder Dinge auf eine Weise zu tun, wie man es normalerweise nicht tun möchte, um die Zusammenarbeit einer anderen Person zu gewinnen. Bei nicht-moralischen Angelegenheiten, in Beziehungen und oft auch im Beruf ist ein Kompromiss eine gute und notwendige Sache. In der Gemeinde kann ein Kompromiss bei Dingen sinnvoll sein, die weder biblisch noch unbiblisch sind, wie zum Beispiel die Wahl der Musik. Wenn ein Kompromiss jedoch ausdrücklich beinhaltet, Dinge zu tun, die Gott missfallen, oder unseren Glauben zu verleugnen, ist es besser, die Verhandlungen, den Verkauf, die Beziehung oder den Arbeitsplatz zu verlieren, als einen Kompromiss einzugehen. Ein Kompromiss kann jedoch auch implizit beinhalten, Dinge zu tun, die Gott missfallen. Wie verhält es sich beispielsweise damit, wenn man seine Zeit, sein Geld oder seine Fähigkeiten ehrenamtlich zur Verfügung stellt, um einer gemeinnützigen Organisation zu helfen, die „Planned Parenthood“ finanziert? „Planned Parenthood“ ist ein großer Anbieter von Schwangerschaftsabbrüchen.
F: Welche Kräfte in unserem heutigen Leben, wie in Gen 16,1–4 beschrieben, drängen uns dazu, auf negative Weise Kompromisse einzugehen?
A: Es gibt viele Einflüsse.
Medien: Internet, Fernsehen, Filme, Zeitungen usw. Wie viele von Ihnen wussten, dass Facebook konservative Informationen in gewissem Umfang zensiert hat? Wenn Sie AOL nutzen, wie viele von Ihnen wissen, dass AOL versucht, alles Negativische über das Christentum oder christliche Pastoren besonders hervorzuheben?
Gesetze: Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das die Einführung einer Staatsreligion betrifft.
Gerichte: Darf ein Bierhersteller einen Fahrer entlassen, wenn dessen muslimische Glaubensüberzeugungen ihn daran hindern, Alkohol auszuliefern? Sollte ein Gericht im Jahr 2015 gegen ein christliches Ehepaar urteilen, das eine Bäckerei in Oregon betreibt, und es zur Zahlung von mehr als 136.000 Dollar verpflichten, weil es keine Torte für eine homosexuelle Hochzeit backen wollte?
Arbeit: In manchen Berufen besteht der Druck, zu lügen und unehrlich zu sein. Ein mir bekannter christlicher Manager wurde von seinem Chef in einen Stripclub mitgenommen. Manchmal gibt es fast obligatorische Feiern, bei denen viel Alkohol fließt, und man könnte sich unter Druck gesetzt fühlen, zu trinken oder einen Schnaps zu trinken.
Manchmal Freunde: Ich traf in Dublin, Irland, einen Christen, der fast sein ganzes Leben lang alkoholabhängig war. Als er Christ wurde, wusste er, dass er sich nicht betrinken sollte, doch es fiel ihm schwer, seine alten Gewohnheiten aufzugeben, da seine Freunde ihn ständig baten, mit ihnen in den Pub zu gehen. Schließlich löste er das Problem, indem er kein Geld bei sich trug. Wenn seine Freunde ihn fragten, sagte er, er könne mitkommen, doch sie müssten bezahlen, da er kein Geld dabei habe. Nach ein oder zwei Malen hörten sie auf, ihn zu fragen.
Manchmal die Familie: In Nordafrika wurde ein muslimischer Teenager Christ, woraufhin seine Mutter Rattengift in sein Essen mischte. Manchmal lässt sich ein Ehepartner scheiden, weil der andere Christ geworden ist oder nicht mehr zu seiner Glaubensgemeinschaft geht. In Utah berichtete Sandra Tanner, dass es mormonische Männer gab, mit denen sie sprach und die sagten, sie wüssten, dass der Mormonismus nicht wahr sei, aber sie könnten den Mormonismus nicht öffentlich verlassen, da ihre Frauen sich sonst von ihnen scheiden lassen und die Kinder mitnehmen würden. Ich kenne persönlich ein nichtreligiöses Paar, das vor vielen Jahren geheiratet hat; als der Ehemann Christ wurde, weigerte sich die Ehefrau ein ganzes Jahr lang, intime Beziehungen mit ihm zu haben, solange er nicht aufhörte, Christ zu sein. Schließlich löste sich das Problem, als auch sie Christin wurde. Manchmal ist es subtiler, wie zum Beispiel, wenn sonntagmorgens stets Ausflüge zum See oder andere Aktivitäten geplant werden.
F: War in Gen 16,1–8 die sexuelle Vereinigung Abrahams mit Hagar – da Hagar eine Sklavin war – eine erzwungene Vergewaltigung, wie sie einigen Muslimen durch ihre Religion gestattet ist? (Siehe Buchari-Hadithe, Band 3, Buch 46, Kap. 13, Nr. 717, 718, S. 431–432)
A: In Genesis 16,3 heißt es, dass Hagar Abrams Frau wurde, und sie hatte offenbar nichts dagegen. Tatsächlich war Hagar stolz auf ihre Schwangerschaft und verspottete Sarai (Genesis 16,4–5). Im Alten Testament war die Heirat mit einer Gefangenen zwar zulässig, doch wurde Sex außerhalb der Ehe nirgendwo als etwas anderes als als sündhafte Unmoral gerechtfertigt.
F: Bezieht sich in Gen 16,3; 17,20; 21,13 die Tatsache, dass Hagar die Mutter Ismaels ist, auf Mohammed?
A: Hagar, die Konkubine Abrahams, und ihr Sohn Ismael werden in der Bibel erwähnt. Es besteht jedoch eine gewisse Ungewissheit darüber, ob ‚Adnan (Mohammeds Vorfahr) von Ismael abstammt. Der bekannte frühe muslimische Historiker al-Tabari schreibt in Band 6, S. 37: „Die Genealogen sind sich hinsichtlich der Abstammung unseres Propheten Mohammed bis hin zu Ma’add ibn ‘Adnan einig, … sie sind sich jedoch uneinig über das, was danach folgt.“ Letztendlich ist dies jedoch ein Ablenkungsmanöver, denn die Erwähnung Ismaels in der Bibel beweist nicht, dass Mohammed von Gott stammt.
F: Was genau bedeutet Gottes Name „El Shaddai“ in Gen 17,1; 28,3; 35,11; 43,14; 48,3; Ex 6,3?
A: „El-Shaddai“ ist ein Name für Gott, der wörtlich „El“ („Gott“) „Shaddai“ („Allmächtiger“) bedeutet, wie aus Ungers Bibelwörterbuch (S. 1000–1001), dem New NIV Dictionary of the Bible (S. 309–310) und dem Wycliffe Bible Dictionary (S. 695) hervorgeht. Dieser Name war einer der wichtigsten Namen für Gott, die Abraham, Isaak und Jakob kannten. Selbst wenn ihnen Gottes „persönlicher“ Name Jahwe gelehrt worden wäre, hat sich Gott selbst ihnen nicht als Jahwe offenbart, wie Er es laut 2. Mose 6,2–3 gegenüber Mose tat.
Die Namen für Gott gelten auch für Jesus als Teil der Heiligen Dreifaltigkeit, doch gibt es keinen Hinweis darauf, dass „El Shaddai“ in höherem Maße auf Jesus zutrifft als auf den Vater oder den Heiligen Geist.
Das hebräische Wort „el“ wurde sehr ähnlich verwendet, wie wir heute das deutsche Wort „Gott/Gott“ verwenden. Wir bezeichnen den einzigen, allmächtigen Schöpfer als Gott, wir bezeichnen ein Götzenbild als „Gott“ usw. Das Wort „Shaddai“ (Allmächtiger) ohne „el“ wird in Genesis 49,25 verwendet; 4. Mose 24,4.16; Ruth 1,20.21; 31 Mal in Hiob 5,17–40,2; sowie in den Psalmen 68,14 und 91,1.
Einige liberale Kritiker behaupten, „El-Shaddai“ sei von einem heidnischen Begriff für „Berggott“ abgeleitet, doch es gibt keine Belege dafür, dass die Bibel dies so meint.
„El Shaddai“ wird in Genesis gegenüber Abraham in 17,1; gegenüber Jakob in 28,3; 35,11; 43,14; 48,3 sowie gegenüber Mose in 2. Mose 6,3 verwendet.
Ähnliche Namen für Gott sind El Elyon, „der Allerhöchste Gott“, wie er von Melchisedek verwendet wird (Genesis 14,18; 4. Mose 24,16; 5. Mose 32,8; 2. Samuel 22,14; Psalm 9,2; Jesaja 14,14; Klagelieder 3,35.38), El Hai („lebendiger Gott“) in Josua 3,10 oder einfach El („Gott“) an vielen Stellen.
F: Was bedeutet es in 1. Mose 17,3, dass Gott allmächtig ist? Gott entscheidet sich vielleicht gegen bestimmte Dinge, aber welche vier Dinge kann Gott nicht tun?
A: Gott hätte uns alle zu bloßen Robotern machen können, wenn Er es gewollt hätte. Gott wollte jedoch Wesen erschaffen, die den freien Willen hatten, sich dafür oder dagegen zu entscheiden, Ihn zu lieben. Das bedeutet, dass Menschen wie Josua sich dafür entscheiden konnten, „dem HERRN zu dienen“ (Josua 24,15). Menschen wie die Pharisäer konnten Gottes Plan für sich selbst ablehnen, da sie „Gottes Plan für sich selbst ablehnten“ (Lukas 7,30). Manche konnten sich „an wertlose Götzen klammern“ und „seine liebevolle Zuwendung aufgeben“ (Jona 2,8).
Hier sind vier Dinge, die Gott, der Allmächtige, nicht tun kann.
Lügen (Hebräer 6,18)
sich vom Bösen in Versuchung führen lassen (Jakobus 1,13)
Sich selbst verleugnen (2. Timotheus 2,13)
Bei jemandem schwören, der größer ist als Er selbst (Hebräer 6,13)
Frage: Welche Bedeutung hat in 1. Mose 17,5 die Umbenennung von Abram in Abraham?
A: Die Herkunft des Namens Abram ist ungewiss. Es handelt sich um einen westsemitischen Namen, der wahrscheinlich „der Vater ist erhaben“ oder „erhabener Vater“ bedeutet. Der Name „Abraham“ bedeutet „Vater der Vielen“ oder „Vater einer Vielzahl“.
Man könnte dies als „einen Witz, der wahr geworden ist“ betrachten. Während „Abram“ „Vater“ bedeutet – ein ironischer Name für einen kinderlosen Mann –, übertrifft der Name „Abraham“ dies noch bei weitem, da er „Vater einer Vielzahl“ bedeutet. Wie es in „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 39, heißt: „Man kann fast das Kichern hören, als der kinderlose Abram seinen vielen Hirten und deren Familien verkündete, dass er fortan Abraham heißen solle.“ Kinder zu haben war in der antiken Gesellschaft besonders wichtig, doch man kann sich vorstellen, wie sehr Abrahams Glaube an Gott ihn – da er kinderlos war – zum Gespött machte. Dennoch erfüllte Gott Seine Verheißung, und Abraham im Himmel konnte über den Scherz lächeln, den Gott gespielt hatte, um Abrahams innigsten Wunsch zu erfüllen.
F: Wie ernst nimmt Gott Ihrer Meinung nach in Gen 17,5 das, wie wir genannt werden, und wie wir andere Menschen nennen?
A: Ich wage zu behaupten, dass Gott die Namen, die wir uns selbst geben oder die wir anderen geben, ernster nimmt als die meisten Menschen.
Genesis 35,10 – Jakob erhielt einen neuen Namen: Israel.
In Jesaja 62,2 verspricht Gott seinem Volk einen neuen Namen.
Lukas 1,13.60–63: Gott wollte wirklich, dass Johannes der Täufer den Namen Johannes erhielt.
Lukas 1,31 – Der Engel wies Maria an, ihrem Kind den Namen Jesus zu geben. Der Name Jesus/Josua war bereits in Sacharja 3,8–9 im Sinn.
Matthäus 5,22: Menschen als „Leichtfertige“, „Dummköpfe“ oder „Hohlköpfe“ zu bezeichnen
Matthäus 12,35–37: Wir werden für jedes unnütze Wort, das wir sprechen, gerichtet werden
Offenbarung 3,12: Den Gläubigen der Gemeinde in Philadelphia wird ein neuer Name gegeben.
F: In Gen 17,5 gibt es ein christliches Lied mit dem Text „Sag mir noch einmal, wer ich in Dir bin“. Warum brauchen wir Erinnerungen daran, wer wir sind?
A: Nicht, weil wir jegliche Vorstellung davon verlieren, wer wir sind. Vielmehr kann unsere primäre Identität als Kind Gottes von all den sekundären Rollen, die wir einnehmen, in den Hintergrund gedrängt werden. Wir können Ehepartner, Eltern, Kinder, Freunde, Kollegen, Käufer, Fans und tausend andere Dinge sein. Das ist nicht unbedingt schlecht. Doch als Gläubige sind wir in erster Linie ein Kind Gottes. Es ist wichtig, dies nicht zu vergessen, die Dinge zu erkennen, die uns dazu verleiten, dies zu vergessen, und deren Auswirkungen abzuschwächen.
F: Warum hat Gott in Gen 17,12 die Beschneidung genau am achten Tag angeordnet?
A: Die Heilige Schrift gibt dazu keine Auskunft. Allerdings gerinnt das Blut von Neugeborenen nicht so gut wie das von Erwachsenen. Nachdem sie Nahrung zu sich genommen und Vitamin K aufgenommen haben, enthält ihr Blut mehr Prothrombin, das für die Blutgerinnung benötigt wird. Bei Babys, denen kein Vitamin K injiziert wird, erreicht der Prothrombinspiegel am achten Tag seinen Höchstwert. Daher war dies der ideale Tag für die Durchführung der Beschneidung.
Nebenbei sei angemerkt, dass das „Wycliffe Bible Dictionary“ auf Seite 354 berichtet, dass die Ägypter die männliche Beschneidung praktizierten; eine Abbildung zeigt, wie sie an einem 13-jährigen Jungen vorgenommen wird. Dort heißt es, dass offenbar die meisten semitischen Völker die Beschneidung praktizierten. Später praktizierten auch die Äthiopier die Beschneidung. Die Araber, die ihre Abstammung auf Ismael zurückführen, praktizierten die Beschneidung ebenfalls vor dem Islam. Die Philister, Babylonier, Assyrer und später die Edomiter praktizierten die Beschneidung nicht.
F: Welche anderen Völker praktizierten laut Gen 17,12 die Beschneidung?
A: Der griechische Historiker Herodot schreibt in seinem Werk „Geschichte“, Buch 2, Kapitel 104, Seite 69, dass nur die Ägypter, Äthiopier und Kolcher die Beschneidung praktizierten. Er vertritt die Ansicht, dass die Kolcher aus Ägypten ausgewandert seien. Er erwähnte zudem, dass einige Phönizier und Syrer diese Praxis ausübten, und behauptete, sie hätten sie von den Ägyptern übernommen.
Der frühe Schriftsteller Bardesan/Bardesanes (154–224–232 n. Chr.) berichtet, dass die Bewohner der römischen Provinz Arabia die Beschneidung praktizierten, die Römer sie jedoch dazu zwangen, damit aufzuhören, als sie die Provinz eroberten. Dies ist in „Das Buch der Gesetze verschiedener Länder“, S. 730, nachzulesen. Nach dem Fall Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. wurde an dieser Stelle im Jahr 130 n. Chr. vom römischen Kaiser Hadrian ein Jupiter-Tempel errichtet, der den Juden zudem die Ausübung der Beschneidung untersagte.
F: Haben Abraham und Sara in Gen 17,17 und Gen 18,12 ungläubig gelacht, oder hat Sara in Gen 21,6 vor Freude gelacht?
A: Beide Verse ergänzen sich. Abraham und Sara lachten ungläubig, bevor Isaak gezeugt wurde. Manchmal, wenn ein Mensch sich etwas wirklich wünscht und jemand ihm anbietet, es ihm zu geben, kann es in der menschlichen Natur liegen, dass man es nicht glaubt und darüber lacht, um sich vor Enttäuschung zu schützen.
Als Isaak jedoch geboren wurde, lachte Sara erneut vor Freude.
F: Warum tadelte Gott in Gen 17,17 und Gen 18,12–15 Sara dafür, dass sie lachte, und nicht Abraham?
A: Das Lachen aus Überraschung, wenn man zum ersten Mal von etwas erfährt, unterscheidet sich vom skeptischen Lachen, wenn man bereits darüber informiert wurde. Das hebräische Wort für „lachen“, sahaq, bedeutet beides.
F: Wurde Abrams Kind der Verheißung in Gen 17,19 oder erst in Gen 21,3 Isaak genannt?
A: Vor Isaaks Geburt sagte Gott in Genesis 17,19, dass er Isaak heißen solle. Dieser Vers gibt nicht an, ob sie ihn so nannten oder nicht. Nachdem Isaak geboren war, erfahren wir aus Genesis 21,3, dass sie ihn tatsächlich Isaak nannten. Es ist in etwa so, als hätte der Engel Gabriel Maria gesagt, sie solle ihren Sohn Jesus nennen, und nachdem er geboren war, folgten sie dem, was der Engel gesagt hatte.
F: Warum hat Abraham in Gen 17,27 alle in seinem Haus geborenen Männer beschneiden lassen, seien es Sklaven oder Freie?
A: Abraham war nicht nur daran interessiert, dass seine eigenen Nachkommen Teil der Familie des Bundes Gottes auf Erden waren, sondern alle in seinem Haushalt. Dies würde bedeuten, dass auch deren Nachkommen Teil des Bundesvolkes Gottes sein würden.
Philo der Jude (15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr.) gab im Werk „Fragen und Antworten zur Genesis“, III (62), S. 863, im Wesentlichen dieselbe Antwort.
F: Glauben Sie, dass Abraham in Gen 18,1–10 gastfreundlich war, weil er erkannte, dass Gott ihn besuchte, oder weil er generell gastfreundlich war?
A: Wir sehen nicht genau, an welcher Stelle Abraham erkannte, dass es sich nicht um gewöhnliche Besucher handelte, außer dass dies vor den Versen 13 und 14 geschah. Hebräer 13,2 könnte darauf hindeuten, dass Abraham dies zunächst nicht erkannte. Generell sollen wir gastfreundlich sein, wie es in 1. Petrus 4,9 heißt.
F: Welche Risiken hätte es für Abraham in 1. Mose 18,1–10 mit sich gebracht, gastfreundlich zu sein?
A: Abraham war äußerst wohlhabend; daher wäre es möglicherweise sicherer gewesen, Fremden keinen Zugang zu gewähren, damit sie sein Lager – einschließlich der Anzahl der Wachen und der Aufbewahrungsorte von Wertgegenständen – nicht ausspähen konnten. Anfangs wäre es vielleicht sicherer gewesen, einen Bediensteten Abrahams mit ihnen sprechen zu lassen, anstatt einen Hinterhalt zu riskieren. Schließlich wäre es möglicherweise sicherer gewesen, zu ihnen zu gehen, anstatt sie zu sich kommen zu lassen. Abraham dachte jedoch offenbar an nichts davon. Abraham war ein gastfreundlicher Mann.
Römer 12,13; Hebräer 13,2; 1. Petrus 4,9 und 1. Timotheus 5,10 gebieten uns jedoch, Fremden gegenüber gastfreundlich zu sein. Das Sicherste wäre vielleicht, niemals gastfreundlich zu sein, doch in diesem Fall müssen wir uns entscheiden zwischen dem, was als das Sicherste erscheint, und dem Gehorsam gegenüber Gottes Geboten.
F: Was waren in 1. Mose 18 die Christophanien und Theophanien im Alten Testament?
A: „Christophanie“ ist ein Begriff, der ein Erscheinen Christi auf Erden beschreibt, bevor Er von Maria geboren wurde. Eine „Theophanie“ ist ein Erscheinen Gottes, sei es des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes oder der Dreifaltigkeit. Da es unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich des Unterschieds zwischen einer Christophanie und einer Theophanie gibt und es manchmal unklar ist, ob ein Engel ein Erscheinen Christi oder lediglich ein Engel ist, finden Sie hier eine Liste möglicher Theophanien des Alten Testaments.
Im Garten Eden vor dem Sündenfall. (1. Mose 1,29–3,24)
Möglicherweise Melchisedek (1. Mose 14,18–20)
Das Gespräch mit Hagar, die den Engel sah (1. Mose 16,8–14)
Die drei Besucher Abrahams (Genesis 18,1–33)
Gott erscheint Abram (Genesis 17,1–2)
Wahrscheinlich nicht Jakobs Leiter, da es sich hierbei nur um einen Traum handelte (Genesis 28,12–15)
Wahrscheinlich nicht Jakobs Kampf mit dem Engel (Genesis 32,30)
Gottes Erscheinen vor Jakob in Bethel (1. Mose 35,9–15)
Mose und der brennende Busch (2. Mose 3,2–22)
Die dichte Wolke (2. Mose 19,9)
Am Berg Sinai (2. Mose 19,11–12; 24,9–10)
Mose, der den Rücken Gottes sieht (2. Mose 33,19–20)
Josua und der Anführer des Heeres des Herrn (Josua 5,13–15)
Gideon sieht einen Engel (Richter 6,11–24)
Der Engel erscheint Samsons Mutter (Richter 13,3–5)
Die Wolke über der Bundeslade (1. Könige 8,11–13)
Elia in der Felsspalte (1. Könige 19,9–18)
Das Verlassen des Tempels (Hesekiel 10,3–18) und Jesaja 6 zählen wahrscheinlich nicht dazu, da es sich hierbei um Visionen handelte.
Ein wichtiger Punkt ist, dass bei einigen dieser Fälle, wie beispielsweise bei Josua und dem Feldherrn, der Mensch zunächst nicht erkannte, dass es sich um Gott handelte.
F: Genesis 18 und 19 bestehen aus zwei unterschiedlichen Teilen: 18,1–19 und 18,20–19,33. Welche beiden Aspekte verbinden diese beiden Teile miteinander und stellen sie zugleich in Kontrast zueinander?
A: Es handelt sich um zwei Besuche; im ersten Fall wünschte sich ein gottesfürchtiges Ehepaar ein Kind, konnte jedoch keines bekommen. Im zweiten Fall wollten Menschen eine homosexuelle Vergewaltigung begehen. Im ersten Fall zeigte Abraham große Gastfreundschaft; im zweiten Fall waren die Stadtbewohner mörderisch unfreundlich, und Lot war auf seltsame, verzweifelte Weise gastfreundlich.
F: Da sich Abraham in Gen 18,2 vor Königen verneigte – stützt dies die katholische und orthodoxe Praxis, sich vor Bildnissen zu verneigen?
A: Nein, die Verehrung von Bildnissen ist unbiblisch, da wir gemäß dem zweiten Gebot keine geschnitzten Bilder zur Anbetung haben dürfen. Unabhängig davon, welche Überzeugung jemand hinsichtlich der Verehrung von Bildnissen vertritt, kann dieser Vers jedoch nicht als Begründung dafür herangezogen werden, sich vor Bildnissen zu verneigen. Im Gegensatz zu Bildnissen
1. verneigte sich Abraham, um einer realen Person Respekt zu erweisen.
2. zollte Abraham einem heidnischen König Respekt; es handelte sich dabei weder um Verehrung noch um irgendeine Form religiöser Ehrerbietung.
3. betete Abraham nicht zu diesen Königen. Er betete auch nicht über diese Könige zu Gott, wie es die Orthodoxen behaupten, die über die Bilder zu Gott beten.
Ein Leser behauptete, dass sich Verehrung im orthodoxen Christentum nicht von Respekt unterscheide. Das ist jedoch nicht zutreffend, da die Ostorthodoxen zu (oder genauer gesagt durch) Bilder zu Gott und verschiedenen Heiligen beten. Dennoch würden sie nicht ihre Ehefrau, ihr Kind, ihre Eltern oder eine andere Person, die sie respektieren, vor sich stellen und zu ihr beten.
F: Wann sollten wir uns gemäß Gen 18,2 verneigen und wann sollten wir es ablehnen, uns zu verneigen?
A: Wir sollten uns vor keinen religiösen Bildern verneigen; dies schließt hinduistische Bilder, Statuen oder Tischdekorationen während des Divali-Festes ein. Sich zu verneigen, um jemandem Respekt zu erweisen, wie es Japaner oft tun, ist in Ordnung.
F: In Gen 18,6 gehört Gott das Vieh auf tausend Hügeln, und wenn Gott irgendwie Hunger hätte, müsste Er es niemandem sagen (Psalm 50,10–12). Hätte Gott etwas essen wollen, hätte Er sicherlich nicht darauf angewiesen, dass Sara und Abraham ihre Koch- und Servierkünste unter Beweis stellten. Warum, glauben Sie, hat sich Gott „herabgelassen“, sich von ihnen bedienen zu lassen?
A: Gott wollte mit ihnen interagieren. Es ist in etwa so, als würden ein Vater und sein achtjähriger Sohn gemeinsam einen Zaun bauen. Braucht der Vater den Jungen? Könnte der Vater es nicht schneller erledigen, ohne dass der Junge überhaupt dabei wäre? Würde der Zaun nicht besser aussehen, ohne den „Beitrag“ des kleinen Jungen? Diese Fragen gehen am Kern der Sache vorbei; es geht darum, dass Vater und Sohn als Team gemeinsam etwas aufbauen. Der Vater versteht das. Manchmal erkennt das Kind das vielleicht, manchmal auch nicht.
Natürlich laufen die Dinge im Leben nicht immer nach unseren Plänen. Als eine meiner Töchter einmal in der vierten Klasse war, sagte sie mir, sie wolle gemeinsam mit mir ein Kunstprojekt machen. Ich fand das eine großartige Idee, also bastelten wir gemeinsam eine „Eule“ aus einer Papiertüte, ganz wie sie es sich gewünscht hatte. Ich fand das Endergebnis ganz in Ordnung, doch als wir fertig waren, weinte sie und fragte, warum sie nicht bei der Dame von gegenüber geboren worden sei, die Kunstlehrerin war. Manchmal verderben wir vielleicht auch den Moment mit Gott, indem wir weinen, weil etwas nicht unseren Erwartungen entsprach oder nicht so beeindruckend war, wie wir es uns gewünscht hätten.
F: Was war es in Gen 18,16–33, das Sodom und Gomorra nicht nur schlecht machte, sondern so schlecht, dass Gott sie vernichten wollte?
A: Zunächst einmal, was nicht die Antwort ist, und dann drei Antworten, die alle von Bedeutung sein könnten.
Zwar gab es in diesen Städten kein nennenswertes Zeugnis Gottes, doch gab es in vielen Städten kein Zeugnis Gottes, sodass dies allein nicht der Grund war.
a) Die Kanaaniter praktizierten im Allgemeinen Kinderopfer und religiöse Prostitution. In Genesis 18,32 heißt es, dass es in der Stadt nicht einmal zehn Gerechte gab.
b) Doch die Bewohner von Sodom und Gomorra betrieben auch homosexuelle Praktiken, und ihre zügellose Homosexualität war Gott ein Gräuel.
c) Sie wollten die Engel, die in Menschengestalt erschienen waren, homosexuell vergewaltigen. Gott hatte jedoch bereits vor der Ankunft der Engel beschlossen, die Stadt zu vernichten. Ihre allgemein unfreundliche Haltung gegenüber Besuchern verlieh ihnen jedoch die Unverschämtheit, versuchen zu wollen, diese zu vergewaltigen.
F: Wie konnte Gott in Gen 18,16–33 davon abgehalten werden, Sodom und Gomorra zu vernichten? (Der Bibelkritiker Bart Ehrman erwähnt, dass Marcion dies in „Lost Christianities“, S. 196, angesprochen hat.)
A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
1. Gott ließ sich nicht davon abbringen, Sodom und Gomorra zu zerstören; Er hat sie tatsächlich zerstört.
2. Gott brauchte Abrahams Fürsprache ebenso wenig, wie Er durch unsere Gebete Erkenntnisse gewinnt.
3. Vielmehr tritt Gott mit uns in einer Weise in Kontakt, die wir verstehen können. Auch wenn sich Gottes offenbarter Wille manchmal ändert, wenn wir uns ändern, gibt es selbst in diesem Fall in Genesis 18,16–33 keinen Hinweis darauf, dass Gott aufgrund des Gesprächs mit Abraham seine ursprüngliche Absicht geändert hätte. Manchmal hat Gott sich herabgelassen, uns mitzuteilen, was er dachte und warum.
