< Bibelfrage aus 1. Samuel

F: Was ist der Kerngedanke dieser Bücher in 1. Samuel?

A: 1. und 2. Samuel umfassen den Zeitraum von zwei Jahrhunderten vom Ende des Buches Richter bis zur Thronbesteigung Davids. Das vorherrschende Thema ist Gottes Souveränität und die von Gott übertragene Königsherrschaft, die von den Menschen sowohl missbräuchlich ausgeübt als auch zu Recht erwartet wird.

F: Warum werden 1. und 2. Samuel manchmal als 1. und 2. Könige bezeichnet?

A: Hier ein kurzer historischer Überblick über die Aufteilung und die Bezeichnungen der Samuelbücher. Im alten hebräischen Text bildeten das 1. und 2. Buch Samuel ein einziges Buch mit dem Titel „Samuel“, und das 1. und 2. Buch der Könige bildeten ein einziges Buch mit dem Titel „Könige“. Den masoretischen Anmerkungen zufolge umfasste „Samuel“ 1.506 Verse, wobei 1. Samuel 28,24 den mittleren Vers darstellte. Da das Buch jedoch so umfangreich war, wurde es in der Septuaginta in zwei Bücher aufgeteilt. Auch in modernen jüdischen Bibeln ist diese Aufteilung beibehalten worden. In der Septuaginta wurden sie als 1. und 2. Könige bezeichnet, während die uns als 1. und 2. Könige bekannten Bücher dort als 3. und 4. Könige bezeichnet wurden. Zusammen wurden sie als „Bücher der Königreiche“ bezeichnet. Als Hieronymus die Bibel ins Lateinische übersetzte, behielten wir dieselben Bezeichnungen bei und nannten sie gemeinsam „Bücher der Könige“.

F: Wie sieht der Aufbau des 1. Buches Samuel im Überblick aus?

A: Dieses Buch ist chronologisch gegliedert, enthält jedoch viele sich überschneidende Teile. Aus diesem Grund gehen die Meinungen der Exegeten hinsichtlich der Abschnitte und Unterabschnitte stark auseinander. Hier folgt ein grober Überblick.

1-3 Eli und Samuel: Elis Söhne vs. Elis Schüler

- 1-2,11: Hanna

- 2:12-31 Eli und seine gottlosen Söhne

- 3: Samuels Berufung

4-6 Eli und die Lade: Achtet Gottes Heiligkeit, sonst …

- 4 Die Lade wird missbraucht und erbeutet

- 5 Die Kraft der Lade

- 6 Die Heiligkeit Gottes nicht antasten

7-15 Samuel und Saul: vom Richter zum König

- 7 Samuel, der Richter

- 8 Das Volk fordert einen König

- 9-10 Saul wird zum König gesalbt

- 11-12 Die Siege Sauls

- 13-14 Sauls Niedergang

- 15 Gott verwirft Saul

16-20 David im Dienst Sauls: Wie man ein zukünftiger König wird

16:1-13 Samuel salbt David

16:14-18:30 David dient Saul

- 19-20 Die Freundschaft zwischen David und Jonathan

21-31 David flieht vor Saul: In gefährlichen Zeiten auf den Herrn vertrauen

- 21-26 David auf der Flucht

- 27-30 David unter den Philistern

- 31 Der Tod Sauls

F: Was ist in 1. Sam. 1,1 das Besondere am Namen „Elkana“?

A: Der Name „Elkanah“ bedeutet „Gott schafft“. Es handelte sich offenbar nicht um einen ungewöhnlichen Namen; es wurde ein Siegel mit diesem Namen und der Abbildung eines Steinbocks gefunden. Es handelt sich jedoch mit ziemlicher Sicherheit nicht um denselben Elkanah. Dieser Name taucht auch in 1. Chronik 15,18.21 als Name eines Tempelmusikers auf.

F: Woher stammte Samuel in 1. Sam. 1,1?

A: Das Bergland war auch als „Rama“ (was „die Höhe“ bedeutet) bekannt, und „Ramathaim“ bedeutete „doppelte Höhe“ oder „zwei Höhen“. Es lag 15 Meilen nördlich von Jerusalem, knapp innerhalb des Stammes Ephraim und unmittelbar nördlich von Benjamin. Silo befand sich 15 bis 20 Meilen weiter nördlich. Eusebius von Caesarea sagt, dies sei das spätere Arimathäa gewesen. Man konnte an einem Tag problemlos 20 Meilen zu Fuß zurücklegen, einschließlich Pausen zum Essen und Ausruhen.

Unter Gelehrten herrscht Uneinigkeit darüber, ob dieses Dorf mit dem Ramah aus Josua 18,21.25 identisch war, da dieses in Benjamin lag, während sich das hier beschriebene im Gebiet von Ephraim unmittelbar nördlich der Grenze zu Benjamin befand. Es ist möglich, dass beide Orte aneinander grenzten.

F: Stammte Samuels Vater in 1. Sam. 1,1 aus dem Bergland von Ephraim, oder war er ein Levit, wie es in 1. Chron. 6,16-30.33 heißt?

A: Beides ist richtig. Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

1. Elkana stammte von Levi ab. Die Leviten hatten kein eigenes Gebiet, sondern waren unter den anderen Stämmen verstreut.

2. Elkanah war ein Levit, der im Bergland des Stammes Ephraim lebte, knapp nördlich der Grenze zu Benjamin.

Für die meisten Atheisten dürfte dies kein Problem darstellen, da selbst der Skeptiker Isaac Asimov in seinem Werk „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 269-270) im Grunde dieselbe Antwort gibt.

Allerdings gibt es hier noch ein weiteres Problem. Samuels Abstammung ging zwar auf Levi zurück, jedoch nicht auf Aaron, und die Priester sollten eigentlich aus dem Geschlecht Aarons stammen. Entweder wurde Samuel von Eli als „Adoptivsohn“ betrachtet, was auf Samuels prophetische Berufung zurückzuführen war, oder es handelte sich hier um eine Unregelmäßigkeit.

F: Befürwortet 1. Sam. 1,2 die Polygamie?

A: Nein. In alttestamentlicher Zeit wurde die Polygamie zwar toleriert und geduldet, aber nicht befürwortet. Im Neuen Testament hingegen kann ein Mann kein Ältester in der Gemeinde sein, es sei denn, er ist der Ehemann nur einer einzigen Frau. Christen sagen nicht, dass Polygamie falsch war, insbesondere im Alten Testament, sondern dass sie nicht Gottes vollkommener Wille ist.

Ebenso erlaubte Gott die Scheidung im Alten Testament nur, weil die Herzen der Menschen laut Jesus in Matthäus 19,7-9 verhärtet waren. Dass Gott etwas zulässt, bedeutet also nicht zwangsläufig, dass Gott es gutheißt.

F: Warum hat Gott in 1. Sam. 1,2; Gen. 16,2; 25,1; 29,23-24; 28-29; 2. Sam. 20,3 usw. die Polygamie (mehrere Ehefrauen) für Abraham, Jakob, David und andere zugelassen?

A: Bei der Beantwortung sind fünf Punkte zu berücksichtigen.

1. Die Polygamie war niemals Gottes vollkommener Wille, wie aus der Schöpfung von Adam und Eva hervorgeht. Er sagte, die beiden (nicht viele) sollen ein Fleisch werden.

2. Gott ließ im Alten Testament viele Dinge zu, wie beispielsweise die Scheidung (Matthäus 5,31-32; Markus 10,2-12), da die Herzen der Menschen verhärtet waren.

3. Bei manchen Dingen, wie beispielsweise der Polygamie und unüberlegten Gelübden, überließ Gott es den Menschen selbst zu erkennen, dass sie nicht gut waren.

4. Selbst in alttestamentlicher Zeit war die Polygamie nicht unbedingt die Norm. Bis zur Zeit Salomos gab es im Alten Testament nur fünfzehn Beispiele für Polygamie. Danach gab es nur noch vier oder fünf.

5. Seit der Zeit des Paulus bis heute sollten gottesfürchtige Älteste und Diakone nicht mehr als eine Ehefrau haben (1. Timotheus 3,2.12; Titus 1,6).

F: Wurde in 1. Sam. 1,4-5 die Geschichte der kinderlosen Frau, ihres Mannes und ihres nasiräischen Sohnes „eher unpassenderweise in das Buch der Richter eingefügt, um Samsons langes Haar auf nicht-mythologische Weise zu erklären“, wie es der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 270 vermutet?

A: Nein, dafür gibt es keine Belege. Wenn Asimov sagt: „Es könnte sein“, und er keine Argumente für seine Ansicht vorbringt, handelt es sich oft lediglich um eine Spekulation.

Die Gelübde eines Nasiräers gehen auf 4. Mose 6,1-21 zurück. Beachten Sie hier Asimovs skeptische Vorgehensweise. Da zwei Fakten übereinstimmen - beide Frauen waren kinderlos und beide Söhne waren Nasiräer -, reichen diese beiden gemeinsamen Fakten allein bereits aus, damit Asimov vermutet, dass eine Geschichte von der anderen kopiert wurde. Beachten Sie jedoch vier Unterschiede: Samsons Mutter war die einzige betroffene Ehefrau, während Samuels Frau von ihrer Rivalin gequält wurde. Gott verlieh Simson große Kraft, die ihm erhalten blieb, bis er sich die Haare schnitt, während wir keinen Grund haben anzunehmen, dass Samuel besonders stark war. Simson führte ein zügelloses Leben, während Samuel gehorsam war. Samuel war ein Prophet, der zwei Könige salbte, während Simson nichts dergleichen tat. Wir könnten noch viele weitere Unterschiede aufzählen, doch der springende Punkt ist, dass all diese Unterschiede für einen Skeptiker irrelevant erscheinen, der behaupten möchte, eine Geschichte sei von der anderen kopiert worden, um den Brauch der Nasiräer zu erklären, obwohl dieser bereits Jahrhunderte zuvor in 4. Mose 6 erläutert wurde.

F: Warum hat Gott in 1. Sam. 1,5 den Schoß von Hanna, einer gottesfürchtigen Frau, absichtlich verschlossen?

A: Unabhängig davon, ob Gott ihren Schoß absichtlich verschloss oder lediglich zuließ, dass ein natürlicher Zustand fortbestand, kann Gott auch enttäuschende Ereignisse in unserem Leben zu Seiner Ehre nutzen. Als Hanna ihre Kinderlosigkeit im Gebet Gott übergab, schenkte Gott ihr Samuel, der einen so bedeutenden Einfluss auf das gesamte Volk hatte. Wo wäre David ohne Samuel? Doch wo wäre Samuel ohne Hanna und ihre Gebete?

F: Hat Gott in 1. Sam. 1,5.19-20 den Mutterleib vielleicht verschlossen, weil Er nichts Besseres zu tun hatte? (Ein Muslim hat dies behauptet.)

A: Nein. Manchmal verschließt Gott einen Mutterleib oder vereitelt ein Vorhaben, um ein höheres Ziel zu erreichen. Diese Haltung ist respektlos gegenüber Gott.

Ich bin etwas überrascht, dass ein Muslim dieses Argument vorbringt, denn genau diese Art von Argumentation wurde zu Mohammeds Zeiten auf Mohammed selbst angewendet. Er hatte keine überlebenden Söhne, und tatsächlich überlebte außer seiner Tochter Fatima kein Kind bis ins Erwachsenenalter. Laut al-Tabari heiratete Mohammed al-Shanba bint ‘Amr al-Ghifariyyah; ihr Volk gehörte zu den Verbündeten der Banu Qurayza. Als Ibrahim starb, sagte sie, wenn er ein wahrer Prophet wäre, wäre sein Sohn nicht gestorben. Mohammed ließ sich von ihr scheiden, bevor er die Ehe mit ihr vollzogen hatte. al-Tabari, Band 9, S. 136. Nun sehen Christen in Mohammeds Unfähigkeit, weitere Kinder zu zeugen, keinen Grund zu der Behauptung, er sei ein falscher Prophet gewesen.

Wenn jedoch ein Muslim dem Gott der Bibel vorwirft, Hannas Schoß verschlossen zu haben, als Zeichen dafür, dass der Gott der Bibel böse sei oder nichts Besseres zu tun habe, dann ist dies so, als würde man sagen, Allah habe Mohammeds einzigen Sohn getötet, weil er nichts Besseres zu tun hatte.

F: Wie sollten Sie in 1. Sam. 1,6-7.16 reagieren (wenn überhaupt), wenn jemand Sie verspottet oder provoziert?

A: Im Hebräischen heißt es wörtlich, dass Peninna Hannah „anbrüllte“, und Hannah sagte in 1. Samuel 2,11, dass Gott sie „anbrüllen“ würde. Provokation, Spott und beißender Hohn können wie Donner wirken, auch wenn die andere Person nicht laut spricht. Vier Punkte zur Antwort.

1) Als Christen müssen wir uns fragen: „Ist es das, was Gott von uns erwartet, dass wir sagen?“, wenn wir im Begriff sind, jemanden zu verspotten oder zu provozieren. Allerdings sündigen manchmal sogar Christen und verspotten oder provozieren andere.

2) Die Bibel gebietet uns, niemals Rache zu üben. Wir sollen unsere Nächsten lieben, selbst jene, die nicht leicht zu lieben sind. Doch Gott übt Rache und richtet. Es ist interessant, dass der gebräuchliche Titel Gottes „Herr der Heerscharen“ sowohl „Herr über alles“ als auch „Herr der Heere“ bedeuten kann. Doch das ist nicht das hier verwendete Wort. Das hier verwendete Wort kann nur „Herr der Heere“ bedeuten.

3) Sie sollten nicht so auffällig reagieren, dass Sie die anderen dazu ermutigen, ihr Verhalten noch zu verstärken. Bitten Sie sie, damit aufzuhören. Wenn das nicht funktioniert, gibt es vielleicht jemanden anderen, wie beispielsweise einen Lehrer in der Schule oder die Personalabteilung am Arbeitsplatz, der sie dazu auffordern kann, damit aufzuhören. Reagieren Sie nicht impulsiv, sondern überlegen Sie sich Ihre Antwort.

4) Auch wenn die beiden vorangegangenen Punkte leicht gesagt sind, ist es schwer, sie umzusetzen, wenn in Ihnen Groll oder Bitterkeit wachsen. Übergeben Sie es Gott und denken Sie daran, wem Sie gehören. Ihm zu gefallen ist alles, was zählt. Wir sollten bereit sein, zu leiden - nicht nur körperliche Verfolgung, sondern auch Schmähungen und Schande um Jesu willen.

F: Warum gibt es in 1. Sam. 1,6-7.13 Rivalitäten zwischen Menschen?

A: Rivalitäten zwischen Gymnasien, Hochschulen oder Sportmannschaften sind in der Regel nicht ernst zu nehmen (es sei denn, es kommt zu Handgreiflichkeiten). Dennoch lehren sie die Menschen - wenn auch nicht auf ernste Weise -, Rivalitäten zu pflegen, und Gläubige sollen keine Rivalitäten hegen. Neben Peninna und Hanna gab es Rivalitäten zwischen Hagar und Sara in 1. Mose 16,4; 21,9, zwischen Lea und Rahel in 1. Mose 30,1-24, zwischen Kain und Abel in 1. Mose 4,8, zwischen Josef und seinen Brüdern in 1. Mose 37,4.11, zwischen Aaron und Mirjam gegen Mose in 4. Mose 12,1-8, Korachs Auflehnung in 4. Mose 16,1-40, zwischen den Ephraimitern und Gideon in Richter 8,1-3 sowie bei Diotrephes in 3. Johannes 9-10. Tatsächlich lässt sich ein Großteil der Menschheitsgeschichte nach der Bibel als bloße Frucht von Neid und Rivalität betrachten (zumindest wenn man Macht, Selbstsucht, Begierde und Angst außer Acht lässt). Möglicherweise war es der Neid, der dazu führte, dass Jesu Familie und die Menschen in seiner Heimatstadt ihn nicht annahmen, während er auf dieser Erde wandelte.

Christen sollen weder Rivalität noch Neid hegen, wie es in Römer 1,29; 1. Korinther 13,4; 2. Korinther 12,20; Galater 5,20-21.26; 1. Timotheus 6,4; Titus 3,3 und 1. Petrus 2,1 gelehrt wird. Dennoch sind Rivalität und Neid bei Nichtgläubigen häufig anzutreffen, und selbst Gläubige können davon betroffen sein, wenn sie vergessen, dass sie durch das Blut Christi gereinigt wurden und nun neue Geschöpfe sind. Selbst die Jünger Jesu hatten untereinander gewisse Rivalitäten.

Um die Worte eines berühmten CEOs frei wiederzugeben: Es reicht nicht aus, dass unser Unternehmen erfolgreich ist; die anderen müssen scheitern. Ist diese Haltung selbstzerstörerisch oder funktioniert sie? Innerlich ist sie selbstzerstörerisch, doch in den Augen der Welt funktioniert sie oft. Die Person, die dies gesagt hat, ist derzeit reicher als Elon Musk. Doch Christen müssen dem Weg Gottes folgen und dürfen nicht auf den Weg der Welt abbiegen.

Ein Gegenmittel gegen Neid und Rivalität ist Philipper 2,3-4. Wenn jemand anderes Erfolg hat, freuen Sie sich dann aufrichtig für ihn?

F: Warum fragt Elkana in 1. Sam. 1,8 Hanna nach ihrem Herzen?

A: Dies wird oft mit „Warum ist Ihr Herz traurig?“ oder „Warum sind Sie unglücklich?“ übersetzt. Es könnte aber auch bedeuten: „Warum ist Ihr Herz zornig?“ oder „Warum sind Sie verbittert oder nachtragend?“ So oder so - Elkana bemerkte, dass mit Hanna etwas nicht stimmte, und er wollte dies zur Sprache bringen.

F: War Hanna in 1. Sam. 1,8.18 magersüchtig?

A: Magersucht ist eine psychische Erkrankung, bei der jemand - häufig eine Frau - das Gefühl hat, zu dick zu sein, und sich im Grunde selbst hungern lässt.

Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass Hanna an Magersucht litt. Zwar kann Magersucht vorübergehende Unfruchtbarkeit verursachen, doch bedeutet das gelegentliche Auslassen einer Mahlzeit nicht, dass sie gefährlich untergewichtig war, zumal ihr in 1. Samuel 1,6 doppelte Portionen serviert wurden.

F: Warum sollte Gott in 1. Samuel 1,8.10 zulassen, dass eines seiner treuen Kinder verbittert wird?

A: Sie haben diese Entscheidung selbst getroffen; Gott macht niemanden bitter. Vielmehr ist Bitterkeit eine gewählte Haltung, mit der man auf schwierige Situationen reagiert. Hanna ist ein Beispiel für Glauben inmitten von Herzschmerz und für das Vertrauen auf Gott in Zeiten der Entmutigung, vermischt mit einem gewissen Groll.

Zwei weitere Personen, von denen die Bibel berichtet, dass sie eine Zeit lang verbittert waren, sind Noomi und Hiskia. In Sprüche 4,23 werden wir aufgefordert, unser Herz zu bewahren, denn es ist die Quelle des Lebens.

F: Hätte Hanna in 1. Samuel 1,11 mit Gott verhandeln sollen?

A: Die Heilige Schrift berichtet von keiner Zurechtweisung, und die nachfolgenden Ereignisse zeigten, dass Gott ihr Gebet um Samuel erhörte und ihr neben Samuel noch weitere Kinder schenkte. Auch wenn weder Hanna noch Christen heute Gott als einen Gegner in einer Verhandlungsrunde betrachten, ist es in Ordnung, offen mit Gott zu sprechen und ihm ein Versprechen zu geben, falls er ein Gebet erhört.

Als Hanna Samuel abgab, konnte sie ihn weiterhin besuchen, und sie nähte ihm jedes Jahr Kleidung, wie es in 1. Samuel 2,19 heißt. In Silo fanden dreimal im Jahr Festtage statt. Als Hanna dieses Gelübde ablegte, hätte ihr Ehemann es gemäß 4. Mose 30,6-15 für ungültig erklären können. Elkana war jedoch offenbar mit ihr einverstanden, da er dies nicht tat.

Leviten wie Samuel waren verpflichtet, im Heiligtum im Rahmen einer Rotation vom fünfundzwanzigsten bis zu ihrem fünfzigsten Lebensjahr zu dienen (4. Mose 8,24-25), doch Samuel würde sein ganzes Leben lang dienen.

F: Welche Bedeutung hätte es in 1. Sam. 1,11, dass kein Rasiermesser an den Kopf ihres Sohnes kommen sollte?

A: Dies bedeutet, dass er von Geburt an ein Nasiräer sein würde. Lesen Sie 4. Mose 6,1-14, um die Vorschriften bezüglich der Nasiräer zu erfahren.

F: Warum glaubte Eli in 1. Sam. 1,12-14, dass Hanna betrunken sei?

A: Hanna bewegte ihren Mund, doch es kamen keine hörbaren Worte heraus. Ein Betrunkener könnte dies tun, doch in diesem Fall betete Hanna zu Gott. Anstatt sich zu viele Getränke einzuflößen, schüttete Hanna Gott ihr Herz aus.

Möglicherweise war es das erste Mal, dass Eli jemanden am Altar sah, der betrunken zu sein schien. Es ist ein trauriges Zeugnis für das geistliche Leben jener Zeit, dass Eli davon ausging, eine Person, die sich so verhielt, sei betrunken, bevor er in Betracht zog, dass sie im Gebet rang.

F: Was wissen wir aus 1. Sam. 1,15 über starke Getränke zu jener Zeit?

A: Das hebräische Wort für starkes Getränk, „sekar“, stammt vom früheren akkadischen Wort „sikaru“ ab. Meistens bezeichnete es Bier, obwohl es aus allem hergestellt werden konnte, was gärt - mit Ausnahme von Trauben, für die das Wort „Wein“ verwendet wird. Ein altes sumerisches Rezept zur Herstellung von Bier wurde entdeckt, und eine Brauerei stellte aus einer Laune heraus eine Sondercharge Bier nach diesem Rezept her. Diejenigen, die es probierten, sagten, es habe wirklich schlecht geschmeckt.

F: Wer war Belial in 1. Sam. 1,16; 1. Sam. 2,12; 1. Sam. 10,27; 1. Sam. 25,17.25; 1. Sam. 30,22 und 1. Kön. 21,10?

A: Es handelte sich hierbei um eine Redewendung, ähnlich wie wenn Jesus jemanden als „Sohn des Teufels“ bezeichnete. Man könnte die Bedeutung zwar als „Verworfener“ interpretieren, doch wahrscheinlich bedeutet dies einfach, dass es sich zu jener Zeit um Menschen handelte, die Böses taten. Im „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 214) heißt es, dass dieser Begriff entweder „Sohn der Bosheit“ oder aber „nutzloser Taugenichts“ bedeuten könne. Auch der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 204) führt aus, dass „Belial“ wörtlich „nicht gewinnbringend“ bedeute, also wertlos oder leer.

F: Wie schwer muss es für Hanna in 1. Sam. 1,24-28 gewesen sein, ihren erstgeborenen Sohn dem Herrn zu übergeben?

A: Hanna hatte ihre Entscheidung bereits getroffen. Samuel war der Beweis, der den Sticheleien der Peninna ein Ende setzen sollte. Nachdem Gott ihr den lebendigen Beweis gegeben hatte, dass sie von Gott geliebt und angenommen wurde, musste sie ihn nun im Grunde genommen zur Adoption an Eli abgeben. In diesem Moment wusste sie nicht, ob sie jemals wieder ein Kind bekommen würde oder nicht. In 1. Samuel 1,20 heißt es, dass Eli regelmäßig dafür betete, dass Elkana und Hanna weitere Kinder bekommen würden, und 1. Samuel 2,21 berichtet uns, dass Gott Hanna später drei Söhne und zwei Töchter schenkte.

Außerdem: Als Hanna Samuel an Eli abgab - wie gut war er eigentlich als Vater? Gemessen an dem Charakter, den Eli seinen Söhnen vermittelt hatte, war Eli kein besonders guter Vater. Welche älteren Adoptivbrüder würde Samuel haben? - Hofni und Pinehas. Dennoch ließ Gott Hanna Samuel an ihn abgeben, ungeachtet aller Bedenken, die Hanna später vielleicht gehabt haben mochte.

Samuel lernte jedoch nicht nur Gutes von Eli. Als er alt war, beschloss Samuel, seine beiden Söhne zu seinen Nachfolgern zu machen, obwohl diese nicht gottgefällig lebten, sondern sich, wie in 1. Samuel 8,1-3 beschrieben, Bestechungsgeldern und unredlichem Gewinn zuwandten.

F: Was ist in 1. Sam. 1,24-28, 34-36 das schockierende Paradoxon?

A: Das Paradoxon, das zumindest für manche schockierend ist, besteht darin, dass Gottes Segen auf Gottes Gnade beruht und nicht auf unserer eigenen Würdigkeit. Eli, ein aufrichtiger Diener Gottes, der von Gott schwer bestraft werden sollte, weil er es versäumt hatte, seine Söhne richtig zu erziehen, segnete Hanna, dass sie noch mehr Kinder haben möge. Und Gott erhörte Elis Gebet. Gott erhörte es nicht nur, sondern schenkte Hanna auch viele Kinder.

F: Was ist an der literarischen Struktur in 1. Sam. 2 besonders interessant?

A: 1. Samuel 2 bedient sich eines wunderschönen hebräischen literarischen Stilmittels, das als Chiasmus bezeichnet wird. Jedes Thema wird auf symmetrische Weise wiederholt. Hier ist die Analyse:

Hannas Lied, in dem sie den Gesalbten des Herrn erwähnt (2,1-10)

— Samuel dient vor dem Herrn (2,11)

— — Die Sünden der Söhne Elis (2,12-17)

— Samuel dient vor dem Herrn (2,18-19)

— — — — Eli segnet die Eltern (2,20-21a)

— Samuel wächst in der Gegenwart des Herrn heran (23:21b)

— — Die Sünden der Söhne Elis (2:22-25)

— Samuel wächst in der Gegenwart des Herrn heran (2:26)

Das Orakel des Mannes Gottes unter Berufung auf den Gesalbten des Herrn (2:27-36)

Weitere Chiasmen im 1. Buch Samuel finden sich in 3,17; 3,1-4,1; 8,5-22 und 18,20-26. Weitere Chiasmen im 2. Buch Samuel finden sich in 1,19-27; 5,17-8,18 und 23,1-7. Auch Jesaja bediente sich gerne der Chiasmen. Zu den Chiasmen im Buch Jesaja gehören Jesaja 15,1-14; 21,1-10; 22,8-11; 22,12-14; 23,1-14; 24,1-13; 26,1-21; 27,1-13; 29,9-14; 32,1-5; 37,14-20; 38,1-8; 38,10-20; 41,17-20; 42,1-4; 42,13-17; 43,1-7; 43,8-13; 43,22-24; 43:25-44:5; 44:6-8; 48:17-22; 51:1-3; 51:7-8; 51:13-15; 55:1-13; 56:9-12; 59:14-20; 61:5-9; 63:15-64:12; 65:1-66:24; 65:17-18b; 65:18c-20; 66:5-14; 66:18-24.

Ein weiteres Beispiel ist Jesaja 22,1-14. In diesem Fall befinden sich innerhalb dieses Chiasmus zwei weitere Chiasmen: 22,8-11 und 22,12-14.

Jeremia 9,1-11; 20,24-18; Sacharja 6,9-15 sind ebenfalls Chiasmen. Hesekiel 26,3-14 weist eine chiastische Struktur auf, ist jedoch kein vollkommener Chiasmus.

F: Was sind die Hauptaspekte von Hannas Gebet in 1. Sam. 2,1-10?

A: Hannas Gebet ist hier umso interessanter, als es im Kontrast zu ihrem Gebet in 1. Samuel 1,9-13 steht. Ihr Gebet ist ein Gebet der Rechtfertigung gegenüber ihren Feinden. Hätte Hanna dieses Gebet in ein Lied gefasst, ist es nicht sicher, dass Peninna es gerne gehört hätte. Hoffentlich komponieren die Menschen keine solchen Lieder über Sie!

Dies ist ein Gebet oder Lied der Gegensätze: die Mächtigen gegen die Schwachen, die Satten gegen die Hungrigen, die Unfruchtbaren gegen die Fruchtbaren, die Toten gegen die Lebenden, die Kranken gegen die Gesunden, die Armen gegen die Reichen und die Gedemütigten gegen die Erhabenen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Marias Lobgebet in Lukas 1,46-55, das sogenannte Magnificat, davon beeinflusst wurde, dass sie mit Hannas Lied vertraut war.

F: Warum ähnelt 1. Sam. 2,1-11 Lk 1,46-55?

A: Obwohl es große Unterschiede zwischen den beiden gibt, finden sich doch einige ähnliche Gefühlsausdrücke. Vielleicht liegt dies daran, dass beide Frauen in unsicheren Zeiten lebten, unter fremder Unterdrückung standen und überglücklich waren, ihr erstes Kind zu bekommen. Auf ihre jeweils eigene Weise wussten beide, dass ihr Kind für den Herrn etwas Besonderes war.

F: Warum wirkte Hanna in 1. Sam. 2,3-10 hier fast feindselig gegenüber anderen?

A: Ihr Gebet war ein treffendes Zeichen jener Zeit. Viele der Israeliten lebten unter der Unterdrückung durch die Philister. Nicht nur gab es Kriege, um die man sich sorgen musste, sondern das Leben unter einem Unterdrücker bedeutete auch Tributzahlungen und weniger Geld, um den Hunger abzuwehren.

Es mag verwirrend erschienen sein: Da die Israeliten doch Gottes Volk waren, warum ließ Gott dann zu, dass die Philister die Herrschaft über sie ausübten?

F: Ruht die Erde in 1. Sam. 2,8 auf Säulen?

A: Nein, Hanna hat das in ihrem Gebet nicht wörtlich so gesagt. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

In einem Gebet ist es in Ordnung, wenn einer der Gottesanbeter etwas sagt, das wissenschaftlich nicht korrekt ist. Wenn die Bibel genau wiedergibt, was Hanna gebetet hat, ist das ebenfalls in Ordnung.

Allerdings verwendete Hanna nicht das übliche hebräische Wort für „Säule“ (ammud). Hier lautet das Wort „matsuwq“, was laut Strongs Konkordanz etwas Schmaleres bezeichnet, wie beispielsweise eine Säule oder einen Hügelgipfel. Somit ist dieses Wort weiter gefasst als nur das Wort „Säule“. Die NIV übersetzt dieses Wort mit „Fundament“. Hanna konnte nicht wissen, dass die Erde durch die Schwerkraft zusammengehalten und von der Sonne durch deren Schwerkraft in ihrer Umlaufbahn um die Sonne gehalten wird. Doch Hanna wusste, dass Gott die Erde auf irgendeine Weise fest und stabil hielt.

Im Übrigen sagt Hiob in Hiob 26,7, dass die Erde auf nichts ruht.

F: Warum sagte Hanna in 1. Sam. 2,10, dass Gott seinem König Kraft geben würde, obwohl es noch keinen König gab?

A: Zunächst die Antwort, die höchstwahrscheinlich nicht zutrifft, und dann die richtige Antwort.

Wahrscheinlich nicht die richtige Antwort: Gott ist ein König, und der Vater wird Jesus, unserem König, Kraft geben. Während das hebräische Wort „melek“ hier einfach „König“ bedeutet, ist das letzte Wort in Vers 10, „Gesalbter“ („masiah“), das hebräische Wort für Messias. Hannas Gebet, in dem es darum geht, dass Gott der Fels ist und Erlösung bringt, ähnelt dem Gebet Marias in Lukas 1.

Die Antwort: Israel wusste bereits aus Deuteronomium 17,14-20 und 28,36, dass es einen König erhalten würde. Zwischen Josua und Samuel waren die Israeliten vom König von Aram, von Eglon, dem König von Moab (einem kleineren Volk), von den Philistern, von Jabin, dem König von Hazor, von den Midianitern, von den Philistern zusammen mit den Ammonitern sowie erneut von den Philistern unterdrückt worden. Vielleicht würden sie nun einen König erhalten. Samuel wurde gesalbt, jedoch als Prophet, nicht als König. Doch Hanna hatte wahrscheinlich keine Ahnung, in welch entscheidender Weise Gott ihren Sohn in der Geschichte Israels einsetzen würde.

F: Was genau haben Elis Söhne Hofni und Pinehas in 1. Sam. 2,12-17 falsch gemacht?

A: Sie waren dort, um bei der Darbringung der Opfer zu helfen, wie es ihre Aufgabe war. Es gibt jedoch zwei sich ergänzende Antworten: ihre Handlungen und ihre Herzenshaltung.

Auf einer Ebene werden vier falsche Handlungen ausdrücklich aufgeführt.

1. Samuel 2,13-14: Raub. Sie nahmen mehr, als ihnen zusteht; den Gottesdienstbesuchern blieb dadurch weniger zu essen.

1. Samuel 2,15: Veränderung des Gesetzes Gottes. Sie änderten die Vorschriften, die Gott in 3. Mose 7,31 ff. geboten hatte. Anstelle von gekochtem Fleisch ohne Fett verlangten sie rohes Fleisch mit Fett. Das Fett würde für mehr Geschmack sorgen. Außerdem wird in vielen Kulturen, in denen Nahrung knapp ist, festes Fett als Delikatesse verzehrt. Das ist in etwa so, als würde man Speck essen, bei dem das gesamte Fett noch daran haftet.

1. Samuel 2,16-17: Schikane. Wenn die Gläubigen sich nicht bereit erklärten, auf eine Weise zu opfern, die im Widerspruch zu Gottes Gebot stand, nahmen sie das Fleisch mit Gewalt an sich.

1. Samuel 2,22 Unzucht. Sie schliefen mit den Torwächterinnen. (Torwächterinnen werden in 2. Mose 38,8 erwähnt.)

Hinter diesen Handlungen verbargen sich jedoch fünf bösartige Einstellungen

Andere ausnutzen. Sie betrachteten die anderen Menschen, die Gottes Anbeter, als „Beute“, die man ausnutzen konnte. Die Frage „Würde es Ihnen gefallen, wenn man das mit Ihnen täte?“ war das Letzte, woran sie dachten.

Verachtung der Gebote Gottes und „Aneignung“ dessen, was ihnen nicht zusteht. Sie konnten Gottes Gebote nach Belieben abändern, als wäre es „ihr“ Altar und nicht der Gottes. Wenn heute ein Pastor, Priester oder Bischof von „meiner Kirche“ spricht, anstatt von der Kirche Christi, deren Aufseher er ist, dann sollten Sie auf der Hut sein. Auch Aarons Söhne Nadab und Abihu änderten Gottes Gebote für Opfergaben nach eigenem Gutdünken, und Gott tötete sie in 3. Mose 10,1-3.

Macht gibt Recht. Sie hielten es für zulässig, anderen alles wegzunehmen, wozu sie die Macht hatten.

Sexuelle Gelegenheiten. Die Frauen in ihrem Umfeld waren für sie Gelegenheiten, ihre Begierden zu befriedigen, anstatt ihr Leben so zu führen, wie Gott es wünscht.

Der betagte Eli warnte sie, doch das war alles, was er tat. Er warnte sie erst, nachdem er die Berichte anderer gehört hatte, da er offenbar zuvor nicht viel Zeit darauf verwendet hatte, sie zu beobachten. Abgesehen von dieser einfachen Warnung unternahm er im Grunde nichts. So bestrafte Gott nicht nur Elis geliebte Kinder, sondern auch Eli selbst. Er war zwar weiterhin ein Kind Gottes und würde in den Himmel kommen, doch sein Tod und im Grunde der „Tod“ seines Vermächtnisses waren schwere Strafen.

F: Gibt es in 1. Sam. 2,13 archäologische Belege dafür, dass Samuels Söhne dreizinkige Gabeln verwendeten?

A: Zwar gibt es keine archäologischen Belege für die beteiligten Personen selbst, doch wird im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 585, erwähnt, dass in Gezer dreizinkige Gabeln für Opferzwecke ausgegraben wurden.

F: Warum wollte Gott in 1. Sam. 2,25, dass Elis Söhne sterben sollten?

A: Sie sündigten gegen Gott, und Gott entschied sich nicht dafür, ihre Herzen schlagartig zu wandeln, wie Er es bei Saulus von Tarsus tat. Sie zeigten keinerlei Bereitschaft zur Umkehr, und Gott war nicht verpflichtet, in ihnen einen Wunsch zu wecken, den sie weder hatten noch wollten.

F: Wie können Gläubige heute gemäß 1. Sam. 2,27-29 sündigen, indem sie ihre Kinder mehr lieben als Gott?

A: Alles, selbst etwas Gutes, das Sie mehr lieben als Gott, kann zu einem Götzen werden - für Sie. Es ist sehr traurig, aber eine Warnung an uns, dass selbst ein gläubiger Mensch Gottes seine Familie dennoch zerfallen sehen könnte, weil er die Sünde begangen hat, sich mehr um seine Familie als um Gott zu kümmern. Achten Sie darauf, dass Ihnen das unmittelbare Glück und der finanzielle Erfolg Ihrer Kinder nicht wichtiger sind als ihre Frömmigkeit.

Sorgen Sie um Ihrer Kinder willen dafür, dass sie erkennen, dass Ihre Liebe zu Gott für Sie wichtiger ist als sie selbst und dass Ihre Liebe zu Ihrem Ehepartner in Ihrem Leben einen zentraleren Platz einnimmt als sie. Kinder müssen wissen, dass sie geliebt, geschätzt und akzeptiert werden, aber auch, dass sie nicht der Mittelpunkt des Universums sind - nicht einmal Ihres Universums.

F: Warum tadelte Gott in 1. Sam. 2,29 Eli wegen des Verhaltens seiner Söhne?

A: Es waren sie, nicht Eli, die diese Sünden begangen haben, doch Gott machte Eli dafür verantwortlich, dass er die Sünden seiner erwachsenen Söhne geduldet hatte. Eli wusste von diesen Dingen und redete mit ihnen, um ihren Fehler zu korrigieren (1. Samuel 2,22-26). Manchmal ist jedoch eine Zurechtweisung angebracht, und manchmal sind Konsequenzen erforderlich. Eli hätte sie von ihren Aufgaben entbinden sollen, und vielleicht hätte er dies bei jedem anderen auch getan, doch es handelte sich um seine Söhne. Es ist interessant, dass Gott Hofni und Pinehas nicht direkt zurechtwies; vielleicht waren sie zu verhärtet. Doch in 1. Samuel 2,29 wies Gott Eli direkt zurecht, weil Eli durch die Duldung des Verhaltens seiner Söhne Verachtung gegenüber Gottes Opfern zeigte.

Korrektur bedeutet, jemanden darauf hinzuweisen, was er falsch macht, wenn er sich dessen nicht bewusst ist. Zurechtweisung bedeutet, jemanden zu ermahnen, das Richtige zu tun, von dem er bereits weiß, dass er es tun sollte. Elis Worte wirkten wie eine milde Korrektur, nicht wie eine strenge Zurechtweisung. Darüber hinaus hätte Eli sie unverzüglich aus dem Dienst in der Stiftshütte entlassen müssen.

F: In 1. Sam. 2,29: Inwiefern können christliche Eltern durch nachlässige Erziehungsmethoden sündigen?

A: Manchmal kann jemand seine Jünger oder Untergebenen bestmöglich unterrichten, ohne Fehler zu machen, und dennoch entwickeln sie sich schlecht; denken Sie an Jesus und Judas sowie an Paulus und Demas. Manchmal kann ein Elternteil oder eine Führungskraft einen unbeabsichtigten Fehler begehen, der schlimme Folgen hat. Aber manchmal weiß man durch das Lesen der Bibel, was das Richtige ist, und weigert sich dennoch, es zu tun; und das ist Sünde, wie es in Jakobus 4,17 heißt.

F: Welche zukünftigen Folgen hatte dieses Urteil über Elis Sünde in 1. Sam. 2,29?

A: Die unmittelbaren Folgen waren, dass Hophni und Pinehas sehr bald im Kampf sterben würden und Eli sterben würde, sobald er erfuhr, dass die Bundeslade erobert worden war. Langfristig würden alle priesterlichen Nachkommen Elis, mit Ausnahme von Abjatar, von König Saul getötet werden (1. Samuel 22,16-20). Abjatar selbst würde von König Salomo abgesetzt werden. Eli war ein Nachkomme Ithamars, des Sohnes Aarons, und keiner von Ithamars Nachkommen würde fortan noch Priester sein. Stattdessen würden die Priester fortan aus der Linie Zadoks stammen, aus dem Haus Eleasars, des Sohnes Aarons.

F: Wer ist in 1. Sam. 2,35 der hier prophezeite treue Priester?

A: Hier kann es sich nicht auf Samuel beziehen, denn es wäre die Rede von einem treuen Priester und seinem beständigen Haus, und auch Samuels Söhne waren nicht gut. Christus war ein treuer Hohepriester, doch bezieht sich dies nicht auf Christus, da Christus kein „Haus“ (d. h. keine Nachkommen) von Priestern hatte. Dies bezieht sich darauf, dass die hohepriesterliche Linie von Ithamar über Eli auslief und die Hohepriester zu Salomos Zeiten gemäß 1. Könige 1,7-8; 2,26-27,35 aus der Linie von Eleasar über Zadok stammten.

