F: Woher wissen wir, dass das Buch Exodus in der Bibel enthalten sein sollte?
A: Unter anderem deshalb, weil Jesus und so viele andere in der Bibel das Alte Testament als authentisch bestätigten und dieses Buch der Tora als Heilige Schrift bezeichneten. Für weitere Informationen lesen Sie bitte die Fragen am Ende dieses Abschnitts zu jüdischen und frühchristlichen Autoren, die sich auf das Buch Exodus bezogen haben. Siehe auch die Fragen zu Matthäus 22,32 und Lukas 2,23.
F: Worin liegt der Wert des Buches Exodus?
A: Das Buch Exodus ist ein Buch, das gelesen und erlebt werden soll, und nicht nur dazu dient, seine Fakten zu lernen. Zwar enthalten sowohl das Buch Exodus als auch das Buch Deuteronomium die Zehn Gebote, doch ist das Buch Exodus insofern einzigartig, als es uns von den Plagen und der Befreiung aus Ägypten berichtet. Dies sind mehr als nur interessante Geschichten; sie zeigen den Charakter Gottes und Gottes Umgang mit seinem Volk. Gott befreit sein Volk nicht von schweren Zeiten, sondern führt es durch schwere Zeiten hindurch. Gott bediente sich natürlicher Mittel (der Hebammen), natürlicher Mittel in übernatürlicher Intensität (einige der Plagen) sowie übernatürlicher Mittel (die Teilung des Roten Meeres genau zum richtigen Zeitpunkt), um sein Volk zu befreien.
Das Buch Exodus zeigt, wie Gott individuell auf Mose und Aaron und sogar auf den Pharao eingeht. Gott war sehr geduldig mit Mose angesichts dessen Unsicherheit in Bezug auf seine Führungsrolle, doch Gott zeigte sich auch „streng“, als Mose vor allen Israeliten die Beherrschung verlor.
Die Erfahrungen im Buch Exodus waren entscheidend für die Definition der Identität Israels als Gottes auserwähltes Volk. Sie hielten in schweren Zeiten zusammen, erlebten große Befreiung und Segen, aber vor allem erkannten sie durch all das Gottes Wirken in ihrem Leben.
Ohne das Buch Exodus hätten wir keine Ahnung vom Passahfest und würden einen Großteil der Typologie des letzten Abendmahls des Herrn verpassen. So wie die Israeliten durch das Blut des Lammes vor der Vernichtung verschont blieben, so werden auch wir durch das Blut des Lammes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt, vor der Vernichtung verschont.
F: Auf welche verschiedenen Weisen lässt sich das Buch Exodus verstehen?
A: Das Buch Exodus ist tiefgründig und kann auf vielen verschiedenen Ebenen verstanden und studiert werden.
1) Abgesehen davon, dass das Buch Exodus unseren Glauben insgesamt stärkt, löst es einige kleine Rätsel, beispielsweise warum es in Ägypten so viele semitische Hinweise gab und diese anschließend verschwanden, warum Thutmosis IV. anschließend Pharao wurde, obwohl er angedeutet hatte, dass er nicht der Thronfolger war, und wer die späteren „Habiru“ waren, die „Amok liefen“ und danach einige kanaanitische Städte zerstörten.
2) Es handelt sich um eine genaue Darstellung der Geschichte der Israeliten und davon, wie sie sich von einem Stamm zu einem Volk entwickelten.
3) Es ist ein Buch über Gott, das Seinen Charakter in Bezug darauf offenbart, wie Er mit der Menschheit umgeht. Es zeigt, wie Er sowohl natürliche als auch übernatürliche Mittel einsetzte, um in der Geschichte zu wirken und mit Seinem Volk und dessen Unterdrückern umzugehen.
4) Es ist ein Buch des Gesetzes, das festhält, was Gott seinem Volk zu befolgen gebot.
5) Wie das Buch Nehemia ist es ein Buch über gottgefällige Führung, darüber, wie ein einzelner Mann – zusammen mit Gott – eine Armee besiegen und so viele Menschen 47 Jahre lang erfolgreich führen konnte.
6) Es ist ein Buch für das gesamte Volk Gottes, damit auch wir Mut schöpfen können, dass Gott uns befreien wird, dass auch wir eine Begegnung mit Ihm erleben können und dass Gott in der Stiftshütte unseres Herzens Seine Wohnung nehmen kann.
7) Es ist ein Buch der Vorbilder (2. Mose 25,40), der Befreiung, der Begegnung und eines Lebens in Anbetung sowie dessen, was Gott gefällt und was Ihm missfällt.
F: Wie sieht der Aufbau des Buches Exodus im Überblick aus?
A: Da es verschiedene Sichtweisen auf das Buch Exodus gibt, weisen unterschiedliche Kommentare auch recht unterschiedliche Gliederungen auf. Hier folgt eine allgemeine Gliederung.
I. Die Knechtschaft in Ägypten (2. Mose 1–14)
A. Der Weg zum Pharao (2. Mose 1–4)
1. Die Versklavung Israels (2. Mose 1)
2. Die Gefahr für Mose (Ex 2)
3. Gottes Ruf (Ex 3,4)
B. Befreiung – Lass mein Volk ziehen (Ex 5–14)
1. Zwei Konfrontationen (Ex 5–7,13)
2. Die erste Plage – Blut (2. Mose 7,14–25)
3. Die zweite Plage – Frösche (Ex 8,1–15)
4. Die dritte Plage – Läuse (Ex 8,16–19)
5. Die vierte Plage – Fliegen (Ex 8,20–32)
6. Die fünfte Plage – Das Vieh starb (2. Mose 9,1–7)
7. Die sechste Plage – Geschwüre (2. Mose 9,8–12)
8. Die siebte Plage – Hagel und Feuer (2. Mose 9,13–35)
9. Die achte Plage – Heuschrecken (2. Mose 10,1–20)
10. Die neunte Plage – Drei Tage Finsternis (2. Mose 10,21–29)
11. Die zehnte Plage – Die Erstgeborenen und das Passahfest (2. Mose 11,1–12,30)
12. Die Durchquerung des Roten Meeres (2. Mose 12,31–14,31)
II. Das Leben in der Wüste (2. Mose 15–40)
A. Zum Sinai: Eine Reise im Vertrauen auf Gott (2. Mose 15,1–18,27)
1. Das Lied der Mirjam – Erinnerung an Gottes Befreiung (2. Mose 15,1–21)
2. Mara und Elim – Wird Gott in der Wüste für uns sorgen? (Ex 15,22–27)
3. Manna und Wachteln – Wird Gott an diesem kargen Ort für Nahrung sorgen? (Ex 16)
4. Massa – eine Glaubensprüfung nicht bestanden (Ex 17,1–7)
5. Die Amalekiter – Wird Gott beschützen? (2. Mose 17,8–15)
6. „Ich schaffe das alles selbst“ – weitere Einstellungen, die es zu ändern gilt (Ex 18)
B. Begegnung mit Gott am Sinai (2. Mose 19–24)
1. Gott erfahren (2. Mose 19)
2. Die 10 Gebote, Altäre, keine Götzenbilder (2. Mose 20)
3. Zivilgesetze (2. Mose 21–23,10)
4. Sabbate und Feste (Ex 23,11–19)
5. Gottes Verheißung für den Gehorsam (Ex 23,20–33)
6. Mahl mit Gott (2. Mose 24)
C. Der Gottesdienst in der Stiftshütte – Vorbereitung auf Gottes Gegenwart unter euch
1. Unser Verständnis vertiefen
a. Die Materialien – Gaben für Gott (2. Mose 25,1–9)
b. Die Bundeslade – der Ort der Begegnung mit Gott (2. Mose 25,10–22)
c. Gottes Gegenwart am Tisch (2. Mose 25,23–30)
d. Der Leuchter – Gottes Licht in unserem Leben (2. Mose 25,31–40)
e. Die Stiftshütte – persönliche Vertrautheit mit Gott (2. Mose 26)
f. Der Brandopferaltar – Dinge für Gott aufgeben (2. Mose 27,1–8)
g. Der Vorhof der Stiftshütte – sich für Gott versammeln (2. Mose 27,9–19)
h. Lassen Sie niemals zu, dass es in Ihrer Anbetung an Öl mangelt (2. Mose 27,20–21)
2. Sich selbst absondern
a. Die Gewänder der Priester Gottes (2. Mose 28)
b. Die Weihe der Priester Gottes (2. Mose 29)
3. Was Priester tun
a. Der Räucheraltar – sind Ihre Gebete wohlriechend? (2. Mose 30,1–10)
b. Vergessen Sie niemals, dass wir teuer erkauft wurden (2. Mose 30,11–16)
c. Waschbecken – unser Bedürfnis nach täglicher Reinigung (2. Mose 30,17–21)
d. Salböl (2. Mose 30,22–33)
e. Weihrauch (2. Mose 30,34–38)
f. Kunsthandwerker (2. Mose 31,1–11)
g. Das Zeichen der Einhaltung des Sabbats (2. Mose 31,12–18)
D. Auflehnung, Buße und Wiederherstellung (2. Mose 32–33)
1. Das goldene Kalb – wie konnten sie das tun? Könnten wir das tun? (2. Mose 32)
2. Wiederherstellung – können wir das? (2. Mose 33)
3. Gehorsam und erneute Begegnung (2. Mose 34)
E. Die Wiederaufnahme des Stiftshüttengottesdienstes nach der Umkehr (2. Mose 35,1–39,43)
F. Gott unter euch – Wie ist eure Stiftshütte aufgebaut? (Ex 40)
1. Vorbereitung auf Gottes Ankunft (2. Mose 40,1–33)
2. Gott kommt in Herrlichkeit (2. Mose 40,34–38)
F: Wer hat im Buch Exodus als Erster Fragen zum Exodus beantwortet?
A: Soweit mir bekannt ist, war Philo, ein hellenistischer Jude aus Alexandria, der von etwa 20 v. Chr. bis 50 n. Chr. lebte, der Erste, der Antworten auf Fragen zum Buch Exodus verfasste. Leider sind heute nur noch einige Fragmente seines Werks zum Buch Exodus erhalten.
F: Wie konnte es in Ex 1 in 430 Jahren zu einer so großen Bevölkerungszahl kommen?
A: Die Antwort finden Sie in der Erörterung zu 4. Mose 1.
F: Warum sollte ein liebender Gott in Ex 1 zulassen, dass die Hebräer 400 Jahre lang Sklaven waren?
A: Das Leben eines Menschen – selbst wenn es 400 Jahre dauern sollte – ist nur ein kurzer Augenblick im Vergleich zu einem Leben in der Ewigkeit im Himmel. Gott lässt zu, dass sein Volk auf Erden leidet, sogar ungerechtes Leid, denn dies ist nur eine vorübergehende Phase, und Gott wird uns im Himmel belohnen.
Allerdings hat Gott dies nicht nur zugelassen, sondern es könnte für die Israeliten sogar ein großer Segen gewesen sein. In dieser Zeit gab es in Kanaan viele Schlachten; hier sind einige davon:
1500 v. Chr. | Ägypten zerstört Debir, Hazor, Jericho und weitere Orte in Palästina |
1485 v. Chr. | Thutmosis III. von Ägypten erobert Arvad in Phönizien |
1483–1437 v. Chr. | Thutmosis III. von Ägypten: 17 Feldzüge – Napoleon von Ägypten |
1483/1468 v. Chr. | Bei Megiddo besiegt Thutmosis III. die Kanaaniter |
ca. 1454 v. Chr. | Kadesh lehnt sich gegen Ägypten auf |
Da die Israeliten Sklaven in Ägypten und Hirten waren, die von den Ägyptern verachtet wurden, konnten sie sich nicht in die ägyptische Gesellschaft integrieren. In „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 49, wird dies treffend formuliert: „Oft sind die Dinge, die in unserem Leben am schmerzhaftesten erscheinen, Gottes Segen in Verkleidung, der erst dann als solcher erkannt wird, wenn der Lauf der Zeit den Zweck offenbart, den Gott im Sinn hatte.“
Frage: Wie alt war Mirjam in 2. Mose 1,7–8?
A: Wir wissen es nicht, aber sie war offenbar alt genug, um auf das Kind aufzupassen, und doch zu jung, um arbeiten zu müssen. Vielleicht war sie 8–12 Jahre älter als Mose.
F: Wie lassen sich die Hyksos-Herrscher archäologisch in Ex 1,8 einordnen?
A: Die Hyksos waren ein Volk aus dem Nahen Osten, das Ägypten dank seiner überlegenen Streitwagen von 1760 bis 1640 v. Chr. eroberte. Sie herrschten eine Zeit lang über Ägypten und wurden zwischen 1573/55 und 1540 v. Chr. nach und nach vertrieben. Als Jakob und seine Familie nach Ägypten auswanderten, waren gemäß Genesis 46,34 und 43,32 die Ägypter an der Macht noch die Vorfahren der Hyksos.
In Genesis 46,34 heißt es, dass die Ägypter nicht mit Hirten verkehren wollten, und die Hyksos wurden als „Hirtenkönige“ bezeichnet.
In Genesis 43,32 heißt es, dass diese Ägypter nicht mit [asiatischen] Hebräern essen würden.
Wenn also die Hyksos nicht die ägyptischen Herrscher waren, als Jakobs Familie nach Ägypten kam, wäre der „neue Pharao“ gegenüber denjenigen misstrauisch gewesen, die unter dem vorherigen Pharao hohe Ämter innehatten. Darüber hinaus könnten die einheimischen Ägypter, nachdem die Hyksos vertrieben worden waren, weiterhin misstrauisch gegenüber nicht-ägyptischen Asiaten wie den Hebräern gewesen sein.
F: Stimmt es, kurz gesagt, dass es in Ex 1,8–10 keine archäologischen Beweise dafür gibt, dass die Israeliten in Ägypten waren, wie ein Atheist (Capella) behauptete?
A: Nein, es gibt reichlich Belege. Es gibt nicht nur Hinweise auf die „Habiru“, sondern der Papyrus Brooklyn 35.1446 zeigt auch zahlreiche Beispiele für Asiaten, denen ägyptische Namen gegeben wurden. Einige dieser Asiaten stammen aus den Stämmen Issachar und Asser. Eine ausführlichere Antwort finden Sie in der nächsten Frage sowie weitere Informationen in der Erörterung zu 2. Mose 11,5–12,30.
F: Haben vorchristliche heidnische Schriftsteller in Ex 1,8–10 Moses erwähnt?
A: Einerseits sagt Origenes (225–254 n. Chr.) in seiner „Auslegung des Hohelieds“, erste Predigt, S. 273, dass dies niemand getan habe, und die Fußnote 37 des Übersetzers bestätigt dies. („Ancient Christian Writers“, Band 26.) Julius Africanus (235–245 n. Chr.) vertritt jedoch eine andere Ansicht. Er schreibt: „Polemo beispielsweise sagt im ersten Buch seiner ‚Griechischen Geschichte‘: ‚Zur Zeit des Apius, des Sohnes des Phoroneus, verließ ein Teil des ägyptischen Heeres Ägypten und ließ sich in dem als syrisch bezeichneten Palästina nieder, unweit von Arabien: Dies sind offensichtlich jene, die bei Mose waren.‘ Und Apion, der Sohn des Poseidonius, der fleißigste aller Grammatiker, berichtet in seinem Werk „Gegen die Juden“ sowie im vierten Buch seiner „Geschichte“, dass zur Zeit des Inachos, des Königs von Argos, als Amosis über Ägypten herrschte, die Juden unter der Führung von Moses rebellierten. Auch Herodot erwähnt diesen Aufstand und Amosis in seinem zweiten Buch und in gewisser Weise auch die Juden selbst, indem er sie zu den Beschnittenen zählt und sie als die Assyrer Palästinas bezeichnet, vielleicht aufgrund Abrahams. Und Ptolemäus von Mendes, der die Geschichte der Ägypter seit den frühesten Zeiten erzählt, gibt denselben Bericht über all diese Dinge; so dass es unter ihnen im Allgemeinen keinen nennenswerten Unterschied in der Chronologie gibt.“ Die vor-nikänischen Väter, Band 6, Julius Africanus, Fragment 13, S. 124.
F: Gibt es in Ex 1,8–10, abgesehen von der Bibel, irgendwelche Belege dafür, dass die Israeliten in Ägypten versklavt waren oder aus Ägypten auszogen?
A: Einige kritische „Gelehrte“ glauben nach wie vor an die überholte Theorie, dass es keine Beweise dafür gebe, dass sich die Israeliten in Ägypten aufgehalten hätten oder aus Ägypten ausgezogen seien. Vielleicht sollten sie „die Schrift an der Wand“ lesen. Ein Wandgemälde im Grab von Khnumhotep (1892 v. Chr.) in Beni Hasan in Ägypten zeigt 37 „Asiaten“ oder nicht-ägyptische Menschen aus dem Nahen Osten. Sie hatten schwarzes Haar, spitze Bärte, lange, vielfarbige Umhänge, Bögen und Wurfstöcke.
Christliche Gelehrte, die im „Wycliffe Dictionary of Biblical Archaeology“, im „Expositor’s Bible Commentary“ und in anderen Büchern geschrieben haben, haben zahlreiche Belege dafür zusammengetragen, dass sich die Israeliten in Ägypten aufhielten. Nicht nur christliche Gelehrte vertreten die Ansicht, dass sich die Israeliten von etwa 1875 bis 1445 v. Chr. in Ägypten aufhielten, sondern auch der säkulare Archäologe David M. Rohl dokumentiert in seinem Buch „Pharaohs and Kings: A Biblical Quest“ (Crown Publishers 1995) Belege, die mit dem Auszug der Israeliten aus Ägypten vereinbar sind. Hier ist eine „Top-Ten“-Liste von Fakten, die den Auszug der Israeliten aus Ägypten stützen.
10. Skelette langhaariger asiatischer Schafe belegen, dass diese erstmals in der Zeit Josephs (1900–1800 v. Chr.) im ägyptischen Nildelta auftraten. Josephs ägyptischer Name „Zaphenath-Paneah“ lautete wahrscheinlich „Zat-en-aph“ (der, der gerufen wird) und „Ipiankhu“ (Ipu lebt). Der Name Ipiankhu und Varianten davon waren zur Zeit Josephs verbreitet, zuvor oder danach jedoch nicht sehr häufig. Viele weitere hebräische Namen finden sich in einem ägyptischen Papyrus im Brooklyn Museum (35.1446). Unter Pharao Sobekhotep III. (um 1540 v. Chr.) wurde eine große Anzahl von Sklaven in die Gegend von Theben verlegt. Von den 95 Namen stammten über 50 % von Asiaten, und ihre ägyptischen Namen waren daneben angegeben. Viele der ägyptischen Namen beginnen mit „der/die, der/die genannt wird“. Einige dieser Personen wurden ausdrücklich als Angehörige der Stämme Issachar und Asser verzeichnet.
Darüber hinaus sind einige hebräische Namen Menahem und Shiphrah. Dies geschah jedoch 100 Jahre vor der Shiphrah in Exodus 1. Walter Kaiser erwähnt in „A History of Israel“, S. 84, und im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 307, dass von den beiden semitischen Namen „Shiphrah“ wahrscheinlich von „Sp-ra“ (die Schöne) stammt und der Name „Puah“ wahrscheinlich vom ugaritischen Wort „Pgt“ abgeleitet ist, das „Mädchen“ oder „die Prächtige“ bedeutet.
Zudem enthält der Leidener Papyrus 348 den Befehl, „Getreiderationen an die Soldaten und an die ‚Apiru‘ zu verteilen, die Steine zum großen Pylon von Ramses transportieren“. Bei den ‚Apiru‘ handelte es sich wahrscheinlich um die Hebräer.
9. Ein nicht-ägyptischer Stellvertreter war durchaus sinnvoll. Hätte Josef versucht zu rebellieren, wären die Ägypter ihm nicht gefolgt. Es ist überliefert, dass Kanaaniter wie Meri-Ra und Ben-Mat-Ana hohe Positionen am ägyptischen Hof innehatten. Ein Semit namens Yanhamu war ein Stellvertreter von Amenhotep III. mit Sitz in Gaza.
8. Zum Bau einiger ägyptischer Städte wie Pithom wurden Ziegel verwendet. In Pithom wurden Ziegel gefunden, die in der untersten Schicht mit Stroh hergestellt worden waren. In der mittleren Schicht enthielten die Ziegel lediglich Stoppeln. In der obersten Schicht stellten Archäologen fest, dass die Ziegel gänzlich ohne Bindemittel hergestellt worden waren. Das Grab eines ägyptischen Adligen namens Rekhmere / Rek-mi-Re in Theben aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. zeigt ein Gemälde, auf dem Sklaven Ziegel herstellen.
7. Es gab Hinweise auf eine große Katastrophe mit einer großen Anzahl von hastig bestatteten Leichen. Die hohe Zahl der Todesopfer beweist jedoch weder, dass dies auf ein plötzliches Ereignis über Nacht zurückzuführen war, noch widerlegt sie diese Annahme.
Zudem führt Tacitus in seinem Werk „Historien“, Buch 5, verschiedene Vermutungen darüber auf, dass die Juden von Kreta, aus Ägypten, aus Äthiopien oder von den Assyrern stammten, und erzählt anschließend eine interessante Geschichte. „Die meisten Autoren sind sich jedoch darin einig, dass, als einst in Ägypten eine Krankheit ausbrach, die den Körper schrecklich entstellte, König Bocchoris auf der Suche nach einem Heilmittel das Orakel von Hammon befragte und aufgefordert wurde, sein Reich zu reinigen und dieses von den Göttern verabscheute Volk in ein fremdes Land zu verbannen. Das Volk, das nach sorgfältiger Suche zusammengetrieben worden war und sich nun in einer Wüste wiederfand, saß größtenteils in trauerbetäubter Starre da, bis einer der Verbannten, namens Moyses, sie warnte, keine Hilfe bei Gott oder den Menschen zu suchen, da sie von beiden verlassen seien, sondern auf sich selbst zu vertrauen und jenen Mann als ihren vom Himmel gesandten Anführer anzuerkennen, der ihnen als Erster helfen würde, dem gegenwärtigen Elend zu entkommen … Moses, der seine Autorität über das Volk für die Zukunft sichern wollte, gab ihnen eine neuartige Form der Anbetung, die im Gegensatz zu allem stand, was von anderen Völkern praktiziert wurde. … Sie schlachten den Widder, scheinbar zum Spott über Hammon, und sie opfern den Stier, weil die Ägypter ihn als Apis verehren.“ (Zitat aus „Die Annalen und Die Historien“ von P. Cornelius Tacitus, Encyclopedia Britannica, Inc. 1952.)
6. Ein ägyptischer Text aus der Zeit um 1350 v. Chr. beschrieb ein seltsames Ereignis aus früherer Zeit: „Die Sonne ist verdeckt und scheint nicht mehr für die Augen der Menschen. Leben ist nicht mehr möglich, wenn die Sonne hinter den Wolken verborgen ist. Ra [der Gott] hat sein Gesicht von der Menschheit abgewandt. Wenn sie doch nur für eine Stunde scheinen würde! Niemand weiß, wann es Mittag ist. Der eigene Schatten ist nicht zu erkennen. Die Sonne am Himmel gleicht dem Mond…“ Dies könnte sich auf die Finsternis über dem Land beziehen. Es bezieht sich wahrscheinlich nicht auf den Vulkanausbruch auf der Insel Thera, da dieser etwa 200 Jahre zuvor stattfand. (Dies stammt aus dem Ipuwer-Papyrus).
5. Pharao Thutmosis IV. war offenbar nicht der erstgeborene Sohn. Auf der Traumstele von Thutmosis IV. (1421–1410 v. Chr.), die zwischen den Vorderpfoten der Sphinx von Gizeh gefunden wurde, versprach der Gott Harmakhis Thutmosis besondere Hilfe, um der nächste Pharao zu werden, als Gegenleistung dafür, dass er den Sand beseitigte, der sich vor der Sphinx angesammelt hatte. Er hätte wahrscheinlich keine besondere Hilfe benötigt, wäre er der Erstgeborene in der Thronfolge seines Vaters Amenhotep II. (1450/1447–1401/1385) gewesen. Walter Kaiser schreibt in „A History of Israel“, S. 90, dass der älteste Bruder von Thutmosis IV. Webensenu hieß. Webensenu erhielt ein Begräbnis im Königsgrab, und er war wahrscheinlich derjenige, der während der zehnten Plage starb. Der zweite Sohn von Amenhotep II. war Khaemwaset, der vor seinem Tod heiratete. Wie Kaiser feststellt: „Zwar kann die Sphinx-Stele nicht als direkter Beweis für den Tod des Erstgeborenen angesehen werden, doch haben Ägyptologen genügend Belege ans Licht gebracht, um das frühe Datum des Exodus zu untermauern und die Tatsache zu bestätigen, dass Thutmosis IV. tatsächlich nicht damit gerechnet hatte, die Thronfolge seines Vaters anzutreten.“
4. Gemischte ägyptisch-hebräische Inschriften in Höhlen nahe dem Berg Sinai beschreiben die Teilung des Meeres, Moses und den Fang der Wachteln. Das Interessanteste daran ist jedoch, dass die Sprache eine Mischung aus Ägyptisch und Hebräisch war. Auch der Historiker Diodorus Siculus (10 v. Chr.) wusste davon. Zudem befinden sich am Eingang zu den Kupferminen im Sinai Hunderte von Inschriften. Die meisten davon sind in ägyptischen Hieroglyphen verfasst, doch etwa 40 Inschriften sind in einer Art proto-sinaitischer alphabetischer Schrift aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. verfasst. Diese Beweise sind jedoch „umstritten“, da es keine Möglichkeit gibt, den Entstehungszeitpunkt dieser Schriften zu datieren.
3. Das ägyptische Militär, das zuvor Kanaan kontrolliert hatte, war seltsamerweise nicht präsent. Von dem ägyptischen Militär hört man erst wieder zur Zeit des Pharaos Seti I., der Hazor im Jahr 1300 v. Chr. zerstörte.
2. In Jericho fand Bryant G. Wood starke Mauern, große Mengen an Getreide (was auf eine kurze Belagerung hindeutet) und keine Plünderungsspuren (da das Getreide noch vorhanden war). John Garstang war derjenige, der als Erster reichlich verkohltes Getreide entdeckte. In „Hard Sayings of the Bible“, S. 182–183, werden Hinweise auf ein Erdbeben der Stärke 8 auf der Richterskala erwähnt, das Risse in den Mauern hinterlassen haben könnte. Die inneren Lehmziegelmauern stürzten über die äußere Steinmauer hinweg und bildeten so eine günstige Rampe. Wann fand diese Eroberung statt? Keramikfunde aus Zypern deuten auf ein Datum zwischen 1450 und 1400 v. Chr. hin. Ägyptische Amulette tragen Inschriften mit dem Namen des jeweiligen Pharaos bis in die Zeit Josuas hinein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte John Garstang die Mauern von Jericho fälschlicherweise auf die Zeit Josuas datiert, doch Kathleen Kenyon hat laut dem „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 575) bewiesen, dass Garstang Unrecht hatte. Die C-14-Datierung legt den Zeitpunkt der Zerstörung auf 1410 v. Chr. ± 40 Jahre fest.
1. Was die Zerstörung von Städten in Kanaan betrifft, so erwähnt Josua lediglich, dass die folgenden Städte zerstört wurden: Debir, Eglon, Hazor, Hebron, Jericho, Lachisch, Libna, Makkeda und Ai. Archäologen haben festgestellt, dass zu jener Zeit die folgenden Städte zerstört wurden: Arad, Debir, Hazor, die Stätte bei el-Khalil (Hebron?), Jericho und Lachisch. Die Stätte bei Beitin (Bethel?), die Stadt Gibeon und die Stätte bei Khirbet Nisya wurden aufgegeben. Möglicherweise wurde die Kleinstadt Ai so vollständig zerstört, dass die Stätte niemals gefunden werden wird. Wer hat diese Städte zerstört? Die Tell-el-Amarna-Tafeln geben uns darüber klare Auskunft. Die Briefe von Tell el-Amarna wurden zwischen 1500 und 1370 v. Chr. von Kanaan an den ägyptischen Pharao geschrieben. Sie erwähnen die gefürchteten „Habiru, die Amok laufen“. Interessanterweise erwähnen sie auch einen König Lab’ayu von Sichem [einer Stadt der Gibeoniter], der als Verräter galt, da er sich mit den Habiru-Eindringlingen verbündet hatte. Später erwähnt auch die Stele des Pharaos Merenpta/Merneptah (1229/1225 v. Chr.) ein Volk namens Israel im Norden Kanaans.
Darüber hinaus heißt es in der „Biblical Archaeology Review“, Band 7 (Sept.–Okt. 1981), dass es Hinweise auf syro-palästinensische Überreste in der Nähe von Qantir, Ägypten, aus der Zeit von 1700–1500 v. Chr. gibt.
Abgesehen davon erwähnt Julius Africanus (tätig 235–245 n. Chr.) antike griechische Historiker, die über den Exodus schrieben. „Polemo beispielsweise schreibt im ersten Buch seiner ‚Griechischen Geschichte‘: ‚Zur Zeit des Apius, des Sohnes des Phoroneus, verließ ein Teil des ägyptischen Heeres Ägypten und ließ sich in dem als syrisch bezeichneten Palästina nieder, unweit von Arabien: Dies sind offensichtlich jene, die bei Mose waren.‘ Und Apion, der Sohn des Poseidonius, der fleißigste aller Grammatiker, schreibt in seinem Werk „Gegen die Juden“ sowie im vierten Buch seiner „Geschichte“, dass zur Zeit des Inachos, des Königs von Argos, als Amosis über Ägypten herrschte, die Juden unter der Führung von Moses revoltierten. Auch Herodot erwähnt diesen Aufstand und Amosis in seinem zweiten Buch und in gewisser Weise auch die Juden selbst, indem er sie zu den Beschnittenen zählt und sie als die Assyrer Palästinas bezeichnet, vielleicht aufgrund Abrahams. Und Ptolemäus von Mendes, der die Geschichte der Ägypter seit den frühesten Zeiten schildert, gibt denselben Bericht über all diese Dinge; so dass es unter ihnen im Allgemeinen keinen nennenswerten Unterschied in der Chronologie gibt.“ Die vor-nikänischen Väter, Band 6, Julius Africanus, Fragment 13, S. 124.
Dies ist nicht das erste Mal, dass kritische „Gelehrte“ die archäologischen Erkenntnisse außer Acht ließen. So entdeckten Archäologen beispielsweise die Hethiter bereits im Jahr 1892. Dennoch bezweifelten einige Gelehrte noch zehn Jahre später (1902, E.A.W. Budge) deren Existenz.
Fazit: Es ist schwer, gegen den Strom zu schwimmen, wenn diese skeptische Theorie in einem Meer von Fakten untergeht. Somit belegt die Archäologie heute, dass die biblischen Berichte die Zuverlässigkeit der Bibel untermauern. Da die Bibel so viele kleine Details korrekt wiedergibt, sollten wir sie vielleicht auch in dem als wahr anerkennen, was sie selbst zu sein vorgibt: Gottes Botschaft an uns.
Weitere Quellen für interessante archäologische Informationen über die Israeliten in Ägypten sind: „Can Archaeology Prove the Old Testament?“ von Ralph O. Muncaster, die „Encyclopedia Britannica“, „Encyclopedia of Bible Difficulties“ von Gleason Archer (Zondervan), „Evidence for Faith“ von John Warwick Montgomery, „The New International Dictionary of the Bible“ von J. D. Douglas und Merrill C. Tenney, „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 53, „The New Evidence That Demands a Verdict“ von Josh McDowell sowie „The Biblical Archaeology Review“.
Sehen Sie sich auch ein interessantes Video zur Datierung des Exodus an: https://www.youtube.com/watch?v=2JusQxiTXnE.
F: Stimmt es, dass in Ex 1,8–10 „es als gesichert gilt, dass die Ägypter alle ihre Städte und Denkmäler selbst erbaut haben“, wie ein Atheist (Capella) behauptete?
A: Keineswegs. Die Antwort finden Sie in der vorherigen Frage.
F: Warum ließ Gott in Ex 1,8–10 zu, dass sein Volk unterdrückt wurde?