F: Lehren Genesis 18,10.14 und Genesis 21,1.2, dass Gott Sara schwängerte, wie es auf Seite 217 von „Born Again Skeptic“ behauptet wird?
A: Nein. Der Atheist hat übersehen, dass Gott nicht zurückkehrte, um Sara zu schwängern, sondern dass Gott zurückkehrte, nachdem der Sohn geboren worden war. Gott sagte lediglich drei Dinge über Saras Sohn.
1. Gott würde sie im nächsten Jahr erneut besuchen, wie es in Genesis 18,10.14 heißt.
2. Gott würde Seine Verheißung erfüllen, dass Sara einen Sohn bekommen würde, wie es in Genesis 21,1 heißt.
3. Am wichtigsten ist, dass der Sohn von Abraham stammen würde (Genesis 17,15.17). Genauer gesagt stammte der Sohn aus Abrahams eigenem Leib, wie es in Genesis 15,4 heißt.
F: Warum betont Abraham in 1. Mose 18,27 gerade an dieser Stelle, dass er nur Staub und Asche sei?
A: Abraham, der erfahrene Verhandler und Diplomat, ist sich bewusst, dass er eine sehr kühne Bitte an Gott richtet. Abraham möchte zunächst anerkennen, dass er vor Gott nichts ist und keinen Anspruch hat, Gott zu irgendetwas zu verpflichten, bevor er Gott bittet, das zu ändern, was Gott offenbart hat.
F: War die Sünde von Sodom und Gomorra in 1. Mose 19 wirklich ein Mangel an Gastfreundschaft, wie es in Hesekiel 16,49 heißt?
A: Das ist nur ein Teil der Geschichte. Manche Homosexuelle zitieren Hesekiel 16,49, ignorieren jedoch Hesekiel 16,50, wo es heißt, dass sie „Greuel begangen“ haben. Genesis 19,5–7 betont die Homosexualität. Auch Judas 7 spricht von denen, die „sich der Unzucht hingaben und fremdem Fleisch nachgingen“. Genesis 13,13 zeigt, dass die Bosheit Sodoms bereits vor Lots Ankunft bestand.
F: Warum sollte jemand wie Lot in Genesis 19 überhaupt an diesem Ort leben?
A: Was hat sich Lot dabei gedacht? Vielleicht gab es wirtschaftliche Anreize, in der Stadt zu bleiben. Vielleicht wurde Lot als einer der führenden Bürger der Stadt geehrt. Vielleicht war sein gesamter Reichtum verloren gegangen, nachdem die Könige die Einwohner Sodoms gefangen genommen hatten.
Was hat Lot nicht bedacht? Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Lot sich jemals die Frage gestellt hat: „Ist dies ein gutes Umfeld für mich in geistlicher Hinsicht?“ Er hat offenbar auch nie gefragt: „Ist dies ein gutes Umfeld für meine Kinder?“
F: Wie wurden aus den „drei Männern“ in Genesis 18,2 in Genesis 19,1 zwei Engel/Männer, und warum schienen sie eine Unterkunft zu benötigen?
A: Es handelte sich um Theophanien, also Erscheinungen Gottes. Gott konnte die Anzahl der sichtbaren Gestalten mühelos verändern. Zwei Fremde könnten den Anschein erwecken, als bräuchten sie eine Unterkunft. Während Abraham, der bereits zuvor Besuche von Gott erhalten hatte, vielleicht schnell erkannt hätte, dass die drei keine gewöhnlichen Männer waren, war Lot möglicherweise nicht in der Lage zu erkennen, dass sie keine gewöhnlichen Männer waren. Wir wissen es nicht. Aber sie könnten einfach als gewöhnliche Männer erschienen sein. Lot hätte sie einfach ignorieren können, da er wusste, dass der öffentliche Platz in dieser Stadt ziemlich gefährlich war. Als sie ihm sagten, dass sie seine Hilfe nicht benötigten, hätte Lot vielleicht einfach gedacht: „Nun, ich habe versucht zu helfen, aber wenn sie sich in Gefahr begeben wollen, ist mir das egal.“ Doch Lot tat dies nicht; er bestand darauf, dass sie unter seinem Schutz vor der gefährlichen Situation standen.
Wer beschützte wen? Ironischerweise schien es zunächst so, als seien sie nur zu Lots Haus gekommen, weil Lot darauf bestand, sie zu beschützen. Für die Engel im Himmel mag es amüsant gewirkt haben, zu beobachten, wie dieser sterbliche Mensch beschloss, diese Engel zu beschützen. Doch es stellte sich heraus, dass die Engel Lot und seine Familie in jener Nacht beschützten und letztendlich seine gesamte Familie – mit Ausnahme seiner Frau – später vor dem Tod bewahrten.
F: Warum bot Lot in Gen 19,8 seine jungfräulichen Töchter einer Menschenmenge an?
A: Die Heilige Schrift berichtet uns nichts über Lots Motive für diese böse Tat, doch lassen sich drei Dinge erkennen.
1. Lot befand sich in einer verzweifelten Lage, und vielleicht geriet er in Panik und nahm die Angelegenheit selbst in die Hand.
2. Er wusste, dass die Männer von Sodom kein Interesse an seinen Töchtern hatten.
3. Lot hatte lange Zeit in Sodom gelebt und wusste wahrscheinlich, dass diese Männer kein Interesse an seinen Töchtern hatten. Lot versuchte wahrscheinlich, sie hinzuhalten.
Eine Kombination aus all dem. Die Töchter waren bereits zur Heirat versprochen, und hätten die Männer seine Töchter missbraucht, wussten sowohl sie als auch Lot, dass die Sippen, denen die zukünftigen Ehemänner angehörten, Rache an den Männern nehmen würden. Würde eine Sippe für ein offensichtliches Unrecht, das ihr zugefügt wurde, keine Gerechtigkeit/Vergeltung erlangen, könnte sie schwach erscheinen, und andere Sippen würden sie nicht respektieren. So konnte in späteren Zeiten ein Mord oder eine Vergewaltigung einen Clankrieg auslösen, es sei denn, die Täter wurden zur Bestrafung ausgeliefert oder der geschädigte Clan stimmte einem Blutgeld zu, das vom schuldigen Clan gezahlt wurde.
Die Bibel billigt Lots Handeln an dieser Stelle nicht; sie berichtet lediglich darüber. Wäre die Bibel lediglich „Propaganda“, würde man erwarten, dass sie ausschließlich Positives festhält und Negatives niemals erwähnt. Die Bibel ist jedoch keine Propaganda, sondern Gottes wahres Wort, und sie berichtet ehrlich über das Leben der Menschen, mit all ihren Schwächen und Fehlern.
F: In Gen 19,23–26 beschützten die Engel nicht nur Lot, sondern seine gesamte Familie. Wenn Lots Frau also tatsächlich beschützt wurde, warum starb sie dann und verwandelte sich in eine Salzsäule?
A: Die Engel haben tatsächlich alle beschützt, auch Lots Frau. Doch Lots Frau hat sich ihrem Schutz entzogen. Genauer gesagt: Sie blieb stehen, als sie hätte weitergehen sollen. Manchmal, wenn Gott uns befiehlt, an einen bestimmten Ort zu gehen, um etwas zu tun, erscheint es uns viel sicherer, einfach dort zu bleiben, wo wir sind. Doch Gott weiß es am besten. Ein zweites Beispiel, bei dem das Verharren sich als gefährlich erwies, betraf Abraham selbst. Abraham verließ Ur, wahrscheinlich eine der größten Städte im gesamten Nahen Osten und möglicherweise sogar weltweit, um 2000 v. Chr. Um 1950 v. Chr. zerstörten die Elamiter die gesamte Stadt als Vergeltung dafür, dass Ur zuvor die elamitische Hauptstadt Susa zerstört hatte. Hätte Abraham Gott nicht gehorcht und wäre er in Ur geblieben, hätte dies seinen Tod oder seine Versklavung zur Folge gehabt. Das hätte Abraham zu jenem Zeitpunkt natürlich noch nicht wissen können.
F: Wie genau wurden Sodom und Gomorra in Gen 19,24–26 zerstört?
A: Die Bibel sagt lediglich, dass der HERR Schwefel und Feuer herabregnen ließ und dass Lots Frau, die zurückblieb, zu einer Salzsäule wurde. Zwar liegen uns keine weiteren Einzelheiten vor, doch wissen wir, dass das Gebiet an der Oberfläche reich an Pech (Erdöl) und Asphalt ist. Stellen Sie sich einen Sturm mit Wind und Blitzen vor, der das Pech entzünden würde. Das daraus entstehende Feuer würde seinen eigenen Wind erzeugen, und das gesamte Gebiet wäre kein Ort, an dem man sich aufhalten möchte. Andererseits könnte es sich in erster Linie um einen Vulkanausbruch gehandelt haben, ähnlich wie bei einem „Mini-Mount St. Helens“ im US-Bundesstaat Washington im Jahr 1980.
F: Wissen wir in Gen 19,26 von anderen Personen seit damals, die neben Lots Frau zu einer „Salzsäule“ geworden sind?
A: Physisch gesehen wurden Menschen und Hunde in Pompeji beim Ausbruch des Vesuvs augenblicklich getötet und ihre Leichen durch die Aschebedeckung konserviert. Zweifellos geschah dies auch bei anderen großen Vulkanausbrüchen.
Im übertragenen Sinne wurde Lots Frau durch ihre Liebe zu dem zurückgelassenen Leben so verhärtet, dass sie gefühllos wurde. Auch seitdem sind viele durch ihre Liebe zur Welt verhärtet worden. Offensichtliche Beispiele hierfür sind der Drogenabhängige auf der Suche nach seiner nächsten Dosis und der Alkoholiker auf der Suche nach einem Drink – beide nehmen die einfachen Freuden des Lebens um sich herum nicht wirklich wahr. Die Sünde im Allgemeinen oder das Verlangen nach irgendetwas, das über Gott steht, kann dazu führen, dass man die guten Dinge, die Gott uns geschenkt hat, weniger wahrnimmt. Clemens von Alexandria (tätig 193–217/220 n. Chr.) gehörte zu den Ersten, die diese Deutung in seiner „Ermahnung an die Heiden“, Kapitel 10, Seite 201, erkannten.
F: Warum lehrt die Bibel in Gen 19,30–36, dass Lot Geschlechtsverkehr mit seinen Töchtern hatte? Ich kann einfach nicht glauben, dass dies richtig war.
A: Gut, die Bibel sagt nicht, dass es richtig war. Inzest und Unzucht sind böse, und die Bibel hat ehrlich festgehalten, was Lot getan hat.
Zu Lots Verteidigung weist Irenäus in „Gegen die Häresien“, Kapitel 31 (182–188 n. Chr.), darauf hin, dass die Bibel zeigt, dass Lot nicht aus Begierde handelte, sondern dass seine Hemmschwelle nach übermäßigem Alkoholkonsum gesunken war.
Origenes (225–254 n. Chr.) sagte, dass Geschichten wie die von Lot und seinen Töchtern in der Heiligen Schrift enthalten sind, um das Streben der Bibelschreiber nach der Wahrheit zu verdeutlichen, die selbst das, was ihnen zum Vorwurf gereichte, nicht verschwiegen hätten. Origenes in „Gegen Celsus“, Buch 4, Kap. 45, S. 518
F: Wie konnten die Philister in Genesis 20 und Exodus 23,31 bereits zu Abrahams Zeiten, etwa 2000 v. Chr., in Israel sein?
A: Zwar gab es um 1200 v. Chr. eine massive Völkerwanderung, doch waren die frühesten Schichten von Aschdod bereits im 17. Jahrhundert v. Chr. besiedelt (H. F. Vos, „Archaeology in Bible Lands“). Damals lebte jemand in diesem fruchtbaren Land, und es gibt keine historischen Belege dafür, dass es sich dabei nicht um die Philister handelte. Nachdem die Ägypter die Philister im Jahr 1190 v. Chr. besiegt hatten, drangen diese in großer Zahl nach Palästina vor, und es ist naheliegend, dass sie sich dorthin zurückzogen, wo sie bereits Städte besaßen.
F: Warum sagte Gott in Gen 20,3.6, Abimelech sei ein toter Mann, obwohl Abimelech weiterlebte?
A: Gott ändert sich nicht (Maleachi 3,6; Jakobus 1,17; Hebräer 13,8). Hesekiel 33,12–20 zeigt jedoch, dass sich Gottes offenbarter Wille gegenüber den Menschen ändern kann, wenn sich diese ändern.
Weitere Informationen finden Sie in den Erläuterungen zu 2. Mose 33,5–6; 5. Mose 20,17; Jeremia 15,6; Jona 3–4; Jona 3,10 und Jona 4,1–2.
F: Was bedeutet „Abimelech“ in 1. Mose 20,3.8–10, 1. Mose 26,1, Richter 8,31 und Richter 9,1?
A: „Ab“ bedeutet „Vater“ und „melech“ bedeutet „König“ oder „Herrscher“. Es bedeutet entweder „Vater des Königs“ oder „der Vater ist König“. Abimelech ist nicht nur der Name zweier Könige von Gerar und des Sohnes Gideons; Cyril Aldred berichtet in seinem Werk „Akhenaten, König von Ägypten“ (S. 186), dass Abimilki ein Herrscher von Tyrus war, der in den Amarna-Briefen (1400–1370 v. Chr.) erwähnt wird.
F: Warum heiratete Abram in Gen 20,12 seine Halbschwester Sarai?
A: Inzest war damals nicht ausdrücklich verboten. Außerdem war Abram zum Zeitpunkt seiner Heirat nicht unbedingt gläubig.
F: War es in Gen 21,8–14 richtig von Abraham, Hagar fortzuschicken?
A: Normalerweise wäre es falsch von Abraham gewesen, Hagar, die Mutter seines Kindes, und ihren jugendlichen Sohn allein, ohne Schutz und mit wenig Wasser fortzuschicken, auch wenn Hagar Sara in Genesis 21,9 verspottet hatte. Deshalb bereitete Saras Bitte Abraham in Genesis 21,11 große Sorge. In diesem speziellen Fall jedoch wies Gott Abraham an, so zu handeln, und versicherte ihm, dass alles gut werden würde. Gott selbst versorgte Hagar und Ismael mit Wasser (Genesis 21,17–19), und Gott war mit Ismael, während dieser heranwuchs (Genesis 21,20).
Nebenbei bemerkt war „Hagar“ eigentlich ein semitischer Name. Im nördlichen Teil Ägyptens lebten viele Semiten.
F: In Gen 21,14: Wenn man das Alte Testament liest, wird deutlich, dass in der Genesis der erstgeborene Sohn (d. h. Gottes Auserwählter, der Erbe seines Vaters) ISHMAEL ist und dass die Lügen, die von den Juden in das Alte Testament eingefügt wurden, um ihn zu enterben (warum? Weil sie niemanden von außerhalb ihres Stammes akzeptieren konnten), werden deutlich sichtbar, als sie schrieben, dass ISHMAEL mit seiner Mutter HAGAR für immer aus dem Stamm ABRAHAMS verbannt worden seien; wenn wir jedoch weiter in der Genesis lesen, stellen wir fest, dass die wahre Geschichte lautet: „ISHMAEL starb in Gegenwart all seiner Brüder“ (Familie) und ferner: „ISAAC starb in Gegenwart all seiner Brüder“. Diese Aussagen aus der Bibel zeigen deutlich eine weitere jüdische Einfügung: Sie mussten die Begebenheit über die dauerhafte Verbannung von HAGAR und ISHMAEL erfinden, um ISHMAEL, der der ursprüngliche „einzige Sohn ABRAHAMS“ war, ersetzen zu können zu einer Zeit, als ABRAHAM bereit war, aus Liebe zu Gott und im Gehorsam gegenüber Gottes Willen alles zu opfern; sie zeigt zudem, dass die Verheißung des Erlösers der Menschheit durch ISHMAEL (den erstgeborenen Sohn) und nicht durch ISAAC (den zweiten Sohn) gegeben wurde. (Dies sagte ein Muslim.)
A: Zunächst einmal ist einigen Muslimen möglicherweise nicht bewusst, dass der Koran nicht konkret angibt, ob der Sohn, der als Opfer dargebracht wurde, Ismael oder Isaak war.
Ihre Behauptung, Ismael sei in Anwesenheit „seiner Familie“ gestorben, beweist nicht, dass er nicht verbannt wurde. Das Einzige, was die Bibel dazu sagt, steht in Genesis 25,17b, wo es heißt: „Dann hauchte er seinen letzten Atemzug aus und starb und wurde zu seinem Volk versammelt.“ Dies war eine gängige Umschreibung dafür, dass er starb. Natürlich könnten seine Kinder und Schwiegerkinder in seiner Nähe gewesen sein. Dies kann nicht beweisen, dass er bei seinen Vorfahren begraben wurde, denn auch Abraham wurde in Genesis 25,8 „zu seinem Volk versammelt“, und das bedeutet nicht, dass er in Ur der Chaldäer begraben wurde.
Entgegen Ihrer Frage hieß es nie, Abraham solle seinen erstgeborenen Sohn opfern. Vielmehr sollte Abraham seinen einzigen Sohn opfern, da Ismael bereits weggeschickt worden war und Isaak das einzige Kind der Verheißung war.
Ich habe jedoch eine Frage an Sie: Könnte der Koran sich irren?
1. Sure 32,23: „Wir haben Moses wahrlich schon früher das Buch gegeben. Zweifeln Sie also nicht daran, dass es (zu Ihnen) gelangt; und Wir machten es zu einer Rechtleitung für die Kinder Israels.“ Stimmen Sie also zu, dass die Tora, so wie sie ursprünglich gegeben wurde, korrekt war und vom wahren Gott stammte?
2. Sure 5:46 „Und in ihren [der Propheten] Fußstapfen sandten Wir Jesus, den Sohn Marias, der die Thora bestätigte, die vor ihm gekommen war; Wir sandten ihm das Evangelium; darin lag Rechtleitung und Licht. Und eine Bestätigung der Thora, die vor ihm gekommen war: eine Rechtleitung und eine Ermahnung für diejenigen, die Allah fürchten.“ Stimmen Sie also zu, dass die Thora zur Zeit Jesu, so wie er sie bestätigte, das wahre Wort Allahs war?
3. Die Schriftrollen vom Toten Meer enthalten zahlreiche Abschriften von Manuskripten des Alten Testaments aus der Zeit Christi und davor. Drei Punkte, in denen Sie der Ansicht sind, dass die Bibel Fehler enthält, sind:
3.1. Isaak war das Kind der Verheißung, des Bundes. Genesis 17,19.21
3.2. Ismael und Hagar wurden vertrieben – Genesis 21,8–19
3.3. Abraham opfert Isaak statt Ismael – Genesis 22,1–18
In den Schriftrollen vom Toten Meer wird erwähnt, dass Isaak das Kind der Verheißung ist. Philo war ein jüdischer Gelehrter, der in Alexandria, Ägypten, lebte und im Jahr 50 n. Chr. starb. Er verfasste einen Kommentar zur Genesis, und sein Kommentar zeigt, dass die Genesis zu seiner Zeit dieselbe war wie die, die wir heute haben.
Clemens von Rom war ein frühchristlicher Bischof, wahrscheinlich jener Clemens, den Paulus erwähnt, der zwischen 96 und 98 n. Chr. einen Brief an die Korinther verfasste. Er erwähnt, dass der Sohn, den Abraham opfern wollte, der Sohn seines hohen Alters war. [Er nennt jedoch nicht ausdrücklich Isaak].
4. Sie können den Christen nicht vorwerfen, dass sie Ihre Anschuldigungen gegen das Evangelium sowohl aus der Zeit Jesu als auch aus der Zeit Mohammeds aufgrund von Sure 5:47 beurteilen. Dort heißt es: „Das Volk des Evangeliums soll nach dem richten, was Allah darin offenbart hat …“ Stimmen Sie also zu, dass Christen nach dem Evangelium richten sollten, von dem wir bereits lange vor Mohammeds Zeit Abschriften besitzen? Falls nicht, ist dann der Koran falsch?
Sure 5:48 lautet: „Zu euch (Leute der Schrift) haben Wir die Schrift in Wahrheit gesandt, um die Schrift zu bestätigen, die vor ihr kam, und um sie in Sicherheit zu bewahren: So richtet zwischen ihnen nach dem, was Allah offenbart hat, und folgt nicht ihren eitlen Begierden, die von der Wahrheit abweichen, die zu euch gekommen ist …“. Wenn Sie ein Muslim sind, der diesen Worten widerspricht, wie unterscheidet Allah dann zwischen Seinen Worten, die fromme Gläubige nur in verfälschter Form kennenlernen dürfen, und Seinen Worten, die unverfälscht geblieben sind?
Die meisten Muslime glauben an die Hadithe, also die maßgeblichen Sammlungen der Aussprüche und Taten Mohammeds, als die höchsten Autoritäten nach dem Koran. Von den sechs anerkannten großen Hadith-Sammlungen ist die von al-Bukhari die höchste. Ich dachte, Sie würden gerne lesen, was dort über Hajar [Hagar] und Ismael steht.
Bukhari, Band 4, Buch 55, Kapitel 9, Nr. 583, S. 373: „Abraham brachte sie [Hagar] und ihren Sohn Ismael, während sie ihn stillte, zu einem Ort an der Kaaba unter einem Baum an der Stelle von Zamzam, am höchsten Punkt der Moschee. Zu jener Zeit befand sich niemand in Mekka, und es gab auch kein Wasser. Also ließ er sie dort Platz nehmen und stellte ihnen einen Lederbeutel mit einigen Datteln sowie einen kleinen Wasserschlauch mit etwas Wasser zur Seite und machte sich auf den Heimweg. Ismaels Mutter folgte ihm und sagte: „O Abraham! Wohin gehst du und lässt uns in diesem Tal zurück, wo es niemanden gibt, dessen Gesellschaft wir genießen könnten, und wo es auch nichts gibt, woran wir Freude finden könnten?“ Sie wiederholte dies viele Male, doch er blickte nicht zu ihr zurück. Da fragte sie ihn: „Hat Allah dir dies befohlen?“ Er antwortete: „Ja.“ … (S. 374, derselbe Hadith) „Der Prophet sagte: ‚Dies ist der Ursprung der Überlieferung vom Hin- und Hergehen der Menschen zwischen diesen beiden Orten (d. h. Safa und Marwa).‘ Als sie (zum letzten Mal) Marwa erreichte, hörte sie eine Stimme, und sie bat sich selbst, still zu sein, und lauschte aufmerksam. … Sie sah an der Stelle von Zam-zam einen Engel, der mit seiner Ferse (oder seinem Flügel) in die Erde grub, bis Wasser aus dieser Stelle floss.“ Ihre Ansicht stimmt also weder mit Bukhari noch mit der Bibel überein.
Der berühmte frühe muslimische Historiker al-Tabari (839–923 n. Chr.) untersuchte, ob es Ismael oder Isaak war, der beinahe geopfert wurde, und er sagte, es sei Isaak gewesen, nicht Ismael (al-Tabari, Band 2, S. 68). Er widmete den muslimischen Autoritäten, die Isaak nannten, und jenen, die Ismael nannten, eine zehnseitige Erörterung (al-Tabari, Band 2, S. 82–92), kam dabei jedoch zu dem Schluss, dass es Isaak war.
Ich bin jedoch der Ansicht, dass diese Frage, welcher von Abrahams Söhnen welcher war, eine Nebensache ist im Vergleich dazu, die Frage aus Sprüche 30,4f beantworten zu können: „Wer hat alle Enden der Erde emporgehoben? Wie lautet Sein Name, und wie lautet der Name Seines Sohnes? Das wissen Sie doch.“ (Green’s Literal Translation)
F: Warum hat Gott in Gen 22 das Menschenopfer mit Abraham und Isaak gefördert?
A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.
1. Abraham hatte bereits gezeigt, dass er Gott mehr liebte als sein Volk und seine Kultur, doch Gott stellte Abraham auf die Probe, um zu sehen, ob er Gott mehr liebte als seinen eigenen geliebten Sohn.
2. Die Zehn Gebote (Du sollst nicht töten usw.) wurden erst durch Mose am Berg Sinai gegeben.
3. Selbst in diesem einzigen Fall, in dem Gott das Opfer zunächst befahl, verhinderte Gott dessen Durchführung. Niemand starb.
4. Gott der Vater verlangte von Abraham nichts, was Er nicht selbst getan hat, als Er Jesus für uns opferte.
Wie Chip Ingram (am 20.05.2007) schrieb: „Irgendwann wird Gott Sie um Ihren Isaak bitten. Sie werden Gottes größte Kraft erfahren, wenn Sie sich hingeben. … Die Hingabe an Gott ist das, was der Kirche heute fehlt.“
F: Könnte in Gen 22,1–18 der Junge, den Abraham beinahe geopfert hätte, Ismael gewesen sein und nicht Isaak, wie die Muslime behaupten? Wie könnte Isaak andernfalls Abrams „einziger Sohn“ sein?
A: Es war Isaak, der beinahe geopfert wurde, und nicht Ismael – und zwar aus mindestens fünf Gründen:
Selbst der Koran sagt nicht, dass es Ismael war: In Genesis 22,2 heißt es, es sei Isaak gewesen. Was die Muslime betrifft, so wird dies zwar im Koran in Sure 37,99–111 behandelt, doch an keiner Stelle im gesamten Koran wird angegeben, ob es Ismael oder Isaak war.
Der einzige Sohn, den Abram zu dieser Zeit hatte: Ismael war 14 Jahre alt, als Isaak geboren wurde, wie aus Genesis 17,25 und Genesis 18,10 hervorgeht. Hagar und Ismael wurden an dem Tag, an dem Isaak entwöhnt wurde (Genesis 21,8–10), an einen anderen Ort weggeschickt. Abraham wurde „lange Zeit“ danach in Genesis 21,34 auf die Probe gestellt, und in Genesis 22,12 lag ein „Junge“ auf dem Altar.
Einziger Sohn in Gottes Augen: Gott erklärte in Genesis 21,12, dass Abrahams Nachkommenschaft durch Isaak und nicht durch Ismael gezählt werden würde. Abraham hatte Ismael nicht bei sich, da Ismael und seine Mutter gemäß Genesis 21,10–12 „vertrieben“ wurden, indem sie weggeschickt wurden.
Einziger Erbe in dieser Welt: Isaak war der einzige Erbe, und „einziger Sohn“ bedeutet zugleich „geliebter Sohn“. Zwar war es in der damaligen Kultur üblich, Konkubinen zur Fortpflanzung zu nehmen, doch das Erbe und das Erstgeburtsrecht fielen den Söhnen der rechtmäßigen Ehefrauen zu, nicht den Söhnen der Konkubinen.
Einziger Sohn der Verheißung: In Genesis 21,12 heißt es: „Durch Isaak wird deine Nachkommenschaft gezählt werden.“ Abraham hatte zwar noch weitere Söhne, doch diese wurden erst später geboren.
F: In Gen 22,2 – inwiefern war Isaak Abrams „einziger Sohn“?
A: Zwar war Ismael als Erster geboren worden, doch zu diesem Zeitpunkt war er bereits fortgeschickt worden, und Isaak war der einzige Sohn, den Abram noch bei sich hatte. Isaak war der einzige Erbe, und „einziger Sohn“ kann auch „geliebter Sohn“ bedeuten. In Genesis 21,12 heißt es: „Durch Isaak wird deine Nachkommenschaft gezählt werden.“ Abraham hatte zwar noch weitere Söhne, doch diese wurden erst später geboren. Zwar war es in der damaligen Kultur üblich, Konkubinen zur Fortpflanzung zu nehmen, doch das Erbe und das Erstgeburtsrecht fielen den Söhnen der rechtmäßigen Ehefrauen zu, nicht den Söhnen der Konkubinen.
F: Führt der Heilige Geist in 1. Mose 22,2 Menschen jemals dazu, dem zuwiderzuhandeln, was in der Bibel offenbart wurde?
A: Nein. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
1. Selbstverständlich hat Gott Abraham nicht dazu geführt, etwas gegen die offenbarte Heilige Schrift zu tun, da zu Abrahams Zeiten noch keine Heilige Schrift niedergeschrieben war.