F: Was sagt Gott hier in 1. Sam. 2,36?

A: Da Elis Söhne das Priesteramt als selbstverständlich betrachteten, würden ihre Nachkommen darum betteln, als Priester dienen zu dürfen, um Nahrung für ihre Familien zu erhalten.

F: Wie alt war Samuel ungefähr, als Gott in 1. Sam. 3,1 zu ihm sprach?

A: Die Heilige Schrift nennt zwar keine konkrete Altersangabe, doch das hier verwendete Wort für „junger Mann“ - na’ar - kann sich auf David beziehen, als er Goliath tötete, auf ein Kleinkind in 1. Samuel 4,21 oder auf einen 40-jährigen Mann in 2. Chronik 13,7; 12,13. Der jüdische Historiker Josephus schätzte, dass Samuel damals etwa 12 Jahre alt war.

F: In 1. Sam. 3,1 heißt es, das Wort des Herrn sei in jenen Tagen „selten“ gewesen. Inwiefern war dies der Fall?

A: Es war in zweierlei Hinsicht selten. Erstens gab es zu jener Zeit nicht viele Offenbarungen Gottes. Uns sind außer Samuel keine Propheten bekannt. Vielleicht ist dies nicht überraschend, da Elis Söhne die Leitung der Kultstätte innehatten. Zweitens deutet Elis anfängliche Haltung gegenüber Hanna darauf hin, dass sich nicht viele Menschen leidenschaftlich für Gott einsetzten.

Auch Amos 8,11-12 prophezeit eine spätere Zeit, in der das Wort des Herrn knapp sein würde.

F: Was ist an der literarischen Struktur in 1. Sam. 3,1-4,1 besonders interessant?

A: In 1. Samuel 3-4,1 wird ein hebräisches Stilmittel verwendet, das als Chiasmus bezeichnet wird. Jedes Thema wird symmetrisch wiederholt. Hier ist die Analyse:

Gott sprach damals selten (3,1)

— Eli wurde mit zunehmendem Alter schwächer (3,2)

— — Gott ruft Samuel dreimal (3,3-9)

— — — Gott spricht durch Samuel (3,10-15)

— — Eli bittet Samuel um Bericht (3:16-18)

— Samuel wuchs im Herrn heran (3:19a)

Gott spricht oft durch Samuel (3:19b-4:1)

Weitere Chiasmen im 1. Buch Samuel finden sich in 2, 3,17; 8,5-22 und 18,20-26.

F: Warum erkannte Samuel in 1. Sam. 3,4-10 die Stimme nicht sofort als die Stimme Gottes?

A: Offenbar war dies das erste Mal, dass Samuel die Stimme Gottes direkt hörte, und er war sich dessen nicht sicher. Gott entschied sich, Elis Erfahrung zu nutzen, um Samuel zu unterweisen.

Es ist interessant, dass Eli in mancher Hinsicht Gott so nahe stand und doch in anderer Hinsicht - beispielsweise bei der Erziehung seiner eigenen Söhne - so weit von Gottes Willen entfernt war. Zu Ihrer Information: Der Ausdruck „die Lampe Gottes war noch nicht erloschen“ in 1. Samuel 3,3 bedeutet, dass Eli noch am Leben und bei klarem Verstand war.

F: Hat Eli in 1. Sam. 3,13 seine Söhne nicht zurechtgewiesen, oder hat er sie in 1. Sam. 2,23-24 zurechtgewiesen?

A: Eli sprach in 1. Samuel 2,23-40 auf sanfte Weise mit seinen Söhnen. Er schloss seine Söhne nicht aus dem Tempeldienst aus, und seine Art zu sprechen deutete darauf hin, dass es von seiner Seite keine Konsequenzen geben würde, sollten sie sich nicht ändern. Natürlich gab es später Konsequenzen seitens Gottes.

Nach dem mosaischen Gesetz hätten die beiden Söhne wegen Ehebruchs gesteinigt werden müssen.

F: Warum zögerte Samuel in 1. Sam. 3,15-21, die Worte Gottes zu wiederholen?

A: Samuel hatte ein gutes Verhältnis zu Eli, und Samuel wusste, dass Eli die Botschaft nicht gefallen würde. Es war falsch von Samuel, die Botschaft, die Gott ihm zu verkünden aufgetragen hatte, Eli nicht überbringen zu wollen; doch glücklicherweise forderte Eli Samuel auf, das Richtige zu tun.

Daraus lässt sich für uns heute eine Lehre ziehen. Gott möchte vielleicht, dass wir Dinge weitergeben, von denen wir wissen, dass andere sie nicht hören wollen. Genau wie Samuel müssen wir entscheiden, ob wir das weitergeben, was Gott von uns erwartet, oder ob wir schweigen, wenn Gott möchte, dass wir sprechen. Es ist möglich, dass einige unserer Freunde, wenn wir ihnen bestimmte Dinge mitteilen, danach nicht mehr unsere Freunde sein wollen. Sind wir bereit, dieses Risiko einzugehen? Lassen Sie mich die Frage anders formulieren: Lieben wir sie wirklich? Lieben wir die Freundschaft mehr als den Freund oder den Freund mehr als die Freundschaft?

F: Was ist an der literarischen Struktur in 1. Sam. 3,17 besonders interessant?

A: In 1. Samuel 3,17 wird ein hebräisches Stilmittel verwendet, das als Chiasmus bezeichnet wird. Zudem ist dieser Vers Teil eines größeren Chiasmus in 1. Samuel 3,1-4,1. Hier ist die Analyse von 1. Samuel 3,17: Und er sprach:

Was ist das Wort, das der HERR zu dir gesprochen hat?

- Bitte verheimlichen Sie es mir nicht.

— — Gott möge Ihnen das antun und noch mehr,

— wenn Sie mir irgendetwas verheimlichen

von all dem, was Er zu Ihnen gesagt hat.“

Weitere Chiasmen im 1. Buch Samuel finden sich in 2, 3,1-4,1; 8,5-22 und 18,20-26.

F: Warum schien Eli in 1. Sam. 3,18 so gleichgültig gegenüber dem Fluch gegen seine Familie zu sein?

A: Elis Haltung war eine interessante Mischung aus Wahrheit und unverantwortlichem Irrtum.

Wahrheit: Eli wusste, dass Gottes offenbarter Wille hier nicht geändert werden würde. Seine Söhne würden sich nicht ändern, und Eli wusste, dass Gottes Weg der beste Weg war und dass es nicht seine Aufgabe war, Gott in Frage zu stellen.

Irrtum: Eli wirkte apathisch und fast schon fatalistisch angesichts des Untergangs seiner eigenen Kinder. Eli fiel nicht von seinem Stuhl, als er hörte, dass seine beiden Söhne getötet worden waren. Vielleicht hatte Eli sie bereits abgeschrieben. Doch Eli fiel um und starb, als er hörte, dass die Bundeslade erobert worden war.

F: Was erfahren wir in 1. Sam. 4,1 über die Philister und ihren Götzen Dagon?

A: Der Name Palästina leitet sich offenbar von den Philistern ab, die auch PSRT genannt wurden. Zumindest zu dieser Zeit war Dagon der Hauptgott der Philister oder der Seevölker. Einige Philister wanderten um 2000 v. Chr. von den Mittelmeerinseln - höchstwahrscheinlich auch von Kreta - nach Philistäa aus, und viele weitere kamen um 1200 v. Chr., nachdem sie eine große Seeschlacht gegen die Ägypter geführt (und verloren) hatten.

In der ugaritischen Religion galt Baal als Sohn Dagons. Sowohl die Babylonier als auch die Philister verehrten Dagon. Dagon wurde in Kanaan bereits vor der Ankunft der Israeliten und Philister verehrt, und zwar noch bis ins Jahr 147 v. Chr. Früher ging man davon aus, dass Dagon ein Fischgott sei, abgeleitet vom Wort „dag“ für Fisch; heute glauben Wissenschaftler jedoch, dass er ein Getreidegott war, abgeleitet von „dagan“ für Getreide.

Als die Philister ihre Kriegstrophäe, die heilige Bundeslade, als Opfergabe vor Dagon aufstellten, war Gott über das Verhalten der Philister empört.

F: Wie sah die bedrohliche Lage in 1. Sam. 4,3.10 aus?

A: In der ersten Schlacht, ohne die Lade, starben 4.000 Israeliten. Das bedeutete, dass bei ihrem nächsten Versuch, die Philister zu besiegen, 4.000 Männer weniger zur Verfügung stehen würden. Also versuchten sie es mit der Lade, die von zwei bösen Männern getragen wurde, und mit Gottes Lade sowie diesen bösen Männern starben 30.000 Israeliten. Bei einer Gesamtzahl von etwa 600.000 Menschen, einschließlich älterer Männer und kleiner Jungen, wäre nur etwa die Hälfte von ihnen kampffähig. Der Verlust von 30.000 Männern entspricht also einem Verlust von 10 % der Gesamtbevölkerung. Wie viele Schlachten könnten sie noch bestreiten, bei denen sie 10 % ihrer gesamten Bevölkerung verlieren?

Aufgrund der Bosheit Elis und seiner Söhne - Menschen, die Eli liebte - litt in diesem Fall das gesamte Volk.

F: Hätten sie in 1. Sam. 4,4-6 die Lade mit in die Schlacht nehmen sollen?

A: Gott hat ihnen niemals befohlen, die Lade auf das Schlachtfeld zu bringen. In 4. Mose 10,35 und Josua 6,6 taten sie dies, und dort funktionierte es gut. Aphek lag nur 20/25 Meilen westlich von Silo, sodass sie die Lade nicht so weit tragen mussten. Hier argumentierte das Volk, dass a) Gott dieses Mal mit ihnen sein würde, wenn sie die Lade mitbrächten, und b) Gott niemals zulassen würde, dass die Demütigung einträte, die Lade erbeuten zu lassen. Ohne eine innere Umkehr, um Gott nachzufolgen, lag das Volk im Unrecht. Es war nicht so, dass das Tragen der Lade an sich falsch war, sondern dass unbußfertige Menschen damit versuchten, Gott zu zwingen, ihnen den Sieg zu schenken. Gott lag jedoch die Heiligkeit seines Volkes mehr am Herzen als deren Sorge um die Lade.

Auch heute sind die Menschen manchmal mehr auf Städte, Gebäude, religiöse Gegenstände und Organisationen bedacht als auf die Heiligkeit des Volkes. Gottes Sichtweise sollte auch unsere Sichtweise sein.

Zwanzig Jahre später, nachdem die Israeliten die Philister besiegt hatten, errichtete Samuel in Mizpa im Stamm Benjamin, ganz in der Nähe von hier (1. Samuel 7,12), einen Stein namens „Ebenezer“.

F: In 1. Sam. 4,4-6: Auf welche Weisen könnten Menschen versuchen, Gott zu manipulieren, damit er etwas tut?

A: Es ist in Ordnung, Gott um etwas zu bitten, und es ist gut, darauf zu vertrauen, dass Gott handelt. Aber etwas so zu tun, dass man versucht, Gott zu manipulieren oder zu zwingen, so zu handeln, wie man es selbst möchte, bedeutet, Gott auf die Probe zu stellen.

Zweitens sollten wir Gottes Herrlichkeit oder den Namen Gottes nicht „missbrauchen“, um in einer Sache Erfolg zu haben.

F: Was ist an den Aussagen der Philister in 1. Sam. 4,8 seltsam?

A: Sie fürchteten den Gott der Israeliten, abgesehen von einer Sache. Englische Übersetzungen folgen dem Hebräischen genau und erwähnen die „mächtigen Götter“ der Israeliten im Plural. Einerseits war allgemein bekannt, was mit den Ägyptern geschehen war. Andererseits wussten die Philister nicht einmal genug, um zu wissen, dass die Israeliten nur einen Gott hatten und nicht mehrere.

F: Gibt es in 1. Sam. 4,11 archäologische Belege dafür, dass die Philister die Bundeslade erbeutet haben?

A: Ja. Laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 596, wurde in einem Getreidespeicher aus der Eisenzeit in Izbet Sarteh ein zerbrochenes Keramikstück gefunden, das fünf Zeilen enthielt. Laut William H. Shea lauten die ersten vier Zeilen: „Wir kamen auf das Feld, (nach) Aphek von Silo. Die Kittim nahmen (sie [die Bundeslade] und) kamen nach Azor, (zu) Dagon, dem Herrn von Aschdod, (und nach) Gat. (Sie kehrte zurück nach) Kirjat-Jearim. Der Begleiter der Fußsoldaten, Hophni, kam, um den Ältesten zu berichten: ‚Ein Pferd ist gekommen (und) darauf lag (mein) Bruder, den wir begraben müssen.‘“ Es besteht jedoch offenbar eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Lesart. Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 596, enthält die Quellenangaben für weitere Untersuchungen.

Siehe „Andrews University Seminary Studies“ 28, 1 [1990]: 62, zitiert in „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 596, sowie

F: Wie war Elis Haltung gegenüber seinen Kindern und gegenüber Gott in 1. Sam. 4,18?

A: Eli lag die Ehre und Herrlichkeit Gottes sehr am Herzen - außer wenn es um seine Kinder ging. Eli war seinen Kindern gegenüber zu nachsichtig. Obwohl er wahrscheinlich wusste, was seine beiden Söhne taten, entschied er sich, dies zu ignorieren. Vielleicht hoffte er, dass ihr Dienst für Gott eine selbstkorrigierende Wirkung haben würde. Doch er irrte sich. Er hätte Maßnahmen ergreifen und sie zumindest davon abhalten sollen, im Dienst zu stehen, solange ihre Herzen so gesinnt waren. Doch abgesehen von diesem Makel ehrte Eli Gott. Das hebräische Wort „chabad“ kann „gewichtige Herrlichkeit“ bedeuten. Hat Gott Gewicht in Ihrem Leben? Denn trotz Elis Unzulänglichkeiten hatte Gottes Herrlichkeit Gewicht in seinem Leben.

F: Hätte sie in 1. Sam. 4,21-22 ihren Sohn „Ichabod“ nennen sollen, was „die Herrlichkeit ist gewichen“ bedeutet?

A: Geben Sie keinem Ihrer Söhne diesen Namen. Es handelte sich um ein unheilvolles Wort, das zudem andeutete, dass die Herrlichkeit ins Exil gegangen war. Sie achtete Gottes Herrlichkeit, doch es schien, als hätte Gott Seine Herrlichkeit weggenommen und Israel verlassen. Als sie im Sterben lag, beklagte sie die Tatsache, dass das Symbol der Herrlichkeit Gottes verschwunden war und in die Hände von Götzendienern gefallen war. Ob sie dies aus Respekt vor Gott tat oder aus Bitterkeit darüber, was Gott seinem Volk im Allgemeinen und ihrem Ehemann im Besonderen hatte widerfahren lassen, sagt die Heilige Schrift nicht.

F: Was erfahren wir in 1. Sam. 5,1-10 über die Philister und ihre fünf wichtigsten Städte Aschdod, Gat, Ekron, Gaza und Aschkelon?

A: Die Philister waren die immer noch gefürchteten Überreste eines mächtigen und hoch entwickelten Seevolkes aus längst vergangenen Zeiten. Die Archäologie lehrt uns, dass die Philister geschickt im Verhütten von Eisen und im Einsatz von Streitwagen in der Kriegsführung waren. Als Teil oder Gesamtheit der „Seevölker“ wurden sie um 1190 v. Chr. in einer Seeschlacht vor der Küste Ägyptens besiegt. Möglicherweise handelte es sich um dasselbe Volk, das die hethitische Hauptstadt Kattusa zerstört hatte. Die Ägypter nannten sie „PRST“, und die Assyrer bezeichneten sie als Pilisti und Palastu.

Aschdod lag etwa 33/35 Meilen westlich von Jerusalem und drei Meilen östlich des Mittelmeers. Gat befand sich 10/12 Meilen östlich-südöstlich von Aschdod. Ekron lag 6 Meilen genau nördlich von Gat. Die beiden anderen bedeutenden Städte waren Aschkelon und Gaza. Eine weitere philistinische Stadt, Ziklag, war nicht so bedeutend.

Eine interessante Anekdote ist, dass Hunde in anderen Kulturen des Nahen Ostens oft nicht besonders hoch geschätzt wurden; die „Biblical Archaeology Review“ vom Januar/Februar 1991, S. 26, berichtet jedoch, dass die Phönizier in Aschkelon einen Hundefriedhof mit 220 Bestattungen unterhielten.

Uns sind keine kriegerischen Auseinandersetzungen der Philister untereinander bekannt. Sie verfügten über viele mächtige Krieger, und nachdem David sie besiegt hatte, nahm er einige ihrer Soldaten in seine Elitegarde auf.

Der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 271) enthält eine aufschlussreiche Bemerkung, wonach die Philister „… die technologisch fortschrittlichsten, am besten organisierten und somit gefährlichsten der frühen Feinde Israels“ waren.

F: Was ist an dieser Passage in 1. Sam. 5,6-12 so poetisch?

A: Dies ist die einzige Stelle an dieser Stelle, an der der Verfasser den Begriff „Hand des Herrn“ einführt. Oft wurden den toten Feinden Kopf und Hände abgetrennt. Hier handelte es sich jedoch um die Statue des Dagon. Dagons abgetrennter Kopf und seine abgetrennten Hände zeigten, dass in dem Götzenbild weder Weisheit noch Macht steckte. Das Götzenbild war hilflos - im Gegensatz zu den Israeliten, die nun die Hand des Herrn erkennen konnten.

Dies ist auch der Grund, warum der Brauch entstand, nicht über die Schwelle zu treten. Dies geschah, um das Götzenbild Dagon danach zu ehren. Gott war erzürnt darüber, dass die Menschen Dagon ehrten (Zephanja 1,9).

F: Was sind in 1. Sam. 5,12 und 1. Sam. 6,5.17 „Hämorrhoiden/Geschwülste“?

A: Über die Bedeutung dieses hebräischen Wortes herrscht einige Unsicherheit. Es bedeutet wahrscheinlich Tumore, könnte aber auch Hämorrhoiden bezeichnen oder „Bubolen“ beschreiben - ein Symptom der Beulenpest -, zumal auch Ratten und Mäuse erwähnt wurden.

F: War der Rat der philistinischen Priester und Wahrsager in 1. Sam. 6,1-4 richtig?

A: Er war nicht unbedingt richtig, da sie nicht alles über den wahren Gott wussten. Dennoch war er richtig, da Gott „ihn richtig machte“. Angesichts ihres unvollkommenen Wissens über Gott nahm der Herr ihr Opfer an und wendete die Plage von ihnen ab.

F: Konnten die Götzenpriester in 1. Sam. 6,1-4 richtige Ratschläge darüber geben, was der wahre Gott wünscht?

A: Im Allgemeinen nein. Aber sicherlich konnten sie in einigen Punkten richtig liegen. Die Menschen der Antike waren der Ansicht, dass sie sich einer Gottheit nicht mit leeren Händen nähern sollten, und das Alte Testament kennt einen ähnlichen Grundsatz.

F: Warum schlugen die philistinischen Priester in 1. Sam. 6,4 fünf goldene Mäuse und fünf goldene Geschwülste vor?

A: Zunächst einmal hat Gott niemals geboten, dass wir Bilder, Abbilder oder Statuen von irgendetwas anfertigen sollten, von dem wir befreit wurden. Können Sie sich eine Kirche voller Statuen von Armen, Krebstumoren usw. vorstellen? - Ich auch nicht.

Dennoch wäre dies unter den Heiden der Antike keine allzu ungewöhnliche Vorstellung gewesen. Jemand, der einen Schiffbruch überlebt hatte, würde Neptun (dem Gott des Meeres) oder Isis einen Tisch aus einem Schiffswrack darbringen. Gladiatoren würden Waffen opfern. Befreite Sklaven opferten ihre Ketten. Laut dem Keil-Delitzsch-Kommentar zum Alten Testament, Band 2, Teil 2, S. 63, ist dies in den „Scholia ad Aristophanes Acharnians“ 243 und in Georg Benedikt Winers „Real-Wörterbuch“, Band II, S. 255, dokumentiert. Letzteres ist im Internetarchiv unter verfügbar.

Tatsächlich heißt es jedoch in der Bibel in 4. Mose 21,4, wo Menschen von giftigen Schlangen gebissen wurden und Gott ihnen auftrug, eine eherne Schlange anzufertigen und auf sie zu blicken.

F: Wie konnten die Philister in 1. Sam. 6,6 davon wissen, dass der Pharao und die Ägypter ihre Herzen verhärteten?

A: Ein so verheerendes Ereignis wie dieses würde den Menschen in der näheren Umgebung mindestens einige Jahrhunderte lang in Erinnerung bleiben. Ein zweiter Grund ist, dass die Philister neben den Israeliten lebten, die ihnen dies wahrscheinlich erzählt hätten. Nachdem sie gesehen hatten, welche Plagen von der Lade ausgingen, wollten die Philister sicherlich nicht, dass ihnen etwas Ähnliches widerfuhr.

F: Warum schlugen die philistinischen Priester und Wahrsager in 1. Sam. 6,7-9 vor, Milchkühe einzusetzen?

A: Selbst nach all dem, was bisher geschehen war, hatten die Philisterpriester immer noch Zweifel, ob diese Unglücksfälle nicht etwa zufällig geschehen waren. Man darf nicht vergessen, dass sie die religiösen Führer der Philister waren und sich nichts sehnlicher wünschten, als irgendwie beweisen zu können, dass es sich um einen Zufall handelte und ihre Götter nicht schwächer waren. Wenn sie also zwei Kühe anspannten, die ihre Kälber noch säugten, und wenn sich die Kühe zu ihren Kälbern umdrehten - was sie höchstwahrscheinlich von Natur aus tun würden -, dann könnten die Priester sagen: „Seht ihr, es war doch nur Zufall.“

Selbst heute noch kann für viele der „Beweismaßstab“, der erforderlich ist, damit jemand etwas glaubt, künstlich hoch angesetzt sein, da sie ein persönliches Interesse daran haben, etwas nicht zu glauben und andere davon zu überzeugen, es ebenfalls nicht zu glauben, während sie gleichzeitig vernünftig erscheinen möchten.

So veranlasste Gott die Kühe, direkt dorthin zu gehen, wohin Er sie haben wollte, obwohl ihr anhaltendes Muhen darauf hindeuten könnte, dass sie nicht glücklich darüber waren, ihre Kälber zu verlassen.

F: War die Methode der Philister in 1. Sam. 6,9 eine gute Vorgehensweise?

A: In diesem speziellen Fall ließ Gott zu, dass ihre einfache Methode funktionierte. Gehen Sie jedoch noch nicht los und kaufen Sie zwei Kühe, denn nichts in diesem Vers deutet darauf hin, dass dies ein Muster ist, dem Gläubige folgen sollten.

Generell besteht das Problem bei der Verwendung von Ochsen, Münzwürfen oder ähnlichen Methoden darin, dass sie immer so zu funktionieren scheinen. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie würden eine Münze werfen, um herauszufinden, ob Gott zu einer bestimmten Sache „Ja“ oder „Nein“ sagen möchte. Was wäre, wenn Gott gar nicht antworten wollte? Was wäre, wenn Gott wollte, dass Sie Ihr eigenes Urteilsvermögen einsetzen und - ob zum Guten oder zum Schlechten - auf der Grundlage dessen, was in Ihrem Herzen war, entscheiden? Mit diesen Methoden hat Gott keine Möglichkeit, eine Antwort zu „vermeiden“.

F: Hatten die Philister in 1. Sam. 6,9 Recht mit der Annahme, dass dies durch Zufall geschehen sein könnte?

A: Nein. Was ist Zufall? Nach Ansicht von Wissenschaftlern und Mathematikern haben sie - mit zwei möglichen Ausnahmen - noch nie ein wirklich zufälliges Ereignis beobachtet, das keine Ursache hatte. (Eine mögliche Ausnahme ist der radioaktive Zerfall, über den wir nur sehr wenig wissen. Eine zweite mögliche Ausnahme, aus atheistischer Sicht, ist der Ursprung des Universums.)

Wenn Menschen gemeinhin von „Zufallsereignissen“ sprechen, meinen sie eigentlich das, was Mathematiker als „chaotische Ereignisse“ bezeichnen. Chaotische Ereignisse sind derart, dass ein Beobachter das Ergebnis nicht vorhersagen kann, es sei denn, er beobachtet das Ergebnis. Geringfügige Änderungen der Eingangsbedingungen können große Änderungen der Ausgangsbedingungen zur Folge haben. Viele Dinge sind insofern chaotisch, als sie innerhalb vorhersehbarer Grenzen unvorhersehbar sind. Gott ist ungeschaffen und die erste Ursache, und wir kennen nichts, was ohne jegliche Ursache entstehen könnte.

F: Warum entschieden sich die Philister in 1. Sam. 6,9 dafür, den Wagen nach Beth-Schemesch zu schicken, anstatt ihn zurück nach Ephraim zu bringen?

A: Die Heilige Schrift gibt keine Antwort darauf, doch Beth-Semes lag nur neun Meilen östlich-südöstlich von Ekron und auf dem Weg nach Silo. Ein skeptisches Werk, „Asimov’s Guide to the Bible“, S. 272-273, enthält zwei interessante Spekulationen, die hier zutreffend sein könnten.

1. Obwohl Beth-Schemesch weit vom eigentlichen Philistergebiet entfernt lag, stand es dennoch unter philistäischem Einfluss. Archäologen haben zahlreiche philistäische Fundstücke aus Beth-Schemesch aus dieser Zeit entdeckt.

2. Die Lade stammte aus Ephraim, und das Gebiet von Benjamin und Dan lag zwischen Juda und Ephraim. Vielleicht hatten die Philister nichts dagegen, dass Israeliten unter ihrem Einfluss die Lade besaßen, wollten sie aber nicht an die Ephraimiter zurückgeben.

F: Wer waren in 1. Sam. 6,16 die fünf Fürsten der Philister?

A: Die Philister hatten eine recht einzigartige Regierungsform. Anstelle eines einzigen Königs oder Herrschers und anstelle kleiner, voneinander getrennter Kleinstaaten gab es fünf im Wesentlichen „Statthalter“, die jeweils über eine der fünf Hauptstädte sowie die umliegenden Ortschaften und Regionen herrschten. Diese fünf Herrscher trafen ihre Entscheidungen gemeinsam. Jahrtausende später hatten die Römer für kurze Zeit ein ähnliches System mit einem Triumvirat aus drei Herrschern, die die höchste Autorität im Römischen Reich innehatten.

F: Warum tötete Gott in 1. Sam. 6,19 die Israeliten von Beth-Schemesch?

A: Zunächst einmal gab es zwei Städte namens Beth-Schemesch, eine in Naftali an der Grenze zu Juda und Dan. Hier ist die zweite gemeint. Dieses Beth-Schemesch war eine alte Stadt, die bereits vor Abrahams Zeit besiedelt wurde. Zwar wird im „New Bible Dictionary“ (S. 146) erwähnt, dass es sich um eine wichtige Stadt handelte, doch erreichte sie nicht die Größe von Hazor oder Jerusalem. Die Einwohnerzahl der Stadt und der umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe wird auf lediglich 20.000 Menschen geschätzt.

Auf einer rein physischen Ebene wurden die Menschen getötet, weil sie in die Bundeslade hineinschauten. Gott war nicht „verpflichtet“, jeden zu töten, der in die Bundeslade blickte, selbst wenn er dazu gegen seinen Willen gezwungen worden war. Vielmehr tötete Gott auf einer tieferen Ebene jene Israeliten, weil sie so wenig Ehrfurcht vor der Heiligkeit Gottes hatten, dass sie in die Bundeslade hineinschauten.

F: Steht im hebräischen Text in 1 Sam 6,19 die Zahl 50.070 oder 70?

A: Hierbei handelt es sich um einen Druckfehler. Die meisten hebräischen Handschriften weisen die Zahl 50.070 auf, während einige wenige hebräische Handschriften die Zahl 70 enthalten und die 50.000 fehlen lassen. Unter Gelehrten herrscht Uneinigkeit darüber, welche Zahl die ursprüngliche war.

70: Die NSRV und die katholische RSV-Ausgabe übersetzen dies mit 70 und erwähnen 50.070 in Fußnoten. Die NIV Study Bible (S. 383) führt aus, dass es 70 sein sollte, da die Zahl 50.070 grammatikalisch falsch geschrieben wurde. Gleason Archer schreibt in seiner „Encyclopedia of Bible Difficulties“ (S. 222), dass die Zahl verdächtig hoch sei, und erklärt auf S. 169, dass es zwei korrekte Schreibweisen für Zahlen gab

 1) 70 Mann und 50.000 Mann

 2) 50.000 Mann und 70 Mann.

Archer weist darauf hin, dass in der Übersetzung „70 Männer, 50.000 Männer“ keines der beiden Muster befolgt wird. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum in Greens „Literal Translation“ steht: „70 unter dem Volk, [darunter] 50 führende Männer“.

Gleason Archer erwähnt zudem, dass Textfehler in 1. Samuel häufiger vorkommen als in jedem anderen Buch des Alten Testaments. In einigen hebräischen Handschriften fehlt die Zahl 50.070, und Josephus schreibt in „Antiquitates Judaicae“ 6.1.4 (ca. 93-94 n. Chr.), dass die Zahl lediglich 70 betrug.

1.000: Durch die Verschiebung des Leerzeichens von vor einem Buchstaben auf nach dem Buchstaben ändert sich die Bedeutung von „Er schlug unter dem Volk siebzig Männer [und] fünfzigtausend Männer“ zu „Er schlug das Volk sieben Tage lang, Männer fünf Tage lang, tausend Männer“. Dies wurde von R. Althann vorgeschlagen, „Consonantal ym: Endung oder Substantiv in Jesaja 3,13; Jeremia 7,16; 1. Samuel 6,19“ in Biblica 63, 4 [1982]: S. 563-565. Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 13, S. 606, erwähnt diese Ansicht.

F: Warum wurde die Lade in 1. Sam. 6,21-7,2 nach Kirjat-Jearim statt nach Silo gebracht?

A: Kiriath-Jearim liegt etwa zehn Meilen nordöstlich von Beth-Schemesch. Die Schrift sagt es nicht ausdrücklich, doch die Philister könnten Silo zerstört haben, wie Psalm 78,60; Jeremia 7,12.14; 26,6.9 nahelegen.

F: Wie lange befand sich die Lade gemäß 1. Sam. 7,2 in Kirjat-Jearim?

A: In 1. Samuel 7,2 heißt es, dass die Lade 20 Jahre lang in Kiriath-Jearim war, bevor Samuel Richter wurde. Insgesamt blieb sie jedoch etwa 101 Jahre lang in Kiriath-Jearim, bis David sie gemäß 2. Samuel 5,5; 6,1-11 im Jahr 1003 v. Chr. nach Jerusalem brachte.

F: Warum forderte Samuel in 1. Samuel 7,3-4 die Israeliten auf, die fremden Götter aus ihrer Mitte zu entfernen?

A: Dieser Vers spielt auf eine traurige Tatsache an. Viele unter den Israeliten beteten immer noch andere Götter an. Die Götter der Kanaaniter/Phönizier und später der Babylonier übten eine große Anziehungskraft auf sie aus. Die Israeliten brauchten Erlösung, und sie wussten, dass sie Erlösung brauchten. Samuel erklärte ihnen, wie sie Gottes Erlösung erlangen konnten: Sie sollten die Götzenbilder beseitigen, die sie anstelle von Gott anbeteten und auf die sie vertrauten.

F: Zeigen die künftigen Schlachten gegen die Philister in 1. Sam. 7,5, dass 1. Samuel Unrecht hatte, als es darstellte, die Philister seien unter Samuel massiv besiegt worden, wie es in „Asimovs Leitfaden zur Bibel“ auf Seite 274 heißt?

A: Nein, denn die Bibel sagt nirgends, dass die Philister eine vernichtende Niederlage mit hohen Verlusten erlitten hätten. Darüber hinaus bestand das Ergebnis der Schlacht nicht darin, dass die Israeliten die Philister besiegten, sondern darin, dass die Israeliten für eine gewisse Zeit von den Philistern befreit waren. Gott sagte zu Samuel, Er werde jemanden (Saul) als König senden, um „Mein Volk aus der Hand der Philister zu retten“. Die Philister unterhielten eine Garnison in Israel (1. Samuel 10,5), und später, in 1. Samuel 13,5, griffen die Philister die Israeliten erneut an.

Manchmal entscheidet sich ein unterlegener Feldherr für den Rückzug, bevor es zu großen Verlusten kommt.

F: Warum ließ Samuel sie in 1. Sam. 7,5-7.11 wahrscheinlich in Mizpa versammeln?

A: Mizpa lag sieben oder acht Meilen nördlich von Jerusalem an der westlichen Grenze des Stammes Benjamin, wo dieser an Philistäa grenzte; dies war ein guter Ausgangspunkt für einen Feldzug gegen die Philister. Als Hanna in 1. Samuel 2,10 betete, dass Gott gegen Seine Feinde donnern möge, erfüllte sich dies hier in 1. Samuel 7,10 ganz wörtlich. Außerdem war Mizpa der Ort, an dem die Israeliten Jahrhunderte zuvor die Benjaminiter fast vollständig vernichtet hatten. Infolgedessen war Benjamin zwar einer der kriegerischsten Stämme, aber auch der kleinste, seit es das Massaker in Richter 19,1-20,1.3; 21,1.5.8 erlitten hatte.

F: Warum goss Samuel in 1. Sam. 7,6 an dieser Stelle Wasser aus?

A: Dies war kein im Gesetz vorgeschriebenes Opfer. An keiner anderen Stelle der Heiligen Schrift wird gesagt, dass man dies tun oder unterlassen solle. Samuel tat dies offenbar als anschauliche Lektion, um zu verdeutlichen, dass sie ihre Sünde des Götzendienstes „ausgießen“.

F: Worin besteht in 1. Sam. 7,7-12 der Unterschied zwischen ihrem Bittgebet um Gottes Hilfe an dieser Stelle und ihrem (erfolglosen) Bittgebet in 1. Sam. 4,5-11?

A: Ein himmelweiter Unterschied. Hier in 1. Samuel 7,7-12 verließen sie sich auf Gott und nicht auf ein religiöses Symbol; sie baten um Gebet, sie unternahmen nichts, um Gott zum Handeln zu zwingen, und Gott „führte“ sie, indem Gottes Donner vor ihnen herging. In 1. Samuel 5,5-11 verließen sie sich auf ein Symbol Gottes statt auf Gott selbst; sie baten nicht um Gebet; sie nutzten die Lade, um zu versuchen, Gott zum Handeln zu zwingen; und sie wollten, dass Gott ihnen „folgte“, um den Sieg zu sichern. Der größte Unterschied von allen besteht jedoch darin, dass sie hier in 1. Samuel 7,3-6 Buße taten und sozusagen „auf den Boden ausgossen“. In 1. Samuel 4,5-11 taten sie keine Buße.

Es ist interessant, dass Baal, der Sohn Dagons, der Gott des Donners war und dass Gott den Donner einsetzte, um die Philister zurückzudrängen.

F: Hatten die Philister in 1. Sam. 7,13 das Gebiet Israels nicht mehr besetzt, oder kämpften sie später im Buch Samuel weiter?

A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

Zu jenem Zeitpunkt besetzten die Philister weder das Gebiet Israels noch kämpften sie gegen die Israeliten.

Von diesem Zeitpunkt an lebten die Philister nicht mehr auf dem Gebiet Israels. Selbst nach der Niederlage Israels bei Aphek waren die Philister wahrscheinlich mehr daran interessiert, Tribut zu erheben und über die Israeliten zu herrschen, als deren Land zu besetzen.

Unabhängig davon, ob man 1. Samuel 7,13 so auslegt, dass damit die Zeit nach der Schlacht gemeint ist oder die Zeit ab diesem Zeitpunkt, handelt es sich um eine zutreffende Aussage.

F: Wie wurden in 1. Sam. 7,14 alle Städte von Ekron bis Gat an Israel zurückgegeben?

A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. Es heißt dort nicht, dass alle Städte der Philister an Israel übergeben wurden.

2. Es bedeutet nicht zwangsläufig, dass Ekron und Gat an Israel übergeben wurden. Tatsächlich ist es höchst wahrscheinlich, dass diese beiden Städte in den Händen der Philister blieben.

3. Vielmehr wurden die kleineren Ortschaften zwischen Ekron und Gath, die die Israeliten einst besetzt hatten, an Israel zurückgegeben.

F: Unterscheidet sich das Gilgal in 1. Sam. 7,16 von dem Gilgal, zu dem Josua ging, wie es in „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 274 kategorisch behauptet wird?

A: Es handelt sich wahrscheinlich um dasselbe. Es gab auch ein Gilgal, das „gegenüber dem Aufstieg nach Adummim“ lag; es heißt jedoch, dass es sich dabei möglicherweise um dasselbe Gilgal handeln könnte wie das berühmte östlich von Jericho. Dieses Gilgal ist vielleicht das heutige Khirbet el-Mefjer und lag einige Meilen von Bethel und Mizpa entfernt.

F: Warum ernannte Samuel in 1. Sam. 8,1 seine bösen Söhne zu Richtern über Israel?

A: Samuel sah die Notwendigkeit, seine Nachfolge nach seinem Tod zu sichern, doch seine Vorstellung davon, wie dies zu bewerkstelligen sei, war völlig falsch. Eine Nachfolge zu haben ist nicht so wichtig wie die Frage, wer der oder die Nachfolger sind. Samuel traf die falsche Wahl, da seine Söhne, Joel und Abija, geldgierig waren und Bestechungsgelder annahmen. Möglicherweise hat Samuel sich damit getröstet, dass er zu alt wurde und die Wahl seiner Söhne die bequemste Option war - für ihn. Seine Söhne wussten, wie man Priester ist, und kannten wahrscheinlich Gottes Gesetz, doch während ihr Verstand über das Wissen verfügte, fehlte es ihnen im Herzen. Vielleicht hatte Samuel seine Art der Erziehung und die Duldung der Sünden seiner Kinder aus Elis schlechtem Beispiel gelernt. Auch das Volk dürfte sich an das Beispiel von Elis Söhnen erinnert haben.

F: Was ist an der literarischen Struktur in 1. Sam. 8,5-22 besonders interessant?

A: In 1. Samuel 8,5-22 wird ein hebräisches Stilmittel verwendet, das als Chiasmus bezeichnet wird. Jedes Thema wird symmetrisch wiederholt. Der „Expositor’s Bible Commentary“ erklärt, dass dieser Chiasmus insofern ungewöhnlich ist, als jedes gerade Thema den Sprecher des vorhergehenden Themas umkehrt. Hier ist die Analyse aus dem „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 615:

Das Volk zu Samuel (8,5)

— Samuel zum Herrn (8,6)

— — Der Herr zu Samuel (8,7-9)

— Samuel an das Volk (8,10-18)

— — Das Volk zu Samuel (8,19-20)

— Samuel zum Herrn (8,21)

— — Der Herr zu Samuel (8,22a)

Samuel an das Volk (8,22b)

Dieser Chiasmus wurde auch in „The Kingship of God“, S. 258-259, erwähnt.

Weitere Chiasmen im 1. Buch Samuel finden sich in 3,17; 3,1-4,1; 8,5-22 und 18,20-26.

F: Warum missfiel es Gott in 1. Sam. 8,7-9, dass das Volk um 1051 v. Chr. um einen König bat?

A: Deuteronomium 17,14-20 zeigt, dass Gott vorgesehen hatte, dass sie irgendwann einen König haben würden. In 1. Samuel 9,7-9 missfiel Gott jedoch ihr Motiv für diese Bitte. Sie baten darum, weil sie nicht wollten, dass Gott sie direkt regierte, und weil sie wie die anderen Völker sein wollten, wie 1. Samuel 8,20 zeigt. Ein König konnte die Armee effektiv aufbieten und sie in die Schlacht führen. Gott wusste jedoch, dass Könige dazu neigen, das Königreich als ihr Eigentum zu betrachten, und dass die Menschen dazu neigen können, mehr dem König zu dienen als dem einen, wahren König der gesamten Schöpfung.

Anstatt sich von Samuels Söhnen führen zu lassen, hätten sie darauf warten können, dass Gott einen weiteren Richter erweckt - keinen König. Doch manche Menschen wollen kein besonderes Volk sein; sie wollen wie alle anderen Völker sein. Manche Menschen wollen nicht zu einer besonderen Familie gehören; sie wollen wie andere „normale“ Familien sein.

Zwar sagt die Heilige Schrift nicht hypothetisch, was geschehen wäre, wenn sie nicht darum gebeten hätten, doch hätte Gott dem Volk vielleicht David als ersten König des vereinigten Landes anstelle von Saul gegeben

F: Warum sagte Gott in 1. Sam. 8,11, der König werde Streitwagen und Pferde besitzen, wo doch in 5. Mose 17,16-17 steht, dass der König keine Streitwagen und Pferde besitzen dürfe?