A: Gott lässt sein Volk manchmal aus verschiedenen Gründen unterdrücken: zur Züchtigung (Richterbuch), um diejenigen auszusortieren, die nicht folgen wollten – wie beispielsweise im Exil –, usw. In diesem Fall sagt die Bibel zwar nichts Explizites dazu, doch können wir Vermutungen anstellen.
Stellen Sie sich vor, das Volk bestand aus gut bezahlten Steinmetzen, die gut behandelt wurden, als Mose auftauchte und verkündete, Gott werde sie befreien. Warum sollten sie Mose folgen wollen, wenn der Pharao ihnen gegenüber so freundlich gewesen war? Auch wenn die Freiheit im gelobten Land besser wäre, würden viele von ihnen ihren Komfort nicht aufgeben wollen. Stellen Sie sich vor, wie sich einige von ihnen, während sie ihre Sachen für die Abreise zusammenpackten, fragten, wie sie ein hartes Leben in der Wüste überstehen sollten, wo sie doch bisher nur ein Leben in Komfort gekannt hatten. Stellen Sie sich vor, wie sie sich in Bezug auf Wasser und Nahrung ganz auf Gott verlassen mussten, obwohl es in der Wüste nichts davon gab – wo sie doch zuvor so gut versorgt waren, dass sie sich in nichts auf Gott verlassen mussten. So können wir zumindest einige Gründe erkennen, warum Gott ihnen diese Nöte auferlegte.
Dennoch beklagten sich einige Menschen in der Wüste weiterhin, manche wollten zurück nach Ägypten, und andere stellten die Autorität Moses’ in Frage.
Es mag uns vielleicht nicht gefallen, dies zu hören, aber manchmal muss Gott uns aus unserer Komfortzone herausholen, bevor wir aufstehen, uns auf den Weg machen und das tun, was Gott von uns erwartet.
F: Was wissen wir außerhalb der Bibel über ägyptische Sklavenaufseher (Ex 1,11)?
A: Der ägyptische Begriff „ser“ findet sich auf einem Wandgemälde im thebanischen Grab von Rekhmire, der unter Thutmosis III. als Aufseher für die Ziegelherstellung tätig war. Das Wandgemälde zeigt Sklaventreiber mit schweren Peitschen. Die ägyptische Hieroglyphe ist interessant: Sie stellt den Kopf und den Hals einer Giraffe dar.
Ein Wandgemälde in Abd-el-Gurnah zeigt den Bau des Amun-Tempels in Karnak mit Sklaven, die semitisch aussehen. Ein Sklaventreiber steht über ihnen mit folgender Inschrift: „Der Aufseher sagt zu seinen Arbeitern: Die Rute ist in meiner Hand; seid nicht faul.“ Seltsamerweise werden die Israeliten in 2. Mose 5,17 ausdrücklich beschuldigt, „faul zu sein“.
F: Wo befanden sich in 2. Mose 1,11 die beiden Städte Pithom und Ramses?
A: Pithom (Haus des [Gottes] Atum) liegt am Wadi Tumilat unmittelbar östlich des Nildeltas. Es handelt sich entweder um die Ruine bei Tell er-Rababeh oder um Tell el-Maskhuta, 8–9 Meilen östlich davon. In Tell el-Maskhuta wurden Ziegel gefunden, die ohne Stroh hergestellt wurden. Die Septuaginta fügt hinzu, dass es sich hierbei um dieselbe Stadt wie „On“ oder Heliopolis handelt.
Früher ging man davon aus, dass die Stadt Ramses bei Tanis/Zoan lag. Nach Ansicht von Hans Goedicke in der „Biblical Archaeology Review“, Band 7 (Sept.–Okt. 1981), wird ihr Standort heute jedoch in der Nähe von Qantir verortet. Es gibt Hinweise auf syro-palästinensische Überreste aus den Jahren 1700–1500 v. Chr.
F: Wo hat der Begriff „Pharao“ in Ex 1,11 seinen Ursprung?
A: Die Bedeutung von Wörtern ändert sich manchmal im Laufe der Zeit. Zwischen 2.500 und 2.000 v. Chr. bedeutete „Pharao“ ursprünglich „großes Haus“ (Palast), doch nach und nach bezeichnete der Begriff den König von Ägypten, der dort residierte.
F: Wie konnten in Ex 1,15 zwei hebräische Hebammen so viele Geburten von Hebräern betreuen?
A: Sie haben offensichtlich nicht bei jeder Geburt selbst mitgewirkt, sondern andere beaufsichtigt. Aufseher für verschiedene Handwerksberufe regelten das Leben in der ägyptischen Gesellschaft.
F: Gibt es in Ex 1,15–19 außer in der Bibel noch weitere Belege für die Namen Schifra und Pua?
A: Mir sind keine Belege für den Namen Puah bekannt. Ein ägyptischer Papyrus im Brooklyn Museum (35.1446), der etwa 1540 v. Chr. verfasst wurde, erwähnt jedoch eine Shiphrah. Diese Shiphrah lebte über ein Jahrhundert vor der in Exodus erwähnten Shiphrah.
F: Wie konnte Gott in Ex 1,16–19 die hebräischen Hebammen Schifra und Pua dafür segnen, dass sie den Pharao belogen hatten?
A: Die Christen sind sich über die Antwort uneinig.
1. Viele sagen, dass Gott ihren Glauben segnete, weil sie für das Rechte eintraten, und ihnen ihre Lüge verzieh, die sie zu diesem Zweck begingen. Außerdem waren die Zehn Gebote zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben worden.
2. Andere sagen, Gläubige sollten in Lebens- und Todessituationen gegenüber bösen Menschen, die es nicht verdienen, nicht die Wahrheit sagen.
3. Schifra und Pua konnten nicht alle diese Babys persönlich zur Welt bringen: Wahrscheinlich leiteten sie eine „Armee“ von Hebammen, die diese Arbeit verrichteten. Die ihnen unterstellten Hebammen könnten gelogen oder absichtlich zu spät gekommen sein.
F: War es in Ex 1,16 nicht unvernünftig von dem Pharao, die Israeliten töten zu wollen, da sie gute Sklaven waren?
A: Es gab wahrscheinlich etwa 4,1 Millionen Ägypter (+/- eine Million). Da die Geburtenrate der Israeliten höher war als die der Ägypter, dürfte ihre Bevölkerungszahl bei etwa 2 Millionen gelegen haben, weshalb der Pharao beunruhigt war.
Nebenbei bemerkt: Während der Pharao anordnete, alle hebräischen Knaben zu töten, ließ Gott ironischerweise einen von ihnen in seinem eigenen Haus aufwachsen.
F: Warum wollte der Pharao in Ex 1,16 zur Zeit der Geburt Moses’ die hebräischen Jungen statt der Mädchen töten? Man würde doch meinen, es wäre umgekehrt, da zuvor geborene Männer bzw. Jungen im selben Zeitraum mehrere Frauen schwängern könnten, was zu einem stärkeren Bevölkerungswachstum führen würde. Oder warum tötete er nicht beide Geschlechter?
A: Die Heilige Schrift gibt keinen Grund dafür an, warum der Pharao diese Entscheidung traf. Wir können jedoch eine Reihe möglicher Gründe erkennen.
1) Die Ägypter hatten möglicherweise Angst, dass die Jungen zu Soldaten heranwachsen und rebellieren könnten. Vor Frauen hätten die Ägypter nicht so große Furcht gehabt.
2) Mädchen wären nach wie vor sehr nützliche Arbeitskräfte gewesen, da Ägypten ein bedeutender Exporteur von Stoffen war und sie als Weberinnen hätten arbeiten können.
3) Mädchen könnten Ehefrauen oder Konkubinen ägyptischer Männer werden und Kinder zur Welt bringen, die ägyptisch erzogen würden.
F: Warum war Mose in Ex 1,16 in Gefahr, vom Pharao getötet zu werden, da sein älterer Bruder Aaron offenbar keiner solchen Gefahr ausgesetzt war?
A: Laut Walter Kaiser in „A History of Israel“, S. 89, wäre Mose, wenn er 1526 (80 Jahre vor dem Auszug) geboren worden wäre, im ersten Regierungsjahr von Thutmosis I. (1526–1512 v. Chr.) zur Welt gekommen, und dieser war offenbar der Pharao, der dieses Dekret erlassen hatte.
Nebenbei bemerkt: Der Pharao, der Moses töten wollte, nachdem dieser den Ägypter getötet hatte, war wahrscheinlich Thutmosis III. (1504–1450 v. Chr.). Kein anderer Pharao lebte lange genug, und entweder ist der Bericht im Buch Exodus zutreffend, oder man müsste sagen, es sei ein „großer Zufall“, dass der einzige Pharao, der lange genug lebte, zufällig genau zur richtigen Zeit regierte, um in diese Zeitangabe zu passen.
F: Sollen Gläubige gemäß Ex 1,17 Gott fürchten?
A: Ja. Siehe den zweiten Teil der Antwort zu 2. Mose 9,30.
F: In Ex 2,1: Inwieweit ähnelt die Geschichte von Mose im Korb der Geschichte von Sargon?
A: Sargon von Akkad (ca. 2355–2279 v. Chr.) wurde der Legende nach in einen mit Pech bestrichenen Korb aus Schilf gelegt und auf einem Fluss ausgesetzt. Akki, der Gärtner, rettete ihn und zog ihn wie einen Sohn auf. Mose’ Mutter tat dies jedoch aufgrund eines Gesetzes des Königs, und sie ließ ihn nicht im Stich, sondern schickte Mirjam, um auf ihn aufzupassen.
F: Was ist an den hebräischen Wörtern in Ex 2,2–3 ungewöhnlich?
A: In 2. Mose 2,2 ist das Adjektiv in „ein schönes/gesundes Kind“ dasselbe hebräische Wort für „gut“, das auch in 1. Mose 1 vorkommt. In 2. Mose 2,3 ist das hebräische Wort für „Korb“ dasselbe Wort, das auch für die Arche Noah verwendet wird. Das hebräische Wort für „Schilf“ (ohne Vokale) ist dasselbe Wort wie das Rote Meer bzw. Schilfmeer, das Moses und die Israeliten überquerten.
F: Wenn Gott Mose liebte, warum ließ Er dann in 2. Mose 2,3 zu, dass Mose einer so großen Gefahr durch Ertrinken, Unterkühlung und Krokodile ausgesetzt war?
A: Gott sieht alles, und es steht fest, dass Er manche Dinge nicht so sieht wie wir. Der allmächtige Gott war mächtig genug, um die Sicherheit von Mose zu gewährleisten. Selbst wenn wir uns mitten in der schrecklichsten Flut befinden, ist der sicherste Ort der, an dem wir uns im Zentrum von Gottes Willen befinden.
Ich bin mir sicher, dass diese Erfahrung Mose darin bestärkte, dass er für eine besondere Mission gerettet worden war. Andere konnten erkennen: So wie Gott Mose bewahren konnte, konnte Er auch sie bewahren.
F: Warum wollte die Tochter des Pharaos in 2. Mose 2,5 im Nil baden, und was ist mit den Krokodilen?
A: Heute kommen Krokodile nördlich von Assuan nicht mehr vor, doch in der Antike waren sie bis nach Memphis im Norden verbreitet. Die Prinzessin wollte wahrscheinlich im Delta im Norden (wo die Hebräer lebten) baden, um vor Krokodilen sicher zu sein. Es ist wahrscheinlich, dass die Tochter des Pharaos in einem kleinen Nebenfluss badete und nicht unbedingt im Hauptstrom des Nils. Außerdem diente dieses Bad eher der rituellen Reinigung als der bloßen Körperpflege.
F: Wissen wir außerhalb der Bibel etwas über die Tochter des Pharaos (2. Mose 2,7–10)?
A: Möglicherweise, denn es könnte sich um Königin Hatschepsut gehandelt haben. Moses war 80 Jahre alt, als der Auszug aus Ägypten begann, und dieser begann um 1447 v. Chr., plus/minus 4 bis 5 Jahre. Damit wäre Pharao Thutmosis III. (1504–1450 v. Chr.) derjenige gewesen, der die Israeliten unterdrückte. Die Wanderungen des Exodus fanden hauptsächlich unter seinem Sohn Amenhotep II. (ca. 1445–1425 v. Chr.) statt. Übrigens erscheint ihm auf der Traumstele von Thutmosis IV. die Sphinx im Traum und sagt ihm, dass er der nächste Pharao sein werde, obwohl er nicht der Erstgeborene war. Jedenfalls liegt das Jahr 1527 v. Chr. 80 Jahre vor 1447 v. Chr. Königin Hatschepsut, Tochter des Pharaos Thutmosis I., regierte als Regentin, während Thutmosis III. noch ein Kind war (1504–1482 v. Chr.). Es ist also nicht sicher, dass es sich bei der Tochter des Pharaos hier um Königin Hatschepsut handelte, da der Pharao zweifellos auch andere Töchter hatte, aber es könnte so sein. Sollte es jedoch sie gewesen sein, war sie für kurze Zeit die zweitmächtigste Person in Ägypten.
F: Ist der Name Mose in Ex 2,10 ägyptisch oder hebräisch?
A: Der Name Moses ist ungewöhnlich, da er beides ist. Im Hebräischen leitet sich der Name Mosheh von „masah“ ab, was „herausziehen“ bedeutet. Im Ägyptischen bedeutet das Verb „ms/mes“ „herausgezogen, geboren“ oder „(dieser oder jener Gott) ist geboren“. Grammatikalisch handelt es sich um die altägyptische Perfektivform. „ms“ ist eine häufige Endung in Namen wie Ptahmose, Thutmose, Ahmose und Ramose. Laut Ungers Bibelwörterbuch kann der ägyptische Name „ms’“ „ein Kind oder Sohn“ bedeuten.
F: Wie konnte Mose in Ex 2,14–15 Ägypten aus Furcht vor dem Zorn des Königs verlassen, da er laut Hebr 11,27 Ägypten ohne Furcht vor dem Zorn des Königs verließ?
A: In 2. Mose 2,14–15 verließ Mose Ägypten zum ersten Mal im Alter von 40 Jahren aus Furcht vor dem Zorn des Königs. In 2. Mose 13–14 verließ Mose Ägypten zum zweiten Mal, als er 80 Jahre alt war, ohne den Zorn des Königs zu fürchten, und Hebräer 11,27 beschreibt dieses zweite Mal. Mose kehrte ein zweites Mal zurück, um sich seiner Angst zu stellen, doch dieses Mal wusste er, dass er eine Mission zu erfüllen hatte und dass Gott ihn beschützen würde.
Wenn wir aus Angst vor einer Prüfung unseres Glaubens davonlaufen, lässt Gott uns manchmal später zurückkehren und uns derselben Art von Prüfung stellen.
F: Wie kommt es, dass Mose in 2. Mose 2,18 der Schwiegervater „Reuel“ genannt wird, während er in 2. Mose 3,1 und 4,18 „Jethro“ heißt?
A: Mein eigener Schwiegervater hatte zwei nicht miteinander in Zusammenhang stehende Namen (auf Chinesisch und Englisch), daher halte ich dies nicht für ungewöhnlich. Dies wurde wahrscheinlich auch von Abram/Abraham, Sarai/Sara, Jakob/Israel, Ben-Oni/Benjamin, Zaphenath-Paneah/Josef, Hoshea/Josua, Gideon/Jerubbaal, Ammiel/Eliam, Batseba/Bat-schua, Asarja/Usija, Abijam/Abija, Joa-Has, Sohn des Josia/Schallum, Eljakim/Jojakim, Jojachin/Jekonja/Konja, Zedekia/Mattanja, Hananja/Schadrak, Mischael/Meschach, Asarja/Abed-Nego, Daniel/Belteschazzar, Simon/Petrus, Josef/Barnabas, Silas/Silvanus und Saulus/Paulus.
Menschen hatten oft unterschiedliche Namen in verschiedenen Sprachen, und offenbar war es später auch durchaus üblich, einen weiteren Namen in derselben Sprache anzunehmen, wie Gideon/Jerubbaal und Hoshea/Josua Ihnen bestätigen könnten. Eine Vermutung lautet, dass dies in Kulturen, die keine Nachnamen kennen, häufiger vorkommt. In diesem Zusammenhang schreibt Walter Kaiser in „A History of Israel“, S. 92, unter Bezugnahme auf das „Ugaritic Textbook“ von Cyrus H. Gordon (1965), dass der Name Jethro (ebenso wie Hobab) in der ugaritischen Sprache vorkommt. Re’u’el bedeutet „Freund oder Hirte Gottes“.
Auch in anderen Kulturen waren mehrere Namen üblich. In Ägypten waren Osiris, Wennofer und Khent-amentiu allesamt Namen desselben Götzen. Sebek-khu und Djaa waren ein und dieselbe Person. In Mesopotamien ist Ahiqar dieselbe Person wie Aba’enlil-dari, und Tiglath-Pileser ist Pul. In den Lipit-Ishtar-Gesetzen wird derselbe Gott als Enlil und Nunamnir bezeichnet, und in den Gesetzen des Hammurapi finden sich Inana/Ishtar/Telitum und Nintu/Mama. Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 313, heißt es, dass Doppelnamen für dieselbe Person auch aus südarabischen Quellen wohlbekannt sind. Kenneth Kitchen führt in „Ancient Orient and Old Testament“ (IVP 1966), S. 121–124, nicht nur diese Beispiele an, sondern erwähnt zudem, dass Doppelnamen in Kanaan, im alten Südarabien, bei den Hurritern und bei den Hethitern üblich waren.
Josephus hatte eine alternative Erklärung. Er vermutete, dass „Reuel“ sein Name und „Jethro“ sein Titel war.
F: Warum sollten wir in Ex 2,21–22 zu Mose aufschauen, der [angeblich] ein uneheliches Kind hatte?
A: Die Heilige Schrift sagt nirgends, dass Moses ein uneheliches Kind hatte. Wenn in 2. Mose 2,21 steht, dass Reuel Moses seine Tochter Zippora gab, so gab er sie Moses als seine Ehefrau. Als Beweis dafür wird Zippora in 2. Mose 4,20 als seine Ehefrau bezeichnet, und in 2. Mose 4,25 bezeichnet Zippora, seine Ehefrau, Moses als ihren „Blutbräutigam“.
Es ist jedoch ein interessantes psychologisches Phänomen zu beobachten, in welchem Ausmaß manche Menschen bestimmte Passagen der Heiligen Schrift (wie 2. Mose 2,21–22) so auslegen, dass sie darin etwas hineininterpretieren, während sie gleichzeitig verwandte Schriftstellen (2. Mose 4,20.25) ignorieren, um so einen Vorwurf gegen Gott und Seine Bibel zu finden.
F: Warum wartete Gott in 2. Mose 2,23–25, bis Mose 80 Jahre alt war, bevor er die Israeliten befreite?
A: Die Heilige Schrift gibt darauf keine Antwort, doch lassen sich in ihr Hinweise auf mögliche Gründe finden.
Mose war offenbar körperlich stark genug, um einen Ägypter zu töten (2. Mose 2,12) und mehrere Hirten zu vertreiben (2. Mose 2,17). Vielleicht handelte er impulsiv, als er in 2. Mose 2,11–12 plötzlich die Dinge selbst in die Hand nahm und den Ägypter tötete. Vielleicht musste Mose zunächst noch lernen, auf Gottes Führung zu warten und Gottes Willen auf Gottes Weise zu tun, anstatt auf seine eigene Weise.
Mose war 80 Jahre alt, als Gott ihn aus dem brennenden Dornbusch heraus ansprach. Vielleicht war er nach 40 Jahren des Lebens in der abgelegenen Wüste besser darin geworden, sich auf Gottes Kraft zu verlassen.
In 2. Mose 2,23 heißt es, dass der König von Ägypten (also der Pharao) starb. Da der Pharao gestorben war, der in 2. Mose 2,15 versucht hatte, Mose zu töten, konnte Mose erneut vor den Hof treten.
Während ihrer gesamten Gefangenschaft heißt es in der Bibel nirgends, dass die Hebräer zu Gott um Hilfe riefen – bis zu 2. Mose 2,23–24. Erst dann brachte Gott Mose wieder ins Geschehen. Das mag selbstverständlich klingen, aber wenn Sie ein Problem haben, sich dieses Problems bewusst sind und Gottes Hilfe benötigen – warum sollten Sie dann zögern, zu Gott zu rufen?
F: Warum erschien der Engel des HERRN in 2. Mose 3,2 in einem brennenden Busch?
A: Auch wenn die Heilige Schrift dies nicht ausdrücklich sagt, gibt uns der brennende Busch doch einige Denkanstöße.
Gottes Wunder eines brennenden Busches, der nicht verglühte, dürfte Mose schon aus der Ferne angezogen haben. In späteren Zeiten würde Gottes wundersames Wirken im Exodus wie ein Licht sein, das durch die Jahrhunderte scheint und die Menschen ebenfalls zu Gott hinzieht. Wenn wir anderen die Botschaft Gottes weitergeben, sollten wir darauf achten, dass wir ihnen das Licht von Gottes Charakter und Wirken zeigen und nicht nur unsere eigenen, mickrigen, von Menschen geschaffenen Feuer.
Feuer in der Wüste kann gefährlich sein, wenn man viele Meilen zurücklegen muss, um Wasser zum Löschen zu holen. Sand hilft da auch nicht weiter. Dennoch war dieser Busch sicher und verbrannte nicht. Das Volk Israel befand sich in gefährlichen Situationen – zunächst, als die Ägypter die männlichen Säuglinge töten wollten, und später in der Wüste. Doch im Gehorsam gegenüber Gott konnten sie in Sicherheit bleiben.
Andererseits waren nicht alle in der Wüste in Sicherheit. Als einige ungehorsam waren, wurden einige von einer Plage heimgesucht, durch Feuer getötet oder von der Erde verschlungen. Fallen Sie nicht auf die Lüge herein, dass „Gott sicher ist“. Gott ist nicht sicher, aber Gott ist gut. Wenden wir uns im Glauben und im Gehorsam an Gott, damit wir durch Seine Gnade die gütige, barmherzige Seite Gottes erkennen und nicht die strenge, zornige Seite.
F: Wer genau war in 2. Mose 3,2 der Engel des HERRN im brennenden Dornbusch?
A: Das Wort „Engel“ kann „Bote“ bedeuten. Es gibt drei Möglichkeiten, und lassen Sie uns alle untersuchen.
Ein von Gott geschaffenes, gütiges Engelwesen: In 2. Mose 3,2 ist vom „Engel des HERRN“ die Rede. Doch wenn es sich lediglich um einen Engel gehandelt hätte, warum hätte Mose dann seine Schuhe ausziehen müssen, da es sich laut 2. Mose 3,5 um heiligen Boden handelte?
Gott (entweder die Dreifaltigkeit oder der Vater): Das Wesen sprach: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“ Übrigens wird eine Erscheinung Gottes im Alten Testament als Theophanie bezeichnet.
Jesus Christus: Die frühe Kirche verstand dies als eine Erscheinung Jesu, des Wortes Gottes, vor Seiner Menschwerdung auf Erden. Jesus konnte sagen: „Ich bin der Gott …“, und Jesus konnte zugleich der Bote oder das Wort Gottes, des Vaters, sein. Übrigens wird eine Erscheinung speziell des Gottessohnes im Alten Testament als Christophanie bezeichnet.
Zu den frühen Kirchenautoren, die angaben, es sei Jesus gewesen, gehören: „Erste Apologie“ des Justinus des Märtyrers, Kap. 63, S. 184 (um 150 n. Chr.), Irenäus (182–188 n. Chr.), „Gegen die Häresien“, Buch 4, Kap. 29.2, S. 502 (182–188 n. Chr.), Klemens von Alexandria, „Ermahnung an die Heiden“, Kap. 1, S. 173 (193–217/220 n. Chr.) sowie Tertullian, „Antwort an die Juden“, Kap. 8, S. 163 (198–220 n. Chr.).
F: Wie konnten sich in Ex 3,8 und Gen 23 Hethiter zur Zeit von Mose und Josua in Palästina aufhalten?
A: Die Hethiter waren ein weit verstreutes Volk, und eine Kolonie hatte sich in den Bergen Palästinas niedergelassen. Die indoeuropäischen Hethiter plünderten Babylon im Jahr 1590 v. Chr. Andere glauben, dass sich dies auf die Hatti bezieht, ein nicht-indoeuropäisches Volk, das bereits vor 2000 v. Chr. erobert wurde. Hatti und Hitti werden im Hebräischen gleich geschrieben.
F: Warum wird Kanaan in Ex 3,8.17 und Jos 5,6 als das Land, in dem Milch und Honig fließen, bezeichnet?
A: Für die als Hirten lebenden Israeliten war es ein Land mit üppigen Hügeln und Tälern, in denen sie gut genährtes Vieh züchten konnten und in dem es Blumen für die Bienen gab.
F: Wurde Mose in Ex 3,10 und Ex 6,10–13 von Gott in Midian oder in Ägypten berufen?
A: Mose wurde zunächst in Midian von Gott berufen. Nach seiner Rückkehr nach Ägypten kamen ihm jedoch Zweifel, und Gott bekräftigte Mose’ Berufung erneut in Ägypten. Auch heute brauchen Menschen manchmal eine erneute Bestätigung dessen, was sie als wahr erkennen.
F: Warum brauchte Mose in Ex 3,10–4,17 eine Berufung, und warum brauchen wir sie?
A: Bevor Mose sein Leben aufs Spiel setzte, bestätigte Gott ihm, dass er Seinen Willen tun würde. Als andere Israeliten in Frage stellten, wer Mose sei und ob er ihnen sagen könne, was richtig sei, überzeugten die Zeichen Moses sie davon, dass er wahrhaft berufen war. Als Mose den Zorn des Pharaos und die dämonischen Wunder der Zauberer des Pharaos zu spüren bekam, musste er Gewissheit haben, dass er genau dort war, wo er sein sollte.
Manchmal werden Christen gefragt: „Warum glauben Sie, dass Sie das Monopol auf die Wahrheit haben?“ oder: „Wer hat Sie dazu berufen, anderen zu sagen, dass sie in die Hölle kommen würden, wenn sie Christus, den Sohn Gottes, ablehnen?“ Hätten wir keine Berufung und keine Botschaft von Gott, hätten diese Fragen vielleicht ihre Berechtigung. Doch alle Christen haben eine allgemeine Berufung, die Jesus selbst in Matthäus 28,18–20 ausgesprochen hat. Paulus greift diese Berufung in 2. Timotheus 4,1–2 auf. Wir alle sollen wie Sterne im Universum leuchten, während wir das Wort des Lebens hochhalten, wie es in Philipper 2,15–16 und 2. Korinther 5,18–20 heißt. Wenn Menschen Ihre Legitimation in Frage stellen, liegt das nicht daran, dass sie ein Problem mit Ihrer Autorität haben, auch wenn sie es vielleicht so klingen lassen. Vielmehr richtet sich ihr Widerspruch gegen die Worte und die exklusiven Ansprüche Christi. Manchmal besteht unsere Aufgabe nicht nur darin, Menschen zu überzeugen, sondern ihnen zu zeigen, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, woran sie bequem glauben, und dem, was Jesus gesagt hat. Sobald sie diesen Unterschied erkennen, müssen sie eine Entscheidung treffen, wem sie folgen wollen.
Manchen Christen wurde eine spezifische Berufung gegeben, zu einem bestimmten Dienst, einer bestimmten Gemeinde oder einer bestimmten Volksgruppe zu gehen. Nicht jeder Christ verspürt eine spezifische Berufung, und nicht jeder Christ hat dieselbe spezifische Berufung. Man könnte leicht annehmen, dass die eigene Berufung den wichtigsten Aspekt des Dienstes betrifft und andere Berufungen weniger wichtig sind, doch 1. Korinther 12 zeigt, dass dies falsch ist. Unabhängig davon, ob Sie glauben, eine spezifische Berufung zu haben oder nicht, sind wir alle dafür verantwortlich, den allgemeinen Aufrufen an alle Gläubigen in der Bibel zu folgen: das Wort zu verkünden, andere zu lieben und ein Leben zu führen, das Gott verherrlicht.
F: War Mose in 2. Mose 3,18 hinterlistig, als er den Pharao bat, ihnen eine dreitägige Reise zu gestatten, um Opfer darzubringen?
A: Nein. Sechs Punkte, die es zu berücksichtigen gilt, und anschließend ein wahrscheinlicher Grund dafür.
1. Gott sagte, Er würde die Israeliten schließlich endgültig herausführen (2. Mose 3,17), und zu gegebener Zeit tat Gott dies auch.
2. Es war Gottes Befehl, nicht Mose eigene Initiative, dass Mose zu diesem Zeitpunkt den Pharao lediglich um die dreitägige Reise bat, anstatt um die Erlaubnis, Ägypten zu verlassen (2. Mose 3,18).
3. Gott wusste mit Sicherheit – und teilte dies Mose mit –, dass der Pharao nicht einmal dieser geringeren Bitte nachkommen würde (2. Mose 3,19).
4. Rein hypothetisch betrachtet: Hätte der Pharao diesem Antrag stattgegeben, gibt es keinen Hinweis darauf, dass Mose den Pharao getäuscht und nicht zurückgekehrt wäre.
5. Hätten sie die Reise unternommen und wären nach Ägypten zurückgekehrt, hätte dies sie natürlich nicht daran gehindert, später um eine endgültige Ausreise zu bitten.
6. Zu einer Angelegenheit zu schweigen, ist keine Lüge. Insbesondere ist es keine Lüge, eine geringere Bitte zu äußern und über eine größere Bitte, die man später vorbringen wird, zu schweigen.
Warum sollte Gott Mose dazu veranlasst haben, zunächst nur diese geringere Forderung zu stellen? Es handelte sich wahrscheinlich nicht um Täuschung, sondern um Gnade. Gott gab dem Pharao und den Ägyptern die Chance, zunächst einer geringeren Forderung zuzustimmen und sich allmählich an den Gedanken zu gewöhnen, die Israeliten ziehen zu lassen. Doch während Gott diese Gelegenheit gewährte, wusste Er bereits mit Gewissheit, wie sich der Pharao aufgrund seiner freien Willensentscheidung entscheiden würde. Auch heute bietet Gott allen Menschen die wunderbare Möglichkeit der Erlösung an, doch Er kennt bereits die Ergebnisse der freien Willensentscheidungen jedes Einzelnen.
F: Wie konnte Gott in Ex 3,22 und Ex 12,33–36 den Israeliten auftragen, die Ägypter um etwas zu bitten?
A: Das hebräische Wort „sa’al“ bedeutet „bitten“, nicht „ausleihen“. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
1. Keine Täuschung: Die Ägypter wussten, dass die Israeliten das Land verlassen und die Gegenstände behalten würden: 2. Mose 12,31–36. Das hebräische Wort für „Beute“, nissaltem, deutet ausdrücklich nicht auf Diebstahl, Betrug oder Täuschung hin. Es heißt dort auch: „‚Ausgeliehen‘ wird häufig angenommen – bedingt durch den Einfluss schlechter Übersetzungen zu einer Zeit, als das Hebräische noch unbekannt war, oder, wie es heute der Fall ist, aufgrund rationalistischer Vorurteile.“
2. Keine Nötigung: Die Ägypter standen ihnen wohlwollend gegenüber und drängten sie in 2. Mose 12,33–36 zur Abreise.
3. Keine Ungerechtigkeit: Die Gegenstände stellten eine geringe Entschädigung für den Kindermord und 400 Jahre Sklaverei dar. Dieser dritte Gedanke (sowie indirekt auch die ersten beiden) wurde von Tertullian in „Fünf Bücher gegen Marcion“, Buch 2, Kapitel 21, S. 313–314 (207/208 n. Chr.) zum Ausdruck gebracht. Diese Antwort findet sich auch bei Irenäus (182–188 n. Chr.) in „Gegen die Häresien“, Buch 5, Kapitel 30, Vers 2.
Zusammenfassung: Die Israeliten stellten eine offene Bitte, und die Ägypter, die inzwischen Mitgefühl für sie empfanden, gaben ihrer Bitte statt.
Frage: Wie konnte Gott in Ex 3,22 und Ex 12,33–36 den Israeliten [angeblich] beibringen, unehrlich zu sein und zu stehlen? (Diese Frage wurde von einem Atheisten gestellt.)