2. Seit die Heilige Schrift offenbart wurde, weist Gott niemanden an, Dinge zu tun, die Seinen offenbarten Geboten widersprechen. Selbst als der Heilige Geist Jesus in die Wüste führte, wo Jesus von Satan versucht wurde, hat der Heilige Geist Jesus weder versucht noch ihm gesagt, er solle etwas Falsches tun.
3. Gott wünscht sich nicht, dass irgendjemand Handlungen vollzieht, die Seinen Absichten zuwiderlaufen. Selbst als Gott Abraham gebot, Isaak als Opfer darzubringen, erlaubte Gott Abraham nicht, Isaak tatsächlich zu töten.
Gott konnte Abraham das damals also sagen, da das mosaische Gesetz noch nicht niedergeschrieben war. Doch damals wie heute will Gott niemals, dass jemand ein Menschenopfer darbringt.
F: Da Gott in Gen 22,12 sagte: „Nun weiß ich, dass du Gott fürchtest“, wusste Gott dann nicht, was Abram tun würde?
A: Natürlich wusste Gott es, doch dieser Ausdruck bedeutet, dass Abraham gerade in diesem Moment bewies, was er tun würde.
Isaak war für Abraham das Wichtigste in seinem Leben. Aber war Isaak wichtiger als Gott? Abraham zeigte, dass Gott in seinem Leben an erster Stelle stand. In Jakobus 1 heißt es, dass die Prüfung unseres Glaubens Ausdauer hervorbringt. Doch auch wenn wir uns vielleicht einen Glauben wünschen, der niemals Risiken eingeht, ist das nicht der Glaube, den Gott in Abraham oder anderen Menschen wachsen ließ. Abraham hatte keine Wahl hinsichtlich der Art, der Umstände oder des Zeitpunkts der Prüfung seines Glaubens, und wir haben sie in der Regel auch nicht.
F: Wie konnten die Hethiter in Genesis 23 und Exodus 3,8 in Palästina sein?
A: Die Hethiter waren ein weit verstreutes Volk, und eine Kolonie hatte sich in den Bergen Palästinas niedergelassen. Die indoeuropäischen Hethiter plünderten Babylon im Jahr 1590 v. Chr. Andere glauben, dass es sich hierbei um die Hatti handelt, ein nicht-indoeuropäisches Volk, das bereits vor 2000 v. Chr. erobert wurde. Hatti und Hitti werden im Hebräischen gleich geschrieben.
F: Warum wird in Gen 23,2 erwähnt, dass Kiriath-Arba auch Hebron genannt wird?
A: Es gibt zwei mögliche, sich ergänzende Gründe, warum Hebron hier erwähnt wird.
Bedenken Sie, dass Abraham zwar um 2000 v. Chr. lebte, das Buch Genesis jedoch zu Moses’ Zeiten, also zwischen 1447 und 1407 v. Chr., verfasst wurde; daher könnte diese Stadt zu Moses’ Zeiten von den Israeliten und/oder den Kanaanitern bereits Hebron genannt worden sein. Die israelitischen Kundschafter kannten die Geografie Kanaans und verwendeten diesen Namen möglicherweise für die Stadt zu Moses’ Zeiten.
Unabhängig davon nannten die Israeliten die Stadt kurz nach der Eroberung unter Josua lediglich Hebron, nicht Kiriath-Arba. Diese einfache Erläuterung, dass Kiriath-Arba nun Hebron heißt, könnte kurz danach hinzugefügt worden sein.
F: In Gen 23,2 ist eine Verhandlung typischerweise ein Geben und Nehmen. Zum Beispiel nennt ein Verkäufer 300 Dollar. Der Käufer bietet 100 Dollar. Der Verkäufer bietet 250 Dollar; der Käufer bietet 150 Dollar. Vielleicht einigen sie sich auf 200 Dollar. Inwiefern ist dies das Gegenteil einer gewöhnlichen Verhandlung?
Warum sagte Abraham: „Ich bin ein Fremder und ein Außenseiter unter euch“?
Gen 23,5–6 Hethiter: „Sie sind ein Fürst unter uns. Begraben Sie Ihre Tote kostenlos in einer unserer Gruften.“
Gen 23,7–9 Abraham verbeugt sich und bittet: Bitte setzen Sie sich bei Ephron ein, damit er mir die Höhle auf seinem Grundstück verkauft.
Gen 23,10–11 Ephron: Sie können die Höhle kostenlos haben.
Gen 23,12–13 Abraham verbeugt sich: Ich möchte für die Höhle bezahlen. Wie hoch ist der Marktwert des Grundstücks?
Gen 23,14–15 Ephron: Sie beträgt 400 Schekel.
Gen 23,16 Abraham diskutierte nicht und verhandelte nicht, sondern erklärte sich einfach bereit, 400 Schekel zu zahlen.
Ein Schekel war zu dieser Zeit eine Gewichtseinheit und wurde erst später zu einer Währungseinheit.
In Josua 7,21 stahl Achan 200 Schekel Silber. Zu Abrahams Zeiten war ein männlicher Sklave etwa 20 Schekel wert. Einige Jahrhunderte zuvor war ein Sklave 10 bis 15 Schekel wert. Zu Moses’ Zeiten, etwa 500 Jahre später, war ein Sklave 30 Schekel wert. Der Preis für das Feld entsprach also etwa dem Wert von zehn Sklaven.
Die Antwort lautet: So wohlhabend Abraham auch war, dieser geringe Geldbetrag war ihm gleichgültig. Ihm war es wichtiger, dass sie sahen, dass er den Marktwert dafür bezahlte, und dass sie dadurch eher geneigt waren, das Grab ungestört zu lassen. Manchmal ist es vorteilhafter, Ihren Vorteil nicht bis zum Äußersten auszunutzen, sondern der anderen Seite etwas zuzugestehen, um Goodwill aufzubauen – insbesondere, wenn Sie nicht vor Ort sein können, um sicherzustellen, dass sie ihren Teil der Abmachung einhalten.
F: Wie zeigte sich Abraham in Gen 23,2–3 den Hethitern gegenüber gnädig, obwohl er um Sara weinte?
A: Abraham erwies ihnen in seiner Rede Ehre. In finanzieller Hinsicht versuchte er nicht nur nicht, den niedrigsten Preis zu erzielen, sondern überließ ihnen die Initiative und ließ sie den Preis festlegen. Manchmal ist es sogar bei unseren kleinen Kindern gut, ihnen die Initiative zu überlassen.
In Lukas 14,9–11 sagte Jesus, man solle bei einem Festmahl den niedrigsten Platz einnehmen. Wenn Sie ein Festmahl ausrichten, laden Sie die Armen, die Gebrechlichen und andere ein, die sich nicht revanchieren können.
F: In 1. Mose 23,3–20 war Abraham geschäftlich äußerst erfolgreich. Doch hier, als er das Land kostenlos oder zu einem sehr niedrigen Preis erwerben wollte, schien er kein guter Verhandlungsführer zu sein – oder doch?
A: Ein Sprichwort, das man sich merken sollte, lautet: „Behalten Sie das Ziel im Auge“. Manchmal weiß ein guter Geschäftsmann, dass der niedrigste Preis nicht das einzige Ziel ist. Wer würde sich um das Grundstück und das Grab kümmern, wenn Abraham und seine Familie nicht da waren? Es wäre gut, keine harten Verhandlungen zu führen, die Unmut hinterlassen würden, sondern vielmehr guten Willen zu hinterlassen. Er wollte stets, dass die Hethiter eine gute Erinnerung an ihn behielten, damit sie die Grabstätte nach seinem Tod nicht entweihten oder anderweitig nutzten. In Genesis 25,9–10 wurde Abraham in derselben Höhle neben Sara beigesetzt, ebenso wie Jakob in Genesis 50,12–13. In Genesis 50,25 wollte Josef nicht in Ägypten beigesetzt werden.
F: Warum betrachteten die Hethiter in 1. Mose 23,5 Abraham als einen mächtigen Fürsten unter ihnen?
A: Abraham war sehr wohlhabend. Außerdem hatte Abraham offenbar enge Beziehungen zu ihnen gepflegt, und sie betrachteten ihn nicht nur als Freund, sondern auch als einen der ihren.
F: Gab es die Hethiter in 1. Mose 23,7 wirklich?
A: Moderne Archäologen entdeckten die Hethiter bereits 1892. Dennoch bezweifelten einige Gelehrte noch zehn Jahre später (1902, E.A.W. Budge) ihre Existenz. Heute sind ganze Bücher über die Hethiter geschrieben worden.
F: Warum musste Abraham in Gen 23,15–16 das Silber abwiegen?
A: Der Schekel war eine Gewichtseinheit und wurde erst später auch zu einer Währungseinheit. Abraham musste das Silber „abwiegen“, da Münzen laut dem Werk „Can Archaeology Prove the Old Testament?“ (S. 27) erst um 800 v. Chr. in Gebrauch kamen. Ebenso stahl Achan Gold und Silber mit einem „Gewicht“ von 50 bzw. 200 Schekel. Die ersten bekannten Münzen stammten aus Lydien um 700 v. Chr. Dort wird auch darauf hingewiesen, dass das lateinische Wort „pecunia“ (von dem das englische Wort „pecuniary“ – „monetär“ – abgeleitet ist) vom lateinischen Wort „pecus“ stammt, das „Vieh“ bedeutet.
F: Wie können wir in unseren Verhandlungen vermeiden, „am falschen Ende zu sparen“, wie es in Gen 23,15–16 heißt?
A: Im englischen Währungssystem entspricht ein „pence“ oder „penny“ in etwa einem amerikanischen „penny“. Ein „Pfund“ ist etwas mehr als ein US-Dollar, obwohl es bis vor kurzem noch fast 2 Dollar wert war.
Ein Beispiel dafür, wie dies nicht gehandhabt wurde, stammt aus einem Unternehmen, für das ich vor einigen Jahren tätig war. Dort beschloss man, „defensive Sozialleistungen“ einzuführen. Dieser Begriff bedeutete: Wenn Sie verheiratet waren und der Geburtstag Ihres Ehepartners – sowohl Monat als auch Tag – früher im Jahr lag als der Ihre, wurden Sozialleistungen nicht mehr an Ihren Ehepartner und Ihre Kinder ausgezahlt, sondern nur noch an Sie. Während einer Mitarbeiterversammlung, bei der die Personalbeauftragte dies wenig begeistert erläuterte, stellte ich eine Frage. Wie viel Geld würde das Unternehmen dadurch voraussichtlich einsparen? Sie sagte, es würde eine Menge einsparen, etwa 50.000 Dollar pro Jahr. Ich nehme an, dass niemand bedacht hat, dass, wenn schon nur drei oder vier Personen pro Jahr das Unternehmen deswegen verlassen würden und man Personalvermittler einsetzen müsste, um sie zu ersetzen, dies allein schon mehr als 50.000 Dollar kosten würde.
F: Wie können wir in unseren Beziehungen Gnade walten lassen, wie es in Gen 23,15–16 beschrieben wird?
A: Wir können schnell vergeben, dürfen uns aber nicht von anderen übergehen lassen. Lieben Sie sie – nicht nur mit sentimentalen Worten, sondern drücken Sie diese Liebe durch Fürsorge und Taten aus.
F: Warum lässt Gott in Gen 24,1; 25,8 zu, dass einige seiner Kinder unter dem Alter leiden?
A: Im Himmel leiden wir nicht unter dem Alter, und die ewige Glückseligkeit im Himmel wird unsere kurze Zeit der Mühen auf Erden unbedeutend erscheinen lassen. Die Antwort finden Sie in der Erörterung zu Josua 13,1.
F: Warum bestand Abraham in Gen 24,4 darauf, eine Frau aus seinem eigenen Volk zu nehmen?
A: Die Kanaaniter hielten es für angemessen und religiös, ihre Säuglinge im Feuer zu opfern und religiöse Prostitution zu praktizieren. Die Hethiter waren anders. Sie waren indoeuropäischer Herkunft und bildeten eine Kolonie des Hethiterreichs in Anatolien (der heutigen Türkei). Es ist nicht ganz so offensichtlich, warum Abraham keine Schwiegertochter aus dem Volk der Hethiter wollte, außer dass auch sie nicht an den einen wahren Gott glaubten.
F: Was war in Gen 24,5–8 so verwerflich daran, dass Isaak nach Aram [Syrien] zurückkehrte, um dort zu leben?
A: Dann wäre alles, was mit Gottes Verheißung an Abraham zu tun hatte – sein Volk zu verlassen und in das verheißene Land zu ziehen –, umsonst gewesen, da Abrahams Nachkommen die Verheißung aufgegeben hätten.
F: Was wäre in Gen 24,5–8 daran falsch gewesen, wenn Isaak nur zu Besuch nach Aram zurückgekehrt wäre, um sich dort eine Frau auszusuchen?
A: Angesichts seiner Verwandtschaft und seines Reichtums hätten seine Verwandten wahrscheinlich gewollt, dass Isaak bleibt, so wie Laban Jakob dazu gebracht hatte, vierzehn Jahre lang zu bleiben. Abraham hätte wahrscheinlich nicht riskieren wollen, dass Isaak dazu verleitet würde, zurückzukehren und dauerhaft dort zu leben, wo seine Frau sein würde.
F: In Gen 24,15: In welcher Beziehung standen Isaak und Rebekka zueinander?
A: Rebekka war die Tochter von Abrahams Neffen, was sie zur Tochter von Isaaks Cousin machen würde.
Isaak und Rebekka konnten gegen 3. Mose 18 nicht verstoßen haben, da dieses Buch noch nicht geschrieben war. Es stellt sich jedoch heraus, dass ihre Ehe dennoch im Einklang mit den Richtlinien der späteren Vorschriften im 3. Mose stand.
F: War Ketura in 1. Mose 25,1 eine Ehefrau oder eine Konkubine?
A: Eine Konkubine gilt als eine Art von Ehefrau. Genesis 25,1 kann sowohl „Ehefrau“ als auch „Konkubine“ bedeuten.
F: Was geschah in 1. Mose 25,2 mit den Söhnen, die Ketura mit Abraham hatte?
A: Abraham und Ketura hatten sechs bekannte Söhne.
Zimran ist möglicherweise der Stammvater eines arabischen Stammes, der Zimri in Jeremia 25,25. Heute gibt es eine Stadt namens Zambran am Roten Meer westlich von Mekka.
Von Jokschan hört man nie wieder etwas, außer dass er der Vorfahr von Saba und Dedan war. Saba war ein Volk im Südwesten der Arabischen Halbinsel. Die Dedaniter aus Jesaja 21,13 waren Araber, die wahrscheinlich sowohl von Jokschan als auch von Ham über Kusch abstammten (Genesis 10,7; 1. Chronik 1,9). Die Stadt Dedan lag 100 Meilen (160 km) südwestlich von Tema in der Oase el-’Ula, 175 Meilen (280 km) nördlich von Medina. Dedan wird auch in protoarabischen sabäischen und minäischen Inschriften erwähnt.
Medan wird möglicherweise auch außerhalb der Bibel erwähnt. Im „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 1093) heißt es, dass die Konsonanten „m“ und „b“ im Arabischen häufig vertauscht werden; daher könnte es sich hier um den Stamm der Bedana handeln, den der Assyrer Tiglat-Pileser III. eroberte.
Midian war ein bekannter Stamm, der die Israeliten in Richter 8 unterdrückte.
Ishbak gründete einen Stamm, der sich in Nordsyrien niederließ und in den assyrischen Annalen von Salmanassar III. (858–824 v. Chr.) erwähnt wurde.
Shuah war offenbar der Stamm, aus dem Bildad, der Shuhiter, in Hiob 2,11 stammte.
F: Wenn Abraham und Sara in Gen 25,2 beide unfruchtbar waren, wie konnte Abraham dann nach Isaak noch Kinder bekommen?
A: Zunächst, was nicht die Antwort ist, und dann die Antwort.
Nicht die Antwort: Es war Sara, die unfruchtbar war, nicht Abraham. Schließlich hatte Abraham ein Kind, Ismael, mit Hagar. Dies ist die Antwort, die Augustinus von Hippo in seinem Werk „De civitate Dei“ (Der Gottesstaat), Buch 16, Kapitel 28, Seite 327, gibt.
Die Antwort: Sara war stets unfruchtbar, doch als Abraham 100 Jahre alt war, waren beide gemäß Römer 4,19 und Hebräer 11,12 auf natürliche Weise unfähig, Kinder zu zeugen. Nachdem Gott Abraham also die Gabe der Fruchtbarkeit gewährt hatte, nahm er sie ihm nicht wieder weg.
Frage: Wie viele Frauen und Nebenfrauen hatte Abraham gemäß 1. Mose 25,6?
A: Auch wenn es eigentlich keine Rolle spielt, kennen wir die genaue Zahl nicht. Nach Saras Tod nahm Abraham Ketura zur Frau (Genesis 25,1). Hagar war eine seiner Konkubinen, doch Genesis 25,6 deutet darauf hin, dass Abraham mehr als eine Konkubine hatte.
F: Wie „gab“ der Patriarch in Gen 25,8.17 und Gen 49,33 „den Geist auf“?
A: Dies ist eine sinngemäße Übersetzung des hebräischen Wortes „gâva’“, das wörtlich „ausatmen“ oder „aushauchen“ bedeutet. Eine präzisere Übersetzung wäre „seinen letzten Atemzug tat“.
F: In Gen 25,8.17 und Gen 49,33 wurden Abraham und Jakob „zu ihrem Volk versammelt“ – wie kann es da ein Leben nach dem Tod geben?
A: Dies ist eine Redewendung, die bedeutet, dass die Person gestorben ist, und sie klingt wesentlich besser als „den Löffel abgegeben“.
F: Beziehen sich die Erwähnungen von Kedar in Gen 25,13 auf Mohammed?
A: In Genesis 25,13 wird Kedar, der Sohn Ismaels, erwähnt, doch bestehen Zweifel daran, dass Mohammed von Ismael und Kedar abstammt. Unabhängig davon sagt die Erwähnung der zwölf Söhne Ismaels, darunter Kedar, in Genesis 25,13 jedoch nichts Gutes oder Schlechtes über sie aus. Al-Tabari, Band 6, S. 6, hält drei Dinge fest:
1) Unter Genealogen bestehen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich Mohammeds Abstammung nach ‘Adnan (S. 37)
2) Viele, aber nicht alle Genealogien führen Mohammed … ‘Adnan … Nabt ibn Qaydhar [Kedar?], Sohn von Isma’il [Ishmael] auf
3) „Diese Meinungsverschiedenheiten entstehen, weil es sich um eine alte Wissenschaft handelt, die vom Volk des ersten Buches (des Alten Testaments) übernommen wurde.“
Wenn also der frühe muslimische Historiker al-Tabari anerkennt, dass sie die Namen der Genealogien von den Juden und dem Alten Testament übernommen haben, handelt es sich nicht um ein völlig unabhängiges Zeugnis.
F: In Gen 25,22–23 bezog sich Rebekkas Frage auf die Gegenwart und die nahe Zukunft, doch Gottes Antwort sprach von der fernen Zukunft. Warum tut Gott das?
A: Bei der Antwort sind fünf Punkte zu berücksichtigen.
1. Gott wollte offenbar diese prophetische Wahrheit über Jakob und Esau offenbaren.
2. Wie gute menschliche Lehrer weiß Gott, dass ein Punkt besser im Gedächtnis bleibt, wenn er die Antwort auf die Frage eines Schülers ist.
3. Unabhängig davon, ob Gott das Strampeln der Kinder allein dazu veranlasste, um Rebekka zur Frage anzuregen, hat das Strampeln sie tatsächlich dazu veranlasst, die Frage zu stellen.
4. Vielleicht dachte Rebekka zu diesem Zeitpunkt nicht langfristig, doch ihre Frage war so offen formuliert, dass Gottes Offenbarung ihre Frage dennoch beantwortete.
5. Wenn wir Gott um etwas bitten, sollten wir dies auf „offene Weise“ tun und nicht nur nach unseren eigenen Vorstellungen. Wir sollten darauf vorbereitet sein, dass Gott uns Wahrheiten offenbart, die wir nicht erwartet haben und nach denen wir nicht direkt gefragt haben.
F: Wurde Jakobs Erstgeburtsrecht in Gen 25,31–33 durch Kauf oder durch eine Lüge erlangt?
A: Beides.
1. Jakob „kaufte“ es von Esau für eine Schüssel Linsen (Genesis 25,29–34).
2. Später täuschte Jakob Isaak, damit dieser ihm den Segen des Erstgeburtsrechts gab, auf den Esau bereits verzichtet hatte (Genesis 27,19).
Beachten Sie, dass Jakob lediglich das Erstgeburtsrecht erwarb, aber log, um den Segen zu erhalten.
Unabhängig sowohl vom Kauf als auch von der Täuschung entschied Gott, dass sein Volk, die Juden, durch Jakob hervorgehen sollte (1. Mose 25,23–34).
F: Sollten die Israeliten in 1. Mose 26,2 nach Ägypten hinabziehen oder nicht?
A: In Genesis 26,2 wurde Isaak gesagt, er solle nicht nach Ägypten hinabziehen. Jakob, nicht Isaak, wurde in Genesis 46,3 aufgefordert, dorthin zu gehen. In ähnlicher Weise wurde David in 2. Samuel 7,5.12–13 gesagt, dass nicht er, sondern sein Sohn den Tempel in Jerusalem errichten sollte. Die Lehre daraus ist nicht, dass es gut oder schlecht ist, nach Ägypten zu gehen, sondern dass wir dorthin gehen sollten, wohin Gott uns führen möchte, und zwar dann, wenn Gott es möchte.
F: Hat Gott in 1. Mose 26,3–5, 1. Mose 12,1; 1. Mose 17,1, 9–14 und 1. Mose 22,16 Abraham wegen seiner Taten gesegnet?
A: Nein. Sowohl für Abraham als auch für die Menschen im Allgemeinen gibt es hier zwei unterschiedliche Aspekte: Erlösung und Segen.
Erlösung: Abrahams Werke waren insofern nicht wichtig, als sie ihm nicht den Weg in den Himmel ebneten. Abrahams Werke waren jedoch sehr wichtig, da sie der sichtbare Ausdruck seines Glaubens an Gott waren und untrennbar mit seinem Glauben an Gott verbunden waren.
Segen: Aufgrund von Werken erhalten sowohl Abraham als auch wir oft Segen in diesem Leben und Belohnungen im nächsten.
Jakobus führt Abraham als Beispiel dafür an, dass Abraham durch Werke gerechtfertigt wurde. Abraham „glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet“ – ein oder zwei Jahrzehnte, bevor er Isaak beinahe opferte.
Gottes Bund enthielt sowohl ein unveränderliches Element als auch ein bedingtes Element. 3. Mose 26,44–45 zeigt, dass selbst wenn Gottes Volk das bedingte Element nicht erfüllt, das unveränderliche Element dennoch Bestand hat.
F: Warum ist Isaak in 1. Mose 26,6–7 ein Vorbild für uns, wo er doch hier gelogen hat?
A: Nein. Siehe die Antwort zu Genesis 12,10–20.
F: Handelte es sich in 1. Mose 26,8–9 um denselben Abimelech aus Gerar wie in 1. Mose 20,2–3?
A: Dem Namen nach zu urteilen, wahrscheinlich nicht. Abimelech bedeutet „Der Vater ist König“. Einerseits gibt es viele Fälle, in denen Vater und Sohn oder Nachkommen denselben Namen tragen. Andererseits handelt es sich hier wahrscheinlich um einen Titel und nicht um einen Personennamen, wie es in „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 42, heißt.
Weitere Herrscher mit demselben Namen waren Tobias I., II., III., IV. und V. in den Jahren 590–200 v. Chr., Sanballat I., II. und III. in den Jahren 445–330 v. Chr., Salmanassar I., II. und III., Antiochus I., II., III. und IV. sowie Tiglat-Pileser I., II. und III.
F: Hat Abraham in Gen 26,33 die Stadt Beerscheba benannt oder war es Isaak?
A: In Genesis 21,31 wurde sie zu Abrahams Zeiten aufgrund des Eides zwischen Abraham und Abimelech Beerscheba genannt. Isaak wusste dies zweifellos, da er gemäß Genesis 22,19 mit seinem Vater in Beerscheba lebte. Um Abimelech (der wahrscheinlich der Sohn des Abimelech aus Abrahams Zeit war) an den früheren Bund zu erinnern, gab er einem neuen Brunnen einen ähnlichen Namen: „Shibah“.
F: Wer waren in 1. Mose 26,34 und 1. Mose 36,2–3 die vier Frauen Esaus?
A: Ehefrauen 1–2: Im Alter von 40 Jahren heiratete Esau zwei Hethiterinnen, Judith und Basemat, die Tochter Elons (Genesis 26,34–35).
Ada, die Tochter Elons, des Hethiters (Genesis 36,2), ist wahrscheinlich ein anderer Name für Basemat.
Frau 3: Nachdem Jakob fortgegangen war, heiratete Esau die Ismaeliterin Mahalat, die Schwester Nabaiots (Genesis 28,8–9)
Basemat, die Tochter Ismaels und Schwester Nabaiots (1. Mose 36,3), ist wahrscheinlich ein anderer Name für Mahalat.
Frau 4: Esau heiratete Oholibama, die Tochter Anas (Genesis 36,3).
Judith wurde in den Stammbäumen in Genesis 36 wahrscheinlich nicht erwähnt, da sie keine Kinder gebar.
Frage: Warum soll Gott in 1. Mose 27 якоb’s Täuschung Isaaks und in 1. Mose 31,20 seine List gegenüber Laban gebilligt haben?
A: Gott billigte Jakobs Lügen nicht. Erstens berichtet die Bibel genau und ehrlich sowohl über die bösen als auch über die guten Taten der Menschen. Zweitens haben sogar Gottes Volk in der Bibel Unrecht getan. Wie es in „735 Baffling Bible Questions Answered“ auf Seite 43 heißt: „Gott segnete Jakob nicht, weil er gelogen und Betrug angewendet hatte, sondern trotz dessen.“
F: Warum war der Segen in Gen 27 so wichtig?
A: Normalerweise erhielt der Erstgeborene den Segen, was einen doppelten Erbanteil sowie die Rolle als Familienoberhaupt bedeutete. Eine Tafel aus Nuzi aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. berichtet von einem Rechtsstreit zwischen drei Brüdern darüber, wer eine Frau namens Zululishtar heiraten dürfe. Ein Bruder gewann, weil er nachweisen konnte, dass sein Vater die Ehe auf seinem Sterbebett genehmigt hatte.
F: Was bedeutet das hebräische Wort, das in Gen 27,29 mit „Herr“ übersetzt wird, wörtlich?
A: Das hebräische Wort „gebiyr“ (ausgesprochen: gheb-EER) lässt sich hier auf zwei Arten übersetzen: Herr oder Held. Im Fall von Esau und seinen Nachkommen handelte es sich um einen [unerwünschten] Herrn. Wenn Gott in Ihrem Leben jemanden über Sie gestellt hat, den Sie nicht mögen, können Sie sich entscheiden, diese Person entweder als unerwünschten Herrn oder als Helden zu behandeln.
F: Warum konnte Isaak in Gen 27,39–40 Esau nicht ebenso segnen wie Jakob?
A: Die Bibel sagt nicht, warum Isaak der Überzeugung war (ob zu Recht oder zu Unrecht), dass er nicht beide segnen könne. Den in der Stadt Nuzi gefundenen Tontafeln jener Zeit zufolge galten jedoch Testamente, die am Sterbebett verfasst wurden, als gültig und unwiderruflich. Siehe auch die Antwort auf die nächste Frage.
F: Warum segnete Gott in Gen 27,39–40 Esau nicht so, wie er Jakob segnete?
A: Dafür gibt es drei sich ergänzende Gründe.
1. Römer 9,10–15 zeigt, dass Gott tun kann, was ihm gefällt, ohne uns seine Gründe mitzuteilen.
2. Esau war ein Heide (gottlos) (Hebräer 12,16), und Jakob war ein Betrüger; Gott hätte beide zu Recht verfluchen können. Stattdessen erhielten beide den Segen (Hebräer 11,20).
3. Gott hat das Recht, nur einigen besondere Gnade und Liebe zu schenken, wie es ihm gut erscheint – fragen Sie einfach Paulus.