A: Gott drückte damit nicht seinen Wunsch aus, sondern prophezeite vielmehr, wie die von ihnen geforderten Könige das Volk unterdrücken würden, wie 1. Samuel 8,18 zeigt. Salomo sammelte viele Streitwagen an, entgegen Deuteronomium 17,16-17.

F: Wann ließen die Könige Israels in 1. Samuel 8,11 Männer vor den Streitwagen herlaufen?

A: Wenn Soldaten vor schnellen Streitwagen herliefen und Schwierigkeiten hätten, ihnen aus dem Weg zu gehen, würde dies zeigen, dass die Soldaten als entbehrlich angesehen wurden. Wir kennen zwar nicht alle Fälle, in denen die Führer Israels dies taten, doch Absalom in 2. Samuel 15,1 und Adonija in 1. Könige 1,5 taten dies.

F: In 1. Sam. 9,1 war Sauls Vater Kisch, doch wie konnte Kischs Vater Abiel heißen, wenn in 1. Chr. 8,33 steht, dass Ner Kischs Vater war?

A: Zunächst, was nicht die Antwort ist, und dann die Antwort.

Wahrscheinlich nicht die Antwort: Manchmal hatte eine Person in der Bibel mehrere Namen. Dies wäre jedoch häufiger der Fall, wenn mehrere Sprachen im Spiel wären, oder gelegentlich, wenn Gott sie umbenannt hätte, wie beispielsweise bei Abrah/Abraham, Sarai/Sara, Jakob/Israel oder Simon/Petrus. Hier gibt es keinen Hinweis auf einen Grund für mehrere Namen.

Eine einfachere Antwort lautet, dass „Vater“ im Hebräischen auch „Vorfahr“ bedeuten kann und „Sohn“ auch „Nachkomme“. Ner könnte also Kischs Vater sein, und Abiel könnte ein Vorfahr sein - oder möglicherweise auch umgekehrt.

F: Warum brachten die Menschen in 1. Sam. 9,7-9 gewöhnlich einem Mann Gottes ein Geschenk mit?

A: Sie baten ihn um Hilfe und waren daher der Ansicht, dass sie den Mann Gottes oder Seher (hebräisch: ro’eh) für seine Dienste entlohnen sollten. Ein kleines Geschenk wurde auch in 1. Könige 14,3 (10 Brote), Amos 7,12 (Brot im Allgemeinen) oder ein großes Geschenk in 2. Könige 8,8-9 (alle Arten von guten Dingen aus Damaskus) überreicht. Ein Prophet konnte das Geschenk ablehnen, wie es Elisa in 2. Könige 5,15-16 tat. Manchmal waren Propheten und Priester jedoch auf Gewinn aus (Jeremia 6,13; 8,10); sie nahmen Schätze an sich (Hesekiel 22,25) oder prophezeiten unterschiedlich, je nachdem, ob sie ein Geschenk erhielten oder nicht (Micha 3,5.11).

Samuel und der Diener hatten Silber bei sich statt Münzen, da Münzen erst im 7. Jahrhundert v. Chr. erfunden wurden. Ein Viertel Schekel Silber entsprach etwa drei Gramm.

F: Wie konnte Saul in 1. Sam. 9,12.18 eine berühmte Persönlichkeit wie Samuel nicht erkennen?

A: Bedenken Sie, dass dies in einer Zeit vor Fotografien, Fernsehen und Druckpressen geschah. Saul und sein Diener hatten laut 1. Samuel 9,6-8 zweifellos von Samuel gehört. Sie waren ihm jedoch noch nie begegnet und hatten daher sein Gesicht noch nie gesehen; es war daher nicht zu erwarten, dass sie ihn erkennen würden.

Dass sie sein Gesicht nicht erkennen konnten, bedeutet nicht, dass „er nicht einmal von Samuel wusste“.

F: Glauben Sie, dass Gott in 1. Sam. 9,15-17 die beste Wahl für einen König getroffen hat oder eher die Art von König, die sich das Volk wünschte?

A: Saul hatte keine Erfahrung als König, war aber andererseits demütig und fühlte sich dieser Ehre nicht würdig. Saul begann gut und kämpfte tatsächlich gegen die Ammoniter und Philister, doch Saul wies in vielerlei Hinsicht Mängel auf. Ein Teil seines späteren Verhaltens lässt sich dadurch erklären, dass er versuchte, einen Minderwertigkeitskomplex oder ein „Hochstapler-Syndrom“ zu kompensieren. Wenn das Volk unbedingt einen König haben wollte - und zwar einen, der „königlich aussah“ -, dann gab Gott ihnen, worum sie gebeten hatten, was sie zu wollen glaubten und was sie verdienten. Natürlich war der Bürgerkrieg nach Sauls Tod kein besonders gutes Ergebnis dieser Entwicklung. Doch kurzfristig wussten die Israeliten, dass sie jemanden brauchten, der sie zum Sieg über die Philister führte, und Saul erfüllte diese Aufgabe.

Doch je länger Saul König war, desto mehr korrumpierte ihn die Macht nach und nach. Sauls Sturheit und seine überhöhte Einschätzung seiner eigenen Weisheit führten dazu, dass er Fehler beging. Er verkündete ein Fasten, während sie kämpften, wartete nicht auf Samuel und tötete die Amalekiter nicht, wie es ihm aufgetragen worden war.

Ein weiterer Punkt ist, dass die beiden größten Stämme, Ephraim und Juda, möglicherweise Rivalen waren. Die Wahl eines Königs aus einem dieser beiden Stämme hätte den anderen verprellen können. Allerdings sollte der endgültige König gemäß Genesis 49,10 aus dem Stamm Juda stammen, und Saul stammte aus dem Stamm Benjamin.

F: Welche Beispiele aus jüngerer Zeit finden sich in 1. Sam. 9,15-27, in denen Macht oder Reichtum zur Korruption führen?

A: Der römische Kaiser Nero war in seinen ersten Jahren eigentlich kein schlechter Kaiser. Auch Salomo begann seine Herrschaft als sehr guter König, bevor er all den Reichtum und die vielen ausländischen Ehefrauen erlangte. Bill Gates machte sich daran, gute Software zu entwickeln, und gründete sogar eine Stiftung, um einen Großteil seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. (Inwieweit einige der Spenden der Gates-Stiftung sinnvoll waren, ist eine andere Frage, auf die wir hier nicht eingehen werden.) Er schien eine glückliche Ehe zu führen und wurde hoch geschätzt - zumindest vor der Affäre um Epsteins Insel. Ich las von einem frommen, kirchengehenden Mann, der im Lotto einen großen Gewinn erzielte. Er spendete pflichtbewusst einen großen Teil davon an seine Kirche und richtete Studienfonds für seine Kinder ein. Doch mit der Zeit besuchte er immer häufiger Kneipen und Stripclubs und wurde einige Male ausgeraubt. Am Ende bemerkte er, dass es für ihn besser gewesen wäre, wenn er den Lottogewinn gar nicht erst erzielt hätte.

Menschen können zunächst ehrlich, tugendhaft und mitfühlend gegenüber anderen sein, und dann fällt ihnen eine spektakuläre Gelegenheit in den Schoß. Sie selbst haben vielleicht keine Ahnung, wie sehr ihr Erfolg ihren Charakter in den Abgrund ziehen wird.

Es scheint also viel zu leicht zu sein, dass bei einem recht ehrlichen, moralischen Menschen die Tugend durch großen Erfolg völlig hinweggefegt wird. Eine Lösung besteht darin, im Gebet Gott nahe zu bleiben, sich an Sein Wort zu halten und in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen zu verbleiben.

F: Glauben Sie, dass Gott den Menschen heute oft das gibt, was sie sich wünschen, wie in 1. Sam. 9,15-17 beschrieben?

A: Wenn Menschen - insbesondere Gläubige - erst dann glücklich sind, wenn sie etwas Bestimmtes erhalten, gibt Gott es ihnen manchmal vielleicht, auch wenn sich herausstellt, dass es nicht das Beste für sie ist. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Gott um etwas bitten mit der Einstellung: „Gott ist nicht großzügig“ oder „Ich werde erst glücklich sein, wenn ich genau diese bestimmte Sache bekomme“.

F: War Saul in 1. Sam. 9,21 nur falsch bescheiden, als er sagte, er stamme aus dem kleinsten Sippe des kleinsten Stammes Israels?

A: Saul stammte aus dem kleinsten Stamm, Benjamin. Wir können nicht überprüfen, ob er aus dem kleinsten Sippe stammte oder nicht. Saul stammte aus dem Dorf

F: Warum hat Samuel in 1. Sam. 9,21-22 Sauls Frage damals nicht beantwortet?

A: Samuel wollte Sauls Frage zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantworten, sondern erst zu gegebener Zeit. Jemandem mitzuteilen, dass er König werden würde, obwohl dieser zuvor keine Ahnung davon hatte, wäre ein zu großer Schritt gewesen. Daher gab Samuel in 1. Samuel 9,20 einen sehr vagen Hinweis und behandelte Saul aus einem geheimnisvollen Grund besonders. Erst nachdem Saul wusste, dass etwas Besonderes offenbart werden sollte, beantwortete Samuel am nächsten Tag schließlich Sauls Frage.

F: Hat Samuel in 1. Sam. 10,1 Saul im Privaten zum König gesalbt, oder wurde Saul in 1. Sam. 10,17-24 öffentlich zum König erklärt?

A: Beides ist richtig. Bei der Antwort sind vier Punkte zu berücksichtigen.

Die Salbung im Privaten fand in 1. Samuel 10,1 statt.

Die öffentliche Proklamation und Anerkennung als König erfolgte in 1. Samuel 10,17-24. In diesem Abschnitt fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass Saul gesalbt wurde, wie es bei Königen üblich war. Dies liegt daran, dass er bereits in 1. Samuel 10,1 im Privaten gesalbt worden war.

Das gleiche Muster zeigte sich sowohl bei Sauls als auch bei Davids Thronbesteigung.

SaulDavid
Salbung im privaten Rahmen1. Sam. 10,11. Sam. 16,13
vom Geist erfüllt1. Sam. 10,5-121. Sam. 16,13
Öffentliche Verkündigung1. Sam. 10,19-241. Sam. 16,13
Mögliches Weggehen des Geistes Gottes1 Sam 15,14Ps 51,11

Heutzutage ist es im Allgemeinen ratsam, zunächst unter vier Augen mit jemandem zu sprechen, bevor man hinausgeht und der ganzen Welt verkündet, dass diese Person eine bestimmte Rolle übernehmen wird.

F: Wurde Saul in 1. Sam. 10,1 durch das Los bestimmt, vom Volk in 1. Sam. 8,19 gewählt oder von Gott in 1. Sam. 9,17; 10,24 erwählt?

A: Alle oben genannten Aussagen sind zutreffend. In erster Linie hat Gott Saul erwählt. Das Loswerfen war lediglich ein Mittel, um Gottes Wahl zu verdeutlichen. Nachdem dies geschehen war, stimmte das gesamte Volk zu, mit wenigen Ausnahmen, die in 1. Samuel 10,27 erwähnt werden.

F: Warum gab Gott Saul in 1. Sam. 10,1-7 diese Zeichen?

A: Es könnte Saul schwerfallen, zu glauben, dass er so plötzlich zum König wurde. Die Heilige Schrift sagt nicht, dass Saul ungläubig war, doch diese Zeichen sollten seinen Glauben bestätigen.

F: Sehen wir in 1. Sam. 10,1-12,25 irgendetwas in Sauls Charakter, das darauf hindeutete, dass er später von einem bösen Geist bedrängt werden und David ermorden wollen würde?

A: Wir sehen überhaupt nichts dergleichen. Aus Sauls Sicht war er ein „zufälliger König“, der nach Eseln suchte und eine Krone fand. Manchmal schätzen Menschen, die plötzlich in günstige Umstände geraten, ihren Segen nicht, doch das war nicht Sauls Problem. Er hatte in seiner charakterlichen Entwicklung das gegenteilige Problem: Als Gott ihn als König ablehnte und David an seine Stelle setzte, wollte Saul an seinem Königtum festhalten, obwohl er wusste, dass Gott nicht wollte, dass er es behielt.

Saul, der Sohn des Kisch, war einer der komplexesten Menschen in der Heiligen Schrift. Zu seinen positiven Eigenschaften zählten Mut, Großzügigkeit und (oft) die Bereitschaft, Gott zu gehorchen. Sauls Schnelligkeit führte in 1. Samuel 11,7-8 zum Erfolg, in 1. Samuel 13,8-13 jedoch zu einer Katastrophe. Auf der negativen Seite war er misstrauisch, launisch, gewalttätig und rebellierte gegen Gott, weil dieser jemand anderen zum König erwählt hatte. Doch wenn man viele gute und gottesfürchtige Eigenschaften besitzt, aber dennoch gegen Gott rebelliert, dann ist man ein Rebell gegen Gott.

F: Was sind diese Instrumente in 1. Sam. 10,5; 18,6?

A: Der Nebel und der Kinnor waren Saiteninstrumente. Sie werden auch in 1. Chronik 13,8; 15,20-21; Psalm 33,2; 43,4 erwähnt. Der Nebel ist eine Art Leier, und der Kinnor ähnelte wahrscheinlich einer Gitarre. Leiern hatten damals drei bis zwölf Saiten, eine Harfe zehn bis zwanzig Saiten. Der Toph war ein Tamburin, wie es Mirjam in 2. Mose 15,20 spielte. Tamburine hatten damals noch keine kleinen Metallscheiben oder Ringe.

In Aschdod wurde im 10. Jahrhundert v. Chr. ein Tongefäßständer gefunden, auf dem ein Tamburinspieler, ein Flötenspieler, ein Leierspieler und zwei weitere Musiker abgebildet waren.

F: Warum prophezeite Saul in 1. Sam. 10,11-12, obwohl er sich später zum Bösen wandte?

A: Die Ausgießung des Heiligen Geistes und das Prophezeien waren in alttestamentlicher Zeit anders als in neutestamentlicher Zeit. Der Heilige Geist konnte einen ungehorsamen Gläubigen des Alten Testaments verlassen, wie Er es bei Simson in Richter 16,20 tat. David befürchtete in Psalm 51,11, dass der Heilige Geist ihn verlassen könnte.

Der Ausdruck „Ist Saul unter den Propheten?“ bedeutet laut „The Bible Knowledge Commentary: Old Testament“, S. 441, „Er verhielt sich unter ihnen wie ein Prophet“.

F: Warum erzählte Saul seinem Onkel in 1. Sam. 10,16 nicht, dass er zum König gesalbt worden war?

A: Die Schrift sagt es nicht, aber wir können über einige Gründe spekulieren.

1. Saul dachte vielleicht, sein Onkel würde ihm nicht glauben.

2. Vielleicht war sich Saul selbst nicht sicher, wie er Samuels Handeln einordnen sollte. Schließlich gab es zu diesem Zeitpunkt noch keinen Beweis dafür, dass ganz Israel Saul als König akzeptieren würde.

F: Warum versteckte sich Saul in 1. Sam. 10,20-24 zwischen dem Gepäck und den Vorräten?

A: Es ist ironisch, dass Saul ursprünglich nach verlorenen Eseln suchte und eine Krone fand. Nun suchte das Volk nach seinem „verlorenen“ König und fand einen schüchternen jungen Mann. Sein ganzes Leben lang war er unauffällig und blieb unbemerkt. Er lebte sogar in einer Stadt namens Gibea, was schlicht „Hügel“ bedeutet. Doch nun stand er mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit als jeder andere in Israel.

Möglicherweise hatte sich Saul aus Bescheidenheit oder aus Angst davor, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt zu werden, versteckt. Vielleicht empfand Saul sich in seinen eigenen Augen (1. Samuel 9,21) oder in den neidischen Augen anderer als ungeeignet, König zu sein. Außerdem: Wenn es so aussah, als strebe Saul das Königtum nicht an, konnte ihm niemand vorwerfen, den anderen seine Königsherrschaft aufzuzwingen. Es könnte auch daran gelegen haben, dass er mehr Zeit brauchte, um zu überlegen, ob er wirklich König über das Volk sein wollte oder nicht. Zudem wusste Saul, ebenso wie die anderen Israeliten, dass Samuel gesagt hatte, es sei falsch, um einen König zu bitten. Und schließlich: Wenn die Philister im Begriff sind, das Land zu überwältigen - möchte man dann der König sein, der im Mittelpunkt des Widerstands gegen sie steht?

Übrigens war Saul nicht mehr ganz jung, als er König wurde, da er, wie in 1. Samuel 13,2 beschrieben, bereits einen erwachsenen Sohn namens Jonathan hatte.

F: Gibt es in 1. Sam. 10,27-11,1 weitere Belege dafür, dass Nahasch, der Ammoniter, den Menschen die Augen ausstechen wollte?

A: Ja, Josephus erwähnt Nahashs Vorgehensweise in „Jüdische Altertümer“ 6.5.1. Auch die Schriftrolle vom Toten Meer 4Q51 (=4QSam(a)) berichtet, dass Nahash den Gaditern und Rubenitern bereits die Augen ausgestochen hatte.

F: Warum könnte Saul in 1. Sam. 11,1-7 ein besonderes Interesse an Jabesch-Gilead gehabt haben?

A: Es ist wahrscheinlich, dass ein Teil von Sauls Vorfahren von dort stammte. In Richter 19-21, als die Benjaminiter im Bürgerkrieg mit den anderen Israeliten immer wieder vernichtet wurden, waren nur noch 600 Benjaminiter übrig. Die anderen Stämme hatten ihren Frauen verboten, Benjaminiter zu heiraten, doch die Stadt Jabesch-Gilead, die keine Soldaten zum Kampf gegen die Benjaminiter entsandt hatte, hatte dies nicht getan. Daher nahmen sie 400 Jungfrauen aus Jabesch-Gilead gefangen und gaben sie den Benjaminitern als Ehefrauen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass einer oder mehrere von Sauls Vorfahren aus Jabesch-Gilead stammten.

Nachdem Saul und Jonathan getötet worden waren, kamen die Männer von Jabesch-Gilead heimlich und holten die Leichname, um sie zu erwerben.

F: Warum weinten die Männer der Stadt Gibea in 1. Sam. 11,5, als die Boten aus Jabesch-Gilead kamen?

A: Es könnte eine Kombination aus dem bevorstehenden Schicksal der Männer von Jabesch-Gilead, der Scham darüber, dass die Israeliten machtlos waren, dies zu verhindern, oder der Sorge sein, dass es ihnen später ebenso ergehen könnte. Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass sie auch nur die geringste Hoffnung hatten, dass der Mann aus ihrer Heimatstadt, Saul, etwas dagegen unternehmen würde oder könnte.

Da lagen sie ganz falsch!

F: Waren in 1. Sam. 11,8 die Zahlen der Armee zu hoch, und war die Unterteilung in Juda und Israel anachronistisch, wie es in „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 278 behauptet wird?

A: Nein. Tatsächlich blieb die Bevölkerungszahl der Israeliten von der Zeit des Auszugs aus Ägypten bis zur Zeit Davids - abgesehen von einigen Schwankungen - relativ konstant. Diese Zahl liegt deutlich unter der der Volkszählung nach dem Auszug. In 1. Samuel 11,8 heißt es jedoch nicht, dass es Saul gelang, jeden einzelnen wehrfähigen Mann zu mobilisieren.

Zudem war dies zwar nicht anachronistisch, da die Stämme ein gewisses Maß an Unabhängigkeit voneinander besaßen; bedenken Sie jedoch, dass 1. und 2. Samuel geschrieben wurden, nachdem es einen Bürgerkrieg zwischen Juda und den nördlichen Stämmen gegeben hatte, in dem David gegen Sauls Sohn kämpfte.

Zudem ist es ziemlich verwirrend, dass das hebräische Wort „elep“ an manchen Stellen „1.000“ bedeutet, an anderen „Clan“ und an wieder anderen Stellen ist unklar, welche der beiden Bedeutungen gemeint ist.

F: Haben die Einwohner von Jabesch-Gilead in 1. Sam. 11,10 die Ammoniter getäuscht?

A: Sie haben ausweichend geantwortet. Streng genommen waren ihre Worte korrekt. In ihrer Absicht haben sie jedoch in die Irre geführt. Betrachten wir dies zunächst aus der Sicht der Ammoniter, dann aus der Sicht der Gileaditer und schließlich, was tatsächlich kommuniziert wurde.

Die Ammoniter verstanden, was die Gileaditer vorhatten, und erklärten sich in Vers 3 sogar bereit, ihnen sieben Tage Zeit zu geben, um Verstärkung anzufordern. Die Ammoniter waren sowohl von ihrer eigenen Armee als auch von der Desorganisation der Israeliten so überzeugt, dass sie den Gileaditern ausdrücklich sieben Tage gewährten. Die Ammoniter gingen davon aus, dass sie die Gileaditer auf diese Weise als Knechte gewinnen könnten, ohne kämpfen zu müssen.

Die Gileaditer sagten, sie würden morgen „herauskommen“, in der Hoffnung, sie könnten Saul vertrauen, wohl wissend jedoch, dass ihre sieben Tage abgelaufen waren. Die Ammoniter wollten ihnen das rechte Auge ausstechen, und die Gileaditer erwiderten ironischerweise, sie könnten „tun, was immer ihre Augen für richtig halten“.

Sie teilten mit, dass sie „herauskommen“ würden, und sowohl im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 637, als auch in „735 Baffling Bible Questions Answered“, S. 104, heißt es, dass dieses hebräische Wort eine weit gefasste Bedeutung hat, genau wie „herauskommen“ im Deutschen. Es kann sowohl „angreifen“ als auch „sich ergeben“ bedeuten.

F: War es in 1. Sam. 11,12-15 richtig von Saul, jene nicht hinzurichten, die sich in 1. Sam. 10,27 gegen ihn ausgesprochen hatten?

A: Im Nachhinein betrachtet schien es die kluge Entscheidung zu sein, sie zu verschonen. Man hörte nichts mehr von ihnen, es gab keine weiteren Äußerungen, sich gegen Saul zu stellen, und der Streit legte sich. Es erfordert Weisheit zu wissen, wann man aufhören muss zu kämpfen.

Andererseits schien Saul später in seinem Leben sehr rachsüchtig gegenüber David zu sein, und Jonathan, der sich vielleicht an diese Situation erinnerte, tadelte seinen Vater dafür in 1. Samuel 19,4-7.

F: Was sagt 1. Samuel 12,3 über Samuels Leben am Ende aus?

A: Samuel konnte ohne Scham vor dem ganzen Volk stehen, weil er ein rechtschaffenes Leben geführt hatte und seine Position nicht missbraucht oder andere auf andere Weise ausgenutzt hatte. Samuel war nicht vollkommen; man denke beispielsweise an seine korrupten Söhne, die Samuel als seine Nachfolger einsetzen wollte. Doch Samuel konnte auf sein Leben zurückblicken, es von anderen prüfen lassen und sich dabei nicht schämen. Hoffentlich möchten wir es ihm gleichtun.

F: Wie kann in 1. Sam. 12,3 eine Bestechung jemandem die Augen verschließen?

A: Dieses Bild ist sehr treffend. Ein Mensch kann sich entweder dafür entscheiden, nicht nachzuforschen, so zu tun, als wüsste er von nichts, oder sich einfach nicht mehr darum zu kümmern, anderen gegenüber gerecht zu sein, wenn sein Herz durch eine Bestechung verdorben ist. Ein böses Herz kann dazu führen, dass jemand blind wird.

F: Was ist in 1. Sam. 12,3-5 der entscheidende Punkt, den Samuel übersehen hat?

A: Samuel wollte ausdrücklich betonen, dass er ehrlich war und niemanden auf korrupte Weise ausnutzte. Samuel deutete an, dass das Volk, so wie es ihm in der Vergangenheit vertrauen konnte, auch den zukünftigen Prophezeiungen Gottes durch ihn vertrauen könne. Zudem war Samuels Beispiel eines, dem zukünftige Führer und Könige folgen sollten. Doch Samuel übersah den eigentlichen Grund, warum das Volk nach einem König verlangte. Es war besorgt über Samuels korrupte Söhne, und Samuels Ehrlichkeit war nur ein Ablenkungsmanöver.

F: Wer ist Bedan in 1. Sam. 12,11?

A: In den hebräischen Handschriften steht „Bedan“, während in der Septuaginta und im Syrischen „Barak“ steht.

X Bedan könnte eine Person gewesen sein, die an keiner anderen Stelle als Richter erwähnt wird. (In 1. Chronik 7,17 wird ein Bedan aus dem Stamm Manasse erwähnt.) Auch wenn nichts in der Heiligen Schrift dagegen spricht, ist diese Ansicht jedoch höchst unwahrscheinlich. Die Handschriften von 1. Samuel weisen mehr Druckfehler auf als die meisten Bücher des Alten Testaments, und es ist wahrscheinlich, dass es sich hierbei um einen Druckfehler handelt. Es wäre zudem etwas seltsam, wenn Samuel das Volk an einen unbekannten Richter erinnern würde, von dem es noch nie gehört hat; daher hat das Volk wahrscheinlich von dieser Person gehört. Wäre die Person berühmt genug gewesen, dass sich das Volk an sie erinnert hätte, wäre sie wahrscheinlich in der Geschichte im Buch der Richter erwähnt worden.

Barak in Richter 4-5 war der hier gemeinte Richter. Das „Expositor’s Bible Dictionary“, Band 3, und der „Believer’s Bible Commentary“, S. 304, vertreten diese Ansicht. Weitere Informationen zu den ersten beiden Ansichten finden Sie im „Bible Knowledge Commentary: Old Testament“, S. 443.

Hier ist Abdon aus Richter 12,13-15 und 1. Chronik 9,26 gemeint. Ein hilfsbereiter Leser hat Folgendes eingesandt: „Eine gängige Umwandlung, die als ‚kanaanitische Verschiebung‘ bezeichnet wird, würde die Umwandlung von Abdon zu Bedan im Text erklären. Siehe Merrill F. Unger, The New Unger’s Bible Dictionary, S. 3 und 152.“

Der Hinweis darauf, dass Abdon ein Benjaminiter war, ist von Bedeutung, da Samuel hier einen Vergleich zwischen dem neuen König Saul und den Richtern herstellt. Dabei wird erwartet, dass Saul die Leistungen der Richter erreichen oder übertreffen würde, doch leider scheitert er.“ Auch in der Strong’schen Konkordanz heißt es, dass „Bedan“ wahrscheinlich eine Kurzform von „Abdon“ ist.

F: Was sagt Gott in 1. Sam. 12,13-15 über die Entscheidung des Volkes, einen König zu ernennen?

A: Auch wenn es falsch war, gerade jetzt um einen König zu bitten, und Israel dies später bereuen würde, war das Geschehene nun einmal geschehen. In Zukunft wird Gott sie, sofern sie ihm gehorchen, weiterhin segnen und ihnen gute Könige geben.

F: Warum fürchtete das Volk in 1. Sam. 12,17-19 Regen während der Weizenernte?

A: Normalerweise regnete es während der Erntezeit nicht. Wenn es donnerte und regnete, war die Ernte schwierig; ein Teil des Weizens würde herunterfallen, und nasser Weizen, der nicht umgehend getrocknet wird, würde schimmeln.

F: Ist es in 1. Sam. 12,23 eine Sünde, nicht für jemanden zu beten?

A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

Ja, es ist eine Sünde, nicht für jemanden zu beten, für den man beten sollte.

Es gab jedoch Fälle, in denen Gott Jeremia ausdrücklich anwies, nicht für die ungehorsamen Israeliten zu beten.

F: In 1. Sam. 13,1: Wann begann Saul zu regieren und wie lange war er König?

A: Im hebräischen Text heißt es: „Saul war … Jahre alt, als er zu regieren begann; und er regierte … zwei Jahre über Israel.“ Tatsächlich regierte Saul laut Apostelgeschichte 13,21 und Josephus in „Antiquitates Judaicae“, Buch 6, 378, 14,9, 40 Jahre lang. Die hier genannten zwei Jahre könnten jedoch tatsächlich die Zeitspanne bezeichnen, in der Saul bereits vor den Ereignissen in 1. Samuel 13,1 König war.

Wir können davon ausgehen, dass hier einige Buchstaben ausgelassen wurden. Die konservativen christlichen Nachschlagewerke „Encyclopedia of Bible Difficulties“, S. 171-172, und „When Critics Ask“, S. 159, kommen zu demselben Schluss. Die NASB 2020 und eine Fußnote der NIV weisen darauf hin, dass „dreißig“ in der Übersetzung enthalten ist, da einige späte Septuaginta-Handschriften „dreißig“ enthalten. Der uns vorliegende masoretische Text lautet: „… Saul war … [ein] Jahr alt“. In 1. Samuel 13,3 wird gezeigt, dass Saul einen erwachsenen Sohn, Jonathan, hatte, was es ziemlich unwahrscheinlich macht, dass Saul erst ein Jahr alt war! Tatsächlich war Sauls Sohn und Nachfolger Isch-Boschet vierzig Jahre alt, als er zu regieren begann, und er wird in 1. Samuel 14,49 nicht unter den Söhnen Sauls erwähnt.

F: Bedeutet der Ausdruck „in seinem Zelt“ in 1. Sam. 13,2, dass die Israeliten noch ein Nomadenleben führten?

A: Dies gibt uns einen Hinweis darauf, dass viele der Israeliten ein Nomadenleben führten. Wahrscheinlich wohnte die Mehrheit der Israeliten nicht in ummauerten Städten. Auch heute noch ziehen viele Nomaden ein Zelt einem Haus vor. Ein Zelt ist zudem praktischer für den Umzug, wenn Schafe und Rinder zwischen der Regenzeit und der Trockenzeit umgesiedelt werden.

Zu Rehabeams Zeiten lebte der Großteil des Volkes nicht als Nomaden, und als das Nordreich aufhörte, Rehabeam zu dienen, heißt es in 1. Könige 12,16f: „Da zog Israel in seine Zelte.“

F: Wie konnten in 1. Sam. 13,5 30.000 Streitwagen und nur 6.000 Wagenlenker vorhanden sein?

A: 30.000 ist eine sehr große Anzahl von Streitwagen. Hierbei handelt es sich um einen Schreibfehler im hebräischen Text. Die griechische Septuaginta spricht von 3.000 Streitwagen. Die Philister setzten Streitwagen ein, die von zwei Personen gesteuert wurden.

F: Warum zögerte Samuel in 1. Sam. 13,8-10 über die festgesetzte Zeit hinaus, und was bedeutete dies für Saul?

A: Vor einigen Jahren hatte Samuel Saul in 1. Samuel 10,8 aufgefordert, sieben Tage zu warten. Wir wissen nicht, warum Samuel sich entschied, die Ankunft hinauszuzögern. Es war sicherlich keine Vergesslichkeit angesichts einer so bedeutenden Schlacht. Vielleicht war Samuel krank, oder er wurde durch bestimmte Umstände aufgehalten. Eine andere Möglichkeit ist, dass Gott bewusst wollte, dass Samuel sich verspätete, um zu sehen, wie sich Saul verhalten würde. Die Folgen eines Scheiterns waren gravierend, da die Philister bei Mikmas nur fünf Meilen von Gibea, der Hauptstadt, entfernt waren.

Saul sehnte sich vor der Schlacht verzweifelt nach der Gunst des Herrn und war bereit, jedes Mittel einzusetzen, um sie zu erlangen. Dass Saul ein besonderes Opfer darbringen wollte, war keine Sünde, denn auch David tat dies in 2. Samuel 24,25 und Salomo in 1. Könige 8,62-64. Doch David und Salomo hätten ordnungsgemäße Opfer dargebracht, unter Mitwirkung des Hohepriesters - nicht so wie Saul, der bewusst dem ausdrücklichen Befehl, auf Samuel zu warten, nicht gehorchte.

Dies ist eine Prüfung dessen, worauf sich Saul letztendlich stützte: auf das, was er sah, oder auf das, woran er glaubte. Wenn der Sieg von Saul abhing, sah er, dass er ihn aus eigener Kraft bewältigen konnte. Wenn das Volk jedoch weiter abwanderte, würde der Sieg außerhalb seiner Macht liegen; daher lag es auf der Hand, anzugreifen, bevor zu viele Soldaten das Lager verließen. Andererseits hätte Gott die Israeliten auch mit noch weniger Männern als diesen die Philister besiegen lassen können - etwa durch Blitze, indem Gott den Philistern Schrecken einflößte, oder durch ein Erdbeben, wie Gott es in 1. Samuel 14,15 tat. Wenn der Sieg von Saul abhing, musste er nun wirklich opfern und angreifen. Wenn der Sieg von Gott abhing, hätte Saul sich einfach zurücklehnen und gehorchen können. Worauf würde Saul vertrauen?

F: Was hat Saul in 1. Sam. 13,13 hier verloren?

A: Dies bedeutet nicht, dass Saul nicht länger König sein sollte. Vielmehr bedeutet es, dass der Thron seinen Nachkommen, in diesem Fall seinem Sohn Isch-Boschet, entzogen werden würde. Saul wurde nach seinem zweiten Verstoß - der Verschonung des amalekitischen Königs und der Beute in 1. Samuel 15,22-23 - für nicht mehr als rechtmäßigen König erklärt.

F: In 1. Sam. 13,13: Inwiefern wurde Saul für alle Zeiten aus seiner Dynastie ausgeschlossen, da der Thron in Gen. 49,10 für Juda prophezeit worden war?

A: Zwar kann Gott den Menschen bedingte Verheißungen geben, doch hat Gott Saul hier nicht einmal eine bedingte Verheißung gegeben. Gott teilte Saul mit, was er durch seinen Ungehorsam verloren hatte.

Beachten Sie: Als Samuel sagte, dass Sauls Königreich Bestand gehabt hätte, „wenn“ er gehorcht hätte, vermittelt Gott hier durch Samuel „Meta-Wissen“ oder „hypothetisches Wissen“. Es geht nicht darum, was geschehen wird, sondern darum, was geschehen wäre, wenn Saul andere Entscheidungen getroffen hätte.

Genesis 49,10 zeigt, dass Sauls Ungehorsam für Gott keine Überraschung war. Gott hatte bereits vorgesehen, dass Saul sich frei für den Ungehorsam entscheiden würde, ebenso wie die spätere Wahl Davids.

F: Wie konnte David in 1. Sam. 13,14 ein Mann nach Gottes Herzen sein, da er später einige sehr schwere Sünden begangen hat?

A: Das heutige „Handbuch zur Lösung biblischer Schwierigkeiten“ (S. 54) gibt darauf eine gute Antwort. „Davids Lügen, Kriege und Ehebrüche sind ebenso genau überliefert wie seine Frömmigkeit und seine Triumphe. Er war ein Mann nach Gottes Herzen, nicht weil er niemals gesündigt hat, sondern weil er, nachdem er gesündigt hatte, Buße tat.“ David folgte Gott treu, abgesehen von der Situation mit Uria, dem Hethiter, gemäß 1. Könige 15,5.

F: Wird in 1. Sam. 13,21 ein „pim“ mit zwei Dritteln eines Schekels übersetzt?

A: Bis in dieses Jahrhundert war das hebräische Wort „pim“ an dieser Stelle nirgendwo sonst bekannt. Das „New International Bible Dictionary“ (S. 1063) berichtet jedoch, dass bei jüngsten archäologischen Ausgrabungen Gewichte mit der Aufschrift „pim“ gefunden wurden, die zwei Drittel eines Schekels entsprechen. „Pim“ war ein Wort, dessen Bedeutung 2.000 Jahre lang niemand kannte, doch die Buchstaben wurden korrekt übersetzt.

F: Warum hatten die israelitischen Soldaten in 1. Sam. 13,22 keine Schwerter oder Speere, obwohl sie doch in 1. Sam. 11,11 Waffen benötigt hätten, um die Ammoniter zu besiegen?

A: Saul und Jonathan verfügten gemäß 1. Samuel 13,22 über ein Schwert und einen Speer, und Jonathan trug gemäß 1. Samuel 14,6 sogar eine Rüstung. Die überwiegende Mehrheit der Soldaten besaß jedoch weder ein Schwert noch einen Speer, insbesondere keine Schwert- und Speerwaffen aus Eisen. Als Saul gemäß 1. Samuel 13,15 ausrückte, um die Philister anzugreifen, nahm er lediglich 600 Mann mit. Die Philister verfolgten laut 1. Samuel 13,19 die Politik, die Israeliten zu entwaffnen. Doch eine Armee der Antike konnte über zahlreiche Waffen verfügen, ohne dabei Schwerter oder Speere zu besitzen. Schwertklingen bestehen vollständig aus Metall, und Speere haben ausnahmslos Metallspitzen. Der Kernpunkt von 1. Samuel 13,22 ist, dass sie diese Art von Metallwaffen nicht besaßen, da die Philister ein Monopol auf die Eisenverhüttung hatten. Hätten die Israeliten zuvor Schwerter oder Speere besessen, hätten die Philister diese beschlagnahmen wollen, um jeden Aufstand der Israeliten wirkungslos zu machen. Die Israeliten hätten zwar weiterhin scharfe Metallgegenstände für die Landwirtschaft besessen, im Krieg wären sie jedoch deutlich im Nachteil gewesen.

Die Israeliten waren jedoch nicht wehrlos und besiegten die Ammoniter in 11,11. Sie verfügten noch über andere Waffen, wie zum Beispiel:

Äxte (1. Samuel 13,20) (Streitäxte gehörten zu den bevorzugten Waffen der Franken und Wikinger.) Da diese auf einem Bauernhof benötigt wurden, erlaubten die Philister deren Besitz.

Geschärfte Metallspitzen an landwirtschaftlichen Geräten wie Sensen, Heugabeln und Hacken. (1. Samuel 13,20-21) (Im Mittelalter waren Sensen in großer Zahl wirksame Waffen gegen berittene, gepanzerte Ritter im Hussitenaufstand.)

Messer und Dolche (Richter 3,16) (Kurze Schwerter, nicht lange Schwerter, waren die bevorzugte Waffe späterer römischer Soldaten im Nahkampf.)

Schleudern (Richter 20,13; 1. Samuel 17,50)

Ochsenstöcke mit Metallspitzen (Richter 3,31; 1. Samuel 13,21) Ochsenstöcke konnten bis zu 7-10 Fuß lang sein.

Möglicherweise Hämmer (Richter 4,21)

Wahrscheinlich verschiedene Keulen und angespitzte Holzstangen.

Wahrscheinlich benutzten außer Jonathan noch nur wenige Israeliten Bogen und Pfeile.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Israeliten wahrscheinlich über eine Fülle an Waffen und landwirtschaftlichen Werkzeugen verfügten, es ihnen jedoch an Speeren, Schwertern und anderen Eisenwaffen mangelte, abgesehen von den bereits genannten.

F: Warum beschloss Jonathan in 1. Sam. 14,1, den Vorposten der Philister an dieser Stelle anzugreifen?

A: Sein Vater Saul unternahm nichts. Jonathan initiierte den Konflikt und vertraute darauf, dass Gott den Sieg schenken würde. Im Erfolgsfall könnte dies die Israeliten ermutigen und die Philister demoralisieren. Manchmal sind wir entweder vor Angst wie gelähmt oder versuchen, unsere Siege selbst zu erringen, obwohl wir eigentlich darauf vertrauen sollten, dass Gott den Sieg schenkt.

Jonatans Überfall war geheim, und er bat weder Saul noch den Priester Ahija noch sonst jemanden um Erlaubnis, dorthin zu gehen. Gideon bekämpfte die Midianiter in Richter 7,15 mit nur wenigen Männern; Gott braucht also keine große Zahl an Menschen.

F: In 1. Sam. 14,1.3.18-20: In welchen Situationen könnte ein Gläubiger auf Führung warten, obwohl er bereits weiß, was zu tun ist?

A: Zu Sauls Verteidigung sei gesagt, dass Samuel ihn dafür zurechtwies, nicht bis zum vereinbarten Zeitpunkt auf ihn gewartet zu haben, woraufhin Samuel in 1. Samuel 13,15 fortging. Daher war Saul möglicherweise besonders darauf bedacht, auf den Hohepriester zu hören. Doch Saul hätte nicht so lange warten müssen, und es war nicht so, dass jede einzelne Entscheidung durch den Hohepriester von Gott mit „Ja“ oder „Nein“ bestätigt werden musste.

Manchmal zögert ein Gläubiger vielleicht, Gottes Willen zu tun - etwa bei etwas, das er eigentlich gar nicht tun möchte -, weil er auf Gottes Willen wartet, obwohl er diesen bereits kennt. Saul verfügte zu diesem Zeitpunkt nur über wenige Männer; daher zögerte er, mit so wenigen Männern in die Schlacht zu ziehen, und aus rein menschlicher Sicht mag er damit recht gehabt haben. Die meisten Dinge wissen wir nicht mit Sicherheit, aber wir können zuversichtlich sein, was wir tun sollten. Doch was ist, wenn wir es nicht perfekt tun? Tatsächlich tun wir im Nachhinein betrachtet wahrscheinlich vieles nicht perfekt; aber das ist in Ordnung, denn Gott kann unser Engagement und unseren Dienst für Ihn nutzen, so gut wir es eben können, auch wenn dies unvollkommen ist. Und manchmal kann Gott sogar unsere Unvollkommenheiten gebrauchen.