A: Haben Sie jemals um etwas gebeten? Wenn ja, macht Sie das zu einem Dieb? Natürlich nicht, das ist lächerlich. Ebenso:
1. Die Ägypter wussten, dass die Israeliten das Land verlassen würden. Tatsächlich forderten die Ägypter die Israeliten in 2. Mose 12,33 auf, sich zu beeilen und das Land zu verlassen.
2. Die Israeliten baten die Ägypter um diese Dinge (2. Mose 12,35–36).
3. Die Ägypter standen den Israeliten wohlwollend gegenüber und gaben (nicht liehen) ihnen diese Dinge. (2. Mose 3,22; 12,36).
Wie in der vorherigen Antwort erwähnt, heißt es im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 324, dass das hebräische Wort für „Beute“, nissaltem, ausdrücklich nicht auf Diebstahl, Betrug oder Täuschung hindeutet.
F: Was können wir in 2. Mose 4 aus Mose’s Reaktion auf Gottes Ruf lernen?
A: Gott zeigte Mose zunächst Seine wunderbare Macht (Ex 3,2), dann Geduld, um sich mit Moses ungläubigen Ausreden auseinanderzusetzen (Ex 4,1–13), und schließlich entbrannte Sein Zorn gegen Mose. Wir tragen die Verantwortung, Gottes Ruf zu folgen und nicht aus Angst, Trotz oder dem Glauben an unsere eigene Unzulänglichkeit ungehorsam zu sein. Hoffentlich kommen Sie nicht so weit, dass Sie Gott verärgern, bevor Sie auf Seinen Ruf hören.
Als Mose sagte, er sei ungeeignet, erkennen wir zwei Wahrheiten und eine ungläubige Lüge.
1. Mose sprach die sachlichen Wahrheiten aus, dass die Menschen einem unbekannten Außenstehenden wohl kaum Glauben schenken würden und dass er schwerfällig im Reden sei.
2. Mose wusste wahrheitsgemäß, dass er aus eigener Kraft nicht in der Lage war, diese Aufgabe erfolgreich zu bewältigen.
3. Mose glaubte einer ungläubigen Lüge, nämlich dass Gott nicht groß genug sei, um Seinen Willen durch Mose Unzulänglichkeit zu verwirklichen. Ich bete darum, dass Sie, falls Sie diese Lüge in Ihrem Herzen tragen, sie aufdecken, diese Sünde vor Gott bekennen und sich entschließen, daran zu glauben, dass die Größe Gottes sogar größer ist als Ihre schlimmsten Schwächen.
F: Wie kann in 2. Mose 4,3–5 ein lebloser Stab zu einer Schlange werden?
A: Dies ist keine bloße optische Täuschung, denn in 2. Mose 7,12 konnte die Schlange verschlingen. Gott steht über den natürlichen physikalischen und biologischen Gesetzen, nicht umgekehrt.
F: Lässt Gott in 2. Mose 4,11 die Menschen nicht nur stumm, taub und blind werden, sondern macht er sie sogar dazu?
A: Ob es Ihnen gefällt oder nicht: Gott lässt bewusst jedes Übel und jede Behinderung zu, die auftritt. Darüber hinaus hat Gott oft einen besonderen Grund dafür, Menschen auf eine bestimmte Weise zu gestalten. So viele mächtige Wunder wurden durch Mose vollbracht, und doch entschied sich Gott, ihn mit einer Sprachbehinderung auszustatten (2. Mose 4,10–13; 6,12.30) und diese nicht zu beseitigen. Ebenso wurden so viele Wunder durch Paulus vollbracht, und doch entschied sich Gott in 2. Korinther 12,7–9, den Dorn in Paulus’ Fleisch nicht zu entfernen.
F: Warum wurde der Name „Jethro“ in 2. Mose 4,18 unterschiedlich geschrieben?
A: In vielen Sprachen, darunter auch im Arabischen, hat ein Substantiv je nach seiner Verwendung im Satz eine unterschiedliche Endung. Der Name Jethro wurde an einer Stelle mit einer Endung ins Hebräische transkribiert, an einer anderen Stelle mit einer anderen Endung. Dies geschah auch bei Geshem/Gashmu, dem Araber, in Nehemia 2,19; 6,1–2.6. Besonders interessant an 2. Mose 4,18 ist, dass beide Endungen im selben Vers vorkommen. Offenbar legten die Verfasser keinen allzu großen Wert auf eine einheitliche Schreibweise von Namen, und das sollten wir auch nicht tun.
F: Warum sagte Mose in 2. Mose 4,18, er wolle nach Ägypten gehen, „um zu sehen, ob sie noch dort sind“?
A: Unabhängig davon, ob seine Gründe richtig oder falsch waren, entschied sich Mose dafür, vage zu bleiben und seinen Hauptgrund für die Rückkehr nach Ägypten zu verbergen. Die Bibel verteidigt Mose’ Geheimniskrämerei nicht; sie hält sie lediglich fest.
F: In Ex 4,22: Inwiefern war Israel Gottes Erstgeborener?
A: Ein Erstgeborener hatte besondere Rechte, Vorrechte und Pflichten. Israel war Gottes auserwähltes Volk; durch es sollte sich Gottes Wort über die ganze Erde verbreiten. Israel hatte folgende Vorrechte:
Als Söhne angenommen (Römer 9,4)
Mit den Worten Gottes selbst betraut (Römer 3,2), die Übergabe des Gesetzes (Römer 9,4)
Die Patriarchen (Römer 9,5)
Die menschliche Abstammung Christi (Römer 9,5).
F: Warum hätte Gott in 2. Mose 4,24 Mose beinahe getötet?
A: Vier Punkte, die bei der Antwort zu berücksichtigen sind:
Situation: Obwohl Gott wusste, dass Mose nicht sterben würde, erschien die Lage für Mose und Zippora aussichtslos.
Ursache: Es wird nicht gesagt, wie Mose dem Tod nahe war – vielleicht durch eine Krankheit –, doch sie wussten, dass Gott dies nicht nur zuließ, sondern bewusst herbeiführte.
Züchtigung: Zippora und Mose hatten den Bund der Beschneidung mit Abraham nicht eingehalten, und Gott züchtigte sie, bis sie dies taten oder Mose dem Tod nahegebracht wurde.
Warnung: Wie Mose erkannte, kann niemand so groß werden, dass er Gott nicht mehr gehorchen muss.
Frage: Sollten die Menschen gemäß Ex 4,30 aufgrund von Zeichen glauben?
A: Die Menschen sollten nicht allein aufgrund von Zeichen an Gott glauben. Zeichen haben ihren berechtigten Platz bei der Bestätigung des Glaubens an Gottes Boten. Diese Zeichen dienten nicht dazu, diesen Menschen die Existenz Gottes zu beweisen; vielmehr dienten die Zeichen dazu, zu bestätigen, dass Mose vom lebendigen Gott kam.
F: Haben die Menschen in Ex 4,31 und Ex 6,9 an Mose geglaubt oder nicht?
A: In 2. Mose 4,31 glaubten sie zunächst an Mose, doch später, in 2. Mose 6,9, kamen ihnen Zweifel, nachdem der Pharao ihre Arbeitslast erhöht hatte.
F: Wer war in Ex 5,2 der Pharao von Ägypten und wann fand der Auszug statt?
A: Der hier verstorbene Pharao war wahrscheinlich Thutmosis III. Seine Hauptgemahlin war Hatschepsut Meritre (nicht zu verwechseln mit seiner Mutter, der berühmten Hatschepsut). Der Auszug aus Ägypten fand um 1446/1445 v. Chr. statt. Der Grund für diese Datierung auf 1446/1445 ist 1. Könige 6,1, wo es heißt, dass Salomo 480 Jahre nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten mit dem Bau des Tempels begann, und Archäologen sind überzeugt, dass dies im Jahr 966 v. Chr. gewesen sein dürfte.
Nebenbei bemerkt: Der Historiker Eusebius von Caesarea (318–339/340 n. Chr.) gibt in seiner „Praeparatio Evangelica“ 9,27 an, dass der Name der Tochter des Pharaos, die Mose aus dem Wasser zog, Merris war. Josephus nennt in „Antiquitates Judaicae“ 2, 224 (9,5) den Namen Thermuthis, und im Buch der Jubiläen 47,5 heißt es, ihr Name sei Tharmuth gewesen.
Dies wäre entweder unter Thutmosis III. oder, was wahrscheinlicher ist, unter Pharao Amenhotep II. (1450/20–1401/1385 v. Chr.) gewesen. Seine Hauptgemahlin hieß Tia. Andere Christen gingen früher davon aus, dass der Exodus erst viel später unter Ramses II. (1290–1224 v. Chr.) stattfand. Das Datum 1446/1445 v. Chr. passt, weil:
1. In 1. Könige 6,1 ist von 480 Jahren vor dem Bau des Salomonischen Tempels die Rede.
2. Unter Amenhotep II. wurden die Semiten zur Ziegelherstellung gezwungen.
3. Traumstele von Thutmosis IV. Siehe die Erörterung zu 2. Mose 12,29.
4. In Richter 11,26 ist von 300 Jahren vor Jephthah die Rede.
5. Hazor war nach dem 13. Jahrhundert nicht mehr bewohnt.
6. In den Tell-el-Amarna-Tafeln aus den Jahren 1400–1370 v. Chr. wird erwähnt, dass die gefürchteten „Habiru“ oder „Abiru“ Amok liefen. Es wird berichtet, dass die Städte Arad, Gezer, Aschkelon und Lachisch bereits eingenommen worden waren.
7. Clemens von Alexandria erwähnt in den „Stromata“ (193–202 n. Chr.), Buch 1, Kapitel 2, einen Zeitraum von 450 Jahren von der Zeit Josuas bis zu David.
8. Der Name Ramses wurde bereits vor dem 13. Jahrhundert verwendet. Siehe „CHRONOLOGICAL AND BACKGROUND CHARTS OF THE OLD TESTAMENT“, S. 29–30, und „When Critics Ask“, S. 67–68. Ramose war der Name eines Adligen zur Zeit von Amenhotep III.
Die C-14-Datierung hat die Zerstörung Jerichos auf etwa 1410 v. Chr. datiert. Der 40 Jahre zuvor regierende Pharao wäre Thutmosis III.
F: Handelte es sich bei dem Pharao in Ex 5,2 um denselben wie in Ex 15?
A: Es handelte sich nicht um denselben Pharao. Der Pharao aus 2. Mose 1, wahrscheinlich Thutmosis III., wollte die Bevölkerung der Israeliten entweder ausrotten oder dezimieren. Der Pharao des Exodus, wahrscheinlich Amenhotep II. (1450/1420–1401/1385), konzentrierte sich darauf, sie als Sklaven einzusetzen. Bedenken Sie, dass zwischen 2. Mose 1 und 2. Mose 5 eine Zeitspanne von 80 Jahren lag.
F: Hat Mose in Ex 5,3, Ex 8,26–27 und Ex 10,26 lediglich Gründe erfunden, um das Land verlassen zu können?
A: Die Heilige Schrift sagt nicht, ob Gott Mose anwies, dem Pharao diese Gründe für den Auszug zu nennen, oder ob Mose sie aus eigener Initiative vorbrachte. Sollte Letzteres der Fall sein, beachten Sie bitte, dass die Heilige Schrift keine Aussage darüber trifft, ob Mose alles korrekt wiedergegeben hat.
F: Warum wurde in Ex 5,6 Stroh zur Herstellung von Ziegeln verwendet?
A: Stroh verlieh den Ziegeln eine höhere Zugfestigkeit, da der am Stroh haftende Lehm weniger leicht auseinanderfallen würde.
F: Wie kamen die Israeliten in 2. Mose 5,6–7 damit zurecht, dass sie ihr Stroh selbst sammeln mussten?
A: Zunächst muss man verstehen, dass Stroh für die Herstellung fester Ziegel wichtig war, da es als Bindemittel diente und verhinderte, dass die Ziegel einfach zerbröckelten. Zudem waren Ziegel in Mesopotamien zwar verbreiteter als in Ägypten, doch wurden einige ägyptische Städte wie Pithom aus Ziegeln erbaut. Das Grab eines ägyptischen Adligen namens Rekhmere / Rek-mi-Re in Theben aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. zeigt ein Gemälde, auf dem Sklaven Ziegel herstellen. Eine Abbildung davon findet sich in „The New International Dictionary of the Bible“, S. 174.
Die Ruinen von Pithom zeigen Ziegel mit Stroh in der untersten Schicht, Ziegel mit nur Stoppeln in der mittleren Schicht und Ziegel ohne faseriges Material in der obersten Schicht. Die Ziegel variierten in ihren Abmessungen zwischen 13 × 13 × 3,5 Zoll (33 × 33 × 9 cm) und 16 × 8 × 6 Zoll (41 × 20 × 15 cm).
F: Warum wurde in 2. Mose 6,1 gerade Gottes mächtige Hand erwähnt?
A: Zu dieser Zeit verwendeten die ägyptischen Pharaonen routinemäßig den Begriff „Besitzer des [mächtigen] Arms“ als Teil ihrer Titel. Exodus 6,1 betonte, dass ihre stolzen Arme im Vergleich zu Gottes Arm nichts waren.
F: Welche Probleme gibt es in Ex 6,3 und anderen Passagen mit der JEPD-Theorie?
A: Die JEPD-Theorie wurde erstmals im 19. Jahrhundert aufgestellt, noch bevor Wissenschaftler nachweisen konnten, dass einfache Menschen zur Zeit Moses schreiben konnten. Sie besagt, dass die ersten fünf (oder manchmal sechs) Bücher der Bibel aus vier früheren Quellen zusammengestellt wurden, die als J (für Jehova), E (für Elohim), P (für Priesterlich) und D (für Deuteronomium) bezeichnet werden.
Es gibt viele Probleme mit der JEPD-Theorie, doch hier sind drei davon.
1. Liberale Gelehrte sind sich uneinig darüber, welche Verse zu J, E, P und D gehören.
2. Diese Theorie stützt sich auf die Verwendung unterschiedlicher Namen für Gott in Genesis 1 und Genesis 2. Doch auch andere Werke verfahren so. Im Hebräerbrief werden Jesus und Christus in Kapitel 1 nicht erwähnt, sondern lediglich der „Sohn“. Christus und Jesus werden danach jedoch häufig genannt. Dennoch habe ich noch nie gehört, dass jemand die Einheit des Hebräerbriefes anzweifelt. Das Buch Jona verwendet ausschließlich den göttlichen Namen, außer wenn die Seeleute in Jona 3,4 zu Wort kommen. Danach verwendet die Erzählung auch „Elohim“, um den wahren Gott zu bezeichnen.
3. Viele Verse müssen in der Mitte geteilt werden. Laut „Evidence that Demands a Verdict“, Band II, S. 134, teilt die JEPD-Theorie in der Ausgabe des „Interpreter’s One-Volume Commentary on the Bible“ die folgenden Verse in zwei oder mehr Quellen auf.
Gen 2,4; 7,16.17; 8,2.3.13; 10,1; 12,4; 13,11.12; 16,1; 19,30; 21,1.2.6; 25,11.26; 31,18; 32,13; 33,18; 35,22; 37,25,28; 41,46; 42,28; 45,1,5; 46,1; 47,5,6,27; 48,9,10; 49,1,28
2. Mose 1:20; 2:23; 3:4; 4:20; 7:15,17,20,21; 8:15; 9:23,24,35; 10:1,13,15; 12:27; 13:3; 14:9,19,20,21,27; 15:21,22,25; 16:1,15; 17:1,2,7; 19:2,3,9,11,13; 24:12, 15, 18; 25:18; 31:18; 32:8, 34, 35; 33:5, 19; 34:1, 11, 14
4. Mose 13,17.26; 14,1; 16,1.2.26.27; 20,22.
(Das Deuteronomium wird nicht erwähnt, da es vollständig als „D“ angesehen wird.)
Wie viele Verse müssten nach dieser Theorie in der Mitte geteilt werden, bevor diese Theorie nicht mehr haltbar ist? Einundneunzig Verse sind wahrscheinlich zu viele.
F: Warum wird in 197 Passagen vor 2. Mose 6,3 der Name Jahwe verwendet, da in 2. Mose 6,3 steht, dass Gott sich Abraham, Isaak und Jakob nicht unter diesem Namen offenbart hat?
A: Zunächst, was nicht die Antwort ist, und dann die Antwort.
a) Wahre Tatsachen, die nicht Teil der Antwort sind.
a1. Da Mose das Buch Genesis zu seiner Zeit verfasste und nicht zu Jakobs, konnte Mose jeden beliebigen Namen verwenden. So schreiben die Menschen beispielsweise zu Recht, dass Kolumbus in Amerika ankam, obwohl Kolumbus den Namen „Amerika“ gar nicht kannte. Dies allein erklärt alle Stellen bis auf 53, bei denen es sich um direkte Zitate oder Ähnliches handelt.
a2. Ein Vergleich der Septuaginta mit dem masoretischen Text zeigt, dass die Schreiber bei der Änderung von Namen für Gott eine gewisse Freiheit hatten. Julius Wellhausen bezeichnete dies als die größte Schwäche seiner eigenen Dokumentarhypothese.
a3. Gottes Name war Abraham, Isaak und Jakob bekannt, doch Gott war nicht in erster Linie als Jahwe bekannt. Gott offenbarte Mose eine Bedeutung, die er den drei Männern vor ihm nicht offenbart hatte.
b) Die Antwort findet sich in 2. Mose 6,3 selbst.
b1. In 2. Mose 6,3 heißt es nicht, dass dies „vor Mose“ offenbart wurde. Es heißt lediglich: „Abraham, Isaak und Jakob“.
(Damit scheiden 5 der 53 Stellen aus.)
b2. Im Buch Exodus heißt es nicht, dass sie Gottes göttlichen Namen nicht kannten. Es heißt lediglich: „Ich erschien … aber unter meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen nie zu erkennen gegeben.“ Zwar sprach Gott zu Abraham, Isaak und Jakob oder erschien ihnen mindestens (8, 1, 6) 15 Mal, doch erschien Gott diesen Männern niemals auf eine besondere Weise, die mit Seinem göttlichen Namen verbunden war, so wie Gott Mose erschien. Als Jakob nach dem Ringkampf in Genesis 32,29 nach einem Namen fragte, erhielt er tatsächlich bewusst keine Antwort.
F: Da Gott sich in 2. Mose 6,3 Abraham, Isaak und Jakob nicht persönlich als Jahwe offenbart hat, wie ist dann die Situation zu bewerten, in der Gott sich in den folgenden Stellen selbst als Jahwe bezeichnet? 1. Mose 15,7: „Ich bin Jahwe, der dich aus Ur herausgeführt hat.“ 1. Mose 18,14: „Ist denn für Jahwe etwas zu schwer?“ 1. Mose 28,13: „Ich bin Jahwe, der Gott deines Vaters …“
A: Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um spätere Änderungen durch Schreiber. In allen drei Fällen wird in der griechischen Septuaginta das Wort „Gott“ (theos) verwendet, nicht das griechische Wort für „Ich bin“ in 2. Mose 3,14 (o v) oder das griechische Wort in 2. Mose 6,3 (kurios). Siehe auch die vorherige Frage.
F: Wie konnten die Israeliten in 2. Mose 6,16–20 430 Jahre lang in Ägypten sein, da zwischen Levi und Mose nur drei Generationen erwähnt werden?
A: Es gab mehr als drei Generationen, da Genealogien oft Lücken aufweisen, da „Kind“ auch „Nachkomme“ bedeutet und „Vater“ auch „Vorfahr“.
F: Warum heiratete Amram in 2. Mose 6,20 seine Tante Jochebed, da dies in 3. Mose 18,12 verboten ist?
A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.
1. Das Buch Levitikus war noch nicht geschrieben worden, daher konnten sie nicht für ein zukünftiges Gesetz zur Rechenschaft gezogen werden.
2. Außerdem billigt die Bibel dies nicht, sondern berichtet ehrlich, was geschehen ist.
F: Waren Jochebed und Amram, der Enkel Levis, in Ex 6,20 die Eltern von Mose?
A: Nicht unbedingt, da „Sohn“ auch „Nachkomme“ bedeuten kann und Jochebed in 2. Mose 2,1–9 nicht namentlich erwähnt wurde. Da Kohath zu Moses’ Zeiten 8.600 männliche Nachkommen hatte (4. Mose 3,28), ist es unwahrscheinlich, dass Amram, der Sohn Kohaths, derselbe Amram war, der Moses’ Vater war.
F: Hat Mose in Ex 6,26–27 dieses Buch verfasst, da darin in der dritten Person über Mose geschrieben wird?
A: Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass Mose dies verfasst hat. Das Schreiben in der dritten Person war in der antiken Literatur nicht ungewöhnlich. Weitere Beispiele hierfür sind:
1. Julius Cäsar, der den „Gallischen Krieg“ verfasste.
2. Julius Cäsar beim Verfassen der „Bürgerkriege“.
3. Xenophon beim Verfassen der „Anabasis“.
4. Josephus beim Verfassen des Werks „Der Jüdische Krieg“.
5. Der Apostel Johannes verfasste das Johannesevangelium.
Frage: Warum sandte Gott in 2. Mose 7–11 zunächst die Plagen über die Ägypter, anstatt sie einfach dazu zu bewegen, das Volk ziehen zu lassen?
A: In 2. Mose 9,16 (und Römer 9,17) heißt es, dass Gott dies tat, um seine Macht zu zeigen und damit sein Name auf der ganzen Erde verkündet würde. Sechs Punkte, die es zu bedenken gilt.
a) Gott ist souverän und hat das „Recht“, die Mittel zu wählen, die Er wünscht.
b) Gott handelte gegenüber den Ägyptern nicht ungerecht, die 400 Jahre lang die „kulturelle Norm“ der Versklavung der Hebräer gelebt hatten.
c) Oftmals leiden Menschen unter einer Führung unter den Folgen der Entscheidungen ihrer Führer.
d) Gott gab ihnen die Möglichkeit, sich dafür zu entscheiden, ihre Sklaven freizulassen. Sie zogen jedoch die wirtschaftlichen Vorteile der Versklavung anderer dem Grundsatz vor, andere so zu behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten.
e) Dies war ein Gericht nicht nur über Ägypten, sondern auch über die ägyptischen Götter. Es zeigte sowohl, dass diese Götter falsch waren, als auch, dass Er der einzige wahre Gott mit Macht war.
f) Gottes Name wurde auf der ganzen Erde verherrlicht. Tatsächlich betrachten die Ägypter Moses heute als Helden und Propheten Gottes.
F: Wie konnte Mose in 2. Mose 7,1 für den Pharao wie Gott sein?
A: Dieses Gleichnis besagt nicht, dass Mose göttlich war, sondern dass jegliche Kommunikation und Interaktion des Pharaos mit dem wahren Gott über Mose erfolgen würde, unterstützt von Aaron als Prophet. Siehe auch 2. Korinther 3,2–3, wo es heißt, dass wir Briefe Gottes an andere sind. Wie eine Dame einmal sagte: „Wir sind vielleicht die einzigen Bibeln, die manche Menschen jemals lesen werden.“
F: Wie konnten die Zauberer des Pharaos in 2. Mose 7,11.22 und 8,7 magische Kräfte entfalten?
A: Nebenbei bemerkt: Ein heute vorführter Zaubertrick, bei dem drei Becher verwendet werden, um Bälle zu verdecken, wurde bereits im alten Ägypten praktiziert. Während Menschen andere mit raffinierten, nicht-übernatürlichen Tricks täuschen können, verfügt Satan über wundersame Macht, wie 2. Thessalonicher 2,9 und Offenbarung 13,13 zeigen. Diese Zauberer wirkten wahrscheinlich durch die Macht Satans.
F: Wie konnte sich in 2. Mose 7,17–22 Wasser in Blut verwandeln?
A: Auch wenn die Ägypter wahrscheinlich mit rotem Sediment aus Äthiopien vertraut waren, hätte rote Erde keinen Einfluss auf das Wasser in Krügen und Steineimern gehabt. Es gibt zwei Ansichten. Da bei Gott nichts unmöglich ist, ist es sinnlos zu fragen, auf welche Weise Gott es „tun musste“. Vielmehr könnte man fragen, welche Ansicht die besten Belege dafür liefert, wie Gott es zu tun beschloss.
1. Bei dem Blut handelt es sich um echtes Blut.
2. Das Wasser war rot, wie es durch giftige Algen verursacht wird, die die „rote Flut“ hervorrufen, die in verschiedenen Ozeanen und im Nil zu beobachten ist. Die Algen produzieren ein Neurotoxin, das Fische tötet und das Wasser ungenießbar macht.
F: Trafen die Plagen in 2. Mose 7,19 und 2. Mose 8,16.24 „ganz“ und „überall“ Ägypten, oder wurden sie in 2. Mose 8,20.22 in Goschen verschont?
A: 2. Mose 9,6 beantwortet diese Frage, indem es deutlich macht, dass mit der Formulierung „ganz Ägypten“ impliziert war, dass Goschen davon ausgenommen war.
F: Wie konnten die Zauberer in Ex 7,20 einen Teil des Wassers in Blut verwandeln, da Mose das Wasser im Fluss bereits in Blut verwandelt hatte?
A: In 2. Mose 7,20 heißt es lediglich, dass sich das Wasser im Fluss vor den Augen des Pharaos augenblicklich in Blut verwandelte. Das übrige Wasser könnte sich erst kurze Zeit später verwandelt haben.
Manchmal, wenn Satan Gottes Zeitplan kennt, versucht er, sich das, was Gott tut, als Verdienst anzurechnen. Ein weiteres mögliches Beispiel finden Sie in der Erörterung zu 2. Mose 12,29. Manche vertreten jedoch eine andere Ansicht, nämlich dass mit „alles“ der größte Teil des Wassers gemeint war.
F: Wer hat in 2. Mose 7,22 und 4,21 das Herz des Pharaos verhärtet?
A: Der Pharao tat dies als Erster, und auch Gott verhärtete es. In diesen Versen wird angegeben, wer sein Herz verhärtete:
Der Herr wird verhärten: 2. Mose 4,21
Der Pharao verhärtete sein eigenes Herz: 2. Mose 8,15.32; 2. Mose 9,34; 1. Samuel 6,6.
Es wurde hart (d. h., das Herz des Pharaos selbst wurde hart): 2. Mose 7,13–14.22; 8,19; 9,7; 9,35
Der Herr verhärtete es: 2. Mose 9,12; 10,1.20.27; 11,10; 14,4–5.17
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Christen wie Clemens von Rom, der in 1 Clemens, Kap. 51, S. 20 (96–98 n. Chr.) schrieb, dies nicht als eine Entweder-oder-Situation betrachteten, sondern dass beides eine Rolle spielte.
Eine ähnliche Situation findet sich in Römer 1,21–32, wo Gott ungläubige, verdorbene Menschen einer noch größeren Verdorbenheit überließ. Gott verhärtete sogar das Herz Israels in Jesaja 63,17.
Nebenbei sei angemerkt, dass Gott auch die Herzen der Kanaaniter in Josua 11,20 und die von Sihon, dem König von Heschbon, in Deuteronomium 2,30 verhärtete.
F: Warum bat der Pharao in 2. Mose 8,10 Mose, die Frösche erst morgen und nicht schon heute zu beseitigen?
A: Vielleicht, weil es schon spät am Tag war, doch selbst dann hätten sie sofort beseitigt werden können. Dies könnte zeigen, wie sehr das Herz des Pharaos verhärtet war. Er wollte sichergehen, dass die Frösche nicht bereits verschwunden waren, wenn er mit Mose sprach.
F: Was waren diese „Mücken“ in 2. Mose 8,16–19?
A: Dabei könnte es sich um das gehandelt haben, was wir heute als „Mücken“ bezeichnen, die zwar lästig sind, aber nicht stechen. Alternativ könnten es sehr wohl Stechmücken gewesen sein. Man ist sich über die genaue Bedeutung des hebräischen Wortes „kinnim“ nicht sicher, da dieses Wort nur an dieser einzigen Stelle in der Bibel vorkommt.
F: Hat Gott in Ex 8,19, Ex 31,18, Dtn 9,10, Ps 8,3 usw. einen Finger?
A: Nein. Es handelt sich hierbei um einen anthropomorphen Ausdruck, der Gottes Macht verdeutlichen soll. Nebenbei bemerkt: Der sprachwissenschaftliche Begriff für die Verwendung eines Teils von etwas, um das Ganze zu bezeichnen, ist eine Redewendung, die als Synekdoche bezeichnet wird. Ein ähnliches Beispiel aus einer anderen Religion, dem Islam, findet sich im Buch „Bukhari Hadith“, Band 9, Buch 93, Kapitel 26, Nr. 543, S. 409, wo von Allahs Finger die Rede ist.
F: In Ex 8,19, Ex 31,18, Dtn 9,10, Ps 8,3 und so weiter – da es falsch war, irgendwelche Abbilder von Gott anzufertigen, warum verwendet die Bibel dann Anthropomorphismen für Gott, wie zum Beispiel, dass er Hände hat usw.? (Das sagte John L. MacKenzie vor vielen Jahren.)
A: Der Unterschied zwischen diesen beiden Aspekten ist der Unterschied zwischen Kommunikation und Anbetung. Gott entschied sich dafür, auf eine Weise zu kommunizieren, die die Menschen verstehen konnten, einschließlich der Verwendung von Poesie und anthropomorphen Ausdrücken wie „Seine rechte Hand“.
Allerdings legt Gott sehr deutlich fest, dass er nicht möchte, dass wir Bilder anfertigen oder Zeichnungen anfertigen, um Gott anzubeten oder zu verehren.
F: Um welche Art von Fliegen handelte es sich in Ex 8,20–32?
A: Es gibt mehrere Theorien. Es könnte sich um sogenannte „Hundfliegen“ gehandelt haben, deren Stiche schmerzhaft sind. Diese könnten den ägyptischen Gott Re symbolisiert haben. Alternativ könnten es Ichneumonfliegen gewesen sein, die den Gott Uatchit repräsentierten. Die Fliegen könnten von den verwesenden Fröschen angezogen worden sein.
F: Wie konnten die Plagen in 2. Mose 9,4; 2. Mose 11,7 und 2. Mose 12,13 die Israeliten nicht so treffen wie die Ägypter?
A: Gott hat die Macht, zu tun, was ihm gefällt. Außerdem versprach Gott in 2. Mose 15,26, dass die Israeliten, wenn sie ihm gehorchten, auch in Zukunft nicht von diesen Krankheiten befallen würden.
F: Da in 2. Mose 9,6 sowie 19–20 das gesamte Vieh und alle Pferde starben – wie konnten die Pferde dann in 2. Mose 14,9 überleben?
A: In 2. Mose 9,6 bezieht sich „alle“ entweder auf das gesamte Vieh in ganz Ägypten oder auf das gesamte Vieh auf den Feldern Ägyptens oder auf beides. Aus dem Kontext – insbesondere der Nähe von 2. Mose 9,19–20 zu 2. Mose 9,6 – geht klar hervor, dass der Verfasser nicht beabsichtigte, dies so zu verstehen, dass es sich um jedes einzelne Tier, ob drinnen oder draußen, handelte, sondern um die Tiere auf den Feldern.
F: Was erfahren wir in Ex 9,6.19–20 über die Viehzucht in Ägypten?
A: Ägyptisches Vieh wurde gewöhnlich von Mai bis Dezember in Ställen gehalten, während der Nilflut, wenn die Weiden unter Wasser standen. Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 357, heißt es, dass diese Plage wahrscheinlich im Januar stattfand, als ein Teil des Viehs auf die Weide getrieben wurde. Da das Hochwasser das Nildelta später als den Rest Ägyptens verließ, befand sich das Vieh dort vermutlich länger in den Ställen. Wenn das Vieh aufgrund der verrottenden Frösche an Maul- und Klauenseuche starb, hätte dies vor allem das Vieh betroffen, das sich auf der Weide befand.
F: Hat Gott in Ex 9,16; Ex 11,9 den Pharao nur dazu erweckt, um ihn zu bestrafen?
A: Nein, das sagt die Heilige Schrift nicht. Es heißt, dass Gott den Pharao mit seiner hartnäckigen Bosheit erweckte, um seine Fähigkeit zu demonstrieren, die Israeliten aus der Knechtschaft zu befreien. Gott nutzt das Böse nicht nur, um anderen seine Macht und sein Gericht zu demonstrieren, sondern lässt dem Bösen auch vorübergehend die Macht, sich auszubreiten, und richtet dann über die daraus entstehenden Folgen.