F: Ist Jakob in 1. Mose 27,42–44 in die Stadt Haran gegangen, um vor Esau zu fliehen, oder um eine Frau zu finden?
A: Beides. Manchmal gibt es mehrere Gründe, eine bestimmte Handlung zu vollziehen. Rebekka wies Jakob in Genesis 27,42–46 an, vor Esau zu fliehen, doch gegenüber Isaak gab sie in Genesis 27,46 an, der Grund sei die Suche nach einer Frau. Isaaks Beweggrund, Jakob zu entsenden, war die Suche nach einer Frau, wie aus Genesis 28,1–6 hervorgeht.
F: Bezieht sich „beide“ in 1. Mose 27,45 auf Jakob und Isaak oder auf Jakob und Esau?
A: Sprachlich gesehen wäre beides möglich. Es handelte sich jedoch um Isaak und nicht um Esau, da Isaak dem Tod nahe war, Esau Jakob unmittelbar danach töten würde und keine Gefahr für Esau bestand. Leider hat Rebekka möglicherweise an „beide“ derer gedacht, die sie liebte, und nicht an „zwei von dreien“.
F: Waren in Gen 27,46 Esaus Frauen Hethiterinnen oder Kanaaniterinnen?
A: Kann jemand sowohl Texaner als auch Amerikaner sein? Die Hethiter in Kanaan gehörten zu den Völkern Kanaans.
F: Ist es Rebekka und Jakob in Gen 28 gelungen, das zu erreichen, was sie wollten?
A: Oberflächlich betrachtet ja, aber tatsächlich nein. Sie wollten, dass Jakob das Erstgeburtsrecht erhielt, und durch unlautere Mittel – Lügen und Täuschung – erreichten sie dies; insofern waren sie erfolgreich.
Allerdings nahm der Sohn mit dem Erstgeburtsrecht danach in der Regel einen geehrten Platz in der Familie ein; Jakob hingegen musste um sein Leben fliehen. Rebekka gelang es, ihrem bevorzugten Sohn zu helfen; dennoch sollte sie Jakob auf Erden nie wieder sehen. Wie „Women in the Bible“ hervorhebt, musste Rebekka für den Rest ihres Lebens mit dem Sohn zusammenleben, dem sie Unrecht getan hatte.
F: Ist die Formulierung „auf ihr/ihm“ in Gen 28,12 mehrdeutig?
A: Nicht wirklich. Der Ausdruck „auf ihr“ wurde von einigen Rabbinern als „auf ihm“ interpretiert. Mit anderen Worten: Entweder stiegen die Engel des Himmels auf der Leiter/Treppe auf und ab, oder sie stiegen auf Jakob selbst auf und ab. Dies wird angesprochen, weil Jesus in Johannes 1,51 sagte, dass Nathanael die Engel Gottes auf dem Menschensohn [Jesus] auf- und absteigen sehen werde.
Für die Interpretation „auf ihr“ spricht: Die Analogie ergibt Sinn, da die Leiter (oder Treppe) vorhanden ist und Jakob im Traum mehrere Engel sieht, die ihren Geschäften nachgehen. Im übertragenen Sinne ist Jesus die Leiter, über die Gottes Segen auf die Erde herabkommt, und die Leiter, über die wir in den Himmel gelangen.
Gegen „auf ihm“: Treten die Engel auf Jakob, um zur Leiter zu gelangen? Klettern die Engel auf Jakob, um in den Himmel zu gelangen? Wozu dient dann die Leiter/Treppe? Jesus stammte zwar von Jakob ab, doch Jesus gleicht eher einer Leiter als Jakob, der die Menschen oft betrog.
Frage: Warum sollten wir in Gen 29,15–25 Laban in der Bibel bewundern, da er Jakob betrogen und belogen hat?
A: Wer hat denn gesagt, wir sollten Laban bewundern? Das sollten wir nicht. Diese Frage setzt voraus, dass die Bibel nur in einem Vakuum über Gottes Volk sprechen kann und die anderen Menschen, mit denen es zu tun hatte, nicht erwähnen darf. Natürlich spricht die Bibel sowohl von bösen als auch von guten Menschen. Darüber hinaus zeigt uns die Bibel, dass selbst die guten Menschen nicht immer gut waren.
Eine Analogie könnte hier hilfreich sein. Jemand könnte sagen: „Man kann amerikanische Helden nicht bewundern. Nehmen Sie zum Beispiel John Wilkes Booth, der Abraham Lincoln erschossen hat.“ Nun, wir können nachlesen, wie John Wilkes Booth eine bedeutende Rolle in der amerikanischen Geschichte spielte, aber er war kein amerikanischer Held.
Laban spielte eine Rolle in der Geschichte Israels, aber auch er war kein Held. Die Analogie zu Booth mag etwas albern erscheinen, da niemand Booth als Helden verehrt, aber Laban anzuführen, um Menschen zu kritisieren, zu denen wir in der Bibel aufschauen sollten (wie es ein Atheist tatsächlich tat), erscheint ebenfalls unangebracht.
F: In Gen 29,21–30: Wann wurde Rahel Jakob übergeben?
A: Jakob arbeitete sieben Jahre lang, erhielt Lea, wartete eine Woche und erhielt dann zu diesem Zeitpunkt Rahel als Gegenleistung für das Versprechen, weitere sieben Jahre zu arbeiten.
F: Warum heiratete Jakob in Gen 29,28 zwei Schwestern, da Lev 18,18 die Heirat mit zwei Schwestern verbietet, solange beide noch am Leben sind?
A: 3. Mose 18,18 war Teil des mosaischen Gesetzes, das erst über 400 Jahre nach Jakobs Heirat mit seinen Frauen erlassen wurde. Man konnte von Jakob sicherlich nicht verlangen, ein Gesetz zu befolgen, von dem er noch nichts gehört hatte und das Gott noch nicht geboten hatte.
F: Warum hat Gott in Gen 29,31 Jakob nicht einfach gesagt, er solle auch Lea lieben, anstatt Rahel unfruchtbar zu machen?
A: Manchmal können Menschen Lektionen nur auf die harte Tour lernen. Sind wir da etwa anders?
F: Klingt die Verwendung von Mandrake in Gen 30,14–15 nicht nach Aberglauben?
A: Ein Großteil der Volksmedizin ist wirkungslos. Die Tatsache, dass Rahel danach noch lange Zeit kinderlos blieb, zeigt deutlich, dass Mandrake nichts damit zu tun hatte, dass Gott Rahels Schoß öffnete. Diese Passage verdeutlicht, dass selbst Gläubige Fehler begehen und auf törichte Heilmittel hoffen können.
F: Wie konnte Laban in Gen 30,27 mittels Wahrsagerei etwas über Jakob in Erfahrung bringen?
A: Angenommen, Laban sprach hier die Wahrheit, so erhalten Menschen manchmal durch Wahrsagerei richtige Antworten. Doch selbst wenn die Wahrsagerei ausschließlich die Wahrheit offenbaren würde, anstatt eine Mischung aus Wahrheit und Irrtum, sollten Gläubige Labans Beispiel nicht folgen, da Gott in 5. Mose 18,10.14 verbietet, Wahrsagerei zu betreiben. Übrigens brachte Labans Wahrsagerei ihm in 1. Mose 31,1–2.9 nicht das gewünschte Ergebnis.
F: Klingt es in 1. Mose 30,37–43 nicht nach Aberglauben, dass Jakob Schafe und Ziegen dazu „veranlasste“, gefleckt zu werden?
A: Es gibt keinen Hinweis auf Aberglauben, sondern lediglich falsche Vorstellungen über die Tiergenetik. Gott segnete Jakob ungeachtet dessen, wie Jakob selbst in Genesis 31,7–13 wusste.
F: Ist Gilead in 1. Mose 31,23 und 1. Mose 37,25 ein Anachronismus, da in 4. Mose 26,29 steht, dass Manasse der Großvater von Gilead war?
A: Keineswegs. Zunächst ein Punkt, der für die Antwort nicht relevant ist, und dann die Antwort.
Nicht Teil der Antwort: Gilead war ein recht gebräuchlicher Name. Gilead war nicht nur ein Nachkomme Manasses (4. Mose 26,29–30 und Josua 17,1), sondern ein anderer Gilead war Jephthas Vater (Richter 11,1), und ein dritter Gilead stammte aus dem Stamm Gad (1. Chronik 5,14).
Die Antwort lautet, dass das Wort „Gilead“ den Zeitpunkt der Abfassung angibt. Jakob und Josef hätten die Region nicht Gilead genannt, doch niemand behauptet, das Buch Genesis sei zur Zeit Jakobs und Josefs verfasst worden. Vielmehr wurde Genesis zu Moses’ Zeiten verfasst. Die zweieinhalb Stämme jenseits des Jordan sollten ihr Land bereits vor Moses’ Tod erhalten.
Ein Anachronismus liegt vor, wenn ein Dokument, das vorgibt, zu einer bestimmten Zeit verfasst worden zu sein, Wörter oder Begriffe verwendet, die erst zu einem späteren Zeitpunkt gebräuchlich waren. Es ist kein Anachronismus, Wörter aus der Zeit der Abfassung zu verwenden, um eine frühere Zeit zu beschreiben. Beispielsweise ist es kein Anachronismus, wenn jemand im 20. Jahrhundert sagt, die Region Gilead habe im Land Jordanien gelegen. Jakob, Josef und Mose kannten das moderne Land Jordanien nicht, aber niemand behauptet ja auch, dass sie es gekannt hätten.
F: Wie kann die Bibel in Gen 31,32.34 [angeblich] gutheißen, dass Rahel ihrem Vater Götzenbilder gestohlen hat?
A: Sie billigt Rachels Diebstahl nicht. Die Hausgötter hatten nicht nur religiöse Bedeutung, sondern ihr Besitz bedeutete laut Tafeln, die um die Zeit Moses’ verfasst und in der Stadt Nuzi gefunden wurden, auch das Erbrecht.
Das Buch „Hard Sayings of the Bible“, S. 130–131, gibt den Text der Nuzi-Tafel wieder, vertritt jedoch auch die Ansicht, dass Rachels religiöse Verbundenheit mit diesen Götzen eine Rolle gespielt haben könnte.
Auch wenn manche vielleicht Verständnis für Rachels boshaftes Verhalten aufbringen mögen, billigt die Bibel dies nicht; sie berichtet lediglich darüber. Rachel starb nur wenige Jahre, nachdem sie die Götter in Genesis 35,17–19 an sich genommen hatte, bei der Geburt ihres Kindes; diese Hausgötter haben ihr also sicherlich keinen Nutzen gebracht. Die Bibel ist kein Buch über vollkommene Superhelden, sondern über sehr reale Menschen, die viele Fehler hatten – so wie wir auch.
F: Da die Genesis bereits früh verfasst wurde, warum kommen in Gen 31,47 zwei aramäische Wörter vor?
A: Dies deutet darauf hin, dass Aramäisch bereits in früher Zeit neben dem Hebräischen existierte. Denken Sie daran, dass die Aramäer in Syrien lebten, wo auch Laban wohnte. Jakobs Frauen stammten von dort. Alternativ könnte es sich um Wörter handeln, die im frühen Hebräisch gebräuchlich waren.
F: Wie bereitet Gott uns in Gen 32,1–2; 33 auf Konflikte vor?
A: Es geht nicht nur um Kraft für den Konflikt, sondern auch um Ausdauer. Wir können auf mindestens drei Arten gestärkt werden.
1) Wir müssen daran erinnert werden, worauf wir unseren Blick richten sollen, auf das vor uns liegende Ziel und auf die Liebe, die uns stärkt, weiterzumachen.
2) Gott kann uns stärken, indem er uns neue geistliche Gaben schenkt und die geistlichen Gaben, die wir bereits besitzen, vertieft. Möglicherweise müssen wir neue Fähigkeiten erlernen und neu entdeckte Begabungen üben.
3) Doch paradoxerweise schwächte Gott Jakob in Genesis 32. Indem er ihm die Hüfte aus der Verriegelung brachte, würde Jakob Esau körperlich noch weniger Widerstand leisten können. Gott muss uns helfen, uns von überflüssigem Ballast zu trennen, den wir nicht brauchen und der uns im Dienst für Ihn belastet. Manchmal ist etwas an sich nicht schlecht, aber wenn wir zu sehr darauf vertrauen statt auf Gott, möchte Gott vielleicht, dass wir Ihm ohne dieses Etwas dienen.
F: Was waren Ihrer Meinung nach in 1. Mose 32,1–6 die beiden Gründe dafür, dass Jakob Boten zu Esau sandte?
A: Da Gott ihm engelhafte Boten gesandt hatte, kam Jakob vielleicht auf diese Weise auf die Idee, Boten zu Esau zu schicken. Es war 20 Jahre her, seit Jakob und Esau sich das letzte Mal gesehen hatten. Wie würde Jakob wohl empfangen werden? Einerseits hatte Jakob Angst, dies herauszufinden, andererseits wusste er, dass er nicht davor fliehen und für immer bei Laban bleiben wollte. Beachten Sie, dass Jakob Esau nicht als „Ihren Bruder“, sondern als „Ihren Diener“ anspricht.
Frage: Was sind Ihrer Meinung nach in Gen 32,6–7 die beiden Gründe, warum Esau beschloss, Jakob mit 400 Männern entgegenzutreten?
A: Zunächst einmal: Warum sollte Esau 400 Männer haben? Esau war wahrscheinlich recht wohlhabend, und er könnte diese Streitmacht gebraucht haben, um gegen die Horiter zu kämpfen, die in dem Land lebten.
Zu diesem Zeitpunkt war Esau vielleicht im Begriff, das zu tun, was er zuvor geschworen hatte: Jakob zu töten. Oder vielleicht war Esau unentschlossen, was er tun sollte, wollte aber genügend Krieger haben, um sich alle Optionen offen zu halten. Unabhängig davon wollte Esau deutlich machen, dass er die Kontrolle hatte. Falls er beabsichtigt hatte, Jakob einzuschüchtern, war ihm das gelungen; Jakob war vor Angst wie gelähmt.
F: Was glauben Sie, welchen ersten Eindruck hatten Jakobs Frauen in Gen 32,6–7 von Kanaan und von Jakob?
A: Denken Sie daran, dass Jakob nur knapp den Schwierigkeiten mit Laban entkommen war. Man könnte sich fragen, wie eng und vertrauensvoll die Beziehung zwischen Rahel und Laban war, wenn man bedenkt, dass er Jakob zunächst Lea gegeben hatte. Daher war sie vielleicht erleichtert, etwas Abstand zwischen sich und Laban zu haben. Das Land sah ähnlich aus, abgesehen davon, dass es viele befestigte Städte der Kanaaniter gab, mit denen Jakob zurechtkommen musste.
F: Welche drei Strategien versuchte Jakob in Gen 32,7–23 gleichzeitig?
A: Zunächst versuchte Jakob, mit großzügigen Geschenken den Weg für Esau zu ebnen. Zweitens teilte Jakob seine Familie in Gruppen auf; sollte eine Gruppe angegriffen und getötet werden, könnten die anderen sich vielleicht zerstreuen und entkommen. Schließlich beschloss Jakob, als Letzter zu gehen. Jakob fühlte sich hier wirklich verzweifelt und war auf sich allein gestellt. Doch wie es im „Believer’s Bible Commentary“ auf Seite 68 heißt: „Durch menschliche Sicherheitssysteme schützen wir uns oft vor einem dynamischen Gebetsleben. Warum tun wir uns selbst dieses Unrecht an?“
F: Wurde Jakob in Gen 32,22–32 hier in Israel umbenannt, oder erfolgte die Umbenennung in Israel erst in Gen 35,9–10? (Ein liberaler Christ führte dies als Beweis dafür an, dass die Genesis von mehreren Autoren verfasst wurde.)
A: Genesis 32,22–32 ist sehr detailliert und schildert, wie Jakob mit Gott ringt und Gott ihn in Israel umbenennt. Genesis 35 gibt eine Zusammenfassung von Jakobs Leben, und in den beiden Versen 35,9–10 wird erwähnt, dass Jakob umbenannt wurde, damit wir einordnen können, wann sich die Erzählung in Genesis 32 zugetragen hat. Ja, diese beiden Verse sind eine Wiederholung, doch dies dient der Geschichte und ist keine versehentliche doppelte Aufnahme desselben Inhalts. Wenn Menschen heute schreiben, wiederholen sie oft im Fazit das, was sie bereits im Hauptteil eines Aufsatzes gesagt haben, doch das bedeutet nicht, dass die verschiedenen Teile des Aufsatzes von mehreren Autoren verfasst wurden.
F: Warum wurde Jakob in Gen 32,27–28 in Israel umbenannt?
A: Die Bibel gibt zwar keine direkte Antwort darauf, doch es gibt zwei Möglichkeiten, und beide könnten zutreffen.
Die Umbenennung zeigte, dass Gott die Kontrolle über ihr gesamtes Leben hat, sogar über ihren Namen, und dass sie aufgrund Gottes ein anderer Mensch mit einer anderen Bestimmung waren. Ich nehme an, wenn wir in den Himmel kommen, können wir Abram, Simon und Saulus von Tarsus einfach danach fragen – oder sollte ich besser sagen: Abraham, Petrus und Paulus.
Namen hatten in jener Zeit eine große Bedeutung, und „Israel“ bedeutet offenbar „Gott hält durch“ oder auch „Er hält mit Gott durch“ und steht im Zusammenhang mit „Du hast mit Gott gerungen“.
F: Da Jakob in Gen 32,24.27 mit einem Mann rang, der sich als Engel oder Gott herausstellte – ist Gott nun ein Engel oder ein Mensch?
A: Gott kann sogar als brennender Busch erscheinen, doch das macht Gott nicht zu einer Pflanze. Obwohl Gott überall gegenwärtig ist, kann Er auch eine örtlich begrenzte Gegenwart in jeder von Ihm gewünschten Gestalt annehmen.
So sah es Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.): „Wenn Er [Jesus] wiederum in Seiner eigenen Person spricht, bekennt Er sich selbst als den Lehrer: ‚Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten geführt hat.‘ … Und Er tritt ganz offensichtlich als Jakobs Lehrer in Erscheinung. Dementsprechend sagt Er zu ihm: ‚Siehe, ich bin mit dir, um dich auf dem ganzen Weg zu behüten, den du gehen wirst; und ich werde dich in dieses Land zurückbringen; denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich getan habe, was ich dir gesagt habe.‘ Es heißt auch, er habe mit ihm gerungen. „Und Jakob blieb allein zurück, und da rang ein Mann (der Lehrer) mit ihm bis zum Morgen.“ Dies war der Mann, der den Athleten Jakob gegen das Böse führte, brachte, mit ihm rang und ihn salbte.“ Der Lehrer, Buch 1, Kap. 7, S. 223
F: Hat Jakob in Gen 32,24–32 mit einem tatsächlichen Engel gerungen, oder hat er lediglich mit einem Problem gerungen?
A: Nichts deutet darauf hin, dass wir der Heiligen Schrift hinzufügen könnten, dass es sich nicht um einen echten Engel handelte.
1. Die Bibel wörtlich zu nehmen, ist die einzig ehrliche Art, sie auszulegen
2. Die Bibel wörtlich zu nehmen bedeutet nicht, einen starren, konkreten Wortlaut zu erzwingen
3. Die Bibel wörtlich zu nehmen bedeutet, das Buch so auszulegen, wie es geschrieben wurde.
Zwar interpretierten die Juden Josephus und Philo Jakobs Ringen als Traum, doch Träume führen nicht dazu, dass Hüftgelenke dauerhaft aus der Verankerung gerissen werden.
F: Ist in Gen 32,24–30 der Allah [Gott] des Christentums so schwach, dass Er die ganze Nacht braucht, um mit Jakob zu ringen, wie ein Muslim angemerkt hat?
A: Zunächst einmal war es Gottes Engel (den Jakob als „Mann“ bezeichnete), nicht Gott selbst, der rang. Jakob sagte, er habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, doch Jakob begegnete Gott lediglich durch den Engel. Unabhängig davon sandte Gott diesen Engel, der die Macht hatte, Jakob zu zermalmen.
Wenn ein Vater mit seinem eigensinnigen Zweijährigen ringt und den Zweijährigen sogar manchmal gewinnen lässt, macht ihn das nicht zu einem schwachen Vater. In gleicher Weise war es Gottes Absicht, Jakobs Hartnäckigkeit zu bekämpfen, nicht aber, Jakob und seine Beharrlichkeit zu vernichten. Gott wollte Jakob zu der Erkenntnis führen, wer er war, und ihn nicht töten.
Stellen Sie sich vor, wie großartig es wäre, wenn Ihr Körper derselbe wäre, nur dass er 1.000 Mal stärker wäre. Sie könnten im Sport herausragende Leistungen erbringen, Wände durchbrechen und extrem schnell laufen. Doch jedes Mal, wenn Sie versuchen würden, eine Blume aufzuheben, würden Sie sie zerquetschen; jedes Mal, wenn Sie die Hand eines kleinen Kindes halten würden, würden Sie sie brechen; und jedes Mal, wenn Sie Ihre Ehefrau umarmen würden, müsste sie ins Krankenhaus. Vielleicht ist es doch nicht so gut, wenn Ihre Muskeln einfach nur 1.000 Mal stärker wären.
Gott ist allmächtig, doch Gott besitzt auch Sanftmut und Feingefühl. Gott ist unendlich mächtiger als wir, doch Gott hat eine größere Kontrolle über Seine eigene Kraft als wir über unsere. Zephanja 3,17 gibt ein Beispiel dafür, wie sanftmütig der Allmächtige ist: „Der HERR, euer Gott, ist in eurer Mitte; er ist mächtig, um zu retten. Er wird sich über euch mit Freude freuen; er wird euch mit seiner Liebe beruhigen; er wird sich über euch mit Gesang freuen.“
In 1. Könige 19,11–13 sagt Gott zu Elia, dass er die Gegenwart des Herrn erfahren werde. Sie zeigte sich nicht in dem darauf folgenden starken Wind, dem Erdbeben oder dem Feuer, sondern in einer leisen, sanften Stimme.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Christen einen Gott anbeten, der sanftmütig ist, ohne dabei weniger der Allmächtige zu sein.
F: Kann jemand in 1. Mose 32,30 Gottes Angesicht sehen, da in 2. Mose 33,20 steht, dass niemand dies tun kann und dabei am Leben bleibt?
A: Jakob sah die Erscheinung eines Engels; er hielt ihn zunächst für einen Menschen, und er sah Gott sicherlich nicht von Angesicht zu Angesicht in Seiner Herrlichkeit.
F: Warum, glauben Sie, war Jakob in Gen 32,26 so sehr darauf bedacht, von Gott gesegnet zu werden?
A: Jakob hätte um mehr Reichtum, um Sicherheit oder darum bitten können, dass Esau ihm wohlgesonnen sei, doch Jakob bat direkt um nichts davon. Er bat lediglich darum, dass Gott ihn segnen möge. Jakob erwartete nicht, dass Gott es ihm ermöglichen würde, Esau aus dem Weg zu gehen, sondern er wollte, dass Gott ihn segne, damit er die Begegnung mit Esau lebend überstehen könne.
F: Haben sich Esau und Jakob in Gen 33 und Gen 36,7 getrennt, weil ihr Besitz zu groß war, oder wegen Jakobs Furcht vor Esau?
A: Beides.
F: Hat Jakob in Gen 33,18–19 und Jos 24,32 das Land bei Sichem erworben, oder hat Abraham es erworben, wie es in Apg 7,15–16 und Gen 23,16–20 heißt?
A: Abraham erwarb in Genesis 23,16–20 für Sara Land in Mamre bei Hebron, doch das ist nicht derselbe Ort. Was das in Sichem erworbene Land betrifft, gibt es drei mögliche Antworten.
Jakob und Abraham haben es erworben: Sowohl in Josua 24,32 als auch in Genesis 33,18–19 heißt es, dass Jakob, Abrahams Enkel, derjenige war, der das Land in der Nähe von Sichem erworben hat. Unabhängig davon, ob Abraham anwesend war, um den Kauf des Landes mit dem Geld zu bezeugen, das er an Isaak weitergegeben hatte, oder nicht, könnte man sagen, dass der Stamm Abrahams das Land erworben hat. Auch heute noch kann ein Jugendlicher mit Zustimmung seines Vaters ein Auto auf den Namen seines Vaters kaufen.
Stephanus könnte sich geirrt haben: Da Jakob das Land erwarb, auf dem seine Söhne begraben wurden, Jakob selbst jedoch in Mamre bei Abraham beigesetzt wurde, könnte Stephanus diese beiden getrennten Ereignisse versehentlich miteinander vermischt haben. Selbst wenn Stephanus sich geirrt hätte, wäre die Bibel dennoch unfehlbar. Die Bibel hat einfach – unfehlbar – festgehalten, was Stephanus sagte, Fehler und alles.
Umgebettet: Nachdem sie sich dauerhaft in dem Land niedergelassen hatten, beschlossen sie, Abraham, Sara, Isaak und Rebekka umzubetten, damit sie alle beisammen ruhen konnten.
F: Was erfahren wir in Gen 33,18–19 noch über die Stadt Sichem?
A: Obwohl die Stadt zu Abrahams Zeiten in Trümmern lag, war ihr Standort bekannt. Abraham erwarb nicht die Stadt selbst, sondern Land in der Nähe von Sichem.
Sie wurde immer wieder neu aufgebaut, da sie auf einem Hügel lag, der befestigt werden konnte, und über eine ausgezeichnete Quelle verfügte. Sichem wurde um 1900 v. Chr. wieder aufgebaut, doch Pharao Senusert III. (ca. 1880–1840 v. Chr.) eroberte die Stadt. Sichem wurde um 1750 v. Chr. erneut zerstört. Es wurde wieder aufgebaut, jedoch um 1550 v. Chr. erneut von den Ägyptern zerstört. Es wurde in der Zeit der Amarna-Briefe (1400–1370 v. Chr.) wieder aufgebaut, in denen es als Zentrum des Königs Lab’ayu erwähnt wird, der sich in einem Bündnis mit den „Habiru“-Eindringlingen befand. Es wurde wieder aufgebaut, jedoch 723 v. Chr. von den Aramäern, König Menahem von Israel und den Assyrern zerstört.
F: Wie konnte Gott in Gen 34,13–17 [angeblich] dulden, dass Jakobs Söhne in Bezug auf Dina eine Lüge erzählten?
A: Gott hat dies nicht geduldet, und Jakobs zwei Söhne, die die Sichemiter töteten, wurden dafür verflucht.
F: Wie konnten Simeon und Levi in Gen 34,25–30 allein eine ganze Stadt zerstören?
A: Sie führten den Überfall an, hatten jedoch weitere Diener, angeheuerte Soldaten und/oder Verwandte unter ihrem Kommando.
F: Wie verlief die Abfolge der Ereignisse in Gen 35,1–5?
A: Hier ist die Reihenfolge:
1. Jakob war offenbar nachlässig, was das Zulassen fremder Götzenbilder in seiner Nomadengruppe betraf.
2. Gott sagte Jakob, Er wolle, dass Jakob in Bethel wohne und Ihm einen Altar errichte.
3. Jakob erkannte zu Recht, dass es nicht angebracht wäre, Götzenbilder in ihrer Mitte zu haben, wenn sie Gott einen Altar errichten wollten.
4. Sobald sie sich ganz dem Herrn geweiht hatten, hatten sie von den umliegenden Völkern nichts mehr zu befürchten.
F: Wurden in Gen 35,21 alle Söhne Jakobs in Migdal-Eber geboren, oder kamen sie, wie an anderen Stellen der Genesis beschrieben, bereits früher zur Welt? (Ein liberaler Christ hat dies als Widerspruch angeführt.)
A: In Genesis 35,21–26 heißt es nicht, dass jeder einzelne Sohn Jakobs in Migdal-Eber geboren wurde, zumal in Genesis 35,19–20 berichtet wird, dass Rahel, die Mutter zweier Söhne, gerade erst verstorben war, bevor sie dorthin zogen. Genesis 35,21–26 listet lediglich die Söhne auf, im Anschluss an den Bericht, in dem Israel (= Jakob) sein Zelt jenseits von Migdal-Eber aufschlug.
F: Warum werden in 1. Mose 36 die Nachkommen Esaus so ausführlich aufgezählt?