F: Wer war Ahija in 1. Sam. 14,3?

A: Er war ein Enkel des Priesters Eli, der als Hohepriester diente. Möglicherweise handelte es sich hierbei um einen anderen Namen für Ahimelech. Da Eli im Alter von 98 Jahren starb und Pinehas kurz zuvor in der Schlacht gefallen war, dürfte Pinehas etwa 65 Jahre alt gewesen sein, und Ahitub könnte etwa 40 Jahre alt gewesen sein, als Samuel zum Propheten wurde. Ahimelechs Sohn Abjatar war während der gesamten 40-jährigen Regierungszeit Davids Hohepriester, bis Salomo ihn absetzte.

F: Warum forderten die Philister in 1. Sam. 14,11 Jonathan und seinen Waffenträger auf, zu ihnen zu kommen?

A: Sie wussten nicht, was sie von nur zwei Soldaten halten sollten. Wollten diese wirklich kämpfen, oder handelte es sich möglicherweise um Deserteure, die auf die Seite der Philister überlaufen wollten?

F: Wie kam es in 1. Sam. 14,15 zu einem so starken Beben?

A: Es handelte sich um ein Gebiet mit steilen Wadis (ähnlich den Arroyos in Mexiko und im Südwesten der USA). Die Hänge aus weichem Erdreich sind steil, und man möchte sich bei einem Erdbeben keinesfalls dort aufhalten. Dies war ein genau zum richtigen Zeitpunkt auftretendes kleines Erdbeben. Natürlich gerieten die Philister auch in Panik, weil nur zwei (wenn auch gut bewaffnete) Hebräer zwanzig philistinische Krieger getötet hatten. In dem Tumult dachten sie vielleicht, Jonathan und sein Waffenträger seien nur „Köder“ und eine größere israelitische Streitmacht befände sich direkt hinter ihnen. Ein kleines Erdbeben, das genau zu diesem Zeitpunkt auftrat, dürfte sie noch mehr vor Angst zittern lassen, da sie vermuteten, dass übernatürliche Kräfte gegen sie waren.

F: Was ist in 1. Sam. 14,20-21 ein wichtiger Punkt bezüglich der Philister?

A: Ein recht großer Teil der philistinischen Soldaten bestand tatsächlich aus Israeliten, die für die Philister kämpften. Als Saul und Jonathan kamen, schlossen sich diese Israeliten ihnen an und unterstützten sie.

F: Warum befahl Saul in 1. Sam. 14,24-25 den Soldaten, nichts zu essen, bevor sie den Sieg errungen hatten?

A: Zunächst einmal hatten weder Samuel noch Gott Saul dazu aufgefordert, dies zu tun. Hier sind zwei mögliche Gründe, warum Saul diesen unklugen Befehl erteilt haben könnte - und vielleicht treffen beide zu.

Erstens wollte Saul Gott zeigen, wie hingebungsvoll er und sein Heer waren, damit Gott das Heer segnen und ihnen den Sieg schenken würde. Saul könnte gedacht haben, dass er dadurch in den Augen Gottes und in den Augen der Israeliten gut dastehen würde.

Zweitens wollte Saul vielleicht diese willkürliche, törichte Regel aufstellen, um zu zeigen, dass er ein König war, der Regeln festlegen konnte.

Als Gott Saul jedoch keine Antwort auf die Frage gab, ob er die Philister verfolgen solle, wusste Saul, dass jemand gegen seinen törichten Befehl verstoßen hatte - einen Befehl, dessen Befolgung Gott von ihnen erwartet hatte, da Saul den Eid geleistet hatte. Die einfachste Lösung findet sich natürlich in Jakobus 5,12 im Neuen Testament: Leisten Sie einfach überhaupt keine Eide.

Eine Folge seines törichten Befehls war, dass die Philister größtenteils entkommen konnten. Dieselben Philister konnten später zurückkehren und am Berg Gilboa kämpfen, wo Saul und Jonathan getötet wurden. Törichte Befehle an andere können dazu führen, dass Chancen verpasst werden, aber sie können auch zu mehr Nöten und Gefahren führen, die man sonst nicht gehabt hätte.

F: Warum stellen religiöse Menschen heute willkürliche Regeln auf (1. Sam. 14,24-25), und welche sind das?

A: Vielleicht stellen religiöse Menschen heute aus ähnlichen Gründen zusätzliche Regeln auf.

1) Sie möchten Gott und insbesondere anderen Menschen zeigen, wie hingebungsvoll sie sind, indem sie diese Dinge tun.

2) Sie wollen zeigen, wie religiös mächtig sie sind, indem sie Regeln aufstellen und diese als Gottes Willen darstellen.

Es ist sehr merkwürdig, wie sehr Menschen dazu neigen, sich Gottes Gunst zu sichern, indem sie Regeln aufstellen, die Gott weder verlangt noch geboten hat, oder Dinge tun, um die Gott nicht gebeten hat.

Im Laufe der Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele dafür. Die jüdischen Pharisäer hatten eine „Schutzmauer“ aus Gesetzen um die Tora herum errichtet, um sicherzustellen, dass niemand versehentlich gegen die Tora verstieß. Die römisch-katholische Kirche hat den Menschen beigebracht, freitags keinen Fisch zu essen. Das Zweite Konzil von Nicäa (787 n. Chr.) legte fest, dass eine Kirche nur dann erbaut werden dürfe, wenn sie eine Reliquie besitze. Die „Church of Christ“ hatte erklärt, dass mechanische Musikinstrumente in der Kirche nicht erlaubt seien. Viele konservative Baptisten haben erklärt, man dürfe niemals Alkohol trinken. Einige dieser Regeln mögen besser sein als andere, doch der gemeinsame Nenner besteht darin, dass manche Menschen menschliche Regeln den Geboten Gottes gleichstellen wollen.

F: Warum hat Gott in 1. Sam. 14,37-38 den Priestern hier keine Antwort gegeben?

A: Hier sind mindestens vier Punkte zu beachten.

1. Saul handelte unbesonnen, als er den Fluch gegen jeden Israeliten aussprach, der an diesem Tag etwas aß. Saul tat dies wahrscheinlich, damit niemand die Verfolgung der Philister unterbrach und mit Plünderungen begann, doch sein Erlass raubte ihnen an diesem Tag die Kraft.

2. Gott sagte nicht „nein“, sondern antwortete einfach nicht, um zu sehen, wie weit ihre Unbesonnenheit sie treiben würde.

3. Es war wahrscheinlich besser, dass sie die Philister in ihrem erschöpften Zustand, nachdem sie nichts gegessen hatten, nicht weiter verfolgten.

4. Gott antwortete ihnen nicht, weil sie zunächst noch eine offene Angelegenheit mit Gott zu klären hatten. Einigen war bekannt, dass Jonathan Honig gegessen hatte. Würde dies nicht geklärt werden, würden die Menschen die Worte, die an den Herrn gerichtet wurden, auf die leichte Schulter nehmen. Nachdem dies offen ans Licht gekommen war und das Heer erkannte, dass es nicht gerecht war, dass Jonathan sterben sollte, konnten sie weiterziehen.

F: Hat sich Jonathan in 1. Sam. 14,29-30 respektlos verhalten, als er sagte, der Befehl seines Vaters, des Königs, sei falsch?

A: Einerseits waren Jonathans Worte richtig; Saul hatte tatsächlich einen Fehler begangen. Als Befehlshaber im Kampf war es durchaus zulässig, seinen Vorgesetzten auf mögliche Fehler hinzuweisen.

Andererseits wies Jonathan jedoch nicht unter vier Augen auf Sauls Fehler hin, sondern tat dies öffentlich. Selbst wenn Jonathan seinem Vater und König gegenüber respektlos war, gibt es keinen Hinweis darauf, dass wir Jonathans Beispiel folgen sollten. Der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 281) sieht hier eine gewisse Kühle zwischen dem König und dem Thronfolger, die in Monarchien nicht ungewöhnlich ist. Wenn man 1. Samuel 14,44 liest, wo Saul verspricht, Jonathan noch am selben Tag zu töten, hat Asimov hier vielleicht Recht.

F: Warum aß das Volk in 1. Samuel 14,31 das Fleisch mit dem Blut?

A: Sauls Verbot lief bei Sonnenuntergang aus, sodass es ihnen gestattet war, zu essen. Doch laut 3. Mose 17,10-14; 19,26 und 5. Mose 12,16, 23-25; Hesekiel 33,25 sowie Apostelgeschichte 15,20 war ihnen dies eigentlich untersagt, und sie wussten, dass sie es nicht tun durften. Doch sie waren sehr hungrig, und vielleicht kamen sie zu dem Schluss, dass ihr Kampf für Gott wichtiger sei als ihr Gehorsam. Schließlich schien Saul in 1. Samuel 13,8-14 offenbar genauso zu argumentieren.

F: Warum errichtete Saul in 1. Samuel 14,34-35 an dieser Stelle einen Altar?

A: Dies war nicht nur ein Gedenkmale, und es war auch kein dauerhafter Opferaltar anstelle von Gilgal. Vielmehr war es ein Ort, an dem sie die Tiere ordnungsgemäß schlachten konnten. Saul erkannte, dass das, was das Volk tat, falsch war, und er wollte, dass sie Gott nicht ungehorsam waren, auch wenn er selbst dies bereits getan hatte.

F: Warum wurden in 1. Sam. 14,32-34.43 nicht alle israelitischen Soldaten hingerichtet, da sie Fleisch mit Blut gegessen hatten?

A: Bei der Beantwortung sind fünf Punkte zu berücksichtigen.

1. Man musste nicht jeden Tropfen mikroskopisch genau ablassen, sondern 3. Mose 17,13 besagt, dass sie lediglich das Blut vor dem Verzehr auf dem Feld ablassen mussten.

2. 1. Samuel 14,32-34 zeigt jedoch deutlich, dass die hungrigen israelitischen Soldaten zunächst nicht einmal dies so taten, wie es ihnen vorgeschrieben war.

3. Samuel billigte ihr Handeln nicht. Ob aus Unwissenheit, aus Eile, um zu essen, oder aus beidem - Samuel bestand darauf, dass sie Gottes Gesetz befolgten.

4. Saul wollte jeden hinrichten lassen - sogar seinen eigenen Sohn Jonathan -, der gegen die Regel verstieß, die er an jenem Tag selbst aufgestellt hatte. Es war jedoch inkonsequent, dass Saul nicht einmal daran dachte, die Soldaten dafür zu bestrafen, dass sie gegen Gottes Regel verstießen, die bereits einige Jahrhunderte zuvor festgelegt worden war.

5. Hat sich in den dreitausend Jahren, die seit der Abfassung dieses Textes vergangen sind, wirklich etwas geändert? Auch heute noch sind viele Führer religiöser Gruppen mehr darauf bedacht, dass Menschen ihre eigenen Regeln brechen - die keine Grundlage in der Bibel haben -, als darauf, dass sie Gottes Regeln brechen.

F: Welche weiteren Lehren können wir aus 1. Sam. 14,32-34.43 für die heutige Zeit ziehen?

A: Es gibt mindestens zwei Lehren, die wir daraus ziehen können.

1. Es kann mildernde Umstände geben, die eine zeitliche Strafe für den Verstoß gegen ein Gesetz Gottes oder ein Gesetz des Landes mildern oder aufheben. Auch Römer 4,15 und 5,12 zeigen dies.

2. Wenn ein religiöser Führer mehr darauf bedacht ist, dass Gottes Volk sein neues Gesetz befolgt, als auf Gottes Gebote für uns, dann stimmt etwas nicht. Der Schwerpunkt dieses Führers sollte nicht befolgt werden.

F: Warum legte Saul in 1. Samuel 14,39 nach dem ersten noch einen zweiten törichten Eid ab?

A: Offenbar glaubte Saul, dass das Ablegen unüberlegter Eide - wie es Jephthah und Gideon taten - der richtige Weg sei, um zu zeigen, wie hart man war und wie geeignet man für die Führung war. Saul legte mehr Wert darauf, sich als hart zu präsentieren und Eide zu halten, als auf das Leben seines eigenen Sohnes. Dies ist derselbe Saul, der in 1. Samuel 11,12-13 die Männer verschont hatte, die sich gegen seine Königswürde ausgesprochen hatten.

Saul hatte den Anschein eines guten Königs erweckt, da er größer war als die anderen. Doch Eide wie dieser zeigten, was für ein törichter Mann er war. Saul war jedoch im Kampf gegen die Philister und andere Völker erfolgreich, und wenn das alles war, was die Israeliten wollten, dann bekamen sie es auch.

F: Warum kämpfte Saul in 1. Sam. 14,47.52 gegen all diese Völker?

A: Saul kämpfte gegen sie, weil sie in das verheißene Land eindrangen und um das Land für die Israeliten so sicher wie möglich zu machen. Bei den Philistern lag die Situation jedoch anders. Saul führte nicht nur einen kurzen Feldzug gegen die Philister; er musste sein ganzes Leben lang gegen sie kämpfen, und schließlich verloren er und Jonatan im Kampf gegen die Philister ihr Leben.

F: Ist Sauls Sohn Ishvi in 1. Sam. 14,49-52 derselbe wie sein Sohn Ish-Boschet/Ishbaal in 1. Chr. 8,33?

A: Wahrscheinlich nicht, laut „The Bible Knowledge Commentary: Old Testament“, S. 446. Isch-Boschet war der jüngste Sohn, der nach 1. Samuel 14,49-62 geboren wurde. Übrigens kann „Baal“ einfach „Herr“ bedeuten, ist aber auch der Name eines kanaanitischen/philistäischen/ugaritischen Gottes. Manchmal ersetzten die Israeliten „Baal“ durch „Boschet“. Boschet bedeutet „Schande“.

F: Warum wies Gott Saul in 1. Sam. 15,1-5 an, alle Amalekiter zu vernichten?

A: Wir können drei Gründe erkennen, warum Gott Saul diesen Befehl erteilte.

1. Den Israeliten wurde von Gott ausdrücklich geboten, die Amalekiter zu vernichten (5. Mose 25,17-19; ~2. Mose 17,14-16; ~4. Mose 24,20).

2. Zwischen ihnen und den Israeliten bestand eine uralte und anhaltende Feindschaft. Die Amalekiter hatten den langsameren Teil der Israeliten von hinten überfallen.

3. Bevor sie nach Kanaan kamen, griffen die Amalekiter die Israeliten ohne Anlass an und legten verschiedenen Gruppen von ihnen Hinterhalte.

Es ist bemerkenswert, dass Saul aufgrund seines Eides in 1. Samuel 14,44 den Anschein erweckte, als sei er bereit, seinen eigenen Sohn zu töten, doch war Saul nicht bereit, alle Amalekiter zu töten.

F: Was erfahren wir in 1. Samuel 15,2 über die Amalekiter?

A: Werfen wir einen Blick auf ihre Vergangenheit, ihre Geschichte nach Saul und insbesondere auf ihren König.

Ihre Vergangenheit: Die Amalekiter werden erstmals in 1. Mose 14,7 erwähnt, als die Könige aus Mesopotamien in ihr Land einfielen. Diese lebten bereits vor Amalek, dem Enkel Esaus, wie in 1. Mose 36,12 beschrieben. Während die Beduinen der Keniter Moses und den Israeliten freundlich gesinnt waren, griffen die Beduinen der Amalekiter die Israeliten zu Moses’ Zeiten in 2. Mose 17,8-14 an. In 2. Mose 17,16 sagte Mose, dass der Herr niemals aufhören werde, gegen die Amalekiter zu kämpfen. Auch die Philister führten offenbar bis in die Zeit Davids hinein Krieg gegen die Amalekiter (1. Samuel 27,8). Die wichtigste Stadt der Amalekiter war wahrscheinlich das heutige Tel Masos, etwa sieben Meilen östlich-südöstlich von Beerscheba. Dort wurde eine Zerstörungsschicht gefunden, die mit dem Angriff der Israeliten übereinstimmt.

Ihre Geschichte: Da die Amalekiter überwiegend Nomaden waren, nur wenige Städte besaßen und ihre Zahl nach Sauls Kampf gegen sie zurückging, hören wir nicht viel mehr von den Amalekitern, außer dass Saul sie nicht vollständig vernichtet hat; andere überlebten offenbar an anderen Orten. Die Amalekiter plünderten die Stadt Ziklag, und David verfolgte sie (1. Samuel 30,1-17). Ihr Gebiet im Negev wurde später von den Edomitern eingenommen. Die letzte Erwähnung der Amalekiter findet sich in 1. Chronik 4,43 zur Zeit Hiskias.

Ihr König: Wir wussten nicht, ob „Agag“ der Name des Königs war oder ob es sich um den Titel ihres Königs handelte, so wie „Pharao“ der Titel für den König von Ägypten ist. In Ester 3,1.10; 8,3.5; 9,24 war Haman ein Agagiter. Wir wissen nicht, wo sich die Stadt Agag befand. Vielleicht handelte es sich gar nicht um eine Stadt, sondern vielmehr darum, dass Haman von den Königen der Amalekiter abstammte. Josephus berichtet in „Jüdische Altertümer“, Buch 11, 211, dass Haman ein Amalekiter war.

F: Warum bereute Gott in 1. Sam. 15,11.35, dass Er Saul zum König gemacht hatte?

A: Das Wort kann auch mit „betrübt“ übersetzt werden. Gott drückt Seine Gefühle im Laufe der Zeit aus, während die Ereignisse sich zutragen. Jeremia 15,8 geht näher darauf ein. Siehe auch die Erörterung zu Genesis 20,3.6.

F: Warum war Samuel in 1. Sam. 15,11 „die ganze Nacht betrübt“?

A: Es ging nicht darum, dass sie niemals einen König haben sollten, sondern darum, dass sie nicht gerade jetzt auf einem König hätten bestehen sollen - so wie die anderen Völker -, anstatt auf Gott. Als sie schließlich einen König erhielten, bekamen sie einen König, der den Gehorsam gegenüber Gott auf die leichte Schulter nahm und nur halbherzig gehorchte. Samuel trauerte um einen von Gott eingesetzten Führer, der geistlich abfiel, da er sich auf seine eigene Kraft und seinen eigenen Rat verließ, anstatt auf Gott. Samuel machte sich wahrscheinlich auch Gedanken über den geistlichen Zustand des Volkes, als er den Führer in diesem Zustand sah.

F: Warum waren Gott und Samuel in 1. Sam. 15,19 zornig darüber, dass Saul die Beute behielt?

A: Da sie von der Beute profitieren würden, könnten andere behaupten, der Gehorsam gegenüber Gott sei nur vorgetäuscht gewesen und der Krieg habe in Wirklichkeit der Beute gedeutet. Saul glaubte, dass es Gott irgendwie mehr gefallen würde, wenn er sie besiegte und einige Tiere behielt, um sie Gott zu opfern, als wenn er Gott gehorchte.

Beachten Sie, dass Saul Samuel sagte, er habe die Anweisungen des Herrn befolgt, obwohl er dies in Wirklichkeit nicht getan hatte. Saul hatte sich in 1. Samuel 15,12b sogar ein Denkmal errichtet, um seine Tat zu feiern. (Merke: Wenn Sie Gott nur teilweise gehorchen, errichten Sie sich kein Denkmal.) Das Denkmal befand sich in Karmel in Juda, sieben Meilen südlich von Hebron, nicht auf dem Berg Karmel im Libanon.

F: Warum ist in 1. Sam. 15,22 Gehorsam besser als ein Opfer?

A: Das Opfer eines gehorsamen Gläubigen ist Gott kostbar. Es zeugt von der Unterordnung des Menschen unter den Herrn. Opfer, die jedoch aus einem Herzen dargebracht werden, das nicht bereit ist, sich Gott zu unterwerfen, können keine echte Unterordnung unter Gott zum Ausdruck bringen. Gott zu dienen ist nicht besser als Gott zu gehorchen. Die Amalekiter fürchteten Gott nicht, aber offenbar tat dies auch Saul nicht. Lassen Sie sich nicht täuschen: Selektiver Gehorsam ist kein Gehorsam, sondern Ungehorsam.

In ähnlicher Weise warnt uns Paulus in 1. Korinther 13,3 eindringlich: Selbst wenn wir alles, was wir haben, verschenken und für den christlichen Glauben verbrannt werden, unser Opfer nützt nichts, wenn wir keine Liebe haben. Tatsächlich bestand Sauls Opfer im Grunde darin, seinen teilweisen Gehorsam zu legitimieren.

Nebenbei sei angemerkt, dass etwa tausend Jahre zuvor in der ägyptischen „Unterweisung für Meri-ka-Re“ heißt: „Angenehmer ist der Charakter eines Aufrichtigen im Herzen als der Ochse des Übeltäters.“ (ANET, S. 417)

F: In 1. Sam. 15,23: Inwiefern gleicht Hochmut dem Übel des Götzendienstes?

A: Arroganz bedeutet, für sich selbst oder andere einen Platz einzunehmen, der jemand anderem zusteht. Götzendienst ist der Gipfel der Arroganz. Ein Mensch beansprucht für sich selbst oder sein Götzenbild einen Platz, der Gott zusteht, der ihn erschaffen hat. Wir sollten nichts und niemanden außer Gott anbeten. Darüber hinaus führen sowohl Götzendienst als auch Arroganz zur Selbsttäuschung.

Sauls unvollständiger Gehorsam - oder seine Neuauslegung von Gottes Gebot - zeigt, dass Saul sich in erster Linie nicht als Diener Gottes, sondern vielmehr als absoluter Herrscher betrachtete.

F: Warum bat Saul in 1. Sam. 15,24-26 um Vergebung, und warum gewährte Gott sie ihm durch Samuel nicht?

A: Samuel war sowohl betrübt darüber, dass Gott Saul verwerfen würde, als auch zornig darüber, dass Saul dies getan hatte. Laut 1. Samuel 15,11b weinte Samuel die ganze Nacht. In 1. Samuel 15,21 schob Saul die Schuld auf das Volk, nicht auf sich selbst. Es ist, als hätte Saul die Befugnis gehabt, das Volk zu den Waffen zu rufen, wo es möglicherweise sterben würde, aber er konnte ihnen nicht sagen, dass sie Gott in dieser Situation gehorchen sollten. Natürlich durchschauten Samuel und Gott dies, woraufhin Saul aufrichtig Reue empfand - das heißt, er bedauerte aufrichtig, dass er nicht mehr der rechtmäßige König war. Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass Saul gelernt hätte, nicht mehr auf sein eigenes Urteilsvermögen statt auf das Gottes zu vertrauen. Gott hatte mit Saul „abgeschlossen“ und würde jemand anderen erwählen. Daher war Samuel im Begriff, abrupt zu gehen, da er hier seine Aufgabe erfüllt hatte.

F: Hätte Saul in 1. Sam. 15,26, nachdem Samuel ihm mitgeteilt hatte, dass Gott ihn als König verworfen hatte, sein Amt als König niederlegen sollen?

A: Samuel erwartete offenbar nicht, dass Saul sofort abdanken würde. Als Saul Samuel in 1. Samuel 15,30-31 bat, zu bleiben, um ihn vor dem Volk als König zu ehren, willigte Samuel ein. Doch danach sah Samuel Saul nie wieder. Beachten Sie, dass Saul während seiner gesamten Regierungszeit nach dem Krieg gegen die Amalekiter ein König war, der wusste, dass er sich an einem Ort befand, an dem er nicht hätte sein sollen.

Als David zum König gesalbt wurde, wurde Saul nicht aufgefordert, abzutreten - vielleicht, weil klar war, dass er dem nicht nachkommen würde. Ein wichtiger Punkt ist, dass David Saul dennoch Respekt zollte.

F: Was bedeutete es in 1. Sam. 15,27-30, dass Saul Samuels Gewand zerriss?

A: Als Saul Samuel verzweifelt um Vergebung anflehte, zerriss er versehentlich Samuels Gewand, und Samuel wusste, dass es ein Unfall war. Doch manchmal kann ein Unfall eine prophetische Vorahnung für ein zukünftiges Ereignis sein. Samuel sagte, so wie Saul einen Teil seines Gewandes zerrissen habe, werde Gott Saul das Königreich entreißen.

In gewisser Weise könnte Gott sowohl Saul als auch David als Männer nach seinem eigenen Herzen betrachten. David war ein Mann nach Gottes Herzen, und Saul war ein Mann nach Sauls Herzen.

F: Da Gott in 1. Sam. 15,29 und 4. Mose 23,19 nicht „bereuen“ wird, warum hat Gott dann in 1. Sam. 15,11.35 bereut?

A: 1. Mose 6,6 und 1. Mose 20,3-6 zeigen etwas Ähnliches. Gott bedauerte, dass Er Saul zum König gemacht hatte, und Gottes Gefühle kommen zum Ausdruck, wenn die Ereignisse eintreten. Zweitens können sich Gottes Absichten und Handlungen gegenüber jemandem ändern, wenn sich dieser jemand ändert. In Genesis 20,3-6 wurde Abimelech gesagt, er sei wegen seiner unbeabsichtigten Sünde ein toter Mann. Als Abimelech jedoch davon erfuhr, Buße tat und Sara zu Abraham zurückschickte, tötete Gott Abimelech schließlich doch nicht.

F: Warum sind die Verse 1. Sam. 15,29 und 4. Mose 23,19 im Gespräch mit Mormonen wichtig?

A: Sie sind aus zwei Gründen wichtig. Erstens besagen beide Verse, dass Gott kein Mensch ist, anders als es der Mormonismus lehrt. Einige Mormonen behaupten jedoch, dass Gott heute zwar kein sterblicher Mensch sei, früher aber ein sterblicher Mensch gewesen sei und nun ein verherrlichter Mensch sei. Doch in 4. Mose 23,19 heißt es, dass Gott auch kein „Menschensohn“ ist.

Zweitens ändert Gott Seine Beschlüsse nicht. Wenn es nach der mormonischen Lehre seit der Zeit Joseph Smiths eindeutig so war, dass Schwarze nicht in den höchsten Himmel gelangen und zu Göttern werden konnten, warum änderte der mormonische Gott dann 1978 Seine Meinung und erklärte, dass auch sie Götter werden könnten?

F: Wie kam es, dass Saul in 1. Samuel 15,35 das Antlitz Samuels nicht mehr sah, da Saul doch in 1. Samuel 19,24 in Samuels Gegenwart prophezeite?

A: 1. Samuel 15,35 lässt sich auf zwei Arten interpretieren:

a) Saul würde Samuels Gesicht buchstäblich nie wieder sehen, oder

b) es handelt sich um eine Redewendung, die bedeutet, dass Samuel bis zu seinem Tod nie wieder zu Saul kommen würde, wie er es zuvor getan hatte.

Angenommen, es ist die erste Bedeutung gemeint, so ließ Gott in 1. Samuel 19,24, während Saul auf dem Weg war, David aufzuspüren und zu töten, Saul die Beherrschung verlieren und eine Prophezeiung aussprechen. Dass er die Beherrschung verlor, zeigt sich nicht nur daran, dass er seine Gewänder ablegte, sondern auch daran, dass er den ganzen Tag und die ganze Nacht so auf der Straße lag, auf dem Weg zu David und Samuel in Rama. Saul war definitiv außer sich. In 1. Samuel 19,24 heißt es weder, dass Saul, der regungslos dalag, Samuel sah, noch dass Samuel nahe genug herankam, damit Saul sein Gesicht hätte sehen können, selbst wenn er sich seiner Umgebung bewusst gewesen wäre.

Angenommen, es ist die zweite Auslegung gemeint, dann hat Samuel Saul nie wieder aufgesucht. Doch wenn das zutrifft, wie ist dann der Vorfall mit der Hexe von Endor in 1. Samuel 28,10-11 zu erklären? Möglicherweise handelte es sich dabei nicht um Samuel, sondern um einen Dämon, der sich als Samuel ausgab. Doch selbst wenn es Samuel gewesen wäre, heißt es in 1. Samuel 15,35 lediglich, dass Saul Samuels Gesicht nicht wieder sehen würde „bis zu dem Tag, an dem Samuel starb“.

F: Was ist an der Struktur des Kapitels 1. Sam 16,1-23 besonders interessant?

A: Dieses Kapitel stellt einen „Wendepunkt“ dar: von Samuel und Saul, dem König des Volkes, hin zu David, dem König Gottes. Dieses Kapitel lässt sich zudem klar in zwei Hälften unterteilen, die durch die entscheidenden Verse 13-14 in einen Kontrast zueinander gesetzt werden.

1. Samuel 16,1 beginnt damit, dass Samuel ein Ölhorn mitbringt, und nachdem David hereingeführt wurde, endet 1. Samuel 16,13 damit, dass Samuel ihn mit dem Ölhorn salbt. Dieses literarische Stilmittel wird als „Inclusio“ bezeichnet.

1. Samuel 16,14 beginnt damit, dass Gottes Geist von Saul weicht und ein böser Geist über ihn kommt, und 1. Samuel 16,23 endet damit, dass der böse Geist vorübergehend von Saul weicht, als David spielte.

Die beiden Hälften werden dadurch verbunden, dass Samuel in 16,12 nach David schickt und Saul in 16,19 nach David schickt. Außerdem verlässt Samuel David und tritt aus der Erzählung ab (mit Ausnahme von 1. Samuel 25,1a) in 16,13; der Geist verlässt Saul, und Sauls Siege treten in 16,14 aus der Erzählung ab.

Nebenbei bemerkt: Um jemandem mit einer psychischen Erkrankung Linderung zu verschaffen, wünschte ich mir, ich hätte eine Harfe, auf der ich so spielen könnte!

F: Warum befahl Gott Samuel in 1. Sam. 16,1-3, die Menschen in die Irre zu führen?

A: Geheimhaltung ist keine Täuschung; etwas zu verbergen und zu lügen sind nicht dasselbe. Jedes Mal, wenn Sie Ihr Haus verlassen und das Licht anlassen, täuschen Sie möglicherweise potenzielle Einbrecher, aber Sie begehen keine Sünde, indem Sie lügen. Lügen bedeutet, wissentlich etwas zu sagen, das nicht der Wahrheit entspricht. Samuel hat niemals gelogen, und Gott hat Samuel niemals befohlen zu lügen.

Gott wies Samuel jedoch an, nicht die ganze Wahrheit zu sagen. Das ist in Ordnung. Wenn jemand Ihnen Böses antun würde, indem er Sie tötet, wenn Sie alles erzählen, was Sie wissen, dann sollten Sie nicht alles erzählen, was Sie wissen. Samuel wurde angewiesen, zwei Dinge zu tun:

1) in Bethlehem ein Opfer darzubringen

2) einen neuen König zu salben

Samuel teilte anderen mit, dass er das Erste tun würde, aber er sagte den Menschen nicht, dass er auch das Zweite tun würde. In ähnlichen Situationen können Gläubige heute ebenso handeln.

F: Warum fragten die Ältesten von Bethlehem in 1. Sam. 16,4 Samuel, ob er in Frieden gekommen sei?

A: Samuel war der Hebräer, der maßgeblich für den Sieg über die Philister bei Gibea in 1. Samuel 7,9-13 verantwortlich war. Gott half den Israeliten auf übernatürliche Weise, während Samuel ein Opfer darbrachte. Da Samuel nach Bethlehem kam, um ein Opfer darzubringen, waren die Ältesten möglicherweise besorgt darüber, was diesmal geschehen würde. Handelte es sich um einen Kampf gegen die Philister, einen Aufstand gegen Saul oder um etwas anderes?

Anstatt ängstlich zu sein, hätten sie sich freuen sollen, dass ein Prophet Gottes gekommen war. Ebenso hätte Samuel, als Gott ihm auftrug, David zu salben, sich über Gottes Vorsehung freuen sollen, anstatt als Erstes Angst vor Saul zu haben.

Nebenbei bemerkt steht das hebräische Wort für „sprechen“ hier im Singular, was darauf hindeutet, dass ein Ältester für die anderen sprach.

F: Wird der Stamm Juda vor 1. Sam. 16,4 und der Zeit Sauls in der Bibel so stark vernachlässigt, dass der starke Verdacht besteht, er sei bis zu diesem Zeitpunkt nicht als Teil Israels angesehen worden, wie es in dem skeptischen Werk „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 284 heißt?

A: Nein, hier sind die Fakten: In den Kapiteln 1 bis 18 des Buches der Richter wird jeder Stamm wie folgt oft erwähnt:

Juda (16 Mal) Richter 1,2,3,4,8,9,16,17,18,19; 10,9; 15,9,11; 17,7 (2x), 9, 12

Simeon (2 Mal) Richter 1,3.17

Ephraim (24 Mal) Richter 1,29; 2,9; 3,27; 4,5; 5:14; 7:24 (2x) 8:1,2; 10:1,9; 12:1; 12:4 (3x), 12:5 (3x), 12:6,15; 17:1,8; 18:2,12

Joseph (2 Mal) Richter 1:22,35

Manasse (5 Mal) Richter 1,27; 6,15,35; 7,23; 12,4

Benjamin (4 Mal) Richter 1,21; 3,15; 5,14; 10,9

Aser (4 Mal) Richter 1,31; 5,17; 6,35; 7,23

Sebulon (7 Mal) Richter 1,30; 4,7.10; 5,14.18; 6,35; 12,11

Issachar (2 Mal) Richter 5,15 (2x)

Dan (10 Mal) Richter 1,34; 5,17; 13,2.25; 18,1.2.11.12.16.22

Leviten (5 Mal) Richter 17,9,11,12; 18,3,15

Naftali (8 Mal) Richter 1,33 (2x); 4,6,7,10; 5,18; 6,35; 7,23

Gilead (2 Mal) Richter 10,3.17

Makir (1 Mal) Richter 5,14

Ruben (2 Mal) Richter 5,15.16

Der Rest des Buches der Richter befasst sich hauptsächlich mit Benjamin, doch hier sind die entsprechenden Zahlen.

Benjamin (42 Mal) 19:14,16; 20:3,4,10,12,13,15,17,18,20,21,23,24,25,28,30,31,32,34,35 (2x), 36 (2x), 39, 40, 41, 43, 44, 45, 46, 48; 21:1,6,14,15,16,17,18,20,21,23

Juda (5 Mal) 19:1, 2, 19 (2x); 20:18

Ephraim (2 Mal) 19:1,16

Leviten (2 Mal) 19:1; 20:4

Dan (1 Mal) 20:1

Gilead (1 Mal) 20:1

Fazit: Betrachtet man die Zahlen, so ist es sehr schwer nachzuvollziehen, warum Asimov der Ansicht war, Juda sei so sehr vernachlässigt worden, dass es bis zur Zeit Sauls nicht als Teil Israels angesehen wurde. Es wurde häufiger erwähnt als jeder andere Stamm mit Ausnahme von Ephraim.

F: In 1. Sam. 16,4-13 hatte Samuel noch nicht von Saul gelernt, dass das äußere Erscheinungsbild nicht entscheidend ist. Auf welche Weise beurteilen Menschen heutzutage andere nach ihrem äußeren Erscheinungsbild statt nach ihrem inneren Charakter?

A: Das äußere Erscheinungsbild kann das körperliche Aussehen betreffen oder auch die Handlungen, die jemand vollbracht hat - selbst wenn diese auf Zufall oder Glück in Situationen zurückzuführen sind, auf die die Person keinen Einfluss hatte. Eine Studie zu den US-Präsidentschaftswahlen zeigt, dass der größere Kandidat in den meisten Fällen gewonnen hat. In manchen Unternehmen lässt sich beobachten, dass die Führungskräfte alle bestimmte gemeinsame Merkmale aufweisen. Beispielsweise könnten die meisten von ihnen aus einem bestimmten Land stammen, einer bestimmten ethnischen Gruppe angehören, überwiegend männlich oder weiblich sein oder einer bestimmten Gruppe zugehören. An einem bestimmten Ort musste man offenbar ein großer, weißer Mann sein. Dabei handelt es sich möglicherweise nicht um bewussten Rassismus, Sexismus, Altersdiskriminierung oder andere Formen der Diskriminierung, sondern um unbewusste Diskriminierung. Manchmal wünschen sich Vorgesetzte Mitarbeiter, die Entscheidungen so treffen, wie sie es selbst tun würden, und befördern daher Personen, die ihnen ähnlich erscheinen.

Tatsächlich sagen diese äußeren Merkmale jedoch fast nichts über den Verstand und das Herz einer Person aus: über ihre Intelligenz, ihre Erfahrung, ihren Charakter oder darüber, wie sie andere behandelt.

F: Wie lauteten in 1. Sam. 16,9-10 die Namen von Davids Brüdern und Schwestern?

A: Ihre Namen sind in 1. Chronik 2,13-17 aufgeführt.

F: Hatte Isai in 1. Sam. 16,10 acht Söhne, wobei David der jüngste war, oder war David der siebte Sohn Isais, wie es in 1. Chron. 2,13-15 heißt?

A: Davids Brüder und Schwestern sind in 1. Chronik 2,13-17 aufgeführt. Es gibt drei verschiedene Antworten.

Sieben: Das 1. Buch Samuel weist mehr Abschreibfehler auf als die meisten anderen Bücher des Alten Testaments, und dies könnte ein Abschreibfehler im 1. Buch Samuel sein.

Acht: Dies könnte ein Abschreibfehler in 1. Chronik sein. Die syrische Übersetzung von 1. Chronik 27,18 führt sowohl Eliab als auch Elihu als Söhne auf, was insgesamt acht Söhne ergibt. Die hebräische Fassung von 1. Chronik nennt Elihu, nicht jedoch Eliab, während die Septuaginta Eliab, nicht aber Elihu aufführt. Das Werk „Hard Sayings of the Bible“ (S. 239) bevorzugt diese Antwort.

Acht wurden geboren, aber nur sieben überlebten und hatten selbst Kinder: Möglicherweise wurden acht Söhne geboren, doch einer starb kinderlos, weshalb er nicht in der Genealogie in 1. Chronik 2,13-15 aufgeführt ist.

Kindstod: In der Antike starben Kinder oft, bevor sie das Erwachsenenalter erreichten. Somit hatte Isai acht Söhne, aber nur sieben erwachsene Söhne. In „When Critics Ask“, S. 163, wird darauf hingewiesen, dass man damals oft nur von den überlebenden Kindern sprach.

F: Wie kam es in 1. Sam. 16,14.23 und 1. Sam. 18,10 dazu, dass ein böser Geist von Gott über Saul kam?

A: Im Hebräischen hat „böse“ zwei Bedeutungen: 1) moralisches Übel und 2) etwas, das verletzend oder schädlich ist. Hier ist die zweite Bedeutung gemeint. Dieser böse Geist, der Saul quälte, wurde von Gott sowohl ausdrücklich zugelassen als auch von Gott gelenkt. Ein Nebeneffekt davon war, dass David in den fünfzehn Jahren, die er an Sauls Hof verbrachte, mit den Gepflogenheiten am Hof und den Entscheidungen, die ein König treffen muss, vertraut wurde.

Hat Gott jemals Wesen aus dem Reich Satans dazu benutzt, Gottes Willen zu vollbringen? Ja. In 1. Korinther 5,5 sagte Paulus, ein sexuell unmoralisches Gemeindemitglied sei „dem Satan übergeben worden zur Zerstörung seines Leibes, damit sein Geist am Tag des Herrn gerettet werde“ (NASB 2010). Siehe auch Apostelgeschichte 5,1-3; 1. Timotheus 1,18-20. Gott sandte einen bösen Geist, um seinen Willen zu vollbringen, in Richter 9,23 (Gideons Sohn Abimelech und das Volk von Sichem) sowie in 1. Könige 22,19-23 (ein trügerischer prophetischer Geist, der Ahab in den Tod führte). Gottes Plan umfasst böse Geister, die uns widerstehen, um uns zu stärken (Hiob 1,1-2,6; Matthäus 4,1 [die Versuchungen Jesu]; Lukas 22,31-32 [Petrus wird wie Weizen gesiebt]; und 2. Korinther 12,7-10 [der Dorn im Fleisch]).

Muslime sollten sich nicht darüber wundern, dass der Begriff „böse“ Schaden bedeuten kann und nicht nur moralisches Übel. Der Begriff wird in dieser Weise in ihren eigenen Schriften verwendet, nämlich im Buch „Bukhari Hadith“, Band 3, Buch 29, Kapitel 7, Nr. 56, S. 35.

F: Gibt es in 1. Sam. 16,16.23 weitere Beispiele dafür, dass Menschen Musikinstrumente spielten, um zu prophezeien oder den Geist Gottes zu empfangen?

A: Ja. Als Elisa eine Offenbarung suchte, bat er darum, dass eine Harfe gespielt werde (2. Könige 3,15). Asaph, Heman und Jeduthun prophezeiten mit Musikinstrumenten (1. Chronik 25,1).

F: Warum sandte Isai in 1. Sam. 16,20 eine Ladung Brot, einen Esel und ein Zicklein an König Saul, als David in Sauls Dienst trat?

A: Beachten Sie, dass in diesem Vers ausdrücklich steht, dass diese Gaben für Saul bestimmt waren. Saul war bereits ein wohlhabender König, daher benötigte er diese bescheidenen Gaben nicht. Doch als Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit dafür, dass er David aufgenommen hatte, überreichte Jesse Saul das bescheidene Geschenk, das er ihm geben konnte. Auch heute noch gilt es in der chinesischen Kultur als höfliche Geste, bei einem ersten Besuch im Haus einer anderen Person ein kleines Geschenk mitzubringen. Das Geschenk dient nicht dazu, den Gastgeber zu bereichern, sondern zu zeigen, dass man daran gedacht hat, der Person und ihrem Zuhause Respekt zu erweisen.