F: Wie konnte Mose in Ex 9,19 und Ex 9,27 während der verheerenden Hagelplage nach draußen gehen, um den Pharao aufzusuchen?
A: Offensichtlich war der Hagel nicht überall und zu jeder Zeit vorhanden. Selbst bei einem Orkan herrscht im Auge des Sturms Ruhe. Mose könnte während einer vorübergehenden Ruhepause in einem Teil Ägyptens zum Pharao gegangen sein. Alternativ könnte Gott Mose beschützt haben, als er zum Pharao ging.
F: Welche Art von Nahrungsmitteln bauten die Bauern damals in 2. Mose 9,20, Jesaja 28,25 und Hesekiel 4,9 an?
A: Die Ernährung der Menschen unterschied sich damals stark von der in den heutigen industrialisierten Gesellschaften und war vielfältiger an natürlichen Lebensmitteln. In der Alten Welt gab es weder Mais noch Kartoffeln, da diese aus Amerika stammten. Sie hatten Weizen und Roggen wie wir heute, bauten jedoch erhebliche Mengen anderer, alter Getreidesorten an, die wir heute nur noch als Spezialitäten anbauen. Beispielsweise werden Einkorn, Emmer und Dinkel manchmal als „bedeckte Weizensorten“ bezeichnet; sie lassen sich nicht so gut dreschen wie Weizen. Roggen, Sorghum und Hirse sind nicht so nährstoffreich wie Weizen, obwohl Sorghum und Hirse in Afrika nach wie vor verwendet werden. Auch Kamut, das köstlich schmeckt, wurde angebaut. Weitere alte Getreidesorten sind Amaranth und Quinoa. Eine weitere Getreidesorte, Triticale – eine Kreuzung aus Weizen und Roggen –, gab es damals noch nicht, da sie erst 1875 in Schottland erstmals angebaut wurde. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.hort.purdue.edu/newcrop/proceedings1996/V3-156.html#EINKORNOrigin.
Was Süßungsmittel betrifft, so stand den Menschen neben Zuckerrüben in Europa und Zuckerrohr in weit entfernten tropischen Ländern im Grunde nur Honig zur Verfügung. Honig enthält eine Vielzahl unterschiedlicher chemischer Verbindungen, und jede Charge Wildhonig ist ein wenig anders, da dies von den Blüten abhängt, die die Bienen besucht haben. Jemand sagte einmal über Honig: Wenn heute ein neues Lebensmittel Tausende unbekannter Substanzen enthalten würde und bei jeder Herstellung unterschiedliche chemische Bestandteile aufweisen würde, hätte es auf keinen Fall die Zulassung der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) erhalten!
F: Wie kann es in 2. Mose 9,23 Feuer geben, das mit Hagel vermischt ist?
A: Das kommt natürlich ständig bei schweren Hagelstürmen vor, die von Blitzen und Donner begleitet werden. Ausgehend von 2. Mose 9,29 handelte es sich bei dem Feuer wahrscheinlich genau darum. Gott konnte es jedoch so gestalten, wie Er es wollte.
F: Wie sollen die Menschen in 2. Mose 9,30 Gott fürchten?
A: Wir fürchten Gott nicht auf dieselbe Weise, wie man einen ungerechten, bösen Menschen fürchten würde. Wir sollen Gott jedoch in zweierlei Hinsicht fürchten.
1. Ungläubige sollten Gottes Gericht und Zorn fürchten.
2. Furcht bedeutet auch Respekt. Alle sollten Gott respektieren, der uns erschaffen hat, der der Sinn unserer Existenz ist und der alle richten wird, um den Menschen entweder das ewige Leben zu schenken oder sie zum ewigen Untergang in der Hölle, der kosmischen Müllhalde, zu verdammen. Manche Nichtchristen haben vielleicht das Gefühl, dass Gott nicht dem entspricht, was sie sich von einem Gott wünschen. Der wahre Gott entspricht Seinem eigenen Charakter, aber vielleicht ist es Ihm gar nicht wichtig, Ihren Maßstäben zu entsprechen. Siehe auch die Antwort zu 2. Mose 20,20.
F: Wie konnte es in 2. Mose 10,21–23 nur über Ägypten dunkel sein?
A: Gott hat das Licht geschaffen, und Er kann es steuern. Ob es sich dabei um eine vorübergehende Veränderung der Sonne, um Naturgesetze, um eine dunkle Wolke, um Vulkanasche, um ein anderes Hindernis oder um nichts davon handelte – Gott kann wirken, wie Er will.
F: Gibt es in 2. Mose 10,21–33 archäologische Belege für die Finsternis über Ägypten?
A: Möglicherweise. In der „Biblical Archaeology Review“, Ausgabe Januar/Februar 1991, S. 50, heißt es:
„Ein ägyptischer Text, der auf die Zeit nach dem Ende der 18. Dynastie (um 1350 v. Chr.) datiert wird, beschreibt eine Katastrophe wie folgt:
‚Die Sonne ist verdeckt und scheint nicht mehr für die Augen der Menschen. Leben ist nicht mehr möglich, wenn die Sonne hinter den Wolken verborgen ist. Ra [der Gott] hat sein Gesicht von der Menschheit abgewandt. Wenn sie doch nur eine Stunde lang scheinen würde! Niemand weiß, wann es Mittag ist. Der eigene Schatten ist nicht zu erkennen. Die Sonne am Himmel gleicht dem Mond …‘“
Dies könnte sich auf die Finsternis über dem Land beziehen, würde jedoch nicht auf den Vulkanausbruch auf der Insel Thera hinweisen, da dieser etwa 200 Jahre zuvor stattfand.
F: In 2. Mose 10,29 sagt Mose, er werde nie wieder vor dem Pharao erscheinen. Dennoch lässt der Pharao in 2. Mose 12,31 Mose und Aaron zu sich rufen. Wie kann das sein? Hat sich Mose in 2. Mose 10,29 geirrt, und wenn ja, war es Gott, der ihm sagte, dies zu sagen, oder geschah dies aus eigener Initiative?
A: In 2. Mose 10,29 hatte der Pharao offensichtlich genug davon, Mose zu sehen, und so war es Moses’ Absicht, nie wieder vor den Pharao zu treten. Als der Pharao ihm jedoch befahl zu kommen, musste Mose kommen. Betrachten wir dies aus drei Blickwinkeln:
a) Wenn es sich hierbei um eine Prophezeiung handelte, dann traf diese nicht zu.
b) Wenn dies Mose’ Absicht zum Ausdruck brachte, dann war es wahr; Mose kam nicht aus eigener Initiative, sondern wurde gerufen.
c) Wenn dies ein Versprechen war, dann wurde dieses menschliche (nicht göttliche) Versprechen dadurch außer Kraft gesetzt, dass er dem Befehl des Pharaos Folge leisten musste.
Kurz gesagt: Mose hat weder gelogen noch betrogen, aber er ging eindeutig davon aus, dass er nicht erneut vor den Pharao treten würde, und darin hat er sich geirrt.
Ein wichtiger Punkt, den es zu beachten gilt, ist, dass Propheten Menschen waren und auch sie Fehler sagen und begehen konnten. Das klassische Beispiel ist Nathan, der David sagte, er dürfe den Tempel bauen, woraufhin Gott Nathan in 2. Samuel 7,3–17 zurechtwies. Ein Prophet Gottes ist nur dann fehlerfrei, wenn er als Prophet spricht, d. h. „so spricht der Herr“ oder Ähnliches. Als Mose die Beherrschung verlor, mehrmals auf den Felsen schlug und die Israeliten als Rebellen bezeichnete, bereute er diese Worte später zweifellos.
F: Hat Mose in 2. Mose 11,3 und 4. Mose 12,3 über sich selbst geschrieben, dass er hoch angesehen und demütig war?
A: Es gibt drei unterschiedliche Ansichten:
a) Mose lieferte sachlich Hintergrundinformationen zu seinem Ansehen.
b) Da dies von einem Schreiber für Mose niedergeschrieben wurde, fügte der Schreiber unter göttlicher Inspiration diesen Zusatz hinzu.
c) Es handelte sich um eine spätere Ergänzung des Textes durch einen Schreiber, deren Erhaltung über die Jahrhunderte hinweg Gott zugelassen hat. Siehe auch die Erörterung zu 4. Mose 12,3.
F: Gibt es in Ex 11,5–12,30, abgesehen von der Bibel, irgendwelche Belege dafür, dass zu dieser Zeit in Ägypten Plagen auftraten?
A: Möglicherweise ja. David M. Rohl erwähnt in „Pharaohs and Kings: A Biblical Quest“ (1995), S. 278–279, dass es Hinweise auf eine große Katastrophe mit einer großen Anzahl hastig begrabener Leichen gab. Die hohe Zahl der Todesfälle beweist jedoch weder, dass dies auf ein plötzliches Ereignis über Nacht zurückzuführen war, noch widerlegt sie dies. Diese Entdeckung wurde von Manfred Bietak in Tell ed-Daba gemacht. Dies ist in „Avaris and Piramesse: Archaeological Exploration of the Eastern Nile Delta“ (London, 1979), S. 295, nachzulesen.
Zudem zitiert Josephus Manetho mit den Worten: „Ein Schlag Gottes traf uns.“ Dies steht jedoch im Zusammenhang mit Eindringlingen aus dem Osten, die in Ägypten einfielen; es könnte sich also um ein unabhängiges Ereignis handeln, oder es könnte zu Moses’ Zeiten Eindringlinge in Ägypten gegeben haben, über die das Buch Exodus schweigt.
F: Bedeutet „aus Israel ausgerottet“ in Ex 12,19 den Ausschluss aus der Gemeinschaft oder möglicherweise den Tod bzw. die Hinrichtung?
A: Christliche Gelehrte sind sich uneinig, wie es in „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 375, heißt.
Vertreibung: „The Bible Knowledge Commentary: Altes Testament“, S. 128. Im „Believer’s Bible Commentary“, S. 98, heißt es: „Das heißt, aus dem Lager und von dessen Privilegien ausgeschlossen. In manchen Zusammenhängen bedeutet der Ausdruck ‚ausgestoßen‘ zum Tode verurteilt.“ Die meisten Kommentatoren würden sagen, dass damit der Tod gemeint ist.
Frage: Wie konnte ein [angeblich] allliebender Gott, der so liebevoll ist, wie es nur möglich ist, in 2. Mose 12,29 die erstgeborenen Ägypter töten?
A: Kein Vers in der Bibel besagt, dass Gott allliebend ist, und kein Vers besagt, dass Gott so liebevoll ist, wie es nur möglich ist. Gottes Liebe wird durch Seine anderen Eigenschaften ausgeglichen. Wie der Gott der Bibel die ägyptischen Erstgeborenen töten konnte, erfahren Sie in der Antwort auf die nächste Frage.
F: Warum handelte Gott in Ex 12,29–30 [angeblich] ungerecht, indem er alle ägyptischen Erstgeborenen tötete, anstatt nur den Pharao selbst, da doch der Pharao gesündigt hatte?
A: Gott handelte nicht ungerecht. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.
Alle Ägypter hielten die Israeliten in Knechtschaft. Der Pharao selbst peitschte die Sklaven nicht aus; dies taten die ägyptischen Aufseher. 400 Jahre lang hielt es die ägyptische Gesellschaft für normal, von den hebräischen Sklaven zu profitieren.
Menschen tragen oft die Folgen der Handlungen anderer. Kokainsüchtige Mütter bringen Babys mit kleineren Gehirnen zur Welt, die ebenfalls kokainsüchtig sind. Millionen starben aufgrund des mörderischen Wahnsinns Hitlers und anderer. Solche Dinge geschehen in einer gefallenen, ungerechten Welt. Beachten Sie jedoch den nächsten Punkt.
Vollkommene Gerechtigkeit wird bis zum Tag des Gerichts aufgeschoben. In Lukas 13,1–5 wurde Jesus beispielsweise von Galiläern berichtet, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. Jesus sagte, dass dies nicht geschah, weil sie schlechter waren als andere Galiläer, sondern dass auch Sie umkommen werden, wenn Sie nicht Buße tun. Manche werden in diesem Leben für dieselben Taten strenger bestraft als andere. Am Tag des Gerichts jedoch wird Gott gerecht richten und alles wieder ins Lot bringen.
F: Welche archäologischen Beweise deuten in 2. Mose 12,29 darauf hin, dass der Sohn des Pharaos unmittelbar vor dem Auszug aus Ägypten starb?
A: Auf der Traumstele von Thutmosis IV. (1421–1410 v. Chr.), die zwischen den Vorderpfoten der Sphinx von Gizeh gefunden wurde, versprach der Gott Harmakhis Thutmosis besondere Hilfe, damit dieser der nächste Pharao werde – als Gegenleistung dafür, dass er den Sand beseitigte, der sich vor der Sphinx angesammelt hatte. Er hätte wahrscheinlich keine besondere Hilfe benötigt, wäre er der Erstgeborene in der Thronfolge seines Vaters Amenhotep II. (1450/1447–1401/1385) gewesen.
Walter Kaiser schreibt in „A History of Israel“, S. 90, dass der älteste Bruder von Thutmosis IV. Webensenu hieß. Webensenu wurde in der Königsgruft beigesetzt, und er war wahrscheinlich derjenige, der während der zehnten Plage starb. Der zweite Sohn von Amenhotep II. war Khaemwaset, der vor seinem Tod heiratete. Wie Kaiser feststellt: „Zwar kann die Sphinx-Stele nicht als direkter Beweis für den Tod der Erstgeborenen angesehen werden, doch haben Ägyptologen genügend Belege ans Licht gebracht, um das frühe Datum des Exodus zu stützen und die Tatsache zu untermauern, dass Thutmosis IV. tatsächlich nicht damit rechnete, die Thronfolge seines Vaters anzutreten.“
F: Wie konnte ein gerechter und liebender Gott in Ex 12,29–30 die erstgeborenen Ägypter töten, wo sie doch keinen Einfluss auf die Entscheidung des Pharaos hatten?
A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.
1. Die Todesfälle beweisen nicht, dass entweder die Ägypter oder ihre Tiere für die Entscheidung des Pharaos schuldig waren.
2. Gegen den Kindermord und die Unterdrückung hat sich das ägyptische Volk offenbar erst in 2. Mose 12,33 zur Wehr gesetzt oder etwas unternommen. Selbst in 2. Mose 14,5 wollten die Ägypter die Israeliten als Sklaven zurückhaben.
3. Es ist wichtig, sich zu wehren, denn Menschen, darunter auch Kinder, leiden oft unter unverhältnismäßigen Folgen aufgrund von Entscheidungen politischer Führer.
4. Vieles in diesem Leben ist ungerecht. Doch es wird ein Tag kommen, der Tag des Gerichts, an dem alles gerecht gemacht wird. Gott ist gerecht, und die Reichen und Armen, die Unterdrücker und Unterdrückten, die Nazis, die Kambodschaner, die Sudanesen und alle anderen werden am Ende der Zeit vollkommene Gerechtigkeit erfahren – doch wer kann schon sagen, dass sie sich ausschließlich Gerechtigkeit wünschen, ohne Barmherzigkeit?
F: Wie konnte es in Ex 12,30 kein Haus geben, in dem niemand gestorben war, da die Israeliten verschont blieben?
A: Im Kontext bezieht sich dies auf Häuser in Ägypten, in denen das Passahfest nicht gefeiert wurde.
F: Was symbolisieren die vier Passahbecher in Ex 13?
A: Während das Passahfest im Buch Exodus eingeführt wurde, sind die verschiedenen Becher, die beim Passahfest gereicht werden, nicht im Alten Testament zu finden, sondern waren Teil einer jüdischen Tradition, die in der Römerzeit ihren Ursprung hatte. Sie sind im Talmud dokumentiert (Pesachim 10,1).
Offenbar gab es unterschiedliche Interpretationen der Symbolik, doch hier ist eine davon: Die verschiedenen Kelche standen für verschiedene Arten der Erlösung.
Der erste Kelch war für den Kiddusch-Segen bestimmt, der zu Beginn des Passahfestes gesprochen wurde. Mit diesem Kelch wird gefeiert, dass Gott das Volk aus Ägypten geführt hat.
Der zweite Becher wurde vor der Hauptmahlzeit getrunken, um die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei zu feiern.
Der dritte Kelch wurde nach dem Tischgebet getrunken, um die Offenbarung der Macht Gottes zu feiern.
Der vierte Kelch wurde am Ende des Hallel getrunken, um zu feiern, dass sie zu einem Volk geworden waren.
Manche kannten einen fünften Kelch, den „Kelch des Elija“, der jedoch nicht getrunken wurde.
Ein Teil dieser Informationen stammt von einer jüdischen Website: http://2-passover.tripod.com/thefourcupsofwineforpassover.html.
F: Mussten die Israeliten in 2. Mose 13,2.13 ihre erstgeborenen Kinder (Söhne und Töchter) heiligen oder nur die erstgeborenen Söhne, wie es in 2. Mose 22,29 heißt?
A: Sowohl im Hebräischen als auch in modernen Übersetzungen ist von Söhnen die Rede:
2. Mose 13,2: „jedes Erstgeborene unter den Söhnen Israels“
2. Mose 13,13: „jeden Erstgeborenen unter euren Söhnen“
F: War in Ex 13,4 der erste Monat Abib oder war es Nisan, wie in Nehemia 2,1?
A: Zu jener Zeit (1445 v. Chr.) nannten die Israeliten ihn Abib. Jahrhunderte später (um 500 v. Chr.) wurde er unter den Persern Nisan genannt. Die heutigen Iraner (Perser) aller Religionen feiern ein Neujahrsfest namens Nowruz.
F: Bedeutet die Aufbewahrung der Gebeine Josephs in Ex 13,19, dass Christen heilige Reliquien verehren sollten, wie manche Katholiken behaupten?
A: Nein. Dass die Gebeine zur Bestattung aufbewahrt wurden, bedeutet nicht, dass sie verehrt wurden. Es gibt in der Bibel keinen Hinweis darauf, dass die Gebeine Josephs – oder die irgendeiner anderen Person – als heilige Verehrungsgegenstände angesehen wurden.
Das zweite Gebot besagt, dass man keine Bilder vor Gott haben darf. Im Laufe des Mittelalters versuchten verschiedene Katholiken, Sünden zu kategorisieren, wobei die „sieben Todsünden“ die bekanntesten sind. Das Interessante an diesen verschiedenen Listen ist, dass die Verfasser aller dieser Listen das zweite Gebot außer Acht gelassen haben.
F: Wie konnte Gott in Ex 13,21–22; Ex 14,19–20; Ex 40,38 Israel als Wolke und Feuersäule folgen?
A: Da Gott Abram bereits in Gestalt von drei Besuchern und Mose als Feuer in einem Busch erschienen war, dürfte es für Gott keineswegs schwierig gewesen sein, als Wolke oder Feuersäule zu erscheinen. Es fällt uns wahrscheinlich schwerer, unsere vorgefassten Vorstellungen davon, was Gott tun muss, zu überwinden, als es für Gott ist, in einer bestimmten Gestalt zu erscheinen.
F: Warum verfolgte der Pharao in Ex 14,6–7 alle Israeliten mit nur 600 Streitwagen?
A: Zwar waren Streitwagen in der Antike beeindruckende Kriegswaffen, und die meisten Israeliten besaßen keine Waffen; doch die Antwort liegt darin, dass in 2. Mose 14,7 steht, dass der Pharao 600 der besten Streitwagen sowie alle anderen Streitwagen nahm, und in 2. Mose 14,9 heißt es: „und das Heer“. Auch in 2. Mose 15,4 werden die Streitwagen des Pharaos und sein Heer erwähnt.
F: Wie sahen die ägyptischen Streitwagen zu jener Zeit aus (Ex 14,6–7)?
A: Archäologen berichten, dass Streitwagen im nördlichen Mesopotamien wie Karren aussahen, in denen drei oder vier Personen Platz fanden und die von bis zu vier Eseln oder Pferden gezogen wurden. Die Ägypter verfügten über ähnliche Streitwagen, bis die Hyksos nach 1586 v. Chr. mit ihren überlegenen Streitwagen den größten Teil Ägyptens eroberten. Nach dieser Zeit waren ägyptische Streitwagen sehr leicht und wurden von zwei Pferden und zwei Männern gezogen. Ein Mann war der Wagenlenker, der andere der Bogenschütze. Die Räder waren groß und hatten in der Regel sechs Speichen. Bis zur persischen Zeit gab es keine Spikes an den Wagenachsen. Streitwagen waren wichtige Kriegswaffen auf trockenem, ebenem Gelände, erwiesen sich jedoch in den Bergen oder auf nassem, schlammigem Boden als wenig nützlich.
F: Wie kam es, dass der Pharao in Ex 14,9–28 und Jos 24,6 über „Reiter“ verfügte, da die Armeen jener Zeit keine Kavallerie hatten?
A: Hier ist möglicherweise von „Wagenlenkern“ die Rede, nicht von Kavallerie. Wenn dieser Begriff verwendet wird, steht er stets im Gegensatz zur regulären Armee.
F: Da Gott in 2. Mose 14,14 damals für die Israeliten kämpfte, warum kämpfte Gott später nicht immer für die Israeliten?
A: Gott war nicht verpflichtet, stets für die Israeliten zu kämpfen. Er konnte für sie kämpfen und davon absehen, wann immer Er es wollte. Oft scheint es, als habe Gott sie ihre Kämpfe selbst austragen lassen.
F: In Ex 14,17; 15,21: Inwiefern verherrlicht das Ertränken der Ägypter Gott und bringt ihm Ehre?
A: Es zeigte den Israeliten, dass Gott die Macht hatte, sie selbst vor einer mächtigen Armee zu retten, und dass Gott über sie wachen würde.
F: Warum handelte Gott in Ex 14,17; 15,21 so ungerecht, als er die ägyptische Armee im Roten Meer ertränkte, wo die Soldaten doch nur Befehle befolgten?
A: Hierin liegt eine wichtige Lehre: Soldaten sollten keine Befehle befolgen, die böse sind. Damals, als den ägyptischen Soldaten befohlen wurde, die friedlichen Anbeter Gottes zu töten, machten sie sich durch ihren „bösen Gehorsam“ dem Gericht schuldig. Wenn heute muslimische „heilige Krieger“ den Befehl erhalten, friedliche Anbeter Gottes zu töten, nur weil diese Christen sind, machen auch sie sich Gottes Gericht durch das Höllenfeuer schuldig.
F: Haben die Israeliten in 2. Mose 14,18 das „Rote“ Meer oder das sehr flache „Schilfmeer“ überquert?
A: Im Hebräischen heißt es „Yam Suph“, und es könnte sich um beides handeln; wir wissen nicht genau, wo sie es überquerten. In „When Critics Ask“, S. 75–76, wird vermutet, dass es sich um den Ballah-See gehandelt haben könnte, ein flaches „Meer“ mit einer Breite von 10–15 Meilen (16–24 km). (Der Ballah-See wurde beim Bau des Suezkanals zerstört.)
Selbst das Schilfmeer war damals möglicherweise nicht flach. In 2. Mose 14,22 heißt es, dass das Wasser auf beiden Seiten eine „Mauer“ bildete; es muss also eine beträchtliche Wassermenge vorhanden gewesen sein. Wenn das Meer, das sie überquerten, flach war und die Israeliten es durchquerten, dann wäre es – wie jemand scherzhaft anmerkte – ein viel größeres Wunder, wenn sie das flache Schilfmeer überquert hätten, um all diese Pferde und Wagenlenker in nur wenigen Zoll tiefem Wasser ertrinken zu lassen.
F: Wie konnte Gott in 2. Mose 14,21–29 das Meer teilen?
A: Der Allmächtige konnte dies auf jede beliebige Weise tun. In 2. Mose 14,21 ist von einem starken Ostwind die Rede, doch es könnten auch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben.
F: Könnte in Ex 14,21–29 der gewaltige Vulkanausbruch von Thera die Teilung des Roten Meeres verursacht haben?
A: Diese Ansicht wurde in dem Buch „The Bible as History“ sowie von Hans Goedicke vertreten. Diese Theorie schien einst populär zu sein, da der Vulkanausbruch auf der Insel Thera offenbar um 1500 v. Chr. stattfand, was nahe an Goedickes Ansicht lag, dass der Auszug aus Ägypten im Jahr 1477 v. Chr. stattfand. (Heute geht man davon aus, dass der Auszug aus Ägypten im Jahr 1445 v. Chr. stattfand.) Untersuchungen der kalibrierten Radiokarbondatierung von Baumringen sowohl von Eichen in Irland als auch von Bristlecone-Kiefern in Kalifornien weisen jedoch unabhängig voneinander auf eine weltweite, das Baumwachstum hemmende Abkühlung um 1628 v. Chr. ± 20 Jahre hin. Die Datierung der grönländischen Eisschichten deutet auf eine Abkühlung um 1645 v. Chr. hin. Somit fand der Vulkanausbruch auf der Insel Thera etwa 200 Jahre früher statt.
F: Wie konnten in Ex 14,21–29 zwei Millionen Israeliten das Rote Meer in nur 24 Stunden überqueren?
A: Nehmen wir an, dass 602.000 Männer etwa 2 bis 2,5 Millionen Menschen entsprechen. Wenn die Überquerungsstelle vielleicht 2 bis 2,5 Meilen (3,2 – 4 km) breit war und die Menschen im Durchschnitt zwei Yards voneinander entfernt waren, ergäben sich 1.760 Ein-Reihen-Kolonnen mit jeweils 1.136 Personen. Berücksichtigt man Wagen und Tiere und geht man davon aus, dass sie im Durchschnitt zehn Yards Abstand zur Person vor ihnen hatten und die Menschen langsam mit einer Geschwindigkeit von 1 Meile (1,6 km) pro Stunde gingen, hätten sie einen bestimmten Punkt in 6,5 Stunden passieren können.
F: Gibt es in 2. Mose 15 Hinweise darauf, dass die Hebräer auf der Sinai-Halbinsel umherwanderten?
A: Ja, es gibt einige Hinweise. In Höhlen am Berg Sinai wurden Inschriften gefunden, die die Teilung des Meeres, Moses und den Fang der Wachteln beschreiben. Das Interessanteste daran ist die Sprache: Es handelte sich um eine Mischung aus Ägyptisch und Hebräisch. Auch der Historiker Diodorus Siculus (10 v. Chr.) wusste davon. Die Echtheit der Inschriften lässt sich jedoch weder beweisen noch widerlegen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass es keine Möglichkeit gibt, die Inschriften an den Felswänden zu datieren.
Im „Wycliffe Dictionary of Biblical Archaeology“ (S. 535) heißt es, dass sich am Eingang zu den Kupferminen im Sinai Hunderte von Inschriften befinden. Die meisten davon sind in ägyptischen Hieroglyphen verfasst, doch etwa 40 Inschriften sind in einer Art proto-sinaitischer alphabetischer Schrift aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. verfasst. Diese gehören zu den frühesten Artefakten der alphabetischen Schrift, die bis heute erhalten geblieben sind.
F: Sollte dieser Abschnitt in Ex 15,1–21 dem vorangehenden Abschnitt des Buches Exodus oder dem nachfolgenden Abschnitt zugeordnet werden?
A: Da es sich um eine Erzählung handelt, kann er zu beiden Abschnitten gehören. Viele Kommentatoren ordnen ihn dem vorangehenden Abschnitt zu, da er wahrscheinlich sehr bald nach ihrer Befreiung gesungen wurde. Bei der Gliederung des Buches Exodus ziehe ich es jedoch vor, ihn dem nachfolgenden Abschnitt zuzuordnen, da die erste Hälfte von Exodus 15 und die zweite Hälfte von Exodus 15 ein so gutes Spiegelbild bilden. Während ihrer Wanderung durch die Wüste dürfen wir nicht vergessen, dass die Israeliten im Buch Exodus nicht „vorlesen“ konnten, um herauszufinden, wohin sie gingen oder was mit ihnen geschehen würde. Auf ihrer Reise gab es im Grunde nur zwei Möglichkeiten für sie. Sie konnten sich an Gottes Größe und Gnade ihnen gegenüber erinnern, oder sie konnten über ihre gegenwärtigen Lebensumstände murren.
Auch in unserem heutigen Leben gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Wir können Gott erfreuen, indem wir Ihn mit Dankbarkeit verherrlichen und Ihm gehorchen, oder wir können unser Herz an die Welt hängen, murren oder unseren eigenen Weg gehen und dabei an Gottes Versorgung und Fürsorge zweifeln.
F: Wie kam es in 2. Mose 15,1 zu „Reitern“, da die ägyptische Armee damals wahrscheinlich keine Kavallerie hatte?
A: Das Wort „Reiter“ gibt nicht an, was geritten wird. Armeen stützten sich zu jener Zeit auf Streitwagen, und es handelt sich hier um Streitwagenfahrer, auch Wagenlenker genannt.
F: Da in 2. Mose 15,11 steht: „Wer unter den Göttern ist dir gleich?“, gibt es dann mehr als einen Gott?
A: Nein. Dieser Vers zeigt, ebenso wie Jesaja 40,18, dass Gott unvergleichlich ist. 1. Korinther 8,1–7 zeigt, dass es viele Götzen gibt, aber nur einen wahren Gott, wie auch Deuteronomium 4,35–39; 6,4; Markus 12,29–33; Jesaja 43,10–12; 44,6.8; 45,5–6.14.21; 46,9; Joel 2,27; 1. Timotheus 1,17; 2,5 und 6,15–16.
F: In 2. Mose 15,16: Inwiefern hat Gott die Israeliten „erkauft“?
A: Ein Grund dafür, dass sie Gott gehören, ist, dass Gott ihr Leben gerettet hat.
F: Was können wir in 2. Mose 15,22–27 aus den Gewässern von Mara und Elim lernen?
A: Gott stellte das Volk gemäß 2. Mose 15,25 auf die Probe. Das Volk brauchte dringend Wasser, und in Mara fanden sie reichlich Wasser, doch dies mag wie ein grausamer Scherz erschienen sein, da es bitter und ungenießbar war. Bitteres Wasser ist oft deshalb bitter, weil es sehr alkalisch ist. Es schmeckt also nicht nur schlecht, sondern ist auch schädlich für den Körper. Gott machte das bittere Wasser nicht nur erträglich und gesund genug zum Trinken, sondern machte es sogar süß und angenehm im Geschmack.
Kann Gott auch in einem trockenen und durstigen Land für Sie sorgen? Gott kennt Ihre Bedürfnisse, doch was ist, wenn Sie in Not sind und die einzige Versorgung nichts weiter als ein grausamer Scherz zu sein scheint? Werden Sie dennoch treu bleiben und entweder darauf warten, dass Gott Ihnen anderes Wasser beschafft, oder – wie in diesem Fall – die scheinbare „Nicht-Lösung“ Ihres Problems auf wundersame Weise in eine Lösung verwandeln, die sowohl angemessen ist als auch Zufriedenheit schenkt?
Die Israeliten wurden viele Male auf die Probe gestellt, ebenso wie David, spätere Juden, Jesus und die frühen Christen. Wir sollten uns nicht wundern, wenn auch wir auf die Probe gestellt werden.
F: Was können wir in Ex 16,1–36 aus dem Manna und den Wachteln lernen?
A: Der dringende Wasserbedarf des Volkes wurde gestillt, aber wie sah es mit ihrem Leben auf längere Sicht aus? Anstatt Gott um ihre Not zu bitten, murrten sie gegen Mose. Was tun Sie, wenn Sie ein berechtigtes Bedürfnis haben und Gott es noch nicht erfüllt hat? Murrt ihr oder betet ihr weiter zu Gott? Kann Gott euch an einem kargen Ort ernähren? Wenn es keine Nahrung gibt – sei es körperliche Nahrung oder emotionale, freundschaftliche oder geistliche Nahrung –, glaubt ihr dann, dass Gott mächtig genug ist, langfristig für euch zu sorgen? Wir sollen für die Zukunft vorsorgen (wie die kluge Ameise in Sprüche 30,25), aber könnt ihr mit Vertrauen auf Ihn in die Zukunft blicken, ohne Angst?