A: Zugegebenermaßen ist dies nicht das wichtigste Kapitel der Bibel. Auch wenn die einzelnen Namen nicht von Bedeutung sind, lernen wir daraus sechs Dinge.
1. Dies verdeutlicht den Anspruch der Bibel auf historische Genauigkeit und die Sorgfalt im Umgang mit historischen Details.
2. Die Nachkommen Esaus (die Edomiter) und die Israeliten kannten sich untereinander. Im Buch Hiob war Elifas ein Temaniter, ein Nachkomme Temans gemäß Genesis 36,11.15.42 und 1. Chronik 1,45. Später verwendet Jeremia 49,7.20 Teman poetisch als Synonym für Edom.
3. Die beiden verwandten Völker waren, obwohl getrennt, zumindest zu dieser Zeit sehr freundschaftlich zueinander eingestellt. Später ist in Amos 1,9–11 von dem „Brüderbund“ die Rede, den die Edomiter brachen. Dabei handelte es sich nicht um einen formellen Bund, sondern um eine informelle Beziehung aus der Zeit von Genesis 33,4–16.
4. Die Edomiter schlossen sich im Wesentlichen mit den Horitern zusammen, die bereits in Genesis 36,20–29 in dem Land gelebt hatten. Diese Vereinigung ähnelt wahrscheinlich dem, was die Sichemiter den Israeliten vorgeschlagen hatten. Jahrhunderte später gab es tatsächlich eine mächtige Nation im Nahen Osten, die Mitanni oder auch Hurriter genannt wurde und aus einer Vereinigung zweier Völker bestand. Die dominierende Gruppe in dieser Allianz waren die Hurriter, die offenbar aus Indien stammten.
5. Als Kanaan den Israeliten gegeben wurde, gehörten den Edomitern Edom und der Berg Seir. Gott sagte in 5. Mose 2,5, dass Er den Kindern Esaus den Berg Seir gegeben habe.
6. Die Zahl der Nachkommen Esaus, die Vermischung mit den Horitern sowie der frühe Beginn ihrer Herrschaft zeigten, dass das Volk der Edomiter rasch an Macht gewann und später zu mächtigen Rivalen werden könnte.
Hier sind die Schlachten zwischen Edom und Israel aufgeführt.
1. Samuel 14,47 Sie kämpften zu Sauls Zeiten
1. Könige 11,14–22: Die Edomiter unter Hadad kämpften zu Salomos Zeiten
2. Chronik 20,1–23: Die Edomiter schlossen ein Bündnis und kämpften zu Joschafats Zeiten
2. Könige 8,21: Die Edomiter kämpften zu Jorams Zeiten
2. Chronik 28,17: Die Edomiter kämpften zur Zeit Ahas’
Psalm 137,7; Klagelieder 4,21–22; Obadja 10–14: Die Edomiter unterstützten die Babylonier im Kampf gegen Juda.
Maleachi 1,2–5: Um 433 v. Chr., nach der Rückkehr aus dem Exil, waren die Edomiter weiterhin Feinde.
In Hesekiel 25,12–17 warteten die Edomiter nach dem Fall Jerusalems an den Kreuzungen, um die fliehenden Juden zu töten und auszurauben.
F: War Zibeon in 1. Mose 36,2 eine Stadt der Hiviter oder eine Stadt der Horiter, wie es in 1. Mose 36,20 heißt?
A: Es gibt zwei Möglichkeiten:
Schreibfehler: Viele Gelehrte gehen davon aus, dass es sich hierbei um einen Schreibfehler im masoretischen Text handelt, da im Hebräischen „Hivit“ h[i]wwt und „Horit“ h[o]rrt lautet. Die Septuaginta verwendet in Genesis 34,2 und Josua 9,7 den Begriff „Horiter“.
Zwei Bezeichnungen für eine Gruppe oder zwei verschmolzene Gruppen: Auch die Horiter (Hurrer) ließen sich in Palästina in den Gebieten nieder, in denen die Hiviter lebten, wie hurritische Personennamen belegen. Selbst der Fürst von Jerusalem im 14. Jahrhundert v. Chr. trug den hurritischen Namen Abdi-Hepa.
F: Weist der Ausdruck „bevor ein König über die Israeliten herrschte“ in Gen 36,31 darauf hin, dass das Entstehungsdatum in die Zeit Sauls oder später fällt?
A: Nein. Nicht nur konnte Mose wissen, dass es einen König über Israel geben würde (5. Mose 17,14–15), sondern alle Israeliten bis zurück in die Zeit Jakobs wussten aufgrund der Prophezeiung Jakobs in 1. Mose 49,10, dass Israel einen König aus dem Stamm Juda haben würde.
F: Was führte in 1. Mose 37,1–11 dazu, dass Josef ein schlechtes Verhältnis zu seiner Familie entwickelte? Glauben Sie, dass Josef sich dessen bewusst war?
A: Es gab fünf Gründe.
1. Er verriet seine Brüder (Genesis 37,2)
2. Jakob liebte Josef mehr als die anderen (Genesis 37,3).
3. Jakob schenkte Josef, nicht aber den anderen Brüdern, ein verziertes Gewand (Genesis 37,3–4).
4. Nicht, dass Josef den Traum hatte, sondern dass er seinen Brüdern von seinem Traum von den Getreidegarben erzählte (Genesis 37,5–8).
5. Josef erzählte seinen Brüdern und seinem Vater einen weiteren Traum von der Sonne, dem Mond und elf Sternen, die sich vor ihm verneigten (Genesis 37,9–11).
Josef, ein siebzehnjähriger Junge, schien sich überhaupt nicht bewusst zu sein, wie andere Menschen seine Worte auffassen würden. Jakob, der viel älter war, dachte offenbar ebenfalls nie darüber nach, wie er Eifersucht zwischen den Brüdern schüren könnte. Man sollte meinen, Jakob wüsste etwas darüber. Offenbar lernte Jakob die „schlechte Lektion“, einen bestimmten Sohn zu bevorzugen, aber nicht die „gute Lektion“, dass Bevorzugung schlimme Folgen hat.
F: Warum genau hassten Josephs Brüder ihn in Gen 37,1–11 eigentlich?
A: Josephs Brüder dachten wahrscheinlich, dass seine Träume von ihm selbst stammten. Es wäre naheliegend, den Eindruck zu gewinnen, Joseph sei stolz und egoistisch, da sein Vater ihn (und seine Mutter Rahel) mehr liebte.
F: Welche Verhaltensweisen führen heutzutage, wie in Gen 37,1–11 beschrieben, zu schlechten Beziehungen zu anderen?
A: Aus Stolz, Neid oder Bosheit heraus können sie kontrollierend, prahlerisch, verleumderisch oder klatschsüchtig sein. Aus mangelndem Einfühlungsvermögen heraus können sie unsensibel sein. Aus Unsicherheit heraus können sie hinterhältig handeln. Manchmal tun sie diese Dinge absichtlich, und manchmal sind sie sich gar nicht bewusst, dass sie sie tun. Wir haben von Natur aus ein egozentrisches Herz.
Wir brauchen Jesus, um unsere Nächsten wie uns selbst zu lieben und um unsere Nächsten weiterhin wie uns selbst zu lieben.
F: Gibt es in Gen 37,3.23.32 außerbiblische Belege für einen vielfarbigen Mantel?
A: Ja, wenn auch nicht für Josephs tatsächlichen Mantel. Archäologen haben festgestellt, dass „Asiaten“ mit bunten Mänteln auf den Wänden des Grabes eines ägyptischen Adligen namens Khnumhotep abgebildet waren. Siehe „Pharaos und Könige: Eine biblische Suche“, S. 332, 360, für Abbildungen und weitere Informationen.
F: Gibt es in Gen 37,17 außerbiblische Belege dafür, dass Menschen durch das Hinwerfen in Brunnen „verschwinden“ ließen?
A: Ja. In „Can Archaeology Prove the Old Testament?“ (S. 29) heißt es, dass in Dothan (13 Meilen nördlich von Sichem) eine Zisterne mit mehreren Skeletten darin gefunden wurde. Übrigens befanden sich Josephs Brüder in der Nähe von Dothan.
F: Wenn Sie in Gen 37,17 Josephs Brüder fragen würden, warum sie vorhatten, ihn zu töten, was würden sie dann antworten?
A: Josef bringt sie in Schwierigkeiten (Jakob hatte Josef geschickt, um sie zu verpetzen). Josef hatte Jakob einen schlechten (ra’ah) Bericht über sie gegeben, und sie würden Jakob berichten, dass ein böses (ra’ah) Tier Josef gefressen habe.
Sie bezeichneten Josef als Träumer.
Eigennutz und Eifersucht, weil ihr Vater Josef mehr liebte. Wenn die Träume von Gott stammten (wie sich letztendlich herausstellte), dann begünstigte sogar Gott Josef mehr.
Sichem lag etwa 50 Meilen nördlich von Hebron, wo sich Jakob aufhielt. Dothan lag etwa 13 Meilen nördlich davon. Sie waren also wahrscheinlich zu weit von Jakob entfernt, als dass jemand ihm hätte berichten können, was geschehen war.
Es ist ironisch, dass Jakob in seiner Jugend Kleidung benutzte, um seinen eigenen Vater Isaak zu täuschen und sich als Esau auszugeben. Nun sollte Kleidung dazu dienen, ihn durch seine eigenen Söhne zu täuschen.
F: Hatten Josephs Brüder in Gen 37,17 vor, ihn zu töten, oder beschlossen sie, Joseph an midianitische Händler zu verkaufen, wie es in Gen 37,28–29 heißt?
A: Beides trifft zu, denn Menschen können ihre Pläne ändern. Ursprünglich hatten sie vor, Josef zu töten, wobei Ruben jedoch vorhatte, ihn zu retten. Als sie jedoch die midianitischen Händler sahen, kamen sie zu dem Schluss, dass sie mit Josef Geld verdienen könnten, und änderten ihre Pläne. Aus menschlicher Sicht könnte man meinen, Josef hätte ein „Recht“ darauf, darüber verbittert zu sein. Josef folgte jedoch Gott, und die schweren Zeiten machten ihn nicht verbittert, sondern nur besser.
F: Waren die Händler in Gen 37,25 Ismaeliten oder Midianiter, wie es in Gen 37,28 heißt?
A: Aus der Ferne konnten die Brüder nicht erkennen, welches Volk sich näherte oder ob es sich um eine Mischung aus beiden handelte. Für die Brüder spielte das jedoch keine Rolle; sie wollten lediglich das Geld. Sowohl das Wort „Ischmaeliter“ als auch das Wort „Midianiter“ könnte ein Abschreibfehler sein. Oder die Brüder hielten sie für Ischmaeliter, während es sich tatsächlich um Midianiter handelte.
F: War der Preis von 20 Silberschekel in Gen 37,28 für einen Sklaven wie Josef angemessen?
A: Ja. Laut K. A. Kitchen in „Ancient Orient and Old Testament Introduction“, S. 52–53, ist dies der korrekte Preis um 1800 v. Chr. Jahrhunderte zuvor lagen die Preise bei 10 bis 15 Silberschekel, zur Zeit Moses’ bei 30 Silberschekel, und später waren sie teurer. In Hosea 3,2 war ein Sklave etwa 30 Schekel wert. Eine Grafik zur Entwicklung des Sklavenpreises im Zeitverlauf finden Sie in der „Biblical Archaeology Review“, Band 21, Nr. 2, S. 53.
F: Warum hat Gott es Josef in Gen 37,28 nicht leichter gemacht?
A: Gott hätte es Joseph viel leichter machen können. Er hätte Joseph diese Träume nicht geben können; er hätte Joseph seine Brüder retten lassen können, damit diese ihm dankbar wären. Gott bediente sich Josephs, um seine Familie zu retten, als eine große Hungersnot herrschte, doch Gott hätte auch etwas anderes tun können, um sie vor der Hungersnot zu bewahren.
Wir wissen nicht, warum Gott gerade diese Mittel gewählt hat, um Seinen Willen zu verwirklichen. Wir können jedoch feststellen, dass Josephs Trost nicht Gottes vorrangiges Ziel war; Gott nutzte Josephs Zeit auf Erden, um im Leben von Joseph und seinen Brüdern etwas zu bewirken.
F: Warum ist diese Erzählung über Juda und Tamar in Genesis 38,1–21 in der Bibel enthalten?
A: Auf einer Skala von 1 (nicht so schlimm) bis 10 (am schlimmsten), wobei sexuelle Unmoral eine 10 darstellt – wie würden Sie es bezeichnen, wenn jemand absichtlich nie vorhatte, ein Versprechen einzuhalten, auf das sich eine andere Person für den Rest ihres Lebens verlassen hatte? – Es ist sicherlich mehr als eine 1. Daraus können wir mindestens drei Dinge lernen.
1. Damit wir nicht glauben, Juda und die anderen Patriarchen seien gerechter gewesen als alle anderen, führen uns diese und andere Berichte zurück zur Tatsache, dass sie nicht besonders gerecht waren.
2. Die Bibel gibt uns einen ehrlichen, genauen Bericht darüber, wie die Menschen damals lebten. Die Bibel beschönigt ihre Geschichte nicht im Geringsten. Wir können sowohl aus dem, was sie falsch gemacht haben, als auch aus dem, was sie richtig gemacht haben, lernen.
3. Dies verdeutlicht eine Art von Sünde, die auch heute noch vorhanden ist, über die jedoch selten gesprochen wird: die Flucht vor der Verantwortung. In Gottes Augen gilt dies als sehr schwere Sünde, da Onan deswegen getötet wurde. Auch Juda handelte gegenüber seiner Schwiegertochter nicht verantwortungsbewusst und brach sein eigenes Wort. Juda gab seinen Sohn nicht an Tamar zur Ehe, weil er um das Leben seines Sohnes fürchtete und weil er an Gottes Güte zweifelte. Offensichtlich war Juda nicht der Ansicht, dass Onan den Tod verdiente, weil er sich weigerte, seiner Verantwortung nachzukommen.
F: Was bedeuten Zerah/Zarah und Perez/Pharez in Gen 38,29–30?
A: Zunächst zur Bedeutung, dann zwei Anwendungsbeispiele. Strongs, Bibelwörterbücher und Kommentare stimmen alle darin überein, dass Perez/Pharez „Durchbruch“ oder „Durchbruchstelle“ bedeutet. Er durchbrach oder öffnete den Mutterleib. Bei Zerah/Zarah gibt es jedoch eine leichte Meinungsverschiedenheit.
Scharlachrot: Aufgrund des scharlachroten Fadens, der an seiner Hand gebunden war, könnte Zerah daher „scharlachrot“ bedeuten. Nach Ansicht einiger Gelehrter könnte es auch „Helligkeit“ oder „Rötung“ bedeuten.
Aufgehen: Zerah leitet sich nach Ansicht anderer Gelehrter vom hebräischen Wort Zerah ab, das „aufgehen“ bedeutet.
Ein Grund für die Meinungsverschiedenheit findet sich in Strongs Exhaustive Concordance (Wort 2226). Dort heißt es, es sei dasselbe wie 2225 „zerach, zeh’-rakh“ von 2224; ein Aufgehen des Lichts: – Aufgehen.“ 2224 besagt: „zarach, zaw-rakh‘; ein prim. Wurzel; eigentlich: bestrahlen (oder Strahlen aussenden), d. h. aufgehen (wie die Sonne); speziell: erscheinen (als Symptom der Lepra): – aufstehen, (auf)gehen, sobald es aufgegangen ist.“ Das Wort „Zerah“ leitet sich also vom Sonnenaufgang ab und könnte sich entweder auf das tatsächliche Aufgehen beziehen oder auf die scharlachrote Farbe der Morgendämmerung.
Die messianische Abstammungslinie in Matthäus 1,3 erwähnt kurz die Geburten sowohl von Perez als auch von Zerah. Bei Seinem ersten Kommen sagte Jesus in Lukas 12,51, dass Er Spaltung bringen würde. Paulus spricht in 2. Thessalonicher 2,8 von der Herrlichkeit des zweiten Kommens Christi. Somit standen die Zwillinge in der Reihenfolge der beiden Kommen Christi. Andererseits wird in Johannes 1,5.9 erwähnt, dass Jesus das wahre Licht war, das jedem Menschen leuchtet, und dass Er in die Welt kam.
Achan, der in Josua 7 hingerichtet wurde, war ein Nachkomme Zeras. Eine besondere oder gottesfürchtige Abstammung garantiert also nicht, dass jemand notwendigerweise gerecht ist oder dem Gericht entgehen kann. Es heißt: „Gott hat keine Enkelkinder.“ Mit anderen Worten: Entweder ist man ein Kind Gottes oder man ist es nicht. Man kann jedoch keine Beziehung zu Gott beanspruchen, nur weil die eigenen Eltern gläubig sind, nicht aber man selbst.
F: Da die Zehn Gebote in Gen 39,7–10 noch nicht niedergeschrieben waren, was wäre dann falsch daran gewesen, wenn Josef mit der Frau seines Herrn geschlafen hätte?
A: Josef brauchte die Zehn Gebote nicht, um zu wissen, dass er damit das Vertrauen, das sein Herr in ihn setzte, völlig missbrauchen würde. Josef sagte auch, dass dies eine Sünde gegen Gott wäre.
Manche Menschen handeln ausschließlich nach dem Buchstaben des Gesetzes. Doch so handelte Josef nicht, und so sollten auch Christen nicht handeln. Anstatt nur zu fragen: „Komme ich damit durch?“ oder „Gibt es ein absolutes, schwarz-weißes Verbot dafür?“, sollten wir uns vielmehr fragen: „Was würde Gott gefallen?“
Joseph hat nun schon zweimal seinen Mantel verloren! Doch wie jemand einmal sagte: Es ist besser, seinen Mantel zu verlieren und seinen Charakter zu bewahren, als seinen Charakter zu verlieren und seinen Mantel zu behalten.
Es gibt eine interessante arabische Erzählung, die die Denkweise veranschaulicht, sich ausschließlich an den Buchstaben des Gesetzes zu halten. Einst schloss ein Mann einen Pakt mit einem bösen Geist. Beide unterzeichneten ein Dokument, in dem der Geist sich verpflichtete, ihm die schönste Frau, die er sich vorstellen konnte, als Ehefrau zu verschaffen und ihm keinen Schaden zuzufügen. Der Geist verschwand, und später erschien eine schöne Frau, die seine Frau werden wollte. Was der Mann nicht wusste: Die Frau war der Geist in Verkleidung. Eines Nachts bat die „Frau“ den Mann, ihr den Vertrag zu zeigen. Als der Mann den Vertrag in die Hand nahm, sorgte der Geist dafür, dass etwas Kerzenwachs das Wort „nicht“ in „dem Mann keinen Schaden zuzufügen“ überdeckte, und der Geist tötete den Mann.
Es ist interessant, dass für manche ein wenig Kerzenwachs ausreichte, um die Aufhebung des Versprechens, das die beiden gegeben hatten, zu rechtfertigen. Auch heute noch halten es manche Menschen für in Ordnung und angemessen, eine Vereinbarung aus Gründen zu brechen, die kaum stichhaltiger sind. Als wahre Gläubige an Gott halten wir nicht nur unser Wort buchstabengetreu ein, sondern auch den Sinn unseres Wortes, und lassen nicht zu, dass fadenscheinige Gründe als Ausreden für Unehrlichkeit dienen.
F: Gibt es in Gen 39,7–20 noch weitere Geschichten dieser Art?
A: Es gibt nichts, was diesem Fall sehr nahekommt, aber es gibt eine fiktive Geschichte mit einer leichten Ähnlichkeit. Die Vorstellung, dass die Ehefrau fremdgeht, während der Ehemann abwesend ist, ist kein Einzelfall bei Josef. Etwa 600 Jahre später, im 13. Jahrhundert v. Chr., gab es eine ägyptische Erzählung mit dem Titel „Die Geschichte zweier Brüder“, die einige Ähnlichkeiten aufwies. Als der Ehemann abwesend war, versuchte die Ehefrau, seinen Bruder zu verführen, der ihre Avancen jedoch zurückwies. Als der Ehemann zurückkehrte, erhob die Ehefrau eine falsche Anschuldigung gegen seinen Bruder. Schließlich kam die Wahrheit ans Licht, und am Ende wurde die Ehefrau hingerichtet.
F: Wie wurde Josef in Gen 40,15 aus dem Land der Hebräer fortgeführt?
A: Einerseits stammte Josef aus dem Land, das der verheißene und zukünftige Besitz der israelitischen Hebräer war. Andererseits betrachten wir den Begriff „Hebräer“ heute als Synonym für „Israelit“, doch damals war dies nicht der Fall. Ein Hebräer oder „Apiru“ bezeichnete auch einen Nomaden, und Abram wurde als Hebräer bezeichnet. Somit bezog sich der Begriff „Joseph“ entweder auf seine Abstammung von Abraham und sein Leben in Abrahams neuem Land oder darauf, dass er aus einem Land der Nomaden stammte – oder auf beides.
F: Sind Geburtstage in Gen 40,20–22, Mt 14,6 und Mk 6,21 schlecht zu feiern, da die einzigen Geburtstage, die [angeblich] in der Bibel vorkommen, jene sind, an denen der Pharao den Bäcker hinrichten ließ und Herodes Johannes den Täufer hinrichten ließ?
A: Nein. Die Zeugen Jehovas versuchen, ein „Argument aus dem Schweigen“ heranzuziehen, um Geburtstagsfeiern zu verbieten. Sowohl der Pharao als auch Herodes waren grausame, willkürliche Herrscher, die Menschen auch an Tagen töteten, an denen kein Geburtstag war; es gibt jedoch zwei gewichtigere Gründe, warum es in Ordnung ist, einen besonderen Tag zur Feier der Geburt eines Menschen zu begehen.
Hiob war ein gottesfürchtiger Mann, und seine Söhne „veranstalteten abwechselnd Feste in ihren Häusern“ (Hiob 1,4). Im Hebräischen heißt es wörtlich, dass jeder dies „an seinem Tag“ tat, und dieser Ausdruck bedeutet den eigenen Geburtstag, wie aus Hiobs Verfluchung „seines Tages“ (hebräisch) hervorgeht, die die BSB in Hiob 3,1–3 mit „dem Tag seiner Geburt“ wiedergibt.
Zudem verkündete der Engel Gabriel, dass sich viele über die Geburt Johannes des Täufers freuen würden (Lukas 1,14), und wenn Engel in Lukas 2,13–14 die Geburt Jesu feiern durften, ist es auch für uns in Ordnung, Seine Geburt zu feiern.
F: Wie konnte der Mundschenk in Gen 40,23 Josef so leicht vergessen?
A: Zu jener Zeit machte sich der Mundschenk Gedanken darüber, was der Traum zu bedeuten hatte. Doch nachdem er wieder in seine Position eingesetzt worden war, kam er zu dem Schluss, dass nicht Josef ihn wieder eingesetzt hatte und dass Josef ihm nun keinen Nutzen mehr brachte; daher konzentrierte er sich darauf, was und wer ihm nützen könnte. Er vergaß sowohl seine Dankbarkeit gegenüber Josef als auch sein Versprechen an Josef, sich an ihn zu erinnern und ihn beim Pharao zu erwähnen. Von seinen Brüdern, der Frau des Potifar und dem Mundschenk wurde Josef misshandelt, verleumdet und vergessen. Doch Gott konnte trotz der Vergesslichkeit des Mundschenks dennoch handeln; es sollte nur zwei volle Jahre dauern. Es ist interessant, dass Josefs Erstgeborener Manasse hieß, was laut dem „Evangelischen Bibelkommentar“ (S. 33) „vergessen“ bedeutet. Die Eifersucht von Josephs Brüdern, die Rufmordkampagne der Frau des Potifar und die Vergesslichkeit des Mundschenks waren unbedeutend im Vergleich zu dem entscheidenden Vers dieses Kapitels: Genesis 41,32, in dem es heißt, dass die Angelegenheit „von Gott beschlossen worden ist“.
F: Warum befinden sich in Gen 41,18 Kühe im Fluss?
A: An den meisten Orten würden Kühe nicht im Fluss verweilen. In Ägypten jedoch halten sich Kühe oft dort auf, um Abkühlung vor der Hitze zu finden und sich ein wenig vor Fliegen zu schützen. Doch ein Verfasser hätte in Ägypten gelebt haben müssen, um dies zu wissen.
F: Warum sollte der Pharao in Gen 41,32 einen Nicht-Ägypter zum Stellvertreter ernennen?
A: Auch wenn Könige manchmal seltsame Dinge tun, war dies in diesem Fall durchaus sinnvoll. Hätte Josef versucht, zu rebellieren, wären die Ägypter ihm nicht gefolgt. Es ist überliefert, dass Kanaaniter wie Meri-Ra, Ben-Mat-Ana und ein semitischer Stellvertreter namens Yanhamu unter Amenhotep III. hohe Ämter am ägyptischen Hof innehatten. (Amenhotep III. wurde Pharao, nachdem die Israeliten Ägypten verlassen hatten.) In viel späterer Zeit besetzten die türkischen Osmanen häufig hohe Hofämter mit Armeniern, da sie wussten, dass das Volk niemals einen Nicht-Muslim unterstützen würde, der versuchte, die Macht an sich zu reißen.
F: War Josephs ägyptischer Name „Zaphenath-Paneah“ in Gen 41,45 ein Titel oder ein ägyptischer Name?
A: Er bedeutete wahrscheinlich „der, der Leben genannt wird“ oder etwas Ähnliches. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Ägypter einen solchen Titel trugen; daher handelte es sich wahrscheinlich um einen Namen. Der Pharao wollte vermutlich, dass Josef vor vielen seiner Beamten ägyptischer wirkte. Das bedeutet jedoch nicht, dass Josef seinen ursprünglichen Namen aufgegeben hätte. Es ist in etwa so, wie wenn Menschen aus China in den Westen kommen: Oft nehmen sie einen westlichen Namen an, und wenn Menschen aus dem Westen nach China gehen, nehmen sie oft einen chinesischen Namen an.
F: Gibt es in Gen 41,45 außerbiblische Belege für Josephs ägyptischen Namen Zaphenath-Paneah?
A: Ja. Zwar sind den Gelehrten keine Namen der Wesire Ägyptens aus den Jahrhunderten um Josephs Zeit bekannt, doch haben Archäologen einen Zusammenhang entdeckt.
Zaphenath: Josephs ägyptischer Name in Genesis 41,45 wurde uns wahrscheinlich mit vertauschten „t“ und „p“ überliefert. „Zat-en-aph“ bedeutet „der, der genannt wird“, was eine gebräuchliche Formulierung war. Der Papyrus Brooklyn 35.1446 enthält zahlreiche Beispiele für Asiaten, denen ägyptische Namen gegeben wurden. Viele dieser Namen beginnen mit „der/die, der/die genannt wird“.
Paneah: „Pa“ oder „Pe“ würde dem ägyptischen „Ipi“ oder „Ipu“ entsprechen. „anea“ ähnelt dem ägyptischen „ankh“, was „Leben“ bedeutet, oder „ankhu“, was „ist lebendig“ bedeutet. Das Buch „Pharaos und Könige: Eine biblische Suche“ (S. 350) kommt zu dem Schluss, dass der Name „Ipiankhu“ und Varianten davon zur Zeit Josephs gebräuchlich waren, früher oder später jedoch nicht sehr verbreitet waren.
F: Wenn man sich in Gen 41,45 daran erinnert, wie Isaak seine Frau bekam und wie Jakob seine Frau bekam – worin unterscheidet sich die Art und Weise, wie Josef seine Frau bekam? Wie ging Josef damit um?
A: Der Pharao war kein Gläubiger, und Josephs Frau war es wahrscheinlich auch nicht, zumindest anfangs. Wir sehen keine besondere Sorgfalt seitens gläubiger Menschen bei der Auswahl einer Frau für Joseph; dennoch kam Joseph damit zurecht. So wie Gott Adam die Herrschaft über das Land und eine Frau gab, so gab der Pharao Joseph die Herrschaft über das Land und eine Frau.
Übrigens sind Potifar und Potifara wahrscheinlich nicht dieselbe Person. In Ägypten gibt es ein Denkmal, die sogenannte Potifar-Stele, auf der steht: „Potifar, Sohn von ‚Ank h-Hor“. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um keinen dieser beiden Männer; vielmehr war „Potifar“ ein gebräuchlicher Name.
F: In Gen 41,53–57: Inwiefern war Josef ein Vorbild für Christus?