In der Bibel heißt es in Sprüche 18,16: „Das Geschenk eines Menschen ebnet ihm den Weg und bringt ihn vor große Leute.“ (NASB 2020).

F: Wurde David in 1. Sam. 16,21-23 vor dem Kampf gegen Goliath zu Sauls Waffenträger oder erst danach, wie in 1. Sam. 17,4 beschrieben?

A: Es gibt keinen Grund, warum David nicht bereits vor dem Kampf gegen Goliath Waffenträger gewesen sein könnte. Da nichts darauf hindeutet, dass 1. Samuel 17 nach Davids Zeit als Waffenträger stattfand, und da es keine Anforderung gibt, dass ein wahrheitsgetreuer Bericht in strikter chronologischer Reihenfolge verfasst sein muss, wenn er dies nicht für sich beansprucht, könnte David entweder vor oder nach diesem Ereignis Waffenträger gewesen sein. Allerdings wurde David höchstwahrscheinlich von Samuel gesalbt, bevor er als Musiker und Waffenträger in den Dienst Sauls trat. Übrigens wurde das hebräische Wort für „Diener“, ‚ebed, zu dieser Zeit auch verwendet, um einen Beamten am königlichen Hof zu bezeichnen.

F: Was war es in 1. Sam. 16,21, das dazu führte, dass sich Sauls Liebe, Respekt und Bewunderung für David in Hass verwandelten? Passiert dies auch heute bei manchen Menschen?

A: Saul sah in David zunächst keine Bedrohung. Doch als David immer erfolgreicher wurde - und man sagte, er habe „Zehntausende“ erschlagen, während Saul nur „Tausende“ zu verzeichnen hatte -, übernahm Eifersucht die Oberhand in seinen Gedanken. Wenn Sie Zeit haben, lesen Sie doch einmal über die byzantinischen Feldherren Belisar und Stilicho, um einige spätere Beispiele zu finden.

F: Wie groß war Goliath in 1. Sam. 17,4?

A: Der masoretische Text gibt sechs Ellen und eine Spanne an, was etwa 9 Fuß 9 Zoll entspricht. Auch der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 287) gibt an, dass dies etwas mehr als neun Fuß sind. Sowohl die Schriftrollen vom Toten Meer (1QSAm(a)) als auch die Septuaginta geben jedoch vier Ellen und eine Spanne an, was etwa 6 Fuß 9 Zoll entspräche - was immer noch recht groß ist. Josephus nennt in „Antiquitates Judaicae“, Buch 6, 171 (9.1), fünf Ellen und eine Spanne.

Das liberale „Harper’s Bible Dictionary“ (1961, S. 231) erwähnt, dass „ausgegrabene Skelette beweisen, dass in Palästina Männer von der Größe Goliaths lebten“. Auch das konservative „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 709) heißt es: „Ausgegrabene Skelette gleicher Größe aus archäologischen Ausgrabungen in Gezer und an anderen Fundstätten bestätigen die ungewöhnlich große Statur von Menschen im antiken Palästina etwa zur gleichen Zeit.“ (ebenda, S. 676) Außerdem werden laut dem „Keil-Delitzsch-Kommentar zum Alten Testament“, Band 7, Teil 1, S. 310-311, die Rephaim (Riesen) auch in phönizischen Inschriften erwähnt.

Im Jahr 2008 hatte die Basketballmannschaft der University of North Carolina in Asheville einen Spieler namens Kenny George, der 7 Fuß 8 Zoll groß war und 360 Pfund wog. Der derzeit größte Mann der Welt ist Bao Xishun aus China, der laut Wikipedia 7 Fuß 9 Zoll groß ist. Manche Menschen werden sehr groß, wenn sie an einer genetischen Störung leiden, die dazu führt, dass die Hypophyse zu viel menschliches Wachstumshormon (HGH) ausschüttet. Weitere große Menschen, die in jüngerer Zeit gelebt haben, sind James Toller (1798-1818) mit einer Größe von 8 Fuß 1,5 Zoll, Robert Wadlow aus Illinois (1918-1940) mit einer Größe von 8 Fuß 11,1 Zoll und Édouard Beaupré (1881-1894) mit einer Größe von 8 Fuß 3 Zoll, der nicht nur sehr groß, sondern auch sehr kräftig war.

Unabhängig davon, ob er die Größe eines professionellen Basketballspielers hatte oder sogar noch größer war, würde er für einen jungen Teenager bedrohlich wirken.

sind 30 Personen aufgeführt, die mindestens 8 ft groß waren.

Nebenbei bemerkt: Menschen sind heute deutlich größer als Menschen in der Antike, und Wissenschaftler sind sich nicht sicher, warum das so ist. Eine falsche Ansicht war, dass die Menschen größer seien, weil Amerikaner Tiere verzehren, denen Medikamente verabreicht wurden, die sie größer wachsen lassen. Das Problem bei dieser Ansicht ist, dass europäische Landwirte Gesetze einhalten müssen, die den Einsatz dieser Medikamente verbieten. Die Europäer sind heute genauso groß wie die Amerikaner.

F: Wie schwer war Goliaths Rüstung in 1. Sam. 17,5?

A: Ein Kettenhemd ist eine schwere Rüstung. Er war von Kopf bis Fuß bedeckt, da er Beinschienen trug, also Rüstungsteile für die Beine unterhalb des Knies. Zum Vergleich: Massive Metallrüstungen für Ritter im Mittelalter wogen über 100 Pfund. Allerdings war sie nicht massiv wie diese, sondern bestand vielmehr aus schuppenartigen Metallstücken, wie sie in alten assyrischen Inschriften zu sehen sind. Laut 1. Samuel 17,5-6 war sie aus Bronze gefertigt. David war als Jugendlicher nicht in der Lage, Sauls schwere Rüstung zu tragen (1. Samuel 17,38-39). Archäologen haben in Nuzu (nicht Nuzi) Kettenhemden aus Bronze freigelegt. Goliats Rüstung wog 5.000 Schekel. Das entspricht einem Gewicht zwischen 125 und 175 Pfund.

F: Gibt es in 1. Sam. 17,8-10 weitere Beispiele für Personen, die im Namen der gesamten Armee kämpften?

A: Ja. Später, in 2. Samuel 2,15, kämpften zwölf Männer aus Sauls Heer und zwölf aus Davids Heer gegeneinander. Vielleicht war es genau das, was Jonatan in 1. Samuel 14,6-11 für möglich hielt. In Homers „Ilias“ lieferten sich Achilles und Hektor einen Zweikampf (Achilles gewann). Offenbar gibt es auch ein Beispiel bei den Hethitern in CBQ 30 [1968], S. 220-225.

Im Ugaritischen gab es einen Begriff für den Kämpfer, der eine Armee in einem Zweikampf vertrat: „bns bnny“, was wörtlich „Mittelsmann“ oder „Vermittler“ bedeutet. Im Hebräischen lautet das Wort „is-habbenayim“, was wörtlich „der Mann zwischen zwei Heeren“ bedeutet.

F: Was sagt uns 1. Sam. 17,8-11 über Angst?

A: Angst kann ansteckend sein. Eine ganze Armee, bestehend aus Zehntausenden von Männern, hatte wegen eines einzigen Mannes Angst. Dieselbe Armee wurde durch den mutigen Glauben eines einzigen Jugendlichen, David, dazu ermutigt, alle Philister zu verfolgen.

Ähnlich verhält es sich mit uns: Wenn wir wegen der Menschen in unserem Umfeld Angst haben, müssen wir uns vielleicht einen neuen Kreis von Menschen um uns herum suchen. Menschen, die viel Zeit in sozialen Medien verbringen, neigen leicht dazu, ängstlicher zu sein.

F: Was sollten Sie laut 1. Sam. 17,23-27 tun, wenn Sie nicht die beste Person für die Aufgabe zu sein scheinen, die beste Person diese Aufgabe aber nicht übernehmen will?

A: Zunächst einige Hintergrundinformationen, dann die Antwort. David war zu dieser Zeit noch ein Jugendlicher, daher schien dies ein sehr ungleicher Kampf zu sein. Es gab viele Soldaten, die älter, stärker und erfahrener waren als David. Seit der Zeit der Richter gab es viele Schleuderer in der Armee, insbesondere unter den Benjaminitern, und einer von ihnen hätte sich melden können.

Doch David trat nicht hervor, indem er sich auf seine eigene Kraft oder Kampferfahrung verließ. Tatsächlich fiel es David leichter als einem erfahreneren Soldaten, sich auf Gott statt auf seine eigene Kraft zu verlassen, denn David wusste, dass er nicht über die Kraft und Erfahrung der älteren Soldaten verfügte.

Drei Punkte zur Antwort:

1) Manchmal unternimmt die für eine Aufgabe am besten geeignete Person nichts, weil sie apathisch oder faul ist oder es ihr einfach egal ist. Wenn Gott möchte, dass Sie etwas tun, können Sie sich umschauen und sagen: „Ich bin nicht der Beste“, Sie können sich selbst betrachten, wie es Mose tat, und sagen: „Ich bin nicht qualifiziert“, oder Sie können wie David sein und einfach „ins Feld ziehen“. Gott wird vor Ihnen hergehen.

2) In vielen anderen Fällen jedoch übernimmt die für die Aufgabe am besten geeignete Person diese nicht nur nicht, sondern sie sollte sie auch gar nicht übernehmen, da sie etwas Wichtigeres zu tun hat. Jemand anderes, der zwar nicht der Beste, aber dennoch qualifiziert und kompetent für die Aufgabe ist, sollte sie übernehmen.

3) Manchmal versetzt Gott Sie absichtlich in eine Situation, in der Sie eine Aufgabe übernehmen müssen, für die Sie weder qualifiziert noch kompetent sind, wie hier im Fall von David. Doch wenn Gott Sie dort haben will, wird Er Ihnen die Kraft und die Fähigkeit dazu geben, und vielleicht erhalten Sie als zusätzlichen Bonus die Mahnung, nicht auf sich selbst zu vertrauen.

F: Warum tadelte Eliab David in 1. Sam. 17,28 dafür, dass er stolz und ungehorsam war?

A: David entsprach nicht Eliabs Vorstellung davon, wie sich ein guter jüngerer Bruder verhalten sollte. Eliab befürchtete wahrscheinlich, dass Davids Selbstvertrauen ihn das Leben kosten könnte. Offenbar hatte die Salbung Davids zum König durch Samuel keinen großen Eindruck auf Eliab gemacht. Vielleicht war Eliab eifersüchtig, dass nicht er selbst gesalbt worden war. Wenn der Fokus auf Davids offensichtlicher Arroganz läge, würde natürlich niemand an Eliabs Feigheit denken, da er nicht bereit war zu kämpfen. Außerdem verwechseln viele Menschen Selbstvertrauen und Arroganz.

Heutzutage kann es vorkommen, dass Menschen fälschlicherweise annehmen, Sie seien ein schlechter Mensch, wenn Sie nicht dem Status und der Position entsprechen, die sie Ihnen nach ihrer Einschätzung zuschreiben.

F: Wie unterscheiden Sie in 1. Sam. 17,28 bei anderen oder bei sich selbst zwischen Selbstvertrauen und Arroganz?

A: Das kann kompliziert sein. Es ist in Ordnung, selbstbewusst zu sein, aber es ist nicht in Ordnung, arrogant zu sein. Selbstbewusstsein kann berechtigt und angemessen sein, oder es kann fehl am Platz sein. Übermäßiges Selbstvertrauen ist töricht, aber manchmal kann jemand aus gutem Grund selbstbewusst sein, und dennoch läuft es nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Arroganz kann darin bestehen, mit etwas zu prahlen, von dem man behauptet, man könne es, obwohl man es in Wirklichkeit nicht kann. Oder man prahlt arrogant mit etwas, das man tatsächlich kann; eine Person kann also sowohl selbstbewusst als auch arrogant sein. Das Ergebnis allein sagt also nichts über den Unterschied zwischen Selbstvertrauen und Arroganz aus.

Selbstvertrauen ist keine Gewissheit, doch es stützt sich auf Fakten, die die eigenen Fähigkeiten belegen. In Davids Fall hatte er viel mit seiner Schleuder geübt und berichtete, dass er mit ihr gegen Löwen und Bären gekämpft habe. Er wusste nicht nur, dass Gott mit ihm war, sondern auch, dass er überleben und König werden würde. David behauptete nicht, er sei besser als die anderen Soldaten oder der beste Schleuderer der Welt; er sagte lediglich, dass David gemeinsam mit Gott diese Aufgabe bewältigen könne. Allerdings wurde Davids Selbstvertrauen von Eliab als Arroganz wahrgenommen, doch das war es nicht.

Wenn man arrogant ist, hinterlässt das bei allen um einen herum einen schlechten Nachgeschmack. Bei Arroganz geht es eher darum, was „ich“ tun kann; bei Selbstvertrauen geht es darum, „was getan werden kann“. Es kann prahlerisch sein, zu behaupten, man könne etwas tun, ohne dass Fakten dies untermauern; doch Arroganz ist mehr als nur übermäßiges Selbstvertrauen. Es bedeutet, einen Teil des eigenen Selbstwertgefühls auf die eigenen Fähigkeiten zu stützen und dies anderen gegenüber zur Schau zu stellen. Ein Aspekt der Arroganz kann sein: „Ich bin der Beste der Welt“, und ein anderer Aspekt der Arroganz kann sein: „Ich bin besser als du.“

Seien Sie nicht arrogant; seien Sie ein Diener Gottes und ein Diener aller. In Demut sollten Sie andere für wichtiger halten als sich selbst, wie es Philipper 2,3f gebietet. Was spielt es für eine Rolle, ob Sie in etwas der Beste der Welt sind oder sogar besser als jemand anderes; der Nutzen Ihrer Gaben und Talente gilt ohnehin nicht Ihnen selbst, sondern anderen.

Beachten Sie schließlich, dass Davids Handeln seinen Ruhm und sein Ansehen in die Höhe schnellen ließ. David weihte Goliaths Schwert Gott als dem wahren Urheber des Sieges in 1. Samuel 21,9. Die Menschen sagten jedoch, dass David (und nicht Gott) Zehntausende erschlagen habe. David schrieb sich den Verdienst nicht selbst zu, ganz allein, sondern andere taten dies. Wir sehen nicht, dass David sie korrigiert hätte. So führten die arroganten Äußerungen anderer über David dazu, dass Saul eifersüchtig auf ihn wurde, und sie konnten von anderen als Arroganz seitens Davids wahrgenommen werden, obwohl David diese Worte selbst nie ausgesprochen hatte.

F: Warum legte Saul ihm in 1. Samuel 17,38-39 seine Rüstung an, und warum weigerte sich David, sie zu tragen?

A: Saul sagte, David sei „nur ein Junge“ (1. Samuel 17,33), doch dennoch drückte Saul David die Daumen und versuchte, ihm zu helfen. Als Benjaminiter wusste Saul, dass Schleuderer sehr effektiv sein konnten (Richter 20,16; 1. Chronik 12,2). Saul verfügte wahrscheinlich über die am besten gefertigte Rüstung im ganzen Heer, die verloren gegangen wäre, wenn David besiegt worden wäre; daher ging Saul hier ein Risiko ein. Es mag menschlich gesehen naheliegend erscheinen, David schrittweise die bestmöglichen Chancen zu geben, doch das entsprach nicht Gottes Weg.

David war in seiner Jugend nicht stark genug, um in Sauls Rüstung herumzulaufen. Als David schwach aussah, ohne jegliche Rüstung, war er tatsächlich stärker, da er die Armbewegung hatte, um die Schleuder präzise zu werfen. Ohne Rüstung, Speer oder Schwert besaß David also nur ein paar Steine und den Schöpfer der Welt. Die wichtigste Lehre findet sich in 1. Samuel 17,47b: „Denn der Kampf gehört dem Herrn.“

Wie der Herr Paulus lehrte, heißt es in 1. Korinther 12,10: „Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (Berean Standard Bible, NASB 2020).

Tatsächlich handelte es sich um einen sehr ungleichen Kampf; Goliath, der sich gegen Gott aufgelehnt hatte, hatte keine Chance.

F: Hat David in 1. Samuel 17,49 und 1. Samuel 21,9 Goliath getötet oder jemand anderen?

A: David hat ihn getötet. Die Antwort finden Sie in der Erläuterung zu 2. Samuel 21,19.

F: Warum fiel Goliath in 1. Sam. 17,29 mit dem Gesicht nach unten statt rückwärts, als er an der Stirn getroffen wurde?

A: Zwar hätte er in beide Richtungen fallen können, doch würde eine Person ohne Rüstung wahrscheinlich eher rückwärts fallen. Da Goliath jedoch mit einer Rüstung bedeckt war - wobei das Metall zwar die Vorderseite, aber nicht unbedingt den gesamten Rücken bedeckte - und er vor sich ein Schwert oder vielleicht auch einen kleinen Schild hielt, lag sein Schwerpunkt nach vorne.

F: Wie konnte David in 1. Sam. 17,54 Goliaths Kopf nach Jerusalem bringen, da Jerusalem erst nach Davids Thronbesteigung von den Israeliten erobert wurde und zuvor von den Jebusitern beherrscht wurde?

A: Es gibt zwei Antworten.

Nachdem Jerusalem erobert worden war: Später als was? Es war offensichtlich später, dass David Goliaths Kopf nach Jerusalem brachte, und dies kann bedeuten, dass David den Kopf in die Stadt brachte, nachdem er die ummauerte Stadt erobert hatte. 1. Samuel 17,54 schließt die Geschichte von David und Goliath ab. Es wird nicht gesagt, wie viel Zeit verging, bevor David nach Jerusalem kam, und es wird auch nicht gesagt, dass zwischen diesen Ereignissen nichts anderes geschah. Es ist leicht, Fehler zu machen, wenn man Details in 1. Samuel 17,53-54 hineininterpretiert, die dort nicht stehen.

Unterschiedliche Siedlungen: In Josua 15,63 heißt es, dass die Israeliten die Jebusiter zwar erst vertrieben, nachdem David König geworden war, die Israeliten und Jebusiter jedoch an dem Ort Jerusalem Seite an Seite lebten. Darüber hinaus eroberten die Israeliten laut Richter 1,8 zumindest einen Großteil Jerusalems. „Zion“, der Teil auf dem Gipfel des Berges, stand unter der Kontrolle der Jebusiter, als David sie als König vertrieb.

F: Warum fragte Saul in 1. Samuel 17,55-58, wer Davids Vater sei?

A: Saul fragte nicht, wer David sei; Saul fragte, wer Davids Eltern seien. In 1. Samuel 17,25 hatte Saul versprochen, dass der überlebende Kämpfer und das Haus seines Vaters von Steuern und Dienstpflichten befreit würden. Da Saul zudem die Hand seiner Tochter zur Heirat versprochen hatte, wollte er den Hintergrund seines zukünftigen Schwiegersohns kennenlernen. In Davids Antwort in 1. Samuel 17,58 nannte David seinen Namen nicht, da dies nicht die Frage war, die Saul gestellt hatte. David sagte, er sei der Sohn Isais aus Bethlehem.

F: Warum erkannte Saul in 1. Sam. 17,55-58 David nicht, obwohl David in 1. Sam. 16,21-23 Sauls Waffenträger war?

A: Ein Waffenträger war vergleichbar mit einem Pagen eines Ritters im europäischen Mittelalter. Ein Krieger konnte mehr als einen Waffenträger haben, und diese wechselten sich möglicherweise bei ihren Aufgaben ab. Joab beispielsweise hatte mehrere, wie in 2. Samuel 23,37 beschrieben, in 2. Samuel 18,15 sogar zehn gleichzeitig, wobei diese auch selbst kämpften. Es gibt vier mögliche Antworten.

Saul hatte David noch nie zuvor getroffen: David könnte der Waffenträger gewesen sein, bevor er Goliath tötete. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass 1. Samuel 16,21-23 und 1. Samuel 17,4 in chronologischer Reihenfolge stehen. Weitere Informationen zu dieser Möglichkeit finden Sie in der Erörterung zu 1. Samuel 16,21-23.

Saul kannte lediglich Davids Namen und sein Gesicht: David war Waffenträger, bevor er Goliath tötete, doch Saul wusste sonst kaum etwas über diesen tapferen Jüngling und wollte mehr erfahren. Falls der Bezwinger Goliaths Sauls Tochter heiraten sollte, wollte Saul mehr über seinen zukünftigen Schwiegersohn wissen.

Saul hatte es vergessen: Waffenträger zu sein, war für einen jungen Teenager eine große Ehre, und vielleicht hatte Saul eine Reihe von Jungen, die zumindest einmal als Waffenträger gedient hatten. David war möglicherweise erst 12 Jahre alt, als er für Saul spielte, und er könnte nun etwa 17 Jahre alt sein. Saul hatte sich möglicherweise überhaupt nicht mehr an David erinnert. Ein Krieger könnte mehrere Waffenträger gehabt haben, die sich bei ihren Aufgaben abwechselten. Joab hatte in 2. Samuel 18,15 zehn Waffenträger. Dies ist jedoch wahrscheinlich die am wenigsten wahrscheinliche Antwort.

Saul kannte David gut: Saul fragte nicht, wer David sei; vielmehr fragte Saul, wer Davids Vater sei; vielleicht war dieser ebenfalls ein starker Krieger. Als Saul in 1. Samuel 17,25 dem Bezwinger des Goliath die Hand seiner Tochter versprach, interessierte sich Saul für die Herkunft seines zukünftigen Schwiegersohns. Saul könnte sich auch gefragt haben, ob Davids Vater noch weitere tapfere Söhne hatte.

F: Was ist an der Freundschaft in 1. Sam. 18,1-4 so besonders?

A: Es geht nicht nur darum, dass die beiden gerne Dinge gemeinsam unternahmen oder sich einfach nur umeinander kümmerten. Jonathan lag David so sehr am Herzen, dass er Davids Erfolg über seinen eigenen stellte. Als Jonathan sein königliches Gewand auszog und es David überzog, sagte er damit im Grunde: „Es ist für mich in Ordnung, dass das Königreich an dich und nicht an mich weitergegeben wird.“ Jonathan ließ nicht zu, dass sein eigener Ehrgeiz Gottes Willen entgegenstand.

Jonathan setzte sich für Davids Wiedereinsetzung ein. Sie haben vielleicht viele Freunde, aber wissen Ihre Freunde, dass Sie bereit sind, sich besonders für sie einzusetzen?

F: Hatten David und Jonathan in 1. Sam. 18,1-4 homosexuelle Gefühle, wie manche Homosexuelle behauptet haben?

A: Nein; dieses hebräische Wort für Liebe, „aheb“, wird an keiner anderen Stelle im Zusammenhang mit Homosexualität verwendet. Menschen können tiefe freundschaftliche Gefühle hegen, ohne dass dabei eine romantische Beziehung im Spiel ist. Darüber hinaus brachte Davids heterosexuelle Zuneigung zu Batseba ihn in große Schwierigkeiten. In 1. Samuel 10,17 wird erklärt, dass Davids Liebe zu Jonathan so groß war, weil David Jonathan genauso liebte wie sich selbst. Im Neuen Testament lehrte Jesus als zweites größtes Gebot, dass wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst.

An der Universität gab es einige junge Männer, die offenbar keinen anderen Nutzen in Mädchen sahen als für Verabredungen und die Ehe. Entweder hegten sie romantische Gefühle für ein bestimmtes Mädchen, oder sie empfanden überhaupt nichts. Es muss schwer sein, andere junge Männer zu verstehen, die zwar die Freundschaft eines Mädchens genießen, aber keine romantischen Absichten hegen. Ich habe einige Männer sagen hören, dass Mädchen unmöglich zu durchschauen seien. Ein Grund dafür könnte sein, dass ein Mädchen zwar keinerlei romantische Beziehung zu einem Mann wünscht, aber dennoch gerne als Freundin in seiner Nähe sein möchte. Manche Männer können das einfach nicht nachvollziehen.

Vielleicht sind einige Homosexuelle, die davon überzeugt sind, dass David und Jonathan homosexuell waren, zu einer ähnlichen Erkenntnis gelangt. Entweder hegen sie romantische Gefühle für einen Mann, oder sie empfinden überhaupt nichts.

Als David in 1. Samuel 18,3 vor Jonathan seine Rüstung ablegte, bedeutete dies nicht, dass er sich entkleidete.

F: Warum war Saul in 1. Samuel 18,7-16 gegen David?

A: Aus verschiedenen Gründen.

Eifersucht, nachdem die Frauen David mehr gelobt hatten als Saul (1. Samuel 18,7-9).

Ein böser Geist war in Saul (1. Samuel 18,10-11).

Angst vor David, weil Gott mit David war und nicht mehr mit Saul (1. Samuel 18,11).

David handelte sehr weise (1. Samuel 18,15).

Israel und Juda liebten David (1. Samuel 18,16). Saul wollte seine Machtbasis sichern.

David verfügte über den Ruf, die Unterstützung des Volkes, die Unterstützung Gottes und die Weisheit, um König zu sein.

„Sein“ Königreich zu schützen, damit es an seine Nachkommen übergehen würde (1. Samuel 20,31).

Saul war wankelmütig und in seinen Gedanken unordentlich. Man konnte nie wissen, ob Saul David schätzte oder versuchen würde, ihn zu töten; alles hing von Sauls Stimmung in dem jeweiligen Moment ab.

So erfolgreich David gegen Goliath war und so erfolgreich er auch weiterhin war, könnte man vermuten, dass Saul erkennen würde, dass Gott mit David war und es keinen Sinn machte, sich David entgegenzustellen oder zu versuchen, ihn zu töten. Doch das wäre falsch. Saul erkannte zwar, dass Gott mit David war, doch Sauls Reaktion lautete im Grunde: „Wie könnte er Gott vereiteln?“ Manchmal haben Menschen eine ähnlich verhärtete Denkweise, wie beispielsweise die Pharisäer zu Jesu Zeiten.

F: Warum bestand Saul in 1. Samuel 18,17-30 darauf, dass David eine seiner Töchter heiraten sollte?

A: In 1. Samuel 18,17.21 heißt es, dass Saul wollte, dass eine seiner Töchter David zum Verhängnis werde und eine sekundäre Ursache für seinen Tod darstelle. Mit anderen Worten: Saul würde David auffordern, eine große Anzahl von Philistern zu töten, um eine seiner Töchter heiraten zu dürfen, und David würde in der Schlacht sterben.

Zudem versprach Saul in 1. Samuel 17,25, dass der Bezwinger Goliaths sein Schwiegersohn werden solle.

F: Was ist an der Struktur dieser Passage in 1. Sam. 18,20-26 besonders interessant?

A: Es handelt sich um ein hebräisches Stilmittel, das in der Bibel häufig vorkommt und als Chiasmus bezeichnet wird. Jedem „Thema“ steht ein anderes Thema parallel gegenüber.

Saul freut sich, dass Michal in David verliebt ist (V. 20)

— Saul hofft, dass David von den Philistern getötet wird (V. 21)

— — Saul lässt David eine Botschaft zukommen (V. 22-23a)

— — David sendet eine Botschaft an Saul (V. 23b-24)

— Saul hofft, dass David von den Philistern getötet wird (V. 25)

David freut sich, Sauls Schwiegersohn zu sein (V. 26a)

Weitere Chiasmen im 1. Buch Samuel finden sich in Kapitel 2, 3,17; 3,1-4,1 sowie 8,5-22.

F: Was sagt Saul in 1. Sam. 18,21?

A: Dies lässt sich auf zwei Arten interpretieren. Entweder

a) Saul deutet an, dass David eine zweite Chance hat, sein Schwiegersohn zu werden, oder

b) Saul als König ordnet die Verlobung von David und Michal an.

Unabhängig davon, wie „nachdrücklich“ Saul seine Worte formulierte, wollte er tatsächlich, dass David sein Schwiegersohn wird.

F: War Sauls Bitte an David in 1. Sam. 18,27 in gewisser Weise grausam?

A: Zunächst einmal hatte Saul seine Tochter bereits demjenigen versprochen, der Goliath töten würde; daher sollte kein weiterer Brautpreis erforderlich sein. Da David jedoch darum bat, stellte Saul daraufhin eine neue Bedingung auf, in der Hoffnung, Davids Tod herbeizuführen. Vielleicht hatte Saul gehofft, David würde an der Spitze seiner Truppen stehen - ähnlich wie David es später mit Uria, dem Hethiter, tat. In den Kulturen jener Zeit war es nicht ungewöhnlich, „Trophäen“ der gefallenen Feinde mitzubringen. An den Wänden des Totentempels von Medinet Habu verwendete Ramses III. (ca. 1198-1166) die abgetrennten Hände, um darzustellen, wie viele Feinde die Ägypter getötet hatten. Ebenfalls an den Wänden zu sehen war etwas, das wie ein Haufen Vorhäute aussah, als Ramses III. sie aus Ägypten vertrieb.

Nebenbei bemerkt sagte David an dieser Stelle, er sei ein armer Mann. Dies könnte in Nathans Gleichnis wieder aufgegriffen werden, nachdem David in 2. Samuel 12,1-4 Ehebruch mit Batseba begangen hatte.

F: In 1. Samuel 19,1-24 versuchte Jonathan, als Friedensstifter zwischen Saul und David zu wirken. Warum scheiterte Jonathan letztendlich; hätte er etwas besser machen können?

A: Jonathan handelte richtig; er appellierte eindringlich und logisch. Er ging sowohl im Gespräch mit David als auch mit Saul taktvoll vor. Wir sehen nichts, was Jonathan hätte besser machen können. Tatsächlich war Jonathan zumindest vorübergehend erfolgreich. Letztendlich scheiterte er jedoch, da die Ursachen für Sauls Eifersucht nach dem nächsten Feldzug, in dem David erneut erfolgreich war, weiterhin bestanden. Das endgültige Scheitern war eine Kombination aus Sauls Reaktion auf äußere Ereignisse und der Tatsache, dass Saul sein eigenes Herz offenbar unwiderruflich mit Bitterkeit vergiftet hatte.

Dass Frauen nach einem Sieg tanzten und Lobgesänge sangen, war nicht ungewöhnlich; Miriam tat dies, nachdem sie das Rote Meer überquert hatten (2. Mose 15,20). Wir finden dies auch in Richter 11,34; Psalm 68,24-25; 149,3; Jeremia 31,4. Dass eine zweite Zahl höher ist als die erste, ist nicht ungewöhnlich (5. Mose 32,30; Ps 91,7; 144,13; Micha 6,7). In ugaritischen Schriften heißt es: „tausend Felder, zehntausend Morgen“ (ANET, S. 137). Die Frauen, die David mehr lobten als Saul, machten jede Hoffnung zunichte, Sauls Eifersucht zu besänftigen, obwohl sie sich der mörderischen Probleme, die sie damit verursachten, wahrscheinlich nicht bewusst waren. Wir sollten darauf achten, keine Äußerungen zu tätigen, die bei anderen Eifersucht oder andere sündhafte Leidenschaften schüren.

F: Was hatte ein Götzenbild in 1. Sam. 19,13 in Davids Haus zu suchen?

A: Es gibt zwei mögliche Antworten.

Geheime Sünde: Michal könnte dieses Götzenbild heimlich aufbewahrt haben, in der Hoffnung, es würde ihr helfen, da sie keine Kinder bekam. Dies ähnelt dem, was Rahel in 1. Mose 31,19 tat.

Zuvor nicht im Haus: In 1. Samuel 19,13 heißt es nicht ausdrücklich, dass sich das Götzenbild zuvor im Haus befand. Zwar könnte es in dem Haus, in dem sie wohnten, ein Götzenbild gegeben haben, doch Michal könnte die Statue an jenem Tag von woanders her besorgt haben, um sie in das Bett zu legen.

Durch den Einsatz des Götzenbildes im Rahmen dieser List zeigte Michal keinerlei Respekt vor diesem als Gegenstand der Anbetung.

F: War es in 1. Sam. 19,14.17 richtig von Michal, zweimal für David zu lügen?

A: Michals Motive waren richtig, doch wenn die Methoden falsch waren, dann hat Michal Unrecht gehabt. Unter Christen herrscht Uneinigkeit darüber, ob es richtig ist, Menschen zu belügen, die Böses tun wollen, wenn durch die Lüge ein Leben gerettet wird.

F: Hat Michal in 1. Sam. 19,17 ein zweites Mal gelogen, oder hat David ihr tatsächlich gedroht, sie zu töten?

A: Michal hat zweimal für David gelogen. Hätte David gedroht, sie zu töten, hätte Michal die Täuschung gegenüber Sauls Männern nicht bis zum allerletzten Moment aufrechterhalten.

F: Wie konnte Saul in 1. Sam. 19,19-24 prophezeien?

A: David floh vor Saul und begab sich nach Naioth bei Rama, wahrscheinlich, um bei Samuel Zuflucht zu suchen. Doch Saul war zu diesem Zeitpunkt kein besonders gottesfürchtiger Mann und wollte David ohnehin von Samuel wegholen. Wir mögen versuchen, von Gott zu „verlangen“, dass er seine Prophezeiungen nur an aufrechte, gottesfürchtige Menschen richtet, doch Gott ist nicht daran gebunden, sich in den Rahmen unserer Erwartungen einzufügen. Es ist interessant, dass Gott dies als „Ablenkungsmanöver“ nutzte, um Saul davon abzuhalten, David zurückholen zu lassen. Während Gottes Geist früher auf Saul ruhte, um ihm zu dienen, ruhte Gottes Geist nun auf Saul, um ihn zurückzuhalten.

F: Waren Sauls Boten in 1. Sam. 19,20 fromme Gläubige, da Gottes Geist über sie kam?

A: Nicht unbedingt. Sauls Boten könnten fromme Menschen gewesen sein, doch es gibt keine Vorgabe, dass dies der Fall war. Der Zweck des Geistes bestand hier darin, sie daran zu hindern, David zu holen.

F: Warum ließ Gott in 1. Sam. 19,24 und 10,12 Saul alle seine königlichen Gewänder ablegen und ihn nackt dort liegen, was sehr würdelos war?

A: Im „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 477) heißt es, dass das hebräische Wort für „nackt“ oft für Männer verwendet wurde, die nur ihre Untertunika trugen. Dass Saul seine königlichen Gewänder ablegte, war wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass ihm seine königliche Autorität entzogen wurde. David sollte das werden, was Saul nicht mehr sein konnte. In „Hard Sayings of the Bible“, S. 215-216, wird erwähnt, dass das hebräische Wort, das mit „nackt“ übersetzt wird, auch „schlecht bekleidet“ oder „spärlich bekleidet“ bedeuten kann.

F: War es in 1. Sam. 20,6 richtig von David, Jonathan zu bitten, für ihn zu lügen?

A: Der Neumond war ein monatliches Opfermahl. Es ist also wahrscheinlich, dass Davids Familie ein einfaches Beisammensein hatte. Es war jedoch vermutlich nicht erforderlich, dass David daran teilnahm. David log in Fragen von Leben und Tod recht häufig. Siehe die Erörterung zu 1. Samuel 19,14-17 sowohl zum Lügen als auch zum Verschweigen der ganzen Wahrheit in Fragen von Leben und Tod.

F: Ist es in 1. Sam. 20,4-29 für Christen in Ordnung, geheime Dinge zu tun?

A: Manchmal ja. Der Zweck bestand nicht darin, eine Rebellion gegen Saul anzuführen, sondern vielmehr darin, zu prüfen, ob ein Frieden mit Saul möglich war. Manchmal ist es für Christen in Ordnung, Dinge im Verborgenen zu tun, insbesondere in Angelegenheiten von Leben und Tod. Christen versteckten im Zweiten Weltkrieg heimlich Juden vor den Nazis.

F: Was ist an diesem Bund in 1. Sam. 20,14-17 von Bedeutung?

A: Oftmals ließ ein Mensch, wenn er König oder Königin wurde, alle potenziellen Thronanwärter, die ihm Konkurrenz machen könnten, töten. Dies ist ein feierlicher Bund, wonach David, sobald er König wird, Jonathan oder dessen Haus, d. h. dessen Nachkommen, nicht töten würde. Jonathan war sich sehr wohl bewusst, dass er seine Chance, König zu werden, verpassen würde, sofern David nicht starb. Und Jonathan war damit einverstanden.

Beachten Sie, dass dieser Bund aus einer Meinungsverschiedenheit zwischen diesen beiden engen Freunden hervorging. Waren Sauls frühere Versuche, David zu töten, lediglich Anfälle von Wahnsinn, und war nun alles in Ordnung, da Saul einen Eid geleistet hatte, oder hatte Saul trotz des Eides weiterhin die Absicht, David zu töten? David ging zu Recht davon aus, dass Saul versuchte, ihn zu töten, und fragte Jonathan nach dem Grund dafür. Jonathan war sich sicher, dass Saul dies nicht vorhatte, da sein Vater zuvor geschworen hatte, David nichts anzutun, und sein Vater gegenüber Jonathan nichts mehr davon erwähnt hatte, David etwas anzutun. Saul hielt dies vor Jonathan geheim.

F: Warum entwickelte Jonathan in 1. Sam. 20,19-40 eine so komplexe Methode, um mit David zu kommunizieren?

A: Für den Fall, dass Jonathan von einem der Diener oder Spione (wie Doeg) beobachtet wurde, wollten sie, dass ihre Kommunikation geheim blieb. Sobald der Junge jedoch in 1. Samuel 20,40-41 gegangen war, war das „Kommunikationssystem“ nicht mehr notwendig. Jonathan und David wussten jedoch im Voraus nicht, ob ihr System notwendig sein würde oder nicht.

Saul hätte den Jungen oder jemand anderen beauftragen können, Jonathan zu beschatten. Unabhängig davon, ob es Jonathan gelingen würde, den Jungen zum Gehen zu bewegen, wollte Jonathan sichergehen, dass er heimlich und ohne Verdacht mit David kommunizieren konnte. Manchmal ist es bei einer „missionskritischen“ Aufgabe besser, statt einer einfachen Methode, die eine recht gute Erfolgschance bietet, auch eine kompliziertere oder zeitaufwändigere Methode vorbereitet zu haben, deren Erfolg nahezu sicher ist.

Dies sollte das letzte Mal sein, dass David und Jonathan einander diesseits des Himmels sehen würden. David war zu dieser Zeit wahrscheinlich etwa 20 Jahre alt, und obwohl er es nicht wusste, sollte er etwa zehn Jahre lang auf der Flucht sein.

F: Was ist in 1. Sam. 20,26 an Sauls Haltung hier heuchlerisch?

A: Ohne jegliche Bestätigung durch andere hatte Saul einfach angenommen, dass David in der ersten Nacht abwesend war, weil er rituell unrein war. Saul plante, jemanden zu ermorden, dem er ausdrücklich geschworen hatte, keinen Schaden zuzufügen, und dennoch machte er sich Gedanken darüber, ob er unrein war oder nicht.

Saul ging es in seinem bösen, von Mordgedanken besessenen Herzen einzig und allein darum, den Ritualen zu gehorchen.

F: Warum sagte Saul in 1. Sam. 20,30, dass Jonatan eine Schande für sich selbst und seine Mutter sei?

A: Saul hatte keinerlei Grundlage für diese Aussage, doch da Saul der König war, wer hätte schon behaupten können, dass Saul unbegründete Anschuldigungen erhob?

Damals wie heute hängt die Wahrhaftigkeit einer Anschuldigung nicht davon ab, wie schwerwiegend oder wichtig diese Anschuldigung ist. Wann immer Sie eine Anschuldigung gegen jemanden hören, sollten Sie - bevor Sie sich dadurch gekränkt oder angewidert fühlen - zunächst fragen, wie glaubwürdig sie ist. Sind die Beweise für die Anschuldigung äußerst schwach, ist sie wahrscheinlich nicht wahr. Wenn der Sprecher jedoch der Meinung ist, dass es außer seiner Aussage keinerlei Beweise geben muss, dann können Sie die Anschuldigung fast sofort verwerfen, wenn der Sprecher nicht einmal versucht, seine Behauptungen zu untermauern. Wenn eine Person viele unbegründete Anschuldigungen erhebt, können Sie ihre Aussagen ab einem bestimmten Punkt vollständig verwerfen. Wenn jemand natürlich eine Anschuldigung ohne Beweise vorbringt und später jemand stichhaltige Beweise für diese Anschuldigung vorlegt, dann können Sie erst zu diesem Zeitpunkt davon ausgehen, dass die Anschuldigung wahrscheinlich wahr ist.

F: Warum warf Saul in 1. Sam. 20,33 einen Speer auf Jonathan?