F: Warum sollten die Israeliten in 2. Mose 16,23–30 den Sabbat an einem Ort namens „Wüste Sin“ halten, da das Gebot erst später mit den Zehn Geboten am Sinai erteilt wurde?
A: Gott teilte ihnen dieses Gebot mit, bevor er alle zehn Gebote gab.
F: Ist in 2. Mose 16,23 die Wüste Sin dasselbe wie die Wüste Zin?
A: Nein. Die Wüste Sin lag unmittelbar westlich des Berges Sinai, während die Wüste Zin unmittelbar südlich von Juda und nordöstlich von Kades-Barnea lag. Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 404, heißt es, dass sich der erste hebräische Konsonant unterscheidet.
F: Was genau ist Manna in Ex 16,31; Num 11,7–9; Dtn 8,3.15; Jos 5,12; Ps 78,24.25; 105,40 und Neh 9,15?
A: Die Heilige Schrift sagt lediglich, dass es sich um eine Speise handelte, die auf wundersame Weise von Gott bereitgestellt wurde.
Manche haben die Theorie aufgestellt, es handele sich um die essbaren Absonderungen von Tamariskenbäumen im Sinai, um Insektenabsonderungen usw., doch eine natürliche Erklärung reicht nicht aus. Es kam an sechs Tagen in der Woche, jedoch nicht am Sabbat. Zudem gäbe es nicht genügend Insekten oder Absonderungen von Tamariskenbäumen, um eine so große Bevölkerung zu ernähren.
In Hebräer 9,4 wird erwähnt, dass ein Gefäß mit Manna in die Bundeslade gelegt wurde.
F: Warum war Gott in 2. Mose 17,1–7 zornig auf Menschen, die ihm gehorchten?
A: In 2. Mose 17,1 heißt es, dass das Volk von Ort zu Ort zog, wie der Herr es geboten hatte. Doch während sie gehorchten, murrten sie. Gehorsam allein reicht nicht aus; wir sollen freudigen Gehorsam üben, ohne zu murren oder zu streiten, wie es in Philipper 2,14 heißt.
F: Wie können Menschen in 2. Mose 17,2 und 5. Mose 6,16 Gott versuchen, da Gott laut Jakobus 1,13 nicht vom Bösen versucht werden kann?
A: Eine bessere Übersetzung als „Gott in Versuchung führen“ ist „den Herrn auf die Probe stellen“. Gott kann zwar nicht wirklich vom Bösen in Versuchung geführt werden, doch die Menschen können es dennoch versuchen. Dies ist Ausdruck der Sünde der Menschen, die zu Gott sagen: „Handle so und vollbringe dieses Wunder, sonst …“
F: Klingt es in Ex 17,8 nicht nach Aberglauben, als die Israeliten nur dann siegten, wenn Aaron und Hur die Hände Mose hochhielten?
A: Alle wussten, dass die Kraft bei Gott lag, nicht in den Händen. Gott bedient sich manchmal körperlicher Handlungen, um Seine Kraft zu kanalisieren. Weitere Beispiele finden Sie in 2. Könige 13,21 (Elisas Gebeine), 4. Mose 21,4–9 (die eherne Schlange) und Johannes 9,6–7 (Jesus formt Lehm, um ihn auf die Augen eines Blinden aufzutragen).
F: Welche Bedeutung hat Gottes Name in 2. Mose 17,15–16?
A: Es ist von großer Bedeutung, dass Mose Gott „Jahwe Nissi“ nannte, „Der Herr ist mein Banner“. In einer militärischen Schlacht war das Banner die Ehre der Armee oder eines Truppenteils, und die Soldaten kämpften bis zum bitteren Ende, um es um jeden Preis zu retten. Dies bedeutet weit mehr, als dass Gott stark und mächtig ist. Als eine große Armee, entschlossen, die Israeliten zu besiegen, direkt auf sie zustürmte, glaubten die Israeliten NICHT bloß, dass Gott ein fernes, mächtiges Wesen sei, das ihnen vielleicht Hilfe leisten würde, wenn es Ihm gerade so gefiele. Vielmehr glaubten sie nicht nur, dass Gott mächtig sei, sondern dass Gott in der entscheidenden Stunde zur Stelle sein und diejenigen retten würde, die Seinen Namen anriefen. Heute glauben alle Christen, dass Gott allmächtig ist, aber leben Sie wirklich so, als würden Sie daran glauben, dass Gott in der entscheidenden Stunde für Sie zur Stelle sein wird? Wenn ja, dann glauben Sie nicht nur, dass Gott Ihr Banner ist und dass Sie bis zum Ende kämpfen werden, um fest für Gott einzustehen, sondern Sie wissen auch, dass Sie Gottes Banner sind, in dem Sinne, dass Sie Seinen Namen tragen und Sein Augapfel sind (5. Mose 32,10; Psalm 17,8), und dass Gott gewiss mit Ihnen sein wird. Selbst wenn Sie für Gott getötet werden, wissen Sie: „Kostbar ist in den Augen des HERRN der Tod seiner Heiligen.“ (Psalm 116,15 NIV)
F: Da wir gemäß 2. Mose 18,7 nur Gott anbeten sollen, warum verneigte sich Mose dann vor seinem Schwiegervater?
A: Sich aus Respekt zu verneigen ist keine Anbetung. Auch heute noch verneigen sich Menschen aus Respekt vor dem Monarchen von England oder machen einen Knicks. Abraham verneigte sich vor Königen, und eine Verbeugung ist in Ordnung, solange sie nicht als Anbetung ausgelegt wird. Im Gegensatz dazu kamen Schätzungen zufolge bis zu 50.000 Christen während der römischen Verfolgung ums Leben, und viele Menschen verstehen nicht, warum. Die Römer hatten kein Problem damit, dass Christen Jesus anbeteten. Die Römer duldeten jedoch nicht, dass die Christen sich weigerten, irgendjemanden außer Gott anzubeten, insbesondere nicht den römischen Kaiser. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, bezeichneten die römischen Heiden die Christen als „Atheisten“, weil sie nicht an ihre Götzen glaubten.
F: Warum folgte Mose in 2. Mose 18,17–26 dem Rat von Jitro statt dem Rat Gottes?
A: Es widersprach nicht Gottes Willen, doch Mose erkannte darin einen guten Rat, um Gott zu folgen. Wir sollen pragmatisch sein und gute und aufrichtige Ratschläge sowohl von anderen als auch von Gott annehmen.
F: Warum stieg Mose in 2. Mose 19,3.20; 24,9.13.15.18; 34,4 siebenmal auf den Berg und kehrte zurück, um den Herrn zu sehen (2. Mose 32,31), während in 2. Mose 19,14.24; 32,15; 34,29 nur viermal verzeichnet ist, dass er herabstieg?
A: Manche haben dies herangezogen, um die These von mehreren Verfassern des Buches Exodus zu stützen, doch laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 416, trägt dies nicht wirklich zur Beantwortung der Frage bei. Das Buch Exodus muss nicht unbedingt in chronologischer Reihenfolge verfasst sein; es ist kein Problem, wenn es hier in chronologischer Reihenfolge steht; der Ablauf ist eigentlich recht einfach.
2. Mose 19,3: Mose stieg allein hinauf
2. Mose 19,14: Mose stieg allein herab
2. Mose 19,20: Mose stieg allein auf den Gipfel
2. Mose 19,24: Mose stieg kurz hinab, um Aaron zu holen
2. Mose 24,9: Mose und 73 andere stiegen hinauf
2. Mose 24,12–13 Gott fordert Mose auf, hinaufzusteigen; daraufhin lässt Mose die Ältesten an ihrem Platz zurück, und Mose und Josua stiegen weiter hinauf.
In 2. Mose 24,15 heißt es, dass Mose hinaufstieg, offenbar allein, also stieg er weiter hinauf.
In 2. Mose 24,18 heißt es, dass Mose dann, als er hinaufstieg, in die Wolke eintrat; es handelt sich also um denselben Aufstieg wie in 2. Mose 24,15.
2. Mose 32,15: Mose kam [den ganzen Weg] mit den beiden Tafeln herab und traf auf Josua. (Mose zerbrach die Tafeln in 2. Mose 32,19)
2. Mose 32,31: Mose kehrte zum Herrn zurück. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass er den Berg hinauf- und wieder hinabstieg, obwohl er dies hätte tun können.
2. Mose 34,4: Mose stieg mit zwei leeren Steintafeln hinauf
2. Mose 34,29 Mose stieg mit zwei Steintafeln vom Berg herab.
Apropos Mose und Berge: Eine ähnliche Abfolge ereignete sich während der Verklärung Jesu. Auf seiner Reise mit den zwölf Jüngern trennte er sich von ihnen und stieg mit nur drei von ihnen auf den Berg. Lukas 9,32–33 zeigt, dass Jesus sich in einiger Entfernung von den dreien befand, als die Verklärung stattfand. Dann hüllte eine Wolke sie ein. Lukas 9,36–37 zeigt, dass die anderen Jünger sich wieder mit Jesus vereinigten, bevor die Menschenmenge Jesus am Fuße des Berges begegnete.
Zusammenfassung: Wenn man berücksichtigt, dass man einen Teil des Weges auf einen Berg mit einer größeren Gruppe zurücklegen und den weiteren Aufstieg mit einer kleineren Gruppe bewältigen kann, und wenn man bedenkt, dass der Rückweg bei jeder Wanderung nicht unbedingt erwähnt werden muss, gibt es keine Schwierigkeiten hinsichtlich der Anzahl der Wanderungen des Mose.
F: Wie konnte das Volk in Ex 19,4 Adlerflügel haben?
A: Dies ist eine Metapher dafür, wie Gott sie ohne eigene Anstrengung hindurchgetragen hat. (Auch heute noch trägt Gott uns auf Adlerflügeln, wenn wir mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.)
F: Wo genau befindet sich in Ex 19,11 der Berg Sinai?
A: Region: Die Sinai-Halbinsel ist ein nach Süden zeigendes Dreieck mit den Bergen im südlichen Teil, den Exodus 19,2 und Numeri 3,14; 9,1.5; 10,12 als Wüste des Sinai bezeichnen. Die Wüste Sin trennt Elim vom Sinai. In 4. Mose 33,3–50 werden alle Orte aufgeführt, an denen die Israeliten ihr Lager aufschlugen. Leider ist uns die Lage vieler dieser Lagerplätze nicht bekannt, doch wenn wir sie betrachten, können wir erkennen, was sich zwischen den einzelnen Orten befindet.
Innerhalb der Wüste Sinai gibt es tatsächlich zwei Berge, die nahe beieinander liegen und die Anforderungen an den Standort des Berges Sinai erfüllen.
Gebel Musa/Mousa (7.363 ft) Dies ist die traditionelle Auffassung, zumindest seit etwa 500 n. Chr. Der Berg weist sehr steile Klippen auf. Das Katharinenkloster befindet sich am Fuße dieses Berges. Viele, wenn auch nicht alle Muslime betrachten diesen Berg ebenfalls als den Berg Sinai. Das „New International Dictionary of the Bible“ (S. 674) enthält ein Bild des Jebel Musa.
Ras es-safsafeh (6.540 ft, 1.993 Meter) liegt zwei Meilen (3,2 km) nördlich von Gebel Musa auf demselben Bergrücken. An seinem Fuß erstreckt sich eine breitere Ebene.
Gebel Serbal (unwahrscheinlich): Eusebius von Caesarea (325 n. Chr.) vertrat diese Ansicht. In „The New Bible Dictionary“ (1978), S. 1193–1194, wird jedoch erwähnt, dass es in der Nähe seines Fußes keine Wüste gibt.
Einige Menschen glauben, der Berg Sinai befinde sich im Jebel al-Lawz in Arabien, vielleicht weil
a) sie fälschlicherweise annehmen, die Sinai-Halbinsel sei während des Exodus Teil Ägyptens gewesen
b) sie vergessen, dass sich der Berg Sinai gemäß 2. Mose 18,27 und 4. Mose 10,29–30 außerhalb des Landes Midian befand
c) Paulus sagte, der Berg Sinai liege in Arabien (Galater 4,25), und sie vergessen, dass die Sinai-Halbinsel zur römischen Provinz Arabien gehörte.
www.christiananswers.net/abr/scoop.htmlNach der Darlegung der vorangegangenen Gründe wird zudem argumentiert, die Entfernung nach Arabien wäre von Kadesch-Barnea aus zu groß, da Menschen mit Herden und Viehbeständen nur etwa 6 Meilen pro Tag zurücklegen würden. Die Entfernung von Jebel al-Lawz nach Kadesch-Barnea beträgt jedoch rund 150 Meilen, und sie legten die Strecke vom Sinai nach Kadesch-Barnea in nur 11 Tagen zurück.
Muslime versuchen manchmal zu behaupten, der Berg Sinai sei Mekka. Schließlich heißt es in Galater 4,25, der Berg Sinai liege in Arabien. Dabei handelt es sich jedoch nicht um das heutige Saudi-Arabien, sondern die Sinai-Halbinsel war Teil der römischen Provinz Arabien. Zudem wäre eine elftägige Reise von etwa 800 Meilen von Mekka nach Kadesch-Barnea – zu Fuß, mit Schaf- und Rinderherden, Jungtieren und kleinen Kindern – unglaublich. Eine Karte finden Sie entweder in „The Roman World“, S. 107, oder in der „Encyclopedia Britannica“ unter „Römische Geschichte“.
Wäre der Berg Sinai tatsächlich Mekka, hätte dies für Christen keinerlei Bedeutung, außer dass die Etappen der Reise Israels keinen Sinn mehr ergäben. Für manche Muslime ist dies jedoch offenbar von Bedeutung, da es der Vorstellung Glaubwürdigkeit verleihen würde, dass Mekka bereits vor Mohammed eine Rolle in Gottes Wirken gespielt habe. Andere Muslime hingegen, wie beispielsweise in Fußnote 2504 im „Heiligen Koran: Englische Übersetzung der Bedeutungen und Kommentare“, setzen den Berg Sinai mit dem Gebel/Jabal Musa gleich, ebenso wie die Mehrheit der Christen.
F: Ist es für Christen gemäß Ex 20,4–5 in Ordnung, Kreuze und andere religiöse Kunstgegenstände zu tragen und zu besitzen?
A: Als Erinnerung ist dies in Ordnung, so wie auch Juden die Heilige Schrift als Erinnerung gemäß Deuteronomium 6,8–9 abschrieben. Allerdings dürfen weder Kreuze noch die Heilige Schrift noch irgendetwas anderes anstelle von Gott angebetet werden.
F: Da in Ex 20,4–5 gesagt wird, man solle keine geschnitzten Bilder haben, warum gab es dann so viele Bilder in der Stiftshütte (Ex 25–27) und später im Tempel (1 Kön 6,1–38; 7,13–51)?
A: Es war zulässig, die von Gott angeordneten Bilder zur Verzierung und nicht zur Anbetung anzufertigen. Wenn jedoch selbst die von Gott angeordneten Bilder zur Anbetung verwendet wurden, mussten sie zerstört werden. Lesen Sie als Beispiel den Bericht über die eherne Schlange in 4. Mose 21,4–9 und 2. Könige 18,1–4. Weitere Informationen finden Sie in Tertullians „Fünf Bücher gegen Marcion“ (207/208 n. Chr.), Buch 2, Kapitel 22.
F: Ist Gott in Ex 20,5; Dtn 4,24; 6,15; Jo 2,18; Zef 1,18 ein eifersüchtiger Gott, da in 1 Kor 13,4 steht, dass die Liebe nicht eifersüchtig ist?
A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen:
1. Viele Verse zeigen, dass wir andere nicht um das beneiden sollen, was sie besitzen, oder gar um die Dinge, mit denen Gott sie gesegnet hat.
2. Gott ist kein Geschöpf, und nach Seinen Regeln ist es in Ordnung, wenn Er eifersüchtig auf die Anbetung und Hingabe ist, die Ihm rechtmäßig zusteht. Dies ist vergleichbar mit jemandem, der von seinem Ehepartner Hingabe und Treue erwartet, oder mit einem Elternteil, der von seinem Kind Ehrerbietung und Gehorsam erwartet.
3. Darüber hinaus zeigt 2. Korinther 11,2, dass wir eine göttliche Eifersucht dafür empfinden sollten, dass andere dem wahren Jesus treu bleiben und nicht einem Nachahmer folgen.
F: Warum bestraft ein gerechter Gott in 2. Mose 20,5, kurz gesagt, die Kinder bis in die dritte und vierte Generation für die Missetaten der Väter?
A: Hesekiel 18 und Deuteronomium 24,16 zeigen, dass Gott den Sohn nicht für die Sünden des Vaters schuldig spricht, doch 2. Mose 20,5 und andere Verse deuten darauf hin, dass Kinder die negativen Folgen der Sünden anderer zu tragen haben. Viele glauben, dass Gottes Gericht berücksichtigt, wo jemand seinen Ausgangspunkt hatte und welche Möglichkeiten ihm zur Verfügung standen – und nicht jeder beginnt am selben Ort oder hat die gleichen Chancen.
F: In 2. Mose 20,5; 2. Mose 34,7; 4. Mose 14,18 und 5. Mose 5,9: Wie bestraft Gott die Kinder für die Sünden ihrer Väter bis in die dritte und vierte Generation, wenn Hesekiel 18,4, 18–19 und 5. Mose 24,16 besagen, dass jeder für seine eigene Sünde sterben wird, nicht für die seines Vaters, und Hesekiel 18,19 besagt, dass der Sohn nicht die Schuld des Vaters teilt?
A: Gott hielt dies offenbar für einen wichtigen Gedanken, denn die vier Verse im Gesetz wiederholen dasselbe unter Verwendung derselben beiden hebräischen Wörter.
„Besuchen“ ist paqad (Strong 6485), ein neutrales Wort, das sowohl einen freundlichen als auch einen feindseligen Besuch bedeuten kann.
„Ungerechtigkeit“ ist „’avon“ (Strong 5771), was Verdorbenheit, Böses, Verfehlung, Ungerechtigkeit, Unheil, Strafe (für Ungerechtigkeit) und Sünde bedeutet.
Manche Menschen haben geglaubt, ihre Sünde habe keine Auswirkungen auf ihre Kinder; andere wiederum dachten, ein Kind könne allein aufgrund seiner Eltern schuldig sein. Jeremia 31,29–30 und Hesekiel 18,2 tadeln Menschen dafür, dass sie sagen: „Die Väter essen saure Trauben, und den Kindern krümmen sich die Zähne.“ In Hiob 21,19 sagt Hiob etwas Ähnliches. Die Wahrheit liegt jedoch in Wirklichkeit in keinem dieser Extreme. Zunächst zwei Punkte, die nicht die Antwort sind, und dann die Antwort.
Frühere vs. spätere Offenbarung (nicht die Antwort): Die Tora (das Gesetz) wurde um 1440 v. Chr. gegeben, und das Buch Hesekiel entstand nach 587 v. Chr. So wie sich Gottes Umgang mit den Menschen in der Zeit Noahs, in der Zeit Abrahams, unter dem mosaischen Gesetz und nach Christus in großem Maße unterschied, so unterschied sich Gottes Umgang mit den Menschen in geringerem Maße zwischen der Zeit Moses (als sie nur das Gesetz hatten) und der Zeit Hesekiels (als es bereits auch prophetische Schriften gab). Beide standen jedoch unter dem mosaischen Gesetz, und es gab keinen expliziten Wechsel des Bundes bzw. der Heilszeit zwischen diesen beiden Epochen. Darüber hinaus heißt es in Deuteronomium 24,16 ebenfalls, dass Väter und Kinder nicht füreinander hingerichtet werden dürfen, und dieser Vers wurde zur gleichen Zeit wie der Rest des Deuteronomiums verfasst.
„Sünde heimsuchen“ vs. „für Sünden sterben“ (nicht die Antwort): Die Verse im Gesetz besagen nicht, dass Kinder für die Sünden ihrer Eltern/Vorfahren sterben werden, sondern lediglich, dass die Ungerechtigkeit auf sie zurückfällt. Hesekiel 18 und Deuteronomium 24,16 besagen lediglich, dass ein Kind nicht für die Sünden seines Vaters sterben wird. Doch während Deuteronomium 24,16 und Hesekiel 18 zeigen, dass der [körperliche und geistige] Tod sowie ewige Folgen nicht in der Verantwortung der Eltern, sondern des Menschen selbst liegen, lässt sich die Tatsache nicht leugnen, dass die anderen Verse belegen, dass Sünde generationenübergreifende Auswirkungen hat. Es gibt mindestens drei verschiedene Auswirkungen.
Folgen: Körperliche Folgen sind am leichtesten zu erkennen: Babys, die von drogenabhängigen Müttern geboren werden, kommen bereits drogenabhängig zur Welt. Manche Babys leiden aufgrund alkoholkranker Mütter unter dem fetalen Alkoholsyndrom. Wenn sie anfangen, Alkohol zu trinken, werden sie eine besonders starke Abhängigkeit davon entwickeln. Doch Gott lässt manchmal auch nicht-körperliche Folgen eintreten. Kanaan und seine Nachkommen wurden aufgrund der Sünde Hams in 1. Mose 9,25–27 mit Folgen verflucht. Elis Nachkommen wurden in 1. Samuel 2,31–33 wegen der schweren Sünden von Elis Söhnen verflucht. Die Nachkommen Jojachins sollten gemäß Jeremia 22,28–30 nie wieder herrschen. Doch es gibt auch positive generationenübergreifende Folgen für den Gehorsam, wie beispielsweise für die Nachkommen der Rechabiter in Jeremia 35,18–19 und für Abrahams Nachkommen in Genesis 12,2 usw. Schließlich verspricht Römer 8,28, dass allen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten dienen. Wenn wir Flüche geduldig ertragen, ist Gott mächtig genug, selbst diese in Segen zu verwandeln.
Aufwachsen in der Sünde: In 2. Mose 20,5 und 5. Mose 5,9 heißt es, dass Gott die Ungerechtigkeit an den Kindern derer heimsucht, die Gott hassen. Kinder wachsen oft mit den Werten ihrer Eltern auf. Wenn jemandes Eltern Gott hassten, wurde ihm dies wahrscheinlich ebenfalls vermittelt – entweder direkt oder implizit. Doch wie Abraham aus Ur, die Gibeoniter in Kanaan, die Moabiterin Ruth und die Heiden, denen die frühen Christen das Evangelium verkündeten, können auch wir Gottes Ruf folgen, jede schlechte Erziehung hinter uns zu lassen und ein neues Leben zu führen, das Ihm gefällt.
Man muss sich entscheiden, sich der Sünde zu widersetzen: Wenn die Eltern eines Kindes in eine Sünde verwickelt waren – und insbesondere, wenn die Eltern Gott hassten –, wird dem Kind eine Gelegenheit gegeben, sich dieser Sünde zu stellen. Der Sohn oder die Tochter muss sich entscheiden, sich den Mustern der Eltern oder sogar den Normen ihrer Kultur zu widersetzen und Gott zu folgen. So wie Abraham aufgefordert wurde, seine Familie und sein Volk zu verlassen und dorthin zu gehen, wohin Gott ihn führte, müssen wir alle auf die eine oder andere Weise Teile unserer Kultur und Erziehung hinter uns lassen und Christus nachfolgen.
Ein einfaches Beispiel für die drei Aspekte: Die Israeliten sündigten bis zum Exil häufig durch die Anbetung von Götzen. Die danach geborenen israelitischen Kinder mussten die Folgen des Exils erdulden, weil ihre Eltern und Vorfahren gesündigt hatten. Während ihrer Erziehung war es besonders verlockend, den einfachen Weg zu gehen und die babylonischen Götter um sich herum anzubeten, so wie es alle anderen taten; viele taten dies und wurden in diese Kultur assimiliert. Doch einige, die während der Zeit ihres Exils in Babylon mit den Götzen konfrontiert waren, entschieden sich für Gott und gegen die Sünde und kehrten in das Land Israel zurück. Nach dieser Zeit hatte Israel nie wieder Probleme mit Götzen.
Fazit: Ob es den Menschen gefällt oder nicht – Gott hat gezeigt, dass Sünde generationsübergreifende Aspekte hat. Gott ist gerecht, und wir können verstehen, was Gott über Seine Gerechtigkeit offenbart hat. Gottes Gerechtigkeit wird jedoch durch Sein Wort definiert; es steht uns nicht frei, Sein Wort zu missachten und von Gott zu verlangen, dass Er sich unseren eigenen Vorstellungen von Gerechtigkeit anpasst. In der „unabhängigen, autonomen“ Kultur der westlichen Gesellschaft möchten wir vielleicht vor der Tatsache zurückschrecken, dass die Sünde generationsübergreifende Aspekte hat, doch Gottes Gerechtigkeit wird durch das definiert, was Gott gesagt hat, nicht durch das, was wir uns wünschen.
F: Da in 2. Mose 20,8 steht, dass wir den Sabbat (Samstag) heiligen sollen, warum glauben Christen heute, dass es in Ordnung ist, am Samstag zu arbeiten?
A: Echte Christen vertreten drei unterschiedliche Standpunkte:
Samstag: Im Alten Testament dauerte der Sabbat von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag. Ein Grund dafür, dass das Volk Juda für 70 Jahre nach Babylon ins Exil geschickt wurde, waren 70 × 7 = 490 Jahre, in denen der Sabbat nicht eingehalten wurde. (Ihr Jahr umfasste 360 Tage.) Siehe 3. Mose 26,31–36; Jeremia 25,11–12; 29,10.16 sowie Daniel 9,2.
Sonntag: Nachdem Jesus von den Toten auferstanden war, wurde der Sonntag zum Tag des Herrn und von den frühen Christen gefeiert. Paulus erklärte den Korinthern in 1. Korinther 16,2 nicht, warum es der erste Tag der Woche sei; Paulus ging davon aus, dass sie dies bereits wussten. Auch Offenbarung 1,10 bezieht sich entweder auf den Sonntag oder auf eine Vision vom Tag des Herrn. Justins Erste Apologie (ca. 138–165 n. Chr.), Kap. 67, S. 185–186, erwähnt ebenfalls den Gottesdienst am Sonntag. Irenäus (182–188 n. Chr.) erwähnt in Fragment 7 (S. 569) ebenfalls, dass er von Ostern und dem Tag des Herrn sprach.
Alle Tage: In alttestamentlicher Zeit sollten die Gläubigen an einem Tag in der Woche in Gottes Ruhe verweilen. Hebräer 4,11 weist jedoch darauf hin, dass wir heute eine andere und bessere Ruhe haben. Wir sollten jeden Tag der Woche dem Verweilen in Gottes Ruhe widmen. In Kolosser 2,16 tadelt Paulus die Kolosser dafür, dass sie weiterhin den Sabbat einhalten. Römer 14,5 spricht, ohne dies zu missbilligen, von Christen, die alle Tage gleich behandeln. In 1. Korinther 16,2 sammelten sie am Sonntag Spenden.
Lesen Sie die Frage zu Römer 14,5, um zu erfahren, wie die neutestamentliche Gemeinde vorging. Die nachneutestamentliche Gemeinde feierte den Gottesdienst am Sonntag, wie dies durch
Ignatius, einem Jünger des Apostels Johannes (110–117 n. Chr.)
dem Barnabasbrief (ca. 70–130 n. Chr.)
Erste Apologie des Justinus des Märtyrers (150 n. Chr.), Kapitel 67, S. 185–186
Dionysius von Korinth (175 n. Chr.)
Melito von Sardes (175 n. Chr.)
Apostolische Konstitutionen (2. Jahrhundert)
Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.)
Tertullians „Apologeticus“ (198–220 n. Chr.)
Selbst der Ketzer Bardesanes (180 n. Chr.)
Augustinus erklärte, es sei in neutestamentlicher Zeit nicht notwendig gewesen, den Sabbat zu halten.
Abweichungen davon wurden von Justin dem Märtyrer (schrieb ca. 138–165 n. Chr.) erwähnt (Dialog mit Trypho, Kap. 47, S. 218), der die Sabbatbefolger als „schwächere Brüder“ bezeichnet, und Eusebius von Caesarea (324 n. Chr.) erwähnt, dass die ebionitischen Ketzer den Sabbat einhielten.
F: Da in Ex 20,13 und Dtn 5,17 steht: „Du sollst nicht töten“, warum wurden dann so viele Menschen und Tiere getötet?
A: Das ist eine gute Frage zu einem häufig missverstandenen Punkt. Wenn 2. Mose 20,13 wirklich bedeuten würde, niemals Menschen zu töten, wäre das für Mose eine Neuigkeit. Bei mehr als einer Gelegenheit wies Gott Mose an, Kriege zu führen und Gesetzesbrecher hinzurichten. Wenn 2. Mose 20,13 wirklich bedeuten würde, niemals irgendetwas zu töten, wäre das für Gott eine Neuigkeit, der Tieropfer gebietet.
Das hebräische Wort „râtsach“ könnte „Menschen töten“ bedeuten, doch in „Hard Sayings of the Bible“ (S. 148–149) heißt es, dass von den sieben hebräischen Wörtern für das Töten dieses Wort, das im Alten Testament 47 Mal vorkommt, dasjenige ist, das „Mord“ bedeutet. Der Kontext von Exodus deutet darauf hin, dass manche Kriege und rechtmäßige Hinrichtungen nicht nur erlaubt, sondern sogar geboten sind.
Als interessante Randbemerkung sei erwähnt, dass ein ehemaliger Gouverneur von Pennsylvania sein Veto gegen einen Gesetzentwurf zur Wiedereinführung der Todesstrafe einlegte, wobei er diesen Vers zitierte und falsch auslegte.
Frage: In Ex 20,13 und Dtn 5,17 heißt es: „Du sollst nicht töten.“ Er gebot uns, nicht zu töten, und dennoch sandte Er Seinen eingeborenen Sohn, damit Er von Seinem Volk, den Juden, geopfert (d. h. getötet) würde, was mich verwirrt. … Bitte erklären Sie mir, warum Jesus für meine Sünden sterben musste. Warum musste ich Jesus töten? Warum mussten wir eines Seiner Gebote brechen, um die Dinge mit unserem Gott und unseren Seelen wieder in Ordnung zu bringen?
A: Das Gebot verbot Mord; die Israeliten führten dennoch Kriege und vollstreckten Todesurteile. Siehe die Antwort auf die vorherige Frage zum Töten von Tieren, zu Hinrichtungen und Kriegen. Was die Sühne betrifft, so sandte Gott Jesus in dem Wissen, dass Er von Übeltätern getötet werden würde. Diese befanden sich jedoch in einem Zustand des Ungehorsams gegenüber Gott, als sie dies taten. Dennoch nutzt Gott sogar die Rebellion und das Böse der Menschen für Seine Zwecke. Römer 8,28 ist wirklich ein erstaunlicher Vers. Dort heißt es: „… in allen Dingen wirkt Gott zum Guten für diejenigen, die ihn lieben, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ Es heißt dort NICHT, dass Gott nur alle guten Dinge zum Guten zusammenwirkt. Vielmehr heißt es, dass Gott alle Dinge (Gutes und Böses) zum Guten für diejenigen zusammenwirkt, die ihn lieben.
Natürlich haben nicht wir Jesus getötet; das waren die römischen Soldaten. Dennoch ließ Gott zu, dass Jesus zu Unrecht ermordet wurde, um die Strafe für unsere Sünden zu tragen.
F: Da in Ex 20,13 und Dtn 5,17 steht, dass man nicht töten soll, warum tötet Gott dann manchmal Menschen?
A: Die Zehn Gebote wurden den Menschen gegeben; und Gott, der allwissend ist, ist nicht an das gebunden, was Er uns gegeben hat. Zum Beispiel nimmt Gott Anbetung an, während wir keine Anbetung annehmen dürfen.
F: Da in Ex 20,14.17 steht, dass man keinen Ehebruch begehen soll, warum gab es danach dann noch polygame Ehen?
A: Eine polygame Ehe ist kein Ehebruch. Polygamie war im Alten Testament erlaubt, wurde jedoch nicht gefördert, und im Neuen Testament ist sie für Kirchenleiter nicht gestattet.
Zwar heißt es in 2. Mose 20,17, man solle die Frau seines Nächsten (Singular) nicht begehren, doch gilt dieses Gebot unabhängig davon, ob Ihr Nächster eine oder mehrere Frauen hatte. Hätte es geheißen, man solle die Frauen seines Nächsten (Plural) nicht begehren, hätten manche dies möglicherweise so ausgelegt, dass das Begehren nur einer seiner Frauen in Ordnung wäre. Das ist natürlich nicht das, was Gott gemeint hat.