A: Josef litt selbst, damit er für das gesamte Volk Gottes sorgen konnte. Von dem Zeitpunkt, als Josef als Sklave verkauft wurde, bis zu dem Zeitpunkt, als er zum Stellvertreter aufstieg, vergingen etwa 13 Jahre. Während dieser Zeit musste Josef geduldig sein, obwohl es für ihn keine äußeren Anzeichen dafür gab, dass sich seine Lage jemals verbessern würde. Denken Sie daran, wie geduldig Gott mit uns ist!
F: Hat das, was Josef in Gen 41,57 widerfuhr, Josef letztendlich zum Vorteil gereicht?
A: In diesem Fall kam es ihm in zweiter Linie zugute, da er sich nicht in Kanaan befand, als die Hungersnot ausbrach. In erster Linie war es jedoch nicht zu Josephs Nutzen gedacht; schließlich hätte Joseph sich einfach nach Syrien zurückziehen und dort allein leben können, so wie es Jakob tat. Nein, der Hauptnutzen galt den 70 Menschen seines Clans. Gott brachte diese Not nicht in erster Linie zu Josephs Nutzen über ihn, sondern zum Wohle seiner Familie.
Andererseits profitierte Josef auf andere Weise in hohem Maße davon. Stellen Sie sich vor, Josef wäre in Kanaan oder Syrien geblieben und hätte sein ganzes Leben lang nichts unternommen. Er hätte vielleicht immer noch einen aufrechten Charakter, würde aber ohne diese Erfahrungen, die ihn geprägt haben – auch wenn diese Prägung zuweilen schmerzhaft war –, in der Bibel nicht als großer Held des Glaubens gelten.
F: Da in Gen 41,57 die Hungersnot in der ganzen Welt schwerwiegend war, warum herrschte dann nicht überall auf der Welt Hungersnot?
A: Dieser Satz drückt aus, dass die Hungersnot auch außerhalb Ägyptens schwerwiegend war.
F: Was lernte die Familie in Gen 42,3–4 über Bevorzugung?
A: Im Fall Jakobs offenbar nichts. Er schickte Benjamin nicht mit den anderen auf diese Reise, weil es den Anschein machte, als liebe er Benjamin mehr als die anderen. In Jakobs Vorstellung waren seine verstorbene Frau Rahel, sein (als verstorben geltender) Sohn Josef und Benjamin miteinander verbunden, und er wollte den Letzten von ihnen nicht verlieren. Offenbar galten die anderen Brüder als eher entbehrlich. Das war eine schreckliche Art, Eltern zu sein.
Allerdings hatten die Brüder ein schlechtes Gewissen gehabt, nachdem sie Josef fortgeschickt und dies all die Jahre vor ihrem Vater geheim gehalten hatten. Doch da Jakob ihnen gegenüber ungerecht war und sich daran nichts ändern würde, hatten sie inzwischen gelernt, damit zu leben.
F: Warum verkauften ägyptische Beamte in Gen 42,7 Getreide?
A: Unter Josephs Führung hatte Ägypten Nahrungsvorräte für die schwere Hungersnot angelegt. Entweder hatte die ägyptische Regierung den Bauern mehr abgenommen, als sie benötigte, oder einige Ägypter hatten weniger, als sie benötigten, weil sie das Getreide des Volkes mit Gewinn verkauften. Jahrtausende später war es nur allzu häufig der Fall, dass Nahrungsmittel mit beträchtlichem Gewinn exportiert wurden, während die Bauern, die diese Nahrungsmittel produzierten, verhungerten.
F: Warum erkannten Josephs Brüder ihn in Gen 42,8 nicht?
A: Nichts deutet darauf hin, dass dies ein Wunder oder etwas Übernatürliches war. Zuletzt hatten sie einen hilflosen, verängstigten siebzehnjährigen Jungen mit Bart gesehen, und nun sahen sie einen wohlhabenden, mächtigen 30-jährigen Mann, der – wenn er den ägyptischen Bräuchen folgte – keinen Bart tragen würde. Selbst wenn Menschen eine Ähnlichkeit bemerken, kommen sie oft zu dem Schluss, dass es sich nicht um dieselbe Person handeln kann, wenn die Umstände es unmöglich erscheinen lassen, dass es sich um dieselbe Person handelt.
F: Warum behandelte Josef in Gen 42,6–20 seine entfremdeten Brüder auf diese Weise?
A: Auch wenn die Bibel diese Vorgehensweise weder gutheißt noch kritisiert, erwies sie sich für Josef als klug. Josef wollte wissen, welche Haltung sie gegenüber dem anderen Sohn seiner Mutter einnahmen und was sie im Laufe der Jahre gelernt hatten. Er wollte sehen, was in ihren Herzen vor sich ging, bevor er ihnen sein Herz öffnete.
Auch wenn heute wahrscheinlich niemand mehr in derselben Situation sein wird, gilt dennoch der allgemeine Grundsatz, dass man versuchen sollte, etwas über das Herz eines Menschen zu erfahren, bevor man ihm sein Vertrauen schenkt. In einem anderen Zusammenhang sagte Jesus in Matthäus 7,6, man solle seine Perlen nicht vor die Schweine werfen.
F: Warum fühlten sie sich in Gen 42,21–23 hier so von Schuldgefühlen geplagt?
A: Dies war ein großes Geheimnis, das nur die Brüder kannten. (Sie wussten nicht, dass Josef vor ihnen stand und Hebräisch verstand.) Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Geheimnis aus Ihrer Vergangenheit, das an Ihnen nagt – etwas, das Sie jemandem angetan haben, der Ihnen nahesteht, und das Sie dieser Person nicht anvertrauen können. Denken Sie daran, wie schwer es für die Brüder all die Jahre wegen ihrer Sünde gewesen sein muss.
Ruben hatte bereits in Genesis 37,21–22 die Idee, Josef zu retten. Ruben war in Genesis 37,29 nicht damit einverstanden, Josef zu verkaufen, aber er willigte ein, Josefs Gewand zu nehmen und es in Blut zu tauchen. Hier war Ruben zwar ebenso von Schuldgefühlen geplagt wie die anderen, hatte aber auch eine „Ich-habe-es-ja-gesagt“-Haltung und gab ihnen die Schuld.
F: Wie, glauben Sie, haben sie sich in 1. Mose 42,25–28 gefühlt, als sie das Silbergeld wieder im Sack sahen, nachdem sie den Schock erlebt hatten, Simeon im Gefängnis zurücklassen zu müssen?
A: Genesis 42,28b hat es wahrscheinlich noch untertrieben, als es hieß: „Ihr Herz sank ihnen in die Hose.“ Sie hatten Mitleid mit Simeon, und sie hatten Mitleid mit ihrem Vater, und sie fürchteten sich davor, es ihrem betagten Vater mitzuteilen. Jakob sagte später, dass, sollte auch Benjamin verloren gehen, „ihr meine grauen Haare in Trauer in die Unterwelt hinabbringen werdet“ (Genesis 42,38b).
Rubens Plan war es, allein mit Benjamin und dem Silber nach Ägypten zurückzukehren und zu versuchen, Simeon zurückzuholen. Doch Jakob liebte Benjamin mehr, als dass er versucht hätte, Simeon zurückzuholen.
F: Warum sagte Ruben in Gen 42,37: „Ihr dürft meine beiden Söhne töten, wenn ich ihn nicht zu euch zurückbringe“?
A: Jakob hatte keinerlei Interesse daran, eines seiner Enkelkinder zu töten. Ruben sagte dies nur, um Jakob zu überzeugen. Es ist jedoch eine etwas seltsame Beziehung, in der Ruben Jakob einen solchen Handel anbieten würde. Es scheint, dass, obwohl Jakob die Wahrheit über Josef nicht kannte, zwischen Jakob und seinen Söhnen nicht viel Vertrauen herrschte. Leider trifft dies auch heute noch auf manche Familien zu.
F: In Gen 43–44 wurden die Brüder auf die Probe gestellt. Warum wurden sie auf die Probe gestellt?
A: Betrachten wir diese Situation einmal aus Josephs Perspektive. Eines Tages, nach so vielen Jahren, tauchten Josephs Brüder an seinem Hof auf und baten um Hilfe. Was wusste Joseph zu diesem Zeitpunkt über sie und ihren Charakter? Das Einzige, was Joseph zu diesem Zeitpunkt wusste, war, dass es sich um dieselben Brüder handelte, die eigentlich liebevoll sein sollten, die jedoch darüber beraten hatten, wie sie ihn töten könnten, und ihn dann in die Sklaverei verkauft hatten. Ach ja, und sie wussten, wie man jemanden gut fesselt. Wir wissen nicht, ob Joseph der Gedanke an Rache durch den Kopf ging oder nicht, aber für andere Menschen wäre das vielleicht ganz natürlich gewesen. Was sollte Joseph tun?
Joseph empfand keinerlei Freude daran, seine Brüder zu täuschen. Doch Joseph stand vor einer schwerwiegenden Entscheidung: Hätten sich seine Brüder seit der Zeit, als sie ihn in die Sklaverei verkauft hatten, nicht geändert, sah er keinen Grund, ihnen Rettung zu gewähren.
Im „Bible Knowledge Commentary: Altes Testament“, S. 93–94, heißt es: „Joseph, dem es bereits bei den beiden vorangegangenen Besuchen brillant gelungen war, Spannungen zu erzeugen, setzte nun seinen Geniestreich ein. Er stellte ihre Sorge um Benjamin auf die Probe, um sie dazu zu bringen, ihr eigenes Unrecht zu erkennen. Würden sie diese Prüfung nicht bestehen, hätten sie kein Mitgefühl für diesen zweiten Sohn Rachels, dann hätten sie keinen Anteil an der Erfüllung der Verheißungen. Gott könnte von vorne beginnen und Josef zu einem großen Volk machen, sollten sich die anderen als unwürdig erweisen (vgl. 2. Mose 32,10).“
F: Wann sollten wir in Gen 44 andere auf die Probe stellen? Wie sollten wir andere in der Regel auf die Probe stellen?
A: Prüfen Sie Ihre Brüder und Schwestern gewöhnlich auf diese Weise? – Ich hoffe nicht. Auch wenn wir nicht erleben, dass gottesfürchtige Menschen andere so streng prüfen wie Josef es tat, müssen Menschen doch befragt und auf ihre Führungsfähigkeit hin geprüft werden. Menschen können aus solchen Prüfungen lernen, doch das ist nicht der Hauptpunkt. Der Hauptpunkt besteht darin, festzustellen, ob man der Person eine Aufgabe anvertrauen kann oder ob man darauf vertrauen kann, dass sie die gesunde Lehre vermittelt.
In 1. Timotheus 3,10 heißt es: „Außerdem müssen sie zunächst geprüft werden. Sind sie dann untadelig, sollen sie als Diakone dienen.“ In Offenbarung 2,2 wird die Gemeinde in Ephesus lobend erwähnt: „Ihr habt jene geprüft und als Lügner entlarvt, die fälschlicherweise behaupten, Apostel zu sein.“ In Römer 16,10 wurde Apelles geprüft und für gut befunden; allerdings war es wahrscheinlich Gott, der diese Prüfung durchführte.
Andererseits ist es falsch, jemanden, der die Prüfung bestanden hat, unter dem Vorwand einer weiteren Prüfung in eine Falle zu locken. Die Pharisäer handelten falsch, als sie kamen, um Jesus auf die Probe zu stellen, indem sie in Markus 8,11 und Lukas 11,16 ein Zeichen von ihm verlangten.
Sie stellten Jesus in Matthäus 16,1 und 22,35 mit Fragen auf die Probe.
Naomi stellte Ruth und Orpa in Ruth 1,11–15 auf die Probe. Es hatte keinen Sinn, dass sie nach Israel gingen, ein Land, das sie noch nie gesehen hatten, nur weil sie Naomi mochten. Wenn sie nicht demselben Gott folgten, sollten sie einfach dort bleiben, wo sie waren.
König Saul wurde in 1. Samuel 13,7b–14 auf die Probe gestellt, doch es ist unklar, ob Samuel sich versehentlich um einige Stunden verspätete oder ob er absichtlich einige Stunden zu spät kam.
Ich habe einmal gelesen, dass zu Zeiten der Sowjetunion einmal einige Soldaten ohne Uniform und mit Waffen in einen unterirdischen Gottesdienst stürmten, gerade als dieser beginnen sollte. Sie fragten, wer die Christen seien, und sagten, alle Nichtchristen dürften gehen. Dann legten sie ihre Waffen nieder und nahmen ebenfalls am Gottesdienst teil; sie wollten alle Spione aus dem Gottesdienst entfernen.
F: In Gen 44,2–13: Inwiefern ähnelt der silberne Becher in Benjamins Sack dem Vorfall, als Rahel die Götzenbilder ihres Vaters stahl?
A: Die Brüder kannten möglicherweise die Geschichte, wie Rahel die Götzenbilder ihres Vaters Laban gestohlen hatte. Laban und Jakob hatten vereinbart, dass jeder, bei dem diese Götzenbilder gefunden würden, getötet werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt wussten sie noch nicht, dass Rahel sie gestohlen hatte. Wenn Laban und Jakob sich auf diese Strafe geeinigt hatten, welche Strafe würde dann der hohe Beamte Ägyptens für den Diebstahl von etwas verhängen, das ihm (offenbar) sehr am Herzen lag und einen hohen Geldwert hatte?
F: Wie konnte Josef, ein gottesfürchtiger Mann, in Gen 44,5 behaupten, Wahrsagerei zu betreiben?
A: Es heißt nicht, dass Josef diesen Becher jemals benutzt habe, sondern nur, dass er seinen Brüdern sagte, er benutze diesen Becher zur Wahrsagung. Nach Genesis 44,15 schien Josef sich offenbar keine großen Sorgen um den Becher zu machen. Wir sollten keine Wahrsagerei betreiben (5. Mose 18,10) und selbst den Anschein des Bösen vermeiden (2. Korinther 8,21; 1. Thessalonicher 5,22), und selbst Josef war kein vollkommener Mensch.
Im „Evangelischen Kommentar zur Bibel“ (S. 34) heißt es, dass die Wasserwahrsagung in Ägypten verbreitet war. Man betrachtete die Wassertropfen und stellte Vorhersagen an.
F: Welche vier Gründe gibt es in Gen 45,3 dafür, dass Josephs Brüder sprachlos waren?
A: Die Brüder waren erstens sprachlos, weil sie unter Schock standen – nicht nur, weil sie Josef sahen, sondern auch wegen seiner Stellung. Zweitens waren sie sprachlos, weil sie entlarvt worden waren, und drittens, weil sie darüber nachdachten, was nun mit ihnen geschehen würde. Viertens hatten sie gesagt: „Willst du etwa über uns herrschen?“ (Gen 37,8). Nun herrschte Josef über ganz Ägypten (Gen 45,8).
F: In Gen 45,5.8; 50,19–20 – wer, so sagte Josef, habe ihn nach Ägypten geschickt? Warum?
A: Wie oft haben Sie schon gehört, dass es für jemanden gut ausgegangen ist, der einen Mord geplant hatte? Für die Brüder ist es gut ausgegangen.
Josef sagte ausdrücklich, es seien nicht die Brüder gewesen, sondern Gott. Josef erkannte, dass seine Schwierigkeiten und schweren Zeiten von Gott kamen, und er lobte Gott dafür, denn erst jetzt, und nur jetzt, sah Josef das Ergebnis.
F: Wurden die Israeliten in Gen 45,6 und Gen 47,28 zu Sklaven, während Josef noch lebte?
A: Ja. Betrachtet man Genesis 37,2; 41,1; 41,29–39; 45,6; 47,28, so waren die Israeliten während 71 Jahren von Josephs 110-jährigem Leben in Ägypten. Die Hebräer wurden also zu Sklaven, während Joseph noch lebte, denn sie waren 400 Jahre lang Sklaven in Ägypten und insgesamt 430 Jahre in Ägypten.
F: Versklavt Gott in 1. Mose 45,8 und 50,19 fromme Menschen? Hat Gott Josef oder Josefs Brüder versklavt?
A: Dies ist ein Beispiel für das theologische Konzept der „Konkurrenz“. Gott wusste nicht nur, zu welchen bösen Taten sie sich in dieser Situation frei und freiwillig entschließen würden, sondern Er ermöglichte es ihnen auch, sich in dieser Situation zu befinden und die Absichten ihres Herzens auszuführen. Darüber hinaus plante Gott ihr Böses und nutzte es, um Gutes zu bewirken. Wie es in Römer 8,28 heißt: „… Gott wirkt alles zum Guten für diejenigen, die Ihn lieben …“ Zu „allem“ gehören auch böse Dinge.
F: Welche zwei Gründe gibt es in 1. Mose 45,25–28 dafür, dass Jakob fassungslos ist, als er hört, dass Josef noch lebt?
A: Erstens glaubte er, mit Sicherheit zu wissen, dass Josef tot sei; schließlich hatte er den blutbefleckten bunten Mantel gesehen. Zweitens würde er – sei es jetzt oder später – fassungslos sein, wenn er herausfände, dass sich seine zehn Söhne alle verschworen hatten, ihn über zwanzig Jahre lang zu täuschen.
F: Spricht Gott in Gen 46,3–4 zu Jakob als Einzelperson oder zu seinen Nachkommen?
A: Beides. Gott verbindet beides, wenn er Jakob sagt, dass „ihr“ zu einem großen Volk gemacht werdet. Jakob starb zwar in Ägypten, doch sein Leichnam wurde zur Bestattung nach Palästina zurückgebracht. Dies war ein Zeichen dafür, dass „ihr“ – im Plural – 430 Jahre später aus Ägypten herauskommen würdet.
F: Wie reagierte Jakob in Gen 46,1–6 auf diese schockierende Nachricht?
A: Zunächst willigte er ein, nach Ägypten hinabzuziehen, wie es seine Söhne vorgeschlagen hatten. Vielleicht sah er angesichts der Hungersnot in Kanaan keine andere Wahl. Doch bevor Jakob aufbrach, begab er sich nach Beerscheba, wo sie einen Altar errichtet hatten und Gott Opfer darbrachten (Genesis 46,1). Beerscheba lag mehr oder weniger in derselben Richtung wie Ägypten, sodass er durch den Abstecher zum Altar wohl nur eine kurze Verzögerung hatte. Dann gab Gott Jakob in jener Nacht eine Vision und sagte ihm in Genesis 46,3, er solle keine Angst haben, nach Ägypten hinabzuziehen. Dies steht im Gegensatz zu Genesis 26,2, wo Gott Isaak sagte, er solle nicht nach Ägypten hinabziehen. Daraufhin eilten Jakob und sein Stamm nach Ägypten. Später trat Jakob vor den Pharao und segnete ihn in Genesis 47,7.10.
Interessanterweise heißt es in Genesis 46,4, dass Jakob wieder heraufgebracht werden würde. Natürlich wurden sowohl seine Nachkommen als auch sein Leichnam aus Ägypten heraufgebracht, obwohl Jakob dort starb. Doch Gott erwähnte, dass Jakob sterben würde, denn Er sagte in Genesis 46,4, dass Josef seine Hand auf Jakobs Augen legen würde, um sie ein letztes Mal zu schließen.
F: Warum starb Jakob in Genesis 46,4 in Ägypten, obwohl Gott versprochen hatte, ihn von dort herauszuführen?
A: Die Menschen dachten sowohl an ihre Nachkommen als auch an sich selbst. Jakobs Nachkommen wurden aus Ägypten herausgeführt. Darüber hinaus wurde Jakobs Leichnam gemäß Genesis 50,13–14 aus Ägypten herausgeführt.
F: Sind es in 1. Mose 46,8–27 zwölf, dreizehn oder vierzehn Stämme?
A: Es gab 12 Söhne Israels (10 + Levi + Josef)
Es gab 12 Kampfverbände und Stämme mit Land (10 + Josephs zwei Söhne Manasse und Ephraim, jedoch nicht Levi).
F: Ich würde gerne wissen, wer die 11 Söhne waren, die Jakob im Land Israel hatte (Gen 46,8–27), und wer ihre Ehefrauen waren. Im Buch Exodus der Bibel wird bestätigt, dass 70 Menschen, einschließlich Jakob, nach Ägypten zogen. Können Sie mir eine Liste davon erstellen?
A: Eigentlich handelt es sich beim „Exodus“ um ein anderes Ereignis, nämlich den Auszug aus Ägypten. Um jedoch Ihre Frage zu beantworten: Die elf Söhne Jakobs sind:
Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Sebulon, Gad, Asser, Benjamin, Dan und Naftali. Natürlich war Josef Jakobs Sohn, doch Josef lebte in Ägypten, nicht im Land Israel.
Jakobs Nachkommen, die nach Ägypten zogen, sind in Genesis 46,8–27 aufgeführt; dort sind jedoch diejenigen nicht aufgeführt, die nicht biologisch mit Jakob verwandt waren. Die Söhne und männlichen Nachkommen Jakobs, die damals nach Ägypten reisten, waren 64 Männer. Jakobs Tochter Dina und Asers Tochter Serah zogen ebenfalls mit. Rechnet man vier weitere Personen hinzu – Josef, seine beiden Söhne Ephraim und Manasse sowie Jakob –, ergibt dies insgesamt 70 aufgeführte Personen. Natürlich wären auch Ehefrauen und andere mitgereist, und die Bibel sagt nicht, dass nicht mehr als 70 Menschen mitgereist seien, sondern lediglich, dass 70 Nachkommen Jakobs, einschließlich Jakob selbst, mitgereist seien.
F: Gibt es in Gen 46,33 irgendwelche außerbiblischen Belege dafür, dass Hirten den Ägyptern verhasst waren?
A: Wir haben zwar keinen direkten Beweis, aber wir verfügen über einige Hinweise.
1. Als die fremden Hyksos über Ägypten herrschten, bezeichneten die späteren Ägypter die verachteten fremden Herrscher als „die Hirtenkönige“.
2. Archäologen gehen davon aus, dass zur Zeit Josephs eine große Gruppe von Asiaten im Nildelta lebte. Die Analyse von Schafsknochenresten ergab, dass asiatische Siedler etwa zu dieser Zeit erstmals langhaarige Schafe in die ägyptische Nildelta-Region brachten.
F: Wie konnte Jakobs Familie in Gen 47,11 in der Region von Ramses leben, obwohl die Stadt Ramses zu diesem Zeitpunkt noch nicht erbaut war?
A: Sie ließen sich in der Region des Nildeltas nieder, wo die hebräischen Sklaven später die Stadt Ramses errichten sollten. Auch wenn sie zu der Zeit, als Jakob sich dort niederließ, noch nicht unter diesem Namen bekannt war, war die Stadt Ramses bereits erbaut, als Mose das Buch Genesis verfasste.
F: Wie konnte Gott in Gen 47,20–21 gutheißen, dass Josef das Volk Ägyptens dem Pharao als Sklaven unterwarf?
A: Gott äußerte sich nicht dazu, ließ jedoch diese Einkommenssteuer in Höhe von 20 % in Genesis 47,23–26 zu.
F: Hat Jakob in Gen 47,31 am Kopfende seines Bettes gebetet oder sich, wie in Hebr 11,21 beschrieben, auf seinen Stab gestützt?
A: Zwar könnte man im Bett liegen und sich auf einen Stab stützen, um sich aufzusetzen und zu sprechen, doch gibt es eine einfachere Erklärung. Die Konsonanten für „Bett“ und „Stab“ sind im Hebräischen identisch, und das Alte Testament wurde ursprünglich nur mit Konsonanten geschrieben. Der masoretische Text fügte die Vokale hinzu, um daraus „Bett“ zu machen, während die Septuaginta dies als „Stab“ übersetzte. Hebräer 11,21 lautet im Griechischen „Stab“.
F: Welche Bedeutung hatte es in Gen 48,5, dass Jakob sagte, Manasse und Ephraim gehörten ihm an?
A: Offenbar wurden Manasse und Ephraim bei der späteren Aufteilung des Landes derselben Kategorie zugeordnet wie Jakobs leibliche Söhne. Daher erhielten die Nachkommen Josephs zwei Landanteile statt nur einem. Oftmals erhielt der Erstgeborene einen doppelten Anteil. Obwohl Joseph chronologisch gesehen nicht der Erstgeborene war, war ihm das Erstgeburtsrecht übertragen worden.
F: Wie haben sich diese Prophezeiungen in Gen 49 und Dtn 33 erfüllt?
A: Für jeden Sohn wird zunächst eine Zusammenfassung der Prophezeiungen gegeben und anschließend deren Erfüllung beschrieben. Im Allgemeinen enthält Genesis 49 zahlreiche Prophezeiungen, während das Deuteronomium in den Gebeten Mose nur wenige Hinweise auf die Zukunft enthält.
Ruben, obwohl biologisch der Erstgeborene, würde nicht länger herausragend sein. Ruben ließ sich auf der Ostseite des Jordan nieder und war nie ein großer Stamm. Laut der „Encyclopedia of Bible Difficulties“, S. 103, unterwarf Moab Ruben im 9. Jahrhundert (900–800 v. Chr.), wie aus einer Inschrift auf dem Moabitischen Stein (850 v. Chr.) hervorgeht. Dies geschah nach der Zeit Salomos, zwischen den Regierungszeiten von Asa und Joas in Juda.
Simeon würde in Israel zerstreut werden. Simeon ließ sich in der Mitte Judas nieder (Richter 1,3), und die Stämme verloren einen Großteil ihrer Stammesidentität, als sie innerhalb Judas zerstreut wurden.
Auch Levi sollte in Israel zerstreut werden. Den Leviten wurde kein Land zugeteilt, sondern lediglich Städte, in denen sie in ganz Israel leben sollten. Sie sollten die Lehrer Israels sein. In der Zeit des geteilten Königreichs zogen viele von ihnen nach Süden, nach Juda.
Juda wird von seinen Brüdern gepriesen werden, seine Hand wird auf dem Nacken seiner Feinde liegen, und andere Söhne werden sich vor ihm verneigen. Juda wird wie ein Löwe sein. Das Zepter wird nicht von ihm weichen, bis Shiloh kommt. David und die nachfolgenden Herrscher des Südreichs stammten alle aus dem Stamm Juda. Jesus stammte aus Davids Nachkommen, sowohl biologisch über Maria als auch „rechtlich“ durch seinen Adoptivvater Josef. Genesis 49,10–12 sind gemäß dem Targum Jonathan, dem Targum Pseudo-Jonathan, dem Targum Onkelos und dem babylonischen Talmud messianisch.
Sebulon wird am Meer wohnen, und seine Grenze erstreckt sich bis nach Sidon in Phönizien. Diese Prophezeiung über ihren Wohnort hat sich erfüllt.
Issachar würde an einem guten und behaglichen Rastplatz leben und Zwangsarbeit verrichten. Issachar war zusammen mit den anderen nördlichen Stämmen unter assyrischer Herrschaft im Jahr 732 v. Chr. der Herrschaft von Fremden unterworfen.
Dan wird Gerechtigkeit walten lassen, wie eine bösartige Schlange. Wie ein Löwenjunges würde er aus Baschan hervorspringen. Dan erbte das zentrale Gebiet (weit entfernt von Baschan), doch als sie in Richter 18 Laisch brutal angriffen, zogen sie nach Norden in die Nähe von Baschan.
Gad wird angegriffen werden, wird aber im Gegenzug zurückschlagen. Gesegnet sind diejenigen, die Gads Herrschaftsgebiet erweitern. Dies könnte sich prophetisch auf Jephthah, den Gaditer, beziehen, der die Ammoniter besiegte.
Asher wird reichhaltige und erlesene Speisen genießen. Asher wird sein Leben lang stark sein. Asher hatte kaum Schwierigkeiten im Krieg, obwohl es eine gewisse Assimilation in die phönizische Kultur gab.
Naftali wird wie eine Hirschkuh sein, die schöne Kälber zur Welt bringt. Naftali wird das Gebiet südlich bis zum See erben. Naftali spielte in vielen Kriegen keine bedeutende Rolle und ließ sich am See Genezareth nieder.
Joseph wird ein fruchtbarer Weinstock sein, dessen Reben über eine Mauer klettern. Bogenschützen werden auf ihn schießen, doch sein Bogen wird standhaft bleiben. Wie ein Fürst unter seinen Brüdern. Joseph wird im Überfluss leben. Die beiden Halbstämme Josephs, Ephraim und Manasse, waren nach Juda die bevölkerungsreichsten. Tatsächlich wurde Ephraim später zum Synonym für das Nordreich, so wie Juda zum Synonym für das Südreich wurde.