A: In 1. Samuel 20,33 heißt es, dass er Jonathan töten wollte. Es gab keinen rationalen Grund für Saul, seinen eigenen Sohn und Nachfolger zu töten, doch Saul handelte in diesem Moment nicht rational. Saul wurde von seiner Wut beherrscht und nicht von seinem rationalen Verstand. Saul erkannte, dass er keine Gelegenheit mehr haben würde, David auf einfache Weise zu töten, und er war in seiner Besessenheit, David zu beseitigen, sehr frustriert. Saul war sehr wütend darüber, dass Jonatan sich auf die Seite Davids stellte - den Saul als seinen Feind betrachtete - anstatt auf die Seite Sauls. Zu diesem Zeitpunkt bedurfte es keiner weiteren Überzeugung für Jonatan hinsichtlich der Absichten Sauls.

F: Warum verneigte sich David in 1. Sam. 20,41 dreimal vor Jonathan?

A: David verneigte sich mehrfach aus Respekt vor Jonathan, weil dieser sein Leben für David aufs Spiel gesetzt hatte, und aus Dankbarkeit für Jonathans lebensrettende Hilfe. Damals war es nicht ungewöhnlich, sich aus Respekt mehrfach zu verneigen, wie die Amarna-Briefe zeigen (siehe Youngblood, „The Amarna Correspondence“, S. 15-19).

Als im Jahr 2016 der japanische Geschäftsführer von Takata vor dem US-Kongress erschien, um einen bevorstehenden Rückruf von Takata-Airbags zu erörtern, verneigte er sich vor dem Kongress als respektvolle Geste der Entschuldigung.

F: Warum begab sich David in 1. Sam. 21,1 zunächst in das Dorf Nob?

A: Nob war ein Priesterdorf auf dem Skopusberg, etwa eine bis eineinhalb Meilen nordöstlich von Jerusalem. Es lag auf halbem Weg zwischen Jerusalem und Anathoth. Nebenbei bemerkt wird Nob auch in Jesaja 10,32 erwähnt. Nob lag so nahe, dass es kein geeigneter Ort für ein langfristiges Versteck gewesen wäre. Doch Davids Freund und Hohepriester Abjatar befand sich dort, und David wollte, dass Abjatar nach Gottes Willen fragte, was David nun tun solle. Möglicherweise fragte sich David auch, ob er unwissentlich eine Sünde begangen hatte, sodass es den Anschein hatte, als hätte Gott seinen Schutz von David zurückgezogen.

Es wäre gut für David, sich unverzüglich dorthin zu begeben, da sich die Nachricht, dass Saul ihn verfolgte, noch nicht verbreitet haben dürfte.

F: Hat David in 1. Sam. 21,2 Ahimelech, einen Glaubensbruder, absichtlich in die Irre geführt?

A: Ja, aber es gibt keinen Hinweis darauf, dass Gott Davids Handeln, das hier aus Angst und Verzweiflung erfolgte, gutgeheißen hat. Natürlich hat der „König“ David gesandt - das heißt, nicht Saul, sondern der Herr. Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. In Epheser 4,25 heißt es, wir sollen die Lüge ablegen und einander in Wahrheit reden. Natürlich wurde der Epheserbrief nicht zu Davids Zeiten verfasst. Bei mehreren Gelegenheiten hielt David es offenbar für richtig, in Kriegs- oder Lebens- und Todessituationen zu lügen. (Einige Christen heute, wie beispielsweise R. C. Sproul, stimmen dem zu, andere Christen hingegen nicht.) Somit war nicht alles, was David sagte, notwendigerweise wahr.

2. Als David sagte, der König (König?) habe ihn auf eine geheime Mission geschickt - unabhängig davon, ob er mit „König“ Gott meinte oder nicht -, hätten seine Zuhörer dies nicht so verstanden, und so hat David sie bewusst in die Irre geführt. Es war keine besonders gute Lüge; stellen Sie sich vor, Saul hätte David auf eine geheime Mission geschickt, ohne ihm Waffen, Proviant oder Geld für Verpflegung mitzugeben. Als David also sagte, das Brot sei für seine Begleiter bestimmt, könnte seine Aussage wahr gewesen sein - oder auch falsch. Dies ist eine Frage, über die Christen diskutieren, da das Alte Testament niemals bestätigt, dass Davids Lügen in Ordnung waren.

3. Die NIV Study Bible, S. 407, fügt hinzu, dass der Grund, warum David Ahimelech möglicherweise in Bezug auf die Entsendung durch den König in die Irre geführt hat, darin gelegen haben könnte, Ahimelech vor dem Vorwurf zu schützen, bei Davids Flucht geholfen zu haben. Natürlich scheiterte dieser Versuch, da Ahimelech kurz darauf getötet wurde.

F: War es in 1. Sam. 21,2 richtig von David, einen gottesfürchtigen Mann wie Ahimelech zu belügen?

A: Davids Vorgehensweise war in diesem Fall falsch, denn wir sollen einander nicht belügen. Unabhängig davon, wie man das Belügen eines bösen Feindes bewertet, hätte David seinen gottesfürchtigen Freund nicht belügen dürfen.

David hat nicht über die Männer gelogen, die bei ihm waren, da er zu dem Ort unterwegs war, an dem seine Männer stationiert waren. Die „Männer, die bei David waren“, sind nicht die Männer, die in diesem Moment physisch anwesend waren, sondern die Männer, die sich auf Davids Seite geschlagen hatten und zu denen David unterwegs war, um sich ihnen anzuschließen.

Zusammenfassung: Auch wenn David wahrscheinlich die Wahrheit sagte, als er angab, er wolle Brot für die Männer holen, hat er doch irregeführt, indem er behauptete, der König (Saul) habe ihn damit beauftragt. Als Jesus darauf Bezug nahm, dass David das Brot genommen hatte, sagte er, dass das Nehmen des Brotes der Priester unter den gegebenen Umständen in Ordnung war; Jesus sagte jedoch nicht, dass das Lügen in Ordnung war.

F: War es in 1. Sam. 21,3-6, Mk 2,25-26 und Lk 6,3-4 richtig von David, das Schaubrot zu essen?

A: David handelte richtig, als er das Schaubrot nahm, denn Jesus bestätigte dies in Markus 2,25-26 und Lukas 6,3-4. Das Brot war nicht mehr heilig, da es durch frisches Brot ersetzt worden war, aber es war weiterhin ausschließlich für den Verzehr durch die Priester bestimmt. Dies ist ein interessanter Fall, in dem widersprüchliche Ziele und mildernde Umstände eine Rolle spielten. Betrachten wir die Gründe, aus denen andere das Schaubrot nicht nahmen, die Gründe, aus denen David es tat, und überlegen wir, warum dies in Ordnung war.

Im Allgemeinen gilt:

1. bestand das Schaubrot aus zwölf großen Broten, wobei jedes Brot etwa 4 Quart Mehl enthielt (3. Mose 12,1-4).

2. Gott gab das Schaubrot in Levitikus 24,5-9 ausdrücklich den Nachkommen Aarons zum Verzehr. Sie durften es nur an einem heiligen Ort essen.

3. David und seine Männer waren Nachkommen Aarons, da sie keine Priester waren.

Im Fall von David

1. David war der Anführer von Sauls Leibwache sowie Gottes ernannter Nachfolger Sauls (1. Samuel 22,14). David war auf der Flucht vor Saul, um sein Leben zu retten.

2. David und seine Männer waren hungrig und hatten keine Vorräte.

3. David sagte, dass seine Männer im Allgemeinen heilig seien, und er erklärte, wie viel heiliger sie bei diesem Auftrag sein würden (1. Samuel 21,5).

4. Ahimelech hatte zuvor bereits für David bei Gott um Rat gefragt (1. Samuel 22,15), und vielleicht tat er dies auch dieses Mal.

Fazit: Jesus lehrte, dass es unter Umständen wie denen, in denen sich David befand, nicht falsch war, David das Schaubrot zu geben.

F: Befand sich in 1. Samuel 21,9 Goliats Schwert in Nob, oder befand sich Goliats Rüstung in Davids Zelt, wie es in 1. Samuel 17,54 heißt?

A: Ursprünglich befand sich alles in Davids Zelt, nachdem David Goliath getötet hatte. Später (als David nicht mehr in einem Zelt wohnte) wurde zumindest das Schwert in Nob aufbewahrt.

F: Warum floh David in 1. Sam. 21,10 in die Stadt Gat - und das ausgerechnet mit Goliaths Schwert?

A: Zu diesem Zeitpunkt hatte David offenbar mehr Angst vor Saul als vor den Philistern, und er wusste, dass Sauls Männer ihm niemals nach Gat folgen würden. Vielleicht dachte David, wenn er sich verkleidete, würde man sie für eine weitere Gruppe von Israeliten halten, die die Seiten gewechselt hatten, um den Philistern zu dienen. Doch selbst wenn David dies dachte, ging sein Plan nicht auf. In seiner Verzweiflung griff David daher darauf zurück, sich wie ein Verrückter zu verhalten, in der Hoffnung, dass der König von Gat ihn vielleicht nicht als Bedrohung wahrnehmen würde.

F: War es in 1. Sam. 21,11-15 und Ps. 34 richtig von David, sich vor dem König von Gat als wahnsinnig auszugeben?

A: Nirgendwo in der gesamten Bibel steht, dass dies falsch war. David hat hier nicht gelogen. Um sein Leben zu retten, hat David zwar jemanden in die Irre geführt, der ein Feind des Volkes Gottes war. Nebenbei bemerkt wird der König von Gat in Psalm 34,1 Abimelech genannt. Dies war derselbe Name wie der des Königs zu Abrahams Zeiten und später zu Isaaks Zeiten. Es handelt sich wahrscheinlich um einen dynastischen Titel, etwa den des Pharaos von Ägypten oder des Cäsars von Rom. Außerdem verfasste David zu dieser Zeit den Psalm 34.

F: Inwiefern handelte es sich bei 1. Sam. 22,1 um eine erfüllte Prophezeiung?

A: Ahitub war der Bruder von Isabod, dem Enkel Elis. Gott bediente sich Samuels, um in 1. Samuel 2,31-33 zu prophezeien, dass keiner seiner Nachkommen sehr lange leben würde.

F: Warum schickte David in 1. Sam. 22,3-4 seine Eltern nach Moab?

A: Man ging davon aus (und dies dürfte zutreffen), dass Saul, falls er David nicht töten könnte, dessen Familie töten oder sie zumindest als Köder benutzen würde, um an David heranzukommen; daher musste Davids Familie fliehen. Etwa 400 Männer (später 600 in 1. Samuel 23,13) und vermutlich deren Familien waren bei David, doch Davids Eltern waren wahrscheinlich zu alt, um in einem quasi militärischen Lager zu bleiben, aus dem sie jederzeit plötzlich fliehen mussten. David stand vermutlich in freundschaftlichem Verhältnis zu Moab. Die Moabiter waren Feinde Sauls, denn Saul hatte die Moabiter und andere in 1. Samuel 14,47 angegriffen. Denken Sie daran, dass Davids Urgroßmutter Ruth, die Moabiterin, war.

F: Warum hielt Saul in 1. Sam. 22,6 unter einem Tamariskenbaum Gericht ab?

A: Tamarisken spenden mehr Schatten als die meisten anderen Bäume. Außerdem sind Tamarisken zwar in der Wüste weit verbreitet, stammen jedoch nicht aus dem Hügelland von Gibea, sodass dieser ungewöhnliche Baum leicht zu erkennen gewesen wäre. In Richter 4,5 hielt Debora unter einer Palme Gericht, was auch im Norden Israels ungewöhnlich gewesen wäre.

F: Da es gut ist, die Wahrheit zu sagen, und Doeg die Wahrheit vollständig gesagt hat - war es in 1. Sam. 22,9-11 gut von Doeg, dies zu tun?

A: Selbstverständlich nicht. Einem bösen, paranoiden Menschen wahre Informationen zu geben, die dazu dienen, einen gottesfürchtigen Menschen anzuklagen und zu töten, ist böse. Dies steht in scharfem Kontrast zu Samuel in 1. Samuel 16,1-3. David verfasste Psalm 52 als Zurechtweisung gegenüber Doeg und als Aufruf an Gott, ihn zu bestrafen.

Es ist ein interessanter Gegensatz, dass Saul zuvor nicht bereit war, die ausländischen Feinde, die Amalekiter, zu töten, als Gott es befahl, doch nun hatte Saul keine Bedenken, einem ausländischen Edomiter, Doeg, zu befehlen, Gottes Priester zu töten. Saul hatte seine persönliche Rache mit der Sache Gottes verwechselt.

F: Hätte Ahimelech in 1. Sam. 22,11-19 seine Worte besser wählen können?

A: Nein, da Saul offenbar bereits eine Entscheidung getroffen hatte. Ahimelech war überrascht; er hatte keine Ahnung, dass Saul den Befehl erteilt hatte, David zu töten. Ahimelech war höflich und entschlossen; er verteidigte sowohl sich selbst als auch David.

F: Welche Bedeutung hatte es in 1. Sam. 23,6, dass Abjatar das Efod mitbrachte?

A: Gott nutzte dies als Mittel, um Fragen zu beantworten. Abjatar fragte in 1. Samuel 23,9.12 und 30,7-8 nach David.

F: Was war das Ephod in 1. Sam. 23,6 und wie wurde es verwendet?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keinen Aufschluss. Der einzige weitere Bericht stammt von Josephus, und wir sind uns nicht sicher, ob Josephus Recht hatte. Josephus berichtete, dass der Efod zwölf Steine hatte, einen für jeden Stamm. Die Steine leuchteten auf wundersame Weise auf, wenn Gott antwortete.

F: Warum waren die Einwohner von Keila, die David gerettet hatte, in 1. Samuel 23,6-13 so bereit, David an Saul auszuliefern?

A: Einerseits waren sie froh, gerettet worden zu sein. Andererseits dachten sie an ihr eigenes Wohl, nicht an das von David. Sie wussten von der Stadt Nob und davon, dass Saul möglicherweise die gesamte Stadt auslöschen würde, wenn sie David nicht an ihn auslieferten. Sie gingen wahrscheinlich davon aus, dass David, sollte Saul mit seinem Heer kommen, ohnehin gefangen genommen und getötet würde, unabhängig davon, ob sie ihm halfen oder nicht.

F: Wie sollten Sie sich in 1. Sam. 23,12 fühlen, wenn Menschen, denen Sie geholfen haben, Sie verraten?

A: David und seine Männer würden verständlicherweise tiefe Enttäuschung, Wut und vielleicht auch Überraschung empfinden. Doch von denen verraten zu werden, denen man geholfen hat, ist vielleicht gar nicht so ungewöhnlich, wie man hoffen möchte. Wir haben erörtert, warum die Ziphiter so handelten - möglicherweise eine Kombination aus der Hoffnung auf eine Belohnung, der Angst vor dem Tod und dem völligen Fehlen von Dankbarkeit oder Mitgefühl gegenüber David.

Hinter diesen Gründen verbirgt sich jedoch eine übergeordnete Weltanschauung, die viele Menschen teilen. Viele Menschen, die andere verraten, betrachten ihre Welt nicht als größer als sich selbst. Es gibt nichts, wofür es sich zu leiden oder zu sterben lohnt. Doch wenn ein Mensch nichts hat, wofür es sich zu sterben lohnt, dann lebt er eigentlich für nichts.

F: Warum waren die Ziphiter in 1. Sam. 23,14-24 so bestrebt, Saul zu helfen?

A: Möglicherweise hatten sie Angst, dass Saul sie töten würde, so wie er die Menschen in der Stadt Nob getötet hatte. Oder vielleicht hofften sie auf eine Belohnung von Saul. Beides. Vielleicht dachten sie, dass David früher oder später gefangen genommen werden würde - und warum sollten nicht gerade sie die Belohnung erhalten? Offensichtlich war es ihnen hier nicht wichtig, Gottes Willen zu befolgen.

Zif war für Saul von Bedeutung, da es auf einem etwa hundert Fuß hohen Hügel lag und von dort aus einen hervorragenden Überblick über die gesamte Wüste von Zif bot.

Sobald sie Saul einmal mitgeteilt hatten, dass David sich in ihrer Mitte befand, mussten sie ihn natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten, da Saul dies von ihnen erwarten würde. Manchmal ist es, wenn jemand sündigt, schwieriger, die Erwartungen anderer zu enttäuschen, indem man damit aufhört.

David verfasste in dieser Zeit den Psalm 54.

F: Warum wurde Sauls Verfolgung Davids in 1. Sam. 23,15-18 an dieser Stelle so abrupt beendet (es gibt zwei Antworten)?

A: Die beiden Antworten sind menschlicher und göttlicher Natur.

Aus menschlicher Sicht musste Saul das Heer, einschließlich dieser 5.000 Männer, anführen, um gegen die Philister zu kämpfen. Vielleicht hatten die Philister gehört, dass Saul in der judäischen Wüste unterwegs war, um David zu verfolgen, und dachten, dies sei nun ein günstiger Zeitpunkt für einen Angriff.

Aus göttlicher Sicht sah es für David nicht gut aus. Er kämpfte gegen die Philister, wie Gott es ihm aufgetragen hatte, und floh gleichzeitig vor Saul. In der Wüste ist es schwer, 600 Männer zu verstecken, die versorgt werden müssen, sobald man aufgespürt wurde. Saul verfügte über genügend Truppen, sodass er sein Heer sogar in zwei Gruppen aufteilen konnte. Tatsächlich hatten Sauls Truppen auf der anderen Seite des Berges David schließlich fast eingeholt. Schließlich waren Davids Möglichkeiten begrenzt, wenn auch die Einheimischen nach Davids Heer Ausschau hielten, um Saul Bericht zu erstatten. Also lenkte Gott die Ereignisse so, dass Saul und sein Heer sich zurückziehen mussten.

F: Warum war Jonatan in 1. Sam. 23,17 so bereit, auf den Thron zu verzichten?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keinen Aufschluss. Jonathan verband jedoch eine sehr enge Freundschaft mit David, und er wusste, dass David ihn gut behandeln würde. David hätte Jonathan wahrscheinlich zum Stellvertreter ernannt. Dies hätte natürlich dazu beitragen können, die Loyalität der Benjaminiter zu stärken.

Es ist interessant, dass Saul David nicht ohne Weiteres finden konnte, Jonathan jedoch schon. Vielleicht wussten andere von ihrer Freundschaft und teilten Jonathan mit, wo sich David aufhielt. Oder vielleicht hatte Jonathan gehört, wie die Ziphiter Saul informierten.

F: Welche Psalmen schrieb David in dieser Zeit, wie in 1. Sam. 23,19 erwähnt?

A: David verfasste Psalm 59, als Saul Männer aussandte, um Davids Haus zu überwachen, um David zu töten (1. Samuel 19,11).

David verfasste Psalm 56, als die Philister ihn in Gat gefangen nahmen (1. Samuel 21,10-11).

David verfasste Psalm 34, als er vorgab, wahnsinnig zu sein (1. Samuel 21,10-15).

David verfasste Psalm 57, als er vor Saul in eine Höhle floh (1. Samuel 22,1; 24,3).

David verfasste Psalm 52, als Doeg, der Edomiter, Saul von David berichtete und die Priester von Nob tötete (1. Samuel 22,9-10).

David verfasste Psalm 63, als er sich in der Wüste von Judäa aufhielt (1. Samuel 23,14 bzw. 2. Samuel 15,23-28).

David verfasste Psalm 54, als die Ziphiter Saul mitteilten, wo sich David aufhielt (1. Samuel 23,19).

F: In 1. Sam. 23,21: Inwiefern glauben Menschen, die sich Gott widersetzen, manchmal, dass sie Gottes Willen tun?

A: Gott sagte den Ziphitern, sie seien „vom Herrn gesegnet“, weil sie ihm verraten hatten, wo sich David versteckte. Die Ziphiter dachten das wahrscheinlich, weil Gottes gesalbter König es ihnen gesagt hatte. Wenn jemandem im Namen Gottes dafür gedankt wird, dass er Böses tut, steht er auf ziemlich wackligem Boden.

Auch heute können Menschen Böses tun und dabei glauben, es sei Gottes Wille, weil es ihnen jemand gesagt hat und sie es geglaubt haben.

F: Was ist das verbindende Thema in 1. Sam. 24,1-26,25?

A: Ein häufig vorkommendes Wort in 1. Samuel 23-24 ist „Hand“. In den vorangegangenen Kapiteln wurde Gottes Schutz für David vor der Hand Sauls gezeigt. 1. Samuel 24-26 zeigen Gottes Schutz für David vor seinen Versuchungen, unschuldiges Blut zu vergießen. Es wäre für David natürlich ein Leichtes gewesen, Saul (zweimal) und Nabal zu töten. David fühlte sich nach jedem Vorfall schuldig, doch Gott bewahrte ihn davor, andere zu töten.

1. Samuel 24-26 bilden ein „Triptychon aus drei Tafeln über Davids Leben“, wobei Kapitel 26 dem Kapitel 24 ähnelt.

Manchmal muss man Gott um Hilfe und Schutz vor anderen bitten. Manchmal muss man Gott um Hilfe und Schutz vor sich selbst bitten. Wir müssen uns bemühen, Gottes Willen zu erfüllen, jedoch nur mit Gottes Mitteln, nicht mit bösen Mitteln wie der Tötung Sauls, und zu Gottes Zeit, wie uns dieses Kapitel hier zeigt.

F: Warum begab sich David in 1. Sam. 24,3 nach En-Gedi?

A: Dies war ein abgelegener Ort, vierzehn Meilen östlich von Ziph. Es war eine trockene Gegend, abgesehen von einer großen Quelle. Der „Felsen der Bergziegen“ wurde wahrscheinlich so genannt, weil er so steil war, dass nur trittsichere Ziegen ihn erklimmen konnten. Er war jedoch nicht unbewohnt. Hirten hielten dort Schafe und Ziegen in Gehegen. Bei den Gehegen handelte es sich wahrscheinlich um niedrige Steinmauern. Im Gegensatz zur vorherigen Wildnis gab es in dieser Gegend viele steile Hügel und tiefe Höhlen, in denen man sich verstecken konnte.

F: Warum fühlte sich David in 1. Sam. 24,5 schuldig, weil er ein Stück von Sauls Gewand abgeschnitten hatte, obwohl er Sauls Leben verschont hatte?

A: David war versucht, Saul zu töten, und seine Soldaten ermutigten ihn dazu. Zwar tötete David ihn nicht, doch zeigte er dem König keinen Respekt, als er einen Teil von Sauls Gewand abschnitt, und dafür fühlte er sich schuldig.

F: In 1. Sam. 24,4-8: Inwiefern war dies eine Prüfung für David?

A: David hätte sich folgende Argumente vorbringen können: a) Er sei der rechtmäßige König, b) Saul habe zu Unrecht versucht, David zu töten, und c) da in der Zahl der Ratgeber Weisheit liege, hätten sogar Davids Männer ihm geraten, Saul zu töten. David wusste jedoch, dass Gott von ihm erwartete, den König zu ehren und nicht zu töten, selbst wenn es sich bei dem König um Saul handelte. David wusste, dass er dazu bestimmt war, König zu werden, doch hier stand er vor einer Entscheidung. Er hätte seine eigenen Mittel einsetzen können, um Gottes Willen zu tun, selbst wenn dies bedeutete, etwas zu tun, was Gott nicht von ihm wollte. Oder David hätte nicht nur Gottes Willen tun wollen, sondern dies auch mit Gottes Mitteln tun wollen.

F: Da David in 1. Sam. 24,5-22 das Gefühl hatte, gesündigt zu haben, indem er ein Stück von Sauls Mantel abgeschnitten hatte, warum benutzte David dieses Stück Stoff später dann doch?

A: Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in 1. Samuel 26, wo David keinerlei Schuldgefühle verspürte. Bei diesem zweiten Vorfall zerstörte David weder Kleidung noch irgendetwas anderes, und er nahm nichts mit, was nicht unversehrt zurückgegeben werden konnte.

F: Was bedeutet dieses Sprichwort in 1. Sam. 24,13?

A: Dies war ein „altes Sprichwort“. Es war nicht im Buch der Sprüche enthalten, da das Buch der Sprüche zu diesem Zeitpunkt noch nicht verfasst worden war. Es handelt sich um eine wahre Aussage, doch allein die Tatsache, dass David sie in diesem Zusammenhang äußerte, macht sie noch lange nicht unfehlbar.

Der Kern des Sprichworts besteht darin, dass gute Menschen keine bösen Taten begehen, um ihre Ziele zu erreichen; nur böse Menschen tun dies. Heute können wir erkennen, dass uns Mittel zur Verfügung stehen, um unseren Erfolg voranzutreiben und sogar den Anschein zu erwecken, als würden wir die Kirche voranbringen, die jedoch böse sind. Diese bösen „Werkzeuge“ mögen nützlich erscheinen, um das zu fördern, was wir für gute Ziele halten, doch Gott möchte nicht, dass wir zu diesen Werkzeugen greifen.

F: Warum war die Situation in 1. Sam. 24,16-19 für Saul eine emotionale Situation?

A: Saul versuchte aus Angst, David zu fangen und zu töten. In seiner Paranoia fürchtete Saul, dass er in Davids Hände fallen würde. Seine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich; er wurde tatsächlich in Davids Hände ausgeliefert. Als er in 1. Samuel 24,16 erkannte, dass seine Paranoia unbegründet war, weinte er vor Reue über seinen Wahnsinn. Zumindest in diesem Moment konnte Saul erkennen, dass sein Hass auf David grundlos war.

F: Hat Saul in 1. Samuel 24,20 hier endlich erkannt, dass David der nächste König sein würde?

A: Eigentlich nicht. Jonathan hatte David bereits in 1. Samuel 23,17 mitgeteilt, dass Saul erkannt hatte, dass David der nächste König sein würde. Doch hier gab Saul dies öffentlich zu.

F: Welche zwei möglichen Gründe gibt es in 1. Samuel 25,1 dafür, dass ganz Israel um Samuels Tod trauert?

A: Erstens respektierten alle Samuel als Propheten, dem das Wohl des Volkes wirklich am Herzen lag. Zweitens trauerten sie möglicherweise auch um die Zeiten, in denen der König und sein Heer den Großteil ihrer Zeit damit verbrachten, David, einen Mitisraeliten, zu verfolgen. Es war das Ende einer Ära, der Ära der Richter, und von nun an würden sie für den König und seinen Hofstaat aufkommen müssen. Ohne Samuel hatte Saul das Gefühl, dass eine Person weniger über sein Handeln wachte, und David fühlte sich möglicherweise einsamer.

F: Wie ist das Kapitel 1. Sam. 25,1-44 aufgebaut?

A: Es handelt sich um einen Chiasmus, bei dem die Teile symmetrisch angeordnet sind.

25,1a Samuel starb

. 25,1b-3 David ist auf der Flucht in der Nähe von Nabal und Abigail

. . 25:4-13 David bereitet Rache für Nabals Beleidigung vor

. . . 25,14-19 Abigail bereitet Vorräte für David und seine Männer vor

. . . . 25:20-35 Abigail begegnet David

. . . 25:36-38 Abigail kehrt nach Hause zurück, während Nabal sich an Speisen und Wein überfrisst

. . David preist Gott, nachdem er erfahren hat, dass Gott Nabal getötet hat und nicht David

. David nimmt Abigail zur zweiten Frau

Saul betrachtet David als tot und verheiratet Michal mit einem anderen Mann

F: Wie war Nabals Charakter in 1. Sam. 25,3?

A: Nabal war unhöflich, was bedeutet, dass er andere weder respektierte noch schätzte. Es heißt nicht, dass Nabal gewalttätig war oder anderen etwas wegnahm, aber offenbar hatte er im Leben gelernt, nur für sich selbst zu sorgen und sich um niemanden sonst zu kümmern, zumindest außerhalb seiner eigenen Familie. Er wollte, was er wollte, ohne Rücksicht auf die Auswirkungen auf andere zu nehmen. In der modernen Umgangssprache würde man sagen, Nabal sei ein Idiot gewesen. Offenbar machte es ihm nichts aus, so bezeichnet zu werden. Als sein Diener Abigail in 1. Samuel 25,17a mitteilte, er sei ein wertloser Mann, mit dem niemand sprechen könne, warf niemand dem Diener Respektlosigkeit vor. Der Name Nabal, der „Närr“ bedeutet, war wahrscheinlich nicht der Name, den seine Mutter ihm bei der Geburt gegeben hatte, denn eine Mutter würde ihr Kind nicht so nennen. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Spitznamen, den andere ihm gegeben haben. Vielleicht war es ihm egal, was andere dachten oder wie sie ihn nannten. Beachten Sie, dass Nabal in 1. Samuel 25,11 achtmal die Wörter „ich“ oder „mein“ verwendet. (Dazu gehört auch „[ich] gebe“.)

Es gibt heute eine philosophische Strömung, die den Menschen lehrt, sich nicht um andere zu kümmern, zumindest nicht außerhalb ihres eigenen Kreises. Sie wurde von Ayn Rand (einer Frau) ins Leben gerufen und wird als Objektivismus bezeichnet. Dies lässt sich anhand des Titels eines von ihr verfassten Buches erklären: „Atlas Shrugged“.

Nebenbei bemerkt: Maon lag nur eine Meile südlich von Karmel, wo Saul sich selbst einen Altar errichtet hatte. Karmel bedeutet „Gartenort“ oder „Weinbergland“. Es handelte sich hierbei um den Ort Karmel/Kurmul in Juda, nicht um den hohen Berg Karmel im Norden Israels.

F: Betrieb David in 1. Sam. 25,4-35 eine Schutzgelderpressung, wie ein Muslim behauptete?

A: Nein, aber der Fragesteller hätte Recht, wenn er keiner Religion folgen wollte, deren Prophet und frühe Führer von Schutzgelderpressung profitierten. Vier Punkte sind bei der Beantwortung zu berücksichtigen.

1. David betrieb kein Schutzgeldgeschäft, da David - derjenige, der Schutz gewährte - denjenigen, die er beschützte, Reichtümer schenkte, wie uns 1. Samuel 30,26-31 berichtet. Nabals Männer bestätigten in 1. Samuel 25,14-16, dass Davids Soldaten ihnen beim Schutz behilflich waren. David beschützte sie wahrscheinlich sowohl vor den beduinischen Arabern als auch vor den Amalekitern.

2. David bat Nabal weder um 1) eine regelmäßige Zahlung noch um 2) Gold, Silber oder andere Wertgegenstände. David bat lediglich um die Lebensmittel, die Nabal entbehren konnte. Nabal beklagte sich zu keinem Zeitpunkt über eine Forderung nach Geld oder Wertgegenständen. Vielmehr geht aus 1. Samuel 25,11 hervor, dass Nabal diese Bitte lediglich als Bitte um Brot, Wasser und Fleisch verstand.

3. David räumte später mit Bedauern ein, dass er Böses begangen hätte, hätte er Nabal und seine Männer getötet, wie aus 1. Samuel 25,13,33-34, 39 hervorgeht.

4. David war nicht zornig auf Nabal, weil dieser irgendeine Schutzvereinbarung gebrochen hätte. Vielmehr war David zornig auf Nabal wegen dessen beleidigender Antwort in 1. Samuel 12,10-11.

Im Gegensatz dazu erheben Muslime seit der Zeit Mohammeds eine spezielle Steuer, die sogenannte Dschizya, ausschließlich von Christen und Juden. Laut dem Hadith von al-Bukhari, Band 2, Seite 7, wird die Dschizya im Glossar definiert als „Kopfsteuer, die der Islam den Leuten der Schrift und anderen Menschen, die ein offenbartes Buch besitzen (Nicht-Muslime), auferlegt, wenn sie unter muslimischer Herrschaft stehen“. Muslime behaupten sogar, Christen und Juden sollten für die Dschizya dankbar sein, da sie ohne diese kein Recht hätten, in muslimischen Ländern zu leben, ohne getötet zu werden.

F: Welche Lehren können wir aus dieser wenig schmeichelhaften Schilderung Davids in 1. Sam. 25,4-35 ziehen?

A: Es gibt verschiedene Sichtweisen.

Davids Perspektive: Selbst jemand, der Gott so sehr liebte wie David, konnte durch Macht korrumpiert werden und zu einem Tyrannen werden. Wir müssen darauf achten, dass wir als Einzelne nicht in diese Falle tappen. Wir sollten auch versuchen sicherzustellen, dass die Organisationen, Kirchen und Nationen, in denen wir leben, ebenfalls nicht zu Tyrannen werden.

Abigails Perspektive: Eine weise Frau hielt David davon ab, Böses zu tun. Es ist wunderbar, wenn wir auch heute andere - ob gläubig oder nicht - davon überzeugen können, von Bösem Abstand zu nehmen. Es ist lehrreich, Abigails Rede, ihre Art der Überzeugung und die Aspekte, an die sie sich bei David wandte, zu untersuchen.

F: Was können wir in 1. Sam. 25,10-11 aus Nabals Haltung gegenüber David lernen?

A: Nabal wusste natürlich, wer David war. Doch Nabal wollte keine Erkenntnis oder Tatsache zugeben, die er nicht zugeben wollte. Doch wenn er nichts über David wusste, woher wusste Nabal dann, dass dieser der Sohn Isais war? Er versuchte zu behaupten, David sei ein Niemand, da er noch nie von ihm gehört hatte. Wahrscheinlich setzte er David herab, nur um seine Habgier zu rechtfertigen und um David und seinen Männern nichts geben zu müssen. Natürlich sagten Nabals Worte viel über Nabal selbst aus, aber nichts über David.

Ein zweiter Aspekt von Nabals Charakter ist, dass ihm laut 1. Samuel 25,17 niemand etwas sagen konnte. Ein „Nabal“, ein Narr, hat weder Achtung vor Gott noch vor den Menschen. Nabal hielt sich für so klug, dass er von niemandem etwas lernen konnte. Die Folge davon war jedoch, dass er - aus eigener Entscheidung - so dumm war, dass er nichts lernen konnte. Er hielt sich für klug, doch seine Mitmenschen erkannten ihn in 1. Samuel 25,25 als dumm an.

Haben Sie schon einmal von Menschen in der heutigen Zeit gehört, die sich weigern, Dinge als Tatsachen anzuerkennen, mit denen sie nicht einverstanden sind? Manchmal sagen sie dies vielleicht, um ihre Anhänger in die Irre zu führen, doch selbst dann wissen die Anhänger möglicherweise bereits, was wahr ist - dies gibt ihnen jedoch einen Vorwand, unbequeme Tatsachen abzulehnen. Somit täuschen sie eigentlich niemanden, der nicht ohnehin schon darauf aus ist, eine Lüge zu glauben.

F: Was ist an Abigails Verteidigung in 1. Samuel 25,23-29 besonders interessant?

A: Abigail wusste sehr wohl, dass ihr Mann töricht und nichtsnutzig war, doch sie beschützte ihn und die anderen Männer aus Nabals Gefolge trotzdem. Abigails Gespräch mit David verlief fast genauso wie das der weisen Frau aus Tekoa in 2. Samuel 14,1-20. In beiden Fällen wussten sie, dass sie mit einem Gläubigen sprachen.

Beide verneigten sich vor David mit dem Gesicht zur Erde, wie in 1. Samuel 25,23-24 und 2. Samuel 14,4 beschrieben.

Beide nahmen die Schuld für das Problem auf sich (1. Samuel 25,24 und 2. Samuel 14,9).

Beide baten um Erlaubnis, sprechen zu dürfen, und darum, dass David ihnen zuhören möge, bevor sie ihre Worte vortrugen (1. Samuel 25,24 und 2. Samuel 14,12).

In beiden Fällen hörte David zu und gewährte ihnen, was sie wünschten (1. Samuel 25,35 und 2. Samuel 14,8).

Abigail bedient sich zudem bildlicher Ausdrücke, die David verstehen würde. In 1. Samuel 25,19 spricht sie vom „Bündel des Lebens“ und vom „Beutel der Schleuder“. Ein Hirte hätte zwei Beutel. Im „Beutel der Lebenden“ befände sich Nahrung für ihn. Im „Beutel der Schleuder“ befänden sich eine Schleuder und ein oder mehrere Steine. Abigail verwendet zudem siebenmal Gottes heiligen Namen in 1. Samuel 25,26-31, vielleicht um David auf subtile Weise daran zu erinnern, wer seine Taten beobachtet.

F: Wie wurde Nabals Herz in 1. Sam. 25,37 wie Stein?

A: Nabal war reich und besaß 3.000 Schafe und 1.000 Ziegen. Er veranstaltete ein Festmahl, das „eines Königs würdig“ war (1. Samuel 25,36). Vielleicht, als Nabal von dem Beinahe-Unglück erfuhr, das er nur knapp entgangen war, und dass er nur gerettet wurde, weil Abigail Davids Männern in 1. Samuel 25,18 200 Brote, zwei Krüge Wein, fünf Schafe, fünf Maß Getreide, hundert Rosinenkuchen und 200 Feigenkuchen gab. Dies war wahrscheinlich weit mehr, als David erwartet hatte. Nabal erlitt einen Schlaganfall und starb später. Zudem erhöht Alkoholkonsum das Schlaganfallrisiko eines Menschen, und dies in Verbindung mit der Nachricht, dass beinahe etwas Schreckliches geschehen wäre, könnte seinen Blutdruck auf ein Schlaganfallniveau ansteigen lassen.

F: Warum heiratete Michal in 1. Sam. 25,44 einen anderen Mann, obwohl sie noch mit David verheiratet war?

A: Michal hatte in dieser Angelegenheit offenbar keine Wahl. David und Michal hatten sich nie scheiden lassen, doch Saul, der König, gab sie einem Mann namens Palti (Paltiel in 2. Samuel 3,15) zur Frau. Saul tat dies vielleicht als Zeichen dafür, dass David „bereits“ ein toter Mann war. David bezeichnete Saul in 1. Samuel 24,11 als seinen „Vater“. Saul war nicht nur im übertragenen Sinne ein Vater für alle Israeliten, sondern auch Davids Schwiegervater. Saul wollte dies ändern. Wir wissen nicht, ob Saul Michal nach dem Vorfall mit Nabal oder bereits zuvor verheiratet hatte.

F: Warum versuchten die Ziphiter in 1. Sam. 26,1, Saul dazu zu bewegen, David erneut zu fangen, obwohl Saul bereits ein Versprechen gegeben hatte?

A: Die Ziphiter hatten kein anderes Motiv als die Hoffnung, dass Saul sie belohnen würde. Es scheint, dass Saul nicht vorhatte, David erneut zu verfolgen, doch als die Ziphiter ihm von David berichteten, machte sich Saul - um konsequent zu bleiben - erneut auf die Suche nach David.

F: War David in 1. Sam. 26,5-11 mutig oder ängstlich?

A: David ist ein interessantes Beispiel dafür, wie er im Kampf gegen Goliath und auch hier mutig auf Gottes Schutz vertrauen konnte, während er gleichzeitig Angst vor Saul hatte. Saul schlief an einem sicheren Ort, inmitten seines Heeres neben Abner. Doch hier ließ Gott in 1. Samuel 26,12 einen tiefen Schlaf über Saul und seine Männer kommen. Man könnte dies als inkonsequente Wankelmütigkeit betrachten, aber sind wir nicht alle manchmal so? David stand wahrscheinlich unter großem Druck, da er ständig auf der Flucht war. David verhielt sich offenbar so, als könne er darauf vertrauen, dass Gott ihn vor den Philistern retten würde, vertraute Gott jedoch nicht voll und ganz darauf, dass er ihn vor Saul retten würde. Doch selbst nach all dem erlaubte sich David nicht, Saul zu hassen.

F: Gibt es in 1. Sam. 26,6 außerbiblische Belege für Joab?

A: Ja. Zwei hebräische Ton-Siegelabdrücke, sogenannte Bullen, aus der Zeit von 650-550 v. Chr. verweisen auf „Jehoab“.

F: Warum achtete David in 1. Sam. 26,7-12 so sehr darauf, Saul zu achten?

A: David war als Nachfolge Sauls gesalbt worden. Samuel hatte nie gesagt, dass dies bedeute, David habe das Recht, den von Gott Auserwählten zu töten. Vielleicht dachte David auch an seine eigene Zukunft, als er ein Beispiel dafür gab, Gottes gesalbten Führer nicht zu töten.

F: In 1. Sam. 26,7-12: Inwieweit sollten Christen Führer respektieren, die nicht gottesfürchtig oder keine rechtmäßigen Führer sind?

A: Auch wenn Saul Gott nicht folgte, war er möglicherweise dennoch der rechtmäßige Führer. In Römer 13,1-7 und 1. Petrus 2,13-17 heißt es, man solle sich unterordnen, nicht rebellieren, Steuern zahlen und die Herrscher und Autoritäten achten. Die einzigen ausdrücklichen Einschränkungen bestehen darin, dass unsere „Freiheit kein Vorwand für das Böse sein darf“, wie es in 1. Petrus 2,16 (NIV) heißt, und dass wir als Diener Gottes leben müssen. Wenn es einen Konflikt zwischen einer Autorität und dem Dienen für Gott gibt, hat das Leben als Diener Gottes natürlich Vorrang.

F: Warum befand sich David in 1. Samuel 26,19 ständig in Gefahr?