F: Warum sollte das Volk in 2. Mose 20,20 keine Furcht haben, wo es doch im selben Vers eigentlich Furcht haben sollte?
A: Weder sie noch wir sollen Angst vor Gott haben oder ihm mit Furcht begegnen, da er eine so große Liebe für uns empfindet. Wir sollen Gott jedoch in dem Sinne fürchten, dass wir ihn, seine Macht und seine Heiligkeit achten. Heute sollen wir auch um die Verlorenen fürchten, das heißt, wir sollen Gottes Zorn fürchten, der sie vernichten wird, wenn sie nicht Buße tun, wie Judas 23 lehrt.
Da Christus jedoch offenbart worden ist, haben wir nicht mehr dieselbe Furcht, die sie im Alten Testament hatten, wie Hebräer 12,18 lehrt. Siehe auch die Erörterung zu 2. Mose 9,30.
F: Sollte der Altar in 2. Mose 20,24 aus Erde oder aus Akazienholz bestehen, wie es in 2. Mose 27,1; 30,1; 37,1 und 38,1 heißt?
A: Am Berg Sinai errichteten sie einen Altar aus Erde. Später, für die Stiftshütte, fertigten sie einen tragbaren Altar aus Akazienholz an.
Eine abweichende Antwort finden Sie in „When Critics Ask“, S. 79, sowie in Haleys „Alleged Discrepancies of the Bible“, S. 427–428.
F: Warum durfte das Volk gemäß Ex 20,25–26 und Jos 8,31 keine behauenen Steine verwenden?
A: Die Bibel gibt keinen Grund dafür an, warum Gott dies gebot, sondern berichtet lediglich, dass Er es tat. Mit eisernen Meißeln behauene Steine würden jedoch im Laufe der Zeit rote Rostspuren aufweisen. Bei der Bearbeitung mit Werkzeugen aus Bronze oder Kupfer wären blaugrüne Spuren sichtbar.
F: Warum billigen 2. Mose 21,2–21 und 3. Mose 25,46 die Sklaverei?
A: Die Sklaverei in der Bibel ähnelte der Leibeigenschaft. Alle hebräischen Sklaven sollten gemäß 2. Mose 21,2–5 alle sieben Jahre freigelassen werden. Bei der Freilassung des Sklaven sollte der ehemalige Herr ihn oder sie großzügig aus seinem Besitz versorgen, wie es in 5. Mose 15,13–15 heißt. Die einzige Ausnahme von der Freilassung eines hebräischen Sklaven bestand darin, dass der Sklave seinen Herrn so sehr liebte, dass er sich dafür entschied, sein Leben lang Sklave zu bleiben (2. Mose 21,5–6). Die Hebräer ließen ihre Sklaven jedoch nicht immer frei, wie Jeremia 34,8–22 zeigt; Gott tadelte sie dafür. Zu Sklaven wurden:
Diebe, die ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten (2. Mose 22,3)
Frauen, die von ihren Eltern als Konkubinen verkauft wurden (2. Mose 21,7–11)
Menschen, die sich aus Hunger als Sklaven verkauften
F: Was bedeutet „höhere Gewalt“ in 2. Mose 21,13?
A: Dies entspricht weitgehend der westlichen juristischen Verwendung des Begriffs „höhere Gewalt“, der etwas bezeichnet, das außerhalb menschlicher Kontrolle liegt. Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 432, weist darauf hin, dass ähnliche Formulierungen im Codex Hammurabi, 249:38–39; 266:77, zu finden sind.
F: War die Strafe in Ex 21,17 eine harte Strafe für respektlose Kinder?
A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.
1. Auch wenn uns dies heute hart erscheinen mag, würde das Wissen, dass die Eltern diese Macht besaßen, die Jugendlichen davon abhalten, die Autorität ihrer Eltern gänzlich zu missachten. Im Vergleich zu den Kanaanitern und Phöniziern, die Kinderopfer praktizierten, war dies jedoch noch milde. Stellen Sie sich nur einmal vor, ein kanaanitisches oder phönizisches Kind würde sich ungehorsam verhalten und die Eltern würden sagen: „Dein Verhalten weckt in mir langsam sehr religiöse Gefühle.“ Die einzigen Israeliten, die Kinderopfer praktizierten, waren Götzenanbeter, die Gott verurteilte.
2. Bei gottesfürchtigen Israeliten gibt es angesichts ihrer sehr starken Familienorientierung keine Hinweise darauf, dass Kinder jemals so ungehorsam waren, dass Eltern zu solchen Mitteln gegriffen hätten.
3. Selbst wenn es ungehorsame Kinder gegeben hätte, schreibt 2. Mose 21,17 nicht vor, dass Eltern dies tun mussten; es handelte sich lediglich um eine Option. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich irgendein Elternteil dafür entschieden hätte.
4. In der späteren römischen Zeit hatten römische Väter das „Recht des paterfamilias“. Dies war das gesetzliche Recht eines römischen Vaters, sein neugeborenes Kind aus welchem Grund auch immer zu töten.
Zusammenfassung: Manchmal führt die Schaffung eines Gesetzes, das eine strenge Option vorsieht, zum gewünschten Ergebnis, ohne dass es jemals zu einem Fall kommt, in dem es tatsächlich durchgesetzt werden muss.
F: Warum wird in Ex 21,20 jemand lediglich „bestraft“, wenn er einen Sklaven schlägt und ihn tötet?
A: Exodus 21,12 legt die Strafe fest: Tod für vorsätzlichen Mord und Flucht in eine Zufluchtsstadt bei Totschlag. Dies gilt sowohl für Sklaven als auch für Freie.
Eine unterschiedliche Strafe für einen Sklaven wurde nicht erwähnt, und es bestand auch keine Notwendigkeit, darauf hinzuweisen, dass die Strafe dieselbe war, da Mord an einem freien Menschen oder einem Sklaven in Ägypten, wo sie lebten, gleich behandelt wurde. Dieses ägyptische Gesetz wird in „Life in Egypt in Ancient Times“ von Bernard Romant, übersetzt von J. Smith (Minerva 1978/81), S. 124, erwähnt.
F: Warum billigt das Buch Exodus in Ex 21,21 das Schlagen von Sklaven?
A: Bestimmte Verhaltensweisen im Alten Testament wurden nicht befürwortet, sondern lediglich geduldet, da die Herzen der Menschen verhärtet waren. So war beispielsweise die Scheidung im Alten Testament aufgrund der verhärteten Herzen der Menschen erlaubt (Matthäus 19,8), doch in Maleachi 2,16 sagte Gott, dass Er die Scheidung hasse. Das Schlagen einer Person, das keine bleibenden Verletzungen zur Folge hatte, wurde in Exodus 21,18–19 mit einer Geldstrafe für die verlorene Arbeitszeit geahndet. 2. Mose 21,21 weist lediglich darauf hin, dass für einen Sklavenhalter keine Geldstrafe für den Arbeitsausfall anfällt, da es der Herr war, der (vielleicht törichterweise) die Arbeitszeit des Sklaven verloren hat. Doch ob Sklave oder nicht: Wenn ein Mann jemanden so schlägt, dass das Opfer stirbt, soll der Mann gemäß 2. Mose 21,12.20 hingerichtet werden. Ebenso gilt: Verursacht ein Mann eine bleibende Verletzung, so ist entweder eine Geldstrafe, die Freilassung eines Sklaven oder „Auge um Auge“ zu verhängen.
F: Zeigt 2. Mose 21,22–23, dass Abtreibung falsch ist oder dass ein Fötus weniger wert ist als ein Baby?
A: In „When Critics Ask“, S. 79, wird erwähnt, dass der Hebraist Umberto Cassuto in seinem Kommentar zum Buch Exodus (Magnes Press, 1967) schreibt: „… Wenn aber ein Unglück geschieht, das heißt, wenn die Frau oder die Kinder sterben, dann sollt ihr Leben für Leben geben.“
Zudem bedeutet das hebräische Wort (yatsa’) sowohl eine Lebendgeburt als auch eine Fehlgeburt. Es gibt ein anderes hebräisches Wort für Fehlgeburt, das keine Lebendgeburt bedeutet, doch dieses wurde hier nicht verwendet. Schließlich ist das Wort „Kind“ ein Begriff, der für Säuglinge verwendet wird.
Nebenbei sei angemerkt, dass Abtreibungen mittels chemischer Mittel bereits in biblischen Zeiten praktiziert wurden. Laut dem „Discover Magazine“ (September 1998) konnte eine in der Kyrenaika wachsende Pflanze namens Silphium eine Abtreibung auslösen. Minucius Felix (210 n. Chr.) schrieb in „Der Octavius des Minucius Felix“, Kap. 30, S. 192, warum chemische Abtreibungen falsch waren, ebenso wie Hippolyt in „Widerlegung aller Häresien“, Buch 9.7, S. 131 (225–235/6 n. Chr.). Silphium wurde zum Gewichtspreis in Silber verkauft.
Auch chirurgische Abtreibungen wurden ausführlich beschrieben und von Tertullian (198–220 n. Chr.) in „Abhandlung über die Seele“, Kap. 25, S. 206, verurteilt.
Tertullians „Apologie“, Kap. 9, S. 25 (198–220 n. Chr.): „Da Mord in unserem Fall ein für alle Mal verboten ist, dürfen wir nicht einmal den Fötus [Fetus] im Mutterleib vernichten, solange der Mensch noch Blut aus anderen Körperteilen zu seiner Ernährung bezieht. Eine Geburt zu verhindern ist lediglich eine schnellere Form der Tötung eines Menschen; und es spielt keine Rolle, ob man ein bereits geborenes Leben nimmt oder eines vernichtet, das zur Geburt kommt. Das, was noch kein Mensch ist, wird es doch werden; die Frucht ist bereits im Samen enthalten.“
Tertullian (198–220 n. Chr.) sagt: „Das Gesetz des Mose bestraft in der Tat denjenigen, der eine Abtreibung herbeiführt, mit angemessenen Strafen, da bereits der Ansatz eines Menschen vorliegt, dem schon jetzt der Zustand von Leben und Tod zugerechnet wird, da er bereits den Folgen beider ausgesetzt ist, obwohl er, da er noch in der Mutter lebt, seinen Zustand größtenteils mit der Mutter teilt.“ „Abhandlung über die Seele“, Kap. 37, S. 218
Auch Tertullian erwähnt in „Zur Ermahnung zur Keuschheit“, Kap. 12, S. 57, die chemische Abtreibung als Unrecht
Frage: Warum wurde in Ex 21,29–30 bei einigen Mordfällen die Todesstrafe nicht vollstreckt?
A: Wie im modernen Recht gibt es oft keine Todesstrafe für Totschlag. Es ist eine Sache, einen Menschen vorsätzlich zu töten, und eine andere, einen Menschen durch Fahrlässigkeit zu töten.
F: In Ex 21–22: Inwiefern unterschieden sich diese Gesetze von anderen Gesetzen aus derselben Zeit?
A: Hier sind einige Vergleiche.
Ex 21,2–4: Wenn ein unverheirateter Mann zum Sklaven wurde, sein Herr ihm eine Frau gab und der Mann anschließend freigelassen wurde, blieben die Frau und die Kinder in den akkadischen Nuzi-Texten weiterhin Sklaven des Herrn.
Ex 21,9: Ein assyrisches Dokument besagt, dass, wenn ein Mann ein Mädchen als Ehefrau für seinen Sohn gekauft hat und die Hochzeit nicht zustande kommt, der Käufer sie nicht als Sklavin zurückgeben darf, „er muss sie wie seine eigene Tochter behandeln, eine Assyrerin“.
Ex 21:18-19 Der Codex Hammurabi (206) besagt, dass ein Mann, der einen anderen versehentlich verletzt und dies unter Eid bekräftigt, dennoch die Arztkosten zu tragen hat. Die hethitischen Gesetze (10) schreiben vor, dass er sich um den Verletzten kümmern, die Arztkosten übernehmen und ihm zudem sechs (später zehn) Schekel Silber zahlen muss.
Ex 22,16–17: Wenn ein Mann eine Frau verführte, die nicht verlobt war, sah das mittelassyrische Gesetz 56 vor, dass der Mann ein Drittel des Brautpreises zahlen musste, und der Vater konnte nach eigenem Ermessen entscheiden, ob er dem Mann erlaubte, sie zu heiraten oder nicht.
Ex 22,19: Auch die hethitischen Gesetze (187–188, 199,16–18) sahen vor, dass jemand hingerichtet werden sollte, der Geschlechtsverkehr mit einem Schaf, einer Kuh oder einem Schwein hatte, nicht jedoch mit einem Pferd oder einem Maultier. Offenbar war dies unter den Kanaanitern weit verbreitet.
F: Traten die Menschen in Ex 22,8–9 und 1 Sam 2,25 hier vor Richter oder vor Gott?
A: Es besteht kein Zweifel hinsichtlich des hebräischen Wortes; es lautet „elohim“. Allerdings kann „elohim“ den wahren Gott, falsche Götter oder Richter bezeichnen. In Psalm 82,6 bedeutet es „Richter“.
Zusammenfassung: Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 586, heißt es zu 1. Samuel 2,25: „Wie die Randbemerkung der NIV andeutet, können wir in bestimmten Kontexten nicht immer sicher sein, ob (elohim) ‚Gott‘ oder ‚(die) Richter‘ bedeutet. … Hier in Vers 25 und in den Passagen aus dem Buch Exodus ist es vielleicht am besten, die Frage offen zu lassen, da die ‚Richter‘ (sofern es sich um solche handelt) in jedem Fall als Vertreter Gottes betrachtet werden, die seinen Willen widerspiegeln und seine Wünsche ausführen.“
F: Warum wurden in Ex 22,18 weibliche Hexen hingerichtet, die männlichen jedoch [angeblich] nicht?
A: Das Verbot von Hexerei, spiritistischen Praktiken und dem Umgang mit dem Okkulten galt gleichermaßen für Männer und Frauen. Unabhängig vom Geschlecht betrachtet Gott den Versuch der Zauberei als sehr schwerwiegendes Vergehen. Christen sollten den Namen, den sie tragen, nicht entehren, indem sie an Séancen, Ouija-Brettern, Wahrsagerei oder anderen Versuchen der Zauberei teilnehmen.
F: In 2. Mose 22,18 erzählte eine Sonntagsschullehrerin einmal, dass sie herausfinden könne, wie körperliche Beschwerden zu behandeln seien, indem sie eine Metallkette mit einem Metallanhänger über ihr Handgelenk halte und ihrem Körper Fragen stelle. Die Kette schwinge unterschiedlich, was „nein“ oder „ja“ bedeute. Was halten Sie davon?
A: Dies widerspricht der Bibel. Dabei werden [irgendeine Art von] Geist um Antworten gebeten. Dies klingt vage ähnlich wie die okkulte (satanische) Praxis des Ouija-Bretts. Fragen Sie sie, woher sie weiß, welche Art von Geist dies tut. In 1. Johannes 4,1–2 heißt es, dass wir nicht einfach jedem Geist glauben sollen. In 2. Korinther 6,17 steht, dass wir nichts Unreines anrühren sollen.
Ich habe einmal gehört, wie ein Pastor von der Kanzel aus [zu Recht] sagte, dass wir der Astrologie nicht folgen sollen. Um jedoch zu beweisen, dass daran nichts dran sei, ließ er sich sein Horoskop deuten und wollte allen zeigen, wie falsch das alles sei. Nun, es stellte sich heraus, dass die Vorhersagen nach und nach eintrafen. Er bekam Angst und tat vor der Gemeinde Buße für das, was er getan hatte. Erst danach trafen die restlichen Vorhersagen nicht mehr ein.
Satan verfügt tatsächlich über Fähigkeiten, die unsere übersteigen, und er kann manchmal Dinge richtig vorhersagen (oder dafür sorgen, dass sie eintreten). Er nutzt dies, um Menschen dazu zu bringen, dieser Ratgeberquelle zu vertrauen, damit er sie später besser täuschen kann.
Folgendes würde ich tun, wenn ich Mitglied der Sonntagsschulklasse wäre.
1. Gehen Sie zur Lehrerin und erklären Sie ihr, dass Sie Ihr Vertrauen auf Christus setzen, nicht auf Geisterbeschwörung. Zeigen Sie ihr die Bibelstellen gegen das Okkulte, und vielleicht erkennt sie ihren Fehler und tut Buße. Einige Bibelstellen, die besagen, dass wir nichts mit dem Okkulten, der Kommunikation mit den Toten usw. zu tun haben sollen, lauten:
Halten Sie sich fern von Magie und Okkultismus, wie zum Beispiel Channeling, Hexerei, Astralprojektion, Medien, Wahrsagern, Astrologie, Ouija-Brettern, TM, EST oder Qi-Gong. 3. Mose 19,26.31; 20,6–8.27; Apg 19,19; Hes 13,18; 22,18; 5. Mose 18,9–14; Micha 5,12; Offb 9,21
Versuchen Sie nicht, mit den Toten zu kommunizieren. 5. Mose 18,10–12; Jesaja 8,19; 1. Sam. 28,3.7–12 + 3. Mose 20,6–8
Was das Böse betrifft, sollen wir wie Kinder sein. 1. Kor 14,20; Mt 10,16; seien Sie jedoch auf der Hut. Mt 10,16-17
2. Sollte sie sich nicht zur Umkehr bewegen lassen, teilen Sie dem Pfarrer und den Ältesten der Gemeinde mit, dass so etwas in einer Gemeinde, die auf Christus vertraut, nicht vorkommen darf, und schlagen Sie vor, sie als Sonntagsschullehrerin abzuberufen.
3. Sollte dies fehlschlagen, hat das Mitglied die Pflicht, diese Gemeinde zu verlassen und jedem, der es wissen möchte, mitzuteilen, warum es die Gemeinde verlässt. Ihr Weggang wird ein besseres Zeugnis sein, als wenn Sie bleiben und weiterhin versuchen, die anderen zu überzeugen. Solange Sie bleiben, vermitteln Sie stillschweigend den Eindruck, dass dies gar nicht so schlimm sei.
Übrigens würde ich diesen Rat nicht für eine Sonntagsschullehrerin geben, die in einer nebensächlichen Frage einen Irrtum glaubte und lehrte. Wir dürfen jedoch nichts damit zu tun haben, „Hilfsmittel“ zu nutzen, um mit der Geisterwelt in Kontakt zu treten und Rat einzuholen.
F: Warum sollten Menschen in Ex 23,19; 34,26 und Dtn 14,21 ein Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen?
A: Ganz einfach, weil Gott ihnen gesagt hat, sie sollten es nicht tun. Ob eine Handlung götzendienerisch, magisch, entweiht, grausam oder verächtlich ist, ist nicht der entscheidende Punkt; der letztendliche Grund ist, dass Gott es missbilligte und sagte, man solle es nicht tun.
Es gab zudem einen alten kanaanitischen und syrischen Brauch, der mindestens bis ins 15. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Das heidnische ugaritische Epos mit dem Titel „Die Geburt der schönen und gnädigen Götter“ schildert den Brauch, ein Zicklein in der Milch seiner Mutter zu kochen, um die Götter in Kanaan um Regen zu bitten. Dies ist in den Ras-Shamra-Tafeln aus dem 15. Jahrhundert dokumentiert.
Später erweiterten die Juden diese Regel dahingehend, dass Fleisch und Milch nicht in derselben Mahlzeit serviert oder gar mit denselben Kochutensilien zubereitet werden durften.
F: Wie haben in Ex 23,28, Dtn 7,20 und Jos 24,12 „Hornissen“ die Kanaaniter vertrieben?
A: Zunächst zwei Dinge, die nicht die Antwort sind, und dann die Antwort.
Keine Antwort: wörtlich „Hornissen“: Ein Beispiel ist der griechische Historiker Aelian, der in „Hist. anim.“ 11,28 berichtet, dass die Phaselier, Kanaaniter, die in der Nähe der Solymiter lebten, durch Wespen aus ihrem Land vertrieben wurden. Bochart (Hieroz. iii. S. 499) führt Beispiele von Stämmen an, die ihr Land aufgrund von Fröschen, Mäusen und anderen Tieren verließen. In all den dargelegten Einzelheiten erwähnt Josua jedoch keine Tiere – weder Insekten noch andere – die die Kanaaniter vertrieben hätten. Der „Bible Knowledge Commentary: Old Testament“, S. 145, führt aus, dass einige diese Ansicht vertreten, während andere der Meinung sind, es handele sich um Ägypten.
Nicht die Antwort, sondern die Israeliten selbst: Während manche meinen, die „Hornissen“, auf die sich Gott bezog, seien die Israeliten selbst gewesen, bezieht sich 2. Mose 23,28 eindeutig auf „Hilfe von außen“, die Gott in seiner Vorsehung bereitstellte.
Die Antwort: Ägypten: Das Wahrzeichen des Pharaos Thutmosis III. war jedoch die Hornisse. Er führte 17 Feldzüge, größtenteils in Palästina. Auch seine Nachfolger Amenhotep II. und Thutmosis IV. führten Feldzüge in Palästina. Dies ist ein Hinweis darauf, dass nicht allein die israelitische Armee die Kanaaniter geschwächt hat; auch die Ägypter spielten eine Rolle.
Die Bibel ist durch und durch wahr, doch das bedeutet nicht, dass es Gott verwehrt wäre, mit den Menschen unter Verwendung ihrer eigenen Metaphern zu kommunizieren.
F: Wie konnten die Philister in Ex 23,31 zu Moses’ Zeiten in Kanaan sein?
A: Die Antwort finden Sie in der Erörterung zu Genesis 20.
F: Was können wir in Ex 24,1 von Nadab und Abihu lernen?
A: Als Söhne Aarons standen sie in der Nachfolge zum nächsten Hohepriester. Doch die Tatsache, dass sie Kinder eines gottesfürchtigen Menschen waren, machte sie nicht „sicherer“ vor Gefahren; tatsächlich ist es eine gefährlichere Position, wenn jemand Gott nicht folgen will. Je mehr man weiß, desto stärker wird man für Ungehorsam zur Rechenschaft gezogen, wie 2. Petrus 2,21 zeigt.
F: Wie konnte Mose in 2. Mose 24,4 schreiben: „Und Mose schrieb alle Worte des Herrn auf“?
A: Auf dieselbe Weise, wie er 2. Mose 6,26–27 schrieb. Siehe die Erläuterung dazu. Alternativ könnte dies auch Mose’ Schreiber verfasst haben.
F: Wie konnten die Ältesten in 2. Mose 24,9–11 zum Berg Sinai kommen, da das Volk laut 2. Mose 19,12–13 sofort getötet worden wäre, wenn es sich dem Berg Sinai genähert hätte?
A: Sie durften den Berg Sinai nur betreten, wenn sie dazu eingeladen wurden. Ebenso sollten sie eigentlich ins Gelobte Land ziehen, doch nach dem entmutigenden Bericht der Kundschafter weigerten sie sich, dorthin zu gehen. Nachdem Gott sie gezüchtigt und ihnen gesagt hatte, dass sie in der Wüste sterben würden, beschlossen sie, auf eigene Faust ins Gelobte Land zu ziehen. Sie wurden von ihren Feinden zurückgedrängt. Das Richtige zu tun ist nicht das Wichtigste. Am wichtigsten ist es, Gott zu lieben und ihm zu gehorchen, wozu auch gehört, das Richtige auf die richtige Art und Weise und zur richtigen Zeit zu tun.
F: Wie konnten sie in Ex 24,10 Gottes Gestalt sehen, da Gott doch keinen physischen Körper hat?
A: Gott kann jede physische Gestalt annehmen, die Er haben möchte.
F: Warum befahl Gott Mose in 2. Mose 25,18, geschnitzte Bilder von Cherubim anzufertigen?
A: Es handelte sich um Darstellungen, die die Stiftshütte schmückten; diese Darstellungen wurden jedoch weder angebetet, noch wurden Gebete an sie gerichtet, noch wurden sie verehrt. Die Cherubim dienten der dekorativen Kunst; sie waren keine Abbilder Gottes und waren weder zur Anbetung noch zur Verehrung bestimmt.
F: Was sind in 2. Mose 28,30 die „Urim und Tummim“?
A: Es handelte sich um ein Mittel, das Gott den Priestern gab, um durch das Werfen von Losen Gottes Willen zu erfahren. Eine genaue Beschreibung ihres Aussehens ist verloren gegangen, abgesehen davon, dass Josephus behauptet, es habe sich um Steine auf einem Brustschild gehandelt. In „1001 Bible Questions Answered“, S. 357, heißt es, „Urim und Tummim“ könne „Lichter und Vollkommenheit“ bedeuten.
F: Wie bewahren die Glöckchen in 2. Mose 28,34–35 Aaron und seine Nachkommen vor dem Tod?
A: An sich tun dies die Glöckchen nicht. Doch die ordnungsgemäße Form der Anbetung in dieser Stiftshütte war für Gott eine ernste Angelegenheit, und die Missachtung dieses Gebots hätte den Tod zur Folge gehabt. Siehe auch die nächste Frage.
F: Welchen Zweck hatten die Glöckchen am Gewand des Priesters in 2. Mose 28,34–35 und 2. Mose 39,22–26?
A: Die Heilige Schrift gibt keine Antwort darauf, doch lassen sich zwei Gründe vermuten.
1. Wenn das Volk draußen lauschte, konnte es den Priester hören, den es nicht sehen konnte, wie er das Sühneopfer für sie darbrachte.
2. Wenn die Glöckchen verstummten, könnte dies darauf hindeuten, dass Gott mit dem Priester unzufrieden war und ihn getötet hatte. Dann konnte das Volk den Priester an dem Seil, das um ihn herum war, herausziehen.
F: Warum wurde in Ex 29,20 und Lev 8,23–24 das Blut auf Aarons rechtes Ohr, seinen rechten Daumen und seinen rechten großen Zeh aufgetragen?
A: Auch wenn die Heilige Schrift nicht ausdrücklich sagt, warum Gott dies wollte, ist die Symbolik nicht schwer zu erkennen. Sie steht für eine Verbindung mit dem Opfer. Ein weiteres Beispiel: Dies geschah bei jemandem, der von einer Hautkrankheit gereinigt worden war, als er sein Reinigungsopfer zum Priester brachte. (3. Mose 14,1–2, 14–17)
F: Welche Bedeutung haben die Gegenstände in 2. Mose 30 und wofür stehen sie?
A: Zunächst einmal mag es noch einige Geheimnisse geben, die wir noch nicht kennen; Gott hat vielleicht nicht unbedingt jeden Grund offenbart, warum alles genau so war, wie es war. In Hebräer 8,5 heißt es: „Der Ort, an dem sie dienen, ist ein Abbild und ein Schatten des himmlischen Heiligtums, so wie Mose von Gott gewarnt wurde, als er im Begriff war, die Stiftshütte fertigzustellen. Denn er sagt: ‚Achte darauf, dass du alles nach dem Entwurf anfertigst, der dir auf dem Berg gezeigt wurde.‘“ (NET Bible) Weitere Informationen zur Bedeutung der Stiftshütte und der darin befindlichen Gegenstände finden Sie in den Kapiteln 9 und 10 des Hebräerbriefes.
Hier finden Sie weitere Einzelheiten zu 2. Mose 30.
2. Mose 30,1–9 Der Altar aus Akazienholz war klein, etwa 3 Fuß hoch und 18 Zoll im Quadrat, aber sehr schwer, da er mit Gold überzogen war. Gold kann für Heiligkeit und Gott stehen, und Gold war eines der drei Geschenke, die die Weisen Jesus brachten. Dieser Altar ist ein Vorbild für das Opfer Christi für uns. Interessanterweise wurde kein einziges Ornament des Tempels als „allheilig“ bezeichnet, außer dem Altar.
Eine sekundäre Anwendung auf unser Leben besteht darin, dass wir – so wie der Priester jeden Morgen und jeden Abend Weihrauch auf dem Altar verbrennen musste – ebenfalls mindestens jeden Morgen und jeden Abend mit Gott sprechen sollten. So wie Christus Sein Leben für uns geopfert hat, sollten auch wir in geringerem Maße bereit sein, für andere zu leiden, wie Paulus in Kolosser 1,24 zeigte.
2. Mose 30,10 Einmal im Jahr musste der Hohepriester der Israeliten am Altar Sühne leisten.
So wie die Israeliten in 2. Mose 30 einen Hohepriester hatten, haben wir in Hebräer 4,14 einen Hohepriester, der ein Opfer für uns gebracht hat: Jesus.
2. Mose 30,17–21: Das bronzerne Waschbecken. Aaron und seine Söhne [Nachkommen] mussten sich vor dem Betreten des Stiftszeltes und vor dem Herantreten zum Altar die Hände und Füße waschen.
In erster Linie dürfen wir nicht vor Gott treten und denken, wir müssten nicht rein sein. Wir müssen gereinigt sein. Natürlich sind Christen Priester und Könige, und wir sind im Blut Jesu gereinigt; er hat dies also für uns erfüllt. Doch wir sollen ein gereinigtes, reines Leben führen. Siehe 1. Petrus 1,15–16; 2,11–12.
Übrigens stammte das Bronze aus Bronzespiegeln, die von den Frauen in 2. Mose 38,8 gespendet wurden. Eine sekundäre Anwendung auf unser Leben besteht darin, dass das, was einst der Eitelkeit und dem Schmuck diente, eingeschmolzen wurde, um zur Reinigung verwendet zu werden. Es würde Gott gefallen, wenn wir bereit wären, einige unserer gewohnten Bräuche und Gewohnheiten „einschmelzen“ zu lassen, damit sie in Sein Werk umgewandelt werden können. Siehe Römer 12,1–2 und Jakobus 1,23–25.
2. Mose 30,22–33: Salböl für heilige Gegenstände. Ich denke, die Rezeptur wurde einfach deshalb gewählt, weil sie ein wohlriechendes Ergebnis hervorbringt. Salböl ist ein Symbol für den Heiligen Geist und steht für die Heiligung durch Gott. Myrrhe war sehr kostbar und gehörte zu den Gaben, die die Weisen Jesus brachten.
In erster Linie schafft der Duft des Salböls die „Atmosphäre“ für alles; unsere Reinigung und Heiligung durch den Heiligen Geist verleiht uns durch und durch den Duft Christi. Siehe 2. Korinther 2,14–16 für weitere Ausführungen darüber, dass wir der Duft Christi sind.
Eine sekundäre Anwendung auf unser Leben besteht darin, dass dieses Salböl nicht als selbstverständlich angesehen und durch die Verwendung für andere Zwecke „entwertet“ werden durfte. Unser Körper (Gottes Tempel, 1. Korinther 6,19–20), unsere Einheit im Geist (Epheser 4,3) und unser Leben dürfen nicht durch unheilige Verwendungen entwertet werden. Wir dürfen unsere Perlen nicht vor die Schweine werfen, uns nicht mit Ungläubigen in ein Joch spannen (2. Korinther 6,14–18), Dinge, die nicht heilig sind, nicht als heilig betrachten oder von unserer aufrichtigen und reinen Hingabe an Christus abgebracht werden (2. Korinther 11,3–4).
2. Mose 30,34–38 Weihrauch steht für Fürbitte und Gebete. Der Weihrauch durfte jedoch zu keinem anderen Zweck verwendet werden. Weihrauch war sehr kostbar und gehörte zu den drei Gaben, die die Weisen Jesus brachten. In 2. Mose 30,35 wurde er gesalzen, wahrscheinlich um ihn haltbar zu machen. Siehe Offenbarung 8,3–4, wo Weihrauch mit Gebet in Verbindung gebracht wird.
In erster Linie sollte der Heilige Geist, der vom Vater und von Jesus gesandt wurde (Johannes 16,7), unser Leben durchdringen, so wie der Weihrauch, den der Priester verbrannte, einen Duft verströmte, der alles durchdrang. Christus und Christus allein ist unser Mittler (Epheser 2,13–17; Kolosser 1,20; Hebräer 8,6), und der Heilige Geist tritt für uns ein mit Seufzen, das zu tief ist, um es in Worte zu fassen (Römer 8,26–27).