Benjamin würde ein gefräßiger Wolf sein. Ehud, der Benjaminiter, war ein Richter, der Eglon von Moab tötete. Benjamin, obwohl ein kleiner Stamm, kämpfte in Richter 20 erbittert gegen die anderen Stämme.
F: Was bedeutet in Gen 49,3 und Dtn 21,17 der Ausdruck „der Anfang der Kraft eines Mannes“? Einige Übersetzungen legen nahe, dass hier vom Beginn der Fortpflanzungsfähigkeit eines Mannes oder seiner Potenz die Rede ist. Ps 127 deutet in Bezug auf diesen Begriff möglicherweise auf etwas anderes hin, wenn dort davon die Rede ist, dass die Kinder der Jugend eines Mannes wie Pfeile im Köcher eines mächtigen Kriegers sind.
A: Ein Mann kann fruchtbar sein und dennoch keine Kinder haben, obwohl ohne Kinder nicht bewiesen ist, dass er fruchtbar ist. Um es ganz genau zu nehmen, gibt es jedoch vier Möglichkeiten für die genaue Bedeutung.
a) ein Baby, was auch zeigt, dass ein Mann danach noch weitere Kinder bekommen kann.
b) einen Sohn, der die Familie im Alter des Mannes versorgen und für das Land kämpfen kann.
c) Hierbei handelt es sich um einen Ausdruck für das Recht des Erstgeborenen.
d) Ein Nachkomme, was bedeutet, dass der Mann eine fortbestehende Linie begründen kann.
Ich denke, dass hier wahrscheinlich d) gemeint ist, da es in dieser Kultur sehr wichtig war, Nachkommen zu haben, um die Linie fortzuführen. Tatsächlich sollte, wenn ein verheirateter Mann ohne Nachkommen starb, sein Bruder dessen Frau heiraten, und der erste Sohn sollte den Namen des verstorbenen Bruders tragen.
c) ist in Deuteronomium 21,16–17 definitiv ebenfalls gemeint.
Ich glaube jedoch auch, dass hier b) gemeint ist, wie es in Psalm 127,4–5 heißt.
Allerdings ist „der Anfang …“ nicht etwas, das mehrere Kinder gemeinsam haben, oder dass sie zusammen „der Anfang“ waren. Dies impliziert, dass das Kind bei seiner Geburt der Anfang der Kraft des Mannes war, was darauf hindeuten würde, dass a) gemeint war. Ruben verlor das Erstgeburtsrecht, doch in Genesis 49,3 war er biologisch gesehen immer noch der Erstgeborene, „der Anfang meiner Kraft“.
Meine Ansicht umfasst also alle oben genannten Punkte.
Frage: Warum war es in 1. Mose 49,3–4 angemessen, dass Ruben, der sich durch Ehre und Macht auszeichnete, nicht länger hervorstechen sollte? Ist dies auch in anderen Bereichen der Kirche geschehen?
A: Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Wortspiel mit dem Begriff „excel“. Der Grund dafür liegt in dem, was Ruben in Genesis 35,22 und 1. Chronik 5,1–2 tat.
F: Wie konnte Jakob in 1. Mose 49,5–7 Levi verfluchen, da Mose Levi später in 5. Mose 33,8–11 segnete?
A: Die Nachkommen Levis wurden wegen dieser grausamen Tat über ganz Israel verstreut. Die Nachkommen Levis wurden gesegnet, indem ihnen das Privileg zuteilwurde, Israel zu unterweisen. Daraus lässt sich eine Lehre ziehen: Ein Fluch kann sich in einen Segen verwandeln, wenn wir ihn ertragen und Gott nachfolgen.
F: Wann sollte ein Volk oder eine Nation gemäß Gen 49,7 Zorn und grausame Wut empfinden?
A: In 1. Mose 49,6 haben sie in ihrer Wut sogar die Ochsen verkrüppelt: Sie waren keine Vertreter der Gerechtigkeit, sondern Vertreter ungezügelter Wut.
Die Antwort auf diese Frage lautet: niemals. Wir sollen liebevoll sein. Hass zu hegen ist gemäß 1. Johannes 4,8.20 ein Zeichen dafür, dass man nicht errettet ist. „Denn der Zorn des Menschen bringt nicht die Gerechtigkeit hervor, die Gott will“, heißt es in Jakobus 1,20.
Simeon und Levi waren nach Ruben die nächstältesten Söhne. Sie wurden allein wegen ihres heftigen Zorns disqualifiziert. Ebenso werden heute manchmal kompetente, erfahrene und intelligente Menschen aufgrund ihres Temperaments für eine Stelle nicht in Betracht gezogen oder aus ihr entlassen. Wir können wegen des Zorns eine ganze Menge guter Dinge und guter Beziehungen verpassen.
F: Warum wurde Juda in Gen 49,9 nicht wegen der Begebenheit mit Tamar in Gen 38 disqualifiziert?
A: Juda ist der nächstälteste nach Ruben, Simeon und Levi. Alle vier waren Kinder von Lea. Juda versuchte, Tamar töten zu lassen, doch nachdem seine eigene Sünde aufgedeckt worden war, stellte Juda die Dinge wieder in Ordnung – oder zumindest so gut er es am Ende konnte.
F: Was genau prophezeit Gen 49,9–11?
A: Silo bedeutet schlicht „der, dem es gehört“. Die Juden selbst verstanden Genesis 49,10 als messianische Prophezeiung. Im babylonischen Talmud, Traktat Sanhedrin, Kapitel 4, nach 37, Recto, sagte Rabbi Rachman: „Als die Mitglieder des Sanhedrin feststellten, dass ihnen das Recht über Leben und Tod entzogen worden war, ergriff sie allgemeine Bestürzung; sie bedeckten ihre Köpfe mit Asche und ihre Körper mit Sacktuch und riefen aus: ‚Wehe uns, denn das Zepter ist von Juda gewichen, und der Messias ist noch nicht gekommen!‘“
In einem Kommentar zu Genesis aus den Schriftrollen vom Toten Meer (4Q252 [=4QpGena]), heißt es in Fragment 2 zur Erörterung von Genesis 49,10: „Wann immer Israel herrscht, wird es [nicht] an einem Nachkommen Davids auf dem Thron mangeln. Denn der Stab des Herrschers ist der Bund des Königtums, [und die Stämme] Israels sind die Abteilungen, bis der Messias der Gerechtigkeit kommt, der Spross Davids.“ Siehe „The Dead Sea Scrolls in English“, 4. Aufl., S. 300–302, wo auch darauf hingewiesen wird, dass dieser Kommentar die jüdischen hasmonäischen Könige als unrechtmäßige Herrscher betrachtet, da sie nicht aus Juda stammten.
Babylonischer Talmud, Sanhedrin 98b: Rabbi Johanan schrieb: „Die Welt wurde um des Messias willen erschaffen; wie lautet der Name dieses Messias? Die Schule des Rabbi Shila sagte: ‚Sein Name ist Shiloh, denn es steht geschrieben: bis Shiloh kommt.‘“
Jerusalemer Talmud, Sanhedrin, Folio 24: „Etwas mehr als vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels wurde den Juden die Befugnis entzogen, Todesurteile zu verhängen.“
Im Targum Onkelos heißt es: „Die Herrschaft wird nicht aus dem Hause Juda weichen, noch der Schriftgelehrte aus den Nachkommen seiner Kinder, in Ewigkeit, bis der Messias kommt.“
Targum Pseudo-Jonathan zu Genesis 49,11a: „Könige und Herrscher werden aus dem Hause Juda nicht aufhören … bis der König Messias kommt.“
Eine weitere jüdische Quelle, die darauf hindeutet, dass die Juden dies als messianische Prophezeiung verstanden, ist der Targum Jonathan zu Genesis 49,10.11a.
Zu den frühen Christen, die sich auf diese messianische Prophezeiung bezogen, zählen Irenäus von Lyon (ca. 160–202 n. Chr.), Hippolyt von Portus (222–235/236 n. Chr.) und Origenes (225–253/254 n. Chr.). Unter den Häretikern wird dies in den „Clementinischen Homilien“ der Ebioniten (vor 188 n. Chr. – ungewisses Datum) erwähnt.
F: Da in Gen 49,10 steht, dass das Zepter nicht weichen wird, bis „Shiloh“ kommt, wie könnte dies dann der Messias sein?
A: In den griechischen und lateinischen Übersetzungen heißt es „der, dem es gehört“. Dies wurde von historischen jüdischen Auslegern als messianisch verstanden, da der aramäische Targum dies mit „Messias“ übersetzt. Auch nach dem Targum Jonathan und dem Targum Pseudo-Jonathan (= Targum Yerushalmi I, = Targum Ezez) ist dies messianisch zu verstehen. Die Juden verloren das Recht auf die Todesstrafe um das Jahr 6 n. Chr. Der babylonische Talmud erwähnt dies in Sanhedrin, Kapitel 4, nach 51b; Kapitel 4, nach 37; Recto. Hesekiel 21,27 weist eine parallele Konstruktion zu Genesis 49,10 auf.
Andere würden darin den offiziellen Herrscher Palästinas sehen. Unter den Römern wurde der jüdische König Archelaus entthront und durch den römischen Prokurator Coponius ersetzt.
Nebenbei sei angemerkt, dass im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 1, S. 224, steht, dass der babylonische Talmud angibt, der Targum Jonathan sei von Jonathan ben Uzziel verfasst worden, der im ersten Jahrhundert v. Chr. lebte und Hillels bedeutendster Schüler war.
In einem Kommentar zu Genesis aus den Schriftrollen vom Toten Meer (4Q252 [=4QpGen(a)]), Fragment 2, heißt es in der Erörterung von Genesis 49,10: „Wann immer Israel herrscht, wird es [nicht] an einem Nachkommen Davids auf dem Thron mangeln. Denn der Zepter des Herrschers ist der Bund des Königtums, [und die Stämme] Israels sind die Abteilungen, bis der Messias der Gerechtigkeit kommt, der Spross Davids.“ Die „Dead Sea Scrolls in English“, 4. Auflage, S. 300–302, weisen zudem darauf hin, dass dieser Kommentar die jüdischen hasmonäischen Könige als unrechtmäßige Herrscher betrachtet, da sie nicht aus Juda stammten.
Josephus schreibt in seinem Werk „Der Jüdische Krieg“ (93–94 n. Chr.), Buch 2, Kapitel 8: „Und nun wurde der Teil Judäas, der Archelaus gehörte, zu einer Provinz herabgestuft, und Coponius, ein Mitglied des römischen Ritterstandes, wurde als Prokurator entsandt, dem Caesar die Macht über Leben und Tod in die Hände gelegt hatte.“ Josephus erwähnt zudem in „Antiquitates Judaicae“ 20,9 (verfasst um 93–94 n. Chr.), dass der Sanhedrin seine Befugnisse in Kapitalverbrechen verlor.
Die Juden selbst verstanden dies als eine messianische Prophezeiung. Im babylonischen Talmud, Traktat Sanhedrin, Kapitel 4 im Anschluss an 37, Recto, sagte Rabbi Rachman: „Als die Mitglieder des Sanhedrin feststellten, dass ihnen das Recht über Leben und Tod entzogen worden war, ergriff sie allgemeine Bestürzung; sie bedeckten ihre Köpfe mit Asche und ihre Körper mit Sacktuch und riefen aus: ‚Wehe uns, denn das Zepter ist von Juda gewichen, und der Messias ist nicht gekommen!‘“ Dies geschah um das Jahr 6 n. Chr. (Entnommen aus Josh McDowells „Evidence That Demands a Verdict“, Band 1, S. 169, sowie aus „Jesus Before the Sanhedrin“ von Augustin Lemann, 1886, übersetzt von Julius Magath, NL#0239683, Library of Congress # 15-24973.) Siehe auch „Pugio Fidei“ von Raymundus Martini, herausgegeben von De Vosin im Jahr 1651, S. 148.
Babylonischer Talmud, Sanhedrin 98b: Rabbi Johanan schrieb: „Die Welt wurde um des Messias willen erschaffen; wie lautet der Name dieses Messias? Die Schule des Rabbi Shila sagte: ‚Sein Name ist Shiloh, denn es steht geschrieben: bis Shiloh kommt.‘“ S. 147
Talmud: „[30 n. Chr.] Etwas mehr als vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels wurde den Juden die Befugnis entzogen, Todesurteile zu verhängen.“ Jerusalemer Talmud, Sanhedrin, Folio 24, S. 147
Der Targum Onkelos sagt: „Die Herrschaft wird nicht aus dem Hause Juda weichen, noch der Schriftgelehrte aus den Kindern seiner Kinder, in Ewigkeit, bis der Messias kommt.“ (The Messiah: An Aramaic Interpretation; The Messianic Exegesis of the Targum, Samson H. Levy (Cincinnati: Hebrew Union College Jewish Institute of Religion 1974), S. 2) S. 146
Targum Pseudo-Jonathan zu Genesis 49,11a: „Könige und Herrscher werden aus dem Hause Juda nicht versiegen … bis der Messias-König kommt“, ebenda, S. 7
Eine weitere jüdische Quelle, die darauf hindeutet, dass die Juden dies als messianische Prophezeiung verstanden, ist der Targum Jonathan zu Genesis 49,10.11a. Justin der Märtyrer (schrieb ca. 138–165 n. Chr.) erwähnt dies in seiner Ersten Apologie, Kap. 32, als Hinweis auf Christus.
F: Was genau bedeutet das hebräische Wort „Shiloh“ hier in Gen 49,10?
A: Der ursprüngliche hebräische Text enthielt keine Vokale, weshalb hier eine gewisse Ungewissheit besteht.
a) Es könnte sich um einen Personennamen handeln: „Shiloh“
b) Es könnte „dessen es ist“ oder „zu ihm gehörend“ bedeuten: „siloh“ / „selloh“. Dies wird teilweise durch die Septuaginta und die syrische Peshitta gestützt. Hesekiel 21,26–27 steht damit in Zusammenhang.
c) Es könnte „Tribut an ihn“ bedeuten – say loh. Dies würde eine Parallele zum folgenden Vers darstellen.
d) Es könnte sich um den Ort Silo handeln.
e) Schließlich gibt es in der Bibel viele Wortspiele, sodass es sich um mehr als eine dieser Deutungen handeln könnte.
F: In Gen 49,10 heißt es über das königliche Zepter: „bis Shiloh kommt.“ Wie könnte sich diese kriegerische Prophezeiung auf Jesus beziehen?
A: Jesus war in geistlicher Hinsicht kriegerisch, als er Satan bei seinem ersten Kommen besiegte. Darüber hinaus wird Jesus bei seiner Wiederkunft gemäß Offenbarung 19,11–16 kriegerisch sein und viele töten.
F: Da in Gen 49,10 steht, dass das Zepter nicht von Juda weichen würde, bis der Messias käme – warum gab es nach dem Exil außer den Makkabäern keine Könige aus Juda?
A: Genesis 49,10 garantierte nicht, dass es unabhängige Könige geben würde. Es heißt dort lediglich, dass es einen Herrscher geben würde, und Gedalja sowie viele andere fungierten als Statthalter unter babylonischer, persischer und anderer Herrschaft. Eine andere, aber ergänzende Antwort finden Sie in „1001 Bible Questions Answered“, S. 28.
F: Da in 1. Mose 49,10 steht, dass Juda herrschen sollte, bis der Messias kommt – warum stammte Saul dann aus dem Stamm Benjamin?
A: Als diese Prophezeiung ausgesprochen wurde, gab es noch keinen König. Saul wurde als König abgelehnt, doch sobald David (aus Juda) König war, wurde anerkannt, dass Juda die königliche Linie bildete, bis der Messias kommen würde. Jesus stammte „rechtlich“ aus Juda, da Josef sein rechtlicher Vater war, und biologisch ebenfalls, da auch Maria aus Juda stammte.
F: Warum prophezeite Jakob in Gen 49,14–15 Knechtschaft für Issachar, während Deut 33,18–19 Segen prophezeit?
A: Beide Prophezeiungen haben sich erfüllt. Issachar genoss großen Segen durch sein fruchtbares Land. In der Zeit der Assyrer wurden sie jedoch zu Sklaven, und ihr Stamm blieb in diesem Zustand. Wenn wir Gottes Segen als selbstverständlich ansehen, kann dies dazu führen, dass wir träge werden und dazu neigen, uns der Sünde zu unterwerfen. Ein weiteres trauriges Beispiel finden Sie in Richter 8,27.33 bei Gideon.
F: Worauf könnte sich dies in 1. Mose 49,16–17 beziehen?
A: Simson stammte aus Dan. Dan ist seit der Zeit von Richter 18 der nördlichste Stamm. Dan sollte eigentlich für Gerechtigkeit sorgen, doch stattdessen verbreitete er in Richter 18,30 Götzendienst. In Jeremia 4,15–16 und 8,16 heißt es, dass Unheil von Dan ausgehen werde.
Gilead, Dan und Asser versäumten es, Debora und Barak in Richter 5,17 zu unterstützen.
In Offenbarung 7,5–8 stammt keiner der 144.000 aus dem Stamm Dan. Manche vermuten, der Antichrist könnte ein Jude aus dem Stamm Dan sein.
F: Warum dauerte es in 1. Mose 50,3 genau 40 Tage, Jakobs Leichnam einzubalsamieren, und nicht mehr oder weniger?
A: Es besteht kein Grund, hier eine allegorische Bedeutung hineinzuinterpretieren, da die Bibel den Grund angibt. In Genesis 50,3 heißt es, dass 40 Tage die für die Einbalsamierung erforderliche Zeit waren. Die Zeitschrift „KMT: A Modern Journal of Ancient Egypt“, Band 3, Nr. 3, Herbst 1993, S. 7, berichtet, dass Experimente zur Mumifizierung von Ratten zeigen, dass vierzig Tage die Zeit sind, die benötigt wird, um die Trocknung des Leichnams mit Natron-Salzen abzuschließen. Dort wird auch erwähnt, dass vierzig Tage im heutigen Ägypten nach wie vor die Trauerzeit sind.
F: Wurde Jakob in Gen 50,13 in der Höhle beigesetzt, die Abraham in der Nähe von Mamre gekauft hatte, oder wurden einige der Patriarchen in der Nähe von Sichem beigesetzt, wie es Apostelgeschichte 7,15–16 andeutet?
A: Zunächst drei Punkte zur Antwort, anschließend zwei mögliche Antworten.
Erstens handelte es sich um zwei unterschiedliche Orte, da die Entfernung zwischen Mamre und Sichem etwa 45 Meilen (72 Kilometer) betrug.
Vor dem Auszug aus Ägypten heißt es in Genesis 50,13, dass Jakob in der Nähe von Mamre begraben wurde. In Genesis 50,24–26 steht, dass Josephs Leichnam einbalsamiert und in einem Sarg in Ägypten aufbewahrt wurde, in der Erwartung, dass er später im Gelobten Land beigesetzt werden sollte.
Nach dem Auszug aus Ägypten, über 477 Jahre später, wurden Jakobs Söhne in der Nähe von Sichem beigesetzt, wie in Apostelgeschichte 7,15–16 berichtet wird. Josua 24,32 fügt zudem hinzu, dass Josephs Gebeine auf dem Landstrich in der Nähe von Sichem beigesetzt wurden.
Hier sind zwei separate Antworten.
„sie“: In Apostelgeschichte 7,15 heißt es: „Und Jakob zog hinab nach Ägypten und verstarb [d. h. starb], er und unsere Väter.“ (Green’s Literal Translation) „Sie“ in Apostelgeschichte 7,16 bezieht sich auf die zwölf Söhne Jakobs (unsere Väter), die nach dem Auszug aus Ägypten bestattet wurden, und nicht auf Jakob, der über 477 Jahre zuvor bestattet worden war.
Stefans Irrtum: Hätte Stefan diese beiden Ereignisse in seiner Rede fälschlicherweise zu einem einzigen „verschmolzen“, so wäre Apostelgeschichte 7,15–16 dennoch unfehlbar. Apostelgeschichte 7,15–16 berichtet unfehlbar von einem geringfügigen Fehler, den Stefan begangen hat. Nichts deutet darauf hin, dass Stefan in allem, was er sagte, unfehlbar sein musste. Angesichts der bisherigen Aussagen Stefans zu anderen Themen in Apostelgeschichte 7 könnte man jedoch der ersten Antwort den Vorzug geben.
Doch selbst wenn die zweite Antwort die richtige ist, gibt es eine Lehre für uns. Wenn Gläubige heute im Zentrum von Gottes Willen stehen und zu anderen so sprechen, wie Gott es von uns erwartet, hat Gott auch nicht versprochen, dass alle unsere Worte und Lehren unfehlbar sind. Aber das ist in Ordnung. Gott wirkt in uns trotz unserer Fehler und sogar durch unsere Fehler hindurch, um Seine Wahrheit zu offenbaren.
Unabhängig davon, ob Stephanus bei seinen Pronomen nicht die heutige Präzision an den Tag legte oder ob er sich in einem kleinen historischen Detail irrte – Gottes Botschaft lautet nicht, ob Jakob zu den „Ihnen“ gehörte, die in Sichem begraben wurden, oder nicht. Gottes Botschaft ist, dass Gott die Israeliten in einer Bundesbeziehung mit ihm führte und dass Gott die Israeliten über Jahrtausende hinweg dazu benutzte, den Hintergrund für das größte Ereignis aller Zeiten zu schaffen: das Kommen seines eigenen Sohnes, Jesus Christus.
F: Haben Josephs Brüder in Gen 50,16 gelogen, als sie sagten, Jakob habe Joseph befohlen, ihnen nichts anzutun?
A: Die Bibel sagt nicht, ob Jakob dies jemals ausdrücklich befohlen hat; daher könnten die Brüder gelogen haben. Andererseits war es sicherlich Jakobs stillschweigender Wunsch, dass Josef sich nicht an seinen Brüdern rächen sollte. Auch heute hören wir viele Dinge von Menschen, ohne mit Sicherheit zu wissen, ob die betreffende Person die volle Wahrheit sagt oder nicht. Dennoch müssen wir weise reagieren und so antworten, wie Gott es von uns erwarten würde – selbst wenn wir die Wahrhaftigkeit des Gesagten weder beweisen noch widerlegen können.
F: Wie können wir in Gen 50,19–20 unsere eigenen Entscheidungen treffen, da Gott „beabsichtigt“, dass wir genau diese Entscheidungen treffen?
A: Drei einfache Punkte, die diesen Zusammenhang verdeutlichen.
Gott zwingt Menschen niemals zur Sünde und veranlasst sie auch nicht, sich für das Böse zu entscheiden. Nach Jakobus 1,13 versucht Gott niemanden.
Gott kannte ihre Entscheidungen im Voraus und ließ zu, dass sie diese Entscheidungen trafen. Charles Hodge bezeichnet dieses Konzept als „zulassende Dekrete“.
Gott nutzte ihre bösen Entscheidungen als Teil seines Plans. Tatsächlich ist gemäß Epheser 1,11 und Sprüche 16,4 alles in Gottes Plan eingeschlossen. Louis Berkhof prägte für dieses Konzept den Begriff „Zusammenwirken“.
F: Warum wird im Buch Genesis das Wort „Elohim“ in den ersten 34 Versen 33 Mal erwähnt, gefolgt von „Jahwe-Elohim“ 20 Mal in 45 Versen und anschließend von „Jahwe“ 10 Mal in 25 Versen (Evidence That Demands a Verdict, Band 2, S. 121)? Deutet dies auf mehrere Verfasser hin?
A: Dies war kein Zufall, sondern diente dazu, bewusst zunächst die universelle, transzendente Natur Gottes zum Ausdruck zu bringen, gefolgt von Seinen persönlicheren Aspekten. Eine sehr ähnliche Situation findet sich im Koran. Das Wort „Allah“ überwiegt in den späteren Suren aus Medina, während in den früheren Suren aus Mekka hauptsächlich „Herr“ und nicht „Allah“ verwendet wird. Hier ist meine Zählung in den medinischen Suren: 4 (~211-mal), 9 (~152-mal), 24 (75-mal), 33, 48, 49, 57 (33-mal), 58 (37-mal), 59 (29-mal), 60–66. Hier ist meine Zählung des Wortes „Herr“ in den mekkanischen Suren, gefolgt von der ungefähren Häufigkeit, mit der das Wort „Allah“ verwendet wird: 15 (3-mal), 32 (1-mal), 50–53, 54–55 (0-mal), 56 (2-mal), 67 (4x), 68 (0x), 75 (0x), 78 (0x), 85–96 (9x), 100–109 (1x), 110–112 (6x), 113–114 (0x).
Ebenso werden im Hebräerbrief des Neuen Testaments in Kapitel 1 die Begriffe „Christus“ oder „Jesus“ nie verwendet, sondern es wird von Ihm lediglich als dem „Sohn“ gesprochen. Im restlichen Hebräerbrief kommen „Jesus“ und „Christus“ jedoch häufig vor.
Dies belegt nicht, dass der Koran mehrere Verfasser hatte oder dass der Hebräerbrief mehrere Verfasser hatte, genauso wenig wie die Beweislage belegt, dass die Genesis mehrere Verfasser hatte. Vielmehr zeigt dies, dass eine asymmetrische Verwendung von Namen in der nahöstlichen Literatur nicht ungewöhnlich war.
F: Wann wurde das Buch Genesis verfasst?
A: Frühe jüdische und christliche Schriften besagen einstimmig, dass Mose es verfasst habe. Ob nun Mose selbst die Feder führte oder ein Schreiber unter seiner Anleitung, es geschah auf jeden Fall zu Moses’ Zeiten.
Der liberale Julius Wellhausen behauptete 1885, sie seien während oder nach dem babylonischen Exil (598–539 v. Chr.) entstanden. Das glaubt heute jedoch niemand mehr, nicht einmal Liberale.
Liberale gehen heute davon aus, dass es erst Jahrhunderte nach Moses’ Zeit verfasst wurde.
F: Woher wissen wir im Buch Genesis, dass das, was wir haben, dem ursprünglich Geschriebenen entspricht?
A: Als Christen vertrauen wir darauf, dass das Alte Testament, das Christus bestätigt hat, das Alte Testament ist, das wir besitzen. Im Übrigen heißt es im Koran der Muslime in Sure 5,46, dass Jesus die Thora erhalten habe. Wir verfügen über frühe Handschriften aus der Zeit Christi, auf die die nächste Frage eingeht. Es gibt jedoch noch eine weitere Beweislinie. Philo von Alexandria war ein jüdischer Gelehrter, der von 15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr. lebte. Er verfasste einen Kommentar zur Genesis und beantwortete Fragen zum Alten Testament. Er schrieb auf Griechisch, doch es ist bemerkenswert, dass seine griechischen Zitate aus dem Alten Testament eher mit dem hebräischen masoretischen Text als mit der griechischen Septuaginta übereinstimmen. Er ging sehr detailliert auf die Bedeutung der verschiedenen Verse ein. Von den insgesamt 1.533 Versen im Buch Genesis bezog sich Philo auf 410 davon, entweder vollständig oder auszugsweise. Hier sind die Verse aus dem Buch Genesis, auf die er sich bezog:
1:1–2, 4, 26, 27, 31; 2:1–10, 13–25; 3:1–24; 4:1–12, 14, 25–26; 5:1, 3, 23–24, 29, 32; 6:1–12, 14–17; 7:1–2, 4–5, 10–11, 16–17, 19, 21–24; 8:1–18, 20–22; 9:1,3–8,10–11,13,18,20–28; 10:1,6,8; 11:1–2,4,6–8,10,29; 12:1–4,6–7; 13:1,9; 14:1,3,7,17,18,20–24; 15:1–3,5,20; 16:1–9,11–16; 17:1,6,8,10–22,24,26,27,32; 18:1,3,6,7,9–11,15–17,22,23,27,32,33; 19:4,11,20,20,32,33,35; 20:7,12; 21:1–2,5–7,11–12,14,19–20,33; 22:1–2,4,6,7,9,16,22,62–63,67; 25:5, 8, 11, 17, 21, 23–25, 27, 29, 33; 26:2, 3, 5, 9, 12, 32–33; 27:1, 20, 28, 30, 33, 36, 40–43, 45; 28:1–2, 7, 11–17, 21–22; 29:4, 13, 26, 31, 35; 30:1, 2, 13, 16, 18, 24, 30, 36, 37, 42;
31:3–5, 10–14, 20, 27–28, 33, 35, 43; 32:10, 25, 28–29, 31; 33:5, 11; 34:1, 3; 35:2, 4, 16, 18, 25; 36:12; 37:2–3, 7–9, 12–13, 15, 33, 36; 38:7, 9, 11, 20, 25; 39:1, 3, 7, 21; 40:8–10, 15–17, 20; 41:17, 28, 45, 49; 42:1, 11, 16, 18, 36; 43:9; 45:5, 11, 16, 18, 22, 26, 28; 46:1,4,27,33–34; 47:3,9,24; 48:1,5,13,15–16,22; 49:2,15–18,22,33; 50:7–8,19,24
Es gibt jedoch vier Abweichungen bei seinen Versangaben, die sich alle auf das Buch Genesis beziehen.