A: David ging davon aus, dass dies auf einen von zwei Gründen zurückzuführen sei: Entweder hatte David unwissentlich gesündigt, oder aber böse Menschen steckten dahinter. Hätte David gesündigt und wüsste er, worin die Sünde bestand, würde er Buße tun und ein Opfer darbringen. Wäre es auf böse Menschen zurückzuführen, sollten diese gefasst und bestraft werden. Weiter als das sah David nicht. Saul wollte David töten, weil er ihn als Bedrohung empfand. David erkannte dies nur langsam, da er

Zwar traf der zweite Grund zu, doch gab es noch einen dritten Grund. Gott schulte David, indem er seinen Charakter auf die Probe stellte, indem er ihn dazu brachte, weder Saul noch Nabal zu töten.

F: Sollten Menschen gemäß 1. Sam. 26,19 ihre Feinde hassen, wie es die Sekte „Kinder Gottes“ (Familie der Liebe) lehrt?

A: Nein. Auch wenn David vielleicht einige böse Menschen gehasst haben mag, wird uns niemals geboten, jemanden zu hassen. 1. Johannes 4,20-21 warnt uns eindringlich, dass echte Gläubige ihren Bruder nicht hassen dürfen. Dennoch sollen wir die Sünde hassen.

F: Was wollte David in 1. Sam. 26,20 mit dem Floh und dem Rebhuhn sagen?

A: Der Floh ist wertlos. Niemand würde versuchen, einen Floh zu fangen. Zwar wäre es schwer, ihn zu fangen, doch gibt es so viele andere, dass es keine Rolle spielen würde. In der Wüste um Judäa gibt es nur eine Rebhuhnart, das sogenannte Sandrebhuhn. Es ist klein und rennt sehr schnell, zumindest so lange, bis es plötzlich erschöpft ist. Ein Rebhuhn ist ein kleiner Vogel, der fast unmöglich zu fangen ist und nicht viel wert ist, wenn man ihn doch fängt. David fragt, warum Saul, anstatt sich um königliche Angelegenheiten und die Philister zu kümmern, so viel Aufmerksamkeit darauf verwendet, ihn zu fangen.

F: Hatte David in 1. Sam. 27,1 Recht, Saul zu fürchten?

A: Saul hatte bereits erklärt, dass er David nie wieder verfolgen würde - schon wieder. David argumentierte wahrscheinlich so: Da Saul ihn bereits mehrfach verfolgt hatte und David vor Sauls letzter Suche bereits alles in seiner Macht Stehende getan hatte, um seine Loyalität zu beweisen, hatte er allen Grund, weiterhin misstrauisch zu sein, und er verzweifelte daran, jemals frei von dem Druck zu sein, gejagt zu werden. David schien in seinem Vertrauen auf Gottes Fähigkeit, ihn zu beschützen, zu schwanken, und er sah eine Lösung darin, dass die Philister ihn beschützten. Es war in Ordnung, dass David vorsichtig war, doch die Befürchtung, Gott sei nicht in der Lage, ihn zu beschützen, ist für einen Gläubigen keine angemessene Motivation. Wie sehr vertraute David Saul danach noch? David gab den Speer nicht direkt zurück, sondern wies Saul in 1. Samuel 26,22 an, einen Diener zu schicken, um den Speer abzuholen. David behielt den Krug, vielleicht als mögliche zukünftige Erinnerung an seine Barmherzigkeit gegenüber Saul. Die Heilige Schrift berichtet nicht, dass Saul jemals wieder versucht hätte, David zu verfolgen. Vielleicht hatte Saul also erkannt, dass Gott David beschützen würde, und gab den Versuch auf, David zu fassen. Doch selbst wenn dies zuträfe, wusste David davon nichts. Es erscheint zudem fragwürdig, dass David sich in den Dienst der Philister begab, die Feinde Israels waren.

Zusammenfassung: Davids Handeln war hier durchaus nachvollziehbar, doch „nachvollziehbar“ bedeutet nicht zwangsläufig „richtig“.

F: Warum diente David in 1. Sam. 27,1-7 Achisch als Söldner?

A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

1. Während David zuvor vorgab, verrückt zu sein, tat er dies diesmal nicht. David ging ein kalkuliertes Risiko ein, als er nach Gat zurückkehrte. Achisch war wahrscheinlich ein königlicher Titel, ähnlich wie „Pharao“, sodass es sich um eine andere Person als den früheren Achisch handeln könnte. Unabhängig davon wussten die Philister, dass Saul sich nicht mit David versöhnen würde, und so hießen sie jemanden offen willkommen, der für sie von Nutzen sein könnte.

2. Es war nicht ungewöhnlich, dass Heere Söldner in ihren Reihen hatten, und Gott hat dies weder in der Bibel noch durch direkte Mitteilung an David jemals verboten.

3. Andere Hebräer hatten in 1. Samuel 14,21 als Söldner in den Heeren der Philister gedient.

4. Während Achisch ein Philister war, der gegen die Israeliten kämpfte, kämpfte David niemals gegen die Israeliten.

5. David kämpfte gegen die Amalekiter, die weder Freunde der Israeliten noch der Philister waren.

F: Warum überfiel David in 1. Sam. 27,8.30 die Amalekiter, obwohl Saul die Amalekiter bereits in 1. Sam. 15,7-8 vernichtet hatte?

A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. In 1. Samuel 15,7-8 heißt es, dass Saul behauptete, nur die Amalekiter von Havila bis zur Wüste Schur vollständig vernichtet zu haben. (Schur lag südlich von Juda.) Es ist möglich, dass Amalekiter außerhalb dieser Region noch lebten. Alternativ könnte Sauls Behauptung teilweise falsch gewesen sein.

2. 1. Samuel 17,8 zeigt, dass einige Amalekiter noch immer auf dem Weg nach Schur wohnten.

3. Unabhängig davon, ob diese Amalekiter von Saul nicht angegriffen wurden, angegriffen wurden, aber entkommen konnten, oder gefangen genommen, später jedoch von Saul freigelassen wurden - einige dieser Amalekiter blieben dennoch übrig.

F: War es in 1. Sam. 27,10-12 richtig von David, König Achisch von Gat zu belügen?

A: Wie in den anderen Fällen war dies Davids Vorgehensweise in Kriegszeiten.

Achisch glaubte zu wissen, was David tat, da er ständig Berichte über David erhielt - und zwar von David selbst. David befand sich in Ziklag weit genug entfernt, sodass Achisch ihn nicht direkt überwachen konnte. Wenn die Informationen, die Sie zur Analyse einer Situation erhalten, aus einer voreingenommenen oder unzuverlässigen Quelle stammen, können sie umso glaubwürdiger erscheinen, je mehr Informationen Sie erhalten; doch dadurch werden sie nicht zuverlässiger.

David war Saul zunächst durch die Kämpfe gegen die Philister bekannt geworden, und nun wird David durch die Philister aus Sauls Leben verschwinden.

F: In 1. Sam. 28,1-2: Inwiefern befand sich David am falschen Ort?

A: David befand sich am falschen Ort, weil er auf seine Angst hörte und nicht auf seinen Glauben. David fühlte sich bei den Philistern, den Feinden Gottes, natürlich sicherer als auf der Flucht vor Saul. Doch nun wurde David dazu aufgefordert, gegen das Volk Gottes zu kämpfen. Würde der Mann, der sich geweigert hatte, den Gesalbten des Herrn anzurühren, nun Israeliten töten, die Gott folgten, nur weil ein heidnischer König es ihm befahl?

Beachten Sie, dass David den Herrn nicht befragte, bevor er zu den Philistern ging, und dass er den Herrn auch nicht befragte, bevor er dem König Achisch eine zustimmende Antwort gab. David hätte sich von vornherein niemals in dieser Situation befinden dürfen. Es war eine prekäre Lage, denn wenn sich seine 600 Männer im Kampf gegen die Philister gewandt hätten, hätten sich die Philister sicherlich daran erinnert und sie alle ausgerottet.

Dass Israeliten wie David in der Armee der Philister kämpften, mag nicht als allzu ungewöhnlich angesehen worden sein, da einige bereits in 1. Samuel 14,21 erwähnt wurden. Gottes Vorsehung griff ein, um zu verhindern, dass David seine israelitischen Mitbrüder töten musste. Als David jedoch nach Ziklag zurückkehrte, hatten die Amalekiter alles mitgenommen.

F: Wie kann ein Christ heute, wie in 1. Sam. 28,1-2 beschrieben, am falschen Ort sein?

A: Es kann leicht vorkommen, dass ein Christ in eine kompromittierende Situation gerät. Christen können „bei der falschen Kundgebung“ sein und politisch diejenigen unterstützen, die dem Christentum feindlich gegenüberstehen. Christen können in einem unrechtmäßigen Beruf tätig sein; dabei müssen sie nicht unbedingt selbst Unrecht tun, sondern fleißig einem Unternehmen helfen, das Unrecht begeht; zum Beispiel als Buchhalter für eine Abtreibungsklinik. Manchmal könnte es sich um die Arbeit für ein an sich unbedenkliches Unternehmen handeln, wie etwa eine Krankenkasse, bei der man jedoch angewiesen wird, Unrecht zu tun - beispielsweise indem man krampfhaft nach Ausreden sucht, um Ansprüche abzulehnen, die eigentlich bezahlt werden müssten, bis die Frist für die Einreichung des Antrags abgelaufen ist.

Manchmal zögern wir vielleicht, eine gute Stelle zu verlassen, die dem Bösen dient - aus Bequemlichkeit, Arroganz oder einfach aus moralischer Trägheit. Aber betrachten Sie das große Ganze: Werden Sie in fünf oder zehn Jahren stolz darauf sein, anderen zu erzählen, für wen Sie gearbeitet haben und was Sie getan haben?

Wann immer sich Ihnen eine neue berufliche Chance bietet, beten Sie, bevor Sie „Ja“ sagen, und fragen Sie Gott, ob Jesus wollen würde, dass seine Kinder dort arbeiten. Und wenn Sie feststellen, dass Sie tatsächlich am falschen Ort sind, seien Sie ein Zeuge dafür, warum Sie dort sind - zumindest so lange, bis Sie entlassen werden. Sie könnten sagen: „Aber ich muss meine Familie ernähren.“ Wenn diese Ausrede für einen Dieb gut genug ist, ist sie dann auch für Sie gut genug?

Ein Christ kann sich aus materiellen Gründen, aus Angst (wie David) oder aus Gleichgültigkeit - weil er sich nicht die Mühe macht, zu prüfen, ob es ein Beruf ist, den Gott für ihn vorgesehen hat - am falschen Ort befinden. Es ist eine traurige Situation, wenn für Sie alles gut läuft, Sie dabei jedoch vergessen, für wen Sie eigentlich arbeiten sollten.

F: Wie sah die Situation in 1. Sam. 28,3-6 aus?

A: Saul befand sich in einer misslichen Lage. Er verfügte wahrscheinlich über 3.000 Elitesoldaten sowie weitere Männer, die keine Berufssoldaten waren, sondern zum Kampf eingezogen worden waren. Saul verfügte nie über genügend Truppen, um einen Angriff auf eine der fünf großen Städte der Philister in Betracht zu ziehen. Sauls Heer lagerte an den Hängen des Berges Gilboa (heute Jebel Fuquah), etwa 40 Meilen östlich der Philister bei Aphek. Saul wollte in der Nähe eines Berges lagern, um den Vorteil der Philister durch Streitwagen und Pferde zunichte zu machen.

Wir sind uns über die Zahl in 1. Samuel 13,5 nicht sicher, doch sie verfügten über 6.000 Reiter, wahrscheinlich eine geringere Anzahl an Streitwagen und vermutlich Zehntausende an Infanteristen. Den anderen philistinischen Befehlshabern waren Davids Streitkräfte vermutlich ziemlich gleichgültig, da 600 Mann für sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellten.

Dass Saul sein Heer in der Nähe von Bergen stationierte, war eine gute Strategie, damit die Philister ihre Streitwagen und ihre Kavallerie nicht einsetzen konnten. Doch wenn die Philister drei- bis fünfmal mehr Infanterie hatten als Saul, sah die Lage ohne ein Wunder Gottes nicht gut aus. Dennoch vertrieb Saul den von Gott bestimmten nächsten König. Saul hätte die Priester bitten können, für ihn ein Opfer für Gott darzubringen, doch Saul hatte das Massaker an allen Priestern im Dorf Nob angeordnet. Saul hätte den Hohepriester Abjatar bitten können, mithilfe des Efods zu erfahren, was Gott von ihm erwartete, doch Abjatar hatte den Efod genommen und war zu David geflohen, nachdem Saul die Ermordung seines Vaters angeordnet hatte. Saul gingen hier verzweifelt die Optionen aus; doch dann erkannte Saul, dass er vielleicht doch noch eine hatte.

F: Hat Saul in 1. Sam. 28,6 den Herrn befragt, oder hat er in 1. Chr. 10,14 den Herrn nicht befragt?

A: Auch wenn es sich hierbei um einen Abschriftfehler handeln könnte, stimmen sowohl der hebräische masoretische Text als auch die griechische Septuaginta überein, und es gibt eine einfachere Erklärung.

Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem bloßen Tun einer Sache und dem aufrichtigen Tun einer Sache.

Das hebräische Wort „shalal“ in 1. Samuel 28,6 bedeutet „befragen“, „bitten“, „verlangen“, „flehen“ oder „ausleihen“. Es kommt im Alten Testament noch 19 weitere Male vor. Es bedeutet nicht zwangsläufig, unaufrichtig zu fragen. Vielmehr handelt es sich um einen allgemeinen Begriff für „fragen“, der sowohl aufrichtig als auch unaufrichtig sein kann.

Das hebräische Wort „darash“ in 1. Chronik 10,14 bedeutet in erster Linie „folgen“ und im weiteren Sinne „suchen“, „fragen“ oder „anbeten“. An den 41 anderen Stellen, an denen es im Alten Testament verwendet wird, handelt es sich um etwas, das Menschen entweder von Gott oder von Götzen erbitten, jedoch nicht von beiden.

Im Gegensatz zur Verwendung von „shalal“ in 1. Samuel 28,6, als Saul Gott befragte, wird in 1. Samuel 28,7 das Wort „darash“ verwendet, als Saul zur Hexe (eigentlich eine Totenbeschwörerin) von Endor ging.

Zwar mag Saul beiläufig gefragt haben, doch hat er Gott sicherlich nicht auf dem üblichen Weg der Priester befragt. Denken Sie daran, dass Saul alle Priester von Nob mit Ausnahme von Abjatar getötet hatte. Abjatar hatte das Ephod mitgenommen, als er in 1. Samuel 23,6 vor Saul floh.

Saul konnte zwar den Herrn befragen, doch ohne Reue ist es schwer vorstellbar, dass diese Befragung aufrichtig war, nachdem er die meisten Priester Gottes getötet hatte, die eine solche Befragung hätten durchführen können.

F: Hat Saul in 1. Sam. 28,6 Gott mittels des Urim befragt, oder war das Urim im Besitz von Abjatar, als dieser zuvor in 1. Sam. 22,23 zu David ging?

A: In 1. Samuel 28,6 heißt es ausdrücklich, dass Gott Saul nicht durch das Urim antwortete. Warum sollte Gott Saul überhaupt die Ehre einer Antwort erweisen, wo Saul doch die Priester in der Stadt Nob hatte töten lassen? Natürlich antwortete Gott Saul nicht durch das Urim, denn Abjatar besaß das Urim, und Saul wollte Abjatar töten. Weitere Informationen finden Sie in „Bible Difficulties & Seeming Contradictions“, S. 155-156.

F: Warum wandte sich Saul in 1. Samuel 28,7-10 an die Wahrsagerin/Hexe von Endor, nachdem er die Hinrichtung von Hexen angeordnet hatte?

A: Saul hatte bereits angeordnet, dass Hexen hingerichtet werden sollten. Vielleicht versuchte Saul bewusst und absichtlich, andere Menschen dazu zu verleiten, ihn für einen Mann Gottes zu halten, doch es gibt eine wahrscheinlichere Antwort. Saul glaubte aufrichtig, er sei ein Mann Gottes, denn Saul hatte sich selbst getäuscht. Er wusste, dass Gott die Hinrichtung von Hexen befohlen hatte (3. Mose 19,31; 20,6-7.27; 5. Mose 18,9-14 und später Jesaja 8,19), und Saul versuchte, Gottes Willen auszuführen. Doch Saul hatte eine riesige blinde Stelle: Als er versuchte, den von Gott bestimmten nächsten König zu töten, tötete er den Hohepriester Ahimelech und metzelte alle Priester im Dorf Nob nieder. Hätte er innegehalten und darüber nachgedacht: War Gott wirklich mit diesen Taten zufrieden? Saul hatte dazu wahrscheinlich weder eine positive noch eine negative Meinung, da er nie innegehalten hatte, um darüber nachzudenken. Es ist eine merkwürdige „Wendung“, dass Saul, obwohl er zuvor die Wahrsagerinnen ausgemerzt hatte, dennoch zu ihr ging; als sie die Sicherheit ihrer Kontaktaufnahme mit den Toten für Saul in Frage stellte, versicherte Saul ihr, dass sie nicht bestraft werden würde - und er schwor: „So wahr der HERR lebt.“ Dies sollte das letzte Mal sein, dass Saul den Namen des Herrn anrief.

Unterschätzen Sie also niemals die Macht der menschlichen Selbsttäuschung. Das mag uns allzu offensichtlich erscheinen, doch für Saul war es nicht offensichtlich. In 2. Korinther 13,5 werden wir aufgefordert, uns selbst zu prüfen. Saul hatte eine riesige blinde Stelle; das können wir leicht erkennen. Er versuchte, Gottes Willen durch einen Akt des Ungehorsams zu ergründen. Prüfen Sie sich jedoch selbst und bitten Sie Gott, Ihnen zu zeigen, ob auch Sie eine blinde Stelle haben - in Ihrem Gehorsam und Ihrem Wandel mit Gott. Als Saul bei der Zauberin von Endor war, gab Gott Saul keinen Auftrag. Saul hatte den größten Teil seines Lebens nicht auf Gott gehört; welchen Sinn hätte es gehabt, Saul jetzt etwas zu sagen?

F: Warum hatte Saul in 1. Sam. 28,8 das Gefühl, sich verkleiden und zur Wahrsagerin gehen zu müssen?

A: Es ist ein erbärmliches Bild. Saul, der sich als junger Mann versteckt hatte, um nicht zum König erwählt zu werden - entgegen Gottes Willen -, verbarg nun seine Identität, um eine Wahrsagerin aufzusuchen - ebenfalls entgegen Gottes Willen. Saul war keineswegs stolz auf das, was er im Begriff war zu tun. Nachdem er das Land gemäß Gottes Befehl von Wahrsagern befreit hatte, wollte Saul nun persönlich zu einer Wahrsagerin gehen.

Dies ist eine Lehre darüber, wie es ist, verzweifelt nach Gottes Stimme und Hilfe zu suchen, ohne gehorsam zu sein. Saul wäre sicherlich lieber zu den Priestern gegangen - von denen er viele in Nob getötet hatte - oder hätte Abiathar bitten lassen, Gott durch das Ephod zu befragen, wäre da nicht die Tatsache gewesen, dass er Abiathars Vater Ahimelech getötet hatte. Saul war in dieser ausweglosen Situation völlig verzweifelt. Zu diesem Zeitpunkt waren Sauls Wunsch, auf Gott zu hören, und sein Wunsch, Hilfe von Gott zu erhalten, größer als sein Wunsch, Gott zu folgen. Doch was nützt Gottes Führung, wenn man ihr nicht folgt?

F: In welcher Gestalt erschien Samuel in 1. Sam. 28,13?

A: Das hebräische Wort lautet hier „elohim“. Dies bedeutet jedoch nicht „Gott“, sondern vielmehr „Geist“ oder „etwas Übernatürliches“.

F: Mit wem kommunizierte die Wahrsagerin/Hexe in 1. Sam. 28,15-19 in Endor?

A: Hier gibt es drei Ansichten: niemand, ein Dämon, der sich als Samuel ausgab, oder Samuel selbst

Niemand: Da außer der Frau niemand Samuel sah, hat sie vielleicht nur so getan als ob, und es war niemand da. Allerdings hatte sie schon zuvor vorgegeben, mit jemandem zu kommunizieren; sie rechnete damit, dass „niemand erscheinen würde“, und war hier aufrichtig überrascht.

Ein Dämon: Nichts deutet darauf hin, dass es sich um mehr handelte als um einen Dämon, der der Hexe erschien und sich als Saul ausgab. Selbst Menschen können sich als andere Menschen ausgeben - warum sollte ein Dämon das nicht auch können? Dies ist die Ansicht zweier frühchristlicher Autoren und vieler moderner Gelehrter.

Tertullian (198-220 n. Chr.) vertrat in seiner „Abhandlung über die Seele“, Kapitel 57, in den „Vornizänischen Vätern“, Band 3, S. 234, als einer der ersten bekannten Christen diese Ansicht zur Beantwortung dieser Frage. Hippolyt (225-235/6 n. Chr.) antwortete in den „Väter der vor-nikänischen Kirche“, Band 5, „Kommentar zu den Königen“, S. 169, ebenfalls auf dieselbe Weise. Ephraem Syrus, Theodoret oder Cyrus, Martin Luther und Johannes Calvin vertraten ebenfalls diese Ansicht.

Samuel: Dies ist die naheliegendste Auslegung. Die Frau war eine Betrügerin, und sie selbst war überrascht, als Gott Samuel erlaubte, mit Saul zu sprechen. Abgesehen davon, dass er Saul mitteilte, dass Gott ihm keine Hilfe mehr gewährte, weil Saul Gott verlassen hatte, wurden nur Dinge gesagt, die Saul ohnehin bereits hätte wissen können. Als jedoch Mose und Elia bei der Verklärung Jesu erschienen, erschienen sie in Herrlichkeit. Als Samuel hier erschien - und zwar nur der Hexe -, war er ein alter Mann in einem Gewand. Weitere Informationen zu dieser Sichtweise finden Sie unter „Astrologie und übersinnliche Phänomene“ im „Bible Knowledge Commentary: Altes Testament“, S. 454, im „MacArthur Bible Commentary“, S. 343, sowie in „Hard Sayings of the Bible“, S. 217-218.

Die Antwort lautet: Die Heilige Schrift sagt dazu nichts. Es ist zwar in Ordnung, unterschiedliche Ansichten zu vertreten, doch ist es wichtig, zwischen dem, was Gott in der Heiligen Schrift gesagt hat, und unseren eigenen Ansichten zu unterscheiden.

Warum hat Gott sich nicht dafür entschieden, uns mehr über dieses und andere Beispiele, wie beispielsweise Bileam, klar mitzuteilen? Vier Punkte sind dabei zu berücksichtigen.

1. In der Heiligen Schrift hat Gott uns tatsächlich alles mitgeteilt, was wir wissen mussten. Offenbar sah Gott keine Notwendigkeit, uns mehr darüber zu sagen, und wir sollen ohnehin nichts mit dem Okkultismus zu tun haben.

2. Im Leben wie in der Heiligen Schrift stellt Gott uns manchmal vor Situationen, in denen uns ganz offensichtlich nicht alle Puzzleteile vorliegen. Im Leben wie in der Heiligen Schrift müssen wir dies akzeptieren, die uns gegebenen „Puzzleteile“ zusammensetzen und weitermachen. Vielleicht gibt Gott uns in der Heiligen Schrift genau solche Lektionen, um uns auf das Leben vorzubereiten.

3. Hätte Gott beschlossen, uns alles mitzuteilen, was irgendjemand wissen möchte, dann hätten wir statt einer Bibel eine Art Enzyklopädie, neben der die gesamte Library of Congress im Vergleich winzig erscheinen würde. Und wie sollten die Menschen all das lesen, wo doch viele Menschen noch nicht einmal die gesamte Bibel gelesen haben, die uns gegeben wurde?

F: Wohin ging Saul in 1. Sam. 28,19, um bei Samuel zu sein?

A: Es gibt zwei mögliche Antworten.

Das Grab: Samuels Leichnam lag im Staub, und auch Sauls Leichnam würde dort liegen, nachdem er am nächsten Tag gestorben war. Diese Ansicht wird in „Bible Difficulties & Seeming Contradictions“, S. 107, vertreten.

Im Paradies: Manche sind der Ansicht, dass Saul ebenso wie Samuel weiterhin bei Gott sein würde.

Natürlich hätte es sich dabei entweder um Samuel selbst handeln können oder um einen Dämon, der sich als Samuel ausgab. Dämonen sagen nicht unbedingt die Wahrheit.

Unabhängig davon war dies Sauls letzte Nacht auf Erden, und Saul war sich dessen voll und ganz bewusst. Saul wusste auch, dass er von Gott getrennt war, und soweit wir wissen, hat er niemals Buße dafür getan, dass er den Hohepriester Ahimelech und die Priester von Nob hinrichten ließ.

F: Warum waren die Feldherren in 1. Sam. 29,2-3 David gegenüber misstrauisch?

A: Es gibt zwei Sichtweisen: die göttliche und die menschliche.

Göttlich: Dies ist reine Gnade; Gott bewahrt David vor den verheerenden moralischen und politischen Folgen seiner törichten Entscheidung, bei einem heidnischen König Zuflucht vor dem Volk Gottes zu suchen. Das offenbar berühmte Lied, das der Geist sang - dass Saul Tausende und David Zehntausende erschlagen habe -, hatte David großen Ärger mit dem eifersüchtigen Saul eingebracht. Doch hier bewahrte dasselbe Lied David und seine Männer davor, hinausziehen und gegen das Volk Gottes kämpfen zu müssen.

Menschlich: Andere Israeliten hatten in 1. Samuel 14,21 in der Armee der Philister gekämpft; es lag also nicht daran, dass er ein Israelit war. Doch in 1. Samuel 14,21 hatten sich diese Israeliten mitten in der Schlacht gegen die Philister gewandt, und man fragte sich, ob David sich vielleicht ebenso verhalten würde. Doch denken Sie daran: Das Lied, das Davids „Ruhm“ durch die Tötung des Goliath bekannt gemacht hatte, würde sie zu dem Schluss führen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass David genau das tun würde. Sie verfügten bereits über so viele Truppen, dass sie dieses Risiko nicht eingehen mussten.

F: Warum sagte Achisch, der Philister, in 1. Sam. 29,9, dass David für ihn so gut sei wie ein Engel Gottes?

A: Man könnte meinen, Achisch habe David geschmeichelt, indem er sagte, David sei so gut wie ein Engel von Davids Gott. Das hebräische Wort für „Gott“ lautet hier jedoch „elohim“. Dies war ein Begriff für Gott oder angeblich göttliche Wesen, der neben den Israeliten auch von vielen anderen Kulturen verwendet wurde. Achisch benutzte den Begriff also lediglich im allgemeinen Sinne.

F: Gibt es in 1. Sam. 30,1 archäologische Belege für diese Zerstörung von Ziklag?

A: Nein, und das sollten wir auch nicht erwarten. Zwar gibt es Belege für die Zerstörung vieler Städte, doch würden etwaige Funde zur Zerstörung von Ziklag nicht so interpretiert werden, dass sie sich auf diese Zerstörung beziehen. Der Grund dafür ist, dass Davids Leute Ziklag sofort wieder aufbauen und die Trümmer abtransportieren konnten.

F: Welchen Grundsatz können wir heute aus 1. Sam. 30,1-25 über Davids Aufteilung der Kriegsbeute lernen?

A: Denken Sie daran, dass die Männer gerade in drei Tagen die Strecke von der Nähe von Aphek nach Ziklag zurückgelegt hatten - eine Entfernung von etwa 80 Meilen. Nun befanden sie sich auf einem weiteren Marsch.

Alle, die bereit und entschlossen waren zu kämpfen, erhielten einen Anteil. Krankheit oder echte Erschöpfung führten nicht dazu, dass jemand seinen Anteil verlor. Ebenso gehen in einem idealerweise „vollkommen gerechten“ Unternehmen heute Belohnungen nicht nur an diejenigen, die Ergebnisse erzielen. Sie gehen auch an diejenigen, die sicherlich Ergebnisse erzielt hätten, denen jedoch andere unvorhergesehene Umstände, die außerhalb ihrer Kontrolle lagen, daran hinderten, ein ebenso gutes Ergebnis zu erzielen.

F: Warum geriet David in 1. Sam. 30,6 in eine solche Führungskrise, obwohl er gar nichts unternommen hatte?

A: Vielleicht war gerade das Nichtstun Davids das Problem. Ein typischer Soldat in Davids Armee kämpfte möglicherweise, um David als König zu unterstützen, für sein Land und für die Sicherheit seiner Familie. David wollte Saul nicht töten, um König zu werden; David und seine Truppen standen kurz davor, gegen andere Israeliten kämpfen zu müssen; und anstatt ihre Familien in Ziklag zu schützen, ließ David sie ohne Grund ausmarschieren, wodurch Ziklag ungeschützt blieb - mit der Folge, dass ihre Habseligkeiten und Familien verschleppt wurden. Wofür sollten die Männer nun noch kämpfen? Da David die Bereitschaft gezeigt hatte, gegen Israel zu kämpfen, könnten die Männer die Entführung (oder Ermordung - sie wussten es nicht) ihrer Familien vielleicht als Gottes Strafe dafür angesehen haben, dass sie bereit waren, gegen die Israeliten zu kämpfen.

David wusste nicht, was er sagen oder wie er diese schwere Krise lösen sollte, doch er wusste, an wen er sich um Hilfe wenden musste. So fragte David in 1. Samuel 30,7-8 Gott durch das Ephod. Ich bin mir sicher, dass es keinen Widerspruch gab, als David den Männern mitteilte, sie würden als „Überraschungsgäste“ bei der Siegesfeier der Amalekiter erscheinen und dort ihre Familien zurückerhalten. In der Wüste hätten sich die Amalekiter jedoch überall hinbegeben können. Es wäre sehr schwierig gewesen, sie zu finden, hätte Gott nicht in seiner Vorsehung einen ägyptischen Sklaven zurückgelassen, der sie führen konnte.

F: Wo befanden sich die Keretiter in 1. Sam. 30,14?

A: Die Keretiter waren eine Untergruppe der Philister. Die Philister stammten ursprünglich von den Mittelmeerinseln, darunter Kreta und möglicherweise Sizilien, Korsika und Sardinien. Archäologen gehen davon aus, dass die Keretiter speziell aus der minoischen Zivilisation auf Kreta stammten.

F: Warum nahm David in 1. Sam. 30,18-20 die Beute der Amalekiter an sich, obwohl Saul unter anderem deshalb für das Königtum disqualifiziert worden war, weil er genau das getan hatte?

A: Die Heilige Schrift gibt zwar keine Antwort darauf, doch lässt sich feststellen, dass ein Großteil der Beute der Amalekiter durch Überfälle von Israeliten und möglicherweise Philistern erbeutet worden war. Samuel hatte Saul zuvor ausdrücklich gesagt, er dürfe die Beute nicht an sich nehmen, doch weder Abjatar noch sonst jemand hatte David untersagt, die Beute zurückzuholen.

F: Was können wir in 1. Sam. 30,26-31 darüber lernen, dass David einen Teil seiner hart erkämpften Beute verschenkte?

A: Auch wenn Jesus erst tausend Jahre später geboren wurde, setzte David ein Prinzip um, das Jesus in Lukas 16,9 lehrte: „Und ich sage euch: Macht euch Freunde durch den Umgang mit dem weltlichen Reichtum, damit ihr, wenn er zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet.“ (NET). David wusste, dass diese Menschen seine zukünftigen Untertanen sein würden, und er wollte ihnen seine Absicht zeigen, ihnen sowohl materiell Gutes zu tun als auch sie zu beschützen.

Alle sechshundert Männer hatten dieselbe Absicht, doch nur vierhundert verfügten über die Kraft, Ergebnisse zu erzielen. David verteilte die Beute entsprechend der Absicht

F: Haben wir in 1. Sam. 30,28 das Silber gefunden, das David nach Eshtemoa sandte?

A: Eigentlich nicht. In Eshtemoa wurde ein Silberkrug gefunden, von dem man einst annahm, er stamme aus Davids Zeit, doch die zusammen mit dem Silber gefundenen Tonkrüge deuten darauf hin, dass dies etwa ein Jahrhundert nach David geschah.

F: Warum ließ Gott in 1. Sam. 31,2 zu, dass Davids enger Freund Jonathan in Aphek starb?

A: Die Heilige Schrift sagt tatsächlich, was geschehen wäre, wenn Jonathan am Leben geblieben wäre. Wenn jemand wie Saul ungehorsam ist, leidet oft auch seine Familie darunter. Die Ereignisse in 1. Samuel 30 ereigneten sich zeitgleich mit denen in 1. Samuel 30; während es also südlich von Ziklag gute Nachrichten über einen Sieg gab, gab es schlechte Nachrichten über eine Niederlage bei Gilboa.

F: Kann in 1. Sam. 31,4-5 jemand, der Selbstmord begangen hat, dennoch in den Himmel kommen?

A: Ja. Die Antwort finden Sie in der Erläuterung zu Richter 16,26-27.

F: Wie viele Möglichkeiten gibt es in 1. Samuel 31,4-5, wie König Saul sterben kann? Offenbar drei!

1. Sam. 31,4-5 (Tod durch Selbstmord) Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert und durchbohre mich damit, damit nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich durchbohren und mich misshandeln. Aber sein Waffenträger wollte nicht; denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul ein Schwert und stürzte sich darauf. Und als sein Waffenträger sah, dass Saul tot war, stürzte auch er sich auf sein Schwert und starb mit ihm

2. Sam. 21,12 (Von den Philistern getötet) Und David ging hin und holte die Gebeine Sauls und die Gebeine seines Sohnes Jonatan von den Männern aus Jabesch-Gilead, die sie von der Straße von Beth-Schan gestohlen hatten, wo die Philister sie aufgehängt hatten, als die Philister Saul auf Gilboa erschlagen hatten:

1 Chr 10,13-14 (Tod durch Gott) So starb Saul wegen seiner Übertretung, die er gegen den HERRN begangen hatte, nämlich gegen das Wort des HERRN, das er nicht befolgt hatte, und auch, weil er eine Wahrsagerin um Rat gefragt hatte, um von ihr zu erfragen; und er hatte nicht den HERRN befragt; darum TÖTETE ER IHN und übertrug das Königreich auf David, den Sohn Isais.

A: Wenn Gott so gewirkt hätte, dass die Soldaten eines Königs einen Verbrecher gefangen nahmen und der König den Verbrecher zum Tode verurteilte, würden Sie dann sagen, dass der Henker den Gefangenen getötet hat, der König oder Gott? Offensichtlich alle drei: einer direkt, einer indirekt und Gott, der durch andere wirkt. Saul beging direkt Selbstmord; er starb indirekt, weil die Philister ihn bereits verwundet hatten - wahrscheinlich so schwer, dass keine Hoffnung auf Genesung bestand - und im Begriff waren, ihn gefangen zu nehmen und zu töten; denn Gott wirkte so, dass Saul an jenem Tag sterben würde. Dass Saul sich auf sein eigenes Schwert stürzte, beschleunigte lediglich seinen Tod und sorgte dafür, dass er auf seine eigene Weise sterben würde, nicht auf die der Philister. Der Herr wirkt oft durch menschliche Mittel, und Gott bewirkte, dass er die Schlacht verlor und in eine Lage geriet, aus der es keinen Ausweg gab, lebend zu entkommen. Was die Philister betrifft, so heißt es nirgends, dass sie ihn töteten, doch wäre nicht zu erwarten, dass die Philister die Leiche des feindlichen Königs unberührt ließen.

F: Hat Saul in 1. Sam. 31,4-6 Selbstmord begangen, oder hat ein Amalekiter Saul in 2. Sam. 1,1-16 getötet?
A: Saul hat sich selbst das Leben genommen. In 2. Samuel 1,1-16 heißt es nicht, dass ein Amalekiter Saul getötet habe. Vielmehr wird dort berichtet, dass ein Amalekiter gegenüber David behauptete, er habe Saul getötet. Der Amalekiter log in der Hoffnung auf eine Belohnung, doch David ließ den Amalekiter stattdessen hinrichten.

F: Warum schlichen sich in 1. Sam. 31,11-12 und 1. Chr. 10 die Männer von Jabesch-Gilead hinein und holten die Leichname Sauls und seiner Söhne, um sie zu bestatten?

A: Die kopflosen Leichname Sauls und seiner Söhne waren als Zeichen der Schande an die Stadtmauer von Beth-Schan gehängt worden. Beth-Schan war eine hebräische Stadt, die nun von den Philistern besiedelt war. Als historischer Präzedenzfall hierfür hatte der ägyptische Pharao Amenhotep II. sechs nubische Feinde an der Stadtmauer von Theben aufhängen lassen (John A. Wilson in ANET, S. 248).

Die Männer von Jabesch-Gilead nahmen die Leichen nachts voller Liebe herunter, aus Respekt und Dankbarkeit gegenüber Saul. Saul hatte das Volk von Jabesch-Gilead in 1. Samuel 11,1-11 vor den Ammonitern gerettet. Nachdem sie die Leichen verbrannt hatten, fasteten sie sieben Tage lang, wie es für einen angesehenen König üblich war.

F: 1. Sam. 31,12 und 1. Chr. 10,12 - Ist die Einäscherung eine angemessene Bestattungsform für einen Gläubigen?

A: Eine Einäscherung ist in Ordnung. Die Bibel gibt keinen Hinweis darauf, dass die Einäscherung besser oder schlechter ist als andere Formen der Bestattung unseres „Zeltes“, nachdem wir es nicht mehr benötigen.

Die Israeliten bestatteten Leichname gewöhnlich; vielleicht verbrannten sie die kopflosen, verstümmelten Leichname Sauls und seiner Söhne zunächst, weil diese so stark verstümmelt waren. Sie konnten Saul sowohl an seiner Größe als auch an seiner königlichen Rüstung identifizieren. So wie David mit Gottes Hilfe Goliaths Kopf abschlug, so schlugen die Philister Saul den Kopf ab, der Gott verlassen hatte. So wie die Israeliten Goliaths Kopf und Schwert als Trophäen mitnahmen, nahmen die Philister die Köpfe und die Rüstung Sauls und dreier seiner Söhne als Trophäen mit. Saul lebte in dem Bestreben, Gott nach seinen eigenen Vorstellungen zu dienen. Am Ende starb Saul auf seine eigene Weise.

Die Männer von Jabesch-Gilead begruben die Gebeine Sauls und seiner Söhne unter einem Tamariskenbaum, wie jenem, unter dem Saul einst Gericht hielt. Später ließ David die Leichname Sauls und Jonatans in das Familiengrab in Benjamin überführen (2. Samuel 21,11-14).

Während der Zeit der Verfolgung in den ersten beiden Jahrhunderten der Kirche machten sich christliche Märtyrer keine besonderen Gedanken darüber, was mit ihrem Körper geschah, nachdem sie getötet worden waren - sei es, dass sie verbrannt wurden oder von wilden Tieren gefressen wurden.

F: Wann wurde das Buch 1. Samuel verfasst?

A: Es wurde wahrscheinlich einige Jahre nach den beschriebenen Ereignissen verfasst. 1. Samuel 9,9 ist das einzige Beispiel im Alten Testament für eine sogenannte „semantische Veränderung“. Der Verfasser hielt es für notwendig zu erwähnen, dass ein „Prophet früher als Seher bezeichnet wurde“. Der babylonische Talmud (Bab Bathra 14b, 15a) besagt, dass Samuel die ersten 24 Kapitel verfasste und der Rest von Nathan und Gad geschrieben wurde. (1. Samuel 25,1 berichtet vom Tod Samuels.)

In 1. Samuel 27,6 heißt es jedoch, dass Ziklag … bis zum heutigen Tag den Königen (Plural) von Juda gehört. Dies würde bedeuten, dass entweder das gesamte Buch Samuel oder zumindest dieser Teil erst nach der Spaltung zwischen Israel und Juda verfasst wurde, da es zur Zeit der Richter keine Könige gab.

Stellen, an denen der Ausdruck „bis zum heutigen Tag“ verwendet wird, sind 1. Samuel 5,5; 6,18; 27,6; 30,25; 2. Samuel 4,3; 6,8; 18,18.

F: Welche der frühesten Handschriften aus 1. Sam. und 2. Sam. sind heute noch erhalten?

A: Die Schriftrollen vom Toten Meer: (ca. 1 v. Chr.) 4 Exemplare. Eine der ältesten Schriftrollen vom Toten Meer ist eine Abschrift des Buches Samuel, die auf das 3. Jahrhundert v. Chr. datiert wird.

Die Schriftrolle vom Toten Meer 4Q51 (=4QSam(a)) wurde mittels massenspektrometrischer Radiokarbondatierung auf die Jahre 192-63 v. Chr. datiert.

1Q7: Fragmente aus 1. Samuel 18 und 2. Samuel 20,6-10; 21,16-18; 23,9-12

4Q51 (=Samuel(a)) 50-25 v. Chr. enthält Fragmente von 1. Samuel bis 2. Samuel 25.

4Q52: Ende des 3. oder Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr.

4Q53: In „The Meaning of the Dead Sea Scrolls“, S. 30, heißt es, dass die beschleunigte Massenspektrometrie in Zürich für 4Q53 ein Datum von 196-47 v. Chr. ergab. In der „Encyclopedia of the Dead Sea Scrolls“, Band 2, S. 820, wird das Datum mit 100-75 v. Chr. angegeben.