Eine sekundäre Anwendung auf unser Leben besteht darin, dass wir, wenn wir Christus nachfolgen, unablässig beten, Gott preisen und für andere Fürbitte einlegen sollen (1. Thessalonicher 5,17; Philipper 4,6).
F: Warum mussten in 2. Mose 30,11.15 die Armen denselben Betrag zahlen wie die Reichen, die es sich besser leisten konnten?
A: Die Schekelabgabe war ein Lösegeld für ihr Leben, und hier liegt ein wichtiger Punkt. Das Leben eines Reichen ist nicht wichtiger oder weniger wichtig als das Leben eines Armen. In allen Gesetzen des Alten Testaments gab es keine mildere Strafe für die Tötung oder Verletzung eines Armen als für die eines Reichen.
Die Steuer galt nur für Menschen ab zwanzig Jahren und wahrscheinlich nur für Männer, was bedeuten würde, dass sie sich auf die Familie als Einheit bezog. Eine Familie würde nicht dafür bestraft werden, mehr Kinder zu haben. Außerdem war der Schekel eine kleine Währungseinheit.
F: Wie kann in Ex 30,12 und Lev 9,7 ein Widder oder Stier Sühne für einen Menschen leisten?
A: An sich kann es keine Sühne bewirken, wie aus Hebräer 9,9 und 10,4 hervorgeht. Die Kapitel 9–11 des Hebräerbriefes zeigen jedoch, dass die alttestamentlichen Opfer ein Vorbild oder ein Sinnbild für das Opfer Christi waren.
Um dies in alltäglichen Begriffen auszudrücken: Stellen Sie sich vor, einige Menschen hätten eine große Schuld (oder Sünde), die so groß wäre, dass sie niemals hoffen könnten, ihren Gläubiger (Gottes unparteiische Forderungen nach Gerechtigkeit) zurückzuzahlen. Ihrer Kreditwürdigkeit kann man nicht trauen. Doch ein reicher König (Gott) greift ein und unterzeichnet eine Vereinbarung, die Schuld vollständig zu begleichen. Dann kommt sein Sohn und begleicht die gesamte Schuld. Als der Gläubiger kam, um das Geld einzufordern, hatten die Menschen – im Gehorsam gegenüber dem König – ein konkretes Zeichen dafür, dass ihre Schuld vom König übernommen worden war.
F: Ist es in Ex 30,31–34 nicht streng, jemanden dafür zu töten, dass er eine bestimmte Duftmischung hergestellt hat?
A: Ja, das ist streng. Es ist jedoch nicht ungerecht, wenn jeder die Regeln kennt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass jemals jemand gegen diese Regel verstoßen hat oder dafür bestraft wurde.
F: Warum war in 2. Mose 31,12 die Einhaltung des Sabbats so wichtig?
A: Viele aufrichtige Christen glauben, dass unter Christus alle Tage eine Sabbatruhe sind (Hebräer 4,8–11), während andere aufrichtige Christen der Ansicht sind, dass wir den Sabbat auch heute noch halten sollen. Paulus erkennt in Römer 14,5–7 beide Praktiken an und sagt, dass es darauf ankommt, dass wir für den Herrn leben.
Unabhängig davon müssen sich jedoch alle Christen darin einig sein, dass die Einhaltung des Sabbats zu Zeiten des mosaischen Gesetzes ein sehr wichtiges Gebot war, und wenn wir damals gelebt hätten, hätten wir uns eifrig darum bemühen müssen, es einzuhalten.
Es gibt drei ausdrückliche Gebote und fünf ausdrückliche Gründe bezüglich des Sabbats, doch lassen sich noch weitere Gründe erkennen.
Gebote zum Sabbat:
1. Halten Sie den Sabbat heilig (2. Mose 20,8; 5. Mose 5,12)
2. Verrichtet selbst keine Arbeit (2. Mose 20,10; 5. Mose 5,13–14)
3. Die unter Ihrer Obhut Stehenden – Sohn, Tochter, Knechte, sogar (nichtjüdische) Fremde in Ihren Toren, ja sogar Tiere – sollen einen Ruhetag haben. (2. Mose 20,10; 5. Mose 5,14)
Ausdrückliche Gründe für den Sabbat:
1. Einfacher Gehorsam: Sie sollen Gottes Gebote befolgen.
2. Gedenken an unseren Schöpfer: So wie Gott die Erde in sechs Tagen erschuf und dann ruhte, so ehren auch wir Ihn, indem wir am Sabbat ruhen. (2. Mose 20,11)
3. Gedenken an die Knechtschaft und unseren Befreier: Da die Israeliten in Ägypten Sklaven waren (vermutlich ohne Ruhe) und Gott sie herausführte, sollen sie sich daran erinnern und den Sabbat halten. (5. Mose 5,15b)
4. Als Zeichen zwischen Gottes alttestamentlichem Volk und Gott, damit sie erkennen, dass Gott uns heiligt. (2. Mose 31,13)
5. Gott hat den Sabbat gesegnet und ihn geheiligt; dies sollen wir anerkennen. (2. Mose 20,11b)
Mögliche weitere Gründe:
1. Der Sabbat war ein Affront gegen die eigene Weisheit und die eigenen Anstrengungen der Menschen. Für jemanden, der in dieser Welt weise ist, scheint es offensichtlich, dass man umso mehr Nutzen zieht, je mehr Arbeit man investiert. Und selbst wenn man eine Pause einlegen wollte, konnte man seine Angestellten, Bediensteten und Tiere dennoch dazu bringen, noch fleißiger zu arbeiten. Gott widersprach diesem Gedanken nicht und äußerte sich auch nicht dazu, ob er wahr sei oder nicht. Unabhängig davon, ob diese Denkweise als wahr empfunden wurde oder nicht, sagte Gott, man solle ihm zuerst gehorchen.
2. Der Sabbat war ein Affront gegen ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Ein Händler, Landwirt, Handwerker oder jeder andere Arbeiter würde am Sabbat arbeiten wollen, wenn er glaubte, dass der Wohlstand oder sogar das Überleben seiner selbst und seiner Familie davon abhinge. Aber letztendlich läuft es auf das Vertrauen hinaus: Hängen Ihr Wohlstand und Ihr Überleben von Ihnen selbst ab, oder glauben Sie, dass sie von Gott abhängen?
3. Ein Ruhetag würde sie, die Menschen unter ihrer Obhut und sogar ihre Tiere körperlich, geistig und seelisch gesünder machen, da sie Zeit hätten, sich von den Anstrengungen der Woche zu erholen und neue Kraft zu schöpfen. Die Menschen von heute benötigen, unabhängig von ihrem Glauben, Zeit, um sich auszuruhen und neue Kraft zu tanken.
4. Ein Ruhetag hilft dabei, ein Burnout zu vermeiden, das dadurch entsteht, dass man jahrelang ohne Abwechslung immer dasselbe tut. Selbst Christen, die alle Tage als gleich betrachten, benötigen dennoch Zeit, um sich auszuruhen und neue Kraft zu schöpfen.
Auch wenn sich echte Christen darüber uneinig sind, ob man am Sabbat (Samstag) oder am Sonntag nicht arbeiten soll oder ob alle Tage gleich sind, sollten sich alle Christen in zwei Punkten einig sein.
a) Wenn wir glauben würden, dass Gott möchte, dass wir heute einen Tag ohne Arbeit einhalten, sollten wir dies tun.
b) Alle unsere Tage, nicht nur ein Siebtel davon, sollen dem Dienst an Gott gewidmet sein.
Frage: Kann Gott in 2. Mose 31,17 müde werden?
A: Gott wird nicht körperlich müde (Jesaja 40,28). Doch so wie Menschen sagen können, dass sie des Jammerns und der unaufrichtigen Liebe überdrüssig sind, ist dies ein Ausdruck, der Gottes Desinteresse an einer unaufrichtigen Anbetung seiner Person zum Ausdruck bringt. In Jesaja 43,24 heißt es, dass die Sünden der Israeliten Gott ermüdeten. In Jesaja 1,14 steht, dass ihre Feste Gott ermüdeten, als sie noch ein gottloses Volk waren. Der Unglaube Ahas’ ermüdete Gott in Jesaja 7,13. In Maleachi 2,17 heißt es, dass ihre Worte Gott ermüdeten, als sie sagten, diejenigen, die Böses tun, seien gut, und fragten, wo der Gott der Gerechtigkeit sei. Weitere Erläuterungen finden Sie in „Biblische Schwierigkeiten und scheinbare Widersprüche“, S. 212–213.
F: Wie konnte der Prophet Aaron in 2. Mose 32,2–5 die Anbetung von Götzen befürworten?
A: Aaron beging eine schreckliche Sünde. Es gibt keine Entschuldigung für sein Handeln, doch hier ist eine mögliche Erklärung für sein Verhalten. Als Mose nicht zurückkehrte, fragten sich viele, ob er überhaupt jemals zurückkehren würde. Angesichts des Drucks so vieler verzweifelter und führungsloser Menschen, die Aaron aufforderten, ein Götzenbild anzufertigen, gab Aaron nach. Vielleicht war es ihm wichtiger, das Volk als Priester zu führen, um Ordnung und Normalität wiederherzustellen, als auf unbestimmte Zeit auf den Herrn zu warten.
F: Warum tötete Gott in 2. Mose 32,1–10 die Israeliten, die das goldene Kalb anbeteten, und nicht Aaron, der es angefertigt hatte?
A: Es wäre gerecht gewesen, wenn Gott sie alle getötet hätte. Gott hat jedoch das Recht, die Gerechtigkeit aufzuschieben. Er hat auch das Recht, Barmherzigkeit nach seinem Willen zu erweisen, wie Römer 9,15 zeigt.
Die Umstände: Das Volk schlug das goldene Kalb vor und stellte das Material zur Verfügung. Die Heilige Schrift sagt nicht, ob Aaron begeistert war oder sich gezwungen fühlte, dem gesamten Volk um ihn herum zu gehorchen. Bei dem goldenen Kalb handelte es sich in 2. Mose 32,5 um ein Bildnis zur Anbetung des Herrn, nicht um einen anderen Gott. Selbstverständlich helfen uns die Umstände zwar zu verstehen, warum Aaron so handelte, doch entschuldigen sie Aaron dennoch nicht.
Gott ist einigen gegenüber barmherzig und kann Seine Gerechtigkeit aufschieben: Gott war in Vers 10 sehr zornig und erwog, sie alle einfach zu vernichten. Es wäre gerecht gewesen, wenn Gott Aaron und alle anderen vernichtet hätte. Gott war nicht nur Aaron gegenüber barmherzig, sondern auch dadurch, dass Er nicht alle Israeliten tötete.
F: Ändert Gott in 2. Mose 32,14 seine Meinung, entgegen 4. Mose 23,19 und 1. Sam. 15,29?
A: Wenn sich unser Herz und unser Handeln ändern, kann sich auch Gottes offenbarter Wille uns gegenüber ändern. Weitere Informationen finden Sie in der Antwort zu 2. Mose 33,3, in „When Critics Ask“, S. 85, sowie in „Hard Sayings of the Bible“, S. 209–210.
F: Wie konnte Mose in 2. Mose 32,30 versuchen, Sühne für das Volk zu leisten?
A: Menschen können versuchen, Unmögliches zu tun, doch selbst Mose konnte nicht an die Stelle eines anderen treten, wie Jeremia 15,1 zeigt. Mose flehte Gott an, dem Volk seine große Sünde zu vergeben, und falls dies nicht möglich sei, ihn aus Gottes Buch zu streichen. Dies klingt sehr ähnlich wie die Gefühle des Paulus in Römer 9,1–4.
F: Zeigt 2. Mose 32,30–32, dass Mose den Platz des Volkes einnehmen konnte, ähnlich dem katholischen Glauben an einen „Verdienstschatz“?
A: Nein. Wenn überhaupt, dann deutet dies aus zwei Gründen genau auf das Gegenteil hin.
1. In 2. Mose 32,33–34 sagte Gott, dass Mose Angebot von Gott nicht angenommen wurde. Nebenbei bemerkt: Paulus hegte in Römer 9,3 ein ähnliches Gefühl opferbereiter Liebe gegenüber den Juden, doch auch das nützte den Juden nichts.
2. Mose bot nicht an, für das Volk zu leiden. Mose bot an, vollständig aus dem Buch ausgelöscht zu werden, was bedeutet, in die Hölle geschickt zu werden. Katholiken, Orthodoxe, Protestanten und Kopten sind sich alle einig, dass kein Christ für andere Christen in die Hölle kommt.
Nebenbei sei angemerkt, dass in der kirchlichen Tradition der Gedanke eines „Verdienstschatzes“ in allen vor-nikänischen christlichen Schriften gänzlich fehlt.
F: Warum bat Mose in Ex 32,12 Gott, „dieses Unheil an deinem Volk zu bereuen“?
A: Das Wort „Unheil“ kann hier auch „Katastrophe“ bedeuten. Mose bat Gott, von der angedrohten Katastrophe abzusehen, da in Deuteronomium 9,8 steht, dass Gottes Zorn so weit entbrannt war, dass er das Volk vernichten würde.
F: Ist Gott in Ex 33,3 und Josua 1 mit den Israeliten ins Gelobte Land gezogen oder nicht?
A: Gottes offenbarter Wille ist oft zeitgebunden und an Bedingungen geknüpft und wird manchmal als anthropomorpher Ausdruck gedeutet.
Zeitlich begrenzt: Gott sagte der rebellischen Generation, dass Er nicht mit ihr gehen würde. Sie starben alle, und Gott ging mit der nachfolgenden Generation.
Bedingt: Viele von Gottes Drohungen oder Verheißungen sind mit einer expliziten oder impliziten Bedingung verbunden. Beispiele für implizite bedingte Drohungen finden Sie in Jona 3 und Genesis 20,3.
Anthropomorph: Gott, der jenseits der Zeit steht, wusste bereits, was sie tun würden, und Er wusste bereits, was Er tun würde. Es fällt den Menschen jedoch manchmal schwer, dies zu erkennen und gleichzeitig zu verstehen, dass die Menschen dennoch eine echte Wahl hatten. Hätte Gott ihnen lediglich mitgeteilt, was sie mit Sicherheit tun würden und was Er mit Sicherheit tun würde, hätte dies zweifellos ihre Entscheidungsfreiheit eingeschränkt.
Ein Mensch muss dem Konzept, dass Gott jenseits der Zeit steht, nicht zustimmen oder es gar verstehen. Er muss nicht über Zeitlosigkeit nachdenken, bevor Gott überhaupt auf sinnvolle Weise mit ihm kommuniziert. Gott kommuniziert mit den Menschen in einer Weise, die alle verstehen können. Weitere Informationen darüber, wie Gott anthropomorph kommuniziert, finden Sie in „Now That’s A Good Question“, S. 202–205.
F: Warum sollten die Israeliten in Ex 33,5–6 ihren Schmuck ablegen, damit Gott wüsste, was er mit ihnen tun sollte?
A: Sie sollten den Schmuck ablegen, den sie zum Zeitpunkt ihrer Sünde trugen, als Zeichen der Trauer und (hoffentlich) der Reue. Hier wird ein zentraler Grundsatz angesprochen. Gottes uns offenbarter Wille kann sich ändern, wenn sich unser Herz ändert. Sie hatten die Wahl, zu gehorchen und über ihre Sünde zu trauern – oder auch nicht.
Weitere Informationen finden Sie in den Erläuterungen zu 1. Mose 20,3–6, 5. Mose 20,17; Jeremia 15,6; Jona 3–4; Jona 3,10 und Jona 4,1–2.
F: Konnte Mose in 2. Mose 33,11 von Angesicht zu Angesicht mit Gott sprechen?
A: Wie Norman Geisler und Thomas Howe schreiben, kann ein Blinder von Angesicht zu Angesicht mit jemandem sprechen, ohne dessen Gesicht zu sehen. Dies ist eine Redewendung, die verdeutlicht, dass Mose und Gott innig miteinander sprachen; sie besagt jedoch nicht, dass Mose Gottes Angesicht sah, wie 2. Mose 33,20 zeigt.
F: Wie konnten Mose, Abraham oder andere Personen in 2. Mose 33,11.23; 24,10 und 1. Mose 32,30 etwas von Gott sehen, da Gott unsichtbar ist, wie es in Johannes 1,18; 2. Mose 33,20; Kolosser 1,15 sowie 1. Timotheus 1,17 und 6,16 heißt?
A: Dies war ein Argument, das die Gnostiker vorbrachten, um zu behaupten, dass der Gott des Alten Testaments – obwohl Jesus das Gesetz aufrechterhielt – ein anderer Gott sei als der Gott des Neuen Testaments.
Unsichtbar bedeutet weder, keine Gestalt zu haben, noch bedeutet es, dass Gott für Engel oder Dämonen nicht wahrnehmbar ist. Es bedeutet ganz sicher nicht, dass der allmächtige Gott nicht mächtig genug ist, um in einer sichtbaren Gestalt zu erscheinen. Es bedeutet lediglich, dass wir mit unseren bloßen Augen Dinge im unsichtbaren Bereich nicht sehen können – und Gott befindet sich in diesem Bereich.
Doch Gott ist, während Er weiterhin im Himmel verweilt, auch in der Lage, „überzuwechseln“ und in den physischen Bereich der Raumzeit einzutreten. Gott wäre von Natur aus zwar weiterhin unsichtbar, könnte sich aber sichtbar machen. Wir selbst sind in der Dunkelheit der Nacht von Natur aus nahezu unsichtbar, doch wenn wir eine Taschenlampe hätten, könnten die Menschen dennoch erkennen, wo wir uns befinden. Gott könnte dasselbe mit einem brennenden Busch tun.
Doch Gott tat noch mehr. Auf eine Weise, für die es keine zu 100 % perfekte natürliche Entsprechung gibt, trat Gott über, um eine lokalisierte Präsenz in Raum und Zeit einzunehmen – und zwar nicht nur in der Gestalt eines Menschen, sondern als einen echten, lebendigen, atmenden Menschen: Jesus Christus. Jesus war und ist nach wie vor zu 100 % Mensch und zu 100 % Gott.
Historisch gesehen war Irenäus der erste bekannte Christ, der auf diesen Einwand eingegangen ist. Er betonte, dass Gott, da Er allmächtig ist, sogar sichtbaren, sterblichen Menschen ermöglichen kann, unsichtbare Dinge zu sehen – sowohl in Visionen als auch nachdem sie Unsterblichkeit erlangt haben. Eine ausführlichere Antwort finden Sie bei Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 4, Kap. 20.4–10, S. 489–491.
F: Wie konnte Mose in Ex 33,19–20 Gottes „Rücken“ sehen, da Gott doch Geist ist?
A: Es ist schwierig, verschiedene Eigenschaften eines Geistes zu beschreiben, ohne anthropomorphe Begriffe zu verwenden. „Rücken“ bedeutet hier nicht „den Teil mit dem Rückenmark“. Vielmehr kann „Rücken“ im Gegensatz zu „Vorderseite“ als „Rückseite“ verstanden werden.
Dies bezieht sich auf eine Widerspiegelung einiger Eigenschaften Gottes. Es handelt sich nicht um die gesamte Herrlichkeit Gottes, da Gott Mose die Bitte, seine Herrlichkeit zu sehen, verweigerte (wahrscheinlich zu Moses’ eigener Sicherheit).
F: Sollten die Menschen in Ex 34,20, Ex 13,2 und Num 18,15–16 unreine Tiere töten oder sie mit Geld auslösen?
A: In 2. Mose 34,20 heißt es, dass der Besitzer das erstgeborene Tier entweder töten oder gegen Geld auslösen musste, mit der Ausnahme, dass er einen Esel durch ein Lamm auslösen konnte. Es wurde keine weitere Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Tieren getroffen. Später, in 4. Mose 18,15–16, wurde das Gesetz eingeschränkt, sodass nur noch die Auslösung der erstgeborenen unreinen Tiere gegen Geld erlaubt war.
Manche haben möglicherweise ein Problem damit, dass sich Gottes Gesetze ändern, weil sie nicht zwischen drei verschiedenen Aspekten unterscheiden: moralischen, zivilrechtlichen und zeremoniellen. Auch das zeremonielle Gesetz änderte sich in anderer Hinsicht, je nachdem, wie sich die Situationen änderten. So fanden beispielsweise vor dem Bau des Tempels keine Opfer im Tempel statt.
F: Warum mussten in 2. Mose 34,23 alle Männer erscheinen, nicht aber die Frauen und Kinder? (Diese Frage wurde von einem Muslim gestellt.)
A: Die Antwort wird deutlich, wenn wir sowohl 2. Mose 34,23 als auch 24 genau lesen. Dort heißt es: „Dreimal im Jahr sollen alle eure Männer vor dem Herrn, dem Gott Israels, erscheinen. Ich werde Völker vor euch vertreiben und euer Gebiet vergrößern, und niemand wird euer Land begehren, wenn ihr dreimal im Jahr hinaufzieht, um vor dem Herrn, eurem Gott, zu erscheinen.“ Die Frauen kämpften nicht in den Kriegen, sondern nur die Männer. Kein Mann durfte sich „verstecken“, indem er nicht erschien.
F: Welche symbolische Bedeutung hatten die Einrichtungsgegenstände im Stiftszelt (2. Mose 35–40)?
A: Manche sehen Folgendes:
Der eherne Altar symbolisierte, dass schon der Zutritt ein Opfer erforderte
Das eherne Waschbecken zeigte, dass diejenigen, die sich darin aufhielten, Reinigung benötigten
Das Schaubrot zeigte, dass Christus unser Brot ist; Er gibt uns alles, was wir zum Leben brauchen
Der goldene Leuchter stand für Lobpreis und Gebet
Die Bundeslade stand für die Gegenwart Gottes
Der Vorhang zeigte, dass der Weg in die Gegenwart Gottes nicht jedem offenstand (außer dem Priester einmal im Jahr). Dies änderte sich, als der Vorhang auf übernatürliche Weise in zwei Teile zerrissen wurde, genau in dem Moment, als Jesus am Kreuz starb.
Dies wurde frei nach „The Teacher’s Commentary“ von Lawrence O. Richards übernommen.
F: In 2. Mose 36,8–14 wurde mir gesagt, dass die Maße, die Mose von Gott für den Bau der Stiftshütte erhielt, fast genau den Maßen entsprachen, die andere Völker der Antike (nicht die Hebräer) für den Bau ihrer eigenen Gotteshäuser verwendeten. Beeinträchtigt dies die Glaubwürdigkeit der von Gott vorgegebenen Maße für die Stiftshütte?
A: Nehmen wir zunächst einmal an, dass diese Annahme zutrifft. (Ich werde dies später hinterfragen.) Wenn es sich um dieselben Maße handelte wie die, die andere Völker der Antike für ihre Tempel verwendeten, würde dies die Glaubwürdigkeit der Bibel nicht beeinträchtigen. Hätten diese Maße etwas Besonderes an sich, würde Satan diese Informationen nutzen, um eine Fälschung anzufertigen.
Andererseits bezweifle ich aus mehreren Gründen ernsthaft die Behauptung, dass es sich hierbei um dieselben Maße handelte, die andere Völker der Antike für ihre Tempel verwendeten.
a) Verschiedene antike Kultstätten wiesen untereinander unterschiedliche Maße auf. Nehmen wir als vereinfachtes Beispiel an, es gäbe 10 antike Tempel mit den Maßen 100, 105, 110, 120, 125, 130, 135, 140, 145 und 150, und die Stiftshütte hätte ein Maß irgendwo zwischen 100 und 150. Unabhängig von den Abmessungen der Stiftshütte könnte man nun behaupten, sie sei einem dieser 10 Tempel sehr ähnlich, doch das beweist nichts.
b) Antike Tempel verfügten im Allgemeinen nicht über ein Allerheiligstes, und diejenigen, von denen wir wissen, waren feststehende Tempel, keine Zelte.
c) Bedenken Sie schließlich, dass die Stiftshütte um 1400 v. Chr. erbaut wurde und somit älter ist als alle römischen und griechischen Tempel, mit Ausnahme der mykenischen. Wenn also die Maße mit denen eines späteren Tempels übereinstimmten, gab es entweder keine Nachahmung, oder der spätere Tempel wurde vom früheren kopiert – nicht umgekehrt. Generell ist es nicht ratsam, solchen Behauptungen Glauben zu schenken, es sei denn, es können Beispiele dafür angeführt werden.
F: Deutet der siebenarmige Leuchter in Ex 37,17–24 auf eine spätere Entstehung hin, da siebenarmige Leuchter [angeblich] erst um 600 v. Chr. auftauchten?
A: Früher dachten manche so, doch in „Can Archaeology Prove the Old Testament?“ (S. 31–32) wird darauf hingewiesen, dass Archäologen siebenarmige Leuchter in Tell Beit Mirsim gefunden haben und dass einige Gräber in Dothan aus der Zeit Moses’ siebenarmige Leuchter aufweisen. Im „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 1006) heißt es, dass siebenarmige Leuchter in Gräbern und in den Ruinen kanaanitischer Tempel gefunden wurden: „Somit war das Konzept eines siebenarmigen Leuchters für den sakralen Gebrauch im mosaischen Stiftszelt nicht anachronistisch, wie Kritiker des Alten Testaments früher behaupteten.“
F: Ist Ex 38,8 ein Beweis für eine spätere Entstehung, da es damals [angeblich] noch keine Bronzespiegel gab?
A: Nein, denn es gab sehr wohl Bronzespiegel, wie in „Can Archaeology Prove the Old Testament?“ auf Seite 31 dargelegt wird. Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und 2–18 Prozent Zinn. (In der King-James-Bibel heißt es „Messing“, da vor 400 Jahren jede Kupferlegierung als „Messing“ bezeichnet wurde.) Im „Wycliffe Bible Dictionary“, S. 1123–1124, heißt es, dass in Ur Bronzegegenstände aus der Zeit um 2500 v. Chr. gefunden wurden.
Auf S. 1139 heißt es, dass Bronzespiegel selten waren, außer in Ägypten. Sie waren jedoch sehr wertvoll, da im „Wycliffe Dictionary of Biblical Archaeology“ auf S. 389 steht, dass sich Bronzespiegel erst in hellenistischer Zeit unter dem einfachen Volk verbreiteten. Dort wird auch erwähnt, dass in der Zeit Josuas in den Tell-el-Amarna-Briefen von einem Vasallen die Rede ist, der dem Pharao Echnaton 32 polierte Bronzespiegel überreichte. Der hethitische König schenkte ihm einen Silberspiegel.
Nebenbei sei angemerkt, dass das älteste heute erhaltene Manuskript des Alten Testaments das 4Q17 der Schriftrollen vom Toten Meer ist. Es wird auf das Jahr 250 v. Chr. datiert und enthält den Text von 2. Mose 38 bis 3. Mose 2. In „The Dead Sea Scrolls Translated“, S. 474, heißt es, dass es praktisch identisch mit dem masoretischen Text ist.
F: Wie konnten sie in 2. Mose 40 das Zelt errichten, da das Zelt bereits in 2. Mose 33,7–8 vorhanden war?
A: Zunächst zwei Fakten, die wahrscheinlich nicht allzu relevant sind, dann die Antwort.
1. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass 2. Mose 33,7–8 und 2. Mose 40 in chronologischer Reihenfolge verfasst wurden, obwohl dies wahrscheinlich der Fall war.
2. Nach ständigem Gebrauch unter freiem Himmel könnte das Zelt abgenutzt sein.
Antwort: In 2. Mose 33,7–8 heißt es, dass Mose ein bereits vorhandenes Zelt nahm und es „Stiftszelt“ nannte. Nachdem Gott in 2. Mose 31,2–7; 35,30; 36,1 Bezalel und Aholiab gesalbt hatte, fertigten diese die heiligen Geräte, darunter ein neues Stiftszelt, nach Gottes Entwurf an.
Frage: Welche Lehren können wir aus dem gesamten Buch Exodus ziehen?
A: Es gibt mindestens drei Lehren.
So wie Mose und die Israeliten Ägypten verließen, so gibt es vielleicht auch Ängste, Sünden, andere Dinge und Situationen, von denen wir befreit werden müssen. Und wenn wir von ihnen befreit sind, müssen wir fortgehen. Gibt es in Ihrem Leben bestimmte „alte, bequeme Gewohnheiten“, die Sie hinter sich lassen und aufgeben müssen?
Mose hatte die Knechtschaft Ägyptens bereits 40 Jahre vor dem Auszug verlassen. Doch Gott ließ Mose nach Ägypten zurückkehren – nicht in die Knechtschaft, sondern um andere zu befreien. Wir mögen von manchen Fesseln befreit sein, die wir hatten, aber wie sieht es mit unserer Familie, unseren Freunden und anderen aus? Vielleicht möchte Gott uns dazu gebrauchen, auch ihnen zur Befreiung zu verhelfen.
Auch wenn alle Israeliten befreit wurden, gab es auf dem Weg dorthin Verluste. Einige Israeliten kamen durch Pest und Feuer ums Leben, als sie das goldene Kalb anbeteten, Mose in seiner Autorität in Frage stellten und sich mit moabitischen Frauen auf unmoralische Weise einließen. Mirjam wurde wegen ihrer Vorurteile für eine gewisse Zeit mit Aussatz geschlagen. Selbst Mose selbst wurde der Zutritt zum Gelobten Land verwehrt, weil er vor dem Volk am Wasser von Meriba die Beherrschung verloren hatte. Wenn Sie von etwas befreit werden, ist das noch nicht das Ende Ihrer Herausforderungen. Sie müssen dennoch durchhalten. Wenn Sie etwas tun, das Sie zu einem Opfer macht, dann kehren Sie schnell um, und auch wenn es möglicherweise noch Konsequenzen gibt, gehorchen Sie Gott dennoch für den Rest der Reise.
F: Welche der frühesten Handschriften des Buches Exodus sind heute noch erhalten?
A: Hier sind die frühesten.
Die Ketef-Hinnom-Rollen stammen aus den Jahren 650–587 v. Chr., sind auf Silber geschrieben (weshalb sie erhalten geblieben sind) und enthalten Fragmente aus 2. Mose 20,6; 4. Mose 6,24–26; 5. Mose 5,10; 7,9; Nehemia 1,5 und Daniel 9,4.
Die Schriftrollen vom Toten Meer: (ab 250 v. Chr.) 17 separate Abschriften (The Dead Sea Scrolls Today, S. 30, und The Dead Sea Scrolls Translated: The Qumran Texts in English, 2. Auflage), die auf mindestens 23 Originalabschriften zurückgehen (The Dead Sea Scrolls in English, 4. Auflage). Im „Wycliffe Bible Dictionary“, S. 436–438, ist von 15 Abschriften die Rede. Ein Manuskript aus Höhle 4 gehört zur samaritanischen Tradition. Laut „The Dead Sea Scrolls Translated: The Qumran Texts in English“, 2. Auflage, S. 474, ist das Fragment 4Q17 aus Höhle 4 (das Exodus 38–Levitikus 2 enthält) eines der ältesten Manuskripte, das um 250 v. Chr. kopiert wurde. Es ist praktisch identisch mit dem masoretischen Text. Diese Manuskripte werden bezeichnet als
1Q2 (= 1QExodus) 2. Mose 16,12–16; 19,24–25; 20,1,5–6,25–26; 21,1,4–5
2Q2 (=2QExodus(a)) 2. Mose 1,11–14; 7,1–4; 9,27–29; 11,3–7; 12:32–41; 21:18–20?; 26:11–13; 30:21?; 30:23–25; 32:32–34
2Q3 (=2QExodus(b)) Paläo-Hebräisch aus Exodus 4:31; 12:26–27?; 18:21–22; 19:9; 21:37; 22:1–2, 15–19; 27:17–19; 31:16–17; 34:10. Bemerkenswerterweise folgt auf Exodus 19:9 direkt eine Leerzeile, auf die unmittelbar Exodus 34:10 folgt
2Q4 (=2QExodus(c)) 2. Mose 5,3–5
4Q1 (=4QGenesis-Exodus(a)) Genesis und Exodus. 2. Mose 2,1–5; 3,8–16, 18–21; 4,4–9,26–31; 5,1,3–17; 6,4–21,25; 7,5–13,15–20; 8,20–22; 9,8?