Vers | masoretisches Hebräisch | Philos Griechisch |
Gen 4,13 | Meine Schuld ist größer, als ich ertragen kann. | Meine Schuld ist zu groß, um vergeben zu werden. (3-mal) |
Gen 5,22 | Henoch lebte 65 Jahre vor Methusalah und wandelte 300 Jahre lang mit Gott | Henoch lebte 165 Jahre vor seiner Umkehr und danach noch 200 Jahre. |
Gen 6,6 | Es tat Gott leid, dass er den Menschen auf der Erde geschaffen hatte | Gott dachte besorgt darüber nach, weil er den Menschen auf der Erde geschaffen hatte; und er fasste in diesem Sinne einen Entschluss. |
Gen 10,9 | Er war ein mächtiger Jäger vor dem Herrn | und wurde zu einem Riesen auf der Erde |
Wie Sie der vorstehenden Auflistung entnehmen können, ging er ausführlich auf die früheren Kapitel der Genesis ein, während er die späteren Kapitel nur am Rande behandelte. Für alle Muslime, die dies lesen: In Genesis 22 sagt Philo, dass Isaak und nicht Ismael geopfert wurde, genau wie es in den uns heute vorliegenden Abschriften der Genesis im Alten Testament steht.
F: Welche der frühesten Handschriften aus dem Buch Genesis sind heute noch erhalten?
A: Die Schriftrollen vom Toten Meer: (vor Christus) 20 Abschriften oder Fragmente, die auf 15 bis 18 einzelne Abschriften geschätzt werden. Diese Handschriften werden bezeichnet als:
1Q1 – Fragmente der Genesis
2Q1 Genesis
4Q1 Genesis + Exodus
4Q2 Genesis, identisch mit dem masoretischen Text
4Q3 Genesis 40–41
4Q4 Genesis 1
4Q5 Genesis, ähnlich dem masoretischen und dem samaritanischen Text
4Q6 – Teil von Genesis 48
4Q7 Fragmente aus Genesis 1 und 2
4Q8a Genesis 2,17–18
4Q8b – Paraphrase von Genesis 12,4–5
4Q8c Titel einer Genesis-Handschrift
(4Q8a, b und c stammen aus drei verschiedenen Handschriften)
4Q9 Genesis, ähnlich dem samaritanischen Text
4Q10 Genesis 1–3
4Q11 Genesis 50,26 bis Exodus 36
4Q12 Genesis 26 in paläo-hebräischen Buchstaben
6Q1: ein Fragment aus Genesis 5
8Q1 Zwei Fragmente aus Genesis 17,12–19 und 18,20–25.
Insgesamt sind in den Schriftrollen vom Toten Meer die folgenden 265 der 1.533 Verse aus Genesis erhalten geblieben (17,3 %).
Gen 1,1–28; 2,1–3, 6–7, 14–19; 3,1–2, 11–14; 4,2–11; 5,13–14; 6,13–21; 8,21; 10,6; 12,4–5; 17:12–19; 18:20–25; 19:27–28; 22:13–15; 23:17–19; 24:22–24; 26:21–28; 27:38–39,42–43; 32:4–5,30,33; 33:1, 18–20; 34:1–3, 5–10, 17–21, 30–31; 35:1, 4–10, 25–29; 36:1–17, 19–27, 35–37, 43; 37:1–2, 5–6, 22–30; 39:11–23; 40:1, 12–13, 18–23; 41:1–11, 15–18, 23–27, 29–44; 42:15–22,38; 43:1–2,5–14; 45:14–22,26–28; 46:7–11?; 47:13–14; 48:1–11,15–17,18–22; 49:1–8; 50:3,26?
Kommentar zu Genesis aus den Schriftrollen vom Toten Meer in Höhle 4
Die Septuaginta ist eine griechische Übersetzung des Alten Testaments und der Apokryphen. Das Fragment Rahlfs 814, Genesis 14,12–15, stammt aus etwa der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. (150–200 n. Chr.)
Eine griechische Abschrift der Genesis mit der Signatur Inv. 319 stammt aus der Zeit vor 100 n. Chr.
Auf Seite 7.2 wird erwähnt, dass Genesis 1,1–5 in der Septuaginta auf Seite 12 (Papyrus Amherst 3b) verfasst wurde. Diese wird auf die Jahre 264–282 n. Chr. datiert.
Die Wiener Handschrift entstand im fünften oder sechsten Jahrhundert n. Chr., und 24 Seiten der Genesis sind erhalten geblieben.
Zu den weiteren griechischen Handschriften gehören
Papyrus Oxyrhynchus 656 ist eine Handschrift aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., die Genesis in griechischer Sprache enthält.
Papyrus Oxyrhynchus 1007 ist ein Fragment aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. Der Schreiber hatte eine ungewöhnliche Verdopplung des Anfangsbuchstabens „Jod“ im Tetragramm vorgenommen.
Der Chester-Beatty-Papyrus 5 enthält Genesis 42,7–19. Er wird auf die Jahre 350–400 n. Chr. datiert.
Vaticanus (325–350 n. Chr.) für Genesis 46,29–50,26. Der Vaticanus enthält den gesamten übrigen Teil des Alten Testaments.
Alexandrinus (um 450 n. Chr.) enthält das gesamte Buch Genesis mit Ausnahme von Genesis 14,14–17; 15,1–5, 16–19; 16,6–9, die beschädigt sind.
Sinaiticus (340–350 n. Chr.) für Genesis 21,26–22,17; 22,21–23,16; 23,19–24,20; 24,23–24,46;
Die Samariter fertigten im 2. Jahrhundert v. Chr. eine eigene Abschrift der Tora an, obwohl die frühesten erhaltenen samaritanischen Abschriften aus dem Mittelalter stammen.
Frühchristliche Handschriften: Die Chester-Beatty-Papyri (2.–4. Jahrhundert n. Chr.) enthalten das Buch Genesis.
Die syrische Peshitta-Übersetzung des Buches Genesis stammt aus dem 5. Jahrhundert n. Chr.
Eine syrische Übersetzung der Septuaginta wurde von Bischof Paulus von Tella (616–617 n. Chr.) angefertigt, die uns bis heute erhalten geblieben ist.
F: Welche frühen Autoren bezogen sich auf das Buch Genesis?
A: Philo der Jude (15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr.) bezieht sich auf alle oder Teile von 410 Versen der Genesis. Eines seiner Werke, das ausführlich aus der Genesis zitiert, ist „Allegorische Auslegung“, I.
29 kirchliche Autoren aus der vor-nikänischen Zeit bezogen sich auf die Genesis.
Der 1. Clemensbrief (96–98 n. Chr.) zitiert oder bezieht sich auf Inhalte aus 25 Versen der Genesis: Gen 1,26–28; 2,23; 4,3–8 (Septuaginta); 5,24; 9,6; 12,1–3; 13,14–16; 15,5–6; 18,27; 19,24; 21,22; 22,17; 27,41; 37,6.
Justin der Märtyrer (tätig ca. 138–165 n. Chr.) zitiert oder bezieht sich auf Gen 1,26.28; 2,3; 3,15.22; 6,16; 8,10,12; 9,24–27; 11,5,6; 15,6; 18,1,2,10,13,14,16,17,20–23,33; 19,1,10,16–25,27,28; 21:9–12; 26:4; 28:10–19; 31:10–13; 32:22–30; 35:6–10; 49:5,8–12,18.
Meleto/Melito von Sardes (170–177/180 n. Chr.) führte in seinem Brief an Onesimus in „On Pascha“, S. 72, die Genesis unter den Büchern des Alten Testaments auf. Dies ist in Eusebius’ „Kirchengeschichte“, Buch 4, Kapitel 26, überliefert.
Theophilus von Antiochia (168–182/8 n. Chr.) zitiert wörtlich aus Genesis 2,8–3,19 in einem Block von 37 Versen in „Theophilus an Autolycus“, Buch 2, Kapitel 21, S. 102–103. Er zitiert außerdem aus Genesis 2,4–5,7 in „An Autolycus“, Kapitel 19, S. 102.
Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) schreibt: „Außerdem erfahren wir aus der Heiligen Schrift selbst“, und zitiert kurz darauf Genesis 17,9–11. Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 4, Kap. 26.1, S. 480. Er zitiert aus sehr vielen Passagen der Genesis.
Theodotus, der vermutlich ein Montanist war (ca. 240 n. Chr.), zitiert aus Gen 1,1 als aus der „Genesis“ in „Auszüge aus Theodotus“, Kap. 1, S. 43. Er zitiert außerdem Genesis 1,2 in Kap. 7, S. 44, Genesis 1,3 in Kap. 38, S. 48, sowie einen Teil von Genesis 1,18 in Kap. 56, S. 50.
Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.). Er zitiert aus dem Buch Genesis und bezeichnet es unter anderem in der Abhandlung 12, drittes Buch, 20,32 als „Genesis“.
Zu den weiteren kirchlichen Schriftstellern aus der vor-nikänischen Zeit, die aus dem Buch Genesis zitierten, zählen der Barnabasbrief, Meleto/Melito von Sardes, Athenagoras, Clemens von Alexandria, Tertullian, Hippolyt, Origenes, Novatian, Archelaus, Alexander von Alexandria und Methodius.
Nach Nicäa
Hieronymus (373–420 n. Chr.) erörtert die Bücher des Alten Testaments. Er geht insbesondere auf Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium, die Tora, Hiob, Jesus, den Sohn Naves [Josua], Richter, Ruth, Samuel und die Könige (2 Bücher), die zwölf Propheten, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja, Maleachi, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Ester, Esra, Nehemia, Brief 53, Kap. 7–8, S. 99–101.
F: Wie genau waren Philos Zitate im Buch Genesis?
A: Hier sind Zitate, die Philo in „Über die Schöpfung“ nacheinander verwendet:
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ … „Finsternis lag über der Tiefe“ … „nannte er ‚Tag‘“. … „Lasst uns den Menschen nach unserem Bild und uns ähnlich schaffen.“ … „Sie wurden als Mann und Frau geschaffen.“ … „Dies ist das Buch der Schöpfung des Himmels und der Erde, als sie geschah, an dem Tag, an dem Gott den Himmel und die Erde schuf, und jedes grüne Kraut, bevor es auf der Erde erschien, und alles Gras des Feldes, bevor es spross.“ … „Und eine Quelle stieg aus der Erde empor und bewässerte die ganze Erde.“ … „Gott schuf den Menschen, nachdem er Lehm von der Erde genommen hatte, und hauchte ihm den Odem des Lebens ins Gesicht.“ … „Gott brachte alle Tiere zum Menschen, um zu sehen, welche Namen er jedem geben würde.“ …
Hier sind Zitate, die er in „Allegorische Auslegung“, Band I und einem kleinen Teil von Band II, nicht in chronologischer Reihenfolge verwendet.
„Und der Himmel und die Erde und ihre ganze Welt waren vollendet.“ … „Und am sechsten Tag vollendete Gott sein Werk, das er geschaffen hatte.“ … „Gott vollendete seine Werke am sechsten Tag.“ … „Er ließ die Dinge ruhen, die er begonnen hatte.“ … „Dementsprechend ließ Gott am siebten Tag von all seinen Werken, die er geschaffen hatte, ruhen.“ … „Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn.“ … „Dies ist das Buch der Entstehung von Himmel und Erde, als sie erschaffen wurden.“ … „An jenem Tag schuf Gott den Himmel und die Erde sowie jedes grüne Kraut des Feldes, bevor es auf der Erde erschien, und alles Gras des Feldes, bevor es emporwuchs. Denn Gott ließ noch keinen Regen auf die Erde fallen, und es gab noch keinen Menschen, der die Erde bebaute.“ … „Doch eine Quelle stieg aus der Erde empor und bewässerte die ganze Erde.“ … „Und Gott schuf den Menschen, indem er einen Klumpen Lehm von der Erde nahm, und hauchte ihm den Odem des Lebens ins Gesicht; und der Mensch wurde eine lebendige Seele.“ … „Und Gott pflanzte ein Paradies in Eden, im Osten; und dorthin setzte er den Menschen, den er geformt hatte.“ … „Und den Menschen, den er geformt hatte,“ … „den Gott in das Paradies setzte.“ … „Und Gott ließ aus der Erde alle Bäume wachsen, die schön anzusehen und gut zur Nahrung sind, und den Baum des Lebens ließ er in der Mitte des Paradieses wachsen, ebenso den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.“ … „Und ein Fluss fließt aus Eden, um das Paradies zu bewässern. Von dort teilt er sich in vier Arme: Der Name des einen ist Pheison. Das ist jener, der das ganze Land Evilat umfließt. Dort liegt das Land, in dem es Gold gibt, und das Gold dieses Landes ist von guter Qualität. Dort finden sich auch der Karfunkel und der Saphir. Und der Name des zweiten Flusses ist Gihon; dies ist jener, der das ganze Land Äthiopien umfließt. Und der dritte Fluss ist der Tigris. Dies ist der Fluss, der vor den Assyrern fließt. Und der vierte Fluss ist der Euphrat.“ … „Und der Herr, Gott, nahm den Menschen, den er geschaffen hatte, und setzte ihn in das Paradies, damit er es bebaue und bewache.“ … „Und der Herr, Gott, gebot Adam und sprach: Von jedem Baum im Paradies darfst du frei essen; aber vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse sollt ihr nicht essen; denn an dem Tag, an dem ihr davon esst, werdet ihr den Tod sterben.“ (II) „Und der Herr, Gott, sprach: ‚Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; lasst uns eine Hilfe machen, die ihm entspricht.‘ … ‚Und Gott sprach: Die Erde bringe Lebewesen hervor nach ihrer Art, vierfüßige Tiere, kriechende Tiere und wilde Tiere.‘“ (Er fährt fort, bis hin zu Abraham).
Ein Vergleich der beiden Abschnitte zeigt, dass Philo bei der Zitierung derselben Passage nicht unbedingt genau dieselben Worte verwendete.
F: Welche Übersetzungsunterschiede gibt es in der Genesis zwischen dem hebräischen Original und der griechischen Septuaginta?
A: Mit Schwerpunkt vor allem auf Kapitel 1 sind hier einige der Übersetzungsunterschiede in den 1.533 Versen der Genesis aufgeführt. Laut dem „Anchor Bible Dictionary“, Band 5, S. 934, stimmt der samaritanische Pentateuch in 1.900 Lesarten mit der Septuaginta überein und weicht vom masoretischen Text ab. Sofern nicht anders angegeben, stammt der erste Satz aus dem masoretischen Text (MT) und der zweite aus der Septuaginta (LXX).
Gen 1,1 „Himmel“ (MT) vs. „Himmel“ (Septuaginta)
Gen 1,2 „formlos und leer“ vs. „unansehnlich und ungestaltet“ (Septuaginta) vs. „leer und nichts“ (Aquila) vs. „brach und undeutlich“ (Symmachus) vs. „öde, ohne Menschen oder Tiere und frei von jeglichem Anbau von Pflanzen und Bäumen“ (Targum von Neophyti I. [Paraphrase]) im Vergleich zu „leer und öde“ (Vulgata)
Gen 1,2 „die Oberfläche der Tiefe“ vs. „die Tiefe“
Gen 1,2 „Oberfläche der Gewässer“ vs. „Wasser“
Gen 1,5 „Tag“ (MT, Septuaginta) vs. „Tageszeit“ (Schriftrolle vom Toten Meer 4QGen(g))
Gen 1,6 „Gewässer“ vs. „Wasser“ (3 Mal)
Gen 1,7 „Und so geschah es“ vs. (fehlt) (2 hebräische Wörter, 3 griechische Wörter)
Gen 1,8 „Himmel“ vs. „Himmel“
Gen 1,9 „So geschah es.“ vs. „So geschah es. Und das Wasser, das unter dem Himmel war, sammelte sich an seinen Orten, und trockenes Land kam zum Vorschein.“ (17 griechische Wörter)
Gen 1,11–12 „zarte Triebe“ vs. „Kräuter“ (zweimal)
Gen 1,14 „Himmel, um zu trennen“ vs. „Himmel, um Licht auf die Erde zu geben, um zu trennen“
Gen 1,16 „herrschen“ vs. „ordnen“ (zweimal)
Gen 1,16 „und Sterne, die über die Nacht herrschen“ vs. „die Nacht ordnen, auch die Sterne“
Gen 1,20 „Krabbeltiere“ vs. „Reptilien“ (reptilia auf Griechisch)
(Beachten Sie, dass in Gen 1,20–21 Greens wörtliche Übersetzung fälschlicherweise von „Vögeln“ spricht, obwohl es sich um „fliegende Geschöpfe“ handeln sollte, da dasselbe hebräische Wort in Levitikus 11,19–22 und Deuteronomium 14,18–20 auch Fledermäuse und geflügelte Insekten bezeichnet.)
Gen 1,21 „und alles, was kriecht“ vs. „und jedes lebende Reptil“
Gen 1,21–25 „es“ vs. „sie“ (mehrfach) (Dies ist eine eher spitzfindige grammatikalische Frage)
Gen 1,22 „vermehren sich“ vs. „vermehren“
Gen 1,24 „Vieh und Kriechtiere“ vs. „Vierfüßer und Reptilien“
Gen 1,26 „nach unserem Bild, uns ähnlich“ vs. „nach unserem Bild und uns ähnlich“
Gen 1,26 „wilde Tiere und über die ganze Erde“ (MT, Septuaginta) vs. „wilde Tiere der Erde“ (Syrisch)
Gen 1,26 „kriechende Tiere“ vs. „Reptilien“
Gen 1,27 „nach seinem Ebenbild; nach dem Ebenbild Gottes“ vs. „nach dem Ebenbild Gottes“
Gen 1,28 „Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen“ vs. „Und Gott segnete sie und sprach“
Gen 1,30 „jedes Lebewesen“ vs. „alle wilden Tiere“
Gen 2,1 „ihr ganzes Heer“ vs. „ihre gesamte Welt“
Gen 4,8 „Abel“ vs. „Abel, lass uns aufs Feld gehen“ (Samaritanischer Pentateuch, Septuaginta, Targum Neophyti I, Syrisch, vgl. Vulgata)
Gen 4,15 „Darum“ (MT, Targume) vs. „Nicht so. Darum“ (Septuaginta, Syrisch, Vulgata) (keine Änderung der Bedeutung)
Die Stammbäume in Genesis 5 und 11,10–26 weichen im samaritanischen Pentateuch geringfügig ab (The Anchor Bible Dictionary, Band 5)
Gen 5,24 „wandelte mit Gott“ (MT) vs. „gefiel Gott“ (LXX, Hebräer 11,5b)
Gen 6,4: „Söhne Gottes“ (MT, Teile der Septuaginta) vs. „Engel Gottes“ (Teile der Septuaginta) vs. „Söhne der Götter“ (Übersetzung des Juden Aquila). Siehe Augustinus von Hippo, „De civitate Dei“ (413–426 n. Chr.), Buch 15, Kap. 23, S. 304
Gen 6,5 „HERR“ (MT, Targume) im Vergleich zu „HERR, Gott“ (Septuaginta) im Vergleich zu „Gott“ (Vulgata)
Gen 7,22 „Hauch des Lebensgeistes“ vs. „Hauch des Lebens“ (Septuaginta, Vulgata)
Gen 9,25: Einige Handschriften der Septuaginta und des arabischen Alten Testaments besagen, dass der Fluch nicht „Kanaan“, sondern „Ham, dem Vater Kanaans“ galt.
Gen 10,4 „Dodanim“ (die meisten masoretischen Handschriften) vs. „Rodanim“ (einige masoretische Handschriften, samaritanischer Pentateuch, Septuaginta)
Gen 10,23 „Mash“ (MT) im Gegensatz zu „Meschech“ (Septuaginta und 1. Chronik 1,17 im masoretischen Text)
In Gen 11,12 ist in der Septuaginta sowie in Lukas 3,36 „Kainan“ zwischen Arphaxad und Schela eingefügt.
Gen 11,32: Terach starb im Alter von „205 Jahren“ (MT) im Gegensatz zu „145 Jahren“ (Septuaginta, Samaritanischer Pentateuch)
Gen 14,1.9: „Arioch von Ellasar“ (hebräische Handschriften) im Gegensatz zur Umschreibung „König Arioch, König Ellasar“ in Theophilus an Autolycus, Buch 2, Kap. 31, S. 107. Die sumerische Archäologie hat einen „König Ariochu von Larsa“ entdeckt.
Gen 14,23 „Riemen/Sandale“ (MT) gegenüber einem unbekannten Wort im Samaritanischen Pentateuch (Unterschied von einem Buchstaben, höchstwahrscheinlich eine Verfälschung)
Gen 18,22 „Die Männer blieben vor dem Herrn stehen“ im Gegensatz zu „Der Herr blieb vor Abraham stehen“ (alte hebräische Schrifttradition)
Gen 19,17 „er sagte“ im Vergleich zu „sie sagten“ (Septuaginta, Syrisch, Vulgata)
Gen 20,13; 31,53; 35,7 „Elohim“ gegenüber „El“ (samaritanischer Pentateuch). Ebenfalls in Ex 22,8.
Gen 21,9 „mit Isaak“ vs. „mit ihrem Sohn Isaak“ (Septuaginta, Vulgata)
Gen 22,2 „deinen Sohn Isaak, deinen einzigen, den du liebst“ im Vergleich zu „Nimm deinen Sohn, den Geliebten, den du geliebt hast, Isaak“
Gen 22,13 „Widder hinter [ihm]“ (die meisten masoretischen Texte) vs. „Widder“ (einige masoretische Texte, samaritanischer Pentateuch, Septuaginta, Syrisch)
Gen 23,1 „Jahre, die Lebensjahre Saras“ im Vergleich zu „Jahre“ (Septuaginta, Vulgata)
Gen 24,62 „von der Ankunft bis“ im Gegensatz zu „von“ (syrische Targume)
Gen 30,36 fehlt im Vergleich zu „dass ein Engel Jakob im Traum erschien und ihm seinen Anteil an Labans Herden offenbarte“ (samaritanischer Pentateuch)
Gen 30,11 „mit/im Glück“ (MT, Kethib, Septuaginta, Vulgata) im Gegensatz zu „eine Schar“ (Qere, Syrisch, Targume) (Qere bezeichnet bestimmte aramäische Wörter, die laut vorgelesen werden und sich von den geschriebenen Wörtern im masoretischen Text unterscheiden. Kethib (in Aramäisch geschrieben) sind die geschriebenen Wörter des hebräischen Alten Testaments)
Gen 31,40 „glühende Hitze“ (MT, Septuaginta) vs. „Erntezeit“ (samaritanischer Pentateuch, offensichtlich eine Verfälschung)
Gen 31,49 „Mizpa“ vs. „Zeugensäulen“ (Septuaginta) vs. „die Säule von Mizpa“ (samaritanischer Pentateuch)
Gen 33,4 „und [er] küsste ihn“ (im Präsens, im masoretischen Text jedoch mit Punkten markiert) vs. fehlt (Septuaginta)
Gen 36,2.14 „Tochter von“ vs. „Sohn von“ [Zibeon/Sebegon] (Pentateuch, Syrisch)
Gen 36,3 „Basemath“ (MT, Septuaginta) gegenüber „Mahalath“ (samaritanischer Pentateuch)
Gen 36,16 „Korah/Core“ (MT und Septuaginta) im Gegensatz zu (fehlt) (samaritanischer Pentateuch, 1 Chronik 1,36)
Gen 36,24 „Wasser“ (MT, Vulgata) vs. „heiße Quellen“ (Septuaginta)
Gen 36,39 „Hadar“ (die meisten masoretischen Texte) vs. „Barad“ (Septuaginta) vs. „Hadad“ (einige masoretische Texte, samaritanischer Pentateuch, Syrisch)
Gen 37,36 „Medaniter“ vs. „Midianiter“ (Septuaginta, Samaritanischer Pentateuch, Vulgata, Syrisch)
Gen 41,22 „und ich sah“ vs. „Ich schlief ein zweites Mal ein und sah“ (Septuaginta, Syrisch, Vulgata)
Gen 41,48 „die Nahrung der sieben Jahre, die im Land waren“ vs. „die Nahrung der sieben Jahre, in denen es im Land Überfluss gab“ (Septuaginta, Samaritanischer Pentateuch)
Gen 41,56 „öffneten alles, was in/unter ihnen war“ im Gegensatz zu „alle Vorratshäuser“ (Septuaginta, Vulgata, Syrisch)
Gen 44,4 „Gut?“ vs. „Gut? Warum habt ihr meinen Silberbecher gestohlen?“ (Septuaginta, Vulgata)
Gen 46,13: „Puah“ im Vergleich zu „Phua“ (Septuaginta) im Vergleich zu „Puvah“ (samaritanischer Pentateuch, Syrisch, 1. Chronik 7,1)
Gen 46,13 „Iob“ vs. „Jashub“ (einige Septuaginta-Handschriften, samaritanischer Pentateuch)
Gen 46,16 „Ziphion“ vs. „Zephon“ (Septuaginta, Samaritanischer Pentateuch, Num 26,15)
Gen 46,20 „ihn“ vs. „ihn, [nämlich] Manasse und Ephraim. Und Manasse wurden Söhne geboren, die ihm die syrische Nebenfrau gebar, [nämlich] Machir. Und Machir zeugte Gilead. Und die Söhne Ephraims, des Bruders Manasses: Sutalaam und Taam. Und die Söhne Sutalaams: Edom.“ (Septuaginta, vgl. Schriftrolle vom Toten Meer 4QExod(a))
Gen 46,23 „Huschim“ vs. „Hashum“
Gen 46,27 „in Ägypten zwei Seelen. Alle Seelen des Hauses Jakob, die nach Ägypten kamen, waren siebzig.“ (MT) vs. „im Land Ägypten waren neun Seelen; alle Seelen des Hauses Jakob, die mit Josef nach Ägypten kamen, waren fünfundsiebzig Seelen.“ (Septuaginta)
Gen 47,21 „Er brachte sie in die Städte“ vs. „Er machte sie zu Sklaven“ (Septuaginta, Samaritanischer Pentateuch)
Gen 49,4 „Er hat es entweiht“ vs. „Ihr habt es entweiht“ (Septuaginta, Syrisch, Targume)
Gen 49,5 „Joseph“ vs. „sie“
Gen 49,7 „Ihr Zorn ist verflucht“ vs. „Ihr Zorn ist schön“ (Samaritanischer Pentateuch)
Gen 49,20 „von Asher“ vs. „Asher“ (Septuaginta, Vulgata, Syrisch)
Gen 50,16 „Sie befahlen Josef“ vs. „Sie traten an Josef heran“ (Septuaginta, Syrisch)
Gen 50,23 „auf den Knien Josephs“ vs. „in den Tagen Josephs“ (samaritanischer Pentateuch)
Die Verwendung der Begriffe „Elohim“ und „Jehova“ ist in der Septuaginta anders verteilt als im masoretischen Text. Julius Wellhausen sah darin den schwächsten Punkt seiner Dokumentarhypothese.
Literaturverzeichnis zu dieser Frage: Die hebräische Übersetzung stammt aus Jay P. Greens „Literal Translation“, und die Wiedergabe der Septuaginta stammt aus Sir Lancelot C. L. Brentons Übersetzung von „The Septuagint: Greek and English“. Außerdem wurden der „Expositor’s Bible Commentary“, das „Anchor Bible Dictionary“, Band 5, sowie die Fußnoten in den Bibelausgaben NASB, NIV, NKJV und NRSV herangezogen.
von Steven M. Morrison, PhD.