Die Psalmrolle 11Q5 enthält zudem die letzten Worte Davids aus 2. Samuel 23,1-7a.

Insgesamt sind in den Schriftrollen vom Toten Meer 276 der insgesamt 810 Verse des 1. Buches Samuel erhalten geblieben (34,1 %).

1 Sam 1,11-13,22-28; 2,1-6,8-11,13-36; 3,1-4,18-20; 4,9-12; 5,8-12; 6,1-7,12-13,16-18,20-21; 7,1; 8,9-20; 9,6-8,11-12,16-24; 10,3-18,25-27; 11,1,7-12; 12,7-8,14-19; 14,24-25,28-34,47-51; 15:24-32; 16:1-11; 17:3-6; 18:17-18; 19:10-17; 20:26-42; 21:1-10?; 23:9-17; 24:4-5, 8-9, 14-23; 25:3-12, 20-21, 25-26, 39-40; 25:30-32; 26:10-12, 21-23; 27:8-12; 28:1-2, 22-25; 30:28-31; 31:2-4.

Die entsprechenden Verse aus den Schriftrollen vom Toten Meer finden Sie am Ende von 2. Samuel.

Christliche Bibelhandschriften aus der Zeit um 350 n. Chr. enthalten das Alte Testament, einschließlich 1. und 2. Samuel.

Der Codex Vaticanus (325-350 n. Chr.) enthält das gesamte 1. und 2. Buch Samuel

Im Sinaiticus sind keine Verse aus 1. oder 2. Samuel erhalten.

Der Alexandrinus (um 450 n. Chr.) enthält das gesamte 1. und 2. Buch Samuel mit Ausnahme von 1. Samuel 12,17-14,9.

Frühchristliche Autoren bezogen sich auf das 1. und 2. Buch Samuel.

F: Welche frühen Autoren bezogen sich auf das 1. Buch Samuel?

A: Zu den vor-nikänischen Schriftstellern, die auf Verse aus dem 1. Buch Samuel verwiesen oder darauf anspielten, gehören:

Philo der Jude (15/20 v. Chr. bis 50 n. Chr.) bezog sich auf 1. Samuel 1,14.29; 2,5; 9,9; 10,22.

Justin der Märtyrer (ca. 138-165 n. Chr.) (Anspielung) erörtert ausführlich, wie die Philister die Bundeslade nach Aschdod brachten. „Dialog mit Trypho, dem Juden“, Kap. 132, S. 266

Das Neue Testament bezieht sich nicht auf 1. Samuel, wohl aber auf 2. Samuel 7,8.14 in 2. Korinther 6,18; auf 2. Samuel 7,14 in Hebräer 1,5; sowie auf 2. Samuel 22,50 in Römer 15,9. Natürlich betrachteten die hebräischsprachigen Juden zur Zeit der Abfassung des Neuen Testaments 1. und 2. Samuel als ein einziges Buch.

Meleto/Melito von Sardes (170-177/180 n. Chr.) erwähnt in seinem Brief an Onesimus die „Vier Bücher der Königreiche“ [1. und 2. Samuel, 1. und 2. Könige] unter den Büchern des Alten Testaments. In: „On Pascha“, S. 72. Überliefert in Eusebius’ „Kirchengeschichte“, Buch 4, Kap. 26.

Irenäus von Lyon (182-188 n. Chr.) zitiert 1. Samuel 15,22 als von Samuel stammend. Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 4, Kap. 17.1, S. 482

Clemens von Alexandria (193-217/220 n. Chr.) zitiert den gesamten Text aus 1. Samuel 8,13 als von dem Propheten Samuel stammend. „Der Lehrer“, Buch 3, Kapitel 4, S. 278

Tertullian (207/208 n. Chr.): „Samuel sagt zu Saul“ und zitiert anschließend den gesamten Text aus 1. Samuel 15,28. „Fünf Bücher gegen Marcion“, Buch 2, Kap. 24, S. 316

Tertullian (ca. 208 n. Chr.) zitiert 1. Samuel 16,14 und bezeichnet es als Heilige Schrift. „Über die Flucht vor der Verfolgung“, S. 117

Hippolyt (222-235/6 n. Chr.) verfasste einen Kommentar zu den Königbüchern (der 1. und 2. Samuel umfasst). Darin erörtert er, ob es tatsächlich Samuel war, den die Zauberin vor Saul erkannte, oder nicht. Fragmente aus den Kommentaren zu den Königbüchern, S. 169

Hippolyt (222-235/6 n. Chr.) zitiert 1. Samuel 2,35a mit den Worten: „Es steht in den Büchern der Könige geschrieben.“ Auslegung des Hippolyt zur Vision Daniels und Nebukadnezars, Fragment 2, Kap. 14, S. 180

Origenes (225-254 n. Chr.): „Wie etwa, als Samuel über drei verlorene Eselinnen prophezeite, oder wenn im dritten Buch der Könige von der Krankheit des Sohnes eines Königs die Rede ist.“ Origenes, „Gegen Celsus“, Buch 1, Kap. 36, S. 412

Die „Abhandlung gegen Novatian“ (ca. 248-258 n. Chr.), Kapitel 14, Seite 661, nimmt Bezug auf 1. Samuel 9,2: „Saul, dieser einst so gute Mann, wird unter anderem später durch Neid zu Fall gebracht und ist bestrebt, alles zu tun, was hart und feindselig gegenüber David ist.“

Cyprian von Karthago (ca. 246-258 n. Chr.) zitiert 1. Samuel in seiner „Abhandlung 12“, drittes Buch, 1,14, und bezeichnet es als „das erste Buch der Könige“. Dies entspricht der Praxis der Septuaginta, in der 1. und 2. Samuel als 1. und 2. Könige bezeichnet werden, während 1. und 2. Könige als 3. und 4. Könige bezeichnet werden.

Gregor Thaumaturgos (240-265 n. Chr.) zitiert einen Teil von 1. Samuel 18,1 als Schriftstelle. „Rede und Lobpreisung an Origenes“, Kap. 6, S. 28

Archelaus (277/278 n. Chr.) zitiert ein Viertel von 1. Samuel 2,6: „Wenn Sie an jemandem Anstoß nehmen, der sagt: ‚Der Herr tötet und macht lebendig‘, warum ehren Sie dann Petrus, der Tabitha wieder zum Leben erweckte, aber auch Sapphira den Tod brachte?“ Ein Fragment der Disputation mit Manes 1, S. 234 von Cyrill von Jerusalem

Adamantius (um 300 n. Chr.) spielt auf 1. Samuel 24 und 26 an. „Da war wiederum David, der, als er von Saul verfolgt wurde, eine Gelegenheit fand, ihn zu vernichten, dies aber nicht tat. Im Gegenteil, er sprach ein Gebet für ihn.“ (Adamantius spricht) „Dialog über den wahren Glauben“, Erster Teil, Kap. 12, S. 55

Petrus von Alexandria (306, 285-310/311 n. Chr.) spielt auf 1. Samuel 21,13 an „Doch jenen, die sich wie David der Heuchelei bedient haben, der vorgab, verrückt zu sein, um dem Tod zu entgehen, obwohl er in Wirklichkeit nicht verrückt war; … oder die Schriftstücke vorlegten oder Heiden sandten, um an ihrer Stelle Opfer darzubringen, … doch insofern sie dadurch der Aufmerksamkeit ihrer Verfolger entgingen, soll ihnen eine Strafe von sechs Monaten Buße auferlegt werden.“ Kanonischer Brief, Kanon 5, S. 271

Laktanz (ca. 303-ca. 325 n. Chr.) zitiert 1. Samuel 2,35 als „das erste Buch der Könige“. Die Göttlichen Institutionen, Buch 4, Kap. 14, S. 113.

Nach dem Konzil von Nicäa

Aphrahat der Syrer (337-345 n. Chr.) spielt auf 1. Samuel an.

Athanasius (367 n. Chr.) erwähnt „die vier Bücher der Könige“ bei der Aufzählung der Bücher des Alten Testaments. Osterbrief 39, Kap. 4, S. 552.

Athanasius (nach 347 n. Chr.) zitiert einen Teil aus 1. Samuel 26,21. „Verteidigung gegen die Arianer“, Kap. 2, S. 101

„Synopsis Scripturae Sacrae“ (350-370 n. Chr.)

Ephraim der Syrer (350-378 n. Chr.)

Basilius von Kappadokien (357-378/379 n. Chr.) zitiert aus 1. Samuel 7,4 als Schriftstelle. Brief 8, Kap. 3, S. 117

Cyrill von Jerusalem (ca. 349-386 n. Chr.) sagt, dass Samuel in den Büchern der Könige als „Seher“ (1. Samuel 9,9) bezeichnet wurde. Vorlesung 16, Kap. 28, S. 122

Ambrosius von Mailand (370-390 n. Chr.) zitiert aus 1. Samuel.

Gregor von Nazianz (330-391 n. Chr.)

Pacian von Barcelona (342-379/392 n. Chr.) zitiert aus 1. Samuel

Gregor von Nyssa (ca. 356-397 n. Chr.) zitiert einen halben Vers aus 1. Samuel.

Das syrische „Buch der Stufen“ (Liber Graduum) (350-400 n. Chr.) zitiert aus 1. Samuel 8,5 und 8,11 mit den Worten: „Der Herr sprach zu Samuel.“ Memra 22, Kap. 6, S. 255-256

Rufinus (374-406) Kommentar zum Apostolischen Glaubensbekenntnis

Hieronymus (373-420 n. Chr.) erörtert die Bücher des Alten Testaments. Er erörtert insbesondere Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium, den Pentateuch, Hiob, Jesus, den Sohn Naves [Josua], Richter, Ruth, Samuel und die Könige (2 Bücher), die zwölf Propheten, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja, Maleachi, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Ester, Esra, Nehemia, Brief 53, Kap. 7-8, S. 99-101.

Epiphanius von Salamis (373-420 n. Chr.)

Johannes Chrysostomos (-407 n. Chr.) zitiert 1. Samuel 14,24, Band 11, Kommentar zur Apostelgeschichte, Predigt 13, S. 86

Orosius/Hosius von Braga (414-418 n. Chr.) spielt auf 1. Samuel 17,4-7 an. „Verteidigung gegen die Pelagianer“, S. 117

Konzil von Karthago (218 Bischöfe) (393-419 n. Chr.)

Sulpicius/Sulpitius Severus (363-420 n. Chr.) bezieht sich in seinem Werk „Könige in der Geschichte“, Band 1, Kapitel 24, S. 86, auf 1. Samuel

Sokrates’ Kirchengeschichte (ca. 400-439 n. Chr.)

Theodoret von Cyrus (423-458 n. Chr.)

Leo I. von Rom (440-461 n. Chr.)

Unter Ketzern und unechten Schriften

Theodor von Mopsuestia (392-423/429 n. Chr.)

Isidor von Sevilla (um 435 n. Chr.)

Auch nach dem Konzil von Nicäa gab es weitere Autoren.

F: Welche Übersetzungsunterschiede gibt es in 1. Samuiel zwischen dem hebräischen Original und der griechischen Septuaginta?

A: Hier sind einige der Übersetzungsunterschiede aufgeführt. Die Geschichte von David und Goliath weist eine Vielzahl von Abweichungen auf. Diese Analyse konzentrierte sich in erster Linie auf die Übersetzungsunterschiede in Kapitel 25,1-18. Sofern nicht anders angegeben, stammt die erste Lesart aus dem masoretischen Text, die zweite aus der Septuaginta.

1. Sam. 1,9: „Hanna stand auf.“ vs. „Hanna stand auf und trat vor den HERRN.“ (Septuaginta)

1 Sam 1,11 „auf seinem Kopf“ vs. „auf seinem Kopf. Und er wird weder Wein noch irgendein berauschendes Getränk trinken.“

1 Sam 1,18 „ging ihres Weges“ vs. „ging in ihre Gemächer“

1 Sam 1,18: „aß“ vs. „aß und trank mit ihrem Mann“

1 Sam 1,22 „dort für immer leben.“ vs. „dort für immer leben. [Ich] habe ihn für immer, alle Tage seines Lebens, zum Nasiräer geweiht“ - Schriftrolle vom Toten Meer 4Q51 (=4QSam(a)).

1 Sam 1,23 „sein Wort“ (masoretisch, Targum, Vulgata) „Ihr Wort“ (Schriftrollen vom Toten Meer, Septuaginta, Syrisch). Die Fußnote der JPS-Übersetzung besagt, dass 4Q51 (=4QSam(a)) „eine Äußerung aus Ihrem Mund“ angibt, d. h. „Ihr Wort“

1 Sam 1,23 „Nur der Herr möge sein Wort erfüllen“ (masoretische Fassung) im Gegensatz zu „Nur der Herr möge erfüllen, was aus deinem Mund gekommen ist“ (4Q51)

1 Sam 1,24 „mit drei Stieren“ (masoretische Fassung) im Vergleich zu „mit einem dreijährigen Stier“ (Schriftrolle vom Toten Meer 4Q51, Septuaginta, Syrisch)

1 Sam 1,18 „Er [Elkana] betete dort den HERRN an“ im Gegensatz zu „Sie [Hanna] ließ ihn [Samuel] dort für den HERRN zurück“ (Septuaginta).

1 Sam 2,1: „Hanna betete“ im Gegensatz zu: fehlt in der Schriftrolle vom Toten Meer 4Q51 (=4QSam(a)).

1 Sam 2,1: „der HERR“ vs. „mein Gott“ (Septuaginta)

1 Sam 2,1: „Dein Sieg“ vs. „Mein Sieg“ (Schriftrollen vom Toten Meer)

1 Sam 2,3: „Gott der Erkenntnis / allwissender Gott“ (masoretisch) vs. „Gott der Erkenntnis“ (4QSam(a))

1 Sam 2,8 weist in 4Q51 (=4QSam(a)) einen umfangreichen Zusatz auf im Vergleich zu: „Er erfüllt das Gelübde des Gelobenden und segnet die Jahre der Gerechten“ (Septuaginta)

1 Sam 2,14 „von ihm wegnehmen“ im Gegensatz zu „für sich selbst wegnehmen“ (Griechisch, Syrisch, Vulgata)

1 Sam 2,17 „denn sie [die Anbeter] handelten verächtlich“ im Vergleich zu „denn sie [Elis Söhne] handelten verächtlich“ (4Q51)

1 Sam 2,20 „Ihnen geben/gewähren“ vs. „Ihnen vergelten“ (Septuaginta, Schriftrolle vom Toten Meer 4Q1Sam(a))

1 Sam 2,20 „Bittantrag, den sie stellte“ vs. „Gabe, die sie überreichte“ (Septuaginta, Schriftrollen vom Toten Meer)

1 Sam 2,21 „Denn/Als der HERR“ vs. „Und der HERR“ (Septuaginta, Schriftrolle vom Toten Meer 4Q51 (=4QSam(a)))

1 Sam 2,22 „und wie sie mit den Frauen schliefen, die sich am Eingang der Stiftshütte versammelt hatten“ (masoretische Fassung, Targum, Vulgata, Schriftrollen vom Toten Meer) vs. [fehlt] (Schriftrolle vom Toten Meer, Septuaginta)

1 Sam 2,27 „Habe ich offenbart“ (masoretische Fassung) vs. „Ich habe offenbart“ (Septuaginta, Targume, Syrisch)

1 Sam 2,27 „als sie im Haus waren“ im Gegensatz zu „als sie Sklaven des Hauses waren“ (Septuaginta, Schriftrolle vom Toten Meer 4Q51 (=4QSam(a)))

1 Sam 2,29.32 „mit dem Fuß treten“ vs. „mit gierigem Blick betrachten“ (Septuaginta, Schriftrollen vom Toten Meer)

1 Sam 2,33 „deine Augen … dein Herz“ vs. „seine Augen … sein Herz“ (Septuaginta, Schriftrollen vom Toten Meer)

1 Sam 2,33 „als junge Männer sterben“ vs. „durch das Schwert sterben“ (Septuaginta, Schriftrollen vom Toten Meer)

1 Sam 3,4 „rief Samuel“ vs. „rief: ‚Samuel! Samuel!‘“ (Septuaginta. In „Die Schriftrollen vom Toten Meer und moderne Übersetzungen des Alten Testaments“, S. 118, heißt es: „Man kann nicht mit Sicherheit sagen, ob 4Q51 (=4QSam(a)) ein zweites ‚Samuel‘ enthielt … aber es besteht die Möglichkeit dafür.“)

1 Sam 3,13 „haben sich selbst verachtenswert gemacht“ (masoretischer Text) vs. „redeten schlecht über Gott“ (Septuaginta) vs. „lästerten Gott“ (Schriftgelehrtenüberlieferung)

1 Sam 3,15 „legte sich bis zum Morgen hin“ (masoretischer Text, Targum, Vulgata) vs. „legte sich bis zum Morgen hin, und er stand am Morgen auf“ (Septuaginta)

1 Sam 4,1: „Israel zog aus“ (masoretischer Text, Targum) vs. „In jenen Tagen versammelten sich die Philister zum Krieg. Israel zog aus“ (Vulgata) vs. „In jenen Tagen versammelten sich die Philister zum Krieg gegen Israel. Israel zog aus“ (Septuaginta)

1 Sam 4,13 „auf einem Sitz“ (masoretischer Text, Vulgata) im Vergleich zu „neben dem Tor, von wo aus er die Straße beobachtete“ (Septuaginta)

1 Sam 5,3 „Ort“ (masoretischer Text) im Vergleich zu „Ort. Und die Hand des Herrn lastete schwer auf den Azotern, und er plagte sie und schlug sie an ihren Geschlechtsteilen, Azotus und ihre Küsten“ (Septuaginta)

1. Sam. 5,4: „Dagon“ (masoretischer Text) im Vergleich zu „das Haupt Dagons“ (Septuaginta, Targum, Vulgata)

1 Sam 5,6 „Geschwülste“ (masoretischer Text) vs. „Geschwülste und Ratten tauchten in der Stadt auf, und Tod, Panik, Zerstörung und Sterblichkeit herrschten in der ganzen Stadt“ (Septuaginta, Vulgata)

1 Sam 5,9 „Geschwüre“ vs. „Geschwüre in der Leistengegend“ (Septuaginta, Vulgata)

1 Sam 6,1: „sieben Monate“ im Vergleich zu „sieben Monate, und Mäuse fielen in ihre Felder ein“

1 Sam 6,3 „und es wird euch bekannt werden“ vs. „und wird freigekauft werden“ (1QSam(a), Septuaginta)

1 Sam 6,6: „Geschwülste“ (masoretische Fassung) vs. „Geschwülste. Und Ratten tauchten in ihrem Land auf, und Tod und Zerstörung herrschten in der ganzen Stadt.“ (Septuaginta und Vulgata)

1 Sam 6,13 „als sie (es) sahen“ vs. „als sie darauf stießen“

1 Sam 6,18 „Dörfer bis nach Groß-Abel, wo“ (die meisten masoretischen Handschriften) vs. „Dörfer. Der große Felsen, auf dem“ (einige masoretische Handschriften und der Targum) vs. „Dörfer. Die große Wiese, auf der“ (die meisten hebräischen Handschriften gemäß der JPS-Ausgabe)

1 Sam 6,19 „Und er tötete einige aus dem Volk von Bet-Schemesch, weil sie in die Lade hineingeschaut hatten“ im Vergleich zu „Die Nachkommen Jekonias freuten sich nicht mit dem Volk von Bet-Schemesch, als dieses die Lade des Herrn begrüßte“ (Septuaginta)

1 Sam 6,19 „50.070“ (die meisten masoretischen Handschriften und die Septuaginta) vs. „70“ (einige masoretische Handschriften und Josephus)

1 Sam 7,12 „Schen“ (masoretisch) vs. „Jeschana“ (Septuaginta, syrisch)

1 Sam 7,18 „Abel“ (Eigenname) ('abel) (die meisten masoretischen Texte) gegenüber „Fels“ ('eben) (einige masoretische Texte)

1 Sam 8,8 „wie sie es getan haben“ vs. „wie sie es mir angetan haben“ (Septuaginta)

1 Sam 8,16 „junge Männer und Esel“ (masoretisch) vs. „Ochsen/Rinder und Esel“ (Septuaginta)

1 Sam 9,17 „mein Volk“ vs. „die Not/das Leid meines Volkes“ (Septuaginta, Targum)

1 Sam 9,24 „Oberschenkel/Bein“ (masoretisch) vs. „Oberer Oberschenkel/Bein“ 4QSam(1). Der Begriff „oberer Oberschenkel“ ist sonst nicht bekannt.

1 Sam 9,24 „Stärke/Aufrichtigkeit“ vs. „Söhne der Stärke/Aufrichtigkeit“ (4Q51 (=4QSam(a)))

1 Sam 9,24 „vor Ihnen aufbewahrt“ im Vergleich zu „vor Ihnen bereitgestellt“ (Schriftrollen vom Toten Meer, Septuaginta)

1 Sam 9,25 „auf dem Dach, und er sprach mit Saul“ (masoretisch, Targum) vs. „auf dem Dach, und sie breiteten ein Bett für Saul auf dem Dach aus, und er schlief“ (Septuaginta) vs. „auf dem Dach, und er sprach mit Saul, und sie breiteten ein Bett für Saul auf dem Dach aus, und er schlief“ (Vulgata)

1 Sam 10,1 „salbt dich zum Herrscher“ vs. „salbt dich zum Herrscher über sein Volk Israel, und du wirst das Volk des HERRN regieren und es aus den Händen seiner Feinde ringsum befreien. Und dies ist das Zeichen für dich, dass der Herr dich salbt.“ (Septuaginta und Vulgata)

1 Sam 10,9 „Sie kamen dorthin“ vs. „von dort aus“

1 Sam 10,19 „Nein“ (viele hebräische Handschriften) vs. „Nein zu ihm“ (andere hebräische Handschriften gemäß der JPS)

1 Sam 10,21 „Matrites wurde durch das Los bestimmt; und dann Saul, der Sohn des Kisch“ vs. „Matrites wurde durch das Los bestimmt; dann ließ er die Sippe der Matrites nach ihren Männern heraufkommen und dann Saul, den Sohn des Kisch“ (Septuaginta)

1 Sam 10,26 „Tapfere [Männer]“ vs. „Söhne/Männer von Tapferkeit“ 4QSam(a)

1 Sam 10,27 „Es machte nichts. Nahasch, der Ammoniter, rückte vor“ vs. „Es machte nichts. Etwa einen Monat später rückte Nahasch, der Ammoniter, vor“ Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 633, heißt es: „und/aber er war wie einer, der schweigt“ (die meisten hebräischen Handschriften) vs. „und es war etwa einen Monat [später]“ (4QSAm(a) und Septuaginta)

1. Sam. 11,1: „Nahasch“ vs. „Etwa einen Monat später, Nahasch“

1. Sam. 11: „Nahasch, der Ammoniter, zog herauf und belagerte Jabesch-Gilead.“ im Vergleich zu: „[Na]hasch, der König der Ammoniter, unterdrückte die Kinder Gad und die Kinder Ruben schwer, und er stach ihnen [allen] das rechte Auge aus und versetzte Israel in [Schrecken und Furcht]. Es blieb unter den Kindern Israels jenseits des Jordans keiner übrig, dessen rechtes Auge nicht von Na[hash, dem König] der Ammoniter ausgestochen worden wäre; außer jenen siebentausend Männern, die vor den Kindern [A]mmons flohen und nach [J]abes-Gilead kamen. Etwa einen Monat später zog Nahash, der Ammoniter, hinauf und belagerte Jabesch-Gilead.“ Dies ist ein Auszug aus „Understanding the Dead Sea Scrolls“ von Hershel Shanks, S. 161

1 Sam 11,8a „aus Israel 300.000“ vs. „aus Israel 600.000“

1 Sam 11,8b „aus Juda 30.000 Mann“ vs. „aus Juda 70.000 Mann“ (4Q51 (=4QSam(a)), Septuaginta)

1. Sam. 11,9-11: Pluralpronomen (die meisten masoretischen Texte) vs. Singularpronomen (einige Handschriften der Septuaginta). Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um eine Abweichung in einigen Handschriften der Septuaginta.

1 Sam 12,3 „Ich werde es euch wiedergeben“ vs. „Sagt gegen mich aus, und ich werde es euch wiedergeben“

1 Sam 12,3: „Bestechungsgeld angenommen, um wegzuschauen“ vs. „Bestechungsgeld oder ein Paar Sandalen angenommen“ (Septuaginta)

1 Sam 12,6: „Der HERR hat Mose eingesetzt“ vs. „Der HERR ist Zeuge, der Mose eingesetzt hat“

1 Sam 12,7: „alle rettenden Taten“ vs. „Ich werde euch alle rettenden Taten verkünden“

1 Sam 12,8 „Jakob kam nach Ägypten“ (masoretische Textfassung, Targume, Vulgata) vs. „Jakob nach Ägypten, und die Ägypter unterdrückten sie“ (Septuaginta)

1 Sam 12,9 „Heer des Königs von Hazor“ vs. „Heer Jabins, des Königs von Hazor“

1 Sam 12,11 „Barak“ (Syrisch und Teile der Septuaginta) vs. „Bedan“ (Hebräisch) (eine antike Fassung ersetzte dies durch „Debora“, und eine Auslegung besagte, „Bedan“ sei „ben-Dan“, also „Sohn Dans“.) Josephus, der um 93-94 n. Chr. in „Antiquitates Judaicae“ 6.5.6, S. 129, diesen Vers paraphrasierte, erwähnt lediglich Jephthah und Gideon. In „Antiquitates Judaicae“ 5.5.2-4, S. 114-115, werden jedoch Debora und Barak erwähnt.

1 Sam 12,11 „Gideon“ (masoretisch, Targum) vs. „Debora“ (syrisch) vs. „Debora“ (syrisch)

1. Sam. 12,11 „Samuel“ (masoretisch) vs. „Samson“ (einige Septuaginta-Handschriften) vs. „Simson“ (syrisch)

1 Sam 12,15 „Ihr und eure Vorfahren“ vs. „Ihr und euer König“

1 Sam 13,1: Im hebräischen Text wurden das Alter Sauls und die Anzahl der Jahre seiner Regierungszeit ausgelassen; andere Quellen geben ein Jahr an (offensichtlich ein Druckfehler), und einige Handschriften der Septuaginta nennen 30 Jahre. Der Vers fehlt laut der JPS-Fußnote und der NRSV in der Septuaginta.

1 Sam 13,2 ff. „Michmas“ gegenüber „Michmash“ (andere Handschriften)

1 Sam 13,5 „30.000 Streitwagen“ (masoretische Fassung, viele Septuaginta-Handschriften, Targum, Vulgata) im Vergleich zu „3.000“ (einige Septuaginta-Handschriften)

1 Sam 13,8 „zu der Zeit, als Samuel“ im Vergleich zu „zu der Zeit, die Samuel gesagt hatte“ (einige hebräische Handschriften, Septuaginta, Targum)

1 Sam 13,15 „Samuel stand auf und zog von Gilgal hinauf“ (masoretische Fassung, Targum) gegenüber „Samuel stand auf, verließ Gilgal und machte sich auf den Weg. Der Rest des Volkes folgte Saul, um den Soldaten entgegenzugehen, und sie zogen von Gilgal aus.“ (Septuaginta, Vulgata)

1 Sam 13,15 „nach Gibea in Benjamin“ im Gegensatz zu „in Richtung Gibea in Benjamin“

1 Sam 13,18 „zur Grenze“ im Vergleich zu „nach Geba“

1 Sam 14,3; 14,8; 23,9; 30,7 „Lade“ vs. „Ephod“

1 Sam 14,7 „ist in Ihrem Herzen. Neigen Sie sich“ vs. „Ihr Herz neigt sich zu“

1. Sam. 14,7: „Ich bin mit dir, wie es deinem Herzen entspricht“ vs. „Ich bin mit dir, mein Herz ist wie dein Herz.“

1 Sam 14,8 „wartete sieben Tage auf Samuel“ (die meisten masoretischen Texte) vs. „sieben Tage bis zu der Zeit, die Samuel festgelegt hatte“ (einige wenige masoretische Texte)

1 Sam 14,18 „Bringt die Lade“ (masoretisch) vs. „Bringt das Ephod“ (Septuaginta)

1 Sam 14,24: ungewiss, aber wahrscheinlich: „Die Männer Israels waren an jenem Tag in Bedrängnis“ vs. „Und das gesamte Heer, etwa 10.000 Mann, war bei Saul; und die Schlacht breitete sich bis ins Hügelland von Ephraim aus. Nun beging Saul eine unbesonnene Tat.“ (JPS-Fußnote)

1 Sam 14,33 „Rollen Sie mir heute einen großen Stein her“ vs. „Rollen Sie mir hier einen großen Stein her“

1 Sam 14,34 „seinen eigenen Ochsen bei sich“ vs. „alles, was er in seinem Besitz hatte“

1 Sam 14,41 „Saul sprach zum HERRN, dem Gott Israels“ (masoretische Fassung, Septuaginta) vs. „Da sprach Saul: ‚O HERR, Gott Israels‘“ (Vulgata)

1 Sam 14,41 ungewiss, aber wahrscheinlich „Zeige Thammim“ (masoretische Fassung, Targum) vs. „Warum hast du deinem Knecht heute nicht geantwortet? Wenn diese Missetat von meinem Sohn Jonathan oder mir ausgeht, o HERR, Gott Israels, so zeige Urim; und wenn du sagst, dass sie von deinem Volk Israel ausgeht, so zeige Thummim.“ (Septuaginta, Vulgata)

1 Sam 14,44 „möge Gott tun“ im Gegensatz zu „möge Gott mir tun“ (Septuaginta und viele hebräische Handschriften)

1 Sam 14,47 „Könige von Zoba“ vs. „König von Zoba“ (Septuaginta, 4Q51 (=4QSam(a)))

1 Sam 14,47 „Er [Saul] bestrafte sie“ (masoretische Fassung) vs. „Er [Saul] war siegreich“ (Septuaginta)

1 Sam 14,49; 1 Sam 18,17 „Merab“ vs. „Merob“ in den Schriftrollen vom Toten Meer und der Septuaginta

1 Sam 15,9 „Zweitgeborener“ im Gegensatz zu „Masttiere“ (Targum, Syrisch)

1 Sam 15,25 „das Land“ (die meisten Texte) vs. „das Volk [des Heeres]“ (eine hebräische Handschrift)

1 Sam 15,29 „täuschen“ (masoretisch) vs. „widerrufen/bereuen“ (Septuaginta, Schriftrolle vom Toten Meer)

1 Sam 15,30 „er sagte“ vs. „Saul sagte“ („er“ ist hier ohnehin offensichtlich Saul.)

1 Sam 15,32 „Gewiss ist die Bitterkeit des Todes vorüber“ vs. „Gewiss ist dies die Bitterkeit des Todes“ (Schriftrolle vom Toten Meer, Septuaginta)

1 Sam 16,7 „Denn nicht wie der Mensch sieht“ (masoretisch) vs. „Denn Gott sieht nicht wie der Mensch sieht“ (Septuaginta) vs. „Es kommt nicht auf das Aussehen eines Menschen an“ (Targum) vs. „Ich urteile nicht nach dem Aussehen eines Menschen“ (Vulgata)

1 Sam 16,11f „nicht versammeln/sich umdrehen/sitzen“ (masoretische Fassung) vs. „sich nicht hinsetzen“ (einige Septuaginta-Fassungen, darunter Brentons Übersetzung, Vulgata)

1 Sam 17,4 „sechs Ellen“ (masoretischer Text) vs. „vier Ellen“ (Schriftrolle vom Toten Meer, Septuaginta)

1 Sam 17,12-31,41,50,55 Im masoretischen Text und in der alexandrinischen Septuaginta, jedoch nicht in anderen Septuaginta-Handschriften.

1 Sam 17,12 „unter den Menschen vorangegangen“ vs. „in fortgeschrittenem Alter“ (Syrisch, Septuaginta)

1 Sam 17,32 „Tal“ (MT) vs. „Gath“ (einige Septuaginta-Handschriften) (Unterschied von einem Buchstaben).

1 Sam 17,32 „kein Mut eines Mannes“ vs. „nicht der Mut meines Herrn“

1 Sam 17,39 „Er versuchte zu gehen; doch“ vs. „Er war nicht imstande zu gehen, denn“

1 Sam 17,46a „die Leichen des Lagers der Philister“ vs. „deine Leiche und die Leichen des Lagers der Philister“

1 Sam 17,46b „Gott in Israel“ vs. „Gott für Israel“ (viele hebräische Handschriften)

1 Sam 17,52 „Gai“ (masoretischer Text gemäß der NRSV) vs. „ein Tal“ (masoretischer Text) vs. „Gath“ (Septuaginta, Syrisch)

1 Sam 18,1 „er“ vs. „David“ (aus dem Kontext geht eindeutig hervor, dass es sich um David handelt)

1 Sam 18,1-6 Im masoretischen Text und in der alexandrinischen Septuaginta, jedoch nicht in anderen Septuaginta-Handschriften.

1 Sam 18,8b-11, 17-19, 30 Im masoretischen Text und in der alexandrinischen Septuaginta, jedoch nicht in anderen Septuaginta-Handschriften

1 Sam 18,27 „200 Philister“ vs. „100 Philister“

1 Sam 19,13 „Ziegenhaut“ (masoretischer Text) vs. „Ziegenleber“ (im Hebräischen nur ein Buchstabe weniger) (Septuaginta)

1 Sam 19,22 „die große Zisterne/der große Brunnen von Secu“ gegenüber „die Zisterne/der Brunnen der Tenne auf der kahlen Anhöhe/dem kahlen Berg“

1 Sam 20,3 „schwor weiter“ vs. „antwortete ihm“

1 Sam 20,5a „Ich soll sitzen“ vs. „Ich werde nicht sitzen“

1 Sam 20,5b „bis zum dritten Abend“ im Vergleich zu „bis zum Abend“

1 Sam 20,8 fehlt in der Schriftrolle vom Toten Meer 1Q7.

1 Sam 20,23 „Der HERR steht für immer zwischen dir und mir“ (masoretischer Text) vs. „Der HERR ist für immer Zeuge zwischen dir und mir“

1 Sam 20,25 „Mauer. Jonathan stand auf“ (masoretischer Text, Syrisch, Targum, Vulgata) vs. „an der Mauer, gegenüber von Jonathan“ (Septuaginta)

1. Sam. 21,6: „die entfernt worden waren“ (Singular) (4QSam(b)) im Vergleich zu „die entfernt worden waren“ (Plural) (die meisten Texte; allerdings heißt es im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 730, dass der Plural hier wahrscheinlich ein Fehler ist.)

1 Sam 20,41 „von der Südseite“ (masoretisch, Aquilas griechische Übersetzung, Hieronymus) vs. „vom Argab“ (Septuaginta, chaldäisch, syrisch und arabisch sowie Vers 19)

1 Sam 21,41 „von der Südseite“ vs. „von der Seite des Steinhaufens“

1 Sam 22,3 „zu Ihnen hinauskommen“ vs. „zu Ihnen kommen“

1 Sam 22,4 „Er führte sie zum König von Moab“ im Vergleich zu „Er ließ sie beim König von Moab zurück“ (Targum, Syrisch)

1 Sam 22,7 „Gott hat ihn zu einem Fremden gemacht“ (masoretischer Text) vs. „Gott hat ihn gegeben“ (Septuaginta, Targume)

1 Sam 22,8 „mein Diener, der mir auflauert“ vs. „mein Diener als Feind gegen mich“

1 Sam 22,14 „Anführer“ (archon) (Septuaginta) vs. „weggehend“ (masoretischer Text). Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 737, besagt, dass die Septuaginta hier höchstwahrscheinlich die korrekte Lesart ist.

1 Sam 22,18 „die das leinenen Ephod trugen“ vs. „die Träger des Ephods waren“

1 Sam 23,11 „Werden die Männer/Herren von Keila mich in seine Hand ausliefern? Wird Saul?“ (masoretischer Text) vs. „Wird Saul?“ (Schriftrolle vom Toten Meer) vs. „Wird der Ort abgeriegelt/belagert werden? Und nun wird Saul?“ (Septuaginta)

1 Sam 23,14.16 „Gott (Elohim)“ vs. „der HERR (Yhwh)“ (4Q52 (=4QSam(b)))

1 Sam 24,10 „Es [mein Auge] hat dich verschont“ (masoretischer Text) vs. „Ich habe dich verschont“ (Septuaginta, Syrisch, Targum, Vulgata)

1 Sam 24,11 „mein Wasser“ vs. „mein Wein“ (Septuaginta)

1 Sam 24,13 „das Sprichwort des Alten“ (die meisten Handschriften) vs. „die Sprichwörter des Alten“ (ein Fragment einer Schriftrolle vom Toten Meer)

1 Sam 25,1f „Wüste von Maon“ (der Großteil der Septuaginta) vs. „Wüste von Paran“ (masoretischer Text, Targum, Syrisch, Vulgata, einige Handschriften der Septuaginta) (Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 3, S. 765, heißt es, die Wüste von Paran liege viel zu weit südlich, um hier zutreffend zu sein.)

1 Sam 25,2 „Ziegen“ im Gegensatz zu „Ziegenweibchen“

1. Sam. 25,3 „Der Mann stammte aus dem Stamm Kaleb“ vs. „Der Mann war ungehobelt“

1. Sam. 25,4 „Nabal“ vs. „Nabal, der Karmeliter“

1. Sam. 25,22 „David“ (Septuaginta, NIV) vs. „Davids Feinde“ (masoretische Fassung)

1. Sam. 25,6 „Frieden … Frieden“ vs. „Glückseligkeit … Wohlstand“

1 Sam 25,7 „Ihr habt Schafscherer. Und eure Hirten waren bei uns; wir haben ihnen keine Schande zugefügt, noch fehlte ihnen etwas …“ vs. „Eure Hirten, die mit uns in der Wüste waren, scheren eure Schafe, und wir haben sie nicht daran gehindert, noch haben wir etwas von ihnen verlangt …“

1. Sam. 25,8 „junge Männer“ vs. „Knechte“ (zweimal in Vers 8 und im weiteren Verlauf von 1. Sam. 25)

1. Sam. 25,8 „Gebt es euren Knechten und eurem Sohn David“ im Vergleich zu „Gebt … eurem Sohn David“

1. Sam. 25,9 „antwortete“ vs. „sprang auf und antwortete“

1. Sam. 25,11 „Wasser und meine Speise“ vs. „Wein und meine Tiere“

1. Sam. 25,14 „schrie sie an“ vs. „wandte sich von ihnen ab“

1. Sam. 25,15 „gut … hat uns nicht beschämt … hat nichts vermisst“ vs. „sehr gut … wurde nicht behindert … und sie haben auch nichts verlangt“

1 Sam 25,17 „ein Sohn der Wertlosigkeit/Belial“ vs. „ein niederträchtiger Mensch“

1 Sam 25,18 „hundert Trauben oder Rosinen“ vs. „ein Homer getrockneter Trauben“

1 Sam 25,18 „zweihundert Feigenbüschel“ vs. „zweihundert Feigenkuchen“

1 Sam 25,22a „David“ (masoretischer Text) vs. „Davids Feinde“ (Septuaginta, vgl. Syrisch)

1 Sam 25,22b „mit Davids Feinden“ (masoretischer Text) vs. „Mann“ (einige Septuaginta-Handschriften)

1 Sam 27,10 „Gegen wen habt ihr“ (masoretischer Text) vs. „Gegen wen habt ihr“ (Schriftrollen vom Toten Meer, Septuaginta, Vulgata)

1 Sam 28,12 „Samuel“ (masoretischer Text, viele Septuaginta-Handschriften) vs. „Saul“ (einige Septuaginta-Handschriften)

1 Sam 28,17 „hat für sich selbst getan“ vs. „hat euch angetan“ (Septuaginta und einige hebräische Handschriften)

1 Sam 29,10 „Und kam mit euch.“ (Masoretischer Text, Targum, Vulgata) vs. „und kam mit euch und geht an den Ort, den ich für euch bestimmt habe. Was die bösen Gerüchte betrifft, so nehmt sie euch nicht zu Herzen, denn ihr habt vor mir Gutes getan.“ (Septuaginta, NRSV)

1 Sam 30,2 „die Frauen gefangen genommen“ (masoretischer Text) im Vergleich zu „die Frauen und alle gefangen nehmen“ (Septuaginta)

1 Sam 30,27-30: In der Septuaginta finden sich zahlreiche Fehler bei den Namen. Dort wird sogar Gath als eine Stadt erwähnt, in die David Beute schickte.

Literaturverzeichnis zu dieser Frage: Die hebräische Übersetzung stammt aus Jay P. Greens „Literal Translation“, und die Wiedergabe der Septuaginta stammt aus Sir Lancelot C. L. Brentons Übersetzung von „The Septuagint: Greek and English“. Ebenfalls herangezogen wurden der „Keil-Delitzsch-Kommentar zum Alten Testament“, Band 2, der „Expositor’s Bible Commentary“ sowie die Fußnoten in den Bibelausgaben NASB, NIV, NKJV, NRSV und JPS. Die NRSV war hier insbesondere hinsichtlich der Texte der Schriftrollen vom Toten Meer hilfreich.