4Q11 (=4QpaleoGenesis-Exodus(l)) Paläo-Hebräisch aus Genesis 50,26; 2. Mose 1,1–5 (zweimal?), 2,10,22–25; 3,1–4,17–21; 8,13–15,19–21; 9,25–29,33–35; 10,1–5; 11,4–10; 12,1–12,42–46; 14,15–24; 16,2–7,13–14,18–20,23–31,33–36; 17,1–3,5–11; 18,17–24; 19,24–25; 20,1–2; 22:23–24; 23:5–16; 25:7–20; 26:29–37; 27:1, 27:4?; 27:6–14; 28:33–35, 40–42; 36:34–36; 40:15?
4Q13 (=4QExodus(b)) enthält 6 Fragmente aus Exodus 1–5
4Q14 (=4QExodus(c)) enthält 36 Fragmente aus Exodus 7–18
4Q15 (=4QExodus(d)) 2. Mose 13,15–17, unmittelbar gefolgt von 15,1
4Q16 (=4QExodus(e)) 2. Mose 13,3–5
4Q17 (=4QExod-Lev(f)) 2. Mose 38–3. Mose 2. (250 v. Chr.)
4Q18 (=4QExodus(g)) 2. Mose 14,21–27
4Q19 (=4QExodus(h)) 2. Mose 6,3–6
4Q20 (=4QExod(j)) 2. Mose 7–8
4Q21 (=4QExodus(k)) 2. Mose 36,9–10
4Q22 (=4QPaleoExodus(m)) Exodus, samaritanische Fassung, in paläo-hebräischer Schrift. Paläographisch lässt sich das Dokument auf 100–25 v. Chr. datieren. Die Datierung mittels Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS) im Labor in Tucson ergab 116 v. Chr. – 48 n. Chr.
4Q37 (=4QDeuteronomium(j)) (enthält Deuteronomium 11,21, gefolgt von Exodus 12,43–13,5)
7Q1 (= 7QLXXExod) ist eine Abschrift der griechischen Septuaginta-Fassung von Exodus 28,4–6 (100 v. Chr.).
Laut „The Dead Sea Scrolls Today“, S. 33, wurden unter den Schriftrollen vom Toten Meer Phylakterien und Mesusot (die an der Stirn bzw. am Arm getragen werden) mit Texten aus dem 2. Buch Mose und dem Deuteronomium gefunden.
8Q3 ist ein Gebetsriemen, der die Texte aus 2. Mose 13,1–10; 13,11–16; 12,43–51; 20:11; Deuteronomium 6:5–9; 11:13; 6:1–3; 10:20–22; 10:12–19; 5:1–14; 10:13(?); 11:2; 10:21–22; 11:1,6–12 enthält.
8Q4 ist eine Mesusa mit dem Text aus Deuteronomium 10,12–11,21.
Unter den Schriftrollen vom Toten Meer wurde ein „Parallel-Pentateuch“ gefunden. So wie manche eine Evangeliumsgeschichte zusammengestellt haben, indem sie verschiedene Evangeliumspassagen nebeneinanderstellten, so verfuhr die Qumran-Gemeinschaft auch mit der Tora, was als Schriftrolle 4Q158 bezeichnet wird.
Insgesamt sind in den Schriftrollen vom Toten Meer 767 der insgesamt 1.215 Verse aus dem Buch Exodus erhalten geblieben (63,1 %).
Ex 1,1–22; 2,1–18,22–25; 3,1–4,8–21; 4,1–9,26–31; 5,1,3–17; 6,3–21,30; 7,1–13,26–29; 8,1,5–22; 9:5b–35; 10:1–28; 11:3–10; 12:1–2, 6–8, 12–22, 31–51; 13:1–7, 12–13, 15–16, 18–22; 14:1–13, 15–27; 15:1,9–21,23–27; 16:1–8,13–14,18–20,23–36; 17:1–16; 18:1–27; 19:1,7–17,23–25; 20:1–2,18–19a; 21:1,4–6,13–14,18–20?,22–32,37; 22:1–4,6–7,11–13,15–30; 23:5–16,29–31; 24:1–4,6–11; 25:7–29,31–34; 26:8–15,21–37; 27:1–3,4?,6–14,18–19; 28:3–12,22–24,26–28,30–43; 29:1–5,20,22–25,31–41; 30:10, 12–18, 21?, 23–25, 29–31, 34–38; 31:1–8, 13–17; 32:2–19, 25–30, 32–34; 33:12–23; 34:1–3, 10–13, 15–18, 20–24, 27–28; 35:1; 36:9–10, 21–24, 34–36; 37:9–16; 38:18–22; 39:3–24; 40:8–27; 40:15?. Ex 34:23–24,27–28 sind sehr lückenhaft.
Der Nash-Papyrus aus dem Jahr 150 v. Chr. enthält die Zehn Gebote, die aus 2. Mose 20,2–17 und 5. Mose 5,6–6,4f zusammengestellt wurden. Der Nash-Papyrus war der älteste bekannte biblische Text, bis die Schriftrollen vom Toten Meer entdeckt wurden. Eine Abbildung davon findet sich im „New International Dictionary of the Bible“ auf Seite 228.
Der Papyrus Oxyrhynchus 1074 aus dem Buch Exodus stammt aus dem etwa zweiten Jahrhundert.
Der Vaticanus (325–350 n. Chr.) hat das gesamte Buch Exodus erhalten, mit Ausnahme von Exodus 28,23–28, das fehlt.
Es sind keine Seiten des Sinaiticus (340–350 n. Chr.) erhalten, die das Buch Exodus enthalten.
Der „Alexandrinus“ (um 450 n. Chr.) enthält das gesamte Buch Exodus, mit Ausnahme von Exodus 28,23–28.
Die Septuaginta ist eine griechische Übersetzung des Alten Testaments und der Apokryphen. In „Griechische Handschriften der Bibel“, S. 60–61, ist ein Bild eines Fragments zu sehen, das als Rahlfs 803 (= Schriftrolle vom Toten Meer 7Q1) bezeichnet wird und Exodus 28,4–6 enthält; es stammt aus dem Jahr 100 v. Chr.
Die Samariter fertigten im zweiten Jahrhundert v. Chr. eine eigene Abschrift der Tora an, obwohl die frühesten erhaltenen samaritanischen Abschriften aus dem Mittelalter stammen. „Die Schriftrollen vom Toten Meer heute“, S. 125–126. In der „Enzyklopädie der Schriftrollen vom Toten Meer“, Band 1, S. 277, heißt es: „Der samaritanische Pentateuch neigt dazu, den Text zu erweitern, indem er häufig paralleles Material aus anderen Stellen des Pentateuchs einfügt.“
Eine syrische Übersetzung der Septuaginta wurde von Bischof Paulus von Tella (616–617 n. Chr.) angefertigt, die uns laut „Manuscripts of the Greek Bible“, S. 35 (Fußnote), bis heute erhalten geblieben ist.
F: Woher wissen wir im Buch Exodus – basierend auf dem jüdischen Schriftsteller Philo –, dass das, was wir haben, dem ursprünglich Geschriebenen entspricht?
A: Als Christen vertrauen wir darauf, dass das Alte Testament, das wir besitzen, das Alte Testament ist, das Christus bestätigt hat. Im Übrigen heißt es im Koran der Muslime in Sure 5,46, dass Jesus die Thora erhalten habe. Wir verfügen über frühe Handschriften aus der Zeit Christi, auf die die nächste Frage eingeht. Es gibt jedoch noch eine weitere Beweislinie. Philo von Alexandria war ein jüdischer Gelehrter, der von 15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr. lebte. Er schrieb auf Griechisch, doch es ist bemerkenswert, dass seine griechischen Zitate aus dem Alten Testament stärker mit dem hebräischen masoretischen Text übereinstimmen als mit der griechischen Septuaginta. Er ging sehr detailliert darauf ein, was verschiedene Verse bedeuten. Hier sind Verse aus dem Buch Exodus, auf die sich Philo bezog.
1:8, 9, 11, 15, 18, 20, 21; 2:1, 3, 6, 12, 15–16, 18, 21, 23, 25; 3:1–2, 4–6, 9, 14–15, 17; 4:3, 10, 12, 14, 22; 5:2; 6:3, 12, 16, 23, 26, 29; 7:1, 12, 15, 17, 23; 8:1, 9, 19, 26, 29; 10:20–23; 11:7; 12:2–4, 8, 11–12, 16, 23, 34, 38; 13:2, 11–13, 15, 19; 14:4, 7, 13–14, 19, 27, 30; 15:1, 4, 9, 17, 20, 23, 25, 27; 16:4, 6, 13, 15, 18, 36; 17:6, 11–12; 18:4,7,11,14,16,25; 19:6,17–20; 20:2,5,9,12–13,16,18–22; 21:5–6,10,12–16,22,26,28,31,33; 22:1,6–7,26; 23:1–5,8,10,13,18–20,28; 24:1,6,10–11,18; 25:1,22,30,31,33,40; 26:1; 27:9; 28:17, 30, 34, 36; 30:8, 13, 15, 34; 31:1–2, 39; 32:1, 7, 16–17, 20, 26, 27, 32; 33:5,7,12–13,17–18,23; 34:12,28; 35:22,30; 38:8; 39:3,26
F: Welche frühen Autoren bezogen sich auf das Buch Exodus?
A: Philo der Jude (15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr.) zitiert ausführlich aus dem Buch Exodus in „Über die Verwirrung der Sprachen“, „Wer ist der Erbe der göttlichen Dinge?“, „Vorstudien“ und anderen Werken.
Frühe kirchliche Autoren aus der vor-nikänischen Zeit bezogen sich ausführlich auf das Buch Exodus.
Clemens von Rom (96–98 n. Chr.) zitiert 2. Mose 2,14 in „1. Clemens“, Kap. 4, S. 6. Er zitiert 2. Mose 3,11 in „1. Clemens“, Kap. 18, S. 10.
Die Didache (= Lehre der zwölf Apostel) (ca. 60–120 n. Chr.) erörtert 2. Mose 20,13,14,15,16,17.
Der Barnabasbrief (ca. 70–130 n. Chr.) zitiert in Kapitel 12, Seite 145, 2. Mose 17,14.
Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.) schreibt: „Denn Mose sagt an einer Stelle im 2. Buch Mose“, und zitiert 2. Mose 6,2 ff. im „Dialog mit Trypho, dem Juden“, Kap. 126, S. 263
Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.) bezeichnet 2. Mose 3,2–4 als Schriftstelle in „Dialog mit Trypho, dem Juden“, Kap. 60, S. 227
Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.): „Denn die Heilige Schrift sagt dies:“, woraufhin Justin 2. Mose 3,2–4 zitiert. „Dialog mit Trypho, einem Juden“, Kap. 49, S. 220
Meleto/Melito von Sardes (170–180 n. Chr.): „Der Finger des Herrn – der Heilige Geist, durch dessen Wirken die Gesetzestafeln im Buch Exodus geschrieben worden sein sollen“; Fragment 9, S. 761
Melito von Sardes (170–177/180 n. Chr.): „Nachdem ich mich gründlich mit den Büchern des Alten Testaments vertraut gemacht habe, habe ich sie im Folgenden aufgeführt und sende Ihnen hiermit die Liste. Ihre Namen lauten wie folgt: – Die fünf Bücher Mose – Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium; Josua, Richter, Ruth, die vier Bücher der Könige, die beiden Chronikbücher, das Buch der Psalmen Davids, die Sprüche Salomos, auch Buch der Weisheit genannt, Kohelet, das Hohelied, Hiob, die Bücher der Propheten Jesaja, Jeremia, die zwölf Propheten, die in einem einzigen Buch enthalten sind, Daniel, Hesekiel, Esra.“ Aus dem „Buch der Auszüge“, S. 759
Theophilus von Antiochia (168–181/188 n. Chr.) zitiert 2. Mose 20,3; 23,6; 22,21 als Worte Gottes. Theophilus an Autolycus, Buch 3, Kap. 9, S. 114
Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) zitiert 2. Mose 3,7–8 als Worte Gottes. Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 4, Kap. 12.4, S. 476
Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.): „Er ist es auch, der Mose lehrt, als Lehrer zu wirken. Denn der Herr spricht: ‚Wenn jemand vor mir sündigt, werde ich ihn aus meinem Buch auslöschen; nun aber geh und führe dieses Volk an den Ort, den ich dir genannt habe.‘“ (2. Mose 32,33–34) „Der Lehrer“, Buch 1, Kap. 7, S. 224. Siehe auch „Der Lehrer“, Buch 1, Kap. 8, S. 218, wo er 2. Mose 3,8 als Schriftstelle bezeichnet.
Tertullian (198–220 n. Chr.) zitiert zunächst 2. Mose 3,17 und sagt dann: „Ebenso im selben Buch 2. Mose:“ und zitiert 2. Mose 20,2.22.23. „Scorpiace“, Kap. 2, Bd. 3, S. 634
Tertullian (204/205 n. Chr.) zitiert die Hälfte von 2. Mose 20,16. „Fünf Bücher gegen Marcion“, Buch 4, Kap. 12, S. 363
Hippolyt (222–235/6 n. Chr.) kritisiert Simons übermäßige Allegorisierung von Genesis und Exodus in „Widerlegung aller Häresien“, Buch 6, Kap. 10, S. 78, sowie Simons Allegorisierung von Levitikus, Numeri und Deuteronomium in Kap. 11, S. 78
Origenes (240 n. Chr.) bezieht sich auf das Buch Exodus, das Buch Levitikus und das Buch Numeri. Kommentar zum Hohelied Salomos, Prolog, S. 47
Origenes (225–254 n. Chr.) verfasste Kommentare zu „Römerbrief“, „Genesis“, „Exodus“, „Levitikus“, „Josua“, „1. Könige“, „Jeremia“ und „Lukas“
Novatian (250/4–256/7 n. Chr.): „Und obwohl die himmlische Schrift die göttliche Erscheinung oft in eine menschliche Gestalt verwandelt, wie wenn sie sagt“, und zitiert Psalm 34,15, „oder wenn sie sagt“, und zitiert Genesis 8,21, „oder wo Mose die Tafeln überreicht werden“, und zitiert Exodus 31,18. „oder wenn das Volk der Kinder Israels aus dem Land Ägypten befreit wird“ und zitiert Psalm 136,12, „oder wenn es heißt“, und zitiert Jesaja 1,20. Abhandlung über die Dreifaltigkeit, Kap. 6, S. 615.
Novatian (250/4–256/7 n. Chr.) zitiert 2. Mose 4,13 als von Mose stammend. Abhandlung über die Dreifaltigkeit, Kap. 9, S. 618
Abhandlung gegen Novatian (ca. 246–258 n. Chr.), Kap. 12, S. 660, zitiert 2. Mose 9,28.
Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.) zitiert aus dem 2. Buch Mose und gibt unter anderem in der Abhandlung 12, drittes Buch, 11, 13 und 113 an, dass es sich um eine Stelle aus dem 2. Buch Mose handele.
Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.) erwähnt das Buch Exodus in der „Abhandlung des Cyprian“, Abhandlung 12, zweites Buch, Kap. 15, S. 521
Gregor Thaumaturgos (240–265 n. Chr.): „Und im Buch Exodus heißt es, nicht nur in Bezug auf den Fall, dass man das Eigentum eines Freundes findet, sondern auch in Bezug auf das Eigentum eines Feindes: ‚Du sollst es gewiss wieder in das Haus seines Herrn zurückbringen.‘“ Kanonischer Brief, Kanon 4, S. 19
Dionysius von Alexandria (ca. 246–256 n. Chr.) spielt in seinem Brief 12 an die Alexandriner, S. 108, auf 2. Mose 12,30 an.
Anatolius von Alexandria (270–280 n. Chr.) „zwei Agathobuli, die den Beinamen ‚die Meister‘ trugen, und der angesehene Aristobulos, der zu den Siebzig gehörte, die die heiligen Schriften der Hebräer für Ptolemäus Philadelphos und dessen Vater übersetzten, und der seine exegetischen Werke über das Gesetz des Mose denselben Königen widmete. Diese Schriftsteller sagen bei der Klärung einiger Fragen, die im Zusammenhang mit dem Buch Exodus aufgeworfen werden, dass alle gleichermaßen“ – Osterkanon des Anatolius von Alexandria, Kap. 3, Bd. 6, S. 147
Adamantius (um 300 n. Chr.) zitiert das Buch Exodus 20,13–15,16. „Dialog über den wahren Glauben“, zweiter Teil, 15b, S. 94.
Victorinus von Petau (als Märtyrer gestorben 304 n. Chr.) zitiert die Hälfte von 2. Mose 24,8 als von Mose stammend. „Kommentar zur Apokalypse“, aus dem fünften Kapitel, Vers 5, S. 350.
Methodius von Olympus und Patara (270–311/312 n. Chr.) zitiert 2. Mose 30,1–9 mit den Worten: „Er [Gott] sagt“. „Das Festmahl der zehn Jungfrauen“, Rede 5, Kap. 7, S. 328
Athanasius (318 n. Chr.) zitiert aus Genesis 1,6–11.29; Exodus 20,3; Deuteronomium 6,4.5.13; Psalm 119,90; 146,7–9; 33,6 in „Gegen die Heiden“, Kap. 46, S. 28–29.
Laktanz (ca. 303–320/325 n. Chr.) spielt auf 2. Mose 23,20 an. „Die göttlichen Institutionen“, Buch 4, Kap. 10, S. 108
Nachnikänische Autoren, die sich auf 2. Mose bezogen
Eusebius von Caesarea (318–339/340 n. Chr.)
Aphrahat der Syrer (337–345 n. Chr.)
Hegemonius von Sirmium (4. Jahrhundert) bezieht sich in seiner Übersetzung von Archelaus (ca. 262–278 n. Chr.) auf Exodus 12,35 als von Mose stammend. „Disputation mit Manes“, Kap. 40, S. 214
Hilarius von Poitiers (355–367/368 n. Chr.)
Athanasius (367 n. Chr.) listet die Bücher des Alten Testaments im Osterbrief 39, Kap. 4, S. 552 auf.
Ephraim der Syrer (350–378 n. Chr.) verfasste Kommentare zu Genesis und Exodus. (Nicene and Post-Nicene Fathers, Zweite Reihe, Band 13, S. 125 [Einleitung])
Basilius von Kappadokien (357–378/379 n. Chr.) bezeichnet das Buch Exodus als Heilige Schrift.
Cyrill von Jerusalem (ca. 349–386 n. Chr.) erklärt in seiner „Vorlesung 13“, Kapitel 3, S. 82, dass 2. Mose 7,23 von Mose verfasst wurde.
Ambrosius von Mailand (370–390 n. Chr.)
Gregor von Nazianz (330–391 n. Chr.) spielt auf das Buch Exodus an
Pacian von Barcelona (342–379/392 n. Chr.) sagt, dass Gott zu Mose spricht, und zitiert 2. Mose 32,33. In: „Über die Büßer“, Kap. 5.1, S. 75
Gregor von Nyssa (ca. 356–397 n. Chr.)
Didymus der Blinde (398 n. Chr.) zitiert 2. Mose 7,13.22 als „Exodus“. Kommentar zu Sacharja 7, S. 147
Rufinus (374–406 n. Chr.)
Epiphanius von Salamis (360–403 n. Chr.) zitiert 2. Mose 1,7 als Schriftstelle. „Das Panarion“, Abschnitt 1, Kap. 8,4,5, S. 25
Johannes Chrysostomos (-407 n. Chr.) bezieht sich auf 2. Mose 17,12 als von Mose verfasst, Band 14, Kommentar zum Johannesevangelium, Predigt 14, S. 50
Orosius/Hosius von Braga (414–418 n. Chr.) spielt auf 2. Mose 6,23; 24,1; 3. Mose 10,1–2; 4. Mose 3,2.4; 1. Chronik 6,3 an. „Verteidigung gegen die Pelagianer“, Kap. 9, S. 125
Konzil von Karthago (393–419 n. Chr.)
Sulpicius Severus (363–420 n. Chr.) bezieht sich in seinem Werk „Exodus in der Geschichte“, Band 1, Kapitel 13, S. 77, auf 2. Mose 20,14
Hieronymus (373–420 n. Chr.) erörtert die Bücher des Alten Testaments. Er geht insbesondere auf Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium, die Tora, Hiob, Jesus, den Sohn Naves [Josua], Richter, Ruth, Samuel, Könige (2 Bücher), die zwölf Propheten, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja, Maleachi, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Ester, Esra, Nehemia, Brief 53, Kap. 7–8, S. 99–101.
Augustinus von Hippo (338–430 n. Chr.) verfasste einen vollständigen Kommentar zur Genesis sowie einen Kommentar zum Buch Exodus.
Johannes Cassian (Semi-Pelagianer) (319–430 n. Chr.)
Unter den Häretikern
Die Ebioniten zitieren einen Teil aus 2. Mose 33,20 als „das Gesetz“. „Die Erkennungen des Clemens“, Kap. 29, S. 122
Der pelagianische Ketzer Theodor von Mopsuestia (392–423/429 n. Chr.) zitiert 2. Mose 32,4. Kommentar zu Hosea, Kap. 2, S. 45
F: Was steht im „parallelen Pentateuch“ (Schriftrolle vom Toten Meer 4Q158) im Buch Exodus?
A: Hier ist ein kleiner Auszug daraus. Die Schriftstellen, auf die Bezug genommen wird, sind kursiv gedruckt. Die Übersetzung stammt aus „The Dead Sea Scrolls Study Edition“, Band 2, S. 307.
„Ex 20,12–17: Euren [Vater] und eure Mutter [damit eure Tage auf dem Land, das JHWH, euer Gott, euch gibt, verlängert werden. Ihr sollt nicht töten. Ihr sollt keinen Ehebruch begehen. Ihr sollt nicht rauben. Ihr sollt keine] falsche Aussage [gegen] euren [Nächsten] machen. Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren [oder sein Haus, oder seinen Knecht, oder seine Magd, oder seinen Esel, oder irgendetwas, was deinem Nächsten gehört]. Und YHWH sprach zu Mose: Dtn 5,30–31: Geh und sage ihnen: Kehrt zurück zu [eure Zelte zurück! Ihr aber bleibt hier bei mir, denn ich werde euch alle Gebote, die Gesetze] und die Rechtsvorschriften erklären, die ihr sie lehren sollt, damit sie (sie) in dem Land tun, das [ich ihnen gebe, damit sie es in Besitz nehmen können…] Und das Volk kehrte zurück, jeder Mann in sein Zelt. Mose aber blieb in der Gegenwart [JHWHs…].“
F: Welche Übersetzungsunterschiede gibt es im Buch Exodus zwischen dem hebräischen Originaltext und der griechischen Septuaginta?
A: Hier sind einige davon aus den 1.213 Versen des Buches Exodus. Um einen Eindruck von den Abweichungen zwischen dem masoretischen Text und der Septuaginta zu vermitteln, konzentriert sich die folgende Darstellung auf Kapitel 30. Sofern nicht anders angegeben, ist der erste Satz der masoretische Text (MT) und der zweite die Septuaginta (LXX).
Ex 1,5 „Und alle Seelen, die aus den Lenden Jakobs hervorgingen, waren siebzig Seelen, da Josef in Ägypten war.“ (MT) vs. „Josef aber war in Ägypten. Und alle Seelen, die aus Jakob geboren wurden, waren fünfundsiebzig.“ (Septuaginta) Auch die Schriftrollen vom Toten Meer sprechen von 75 Nachkommen. In Apg 7,14 sprach Stephanus von 75 Nachkommen.
Ex 1,22 „geboren“ vs. „den Hebräern geboren“ (samaritanischer Pentateuch, Septuaginta und Targume)
Ex 2,25 „[Gott] wusste von ihnen/sorgte sich um sie“ vs. „[Gott] offenbarte sich ihnen“ (Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, besagt, dass die Septuaginta hier einen Fehler enthält.)
Ex 3,6: „Ich bin der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzusehen.“ (MT) vs. „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs; und Mose wandte sein Gesicht ab, denn er fürchtete sich, Gott anzustarren.“ (Septuaginta) im Vergleich zu: „Ich bin der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Mose zitterte vor Furcht und wagte es nicht, hinzuschauen“ (Samaritanischer Pentateuch, Apg 7,32)
Ex 3,19 „Geht, es sei denn, ihr werdet durch eine mächtige Hand dazu gezwungen“ vs. „Geht, nein, nicht durch eine mächtige Hand“ (Septuaginta, Vulgata)
Ex 4,22 „mein erstgeborener Sohn“ vs. „mein eigenes Volk“ (samaritanischer Pentateuch)
Ex 8,22 „trennen/anders behandeln“ vs. „auf wunderbare Weise unterscheiden“ (Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 356, heißt es, die Übersetzer der Septuaginta hätten das hebräische Wort an dieser Stelle missverstanden)
Ex 8,32 „über Ihr Volk“ vs. „von Ihrem Volk“ (Septuaginta)
Ex 8,23 „einen Unterschied machen“ vs. „Erlösung/Befreiung gewähren“ in der Septuaginta und der Vulgata.
Ex 9,32 Ein hebräisches Wort für die zweite Getreideart, wahrscheinlich „Emmer“ vs. „Roggen“ in der Septuaginta, vs. „Kräuter“ in der koptischen Fassung. (Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, heißt es, dass die Getreideart Emmer in ägyptischen Gräbern gefunden wurde, während die Getreideart Dinkel dort nicht vorkommt.)
Ex 12,22 „Schüssel“ im Gegensatz zu „Schwelle“
Ex 12,40 „Die Kinder Israels wohnten in Ägypten“ (MT, Schriftrolle vom Toten Meer 2Q2 (=2QExod(a)), Apg 7,6; Gen 15,13) im Vergleich zu „Die Kinder Israels wohnten in Ägypten und Kanaan“ (Septuaginta) im Vergleich zu „Die Kinder Israels und ihre Väter wohnten in Ägypten und Kanaan“ (samaritanischer Pentateuch). Josephus, der um 93–94 n. Chr. in „Antiquitates Judaicae“ 2.15.2 schrieb, berichtet ebenfalls, dass sie 215 Jahre in Ägypten waren, was mit dem samaritanischen Pentateuch und der Septuaginta übereinstimmt. Josephus gab an, dass dies 430 Jahre nach Abrahams Ankunft in Kanaan geschah. Weitere Informationen zu 2Q2 finden Sie unter http://dssenglishbible.com/scroll2Q2.htm.
Ex 14,25 „weggenommen“ vs. „verstopft/blockiert“ (Samaritaner, Septuaginta, Syrisch)
Ex 15,8 „Atem aus deinen Nasenlöchern“ vs. „Atem von dir“ (samaritanischer Pentateuch)
Ex 18,5 „Brot essen“ (MT, Septuaginta) vs. „Brot darbringen“ (Syrisch, Targume, Vulgata)
Ex 18,12 „brachten“ (MT, Septuaginta) vs. „darboten“ (Syrisch, Targum und Vulgata) Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 413–414, besagt, dass „brachten“ das richtige Wort ist und „darboten“ lediglich eine Interpretation darstellte.
Ex 19,18 „der ganze Berg“ im Gegensatz zu „das ganze Volk“ in einigen hebräischen Handschriften und der Septuaginta.
Ex 20,12 „…deine Mutter, damit du lange lebst“ (MT) im Gegensatz zu „…deine Mutter, damit es dir gut geht und du lange in dem guten Land lebst“ (Septuaginta). In Deuteronomium 5,16 heißt es: „…deine Mutter, damit du lange lebst und es dir in dem Land gut geht“
Auf Ex 20,17 folgen unmittelbar Dtn 11,29–30 und 27,2b–3a,4–7, in denen die Israeliten im samaritanischen Pentateuch angewiesen werden, den Tempel auf dem Berg Gerizim zu errichten.
Ex 20,18: Im Nash-Papyrus sind das sechste und das siebte Gebot vertauscht.
Ex 20,24 „an dem Ort, an dem ich meinen Namen“ vs. „an jedem Ort, an dem ich meinen Namen“ (samaritanischer Pentateuch)
Ex 22,8 „Der Hausherr soll vor Elohim erscheinen“ gegenüber „Der Hausherr soll vor El erscheinen“ (samaritanischer Pentateuch) (The Anchor Bible Dictionary, Band 5, S. 938. Dort heißt es, der samaritanische Pentateuch „vermeidet jeden Anschein von Polytheismus: So werden beispielsweise die Pluralprädikate mit ‚Elohim‘ im masoretischen Text (Gen 20,13; 31,53; 35,7; Ex 22,8) in den Singular geändert.“) (In der griechischen Septuaginta lautet es „Theon“)
Ex 23,20: „Siehe, ich werde einen Engel vor dir her senden, der dich auf dem Weg behüte und dich an den Ort bringe, den ich vorbereitet habe.“ im Vergleich zu: „Und siehe, ich sende meinen Engel vor dein Angesicht, damit er dich in das Land bringe, das ich für dich vorbereitet habe.“
Ex 23,21 „Seid achtsam vor ihm und hört auf seine Stimme. Seid nicht widerspenstig gegen ihn, denn er wird eure Übertretungen nicht vergeben; denn mein Name ist in ihm.“ im Vergleich zu „Nehmt euch in Acht und hört auf ihn, und gehorcht ihm; denn er wird euch nicht nachgeben, denn mein Name ist auf ihm.“
Ex 23,25 „Er [Gott] wird segnen“ vs. „Ich werde segnen“ (Septuaginta, Vulgata)
Ex 24,10 „Und sie sahen den Gott Israels. … Klarheit“ vs. „Und sie sahen den Ort, an dem der Gott Israels stand … Reinheit“
Ex 24,11 „Er streckte seine Hand nicht nach den Vornehmen der Söhne Israels aus. Und sie sahen Gott“ vs. „Es fehlte nicht einmal einer, und sie erschienen an der Stätte Gottes“
Ex 28,23–28 ist im hebräischen masoretischen Text und in der Complutensischen Septuaginta enthalten. Die Schriftrolle vom Toten Meer 4Q22 (= 4QPaleoExodus(m)) enthält Fragmente von 28,22–24, 26–28, 30–43. Fehlt in den Versionen der Septuaginta „Vaticanus“ und „Alexandrinus“.
Ex 29,9 „auf Aaron und seine Söhne“ im Gegensatz zu „auf sie“ in der Septuaginta.
Ex 30,1: „Ein Altar, ein Ort zum Verbrennen von Weihrauch“ im Gegensatz zu „ein Weihrauchaltar“ in der Septuaginta.
Ex 30,1: „Akazienholz“ im Gegensatz zu „unverwesliches Holz“ in der Septuaginta.
Ex 30,6: „[der Altar] vor dem Vorhang“ (MT, Septuaginta) im Vergleich zu „[der Altar] hinter dem Vorhang“ (samaritanischer Pentateuch)
Ex 30,12 „Vernichtung“ im Gegensatz zu „Pest“ in der Septuaginta
Ex 30,21 „Füße, damit sie nicht sterben“ im Vergleich zu „Füße mit Wasser; wann immer sie in die Stiftshütte des Zeugnisses gehen, sollen sie sich mit Wasser waschen, damit sie nicht sterben.“ (Möglicherweise hat der Übersetzer der Septuaginta versehentlich einen Teil einer Zeile wiederholt.)
Ex 30,27.28 Die Septuaginta fügte viermal „und all seine Geräte“ hinzu
Ex 30,35 „gesalzen, rein und heilig“ vs. „ein reines und heiliges Werk“ in der Septuaginta
Ex 31,4–5 „Bronze und das Bearbeiten von Edelsteinen für die Fassungen“ im Gegensatz zu „Messing und Blau, Purpur und gesponnenes Scharlachrot sowie Arbeiten mit Edelsteinen“
Ex 32,29 „Weiht euch heute“ im Vergleich zu „Heute habt ihr euch geweiht“ (Griechisch, Vulgata)
Ex 33,16 „sind ausgezeichnet“ vs. „sollen verherrlicht werden“ (Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 2, S. 356, besagt, dass die Übersetzer der Septuaginta das hebräische Wort an dieser Stelle missverstanden haben)
Literaturverzeichnis zu dieser Frage: Die hebräische Übersetzung stammt aus Jay P. Greens „Literal Translation“, und die Wiedergabe der Septuaginta stammt aus Sir Lancelot C. L. Brentons Übersetzung von „The Septuagint: Greek and English“. Außerdem wurden der „Expositor’s Bible Commentary“, das „Anchor Bible Dictionary“, Band 5, sowie die Fußnoten in den Bibelausgaben NASB, NIV, NKJV und NRSV herangezogen.